Ausgabe 
17.11.1932 Frühausgabe
 
Einzelbild herunterladen

Bonk diskontieren lassen. Strafe: ein Monat Gefängnis mit Rücksicht darauf, daß der Angeklagte wegen eines ähnlichen Falles etwa aus derselben Zeit bestraft ist.

Darmstadt gratuliert Gerhart Hauptmann.

WER. Darmstadt. 16. Tov. Oberbürger­meister Mueller hat an Gerhart Hauptmann folgendes Festtelegramm gerichtet:Die Stadt Darmstadt, die s.ch durch iyre geistig-künstlerische Tradition und ihre lebendige Bühne dem Le- benswerk des großen deutschen Dichters eng ver­bunden fühlt, spricht ihm zum 70. Geburtstag herzlichste Glückwünsche aus. Sie wird einer schönen Sir atze seinen 'Hamen geben."

Bazillenverseuchte Bachläufe im Kreise Lauterbach.

* Lauterbach, 16. Nov. Der K r e i s d i r e k - t o r des Kreises Lauterbach veröffentlicht folgende Bekanntmachung und Anweisung an die unter­stellten Behörden:

Mehrfache in letzter Zeit vorgenommene chemische Untersuchungen von Wasser verschiedener Bäche haben ergeben, daß dieses zur Zeit äußer st stark mit Bazillen verunrei­nigt ist. Da hierdurch die Gefahr von Para­typhuserkrankungen und die Möglichkeit eines epidemischen Auftretens dieser Krankheit sehr leicht gegeben ist, machen wir die Bevölkerung aus­drücklich hierauf aufmerksam und warnen dringend, Fluß- oder Bachwasser im Haushalt zu verwenden: insbesondere warnen wir vor einer Benutzung als Trinkwasser, da nur hierdurch ein wirksamer Schutz vor der­artigen Krankheitsfällen, die im übrigen im Kreise Lauterbach noch nicht eingetreten sind, gewährleistet wird.

Den Bürgermeistern wird aufgegeben, diese Be­kanntmachung alsbald in ortsüblicher Weise mehr­fach zu veröffentlichen und auf die Gefahren des Genusses von Fluß- oder Bachwasser aufmerksam zu machen.

50 Jahre Gastwirie-Znnung Hessen.

WST. D a r m st a d t, 16. Tod. Die Gastw irte- Smuing Hessen, S:h Darmstadt, beging am heu­tigen Tage das 50jährige Jubiläum. Gegründet im Jahre 1882 unter Führung des damaligen Vorsitzenden C. Teinemer, erlebte die 3n» nnng zur damaligen 3eiit einen sehr schnellen Aufschwung. Lieber die Gründung des Darm­städter Vereins organisierte Teinemer auch das gesamte hessische Gastwirtsgewerbe. Er war der­jenige, der mit der Gründung des Hessischen Landesverbandes die Brücke zwischen Tord- und Süddeutsch land schuf. Die Gründung der Haft- pflicht- sowie der Sterbekasse Deutscher Gast­wirte und des Selters-Sprudels Augusta-Vik­toria in Löhnberg a. d. L. sind ebenfalls seine Schöpfungen. Die Gastwirte-Innung beging ihr 50jähriges Bestehen Mittwochabend durch eine schlichte Feier im Städtischen Saalbau.

Preufcen.

Oie Unterschlagungen an der Runzhäuser Darlehnskaffe.

] [ Marburg, 16. Tod. Bekanntlich wurden gegen Ende v. 3. gn der Darlehnskasse in R u n z - Hausen bei Gladenbach (Dillkreis) größere Unterschlagungen aufgedeckt. Wie sich damals herausstcllte, hatte der Rechner der Kasse, Lehrer A., im -Verlaufe seiner etwa neunjährigen Rech­nertätigkeit in mehr als 200 Einzelfällen nach und nach rund 26 000 Mark unterschla- ge n. Es war ihm gelungen, durch Falschbuchun­gen und Llnterschriftfälschungen seine Verfeh­lungen jahrelang zu Derschleiern. Die Den Zeit zu Zeit Dom Kassenvorstand Dorgenom­menen ReDisionen waren nur oberflächlich, weil man dein in feinem Beruf sehr tüchtigen Lehrer, ter auch in Gesangverneinskreisen als Dirigent und Musiklehrer einen guten Ruf besaß, unum­schränktes Vertrauen schenkte. Gegen das Urteil des Schöffengerichts, das s. Zt. gegen A. wegen Unterschlagung und gewinnsüchtiger Ur» kundenfälschung 1 4 , Jahre Gefängnis Der- f-.ängjte, hatten sowohl der Angeklagte wie auch die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Der Angeklagte, der seine Berufung' auf das Straf­maß beschränkte, bat um ein milderes Urteil, da- mit ihm der Weg in die Zukunft nicht verbaut werde. Rach Möglichkeit wolle er den von ihm angerichteten Schaden ersehen, da er hoffe, bei nicht allzu hoher Strafe wieder als Lehrer ange­stellt zu werden. Wohl wäre er sich darüber klar daß er nicht unschuldig sei, er habe aber keinen EBetrug gewollt und von den unterschlagenen Be­trägen nichts beiseite geschafft. Man habe ihm das Rechneramt aufgedrängt und ihm alles über- lassen. Der Vorsitzende machte den Angeklagten darauf aufmerksam, daß er ja das Rechneramt abgeben konnte, wenn er sich der Arbeit nicht ge­wachsen fühlte. Die Staatsanwaltschaft hielt die vom Schöffengericht fe st gesetzte Strafe als zu milde und beantragte 23ahre6Monate Geiärguis, ferner Aösprechung der Befähigung zur Bekleidung öffentlicher Aemtec. Das Urteil des Gerichts lautete dahingehend, daß sowohl die Be­rufung der Staatsanwaltschaft wie auch des An» geklagten verworfen werden. Auch eine Straf­aussetzung kommt zunächst nicht in Frage.

.11 re iS LLetzla r

Wetzlar, 16. Tod. Anläßlich der Deutschen Woche fand h.ec e.ne große landwirtschaft- licheVersammlung statt, d.e von der Kreis- bauernfchafc Wetzlar und der Lokalable lung des Landwirtschaftlichen Vereins Deranstaltet war. Der Vorsitzende der Kreisbauernschaft, Georg Allmenröder. Wetzlar, leitete die stark be- suchte Versammlung. Apotheienbesitzer Bohr, der Vor, hende des Arbeitsausschusses, wies aus d:e Wechselbeziehungen zwischen Stadt und Land v n und empfahl die WerbeausstellungArbeit und Fleiß, und Stadt und Kreis". Präsident Hepp Don der Landwirtschaftskammer Wies- vaden h.elt dann einen Vortrag über denZweck und de Bedeutung der Deutschen Woche". Die Aufgabe der Deutschen Woche sei nicht nur. die wahrzunehmen, sondern ^^hr d.e Aufgabe, die deutschen Stände und das deutsche Volk zu wahrer Volksgemeinschaft zu.aimnenzufuhren. Anschließend fand noch die s^ucü" OftattCUn$,5> Flötenkonzert Don Sans.

Heues für den Bücheriifch.

Hessische Gemeindeordnung. Kom­mentar Don Ministerialrat K. Weber und Re­gierungsassessor Dr. H. Sau st. (Verlag 3. Ste­rner, Mainz. Gebd. Preis 6,80 Mk.) 179. Die neue hessische Gemeindeordnung regelt in einem einheitlichen Gesetz das Recht der Städte, wie der Landgemeinden Hessens. Die ausführlich erläu­terte Handausgabe stellt ein systematisches Hand­buch und Tachschlagewerk dar, das auf die Diel» fälligen Fragen aus dem kommunalen Ver- fassungs- und Derwaltungsrecht Auskunft gibt. Dieser ausführliche Kommentar des hessi­schen Gemeinderechts nebst dem ZweckDerbands- geseh ist von dem Referenten und Sachbearbeiter für Gemeindeangelegenheiten im Hessischen Mini­sterium des 3nnern bearbeitet. Das Buch kann jedem 3ntereffenten, insbesondere allen in den kommunalen Verwaltungen tätigen Personen und allen Verwaltungsbehörden empfohlen werden.

Stätten deutscher Arbeit. Unter diesem Titel sind im Widder-Verlag, Ber­lin SW 68, interessante Bücher über die Zeche Rheinpreußen und de Deutsche Luft- Hansa ersch enen, d e Dieifeitigen Ausschluß über diese Betriebe geben. Die reich illustrierten Bücher seien den 3ntereffenten bestens emp­fohlen. (196.)

Spuren desLichts Gedichte von Franz Lüdtke. (Verlag von Hch. Wilh. Hendriock, Berlin-Charlottenburg 2). 559 Ein Gedicht- bändchen voll -wunderbarer Stimmung, feinem Empfinden und reichem Verstehen. Der Dichter hat seinen Lesern viel zu geben, das sie inner­lich bereichert.

Ostmark, ein Ausschnitt aus Deutschlands Städtebau. Herausgegeben vom Deutschen Oft» Hund, bearbeitet von Emanuel Ginschel und Dr. Franz Lüdtke. iDrri-Derlag. Be lin-Ba e-.-f-'. 563 Ein stat liches Werk über die deutsch O - mark! 3n zah.reiu-rn Doetresfiichen v. : lay.n, oie mit Dielen guten und interessanten Bildern illu­striert sind, wird die große Bedeutung der deut­schen Ostmark für unser Volk in Dielfältiger Weise

bargelegt. Dieses Buch ist eine ausgezeichnete gei­stige Drücke zwischen dem Westen und dem Osten, deren Benutzung sehr zu emp.ehlen ist.

Der Heilandsweg des Benedikt Freudlos. Don Franz Lüdtke. (Verlag Don C. F. Amelang in Leipzig). 561. Eine fein­sinnige Erzählung, in der das schwere Problem zweier komplizierter Menschenschicksale und das Ringen um Gott und seine Erkenntnis das Mo- tiD sind. Dem geistig anspruchsDollen Leser fei dies Büchlein angelegentlich empfohlen.

Raven st eins Wanderkarte der Um­gegend von Gießen. Im Verlag von Ludwig Ravenstein in Frankfurt a. M. ist eine neue Aus­gabe dieser Karte, die offizielle Karte des BHC. Gießen, erschienen (Maßstab 1:100 000). Die Mac- kierungsbearbeitung hat der BHC. Gießen durch­geführt. Preis auf Papier in Taschenformat 1,10 Mark, auf Leinwand 3,15 Mark. (215)

Das Gesicht der Westfront. Ein Kr'.egsdokument und Crinnerungsbuch. Don Emst Dollbehr, Kriegsmaler im Großen Hauptquar­tier. Herausgegeben Don Dr. Otto Korfes, At- chiDrat im Reichsarchw unter Mitwirkung Don Kronprinz Wilhelm, Generaloberst von Einem u. a. Mit einem Geleitwort Don Eeneralfeld» marschall Don Hindenburg. Mit 26 Tafeln in Vierfarbendruck und 80 Abbildungen im Text z. T. in Vierfarbendruck. 3n 7 monatlichen Lieferungen zum Preise Don je 4 Mk. nach Abschluß gebunden 32 Mk. Akademische Verlags» gesellschaft Athenaion m. b. H. Potsdam. (229). Von dem hier schon ausführlich angekündigten Lieferungswerk erschienen soeben die Lieferun­gen 2 und 3. Die Generäle von Mudra und Don Einem geben die Erläuterungen zu den außerordentlich plastischen und eindrucksDollen Bildern Vollbehrs Don der Argonnen- und Chompagnefront. 3eder Mitkämpfer des Welt­kriegs wird mit größtem Interesse sich in dies vielsagende -material vertiefen, das Vollbehrs Kunst von chm ausbreitet.

Spielvereinigung Fürth-Wehlar 9:1 (6:0).

Etwa 3500 Besucher fanden sich gestern nach­mittag als Zuschauer im hochgelegenen Stadion, derSpielburg" in Wetzlar ein, um den unter­nehmungslustig vom Sportverein Wetzlar ver­anstalteten Treffen zwischen der Spielvereinigung Fürth und der ersten Mannschaft des Sport­vereins Wehlar beizuwohnen. Die Situation lag klar! Wetzlar mußte das Spiel verlieren! Man gab sich nicht einmal der leisesten Hoffnung auf eine Heberraschung hin. Der Sieg der Fürther stand schon nach den ersten Spielminuten fest. Die Gäste traten erfreulicherweise in stärkster Aufstellung an und stellten mit Wenz: Hagen, Zeis, Kraus, Leinberger, Appis: Wolf, Frank, Franz, Leupold ll.. Full eine Mannschaft, die ihre Position, die sie seit 3ahren in den Ver­bandsspielen, in den Spielen um die Süddeutsche Meisterschaft und um die Deutsche Meisterschaft ohne weiteres glaubhaft werden läßt. Die Für­ther waren unübertrefflich. Selten sieht man bei Mannschaften der heimischen Bezirke (von den maßgebenden Frankfurter Vereinen abgesehen) eine so ausgezeichnete Technik, wie sie den Für­thern zu eigen ist. Das Zuspiel ist minutiös, die Vorlagen wurden mit einer Exaktheit gegeben, hie vieles Laufen überflüssig erscheinen läßt. Die Ballbehandlung ist so universell, daß jedem einzelnen Mann in der Elf kein Ball verloren geht, der ihm zugedacht ist. Die Kombinations­technik, von eitlen sicher beherrscht, ist so vollendet, daß schon darin der Erfolg garantiert liegt. 3eher ist auf feinen Tebenmann eingespielt und Kom­binationen, die man leicht geneigt ist, alsKa- binettsstücke" zu bezeichnen, find Selbstverständ­lichkeiten für die vorzügliche Mannschaft. Die einzelnen Teile der Elf, Stürmer, Läufer, Ver­teidigung sind so von ihren Aufgaben durchdrun­gen und erfüllt, daß es für den Gegner immer schwer sein wird, sich durchzusetzen. Die Zusam­menarbeit der Manr schaftsteile untereinander ist vollendet. Einige überragende Könner (Leinber­ger, Franz, Leupold II.) tragen die Initiative. Lemberger ist der Turm in der Schlacht.

Sie Wetzlarer fhielten in diesem Kamps besser und eifriger als je zuvor. Sie bemühten sich, es den Gästen nach Möglichkeit gleichzutun. Ser ©türm versuchte immer und immer wieder durch» pUbringen, die Brüder Denner arbeiteten in der Verteidigung immer wieder den häufigen An­griffen entgegen. Sie Läuferreihe hielt ausge­zeichnet die Verbindung mit Verteidigung wie aud) mit dem Sturm, sie half oftmals auch in der Verteidigung aus (das war sehr nötig) und war immer bemüht, Angriffe einzuleiten, die oft genug vmn Sturm geschickt ausgenommen, bis vor das Tor der Fürther getragen wurden und auch zu einigen gejährlichen Situationen führten.

Verteidigung der Gäste war aber unüber» nrtKir " a^cr ernsthaften Bemühung (die sk?Irrten sich mit den Leistungen der Kleeblattler) war es anderseits nicht möglich die Erfolge der Gaste zu verhindern. Lediglich die beiden ersten Sore, die auf das Konto des Torwarts gingen, mußten verhindert werden.

Der Spielverlauf sah meist die Gäste in Front das erste Tor fiel in der 10. Minute, das zweite folgte in kurzem Abstand. Der Tormann hatte sich beide Male düpieren lassen. Rachdem die Wetz­larer für kurze Zeit das Spiel verteilter gestalten konnten, fiel das dritte Tor erst in der 35. Minute ter ersten Halbzeit, dann aber folgte ein General­angriff der Fürther, der innerhalb dreier Mi­nuten drei Tore brachte. Mit 6:0 wurden die Seiten gewechselt. Rach anfänglich noch ausge­glichenem Spiel wurden die Wetzlarer mehr und mehr eingeschnürt, noch wehrten sie sich aber tap. fer und konnten einen Durchbruch mit einem Tore dem Ehrentor, abschließen. Der Halbrechte ver­mochte sich vor dem gegnerischen Tor freizuspielen und schoß unbehindert und unhaltbar ein. Dabei blieb es aber auch. In der Folge gaben die Bay­ern wieder den Ton an und erhöhten in regel» maeigen Abständen auf 9:1. Dabei bleibt festzu- halten, daß die Fürther sehr verhalten spielten on^L.erließen, daß sie noch ganz anderer Leistungen fähig sind. Immerhin hat sich die Mannschaft des Sportvereins Wetzlar ehrenvoll geschlagen. Der Schiedsrichter trat wenig in Er­

scheinung. Er amtierte vollkommen korrekt und gab keinerlei Anlaß zur Unzufriedenheit. Die Mann­schaften machten es ihm außerdem sehr leicht. Es wurde sehr fair gespielt. Die Zuschauer waren mit dem gebotenen Sport zufrieden.

Das neue Turnjahr OT. beginnt.

Das neue Turnjahr, für das Gauoberturnwart Wilh. Will (Gießen) einen Hebungsplan mit stofflicher und zeitlicher Gliederung an sämtliche Ausbildungs- und Verwaltungsstellen des Hesfen- gaues gegeben hat, wurde am Sonntag zu Gie- ßen durch die erste planmäßige Gauvorturner- ftunde eingeleitet. Reben einer eingehenden An­leitung für schwierigere Wertungsfragen beim Ge­räteturnen standen im Mittelpunkt der Ausbil­dungsarbeit auf dem Tnrnboden, an der fämtliche Dezirksturnwarte und die Mehrzahl der Gau- fachwarle teilrahmcn. d.e allgemeinen Freiübungen für das Deutsche Turnfest zu Suttgart, die, nun­mehr auch für die ©auDeranftaltungcn übernom­men, in der Folge durch die Bezirksvorturnerstun- den an alle Gauvereine herangebracht werden. Die Hebungen sind auf der Grundlage neuzeit­licher Entwicklung der Körper- und Bewegungs- schule in wirksamen Formen aufgebaut und wer­den mit ihren neun Gruppenbildern bei sechs ver­schiedenen Rhythmen einer besonderen Musik Le­ben und Abwechslung in das weite Hebungsfeld der Massen hineintragen, während Musik und ge­meinsamer Gesang der Schlußsätze des Deutsch­landliedes und des Riederländifchen Dankgebets in Verbindung mit entsprechenden Ausdrucks­bewegungen und -Haltungen sich zu einem feier­lichen Schlußchor der Turnerschaft steigern.

In der Rachmittagssitzung ergaben sich aus einem kritischen Rückblick auf die verschiedenen Gau-We11kämpfe wertvolle Anregungen für das neue Turnjahr sowie dankbare Anerkennung der wirksamen Unterstützung in den diesjährigen Wett­kampf-Städten Gießen, Bad-Tauheim und Lau- bach. Vorbehaltlich der Genehmigung durch den Oauturntag im Frühjahr fällt das Gauturnfest mit Fechten auf den 2. Juli, das Gauvolkstur- nen auf den 13. August (die Orte sind noch nicht bestimmt), ferner das Gau wettschwimm en Kum 16. Juli nach Grünberg, das Gau» f rauenturnen zum 27. August nach Heu­chelheim bei Gießen. Sie Bezirke müssen ihre Winter-Gerätewettkämpfe, deren Pflichtübungen der Dezirksturnwart Paul Schüler (Wetzlar) und der Gaumännerturnwart Martin Textor (Marburg) auswählen, bis zum 26. März, und die volkstümlichen Dezirksfeste bis zum 11. Juni burd;geführt haben. Sie Tezirksfachwarle wer­den Don den Fachabteilungen vorgeschlogen, aber Don der DezirksDorturnerschaft gewählt. Unfall- fragen führen bei Rückständen in den Verbands­beiträgen zu kostspieligen Weiterungen für den einzelnen Turner bzw. seinen Dereinsoorstand. Für d.e Aufnahme des Wehr- und Geländespor- tes der bem.djen Jugend werden demnächst Richt- linien Don der Kreisleitung erwartet. Mit ge­wohnter Frische leitete ©auoberturntoart Will t>ie Hebungen und Beratungen und schloß mit einer Ehrung für Paul Schüler (Wetzlar) und August Bastian (Alssfeld), die ihm nunmehr 25 Jahre als erste Dezirksturnwarte treubewährte Tutarueiter waren.

Schalle 04 siegt in Magdeburg

gegen eine Städlemannschafl 8:0 (3:0).

t M)en 8:0-Sieg errang der westdeutsche Fußballmeister Schalke 04 am Buß- und Bettag gegen eine Magdeburger Städtemannschaft. Die Mnappen waren den Magdeburgern jederzeit überlegen und begeisterten die 8000 Zuschauer durch ein äußerst effektvolles Spiel. Die Tore erzielten StU3orra (drei), Röthardt (drei) und Tibulski (zwei).

Kreuzeck-Abfahrt verbessert.

Die Skiabfahrten vom Kreryeck bei Garmisch» nw n Jin^ stark oetbeffert worden. Besonders auf der ©.recke zur Talstation wur­den d e verschiedenen Teile so hergerichtet, daß sie ohne Bedenken zügig durchfahren werden femnen. 3m kommenden Winter beabsichtigt der § to ? auf der Strecke Kreuzeckhaus

Talstatwn (ca. ICO Meter Höhenunterschied) A^ordprufungsn abzuhalten. Diese Rennen

Ernrichlung in das ttintet» sportliche Programm von Garmisch übernommen 1

werden und alle 14 Tage wiederholt werden. Es wird also erstmals in Deutschland eine in der Schweiz schon seit Jahren beliebte Ge­pflogenheit eingeführt.

Handball im Gau Hessen (D.T.)

Lang-Göns I Lbers-Göns I 8:5 (2:5).

Beide Mannschaften lieferten sich am Sonn­tag einen spannenden Kampf. Die Einheimischen, die in der 1. Halbzeit nur mit 10 Mann spie» ten, mußten s.ch sehr anstrengen. Lang-Göns hatte Anstoß und der Hüter der Gäste bekam sofort zu tun. Es folgte nun verteiltes Feldspiel, bei dem die Gäste in Führung gingen, doch fiel kurz darauf der Ausgleich. Bei Halbzeit stand das Sp el 3: 2 für die Oäft:. Rach Ha bzeit spielten die Platzvesitzer mit 11 Mann, trotzdem konnten die Gäste noch zwei weitere Tore Dorlegen. 3m wei» teren Verlauf erhielt die Platzmannschaft einige Strafstöße zugesprochen, die unhaltbar verwan­delt wurden. Kurz vor Schluß gelang es Lang- Göns, durch drei weitere, gut placierte (Bälle den Sieg an sich zu reißen. Vorher spielten die 2. Mannschaften beider Vereine 3:1 (0:1).

Aus <vm Gau GreßenWetziar.

Geilshausen I (Brünberg I 8:3 (3:2).

Am Sonntag konnte sich Geilshausen für die im Vorspiel erlittene 3:l=TieberIage revan» ch «ren, indem es die Gäste, trotz ihrer stärk­sten Aufstellung, mit 8:3 Toren abfertigte. Spv. 28 Geilshausen steht nun mit 9:3 Punkten an der Spitze der Tabelle. Geilshausen hat Platzwahl und wählt den Wind zum Bundes­genossen. Der Plahverein legt sofort mächtig los, konnte aber, von Schuhpech verfolgt, bis Hachzert nur eine knappe 3:2»Füyrung erreichen. Kurz nach der Pause kam Grünberg zum AuLg.eich. Aber nun eröffnete Geilshausen, trotz des hef­tigen Gegenwindes, den Torreigen und in glei- chrn Abständen erzielte der Gastgeber bei stän­diger Heberlegenheit noch 5 Treffer. Leider mußte der Schiedsrichter noch kurz vor Schluß einen Sturmer der Gäste des Platzes verweisen. Eins stattliche Zuschauermenge wohnte dem Spiele bei. Hohmann, Gießen, leitete einwandfrei.

Kurze Gportuotizen

Emil H i r s ch f e l d, der deutsche Kugelstoßer, wird sich demnächst in Königsberg verheiraten. Ebenso werden die Tennisspielerin Paula von Reznicek und der Automobilrennfahrer Hans Stuck in Kürze Hochzeit halten.

Drei süddeutsche Fußballmannschaf­ten weilten am Bußtag auf Reisen. Der 1. FC. Nürnberg siegte über den Dresdner SC. mit 1:0, die Spvg. Fürth schlug den FSB. Wetzlar 9:1, und der FSB. Frankfurt trennte sich von Schwarzweiß Essen 1:1.

*

Der 36. Städtekampf Hamburg-B er- fin im Fußball wurde am Bußtag in Hamburg ausgetragen. Er endete mit einem überraschend glatten Siege der Hansestädter mit 6:2 (2:1).

*

3 m Kunstturnkampf zwischen Hamburg, Berlin und Leipzig, der am Mittwoch zum 24. Male ausgetragen wurde, siegten die Hamburger mit 2494 Punkten vor Leipzig (2460) und Berlin (2418 Punkte).

E in Rekordergebnis von 4 0:0 gab es in einem Fußballspiel zwischen zwei dänischen Mannschaften in Aarhus.

*

Auch der letzte Klubkampf des deutschen Mannschaftsmeisters der Amateurboxer, Pun­ch i n g (Magdeburg), auf seiner Westdeutschland- reife ging verloren. Düsseldorf gewann den Kampf mit 10:6.

*

Europas Leichtathletik-Führer treten im Dezember in Budapest zusammen, um die Mög­lichkeiten der Schaffung von Europameisterschaften, die in letzter Zeit angeregt wurden, zu beraten.

*

3 m Haag ist jetzt Tilden eingetroffen. Er schlug am Mittwoch mit Mühe den deutschen Meister Hans Nüßlein 5:7, 6:3, 9:7, während Najuch den 5)0.- länder Godread 6:2, 6:1 besiegte.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Der Ausbau des warlweges.

In der Dergangenen Woche erschien an dieser Stelle eine sehr berechtigte Klage übet die äußerst schlechten Wegeverhältnisse an dem unauggebau­ten Teil des Wartweges. Als Interessent, bet fast täglich am Wartweg zu tun hat und sich mit Gefährt durch die zur Zeit wirklich unpassierbare Strecke hindurcharbeiten muß, kann ich dem Ein­sender in allen Teilen nur beipflichten.

Straßenbau kostet aber in dieser wirtschaftlichen Totzeit und trotz gesunkener Löhne immer noch viel Geld, und es ist einleuchtend, daß sowohl die Stadt, die für einen ordnungsmäßigen Zustand verantwortlich und für eventuelle Unfälle haft­bar ist, wie auch die Anlieger die enormen Kosten zur Zeit sicher nicht au!bringen können, selbst wenn der völlige Ausbau unter Heranziehung von staat­lichen Beihilfen erfolgt.

Anliegern wie Passanten kann aber die Be­nutzung der recht belebten und von Spaziergängern vorzugsweise benutzten Straße in der jetzigen trost­losen Verfassung schon wegen der früher geschil­derten Verkehrsunsicherheit nicht mehr länger zu- gemutet werden. Schnelle Abhilfe ist dringend erforderlich. Es würde für Jahre genügen, wenn der vorhandene Straßenteil mit Packlage und Schotter, eventuell älteren Materials, ordentlich un^ fahrbar gemacht und ein mindestens 1,30 Meter breiter Fußweg auf der linken Seite angelegt würde. Einmal würde damit die jetzige, sehr ungünstige Passage über den Aulweg Der» beifert, und ferner könnte später der weitere Aus­bau nebst Kanalverlegung auf dem projektierten, aber noch zu erwerbenden Gelände unbehindert totgenommen toerben! Somit wäre dem dringend- sten Bedürfnis ohne große Kosten abgeholfen. Kranke und Genesende der Kliniken hätten auch bet nicht besonders guter Witterung Gelegenheit, ' > ^rholungsspaziergänge bis zum Walde aus­zudehnen und wären nicht mehr allein auf die gc- lunbbeitlid; in nicht günstiger Verfassung befind- l^che Frankfurter Straße angewiesen.

Es würde mich freuen, wenn dieser Anregung bald ein sichtbarer Erfolg beschießen sei. s.