Aus der Provinzialhaupistadt
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in unsere Konz«rtveranstalttmgen. damit jedes Schärflein mitdienen kann, unsere Konzerte Durch- zuführen!"
Schlachtfeld Verdun in Bild und Relief.
Kriegsteilnehmer, insbesondere Kämpfer von Verdun, dürften wohl nicht versäumen, sich in den nächsten Tagen eine Ausstellung von Bildern und des großen Reliefs anzusehen, die in diesen Tagen im „Einhorn" gezeigt wird und in eindrucksvoller Weise, in übersichtlicher Form das Kampfgelände um Drrdun veranschaulicht. Die Aufmerksamkeit wird man zunächst dem großen Relieföild zuwenden, das in der Witte des Raumes aufgebaut wurde und das Verdun und die umliegenden Höhenzüge. Täler, Wälder, Forts, Straßen, Eisenbahnlinien, sehr realistisch
dargeftellt, wiedcrgibt. Das Relief wurde von Kriegsteilnehmern nach den Generalstabskarten sehr sorgfält g anzefertigt. Wesentlich ist ferner, daß cs sich bei dem in dieser Ausstellung gezeigten Vildmaterial ausschließlich um amtliches Material aus dem Deutschen Reichsarchiv und aus den Archiven der En.ente handelt, in dem nichts hinzugetan, nichts hinweggelassen oder retuschiert ist.
In einem kurzen Vortrag konnte man gestern vormittag durch den Leiter der Schau, Ober- Inspe.tor Wolf von der bayerischen Geschäftsstelle des Rational-Archivs Derlin, eine knappe Darstellung der Kämpfe um Verdun in ihren hauptsächlichsten Aktionen hören. Der Redner schilderte insbesondere die gesamte Festungsanlage, die für Frankreich deshalb so bedeutsam wurde, weil sie den Schlüssel zu Paris darstellte. 18 Forts und 70 Befestigungen. Vorwerke u,w. umgaben Stadt und Zitadelle Verdun, die un- einnehmbar sein mußten, wenn Frankreich dre Hauptstadt schützen wollte. Bekannte Ramen. wie Höhe 304, Toter Mann. Kalte Erde, Thiau- mvi t Doucumv it. Vaux klingen auf und rufen in den alten Soldaten Erinnerungen wach an unendliche Strapazen, an Kämpfe, an all die Leiden und Schrecken des Krieges um dic.e Festung, um die das gigantischste Ringen, das je die Weltgeschichte sah. geführt wurde. Man hörte von Fleury, das mit 110 000 Granaten
Oer gelüftete Schleier
Türkische Frauen - gestern, heute und morgen.
Runbgebun> her w \u
Hausfrauen! Denkt an die psunösptnde der Frauen-Wrnterhilfe! Lebensmittelspenden aller Art
Tüten oder Päckchen im Gewicht von 1 Pfund werden zur Unterstützung von hilfsbedürftigen Familien erbeten.
Annahmesteile der Spenden:
Alte Klinik, parterre rechts, Montags, Mittwochs und Freitags, von 9 bis 12 Uhr.
In dieser Woche ist besonders Grieß erwünscht.
zember geöffnet.
Grenzlandabend im OHV.
Der zweite Grenzlan'oabend im Rahmen des Winterbildungsplans der Ortsgruppe Gießen mt Deut'chnatio-a'en Hand'.ung:g:h.lfcn°D-rband fand im vollbesetzten Saale des Tcrbandsh: ms statt. Studienrat Dr. König- Gießen sprach über „Das deutsche Südtirol".
Der Redner gab zunächst einen Heberb.-.ct uder die geographische Lage Tirols und über die Au'° teilung des tiroler Volksbodens. Rord- und Südtirol seien unbestreitbar deutscher Volksboden. während Welsch^irol italienischer Volksboden sei. Deutschem und italienischer Vollsboden werden scharf durch die Salurncr Klause ab- acgrenzt, dort müsse auch von rechlswegen Die politische Grenze verlaufen, während sie heute über den deutschen Brenner geht. Damit ist das rein deutsche Südtirol unter italienische Fr:md- Herrschaft gekommen. Das Tiroler Volk fei von starkem Selbstbewußtsein und blicke auf eine lange Geschichte zurück. Wohl keine Minderheit -leide so schwer unter der Fremdherrschaft und habe auch so große Leiden zu ertragen, wie die südtiroler Minderheit unter italienischer Herrschaft. Italien habe im Fricdensvertrag von S-t Germain den Südtirolern völlige Kultur- und Sprachfreiheit zugesichert. Doch dieses Versprechen sei nicht lange gehalten worden. Immer mehr und teilweise mit brutalen Mitteln habe man das Recht der Südtiroler auf freie Entfaltung ihres Vol.slums ein. eschränlt. LiePo'.itik Italiens g'he dahin, alle kulturellen und auch wirtschaftlichen Bindungen, die zwischen Südtirol und dem Wu-tterlande bestehen, zu zerstören. Diese Zer° störungspolitik sei bereits soweit gediehen, daß es heute in ganz Südtirol keine Schule mehr gebe, in der Deutsch gelehrt werde. Deutsche Privat - schulen, sowie jeglicher deutsche Hausunterricht 'ei bei strenger Strafe untersagt, selbst in den Kindergärten dürfe nicht deutsch gesprochen wer-
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Beljasi arch W pn btn »vuch bts «. Die Polizei ent» einer Strohe wurde leruntcrgeholt olizei verhastele zwei itjen beteiligt hatten, sind umfaffenbe. > n getroffen worden, t auch eine besondere Sicherheitsgarde auf« i Belfast herrschenden 27 Prozent der ur- । - ist auf Wunsch ung der Stadt nut . unterblieben.
(bis Ende Dezember) ausgestellt werden sollen, ist dies in den Anträgen besonders zu vermerken.
Di« Ausstellung der Gewerbe- Legitimationskarten für 1 9 3 3. In einer Bekanntmachung des Kreisamts im neuesten Amtsverkündigungsblatt wird an die rechtzeitige Einreichung der Anträge auf Erteilung der Ge- werbr-Legitimationskarten für das Kalenderjahr 1933 erinnert Anträge sind in Gießen beim Polizeiamt, in den Landgemeinden bei den Bürgermeistereien zu stellen. Ausdrücklich wird Darauf hingewiesen, daß allein die Anmeldung des Gewerbes beim Finanzamt nicht genügt, um eine Legitimationstarte zu erhallen. Umgehende Antragstellung ist dringend erforderlich.
•* Jahreshauptversammlung des RadclubS .Germania". Der Radclub „Germania" hielt dieser Tage im Klublotal seine diesjährige Hauptversammlung ab. Dem Bericht des 1. Vorsitzenden Ehr. Pfund, sowie den Ans- führungen der Fachwarte war zu entnehmen, daß auch im rückliegenden Iahre, ganz besonders in sportlicher Hinsicht viel erfolgreiche Arbeit geleistet wurde. Die Erfolge der Sportler und der Verlauf der internen Veranstaltungen legten Zeugnis für ernste Arbeit ab und lassen für die Zukunft weitere Erfolge erhoffen. Daß der Verein auch in finanzieller Hinsicht gefestigt Dasteht, bewies der Bericht des Zahlmeisters. Die Vorstandswahl zeitigte folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender Ehr. Pfund, 2. Vorsitzender K. Stommel, Zahlmeister L. R o h d e. Schriftführer Fr.Linker, Zeugwart L. V o l a, Räderwart H. Stommel, Saalfahrwart K. Stommel, Rennfah.wart L.Schlund, Wan- derfahrwart K. Käs, 'Beisitzer Hans G a u b. Ein besonderes Augenmerk wird auf die Heranbildung der Iugend gelegt und diese von den - einzelnen Fachwarten betreut. Auf Vorstandsantrag wurde zwei verdienten Förderern des Vereins einstimmig die Ehrenmitgliedschaft des Vereins verliehen. Ein Antrag aus Satzungsänderung, wonach künftighin dem Verein auch Jugendliche unter 14 Jahren als Mitglieder angehören können, fand einstimmige Annahme. Es wurde eine Schülerabteilung ins Leben gerufen, in welcher sich schon heute unter Leitung von K. Stommel zwölf Schüler dem naalsport widmen. Die Abhaltung eines Radballturniers am 3. Dezember wurde gutgeheißen.
Grünkreuzmun'.tion dem Erdboden g.e.chgemacht wurde von den Phantast.scheu Zahlen des Materialverbrauchs in den Tromme.feuira auf den Toten Mann und auf Höhe 304, der Redner sprach von dem überraschenden Vorgehen der Beulchen auf Fort Douaumont und Denen Erstürmung, dann von Der Offens.ve, D.e neun Tage später als zuerst vorgesehen, am 21. Februar begann und mit einem Fehlschlag endete weil die Franzosen Kunde davon hatten und unheimliche Verstärkungen nach Verdun transportiert hatten. Der Generalangriff wurde abgeschlagen. Roch vie.e andere Einzelheiten dieser Schlacht und des ferneren R rg:.is um Verdun ließ der Vortragende durch sein. Worte leoendig werden und er gab dadurch in Verbindung mU dem Relief und Den vielen Bildern einen um- fassenden Ueberblick übe. diese Kampfhandlungen.
Das Bildmater'al, das von amtlichen Stellen, insbesondere im Auftrage der Obersten Heeresleitung ausgenommen wurde, gibt viele charakteristische Szenen wieder- Man sieht Sturmangriffe, Tanlangriffe, Artillerie in Stellung (u. a. auch das Ferngeschütz, das Par.s beschossen hatte), zerschossene Dörfer, Truppen auf dem Vormarsch, im Biwak, Verwundete Gefallene, Gefangene auf dem Transport hinter die deutsche Front, Granateinfchläge, Munitionsdepots, verdeckte Artilleriestellungen und vieles andere mehr. Truppen in Schühengraoen. in Granattrichtern, Maschinengewehrnest r. Minen- werfer in Stellung usw- — das alles photographiert aus der Kampfhandlung heraus und dadurch von eindringlichster Änmittelbarleit. Sie Bilder sind zum größten Teil technisch vorzüglich. so daß man auch in den Einzelheiten Den Krieg illustriert sicht und erkennen kann, welche ungeheuren St apazen, welch außerordentl:ch physischen und psychischen Leistungen von unseren Soldaten vollbracht werden mußten. Flugzeugaufnahmen des Kampfgeländes. aus großen Höhen ausgenommen, lassen das Schlachtfeld vor und nach Den KampfhanDlungen ernennen.
Die Aufstellung, Die sicherlich dem Interesse bre br Kre se begegnen wird, ist bis zum 4. De°
Schöffengericht Gießen.
* Gießen, 16.Rov. Ein Flugzeugführer hatte am 16. September 1932 in Frankfurt a. M. die amtliche Prüfung als Kraftwagenführer bestanden. Ohne im Besitze des Führerscheins zu sein, wollte' er nachts mit einem Freunde in seinem Auto von dort nach Gießen zurückkehren. Dor Lang-Göns kam er in dichten Rebel und fuhr einen Daum an, so daß der Mitfahrer heraus- aeschleudert wurde und alsbald tot war. In der heutigen Hauptverhandlung konnte eine Fahrlässigkeit des Angeklagten nicht festgestellt werden. Insbesondere war seine Behauptung, plötzlich austretende dicke Rebelschwaden hätten ihn veranlaßt, seine nicht zu hohe Geschwindigkeit noch zu DermlnDem und dabei müsse sein Wagen auf dem nalfen, glatten Pflaster ins Schleudern gekommen sein, nicht zu widerlegen. Er wurde deshalb wegen fahrlässiger Tötung frei gesprochen, wegen Fahrens ohne Führerschein zu einer angemessenen Geld st rase verurteilt
Ein Metzger aus der Alsfelder Gegend hatte für einen Landwirt ein Kalb in Frankfurt verkauft auf der ihm erteilten Abrechnung Den Kaufpreis von 40 in 35 Pf. geändert und diele dann dem Landwirt vorgelegt, wobei er den so verringerten Preis ablieferte. Wegen schwerer Urkundenfälschung erhielt er eine Woche Gefängnis. -r
Ein auswärtiger Gärtner hatte im April 1931 auf einem Wechsel das Akzept feines Bruders gefälscht und den Wechsel sich alsdann bei der
den. Ausgenommen sei lediglich die Kirche, obgleich cs auch hier nicht an Versuchen gefehlt habe, die deutsche Sprache zu unterbinden. Obwohl die Bevölkerung Südtirols nahezu 100 Prozent deutsch und nur der deutschen Sprache mächtig sei, gelte italienisch als alleinige Amts- und Gerichtssprache. Sämtliche Aufschriften, die nach außen hin sichtbar werden, dürften nur in italienisch arge bracht werden, selbst die Grab- schri'ten dürften nicht mehr deutsch gefaßt fein. Irgendwelche deutschen Vereinigungen dürsten nicht mehr bestehen, ein Selbstverwa-ltungsrecht der Südtiroler gebe es n.cht. Leide aber auch das Südtiroler Volk unter den schwersten Bedrückungen, so habe es Italien bisher nicht vermocht, die Südtiroler Italien näherzubringen. Im Gegenteil, die selbstbewußte Art des Südtirolers und seine starte Verbundenheit mit seinem Volkstum ließen es nie zu, daß eine Verschmelzung mit dem italienischen Volkstum em- trete. Die Südtirol durch Italien zuteil gewordene Behandlung habe bewirkt, daß die Kluft zwischen dem italienischen Staat und den Südtirolern unüberbrückbar geworden sei. Zum Schluß trug Der Red vier einige von Südtirolern verfaßte Gedichte vor, aus Denen in ergreifender Weise die starke Sehnsucht zur deutschen Heimat sprach.
Starker Beifall und Worte des Vertrauensmanns Schwarz dankten dem Redner für feine vortrefflichen Ausführungen.
Taten für Donnerstag, 17. November.
1624: Der Mystiker und Theosoph Iakob Böhme in Görlitz gestorben: — 1796: Katharina II., Kaiserin von Rußland, gestorben; — 1930: die Schriftstellerin Käthe Schirmacher in Meran gestorben.
Bornotizcn.
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Als 7. Vorstellung im Freitag-Abonnement findet morgen eine Wiederholung der Komödie „Sechs Personen suchen einen Autor", von Pirandello, unter der Spielleitung von Oberspielleiter Peter F a s s o t t statt. Besetzung wie bei der Erstaufführung. Gewöhnliche Preise. Spieldauer von 20 bis 22 ülhr. Als nächste Erstaufführung sieht der Spielplan für den Totensonntag eine Aufführung des Schauspiels „Lieber die Kraft" von Björnsterne Björn- scn vor. Spiclleütirnz dieser Ausführung hat Wolfgang Kühne. Gewöhnliche Preise. Beginn 18.30 LIHr.
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2 ^r<mz ^et te?*Mäu-burg: 40 Paar wollene Kinderstrümpfe.
- Verein der Schuhhändler von Gießen und Umgebung e. V., Dießen: Gin Posten Schuhwaren.
Oberftudienrat Mickel, Marburger Straße: , 2 Zentner Kartoffeln.
Geschwister Student: 2 Paar Damen- ' Schlupfhosen, 2 Paar Kinder-Schlupshosen 3 i Paar Kinderstrümpfe, 1 Kinder-Hemdhose, 1 Kinderkleidchen. 3 Kinder-Mühchen.
Weitere Spenden sind dringend erforderlich und werden jederzeit mit Dank angenommen.
Bei den Knöpfen fängt es an!
„Was liegt schon daran, wenn ich beim Einkauf meiner Knöpfe nicht danach frage, ob es de.ufch: oder ausländische sind?" So wird manche Hcussrau denken, wenn sie ihren Bedarf an Knöpfen eindeckt. Hört sie aber, daß im Iahre 1931 etwa 4,5 Millia rden Knöpfe aus demAusland eingesührt wurden, so w.rd sie leicht erkennen, daß auch beim Einkauf d^ Knöpfe keine Gedankenlosigkeit walten darf. Diese 4 5 Milliarden eingeführten Knöpfe haben dazu ae'ührt, daß de ehemals blühendeS ch m o 11- net Knopfindustrie In Thüringen jetzt nahezuvor dem Ruin steht. Bei einer Einwohnerzahl von 13 300 müssen heu-'.e in Schmölln 5360 Arbeiter — ohne die große Zahl Der Umgebung dieses thüringischen Städtchens- au5 öffentlichen Mitteln erhalten werden. Vor und während des Krieges gehörte dieser Platz zu den Industrien, die die deutsche Qualitätsarbeit hinaus in alle Welt trugen. Richt allein das Ausland, vor allem auch die deutsche Bekleidungsindustrie mit ihren zahlreichen Kleiderfabriken, nicht zuletzt aber die deutschen Schnei- dermeistrr haben fast ausschließlich den Schmöllner Knops verarbeitet. Der Rus und die Bedeu- hung dieser ehemals blühenden Industrie gehl daraus hervor, daß das Ausland sch fast ausnahmslos Schmöllner Arbeiter und Ma'chinen zum AuVau der eigenen Knopfindustrie her angeholt hat. Und auch hier ist es wie bei vielen anderen Industrien geworden: nachdem das Aus- land mit Unterstützung deutscher Fachleute eine eigene Industrie au'gebaut halte, führte es einen rücksichtslosen Dreiskampf durch Ueberschwem- inung der deutschen Märkte mit seinen Erzeugnissen. Die schwierige, geradezu verzweifelte Lage der Schmöllner Knopfindustrie ist ein Beweis dafür, wie selbst ein Knopf, der aus dem Arland bezogen wird, viele Menschen brotlos macht.
Notruf des Gießener Konzertvere ns.
Vom Gießener K o nz er t v e re in wird uns geschrieben:
„Zu der letzten Rotiz über das Symphonie- konze-rt am heutigen Donnerstag ist noch nach- zulragen, daß an Stelle der abgesehten Oiwer- türe von Arnold Mendelssohn die Mansred- Ouüertüre von Schumann gespielt werden wird, so daß also das Konzert von den Ramen Schumann, Haydn und Brahms actragen werden wird. Hierzu noch eine ernste, warnende Bitte: Bisher ist die Kartennachsrage nach dem ersten Konzert eine auffallend geringe gewesen: möge jeder, der unfern Konzerten fern- bleiben will, bedenken, daß die hohen Kosten für die Konzerte allein und ausschließlich aus den Beiträgen für die Abonnements und die Eintrittskarten bestritten werden können! Ist der Besuch der Konzerte schlecht, schlechter noch als im Verjähr, so ist es vollkommen ausge- schlossen, das Winterprogramm durchzufuhren und die weiteren angezeigten Konzerte abzuhalten! Rach 140 Iahren einer ruhmvollen Vergangenheit müßte der Kon- zcrtverein, der alljährlich eine für die kleine Universitätsstadt ungewöhnliche Zahl bekanntester und hervorragendster Künstlernamen bringen durste, seine Pforten schließen und uns allen ginge ein hohes Kulturgut verloren! Es ergeht daher in letzter Minute an alle die dringende Ditte: Helft uns unsere Konzerte zu erhalten, tragt mit dazu bei, daß uns nicht verloren geht, was sich in 140 Iahren immer weiter und schöner entwickelt hat, kommt
G i e ß e n, den 17. Rovember 1932.
Spenden für dieGießenerWmiernothilfe
Bon der Geschäftsstelle der Gießener Wlnternothilfe 1 932/33 werden unS fol- genbe Sachspenden, die neuerdings zur Hilfeleistung für bedürftige Familien eingegangen find, nUJ}etr m anns L Froitzheim : 2 UntOTröde, 3 Alnterjaden (für Herren), 3Unterhosen, 2 Her- renhemden, 3 Schlüpfer. 1 Kinderschurzchen, 2 SpielhöSchen, 2 Paar Herrenfocken. 2 Paar Da- menstrümpse. 11 Paar Füßlinge 4 Paar Damenhandschuhe, 2 Paar Kinderhandschuhe.
T heodorLoo - , Marktplatz : 3 ^men- Unterhosen, 3 Einsayhemden, 6 Schlüpfer, 8 Paar Strümpfe, 4 Reste Kleiderstoff. .
MeyerhoffLGoSlar: 2 Mäntel, 3 Klei. Der, 10 Meter schwarzer Wollstoff, 15 Meter Leinen. «. .. - o K
Gebrüder Stamm: 2 Anzuge, 2 Loden- mäntel, 1 Gummimantel, 3 Sportjacken, 5 Ioppen und 6 Windjacken. £ , .
Karl Zwangs Reustadt: 6 Meter kariert gcmdenflanell, 2 Damen-S ch lupf Hosen 1 Damen- berrod 1 Herren-Gummimantel. 1 Manchester- Hofe, 1 Herrenhemd, 1 Herrenweste 1 Kinder- weste, 3 Leib» und Seelböschen, 1 Pullover.
I. Schmücker Rach folger 6 wollene Bettücher 4 wollene Unterröcke. 5 weiße Knaben- Hemden. 3 Frauenschürzen, 12 Paar Schlups Hosen, 3 Kinderkleider, 5 Hauslleider, 1 Kinderiäckchen, 12 Paar Kinderstrümpfe. 12 Paar Fraue. st.u.npfe^ 4 Windjacken, 3 Strickkleider, 60 Meter Flanell und Kleiderstoffe, 1 Herven-Lodenmantel und
** Universitäts-Gottesdienst. Am Sonntag, 20. November, 11.15 Uhr. findet in Der Neuen Aula ein Universitäts-Gottesdienst statt. Die Predigt hält Herr Professor Dr. B o r n k a m m.
*• Iustizpersonalie. Oberlandesgerichts- rat Gaus in Darmstadt wurde für die Dauer des zur Zeit von ihm bekleideten Amtes mit Wirkung vom 1. Rovember 1932 ab zum Mitglied des Verwaltungsgerichtshoses ernannt.
•* Der Wandergewerbesch ein für 19 33. Das Polizeiamt Gießen und die (Bürger- meiftereien der Landgemeinden des Kreises werden in einer Bekanntmachung des Kreisamts im neuesten Amtsverkündigungsblatt angehalten, alle WanDergewerbetreibenden, die den Gewerbebetrieb im Hmherziehen im Iahre 1933 fortzusehen beabsichtigen. Darauf aufmerksam zu wachen, daß die Anträge auf Erteilung eines Wandergewerbe- scheines so rechtzeitig zu stellen sind, daß die Ge- toerbetreibenDen bis zum Anfang des kommenden Iahres im Besitz des Scheines sein können. Die ausgefertigten Wandergewerbescheine werden vom Kreisamt unmittelbar an die zuständigen Finanzämter abgegeben und nach Verwendung des gesetzlichen Urkundenstempels und nach Regelung Der WanDergewerbestellerfrage ausgehändigt. Die Wandergewcrbescheine müssen also beim Finanzamt abgcholt werden. Das persönliche Er- scheinen beim Kreisamt ist zwecklos. Falls Wan- Dergewerbescheine nur noch für das laufende Iahr
Haupterfordernis für Den Mann war, daß er gut aussah: er lebte Dann im Hause seines Schwiegervaters, Dessen Einfluß ihm sein Fortkommen sichern mußte. Starb Der mächtige Schwiegervater, so verlieh Der junge Ehemann häufig seine Frau. Der Sohn eines Paschas hatte es nicht nötig, eine ebenbürtige Gattin zu nehmen, sondern er, kaufte sich schöne Zirkasfierinnen aus Dem Sklaven markt, und wenn eine solche .Halaik" ihm ein Kind gebar, Dann stieg sie zum Rang einer .Odalik" auf unb trat in die Reihe seiner Frauen ein. Die natürliche Folge Dieser Sitten war es, daß kaum ein Familienleben vorhanden war. Die Frauen hatten keine Rechte und verbrachten ih^ Leben unter ewigen Intrigen.
Mit Der Errichtung Der türkischen Republik wurde der Schleier abgeschafft: mit ihm fiel die alte Vielweiberei und Die Rechtlosigkeit der Frau. Heirat und Scheidung wurden nach Gesetzen geregelt, die man Denen der hochzivilisierten Volker nachbildete. Die Mädchen Durften ihre AusbilDung auf gleichem Fuß mit Den Knaben erwerben, und der Weg zu allen Berufen stand ihnen offen. Die Frauen haben Stimmrecht bei den Gemeindewahlen und Zollen sie bald auch bei den Parlamentswohlen erhalten. Sie milchten sich unter Die Männer in den Straßen, Restaurants, Kinos und Tanzlokalen: viele arbeiten in Läden und Büros. Diese Eroberung Der Frauenrechte ist von einer Generation vollbracht worden, die noch aus dem Harem stammte und sich erst vom Schleier befreit hatte.
Das junge weibliche Geschlecht, das letzt auiwachst, wirb biele Stellung ganz selbstverständlich einnehmen Das Familienleben gewinnt immer mehr an Macht unb hat einen entscheidenden Einfluß auf die Entwicklung des jungen Geschlechtes. Auf dem Lande freilich ft erben bis alten Bräuche langsamer aus. Der türkische Bauer, ber konservativ ist wie jeber Lanbmann, ist nicht gerabe entzückt darüber, daß die Frau, Die früher ein gutwilliges Arbeitstier war, nun dieselben Rechte beansprucht wie er, daß sie nicht mehr zu Fuß zur Arbeit gehen will, während er stolz auf seinem Esel reitet. Aber die neuen Ideen gewinnen auch unter der Landbevölkerung mehr und mehr an Geltung. Die Aufklärung erfolgt in der Schule, und außerdem ist in jedem Dorf ein „Dolkshaus" eingerichtet worden, in dem beide Geschlechter sich zu gemeinjamejn Unterricht und Vergnügungen vereinen, oo wirb sich also über kurz ober lang auch ber Sauer in bas Unvermeibliche gefügt haben, unb im ganzen Lanbe wirb die Frau dieselben Rechte genießen wie der Mann
„Mein Erfolg ist das Ergebnis der Ideen, biejSic den Frauen unseres Landes eingeslößt hoben!" so telegraphierte die türkische Schönheitskönigin Ke- riman Halis Hanum an den Präsidenten der türkischen Republik, Mustapha Kemal, nachdem sie in Spa in diesem Jahre zur „Miß Universum", ber schönsten Frau ber W e 11, auserkoren worden war. Sie wurde bei ihrer Rückkehr mit Ehrungen begrüßt, wie sie sonst nur einem siegreicyen Feldherrn zuteil werden, denn Die türkischen Frauen erblickten in ihrem Triumph ein Sinnbild ihrer neu e r r ungenen Frei - h e i t und einen Beweis Dafür, daß die Türkei die uralten Vorurteile gegen bas weibliche Geschlecht endgültig abgeworfen hat.
Der gelüftete Schleier, ber ein so schönes, allgemein anerkanntes Antlitz enthüllte, war bamit für immer von ber Türkin genommen. Nicht nur im Reich der Schönheit, sondern auch auf andern Ge- bieien stellt sich die Türkin in die vordersten Reihen der modernen Frauenwelt. Der Beschluß, Frauen in der türkischen Polizei zu verwenden, folgte ihrem Erscheinen als Anwälte vor Gericht unb der Ernennung von Frauen zu Richtern auf dem Fuße. Und dieser Wandel hat sich innerhalb von einem Jahrzehnt vollzogen, hat eine Umwälzung hervorgebracht, die in der Weltgeschichte wohl einzig dasteht. _
Vergegenwärtigen wir uns kurz das Schicksal per Frau in der alten Türkei. Wenn dos junge Mädchen 11 Jahre alt geworden war, dann mußte sie nach einer mehr als oberflächlichen Erziehung ihr Leben lang den Schleier tragen unb bürste sich nur vor andern Frauen, vor ihrem Vater unb ihren Br übern mit unoerhiilltem Gesicht zeigen. War sie nicht eine Bäuerin, die schwer aus dem Feld arbeiten mußte, so oertröbelte sie ihre Zeit m der Dämmerung der Frauengemachs mit Hnaboern non Süßigkeiten, mit allerlei Klatsch unb einem vor- sick-tigen Blick durch die vergitterten Fenster nach den Vorübergehenden. Wenn sie ausging, war sie von andern Krauen ober Eunuchen begleitet; wenn sie reifte, mußte sie in ber Ei'enbahn und auf dem Schiss in vergitterten Sonberabteilen nehmen, die vor jebem neugierigen Blick geschützt waren. Wenn sie mit 15 ober 16 Jahren verheiratet wurde, so bekam sie einen Mann, Den fte nie vorher gesehen, unb ihre Zukunft mar un« ocwiß, beim ihr Mann brauchte nur vor zwei Zeugen zu erklären, daß er sie nicht mehr brauche, unb die Heirat war für ungültig erklärt.
Gewöhnlich heirateten Die Töchter hoher Würdenträger Männer einer tiefer stehenben Klaffe. Das
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