Ausgabe 
17.6.1932 Frühausgabe
 
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Verbots illusorisch zu machen. Wir möchten annehmen, das; die Reichsregierung derartigen Durchkreuzungsversuchen ihrer Politik mit der nötigenEnergieentgegentreten wird. 3ni übrigen warnen wir die betreffenden Länder- rcgierungen, den Bogen der Anterdrückungspolitik gegen die nationale Bewegung zu Überspannen. Er könnte ihnen eines Tages eklig um die Ohren fliegen!"

Die ASDAP. fordert Durchsetzen derRotverordnungmdenLändern

München, 16. Juni. (111.) Zur Aushebung des SA.-Verbotes durch die Reichsregierung bringt die Nationalsozialistische Parteikorrespondenz" einen Artikel, worin der Freude darüber Ausdruck gegeben wird, daß sich die Reichsregierung der Erkenntnis der staatspolitischen Notwendigkeit dieses Schrittes nicht entzogen habe. Aber gerade deshalb sei um so

mehr zu erwarten, daß die zuständigen Reichsstellen nunmehr auch ihre Verordnung im ganzen Reiche mit der gebotenen Tatkraft zur Durchführung bringen. Schon hätten die Regierungen in Bayern, Baden und Preußen er­klärt, ihre bisherigen Bestimmungen aufrecht- zuerhalten. Das sei eine offene Sabotage des Sinnes und Inhalts der erlassenen Reichs- Gesetzesoorschriften, gegen die die NSDAP, ein u n - verzügliches Einschreiten der Reichs­regierung erwarte. Die Disziplin der national­sozialistischen SA.- und SS.-Verbände bie te die absolute Gewähr dafür, daß ihrerseits eine unmittel­bare Gefahr für die öffentliche Sicherheit nirgends bestehe. Die Reichsregierung habe nunmehr zu zei­gen, ob sie gewillt sei, ihren durch die Notverord­nung gegebenen Anweisungen im Reiche Geltung zu verschaffen oder ob sie durch die Hinnahme von offenen Brüskierungen des Reiches durch die Län­der ihre Autorität restlos aufs Spiel setzen wolle.

Widerstände in Süddeuischland.

Baden hält das Uniform« verbot aufrecht.

Mit Rücksicht auf besondere örtliche Verhältnisse."

Karlsruhe, 16.3uni. (SU.) Der badische Staatspräsident Dr. Schmitt erklärte der Presse, er habe in der Unterredung der süddeut­schen Regierungsvertreter mit dem Reichs­präsidenten in Gegenwart des Reichskanz­lers über die Aufhebung desSA. - Ver­bot s u. a. gesagt, die Aufhebung des SA.»Ver­bots schädige das Ansehen des Reichspräsidenten, weil er das Verbot erst vor kurzem erlassen habe. Wenn man in dem SA.-Verbot eine Ein­seitigkeit und deswegen eine Ungerechtigkeit erblicke, so sei das SA-Verbot aus diesem Grunde nicht aufzuheben, sondern auf alle Militär- ähnlichen Verbände auszudehnen. Das badische Staatsministerium lehne einstimmig die Verantwortung für die Ruhe in Baden bei Aufhebung des SA.-Verbotes ab, ti>eil_ Baden fein Militär und auch nicht genügend Polizei habe. Gerade jetzt während der W a h l z e i t dürfe das Verbot er st recht nicht aufgehoben werden.

Auf eine besondere Frage des badischen Staats­präsidenten habe der Reichskanzler erklärt, es sei selbstverständlich, daß, wie auch das Reich entscheide, die Länder nicht gehindert seien, alle diejenigen Maßnahmen zu treffen, die mit Rücksicht auf besondere örtliche Verhältnisse erforderlich feien. Wie nun amtlich mitgeteilt wurde, hat der ba­dische Innenminister mit Rücksicht auf die in Baden gegebenen Verhältnisse entsprechend einer früheren badischen Regelung ein allgemeinesUniformverbot aus­gesprochen. Auch das in Baden bestehende Demonstrationsverbot bleibt durch die Reichsverordnung unberührt. Das Verbot von Geländeübungen ist bis auf weiteres verlängert worden.

Oer Vollzug der Notverordnung in Bayern

Beschränktes Bersammlungsoerbot.

München, 16. Juni. (WTB.) Amtlich wird mitgeteilt: Das am 10. Juli 1931 erlassene und durch Anordnung vom 30. März 1932 bis 30. September 1932 verlängerte Verbot von politischen Versammlungen unter freiem Himmel einschließlich der Aufzüge und Propagandafahrten, gleichviel ob unifor­miert oder nichtuniformiert, bleibt durch die neue Rotverordnung des Reichspräsidenten unbe­rührt. Politische Versammlungen unter freiem Himmel und politische Aufzüge jeder Art sind also nach wie vor verboten. Rach der neuen Rotverordnung werden nunmehr alle Zu­widerhandlungen gegen die auf Artikel 123 Ab­satz II der Reichsverfassung gestützten Anordnun­gen dieser Art und damit auch Zuwiderhandlun­gen gegen das bayerische Aufzugsverbot m i t Gefängnis bestraft. Heber das Tragen

Das Ende eines Wunderkindes.

Ein Rechengenie im Armenhaus.

Im Budapester Armenspital liegt seit einigen Wochen ein Mann, der einstmals die ganze Welt mit seinen Leistungen in Erstaunen versetzte, dessen an Hexerei grenzende Rechenkunststücke als kleiner Knabe Kaiser und Könige bewunderten.

Als sechsjähriger Junge war Moritz Frankl auf der Höhe seines Ruhms, und sein Vater machte mit ihm große Reisen durch die ganze Welt, auf denen er überall seine fabelhafte Begabung unter Beweis stellte. Er war das Muster eines Wunderknaben, ein kleiner, körperlich kümmerlich entwickelter Junge, nut dessen Gesundheit Raubbau getrieben wurde, und der nur dazu da war, seinem Vater Geld einzu­bringen.

Der kleine Frankl löste die unglaublichsten Rechen­aufgaben mit phantastischer Genauigkeit und mit der Schnelligkeit einer Maschine, endlose Zahlenreihen addierte er innerhalb weniger Minuten, Multiplika­tionen und Additionen, bei denen die meisten ande­ren Rechenkünstler versagten, machten ihm ebenfalls keinerlei Schwierigkeiten. Eine, Zeitlang glaubte man, daß der kleine Frankl Helfershelfer haben miißte, bis einige Kapazitäten sich davon überzeugen konnten, daß tatsächlich alles ohne Schwindel zu­ging. Vor einem Auditorium bekannter Wissen­schaftler löste Moritz Frankl als Siebenjähriger die ihm von einem Universitätsprofessor gestellten über­aus komplizierten Aufgaben mit der gleichen Ge­schwindigkeit wie alle Aufgaben zuvor: es bestand seitdem kein Zweifel mehr, daß man es bei dem Jungen mit einer Abnormität sondergleichen zu tun hatte. Der alte österreichische Kaiser Franz Joseph war ein besonderer Bewunderer 'der phänomenalen Kunst des kleinen Frankl, wiederholt zitierte er ihn zu sich und stellte ihm allerlei Aufgaben. Einmal glaubte er den damals Neunjährigen bei einem Fehler ertappt zu haben. Er nannte ihm die Zahl d?r Regimenter der österreichisch-ungarischen Armee, die Zahl der Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten und die Besoldung in den einzelnen Rängen, inner­halb weniger Sekunden nannte ihm das Kind die jährlichen Ausgaben für die Besoldung der gesamten Armee. Der alte Kaiser erklärte daraufhin, daß diese Summe falsch sei, mußte sich jedoch eines besseren belehren lassen, denn das Wunderkind hatte bei

von Uniformen bei bestimmten Anlässen werden für Bayern noch besondere poli­zeiliche Vorschriften ergeben.

Oie Durchführung in Hessen.

Darmstadt, 16. 3unL (WSN.) Amtlich wird mitgeteitf: Rach Inkrafttreten der neuen Reichs­notverordnung ist in Hessen für politische Versammlungen usw. folgender Rechtszuftand eingetreten: Das am 7. Rovember 1931 erlassene verbot von politischen Versammlun­gen unter freiem Himmel, Demonstratio­nen, Auszügen, Umzügen, Durchmärschen und Sam­meltransporten aller Art (z. 23. Lastkraftwagen) tritt wieder in Kraft. Die für d i e Zeit des Ivahlkampfes bis zum 18. Juni-1932 einschließlich erlassenen Erleichterungen für die Genehmigung von Versammlungen unter freiem Himmel und der dazu erforderlichen An- und Ab­märsche in geschlossenen Gruppen durch die zu­ständigen Polizeibehörden bleiben bestehen. Lediglich Versammlungen in geschlossenen Räumen sind nicht mehr anmeldepflichtig. Auf Grund der neuen Reichsnotverordnung Absatz 1 Ziffer 1 § 14 werden alle Zuwiderhandlungen gegen die hessischen verbotsbestimmungen mit Gefäng­nis bestraft, neben der auch auf Geldstrafe erkannt werden kann.

Das bisher auch für Hessen bestehende allge­meine Uniformverbot ist durch den § 20 der neuen Reichsnotverordnung aufgehoben worden. Der hessische Innenminister bedauert diese Maßnahme, sieht sich aber zur Zeit außerstande, eine andere Regelung zu treffen, die er im Inter­esse der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicher­heit und Ordnung für dringend erforderlich erachtet hatte.

Oie Durchführung in Württemberg.

Stuttgart, 16. 3uni. (WTB.) Die heute vom Resch erlassene politische Rotverordnung wird in Württemberg ohne Einschränkung durchgeführt. Rur das im September er­lassene Verbot von Versammlungen bleibt be­stehen.

Straßers Rundfunkrede in München und Stuttgart verhindert.

Berlin, 16. Juni. (TU.) Am Mittwoch sprachen, wie derAngriff" berichtet, die nationalsozialistischen Abgeordneten Straßer und Hinkel bei dem Reichsinnenminister vor, um gegen die Maßnahmen der Länderregierungen Württemberg und Bayern Einspruch zu erheben, die die Rundfunk­rede des Reichstagsadg. Straßer nicht über die Sender in München und Stuttgart gehen ließen. Bei dieser Gelegenheit wies der Reichstagsadg. Straßer darauf hin, daß die Nationalsozialisten es sich vor­behielten, in den Ländern, in denen s i e über Rund­funksender zu verfügen hätten, die Reden p o l i tischer Gegner nicht zu übertragen, so­lange die süddeutschen Länder erklären sollten, die Reden von Nationalsozialisten auf die in Frage kom. menben Sender nicht zu übernehmen.

seiner Berechnung richtig die Tatsache zugrunde ge­legt, daß es am Geburtstage des Kaisers für die Mannschaften und Unteroffiziere doppelte Löhnung gab. lieber diesen Vorgang wurde seinerzeit in allen Zeitungen viel geschrieben, und er trug dazu bei, den Ruhm des Jungen in besonders Hellem Licht erstrahlen zu lassen.

Der alte Kaiser nahm sich übrigens des Kindes persönlich an; er veranlaßte insbesondere, daß der Junge einen ordentlichen Unterricht erhielt und etwas für feine Gesundheit getan wurde Eine Zeitlang wohnte der kleine Moritz Frankl sogar im Schön­brunner Schloß. Als der Krieg ausbrach, war das Interesse an dem Rechengenie natürlich mit einem Schlage erloschen. Man hörte während der Kriegs­jahre noch vereinzelt von ihm und seiner Begabung, aber die Not der Zeit lieh ihn immer mehr in Ver­gessenheit geraten.

Als sein Vater starb, stellte es sich heraus, daß er Riesenschulden hinterließ, die gesamten enormen Ein­nahmen aus den Vortragsreisen des Kleinen waren restlos verspielt, und vertrunken. Mit zunehmendem Alter, d. h. bereits mit achtzehn Jahren, begann das unnatürlich starke Gedächtnis des jungen Frankl nachzulassen, vor allem wohl infolge der übermäßigen Beanspruchung in den Kinderjahren. Als ihm wäh­rend einer Veranstaltung mehrere Fehler unterliefen und er ausgepfiffen wurde, erlitt er einen Nerven­zusammenbruch, und damit begann fein Niedergang.

Eine Zeitlang war er in der statistischen Abteilung einer Behörde tätig, doch wurde er bald als untaug­lich entlassen. Der Verfall in geistiger und körper­licher Hinsicht nahm schnell seinen Fortgang, und zuletzt fristete Frankl ein kümmerliches Dasein als Wanderartist.

Vor kurzem brach er auf der Straße in Budapest zusammen und liegt nun hoffnungslos und anschei­nend geistig völlig umnachtet im Armenspital dar­nieder.

Oie Spinne

als Erfinderin des Taucheranzugs.

Maurice Materlinck, der feinsinnige Tierbeobach­ter, hat jüngst der Wasserspinne, der Arygoneta, eine lebendige Studie gewidmet, und es lohnt sich wohl, diesen rätselhaften Sonderling unter den Spinnentieren in seinen ganz einzigartigen Le-

Oer Maiuschka-Prozeß in Wien.

OerGeist Sco" als Zeuge. Matuschkas Selbstbezichiigung nicht ernst genommen.

Wien. 16. Juni. (TH.) Am Schluß des ersten Verhandlungstages wird noch der Anschlag von Jüterbog besprochen. Der Vorsitzende erinnert Matuschka daran, daß damals bei Jüter­bog der Versuch mit dem Schneide­brenner gemacht wurde. Matuschka erklärt, er wisse das nicht. Plötzlich springt er auf und be­ginnt doch von dem Schweißapparat zu erzählen und schildert, wie dieser nicht funktioniert habe. Er gibt dann an. daß er in Berlin eine Sekte habe gründen wollen zum Zwecke von Attentats­ausführungen. Er habe sich in Berlin Turkulugia Prokop genannt.

Der Vorsitzende befragt ihn dann über das Attentat von Dia Torbagy. Darauf sagt Matuschka, daß nichts hätte passieren können. Hm den Erfolg dieses Anschlages befragt, sagt Ma­tuschka, das möchte er nicht wissen. Mit starker Betonung sagt der Vorsitzende: 22 Tote!, worauf Matuschka zu schluchzen anfing und sagt, wenn jemand geschrien hätte:Was ist mit meinen Kin­dern?". so hätte ich geschrien:Ich bin der Schuldige!" Als ihm der Staatsanwalt den Gegensatz zwischen dem Stil seiner Briefe und dem schlechten Deutsch, das er' jetzt spricht, vor­hält, sagt Matuschka unter allgemeiner Heiterkeit, daß er Bismarcks Briefe abgeschrieben habe.

Am zweiten Verhandlungstag hat das Pu­blikumsinteresse wesentlich nachgelafsen. Zu Be­ginn der Verhandlung wird Matuschka noch einmal kurz vernommen. Das Hauptinteresse des Vor­sitzenden und des Staatsanwalts gilt der Frage, ob Matuschka seine Behauptung, daß derGeist ihm alles befohlen habe, aufrochterhal- ten wolle. M. antwortet mit 3a. Die Ver­nehmung der Zeugen ergibt nichts We­sentliches. sie sind meist nur in geschäftlicher Be­ziehung mit M. zusammengekommen. Einer der Zeugen erklärt ihn für sehr normal, die übrigen bestätigen seine rasche Entschlußfähigkeit, Rervo- fität bei Verhandlungen und seine Frömmigkeit. Die Geschäftsfreunde Matuschkas bezeugen ihm seine G e s ch ä f t s t ü ch t i gk e i t. Während der weiteren Zeugenvernehmung kommt es zu einem bezeichnenden Zwischenfall. M. ist mit einer Schil­derung über Einzelheiten nicht zufrieden. Er ruft

daher erregt:Ich will, daß hier die Wahrheit ans Tageslicht kommt. Es ist mir ganz gleich­gültig. ob ich durch irgendwelche Angaben be­lastet werde. Ich will die Wahrheit sagen, ich will die Wahrheit sagen!"

Der frühere Maschinenfabrikant Leo Scha­be n s k h , der in den Phantasien Matuschkas an­geblich dieRolledes.,GeistesLeo" spielte, berichtet, er sei Matuschka bald nach der Rück­kehr aus Berlin begegnet. Matuschka war sehr zerstreut und aufgeregt und habe gesagt, ihm sei etwas Schreckliches passiert. Argwohnersüllt habe der Zeuge dann plötzlich zu Matuschka gesagt: Beichten Sie, wo Sie waren, erleichtern Sie 3T>r Gewissen." Matuschka habe aber nur ausweichende Antworten gegeben. Heber irgendeinen Zusam­menhang seines Ramens mit dem angeblichen Geist Leo wußte Zeuge nichts anzugeben. Einmal habe Matuschka ihn auf das Po lizeiplakat über Ansbach mit der Ergreif er Prämie von 4000 Schilling aufmerksam gemacht. Gr sagte dabei zum Zeugen:Sie können sich viel Geld verdienen. Sie können den Attentäter der Polizei ausliefern!" Auf die verwunderte Frage, wie Matuschka zu dem Attentäter komme, erwiderte dieser:Ra, i ch bin es ja selbst"; dazu habe er höhnisch ge­grinst. Der Zeuge glaubte, Matuschka mache einen schlechten Witz. Erst nach dessen Ver­haftung sei ihm dieser Vorfall wieder in Erinne­rung gekommen.

Der Besitzer einer Zündschnurfabrik gibt an, Matuschka sei ihm immer verdächtig erschienen. Schon zwischen Ansbach und Jüterbog habe er seine Meinung der Polizei mitget^lt, sei aber ausgelacht worden. Matuschka bekommt bei dieser Aussage einen roten Kopf, weint, wischt die Trä­nen aus den Augen und lallt unverständlich vor sich hin.

Als dann das Modell einer von Ma­tuschka erbauten Turbine vorgeführt wird, die er in die Donau einbauen wollte, um damit die Bundesbahn elektrisch zu betreiben, äußert Matuschka eine kindUche Freude. Er erklärt, daß ihm d'e Anschläge 10 000 Schilling gekostet hätten. Der Vorsitzende stellt dazu fest:und 22 Tote!"

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Die Stimm ung deSVürgertums.

Ein Telegr mmwechscl mit den Dentschnat tonalen.

Berlin, 16. Juni. (TU.) Geheimrat Wild­hagen- Leipzig hat an Dr. Hugenberg nachstehendes Telegramm gerichtet:Ich bitte um Drahtantwort, ob Sie und Ihre Partei sich an der Arbeit für die Zusammenfassung und den gemeinsamen Wahlkampf des nationalen Bürgertums beteiligen wollen. Im Auftrage des gestern gewählten Ar­beitsausschusses für die Zusammenfassung des Bür­gertums."

Darauf hat in Abwesenheit Dr. Hugenbergs Hauptmann a. D. Schmidt- Hannover wie folgt drahtlich geantwortet:Die Arbeit der DNVP. und ihres Führers war und ist auf die Zusammen­fassung aller gegen Zwangswirtschaft, Staats« fozialismus und Kulturzersetzung kämpfenden Auf­baukräfte der Nation gerichtet. Die DNVP. begrüßt jede Maßnahme, die geeignet ist, Stimmverluste antisozialistischer Gruppen zu verhindern. Beweis: Reststimmenoorschlag Dr. Hugenbergs vom 30. März, dessen Annahme durch die bürgerlichen Mittelgruppen eine wesentliche Verstärkung der Rechtsfront gebracht hätte. Die Wirkungsmöglich­keiten der Mittelgruppen find - inzwischen weiter verringert. Die DNVP. ist heute auch nach Zeug­nis führender mittelparteilicher Kreise einziger wirk­licher Garant für erfolgreichen Widerstand gegen wirtschaftszerstörende Entwicklung. Sie begrüßt jede Entwicklung.' Sie begrüßt jede Verstärkung ihrer Arbeit.

Dr. Hugenberg, zurzeit Süddeutschland, erbittet zu seiner näheren Orientierung noch Drahtantwort, welche Parteien oder Gruppen von politischer Be­deutung hinter dem durch Sie vertretenen Aus­schuß stehen." gez. Schmidt-Hannover.

bensgewohnheiten zu beobachten. In klarem Was­ser kann man bisweilen diese kleinen, kaum einen Zentimeter langen Tierchen von dunkler Farbe auf- und niedertauchen sehen, die nach der Beschaf­fenheit ihrer Atmungsorgane zum Leben auf dem Festland bestimmt erscheinen und durch ein un­ergründliches Geschick zum Dasein im Wasser ver­urteilt sind. Um überhaupt im Wasser leben zu können, müssen sie die ihnen gemäße Atmosphäre mit sich bringen; so wurden sie, wie der natur- forschende Dichter sagt, zum Erfinder des Taucher­anzugs. Wenn man scharf beobachtet, so kann man rings um diese Spinnen eine Art Luftkissen wahr- nehmen, das sie einhüllt und bisweilen einem leuch­tenden Küraß ähnelt, der sie vom Hals bis zum Ende des Hinderkörpers umgibt. Unter besonderen Beleuchtungsbedingungen erscheint dieser wie in eine Quecksilberkugel verwandelt. An den Füßen einiger anderer Spinnen kann man einige hundert Kugeln, an Härchen befestigt, erkennen. Von Zeit zu Zeit steigt eine dieser Wasserspinnen an die Oberfläche empor, um ihren Luftvorrat zu er­neuern. Denn wenn auch ihre aufgespeicherte Luft­menge an verschiedenen Tagen verschieden ist, so sorgt sie doch stets für eine genügende Reserve.

Aber die Wasserspinne ist nicht nur die Erfin­derin des Taucheranzugs, sondern auch der Tau­cherglocke. Unter den Blättern der Wasserpflanzen bemerkt man große Luftkugeln, die wie durch ein Wunder aufgehängt erscheinen. Hier hat die Was- scrspinne ihr Nest, ihr Speisezimmer und ihre Wochenstube. Wie können nun diese 1 bis 2 Kubik­zentimeter großen Luftkugeln mitten in dem flüf- figen Element standhalten und ihre runde Form bewahren? Ein Netz aus Seide umgibt sie und hält sie zusammen, dessen Fäden so fein sind, daß man sie nicht wahrnehmen kann, wie es auch sehr schwer ist, das zarte Tau zu erkennen, mit dem sie festgemacht sind. Man kann zeitweilig rings um eine Spinne bis zu fünf solcher Taucherglocken zählen, die sie angefertigt mit Luft gefüllt hat und in die sie sich gelegentlich zu einem Schlummer stündchen zurückzieht. Dieses Wunderwerk der Tech­nik wird von seinem kleinen Baumeister im Dunkel der Nacht hergestellt. Welche Fülle der Erfindungs­kraft und Kunstfertigkeit liegt in dieser Vorrichtung beschlossen, die es dem Tiere ermöglicht, unter den seiner Natur wesensfremden und feindlichen Be­dingungen zu leben!

Hoover Nieder Präsidenlschafis- kandidal der Republikaner.

Die Hoover-,.Plattform" vom Partei- konvent gebilligt.

Chicago, 16. Juni. (TU. Funkspruch.) Der Re« publikanische Parteikonvent hat am Donnerstag« nachmittag den Präsidenten Hoover wieder als Präsidentschaftskandidaten' auf« g e ft e 111. Die auf dem Konvent gebilligte Platt­form Hoovers, die sich im übrigen mit der Wahl­plattform der Republikanischen Partei deckt, sieht folgende Forderungen vor: Einberufung einer i n - ternationalen Währungskonferenz, Beibehaltung der dehnbaren Schutzzölle, Förderung freundschaftlicher Beziehungen zu den übrigen Mächten, jedoch ohne politische Bündnisse, Vollmacht für den Kongreß zur Einberufung einer internationalen Konferenz zu Beilegung der Streit- * fragen im Fernen Osten im Falle der Nichterfül­lung des Artikels 2 des Kellogg-Vertrages, Bil­ligung der Teilnahme Amerikas am Haager Schiedsgericht, Abrüstung unter Beibehaltung der Flottengleichheit mit England und Beibehaltung der gegenwärtigen Armeeftärke. Die Frage der Kriegsschulden und Tribute sind in dem Programm nur kurz erwähnt, anschei­nend, um irgendwelchen Schwierigkeiten oorzu- beugen.

Das Programm wendet sich gegen eine unmit­telbare Unterstützung der Arbeitslosen. Es sei ein Schutzzolltarif für die natürlichen Hilfsquellen des Landes notwendig, darunter für die Erzeugnisse .! der Land- und Forstwirtschaft sowie des Bergbaues und der Erdölindustrie. Erforderlich sei ferner ein ftrenges Einwanderungsgesetz.

KreugersGeist" me dei sich.

Während einer der letzten Sitzungen, die der Untersuchungsausschuß der Kreuger-Affaire in sei­nem Pariser Privatbüro abhielt, ereignete sich ein merkwürdiger Zwischenfall. Die Unterredung, die sich eifrig mit der überaus verwickelten Angelegen­heit beschäftigte, wurde plötzlich durch das Schril­len der Telephonklingel unterbrochen. Eins der Mitglieder nahm den Hörer ab, aber niemand ant­wortete, und man beruhigte sich damit, daß es wohl eine falsche Verbindung gewesen sei. Nicht lange darauf klingelte es wieder, und wieder war nie­mand am Telephon, doch legte man der Sache auch jetzt noch keine Bedeutung bei. Als aber die Klin­gel das dritte Mal durchs Zimmer gellte, ohne daß sich am andern Ende derStrippe" jemand mel­dete, da bemächtigte sich der Anwesenden eine un­heimliche Stimmung. Man wurde den Eindruck nicht los, als ob irgend ein Versuch von einer ge­heimnisvollen Stelle gemacht werde, mit ihnen in Verbindung zu treten, und wer konnte das anders sein in diesen Räumen, in denen der große schwe­dische Finanzmann sich das Leben genommen hatte, als der G e i st Kreugers selbst? Doch da es alles nüchterne und verständige Geldleute wa­ren, so schüttelte man die Beklemmung ab, und fuhr in der Besprechung weiter fort. Doch kaum hatte man den Geist vergessen, da meldete sich das Telephon von neuem, und nun war die Aufregung allgemein. Alle sprangen erregt auf und sahen sich ; verdutzt an. Da hatte einer der Herren einen glück­lichen Einfall. Er kniete nieder und begann den Tisch sorgfältig zu untersuchen. Seine Vermutung bestätigte sich. Ein geheimer Draht verband die Telephonklingel mit dem Tisch, an dem Kreuger gewöhnlich zu sitzen pflegte. Der Herr, der an die­sem Platz saß, hatte durch zufällige Berührung des verborgenen Kontaktes immer wieder die Klingel­zeichen ausaelöft. Die Entdeckung ist ein neuer Beweis für di e Kunst des Bluffens, in der Ivar Kreuger Meister war. Die Geheim­anlage diente ihm wohl häufig öfters dazu, um irgend ein unangenehmes Gespräch abzubrechen, denn mit einer unbemerkten Bewegung rief er das Klingelzeichen hervor und konnte sich dann ent­schuldigen, irgend eine unwirkliche Unterhaltung auf einer seiner Privatleitungen mit Newyork, Berlin oder London führen zu müssen.

| heule sitze die Re I. berger immer no | mos ihr beliebe, I kabinell vom L - macht werden ki Drein neaat 1 durch NTDAP. | reichlich ©ebraud M gerliche Wöhler, I RSDAP. seine I über diese negoti I gewesen sein. Z i m iglitfjfeikn hat I leien des Landl, Die überrasch i habe die bürgert hellt, ob sie toc;

| ikifen Doranttelle sic angesichts der gcüums das Ci gehen tollten. Tu t von den hessischer Man habe sich; c'ncs klaren und schiessen;

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