Ausgabe 
17.6.1932 Frühausgabe
 
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Oie Ziele der nationalen Einheitsliste

GenlW,

Die kaiholischen Frauen und die Wahl

hätte die Wegsteuerung von Vermögen Am Geldmangel sei ja die Verwirklichung

sowie für die Neuregelung

ff enger immer noch im sattel, und sie tonne tun, Im -j ihr beliebe, weil sie jo als gesch.iftsfiihrendes binett vom Landtag nicht verantwortlich ge- In acht werden könne. Von der Möglichkeit einer

denn er bedingt.

neue Kapitaldecke in Deutschland zu schas- fen, denn heute habe man ev doch nicht nur mit einer Wirtich.ifts-, sondern auch mit einer Ver­trauens- und Kreditkrise zu tun. Erst müßten

Mutt.

ht" vom Panci'

der Länder und der Kommunen damaligen Sparguthaben eine erfolgen.

Nur auf diese Weife sei allmählich

bei Antrages gescheitert, aber viele Hoffnungen l< ien dadurch erst geweckt und dann enttäuscht iptrbcn. Auch der Amnestie-Antrag der RSDAP lei bolschewistisch, denn er gefährde die Unabhän- gngfeit der Richter und bringe die Politik in d ie L chtspflege hinein. Die Rationale Einheitsliste 't: aus Grund ihrer Stellungnahme für die Pri- xrtwirtschast und für daS Privateigentum,

gegen die Zwangswirtschaft, gegen jede Kommu lalisierung und Sozialisierung, gegen die Kontur, renj der öffentlichen Hand abgefehen von Licht, Sa», Wasser und Beförderungsmittel mit Betrieben au» Steuermitteln gegen die eigenen Steuerzahler, gegen jede neue Inflation, gegen Konsumvereine. Lhape-Gefchäste ufw., gegen alle nirtschastlichen, finanziellen und steuerlichen

Experimente.

Oer Redner erklärte s.ch weiter mit einer Ver- r igerung der Regierung auf zwei M i n i st e r u.ib auch mit einer Herabsetzung der Zahl b : t Abgeordneten einverstanden, aller- k ngs nicht bis auf 3D. weil hierbei den Sach- dcrständ.gen der Ministerien nicht genügend Sach- r irftänb.ge in den Landtagsaus'chüssen entgegen- g stellt werden könnten: auf 56 Abgeordnete ; gen jetzt 70. also 20 Prozent weniger, könne nn aber herabgehen. Ferner verlangte er. daß n in endlich in Helsen wieder eine verant­wortliche Regierung gebildet werde. Wahrheit und Klarheit in der Etaats- hJjrung, aber auch in der Propaganda der Par- tcen Platz greife und nicht jedem Stande die H:füllung aller Wünsche versprochen werde. Mil daS gar nicht möglich sei, und Förderung b»s Angestellten-Mittelstandes erfolge. Er for- krte dann aus. bei der Wahl dalür zu sorgen. Dcf) die Schlüsselstellung des Zentrums auf die Nationale Einheitsliste übergehe, ermahnte das

12 Punkte der RS DAP. feien denn auch fo be- ololfcn gewesen, dah auf dieser Grundlage über- j h-iupt keine andere Partei eine Koalitionsregie- nntfl habe bilden können. Die RSDAP. habe diese | 11 Punkte bewußt so scharf gehalten, weil sie ge- ujufjt habe, dah sie andernfalls in die Regierung unb damit in die Verantwortung hätte hinein- 1 ben müssen, was sie ober mit Rücksicht auf den > email noch bevorstehenden Wah.kamps in Preu- h<n habe vermeiden wollen: sie habe doch in Hes- len nicht mit dem Zentrum zusammen regieren und n Preußen gegen bal Zentrum kämpfen können.

Die Möglichkeit einer Regierungsbildung zu positiver Arbeit habe man also nicht ergriffen, and damit habe jene» wahlergebni» seinen Sinn verloren, e» sei sogar In da, Gegenteil um gekehrt worden.

I)) <utc sitze die Regierung Adelung, Leuschner, ftinv

nwn aufhx teu. Der Winterhilfe-Antrag der 22 5D2P. der 19 Millionen Mark erfordert hätte, bf.t aber aus der Wirtschaft gar nicht zu holen» iietpcfcn wären, habe bolschewistische Tendenz.

3m Katholischen Dereinshaus sprach vor kathali lchen Frauen die Generalsekretärin des Fürsorgeoer­eins für das katholische Deutschland, Frau Reichs tagsabg Zilleken (Berlin >, über die politischen Fragen der Gegenwart Die Rednerin wies zunächst besonders auf die Komplikationen Hin, die eintreten konnten, wenn eine Partei allein an die Macht tarne und dadurch die Bcstrebungen gefördert wurden, die sich schon jetzt in bedenklichem Umfange gegen den katholischen Volksteil richteten. Deshalb fei die Wahl in Hessen wieder so bedeutungsvoll, weil sich an ihrem Ausgang erkennen lasse, ob ein sozialer Volks ftaat oder ob eine Diktatur dem Doltswillen ent- spreche Nichts fei in unserer Gegenwart nötiger, denn eine vernünftige, solide Mitte Es läge etwas Großes darin, wenn die Wahi in Hessen einen guten Ausgang für die Mitte nehme und eine klare Ab­sage an die Parteien des Umsturzes und des Radi­kalismus erfolge. Deshalb dürfe jetzt niemand müde werden, und jedermann müße seiner staatsbürger­lichen Pflicht als Wähler genügen. 3n ihren weiteren Ausführungen ging die Vortragende dann auf die Zusammenhänge des Sturzes des Kabinetts Brüning ein und wies auf die mancherlei Kräfte hin, die be wirkt hätten, daß Brüning nicht in offener Feld- schlacht vor der berufenen Stelle, vor dem Reichs­tag, fiel, fonbern durch den Reichspräsidenten abbe rufen worden sei. 3m Augenblick regiere eine Prä- sidialregierung Die Nationalsozialisten würden, !o- balb sie in diesen Zeiten der Not an die Regierung kämen, zugestehen müssen, daß sie es auch nicht

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ifter § dazu, ' oufig f abjubr* n BewegJ W konnte l'^jerh°y

Treu und Glauben ro i e b e r b e r g e ft e (It werden, früher sei bie Winschaft nicht roieber auf- zu richten. Die Rednerin polemisiert dann gegen die NSDAP., bie nicht aus dem Boben be» Privat- eigentums stehe, unb warnte, bie,er Partei auch nur als Exoeriment zur Macht zu verhelfen, well babei bie Gefahr für unser ganzes Wirtschafts­leben viel zu groß sei. ö» sei dringend notwendig, daß zwischen den Links- unb Rechts Sozialisten vernünftige unb besonnene Vertreter ber bürger­lichen Parteien stünden, die mit Sachkenntnis an die Dinge herantreten unb bie ganz eindeutig auf dem Boden des Privateigentum» stehen. Dringend notwendig fei ein Deutschland frei von Sozialis­mus unb frei von Radikalismus (Lebhafter Beifall.) gimmermeifter $reiöel-$onnot>er

machte dem Bürgertum zum Vorwurf, daß es in den letzten 13 3ahren geschlafen habe unb auch heute noch Ichlafe Vielleicht zum letzten Male habe da» Bürgertum jetzt bie Chance, sich zu behaupten unb sich vor dem Sozialismus zu bewahren Bet den Wahlen in Hessen als Vorläusee ber Reichstags­wahlen müße sich entscheiden, ob ber alte Bürger­geist noch aufrcchterhalien werbe, ober ob bas Volk zum Sozialismus übergehe, ber doch alle» töte Es sei von großer Bedeutung, daß In Hetzen zum ersten Mole dos Bürgertum sich zu einer geschlosse­nen Abwehrfront gegen jeden Sozialismus zu- fammengefunben habe

heule feien Partelforderungen nicht», wo es um Deutschland, um eine große deutsche v ärger- fultur und damit um die Erhaltung de» Vater­landes gehe.

Der Redner wies dann auf die schwer bedrohten Sozialoersicherungseinrichtungen u auf die dort in Erscheinung getretenen gewerkschastl. Einflüsse hin, gegen die das Bürgertum Front machen muffe. Auch der von ber Großinbustrie und ber Großland- wirtschaft erhofften neuen 3nflation müsse von allen Bürgerkreisen mit Entschiedenheit entgegengetreten werben, jeboch (ei dazu ein festerer Zusammenschluß aller bürgerlichen Parteien als bisher erforberlid). Weiter forderte der Redner energische Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, er nahm mit Nachdruck Stellung gegen weitere Rationalisierung und Maschinisierung in der Industrie, durch die die Arbeitslosigkeit nur noch vermehrt werde, verlangte die Wiederherstellung ber freien Wirtschaft im Bau- Bewerbe unter (Einräumung einer entsprechenben eberganaszeit, wünschte probuktioe Gestaltung ber Arbeitslosenfürsorge, trat für starken Schutz ber Kirche unb ber Kulturarbeit ein unb rief zum Schluß zur Mitarbeit an ber Verwirklichung blefcr Forderungen durch Unterstützung der Nationalen Einheitsliste auf, zum Wohle Hessens und des deut­schen Vaterlandes (Starker Beifall.)

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Bürgertum. nur der politischen Realität, nicht aber einet Massenstimrnung sich zuzuwenden unb von diesem Gesichtspunkte auS die Rationale Ein­heitsfront zu wählen. (Lebhafter Beifall.)

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wie« auf die große wirtfchaftliche Rot de« Mittel­stände« hin unb forderte dann zum Kampf gegen den Lozialismu« von link- und rechts für ein freies &taat«bürgertum al« die schaffende und treibende Kraft im Staate auf Es müsse dafür gesorgt werden, dah nicht nur da« vorhandene Privateigentum erhalren bleibe, sondern bah mög­lichst weite Kreise sich ebenfalls Privateigentum erwerben könnten

vor allem sei dafür einzutreten, daß da» den Rentnern und Sparern durch die Inflation ge­nommene und durch die Auswertungsgefche bei reellem nicht wieder hergestellte Privateigentum geschaffen werde.

3cne Inflation fei Sozialismus tn schlimmster Form, sei Dolschewismus gewesen. Die Erhaltung unb Wieberherüellunh des Privateigentums sei aber auch notwendig wegen der Auswirkung ber Gerechtigkeit auf die seelische Einstellung der be­troffenen Volksgenossen Es müsse für Arbeit and für die Wertbeständigkeit der Früchte dieser Ar­beit gesorgt werden: das sei aber ohne die Wie­dergutmachung de« Inflationselend- nicht zu er­reichen. Die Rebnerin nahm bann gegen bie sog. Entschuldungslüge, gegen bie Zinstridute an ba« Ausland, gegen die Kapitalflucht unb bie Geld- Hamsterei Stellung, kritisierte behördliche Geld­verschwendungen und die immer größere Ein­schränkung der Kaufkraft weiter Bevölkerung«- kreise. Durch alle diese Dinge sei der Bürgersinn totgeschlagen worden. Unverantwortlich- leit fei es, dah nach dem Glend jener Inflation gewisse Kreise heute schon wieder mit dem Ge­danken einer neuen Inflation spielen Die Schulbnerkreife dürften nicht glauben, baß sie babei gut abschnei den würben

Wenn un» bie Tribute erlassen würben, müsse für die früheren Anleiheschulden be» Reiche»,

111101.tun n e u a t i d c n Mehrheitsbilbung

burch NSDAP unb Kommunisten sei dagegen hat nm Gebrauch gemacht worben Mancher bür-

,erliche Wähler, ber im November v 3». ber tnnhiVJt1 1 öDAP seine Stimme gegeben habe, werbe )entMbiinflh®hh.llbrr bif,f "rgalioe Mehrheitsbilbung wohl erstaunt Jm.enefen fein Zwischen biesen beiben Mehrheits- jbrigen mit Der Mb D rl Wildheiten hatten bie anberen bürgerlichen Par- kirn bes Landtags ohne Einfluß geftanben

Die überraschende Ausl sang des Landtages hai-e die bürgerlichen Parteien vor die Fra^e ge­bellt. ob sie weiter kleine MeinungSverschieden- b/iten voranstellen und getrennt bleiben, oder ob sie angesichts der Zusommengeh'rigkeit deS Tür- gertum« da« Einigende betont unb zusammen- erben sollten. Diese Fragestellung sei insbesondere ton den hessischen Wirtschastskreisen ausgegangen. 2Han habe sich zum Zufamntengehen auf Grund tmc« klaren und einwandfreien Programms ent- fhlossen:

«ampf gegen den Sozialismus von link» unb rechts, Eintreten für bie privalwlrtfä-aft unb bas Privateigentum.

2m Gase Leib traten gestern abend bie in der Nationalen Einheitsliste zusammengelchiofsenen Parteien Deutsche Dolkspartei. Wirtschafts­partei, Landvolkpartei, Lhriftlich-sozialer Dolks- Ctenft, DolkSrechtpartei unb Staat-Partei - mit einer Dahlkunbgebung vor die Giehener Wähler­schaft. AIS erster Redner sprach

Bürgermeister Or. Aiepoth'Gchlih.

2r kritisierte zunächst die andauernde Veunruhi- cung ber Wirtschaft durch die .Wahlen am laufenden San b", durch deren Auswirkung t'.e Produktion und der Warenabsatz immer mehr Je stört werde, weil niemand wisse, wohin politisch ie Fahrt gehe. Sodann wies er auf die vor- jährige hessifche LandtagSwahl hin, lei der nach der Parole .ES muß anders werden" sllerbinge manches anders, aber nicht besser ge» corben sei. Das Bürgertum habe sich zwar im Ilovember v. Is. ebenfalls stärker als früher an i uer Wahl beteiligt, bas Ergebnis sei aber ber | Einzug von 27 ober richtiger 26 Rationalfozia- I I ften im Landtag gewesen. Die bi- dahin herr- 1 fchende Regierungsmehrheit lei dadurch in die I 2linderheit gekommen Die Möglichkeit einer neuen Regterungskoalltion zwischen | centrum und RSDAP habe bestanden: letztere !| habe auch zum Schein entsprechende Verhandlun- aen eingeleitet, eS sei aber noch nicht einmal bet? versuch einer Wahl b e<8 StaatSpräsi- ! Joe n t e n gemacht worben, er (Redner) habe sogar M t nen bahinzielenben Antrag im Landtag gestellt.

ökr aber nicht einmal auf die Tagesordnung gesetzt | morden sei Die RSDAP. habe eben mit dem ! Zentrum gar keine Regierung bilden wollen. Die

Aus Der Proütn^idlbuuptflaöi

Gießen, den 17. Juni 1932

Anlagenpflege. Kindersp elplätze.

Mit dem Ausbau und der Herrichtung der West anlage hat der Grüngürtel unserer Stadt eine lobenswerte Vervollständigung erfahren Das ist um so erfreulicher, als für diese Herrichtung sicher sich nicht allzu viel an Geldmitteln zur Verfügung stand unb das, was geschaffen wurde, mit geringen Mitteln erreicht werden mußte

Die Grünanlagen der Stadt sind den Bürgern ein willkommener Ort der Erholung und mancher wird im Lause de» Frühjahrs wieder mit viel Freude beobachtet haben, wie sich alles gut entwickelte. Die einzelnen ichänen Baumgruppen prägen sich deip Gedächtnis ein, Veränderungen, Umpflanzungen. Röckfchnltte ufw fallen sofort auf, Neuanpflanzun gen werden mit ständigem 3nler.'tze verfolgt. Der sachgemäße Rückfchnitt der Sträucher hat in diesem Frühjahr unb im gegenwärtigen Sommer einen nicht endenwollenden Blütenflor zur Folge gehabt Besonders gefielen die schönen Forsythien die, wie alleZiersträucher. dann erst gut wirken, wenn sie in Gruppen gepflanzt werden: nicht minder gefielen die verschiedenen Spiraeen in Gemeinschaft mit den Berberitzen und vieles andere mehr Aber es stehl auch mancher prachtvolle Baum in den Anlagen der feine Schönheit nicht genügend offenbaren kann, weil er durch andere, minder wertvolle Bäume der Sicht entzogen ist. Da steht zuw Beispiel in der An- Inge am Alten Friedhof eine wunderschöne Hänge- buche, die erst bann richtig zur Geltung kommen würde, wenn in der nächsten Umgebung etwas mehr freier Raum geschaffen würde Solche Prachtbäume, deren es in unseren Anlagen noch manche gibt, müssen frei stehen, wenn sie voll zur Wirkung kom­men sollen Sie brauchen die freie Fläche, die ihre Formwirkung bann auch im Winter vorteilhafter erscheinen läßt.

Die Gießener Anlagen sind schön, und es bedarf kaum einer grundlegenden Kritik Eines aber wird vielen Bürgern insbesondere den Müttern, aufge­fallen fein und immer wieder auffallen: es find nicht genügend Spielplätze für bie Kinder vorhanden.

Es find einige solche Spielplätze In dem einen ober

besser machen könnten. Damit würbe ihr Anwachsen zum Stillstanb kommen. Reichskanzler Brüning habe, bevor er nach Lausanne gehen wollte, bie Ge wißheit verlangt, ob er das Vertrauen besitze, das ihm berechtigte, das Volk zu vertreten, gleichzeitig habe er aber auch bestimmte Forderungen aufgeftcUt, die das ijincinregieren unverantwortlicher Stellen verhindern sollten. Brüning habe sich stets dafür ein­gelegt, daß Deutschland frei werde von Iributlaften, er habe aber klanglos abgehen müssen, nachdem eine Wühlarbeit von politischer, sozialer, militä­rischer und auch von konfessioneller Seite her gegen ihn eingesetzt habe und von Erfolg begleitet gewesen fei. Bedenklich müffe es in der Gegenwart stimmen, wenn davon geschrieben werde, daß es an der Zeit fei, daß der Protestantismus und das Volk durch ihn unb die völkischen Kräfte erneuert werden müsse So falle die Entscheidung in diesen Tagen auch für den Fortbestand des christlichen Staates, in dem ber katholische Dolksteil arbeiten, leben, seinen Kult aus­üben und feine Kinder katholisch erziehen könne Die Aufgabe der katholischen Frau bestehe darin, gegen Unwahrheiten, Verleumdungen, und Gedankenlosig­keiten aufzutreten, mit einem guten Wort zur rech ten Zeit unb am rechten Ort Gutes zu stiften und bamit den Sinn des wahren unb durchdachten Wor­tes zu erhöhen.

Geistlicher Rat Dekan Beyer ermahnte im An- schluß an den Vortrag die Zuhörerinnen, das Ge- hörte weiterzutragen, und erinnerte außerdem an bie Zeiten bes Kulturkampfes.

anderen Anlagenstück geschaffen worden, sie genügen aber nicht den Anforderungen, bie sich als gegeben erweisen. Die meisten Kinder sind auf die Straße angewiesen, wenn sie sich tummeln wollen, und sie sind in jener ständigen Gefahr, die eben lebhafter Verkehr mit sich bringt. 3n Großstädten hilft man sich mit der Absperrung einiger Straßen, die bann für Kinder frei und gefahrlos werden Für Gießen ist eine solche Maßnahme sicherlich nicht nötig, denn die Plätze in den Anlagen reichen sicher sich aus. Wippen, Sandkasten, Höngepfosten sind leicht und ohne hohe Kosten anzubringen, Rasen­flächen ließen sich den Kindern zugänglich machen. Dor einiger Zett wurden am Lutherberg die Flächen ber ehemaligen Kleingärten zu einer schönen Wiese Umgestaltet. Die Kinder dürfen sie aber bei Strafe, die bie Eltern zu gewärtigen haben, nicht betreten. Diese Rasenfläche könnte sehr wohl zum Spielen frei- gegeben werden Wenn man sie gar noch mit einem Planschbecken vervollständigen würde, bann wäre das für die Kinder ein Eldorado und ein Born ständiger Freude Wenn dann einmal der Rasen etwas sehr zertreten werden sollte und unansehnlich wird, bann genügen einige Wochen Schonzeit, um ihn wieder erstarken zu lassen 2lnf dem Wege der Notstands­arbeit ober des freiwilligen Arbeitsdienstes ließe sich diese Arbeit sicherlich machen. Den Müttern könnte dadurch manche Sorge abgenommen werden, unb ber Jugend wäre gebient. So wie am Luther- berge läßt sich sicherlich bei eingehender Prüfung auch an vielen anderen Stellen der Stadt ein Platz finden, der der Fugend überlasten werden kann S.

Keine Straßenmalerei zur Wahl.

Line wohlmeinende Darnung bet Stadtverwaltung.

Die Stadtverwaltung warnt wiederholt davor, Straßen, Plötze und öffentliche Gebäude aus Anlaß ber am 19.3uni ftattfinbenben Landtagswahl mit Austchriften zu versehen. 3n jedem Falle ber Zu- roiberhanblung wird Strafantrag gestellt und darauf hingewirkt werben, baß strengste Be­strafung eintritt. Durch bie Beseitigung ber Auf­schriften entstehen ber Allgemeinheit Kosten, bie un- bedingt vermieden werden müssen. Die Stadtver­waltung wird neben der Bestrafung auch bie Ein- Ziehung ber entstehenden Kosten für bie Entfernung ber Aufschriften betreiben.

|tnßartei brdt, sich Einberufung einer in- - ungsko'nserenz, Schutzzölle, Forderns: n zu den übrige» ischeBündnisse, ur Einberufung einer Beilegung ber Streit- Falle ber Aichlechl- .ellogg-Vertrages B meritas am haacur ntcr Beibehaltung Cer mb unb Beibchaltur: arte. Die Frage der Tribute sind z erwähnt, anschrd Ediöieriglciten varzu-W kS sei bisher Immer bekämpft worden, daß tm Mstcushalt der öffentlichen Hand erst die Ausgaben sich gegen eine unmit- mb danach die Einnahmen bestimmt worden seien, 'rbeiiblofen. (Ss sei ei° I k^durch sei da- Verantwortungsgesühl des ein- Men Hilfsquellen d« «u ie Inen getötet worden. Unter dem Einfluß dieser für bie Erzeugnis ' nalistischen Tendenz habe der Staat Ausgaben H (omie bes Scrgbauü ? jiL.-rnommcn, die er nicht tragen könne, und es 'Llidi fei ferner tiifljk-nen dann das 30-Millionen-Desizit unb die schwe- Ic-nbe Schuld von etwa 70 Millionen Mark ent- |:anbep. Gegen diese sozialistische Wirtschaft-- und manzpolitik müsse, tote bisher von ihm (Redner) f>"'chehen. auch künftig energisch gekämpft werden. C efer bisher gegen Den Links-SozialiSmus ge- .brtc Kampf müsse auch dem Sozialismus gelten, her in anderem Gewände und unter anderem Ra-

Oie neue Uniform der E>A.

Gras H e 11 b o r f, der Führer der Berliner SA., In der neuen Kleidung der nationalsozialistischen Sturmabteilungen.

Vereinfach ungen im Vermes­sung«- unb Feldbereinigungswesen. Das hessische Gesamtministerium veröflentlicht soeben eine neue Verordnung zur Vereinfachung der Staatsverwaltung auf dem Gebiete deS Der» mestungs- und FeldbereinigungSwefens. Danach kommen die bisherigen Dermessungsämter unb Feldbereinigungsämter (Abteilungen) in Wegfall. An ihre Stelle treten neue Dienststellen mit der BezeichnungDermessungsamt". die dem Lan­desvermessungsamt unterstehen.

Freiballon über Gießen Heute früh gegen 8 Uhr näherte sich, aus nordöstlicher Richtung kommend und mit der Südwest Windstromuna trei­bend, ein Freiballon in ziemlicher Höhe dem Weich- bild unserer Stadt. 3m Frühsonnenfchein stand Der Ballon als goldgelb leuchtende Äugel herrlich vor dem tiefblauen Hintergrund des Himmels. Es mar ein Anblick, an dem man feine helle Freude haben konnte.

Sonntagsrückfahrkarten zu den Frankfurter Goethefc st spielen. Zu ber Mitteilung über die Ausgabe von Sonntags­rückfahrkarten zu ben Goethe-Festspielen in Frank­furt a. M. ist nachzutragen, baß die Fahrkarten­ausgaben der Reichsbahn außer den bereit« ge­nannten Sonntagskarten auch die^M i 11 w o ch s - Sonntagsrückfahrkarten zum Theater­besuch in Frankfurt ausgeben, die zu ben Goethe- festspielen ebenfalls Geltung haben. Die zur Si­cherung gegen mißbräuchliche Benutzung vorge­sehene Abstempelung ber Sonntagsrückfahrkarten erfolgt in Frankfurt an der Abendkasse der Goethe-Festspiele. Zu ben für diele Fahrkarten­ausgabe in Betracht kommenden Bahnhöfen zäh­len außer Gießen noch Lollar, Großen-Linden. Lang-Göns, Butzbach, Dab-Rauheim und Fried­berg

** Derkehrsunfall. Gestern gegen 22 Ahr fuhr in ber Walltorstraße ein Radfahrer einen Mann an, der ben Fahrdamm überqueren wollte. Durch ben Anprall wurde der bedauernswerte Mann zu Boden geworfen, wobei er eine Ver­stauchung des Handgelenkes und Verletzungen an den Deinen davontrug Die Freiwillige SanitätS- kolonne vom Roten Kreuz verbrachte den Ver­unglückten nach ber Chirurgischen Klinik.

Hitler Ehrenbürger von Schotten.

Schotten, 16 Juni. Der Gemeinderat von Schotten ernannte in geheimer Abstim­mung mit 10 gegen 3 Stimmen bei einer Stimm­enthaltung ben Führer bet RSD21P. Adolf Hit - l e r zum Ehrenbürger derStadtSchot- t e tl

Oer neue Mainzer Stadttheater« Intendant.

WSR. Mainz, 16. Juni. In der gestrigen Sitzung de« Mainzer Stadtrats wurde der seitherige Intendant in Zürich. Trede. mit gro­ßer Mehrheit zum Rachfolger des nach Kassel berufenen Intendanten Klitsch gewählt.

Parteipolitik im Mainzer Stadtrat.

WSR. Mainz, 16. Juni. In der gestrigen Sitzung des 2 t a b t r a t i wurde ein Antrag der Rotgemeinschalt des Main «er Mittelstandes, der den Austritt ber Stadt Mainz an­der Mainzer Spar-..Konsum- unb Produktionsgenossenschaft forderte, nach heftiger Debatte mit 29 zu 29 Stim­men abgelehnt. Die SPD. - Fraktion hatte in einem Antrag gefordert, baß Beamte, Angestellte und Arbeiter, die der R S D A P. an­geboren und fid> in dieser Partei betätigen, g e - fünbi-gt werden, und, soweit es sich um un­widerruflich angestellte Beamte handelt, das Disziplinarverfahren mit dem Ziel der Dienstentlassung ohne Ruhegehalt durchzusühren ist Dieser Antrag wurde von fast sämtlichen Par­teien a b g e l e h.n t. In der Debatte wurde an die Zeit des Sozialistengesetzes erinnert unb dar­auf hingewiesen, baß die Annahme eines solchen Antrags dazu führen müßte, daß ein Spitzel- t u m unb eine Schnüffelei in bie Beamten­schaft hineingetragen werde. Der Stadtrat nahm schließlich eine Protestentfchließung ge­gen die Regierungserklärung an, bie bamit begrünbet würbe, daß durch die neue Re­gierung bie Sozialleistungen in einem Maße ab- pebaut würden bah die Stadt zur Schaffung neuer Einnahmequellen gezwungen werde.

tfirdilidie Jiochricbfen.

Israelitische Rel'gion-gerneinde. Gottesdienst in ber S nagoge (Südaniage). Samstag, 18. 3uni 1932. Vorabenb: 7.45 11$r. Morgens: 8.30 Uhr. Abenbs 9 unb 9.40 Uhr.