Preußen.
Kreis Wetzlar.
< Wegrar, 13. Mai. 3m Schützengarten fand in* Erftaufführuna de* Gsefhefpieles „Goethe und Charlotte ® a f f* von Letzrer <). Gerhard» (Droß-Rechtenoach) statt, wozu die Kreisgruppe Wetzlar des Deutschen üehrcrvereins ringeladen hatte, aus dessen Kreisen mich die Mitwirkenden stammen. Goethes Wetzlarer Zeit erstand in prächttgen Bildern auf der Bühne: die brot- schneidende Lotte im Amtsmannshause, das Iagd- effen in Volpertshausen mit anschließendem Menuett und dem Erlebnis des Gewitters, ein Abend in der Familie Buff, Goethe trifft K. W. Jerusalem auf dem Wege nach Garbenh*im (Wahlheim», Goethe in Garbenheim, Bauerntanz in Hüttenberger Tracht. Das Spiel fteltte an die Aufführenden große Anforderungen, insbesondere dadurch, daß in ihm Lieder, Gedichte und Ausschnitte aus Goethescher Dichtung zu einem Ganzen verwoben sind. Die Handlung steigert sich zum Schluß zu dramatischer Wirkung. Die Hauptrollen wurden mit ganzer Hingabe gespielt: Goethe (Reichel-Steindorf), Lotte (Frau Post-Vollnkirchen), Kestner (Hoerning- Wetzlar), Jerusalem (Post- Vollnkirchen), Amtmann Buff (Gerhards-Rechtenbach), aber auch die übrigen Damen und Herren und die mitspielenden Kinder entledigten sich mit viel Hingabe und Geschick ihrer Aufgaben. Die wirkungsvollen Tänze hat Hr. Bock- Wetzlar einstudiert. Die Aufführung, die noch zweimal vor den Schülern der Stadt Wetzlar und der Umgebung wiederholt wurde, ist als eine Tat echter Heimatverbundenheit zu bezeichnen und wird, wie man hört, im Laufe des Sommers auch noch in anderen Kreisorten stattfinden.
> Wißmar, 16, Mai. Der Gemeindevertretung lag ein Erlaß des Regierungspräsidenten vor, nach dem ab 1. April 1932 die Vergütung für d i e Gemeinde-Vorsteher nur 40 P§. pro Kopf der Einwohnerzahl und Jahr betragen soll. In Abwesenheit des Gemeindevorstehers beschloß die Gemeindevertretung einstimmig, dagegen Einspruch zu erheben und es bei der jetzt geltenden Vergütung von 90 Pf. zu belassen, da man es trotz aller berechtigten Sparsamkeitsbestrebuntzen dem verantwortlichen Leiter der Gemeindegeschäfte nicht zumuten kann, bei der sich dauernd steigernden Arbeit und Schwierigkeit der Verwaltung für 762 Mark jährlich die Arbeit zu leisten. Er ist nicht in der Lage, noch einem anderen Verdienst nachzugehen. — Der Volksbildungs-Ausschuß hielt seine satzungsgemäße Frühjahrsversammlung ab. Aus" dem Jahresbericht ging hervor, daß im
abgelaufenen Winter die Vorträge gut besucht waren und daß die Volksbücherei immer starker benutzt wurde. (2716 Bände Ausleihe.) Der Kassenbericht schloß mit einem Bestand von 147,32 Mark ab. Für Bücherbeschaffung wurden 147 Mark verausgabt, für Vorträge rund 30 Mark, für Wohlfahrtszwecke 84,80 Mark. Die Satzung wurde dahin geändert, daß hinfort auch Einzelmitgliedschaft möglich ist. Für den Sommer wurden.drei Wande- runge vorgesehen, die erste am 19. Juni über Staufenberg zum Todtenberg bei Treis. Eine lokale Obst- und Gartenbauausstellung wird im Herbst veranstaltet werden. Die Arbeit des Volksbildungsausschusses wurde von den Anwesenden voll und ganz gewürdigt und dem Arbeitsausschuß herzlicher Dank gesagt.
# Atzbach , 16. Mai. Im hiesigen Grund- stücks-Zusammenlegungs-D erfahren werden von den Grundstücksbesitzern zur Kostenverbilligung Arbeiten im Eigenhandbau geleistet. Zu einer jetzt in Erledigung begriffenen Arbeit hat die Gemeinde für ihren Grundbesitz 16 Arbeiter zu stellen. Zu der Ausführung der Arbeit sollen Einwohner, die mit Steuern im Rückstände sind, und Landwirte, die sich in Zahlungsschwierigkeiten befinden, herangezogen werden. Eine Barzahlung gewährt die Gemeinde für die Arbeitsleistung nicht. Der verdiente Lohn wird auf die Gemeindeabgaben verrechnet. Bei weiter auszuführenden Eigenhandbauleistungen soll ein Wechsel in den Arbeitern der Gemeinde stattfinden, damit jedem dringend bedürftigen steuerzahlenden Einwohner Gelegenheit geboten ist, einen Teil seiner Gemeindeabgaben durch Arbeitsleistung abzugelten.
00 Dorlar, 17. Mai. Hier wurde gestern ein seit dem 4. Mai aus Dutenhofen verschwundener 32jähriger lediger Mann aus der Lahn ge- l ä n d e t. Es liegt unzweifelhaft Selbstmord vor.
Amtsgericht Gießen.
Objekt eines Augenscheins kann auch der Angeklagte selbst fein. 3m Fragefall war dieser, ein auswärtiger Chauffeur, am 20. Februar, als er im Hofe einer Autoreparaturwerkstätte einen Wagen'reinigte, von einem Gießener Kraftwagenführer beobachtet und bei der Polizei denunziert worden, weil er eine einheitliche, an der Mühe mit einem Abzeichen der Motorsturmstaffel der Nationalsozialistischen Partei versehene Kleidung trage, um seine Zugehörigkeit zu dieser äußerlich zu kennzeichnen. Ein Polizeibeamter begab sich in den Hof und fand die Angaben bestätigt. Er blieb in den Verhandlungen dabei, der
Angeklagte habe gegen § 1 Kap. II, Teil 8, der 4. Notverordnung verstoßen. 3n der ersten Verhandlung konnte sich das Gericht kein klares Bild über die Beschaffenheit der angeblich verbotenen Parteikleidung verschaffen, und in der nächsten Verhandlung erschien deshalb auf gerichtliche Anordnung der Angeklagte in der nämlichen Kleidung, die den Anlaß zur Anzeige gegeben hatte. Auf Grund eingehender Besichtigung vermochte das Gericht nicht die Lieberzeugung zu gewinnen, daß es sich um eine verbotene Parteikleidung handle; sie weiche von der heutigen bürgerlichen Kleidung keineswegs ab und werde in weiten Kreisen namentlich als Berufskleidung getragen; zudem habe der Angeklagte die Kleidung teilweise schon vyr 5 Jahren besessen, also zu einer Zeit, wo er noch gar kein Angehöriger der Partei gewesen sei. An dieser Auffassung ändere auch nichts die Tatsache, daß er ein einschlägiges Abzeichen an der Kleidung trug, und es fei auch gleichgültig, ob das Abzeichen an der Mühe, oder an dem Rockaufschlag getragen werde. Das Verbot, ein derartiges Abzeichen überhaupt zu tragen, fei durch die Notverordnung vom 16. Januar 1932 wieder aufgehoben worden. Er erfolgte deshalb Freisprechung. Ebenso in einem weiteren ganz ähnlich liegenden Falle.
Ein Gläubiger hatte bei einer Schuldnerin einen Toilettetisch pfänden lassen, der aber von einem Dritten, dem Angeklagten, als Eigentum in Anspruch genommen wurde. Dieser erhob sog. Interventionsklage gegen den Gläubiger auf Freigabe des Pfandes, wurde aber abgewiesen, und die zunächst eingestellte Zwangsvollstreckung nahm ihren Fortgang. Vor dem Versteigerungstermin nahm aber der Angeklagte den gepfändeten Gegenstand an sich und entzog ihn auf diese Weise der Versteigerung. Eine solche Handlungsweise ist nach § 137 St.G.B. strafbar. Strafe: 30 Mark.
Ein 19jähriger vorbestrafter Bauschlosser wurde zu einer Gesamt gefängnis strafe von 2 Wochen verurteilt. Er hatte mit großer Frechheit in einem Hose der Frankfurter Straße von einem Fahrrad die Laterne und einige Tage später von einem anderen auf dem Bürgersteig aufgestellten Fahrrad einen Bosch-Dynamo gestohlen und beide Gegenstände dann weiterverschenkt. Der Beschenkte, der um die Diebstähle wußte, oder wissen mußte, erhielt wegen Hehlerei an Stelle einer an sich verwirkten geringen Gefängnisstrafe eine Geldstrafevon 12 Mark.
Rundfunkprogramm.
Freitag, 20. Mai.
7.05: Frühkonzert auf Schallplatten. 7.30 (Von Baden-Baden): Konzert. 12 (M., Köln und München): Konzert des Rundfunk-Orchesters. 13 (Von Köln): Konzert, Operettenmusik. 17 (Von München): Desperkonzert. 18.25: .Der Viehhandel in der Volkswirtschaft", Vortrag von Dr. C. R. Scholtz. 18.50 (Von Mannheim): Aerztevortrag: „Die Behandlung von 'Bewegungsstörungen". 19.30: „Die Braut" — und — „Wasserschlacht". zwei Kurzgeschichten, erzählt von Emil Heß. 20.45. Chansons aus zwei Jahrhunderten. 21: Klassische Musik, gespielt vom Philharmonischen Orchester Stuttgart. 22.45 bis 24: Nachtmusik, Ouvertüren und Koloratur-Arien.
Samstag, 21. Mai.
7.05: Frühkonzert auf Schallplatten. 7.30 (Von Bad Homburg): Konzert. 12: Konzert auf Schall- platten. 13 (Von Pforzheim): Mittagskonzert des Symphonie-Theater-Orchesters, Pforzheim. 14. Konzert der Kapelle Fred Hett, Stuttgart. 15.30 Stunde der 3ugcnö: Wettbewerb (Qkiftclftunöc als Wettbewerb). 17 (M. und Köln): Konzert. 18.25: „Der Mythos über Berthold Schwarz", Vortrag von Anton Fendrich, Freiburg. 18.50: „Laufendes Band und ArbeiterfchicksuU, Vortrag von Georg Schwarz. 19.30: Dom Clown der Manege zum Exzentrik des Darietes, von Helmut 3aro 3aretzki. 20.15 (Don Karlsruhe): Orchester- fonaert des badischen Landestheater-Orchesters. 21.45: Der Stein, eine Kantate für Rundfunk, von Herbert Trantow. 22.45 bis 0.30: Tanzmusik.
. (Schluß des redaktionellen Teils.)
In der Passage der Firma L. Nowack, Seltersweg, wird zur Zeit ein Maschinenschnellstopf-Appa- rat vorgeführt. Dieser Apparat „Heinzelmännchen" ist in der Tat ein Heinzelmännchen, welches es jeder Hausfrau in einigen Minuten ermöglicht, selbst die größten Löcher in allen Geweben fast unsichtbar zu stopfen. Versäume keine Hausfrau, sich diesen Apparat, der durch seine vielseitige Verwendbarkeit einzig dasteht, anzufehcn. 3779A
Lotterieglück. Die Ziehung der Steinhäuser Geldlotterie findet garantiert nächsten Samstag, den 21. Mak, unter amtlicher Aufsicht statt. 3252 Geldgewinne uni^ zwei Prämien mit zusammen 10 000 Mark kommen zur Ausspielung. Lose sind noch in den durch Aushang kenntlichen Verkaufsstellen zu Haden. Generalvertrieb für Hessen: 21. Dinkelmann, Worms a. Rh. 38590
Soll Ihr Stoff recht preiswert s.ein, kaufen Sie bei Schmücker ein
Flensungen, den 16. Mai 1932.
3871 D
Ehe Beerdigung findet Mittwoch, den 18 Mai, nachm. 3 Uhr statt.
Erda, Hausen. Herborn, den 14. Mai 1932.
3869 D
Die Beerdigung findet Mittwoch, 18. Mai, nachmittags 2 Uhr statt.
[Stellenangebote|
%u/n ß&uRßft u. fährtpu&/t derldMi2„SetfijC "PaMnärflrf-fo
Geschäfts-Drucksachen
bei Brühl, Schulstraße 7
Mer-Tees BflögJngen
und Küchenwäsche einen
[3779 A
75
Reichsmark
Reformbaus Boennel-Ernsl
Modehaus Nowack
Kreuzplatz 5
3302 D
Steinhäuser Geldlotterie Ziehung garantiert 21. Mai Gesamt-,.Höchst- und Hauptgewinne: -*10000
PFENNIG
Schnellstopf-Apparat „Heinzelmännchen1* besitzen, sie spart damit Zeit und Geld. Der Apparat ist mit einem Handgriff an der Nähmaschine anzubringen,ohne daß an derselben irgend etwas
verändert wird.
Einführungspreis
Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäfts karten
Geld sparen und JEJäfdje schonen heißt DrThompsontz Schwanpulvev
hn Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Elise Dörr, geb. Jakob.
Gießen (Frankfurter Str. 175II), den 17. Mai 1932.
Beerdigung Mittwoch, den 18. Mai, nachmittags 2%Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus.
Nach langem, mit großer Geduld ertragenen Leiden entschlief heute nachmittag um 4% Uhr sanft unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Onkel
JVßu
Doppelpaket
für Gesunde und Kranke!
Sachkundige Beratung
Neu! Neu!
Vorführung
Tüchtig, selbst, ehrl.
-HÄDCHEX
s.halbeTage gesucht.
Zu erfrag, i. d. Ge- jchaftsst.ü.G.A. 03^ ,
*/, FL RM. 2.25, '/, Fl. RM. 4.00, Ltr.-Fl. RM. 6.75. Haupt - Niederlage: Engel-Apotheke Marktplatz. 696V
Aelteres, in allen Arbeiten erfahrenes illMIMlttll mit out. Zeugnissen zum l.Juni gesucht. Borstell.4 bis7 Uhr. Bleuer. Sljlianlage 13
! yi
Tausende
M Menschen
verdanken ihren gesunden, tiefen Schlaf und ihre gek räftigten
Nerven unserem
Balhi
Herr Ludwig Theife
Polizeidiener 1. R.
im Alter von nahezu 72 Jahren.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Familie Otto Becker, Gastwirt Familie Job. Diehl, Polizeidiener Familie Karl Theiß, Merlau.
Hühneraugen
Warzen,Hornballen beseitigt restlos auch in den hartnäckigst. Ts-äUen totsicher unt. Gar. innerh.5-6 Tg. Hühneraugen-Bapia
Erhält!, nur: Löwen- Drogerie W. Kilbinger Nacht, Seltersweg 69.
Lose nur 50 Pfg., Doppellose 1 Mk., Porto u. Liste 30 Piß. In all.Verkaufst, u. A.Dinkelmann, .Worms a/Rh. : Po^rschock k'oflfd Frankfurt 7h, 20060.
Soziale «flicht
derAulgeberv. Stellenangeboten ist es, die ein« gegangen-Lewcrbungs' unterlagen (Zeugnisse, Zeugnisabschrift., Licht« bilder u.dgl.) schnellstens S'fzus. Oie Stellung« nben sind dantbar r, wenn man ihre Bemühungen zur Gr« langunq em. geeigneten Tätigkeit auf diese Weise unterstützt und sind aus diese selbstverständliche Pflicht auch angewiesm.
Gietzenev Anzeiger
Du warst zu gut, Du starbst so früh, Wer dich gekannt, vergißt Dich nie.
Unerwartet wurde unser lieber, hoffnungsvoller Sohn und Bruder
August
im fast vollendeten 19. Lebensjahre von uns •gerissen.
Die trauernden Hinterbliebenen: Karl Krombach und Familie.
Jung undfrisch bis ins höchste Alter durch unseren aus bulg.Knoblauchzwiebeln hergestellten
„ERES" Knoblauchsaft Er verjüngt den ganz. Körper, reinigt Blut und Darm, schaßt gesunde Säfte, scheidet Harnsäure und Darmgifte aus, beseitigt Fäulnis und Gärungen int Darm, setzt den Blutdruck herunter und ist bei Arterienverkalkung Herzleiden, Hämorrhoiden, Blutwallungen Blutandrang zum Kopf und Herz, Wechseljahrsbeschwerden sowie bei Darm-, Magen-, Gallen-, Leber-, Blasen- und Nierenleiden, Gicht, Rheumatismus und Zuckerkrankheit ein stets bewährtes Naturmittel. Aber verlaitgen Sie nur
„ERES“KNOBLAUCHSAFT und weisen Sie Ersatz zurück. 206) v Doppelflasche DIk. 2.-, 1 Knrpack. Mk. 5.-. Zu haben bei: Viktoria-Drog., Marktstraße 5; Löwen-Drogerie, Seltersw. 69; Drogerie Bornemann, Bahnhofstraße 17.
des neuen
Maschinen - Schnellsten! - Apparates
D.R.6.M. „Heinzelmännchen“
Jede Hausfrau muß zur Instandhaltung ihrerHaus-
ücrrocnb(?n, e5tfr so mild und rein und kostet jetjr nur noch ■
Schwanpuloer jstauch für alle Weifarbeiten in Küche undHausganz ausgezeichn
Ganz plötzlich und unerwartet wurde heute durch Gottes Ratschluß mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Bruder, Schwager und Onkel
Herr Heinrich Biirr, Gastwirt
im Alter von 74 Jahren von uns in die Ewigkeit abgerufen.
Wolf-
Doppelziehhacke
Wolf-Geräte fabelhaft.
Pflanzen stehn voll Saft und Kraft, Unkraut schwand mit Stumpf und Stiel,
Gartenarbeit — Kinderspiel.
Sehen Sie sich die zeit- und arbeitsparenden Wolf - Geräte an. Wir führen Sie Ihnen unverbindlich vor.
J. B. Häuser
Gießen, am OswaldSgarten 29ä2A
Einige gutmöblierte Zimmer in ruhig. Lage preiswert zu vermieten. Gans. n8M7 Promenadestr. 5c.


