im Golf von Aden.
Ostasienfahrer in Brand geraten. — 200 Personen vermißt.
Schweres Schiffsunqlück
Ein französischer
Paris. 16. Mai. (£11.) Der französische
Passagierdampfer..Georges Philippart" mit etwa 600 Passagieren an Bord hat im Golf von Aden Feuer gefangen. Das Schiff hat Marseille am 26. Februar mit Fahrtbestimmung nach Vokohama verlassen. Die Besatzung seht sich aus rund 300 Mann zusammen, so das; mit den Passagieren rund 9 0 0 Mann an Bo r d sind- Die Gesellschaft, die ..Mcssagcric Maritime", der das Schiff gehört, hat im Augenblick noch keinerlei direkte Nachricht- Der russische Dampfer „S o v i c t k a j a n e st" teilt mit, er habe Passagiere und Mannschaft des französischen Dampfers an Bord, der vollständig in Flammen stehe und a u f g e g e b c n sei. Der englische Dampfer „Mahsuda" hat 134 Heber* lebende ausgenommen und gibt bekannt, daß er Leichen i n s Meer versenke. Der Kapitän des englischen Dampfers ..Contractor" teilt durch Funkspruch mit. dah er 129 Gerettete an Bord habe, ein von ihm aufgenommener weib
licher Passagier sei den Berlehungen erlegen. Man nimmt an. dah der Brand in den unteren Bäumen entstanden ist und die Flammen sich so schnell verbreiteten, dah die Benutzung der Rettungsboote unmöglich war. Das Feuer soll auf B r a n d st i f t u n g zurückzuführen sein. Die Lage des Schiffes und die heftigen Flammen verhinderten ein Niederlassen der Rettungsboote. Bon den Passagieren und der Besatzung des Schisses werden 200 Personen vermißt.
Die „Georges Philippart" hat eine Wasserverdrängung von 21 500 Tonnen. Der Dampfer ist fast 173 Meter lang. 21 Meter breit und fährt mit einer Maschinenkraft von 11600 Pferdestärken 17 Knoten in der Stunde. Die „Georges Philippart", die im Dezember 1929 auf Kiel gelegt wurde, trat im Februar dieses Jahres ihre erste Auslandreise an, die ihr zum Verhängnis werden sollte.
sichern ihm das ehrende Andenken des ganzen deutschen Volkes.
(gez.) von Hindenburg, Reichspräsident.
Die Volkspariei zum Tode ihres Seniors.
Berlin, 14. Mai. (END. Eigene Meldung.) Der Pressedienst der Deutschen Volkspartei ver- ösfentlicht folgenden Nachruf für Geheim rat Kahl: Der Senior der Deutschen Volkspartei Geheimrat Dr. Wilhelm Kahl ist im ehrwürdigen Alter von 83 Jahren von uns geschieden. Sein Leben war Dienst und Treue am Vaterlande, sein Wesen menschliche Güte und hohe Weisheit. Politik und Wissenschaft beklagen gleichermaßen den Verlust eines der Besten. Ein Auge hat sich geschlossen, das die größten Tage unserer Geschichte erleben durste, als der Kriegsfreiwillige von 1871 <)euge der Kaiserproklamation und der Reichsgründung war. Es starb einer der treuen Kampfgefährten Bennigsens und Dassermanns, durch Jahrzehnte nationalliberaler Parteigeschichte ein väterlicher Freund unseres verstorbenen großen Führers Gustav Stresemann, ein Parlamentarier, der in jedem Augenblick das gute Gewissen unserer Partei, Vorbild und
Führer edelsten deutschen Bürgersinns gewesen ist. Bis in die letzten Stunden seines ehrenreichen Lebens hat Dr. Wilhelm Kahl seine unlösbare Verbundenheit mit der Deutschen Volkspartei und ihren idealen bekundet. So nahm der Tod einen guten Kameraden und unantastbaren Führer von unserer Seite.
Oie (Sfaafcparfei
zum Wahlkampf in Hessen.
WSN. Frankfurt a. M., 16. Mai. Am Samstag tagte der Vorstand des Landesverbandes Hessen der Deutschen Staatspartei, um sich mit dem bevorstehenden Wahlkampf zu beschäftigen. Einmütig war man der Auffassung, unter Aufrechterhaltung der vollen Sel b- st ä n d i g k e i t zu versuchen, in einer ein- hei tlichenLiniemi t benübrig enbür- gerlichen Parteien in den Wahlkampf einzutreten. Die Stärkung des politischen Einflusses Der Mittelgruppen gegenüber den zersetzenden Wirkungen des Radikalismus von rechts und links mühte ter bestimmende Gedanke des Wahlkampfes sein, und die Staatspartei müsse allen vernünftigen Vorschlägen, die in dieser Richtung lagen, entgegenkommen. __
Folgenschwere Llnwetierkaiastrophe an der unteren Moses.
Große Verheerungen in Dörfern und Weinbergen. - Fünf Todesopfer aus den Trümmern geborgen.
Koblenz, 16.Mai. (WIB.) heule abend ging über ganz Westdeutschland ein schweres Unwetter nieder. Besonders schwer heimgesucht wurden das Gebiet der unteren Mosel und die Höhenlagen der Eifel. Wolkenbrüche mit Hagelschlag liehen in einigen Ortschaften das Wasser in den Straften bis zu einem Meter ansteigen. Das Wasser rift alles mit sich, was im Wege stand. 21 u f der Strafte 6 o b le n } — IDeiftenturm standen die 5lut#m fo hoch, daft der Verkehr umgeleitet werden muftte. Auch die Schienen der Reichsbahn waren vorübergehend stark überflutet. Roch den ersten Nachrichten aus dem betroffenen Gebiet ergoft sich der Wolkenbruch über den HJinninger Berg fo stark, daft die Felder und Berghänge abgefpült und die gesamte Aussaat vernichtet wurde. Die Wassermasse durchfurchten die Felder in einer Tiefe, daft man glaubte, Schützengräben vor sich zu hoben. Insbesondere in der Gemeinde Güls ist der Schoden unermeftlich. Dort drangen Schlamm- und Geröllmassen meterhoch in die Straften ein und brachten zahlreiche Häuser zum Einsturz. viel Vieh, insbesondere Schweine und Kleinvieh, ist in den Geröll- und Schlommassen umgekommen.
Das Gelände, das von dem Wolkenbruch betroffen wurde, erstreckt sich noch über Winningen hinaus bis etwa Hatzenport, den bekannten Weinort. Allerdings ist es nicht möglich, aus diesen Gemeinden Nachrichten zu erhalten, da auch hier die Telephonteitungen zerstört und die Zugangswege von Geröll und Schlamm überdeckt sind. Von Reisenden, die mit der Eisenbahn moselabwärls gekommen sind, wird berichtet, daft in der Gegend von Hatzenport der Wolkenbruch die Weinberge auf weite Strecken verschlammt hat. Die Beb- stöcke samt dem Weinbergboden wurden zu Tal ge- schwemmt. In den westlichen Randgebieten des Unglücks war der Wolkenbruch von Hagelschlag begleitet, bei dem taubeneigrofte Hagelkörner niedergingen, Gärten und Felder vernichtet und selbst Personen verletzt wurden.
Stundenlang floh der Wolkenbruchschlamm zu Tal. Zwischen Güls und Winningen Hot die höhe der Wassermassen, die sich über eine Stunde, mit Geröll vermischt, zu Tal wälzten, drei Meter betragen. Da
zwischen befanden sich totes Vieh, Scheunenteile, wie Scheunentore und -dächer und Hausrat. Zahlreiche Mauern sind durch die Wassermassen eingedrückt worden. Auch der Bahndamm wurde in Mitleidenschaft gezogen, von R ü - benach wird gemeldet, daft die Wassermassen den auf einem Berghang gelegene Friedhof zum größten Teil abgeschwemmt haben, so daft Särge und Leichen freigelegt wurden. Bis 24 Uhr waren fünf Tote geborgen, und zwar eine Frau mit ihren drei Kindern, die beim Einbruch des Unglücks sich von der Strafte in eine Waschküche flüchteten und dann von den einstürzenden Trümmern begraben wurden. Ferner wurde noch ein elf Jahre alter Knabe gefunden. Ein pensionierter Eisenbahnbeamter, der sich kurz vor dem Einsturz seines Hauses in das Gebäude begeben hatte, wird noch v e r m i ft t.
Ausflügler bei Guts in einer Kapelle eingeschloffen.
Bon einer Lchupopalrouitte gerettet.
In einer kleinen Kapelle im Mühlental bei Güls ist durch die Geistesgegenwart und persönliche Tapferkeit einiger Schupobeamten e i n Unglück allergrößten Ausmaßes vermieden worden. Etwa 20 Ausflügler, die den Nachmittag zu einem Spaziergang benutzt hatten, flüchteten vor dem hereinbre- chenden Unwetter in die Kapelle. Die Flutwelle, die dann das Tal hinabbrauste, setzte die Kapelle im Augenblick fast bis zurDecke unter Wasser. Durch die Gewalt des Wassers wurden die Menschen gegen die Decke geschleudert und standen dann, als sich die Fluten etwas beruhigten, bis zum Halse im Wasser. Ein Entweichen war unmöglich. Frauen und Männer hielten die Kinder in d i e Hohe, so daß sie knapp noch in dem Zwischenraum zwischen Decke und Wasser atmen konnten. Als die ersteSchuporettungspatrouille auf die verzweifelten Hilferufe der Eingeschlossenen hin eintraf, blieb kein anderer Weg zur Rettung, als durch die Decke. Die Beamten schlugen das Dach ein und schafften durch diese Bresche die fast Ertrinkenden einzeln in Sicherheit. Don den Befreiten mußten drei mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht werden.
Geheimrat Wilhelm Kahl t-
Berlin. 14. Mai. (WTD.) Geheimrat Pros. D. Dr. Wilhelm Kahl ist heute mittag 13 Uhr in seiner hiesigen Wohnung im Alter von 83 Jah
ren an den Folgen einer Bauchfellentzündung gestorben.
Der Senior der deutschen Juristen, Wilhelm Kahl, Dr. theol., Dr. jur., Dr. med. h. c., Dr. phil. n. c., Dr. rer. pol. hc., ordentlicher Professor der Rechte, Geheimer Iustizrat und Mitglied des Reichstages, wurde am 17. Juni 1849 als Sohn des bayerischen Dezirksgerichtsdirektors Dr. jur. Friedrich Kahl in Klein-Heubach (Boyern) geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums nahm er zunächst als Freiwilliger am Kriege 1870 71 teil, erwarb sich das Eiserne Kreuz 2. Klasse, wurde Offizier bei den bayerischen Jägern und wohnte der Kaiserproklamation im Spiegelfaal des Schlosses von Versailles bei. Nach dem Kriege studierte er in Erlangen und München Rechtswissenschaften und lieft sich später als Privatdozent für Kirchen recht. Staatsrecht und
Strafrecht in München nieder. Ab 1879 wirkte er als Professor in Rostock. Erlangen. Bonn und ab 1895 an der Berliner Universität. Nach der Revolution war er auch parlamentarisch tätig, und zwar seit 1920 als Reichstagsmitglied der Deutschen Volkspartei und Vorsitzender des Rech tsauss chusses.
Wilhelm Kahl ist in der breiteren Oefsent- lichkeit namentlich durch sein Auftreten in dem von 1891 bis 1905 laufenden lippischen Thron folge st reit bekannt geworden. Er trat mehr und mehr als der erste Vorkämpfer der Strafrechtsreform hervor und hat seit 1893 als Vorsitzender der großen Staatskommission die Hauptarbeit an dem werdenden Gesetzwerk geleistet, das infolge des Krieges vorläufig nicht zum Abschluß kam.
Pros. Kahl hat sich auch um das evangelische kirchliche Leben große Verdienste erworten. Er war Mitglied des General-Synodal-Dorstandes der evangelischen Landeskirche Preußens und des deutschen evangelischen Kirchenausschusses. Während des Weltkrieges war er während der Universitätsferien als Delegierter des Roten Kreuzes im Felde. Wilhelm Kahl ist mit zahlreichen Veröffentlichungen über Strafrecht. Kirchenrecht ulw. an die Öffentlichkeit getreten und war Mitherausgeber der „Deutschen Iuristcn- zeitung".
Die Teilnahme des Reichspräsidenten
B e r l i n , 14. Mai. (WTD) Der Herr Reichspräsident hat anläßlich des Ablebens Kahls an Frau Geheimrat Kahl aus Neudeck das nachstehende Telegramm gerichtet: ..Zu dem schweren Verlust, der Sie durch das Hinscheiden Ihres hochgeschätzten Gatten, in dem ich auch den altenMitkämpservonl870 71 ehrte, betroffen hat, spreche ich Ihnen und Ihren Angehörigen meine herzliche Teilnahme aus. Die unvergänglichen Verdienste, die sich der Entschlalene in unermüdlicher treuer Arbeit für fein Vaterland um d i e Wahrung und Weiterbildung des deutschen Rechts erworben hat, unö seine hohen menschlichen Eigenschaften
Aus aller Welt.
Großfeuer bei Krupp.
Auf den Kruppschen Steinwerken brach in der Nacht zum Dienstag ein Großfeuer aus, dessen Bekämpfung mehrere Stunden in Anspruch nahm. Kilvmeierweit war der Feuerschein zu fcben. Dem näher Hinzukommenden zeigten sich haushohe Flammen, die gewaltigen Rauch entwickelten. Die Flammengarben erstrahlten mit einem riesigen Sprühfeuer gegen den Nachthim- meL Die Kruppsche Feuerwehr nahm mit allen Kräften den Kampf gegen das Riesenfeuer auf. Die städtische Feuerwehr wurde nicht zugelassen. Polizei wurde nur insoweit zugelassen, als an der Bahnseite Absperrungen nötig waren. Von nah und fern waren trotz der späten Nachtstunde Tausende herbeigeeilt, um das Schauspiel aus der Nähe zu sehen. Nach einer halben Stunde war der Brand isoliert und die Gefahr für die Nachbarhäuser ein» gedämmt. Die Arsache des Brandes ist noch unbekannt. Gegen 4 Ahr morgens war das Feuer in der Hauptsache gelöscht. Der Schaden ist sehr graft.
Grofte Berliner Sommerschau 1932: „Sonne, Lust und Haus für alle“.
Am Samstag wurde die große Berliner Sommerausstellung 1932 „Sonne, Luft und 5)aus für alle" mit einer Ansprache von Gerhart Hauptmann feierlich eröffnet, der u. a. erklärte, die Anstellung wolle den Bereich des unersättlichen Ma- chinenzeitalters, mit seinem geistlosen Menschenverbrauch einschränken und dem Menschen ein Reservat sichern, indem er seinen Geist be- reien, seine Seele erheben und sich selbst in der Verbindung mit der Natur wieder gewinnen könne. Die Technik werde endlich ihren wahren Auftrag ausführen, wenn sie dieser höchsten unter ihren Aufgaben diene. — Die Ausstellung veranschaulicht auf einer hallenfläche von 22 000 Quadratmetern und 110 000 Quadratmetern Freigelände alles, was mit dem Wochenende, der Leibespflege, der neuzeitlichen Volkshygiene und dem Kleingartenbau verknüpft.
Bundestag der deutschen Botenreformer.
Nach internen geschäftlichen Sitzungen wurde im Zoppoter Kurhause die Reihe der öffentlichen Kundgebungen des 34. Bundestages der deutschen Bodenreformer mit einer kurzen Ansprache des Führers Dr. Adolf Damaschke eröffnet, der darauf hinwies, daß das Deutschland des klassischen Liberalismus sein Ende gefunden habe. Um die Gestaltung der Zeitepoche rängen heute auf der einen Seite der menschenverderbende Mammonismus der westlichen Demokratie und der die persönliche Freiheit vernichtende Kommunismus des Ostens. Der wahre Friede könne indessen nur gesichert werden in der Bodenreform, denn nur durch sie sei ein soziales Menschenrecht und durech die Möglichkeit der Auswertung der Arbeit die in dem klassischen Liberalismus angestrebte Freiheit des Individuums gesichert. Dem mit begeistertem Beifall aufgenommenen Vortrag Damaschkes gingen Degrüßungsworte des Zoppoter Magistrats und der Zoppoter Ortsgruppe der Bodenreformer voraus.
Sieben Todesopfer ter Alpen.
Während der Pfingstfeiertage ereigneten sich in den Bergen mehrere schwere Anglücksfälle. 'Bei Kochel stürzte am Sonntag der Tourist Hans Gleizner aus München tödlich ab. — Am Pfingstmontag stürzten am Wiesbachhorn die Münchnerin Toni Schmid, die im Vorjahre mit ihrem Bruder d i e Matterhornnord- wand erstmals erkletterte, und Ernst Krebs, ein bekannter Skifahrer, ab. Toni Schmid verunglückte tödlich. Ernst Krebs wurde schwer verletzt. — Im Wilden Kaiser stürzte der Student Siegfried Grünebaum aus München unterhalb der Steinernen Rinne ab. — In der Gimpelsüdwand verunglückten tödlich durch Absturz die Touristen Waldemar Wange und Georg Hübel aus Kaufbeuren. — Am P i z B u i n in der Silvretta stürzte Michael Frank aus Lindau tödlich ab. - An der Rotwand b e i Schliersee erlitt Ludwig Lehner aus Pasing bei München bei einem Absturz schwere Verletzungen. — Am Latschenkopf bei Lenn» g r i e s im Gebiet der Denedikteüwand stürzte Karl Meyer aus Pasing nebst einem zehn» jährigen Jungen ab. Der Junge ist tot, Meyer schwer verletzt.
Sechs Tote bei einem kraslwagenunglück im harz.
Ein Berliner Lieferauto, in dem 30 Breslauer Touristen fuhren, stürzte auf einer Fahrt im Harz so unglücklich um, daß sechs Personen getötet wurden. Das ilnglücf ereignete sich auf dem Wege von Clausthal nach der Söfeltalsperre. Wie der Kraftwagenführer erklärt, ist das Anglück daraus zurückzuführen, daß plötzlich, als sich das Ausflüglerauto in ft eilet Abfahrt befand, die Bremsen rissen. Der Wagen suhr mit einer Geschwindigkeit von etwa 60 bis 80 Kilometer. Am das Schlimmste zu verhüten, und den Absturz in einen Abgrund zu vermeiden, hat der Führer den Wagen gegen einen Hang auf der linken Straßenseite gesteuert. Von hier aus rollte er zurück und überschlug sich. Infolge des starken
Autoverkehrs in dieser Gegend hatten sich bald Hunderte von Menschen an der Anglücksstelle eingefunden, die den Verunglückten unter Hinzuziehung von Sanitätspersonal die erste Hilfe leisteten.
Schweres Aulounglück bei Nordhausen.
Auf einer steilen Straße verlor der Führer eines Ausflüglerautos aus Magdeburg in einer Kurve die Gewalt über seinen Wagen. Das Auto stürzte die etwa 20 Meter hohe Böschung hinab und wurde völlig zertrümmert. Der Führer war sofort tot, ebenso eine Mitfahrerin Frau Horchmann, während ein weiterer Insasse, der Bäckermeister Debe, auf dem Transport nach dem Nordhausener Krankenhaus verstarb. Der Zu st and von weiteren vier Insassen wird von den Aerzten als fast hoffnungslos bezeichnet.
Schweres Derkehrsunglück in Nürnberg.
In Nürnberg geriet ein auswärtiges nach Darmstadt fahrendes Auto an der Straßenbahnhaltestelle Waldlust in der Regensburger Straße, als es einem ihm entgegenkommenden Motorradfahrer ausweichen wollte, auf denGeh steig, wo sich eine größere Anzahl auf die Straßenbahn wartender Personen befand. Das Auto ritz einen Laternenpfahl um und fuhr in die Menschengruppe hinein. Elf Personen wurden verletzt.
Ein Kanu auf dem Rhein gekentert.
Die Kanu-Pfingstfahrt einer Donner Gesellschaft fand in Andernach einen bedauerlichen Abschluß. Von vier Booten, die sich auf der Heimfahrt befanden, kenterte infolge eines Gewitter sturmes ein Doot, das mit einem Herren und einer Dame beseht war. Während die Dame gerettet werden konnte, wurde der Mann, der sich noch eine zeitlang schwimmend über Wasser gehalten hatte, plötzlich vor den Augen seiner Degleiter in d i e Tiefe gerissen. Seine Leiche konnte noch nicht geborgen werden.
Lebrun macht von seinem Gnatenrecht Gebrauch.
Der neue französische Präsident der Republik hat erstmalig von seinem Gnadenrecht Gebrauch gemacht und den vom Pariser Schwurgericht wegen Ermordung einer Rentnerin zum Tode verurteilten Eugen Doyerbegnadigt.Boyer war mit seinemDruderzumTodever« urteilt worden. Präsident Doumer hatte die Strafe seines Druders in lebenslänglicheZwangs- arbeit umgewandelt, während Eugen am 7. Mai hingerichtet werten sollte. Die Guillotine war bereits aufgebaut und ter Scharfrichter hatte sich schon im Gefängnis eingefunten, um den Todeskandidaten in Empfang zu nehmen, als in letzter Minute der Befehl vom Innenministerium erteilt wurde, die Vollstreckung des Arteils D erlauf i 9 aufzuschieben. Die Ermordung Doumers gab hierzu direkte Veranlassung. Der Tod Doumers hat jetzt dem Verurteilten das Leben gerettet.
Folgerungen aus der Lindbergh-Tragödle.
Nach wie vor sind die Frontseiten ter amerikanischen Blätter mit Berichten und Kommentaren über die Tragödie Lindbergh bedeckt. Als charakteristisch in feiner scharfen Stellungnahme kann ein Artikel der „Herald Tribüne" bezeichnet werden, der erklärt, es hantele sich bei dem ganzen Vorfall um eine Demütigung der gesamten Nation. Ganz abgesehen von dem Menschenraub und dem Mord werde aus den Losegeldschwindlereien ersichtlich, dah die Verbrecherwelt fest entschlossen sei. aus ter Machtstellung, die sie sich im inneren Leben Amerikas verschafft habe, kräftig Kapital zu schlagen. Mit einem deutlichen Ausfall gegen die Prohibition schließt der Artikel mit ter Feststellung, wenn heute das Verbrecher- tum eine herrschende Stellung einzunehmen beginne. fei dies nur die Folge davon, daß Amerika selbst einem hoffnungslosen Er- periment zuliebe die Anterwelt auf den Thron erhoben habe.
Die kanadische Regierung gegen die Nacktkultur.
Die kanadische Regierung hat einen erbitterten Vernichtungsfeldzug gegen die Nacktkulturbewegung eröffnet. Die Gefängnisse in Nelson und Grand Forts sind mit Personen, die sich der Nacktkultur schuldig gemacht haben, überfüllt. In Grand Forks müßten besondere Zelte für die Gefangenen aufgeschlagen werden, da sie keinen Platz in dem Gefängnisgebäude hatten. Im Gefängnis von Nelson sind die gefangenen Nacktkulturanhänger in einen Hunger st reik als Protest gegen die Trennung von ihren Kindern eingetreten, eie verbringen ihre Zeit mit dem Singen von kirchlichen Liedern. Allein in den letzten Tagen hat die Polizei ü b e r 5 0 0 Männer und Frauen verhaftet, die an Nacktparaden teilgenommen hatten und die zum größten Teil der russischen Sekte „e ö b n e der Freiheit" angeboren. Das Gericht hat die strengsten Urteile gefällt. 250 Nackt- bater, darunter 52 Frauen, sind zu j e 3Iahren Gefängnis verurteilt worden. Es ist beschlossen worden, einige der Verurteilten nach Abbüßung ihrer Strafe des Landes zu verweisen.


