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Sturmszenen im Hessischen Landtag
Der Lleberfatl auf den Abg. Buttler. Die Täter nod) nicht festgcstcllt.
Darmstadt, 16. Febr. (WSR.) Heute nachmittag ist der Abg. Buttler operiert worden. Es wurden ihm verschiedene Knochensplitter
Gegen Dr. O t t 0 Strasser, den Herausgeber der zur Zeit verbotenen „Schwarzen Front" und Führer der Kampfgemeinschaft revolutionärer National so- zialisten, ist ein Hochverratsverfahren eingeleitet worden. Es stützt sich auf eine Beihe von Artikeln in der „Schwarzen Front"
Kleine politische Nachrichten.
Der Ehrenvorsitzende der Liga für Menschenrechte, Ferdinand D u i s s 0 n, der vor einigen Jahren zusammen mit Professor Quidde den Friedens-Aobel-Preis erhielt, ist im Alter von 90 Jahren gestorben.
für ihre eigene Erzeugung zu liefern. Die Folge davon sei weitere Arbeitslosigkeit. Heute stehen wir am Beginn eines Kampfes, der geführt wird um Deutschland, um den Weg, den cs gehen soll in der Zukunft. Wenn unsere Gegner sagen, unser Kandidat ist-die Gewähr dafür, daß es bleibt, wie es war. Wohlan: Wir wollen, daß es anders wird. Ihnen schwebt vor Augen das Deutschland, das im Aovember 1918 begründet wurde, uns schwebt vor Augen ein Deutschland, das sich als e i n w i r k l i ch e r Hort der Freiheit und des Lebens erweisen soll. Sie sehen vor sich, das Deutschland der Rot und des Elends, das Deutschland der Unterdrückung, und wir sehen am 13. März vor uns ein Deutschland der Größe, der Macht, der Herrlichkeit und der Frei- h e i t".
herausgenommen, doch konnte die Kugel noch nicht entfernt werden. Der Zustand des Verletzten ist ernst, aber nicht schlechter als gestern. In Verbindung mit dem Lieberfall auf Buttler sind verschiedene Mitglieder des Reichsbanners in Eberstadt wegen des Verdachts der Llrheberschaft gestern abend noch von der Landjägerei f e st g e n 0 m - men worden. Die sofort aufgenommene Vernehmung der Sistierten hat aber einwandfrei ergeben, daß sie als Täter nicht in Frage kommen, worauf sie wieder freigelassen wurden. Inzwischen hat die Polizei zwei Mitglieder der kommunistischen Partei f c ft genommen, deren Alibi zur Zeit der Tat gegenwärtig einer Nachprüfung unterzogen wird. Die Llntersuchung des Verletzten hat ergeben, daß der Schuß nicht von gerade rückwärts, sondern waagrecht im rechten Winkel in die Gegend des Rückgrates eindrang. Der Täter muß sich also unmittelbar auf der rechten Seite Buttlers, und zwar in dessen nächster Rahe, befunden haben, denn das Einschuhloch im Rock des Verletzten weist eine etwa dreimark- stückgrohe Brandstelle auf. Es ist daher kaum verständlich, daß der Lieberfallene, wie er bei seiner ersten Vernehmung angab, von dem Täter überhaupt nichts gesehen haben soll.
Wirtschaftskrise (nationalsozialistische Zwischenrufe: Eine Folge der Erfüllungspolitik!) keine spezifisch deutsche Krise ist. Die Etats von England, Amerika, Italien schließen mit hohen Fehlbeträgen ob. Die hessische Wirtschaft hat durch die Besatzung wesentlich gelitten. Aber seit der Aufstellung des Budgets hat sich die schwebende Schuld nicht erhöht. In der schwebenden Schuld sind doch auch die Gegenposten für erhebliches Staatseigentum enthalten, für Bauten, Gelände usw. Solange ich das Schicksal habe, noch Finanzminister in Hessen bleiben zu müssen, werde ich mich bemühen, daß in Hessen Gerechtigkeit herrscht, und nicht etwa zu tun, wie es Herr Dr. Müller gesagt hat, als ob Gerechtigkeit herrsche. Auf den Kopf der Bevölkerung entfallen in Bayern 61 Mk., in Sachsen 59,50 Mk., in Thüringen 80 Mk. (Hort! Hört!) und in Hessen nur 53 Mk. Staatsschulden.
Abg. Keil (K.), bei dessen Rede die Rationalsozialisten den Saal verlassen, polemisiert gegen den nationalsozialistischen Redner. Der Rational- soziolismus ist das Lieberfallkommando des Kapitalismus gegen die Arbeiterklasse. Der nationalsozialistische Minister in Thüringen hat als erster die Regersteuer eingeführt und beigetrieben. Wenn die nationalsozialistischen Anträge im Landtag vor seiner Auflösung alle behandelt werden sollen, da ist der Landtag in 25 Jahren noch nicht aufgelöst und Leuschner noch immer am Ruder.
Abg. Lutz (S.) erklärt: Es genüge, den Ratio- nolsozialisten Braunschweig und Thüringen vor Augen zu halten. In Thüringen haben sie die Schulden von 7 auf 120 Millionen gesteigert und in Braunschweig fehle heute noch das versprochene Arbeitsbeschaffungsprogramm. Wo die Rationalsozialisten bisher in die Regierung kamen, haben sie genau so gehandelt, wie sie es bei anderen kritisieren.
Abg. Dr. Riepoth lDVP.) erklärt, was wir seit dem 15. Rovember hier im Landtag erlebt haben, wird niemals zu einer Gesundung der Finanzen führen. Das hessische Volk hat am 15. Rovember mit Mehrheit beschlossen, daß die Finanzpolitik der Weimarer Koalition aufhören solle. Das Volk fordert, daß die größte Partei des Landes verantwortungsbewußt handelt. Ich werde daher für eine der nächsten Sitzungen beantragen, die Wahl eines neuen Staatspräsidenten vorzunehmen. (Hört, hört.)
Abg. Böhm (Dnt.) griff den Finanzminister besonders wegen seiner Anleihepolitik an. Hessen habe für seine beiden letzten Anleihen 530 000 Mk. Provision bezahlen müssen. Was will der Herr Finanzminister tun, damit die hessischen Staatsanleihe-Besitzer durch die Kursgestaltung nicht ihr Vermögen verlieren?
Abg. H e i n st a d t (Z.) erklärt, wie im Reich die Parteien, die sich besonders national nennen, dann versagen, wenn das Volk ihren Dienst erwartet, so geht es heute hier. Die Debatte schädigt den Kredit Hessens ganz ungeheuer. «Widerspruch der Rationalsozialisten.) Mit Lärm und Riederschreien wird an den Dingen nichts geändert. Wer solche Anträge stellt wie die Rationolsozialisten, hat kein Recht, den Finanzminister onzugreifen. Sie haben ja selbst tzugestehen müssen, daß sie Anträge stellen, ohne daß die Mittel dafür vorhanden sind. Wer solche Anträge stellt, begeht ein Verbrechen am hessischen Volke.
Abg. Schreiber (Staatspartei) erklärt, die Klagen der Rationalsozialisten über den Fall Buttler stünden in einem merkwürdigen Gegensatz zu ihrem Amnestie-Antrag, allen politischen Verbrechern Straffreiheit zu gewähren, denn das würde ja zur Ausbreitung des Mordes führen. Die Durchführung des deutschen Einheitsstaates kann die Finanzlage des Landes erleichtern.
Abg. Fenchel (Landvolk) stellt fest, daß der Finanzminister heute zugebe, in den vergangenen Jahren Aufgaben finanziert zu haben, die der Staat nicht habe übernehmen dürfen. Draußen haben die Rationalsozialisten gegen uns wegen unserer Beamtenfeindlichkeit agitiert, und jetzt sind sie noch „beamtenfeindlicher" als wir. Die Lage der Landwirtschaft ist katastrophal, und die „schwarze Fahne" ist auch in Oberhessen aufgetaucht „Helfen Sie zu verstärktem Verbrauch der deutschen Erzeugnisse!" (Beifall.)
Es folgen zahlreiche kommunistische Anfragen und Antworten der Regierungsvertreter. Das Haus leert sich schnell. Die Sitzung wird aus Mittwoch vertagt.
Oer Kall Buttler.
Darmstadt, 16. Febr. (WTB.) Im Hessischen Landtag verliest nach den Eröffnungsformalitäten Abg. Lenz (Ratsoz.) die von uns gestern veröffentlichte Erklärung zu dem Lieberfall auf den Abg. Buttler. Sofort entsteht e i n wüster Lärm, in dem jedes Wort untergeht. (Zurufe: „Sie haben Schäfer vergessen!" Zuruf von nationalsozialistischer Seite: „Der hat sich selbst verwundet." Der Redner wird wegen beleidigender Aeuherungen gegen den Innenminister zur Ordnung gerufen.
Staatspräsident Or. Adelung:
Zu der Erklärung des Abgeordneten Lenz, deren unerhörte und unparlamentarische Form von dem Herrn Präsidenten bereits durch einen Ordnungsruf gerügt wurde, habe ich zu bemerken, daß die Regierung nicht „unrechtmäßig" im Amt ist, sondern hier auf Grund zwingender Bestimmungen der Verfassung steht. Ich bitte, sich doch endlich einmal die hessische Verfassung genau anzusehen. An den überaus traurigen und bedauernswerten Vorfall mit demAbgeordnetenButtler hat der Abgeordnete Lenz eine Warnung an d ie Regierung geknüpft, die ich als unangebracht und ungehörig scharf ^urüd- weise. Die Regierung und ihre Organe haben hier und in allen Fallen ihre Pflicht getan ohne Ansehen der Partei und Person. Sie lassen sich darin durch nichts und durch niemanden beirren. (Hier sehen wieder dauernd Zwischenrufe ein. Der Redner wird niedergefchrien.) Zur Zeit herrscht eine Verrohung und Verwilderung der politischenSitten, wie sie nicht mehr überboten werden kann. Revolver und Dolch sind keine politischen Lieberzeugungsmittel. Von solchen Methoden muß sich jeder Denkende mit Abscheu abwenden. Zwei Abgeordnete dieses Hauses (Rufe der Rationalsozialisten: „Es ist nur einer!" Ruf des Abgeordneten Galm: „Der andere wurde von euch Äebermenschen er» schlagen!" Reuer Tumult.) liegen mit Schuhver- lehungen in Krankenhäusern. Die letzte Llrsache all dieser Roheiten liegt in der hemmungslosen und bedenkenlosen Hetze in Rede und Schrift gegen politisch Andersdenkende. (Großer Lärm bei den Rationalsozialisten.) Die Regierung ist gewillt und auch imstande, für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Sie appelliert an das Verständnis und das Anstandsgefühl der Bevölkerung, sie in ihrem Bestreben zu unterstützen.
Abg. P 0 st (Komm.) bezeichnet den Anschlag auf den Abg. Buttler als einen Akt der nationalsozialistischen Feme. (Sehr richtig links. — Schlußrufe bei den Rationalsozialisten.) Die Rationalsozialisten haben überhaupt fein Recht, hier die Linschuldigen zu spielen, denn sie rufen selbst zum planmäßigen Mord auf. (Tumult.) Der nationalsozialistische Fraktionsführer hat draußen auf dem Flur zu seinen Abgeordneten gesagt: „Jungens nun macht mal einen anständigen Krach!
Abg. Zinnkann (Soz.) weist die nationalsozialistische Erklärung zurück. Die Sozialdemokratie habe stets erklärt, daß sie Gewaltmaßnahmen im politischen Kampf verabscheut. Aber ausgerechnet die Rationalsozialiften wollen sich beschweren, deren Führer bis an die Knöchel im Blut waten wollen und öffentlich zu Gewalttaten auffordern. Wir warten die Aufklärung des Falles Buttler ab und werden dann weiter darüber sprechen.
Kritik an Hessens Finanzlage.
Der Staatsvorschub für den Detr'eb des Krüppelheims der Orthopädischen Llniversitäts- Klinik in Gießen, für den sich die Abgeordneten Frau Pringshaim (S.), Frau Schmidt (K.) und Winkler (Z.) aussprachen, wird einstimmig genehmigt.
Zu der Großen Anfrage über die Fi n anz- u n d Kassenlage des Landes erklärt Abg. Dr. Müller (Ratsoz.), die Antwort der Regierung geht an den uns wichtigen Fragen vorbei. Die 1,3 Millionen Hessen seufzen unter einer 80-Mil- lionenschuld, deren Tilgung und Verzinsung noch spätere Generationen zu Zinssklaven machen wird. Entgegen den Erklärungen des Finanzministers werden die Holzgelder und die Steu- ernnoch vielweiter zurückgehen. Wenn wir mit der heutigen Lage die Denkschrift zum Etat 1931 vergleichen, dann sehen wir daraus die Begabung zur Romanschriftstellerin. Die Ausgaben für Pensionen sind ebenfalls nicht zwangsläufig und wenn wir zur Macht kommen, werden wir die Mittel dazu haben, sie zu streichen. Wenn wir zur Macht kommen, dann toerben wir das Buch von Soll und Haben, von Schuld und Sühne aufschlagen: dann wird der ungeheuren Schuld die entsprechende Sühne gegenüber- gestellt, und das wird der erste, moralisch ausgeglichene Etat in Hessen sein. („Heil!" und Händeklatschen bei den Nationalsozialisten.)
Finanzmimster Kirnberger:
Auf die polemischen Ausführungen des Vorredners, der es sich sehr leicht gemacht hat, brauche ich nicht zu antworten. Sachlich hat Herr Dr. Müller noch nicht gemerkt, daß die W e 11 -
und auf Reden, die der Führer der Revolutionären Rationalsozialisten in den letzten Monaten gehalten hat.
Der R e i ch s r a t hat der Vorlage des Reichs- arbeitsministers zugestimmt, wonach mit Rücksicht auf die außergewöhnliche Arbeitslosigkeit in Deutschland im Jahre 1932 die Beschäftigung neu einreisender a u s l ä n d i s ch e rLand- a r beiter verboten ist. Der Reichsarbeits- Minister hat eine entsprechende Anweisung an den Präsidenten der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung gerichtet.
Das sozialdemokratische Arbeits- beschaffungsprogramm.
Berlin, 17. Febr. (VDZ.) Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat zwei Gesetzentwürfe über Arbeitsbeschaffung und Förderung des Kleinwohnungsbaues sowie über die Lim- gestaltung der Gebäudeentschuldungssteuer (Hauszinssteuer) im Reichstage eingebracht. Die beiden Gesetzentwürfe gehen davon aus, daß die Lage des Baumarktes sich außerordentlich verschlechtert hat und in den kommenden Monaten zur völligen Katastrophe zu führen droht, weil öffentliche Mittel für den Wohnungsbau nicht mehr zur Verfügung stehen werden. Llm solche öffentlichen Mittel trotz der Senkung der Hauszinssteuer um 20 Prozent wieder freizumachen, fordert die Sozialdemokratie, daß die Hauszins st euer in eine öffentliche Rentenschuld umgewandelt werden soll. Die Rentenschuld soll 20 Jahre laufen, ablösbar sein und den Klein- besih von jeglicher Mehrbelastung frei lassen. Durch möglichst genaue Anpassung der Rentenschuld an den Kapitalgewinn, den die Hausbesitzer durch die Inflation gemacht haben, soll ohne allgemeine Mehrbelastung der Hausbesitzer ein höherer Ertrag als bei der Hauszinssteuer nach Durchführung der 20vrozentigen Senkung erzielt werden.
Da aber die auf oiese Weise zu beschaffenden öffentlichen Mittel für den Wohnungsbau a u f keinen Fall ausreichen werden, sehen die sozialdemokratischen Gesetzentwürfe außerdem die Auflegung einer Reichsanleihe für Arbeitsbeschaffung vor. Durch diese Anleihe soll das im großen Umfange gehamsterte Bargeld hervorgelockt und wieder derWirtschaft nutzbar gemacht werden. Zwei Drittel des Ertrages sollen für den Kleinwohnungsbau Verwendung finden.
plane des AOGB.
Berlin, 16. Febr. (ERB.) Die BuudeSaus- fchuhfitzung des ADGD. befaßte sich mit dem Problem der Arbeitsbeschaffung. Tarnow vom Holzarbeiterverband führte über seinen Arbeits- beschaffungsplan auf dem Wege der Kreditausweitung u. a. aus: Die öffentlichen Körperschaften, die berufen sind, Arbeiten auszuführen, sollen Schuldverschreibungen ausstellen, die von der Reichsbank als Deckung für die von ihr eröffneten Kredite aufgenommen werden. Wir denken an die Beschäftigung von einer Milli on Arbeiter. Dies wird einen Aufwand für Löhne, Gehälter und anderes mehr von etwa 2 Milliarden Mark erfordern. Davon werden aber rund 600 Millionen Mark von vornherein durch die frei werdenden Arbeitslosenunterstützungen gedeckt. Es kommen noch Steuern und soziale Abgaben der bei den öffentlichen Arbeiten beschäftigten Arbeiter hinzu. Cs bleibt also eine zusätzliche Leistung von höchstens 1,2 Milliarden Mark übrig. Run bestehen allerdings über den von uns aufgestellten Finan- zierungsplan durch Kreditschöpfung sehr starke Meinungsverschiedenheiten, auch in unseren eigenen Reihen. Das hindert uns daran, aus dieser bestimmten Idee eine politische Aktion zu machen. Wir -müssen uns darauf beschränken, das Prinzip der aktiven Konjunkturpolitik durch Arbeitsbeschaffung herauszustellen.
In einer einstimmig angenommenen Entschließung heißt es: Die Reichsregierung hat erklärt, daß die letzte Rotverordnung den Schlußstrich unter die Deflationsperiode ziehe. Der offensichtliche Mißerfolg ihrer Wirtschaftspolitik muh sie zu der Erkenntnis zwingen, daß sie nunmehr vor der Aufgabe steht, wirksame Maßnahmen zur Belebung der Wirtschaft zu treffen. Die allgemeine Verkürzung der Arbeitszeit, die Beseitigung der Lleberarbeit und die ernsthafte Bekämpfung des Doppelverdienertums erfordern nur den entschlossenen Willen der Reichsregierung zur Durchführung dieser Maßnahmen. Die Gewerkschaften erkennen nach wie vor die Rotwendigkeit air, der allgemeinen Weltwirtschaftskrise durch eine aktive Außenpolitik entgegenzuwirlen. Jnnerpolitische Maßnahmen allein können nicht dauernd Helsen. Aber möglich als ein Anfang und entscheidend in der heutigen Situation im eigenen Lande ist eine Arbeitsbeschaffung großen Ausmaßes.
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Aus aller Well.
Einbrüche bei der amerikanischen Delegation in Gens.
Am 2., 3. und 4. Februar erfolgten nachts Einbrüche, zuerst bei dem Botschafter G i b s 0 n, bann bei Senator Swans 0 n und schließlich bei dem Presseattache. In allen Fällen wurden die Koffer offenbar nach politischen Dokumenten durchsucht. Entwendet wurde nichts. Irgendwelche wichtigen Dokumente sind den Tätern nicht zu Gesicht gekommen, da alles politisch Bedeutsame, auch der Telegrammschlüssel, im Safe sicher verwahrt ist.
Eine englische Verbündete Gandhis.
Fräulein S l a d e , Tochter eines englischen Admirals und treue Anhängerin Gandhis, den sie bei seinen letzten europäischen Reisen begleitete, wurde durch die Polizeibehörde gebeten, Bombay binnen 24 Stunden zu verlassen. Fräulein Slade hat einen Werbesecdzug für die indischen Gewebe geleitet und hat mit den noch auf freiem Fuß stehenden Kongress ührern in engen Beziehungen gestanden. Wie verlautet, wird sie sich weigern, aus Bombay abzureisen.
Schießerei in einem Pariser Lase.
In einem Boulevard-Cafö hat der 32 Jahre alte Argentinier Fernandez L u i z drei Landsleute durch Revolver sch üsse tödlich verletzt. Luiz wurde verhaftet. Bei seinem Verhör gab er an, daß er seine Landsleute nach längerem Suchen in Paris gefunden habe und mit ihnen eine Auseinandersetzung wegen einer grohenSpiel- schuld gehabt habe. Er habe in dem Augenblick geschossen, als seine Landsleute nach ihren Taschen griffen, wahrscheinlich um ihnniederzuschie» ßen. In den Taschen zweier der Argentinier wurden tatsächlich Revolver gefunden.
Hochwasserkalastrophe im Donaudelta.
2m Donaudelta hat sich eine gewaltige Ratur- katastrophe zugctragen. Infolge emer Wasser- st a u u n g auf dem Donauabschnitt bei Braila ist eine gewaltige Flutwelle vermischt mit Eisschollen auf die niedriggelegene Gemeinde D a I - c 0 v niedergegangen. Das Llnglück geschah zur Rachtzeit, so daß die Bevölkerung nur notdürftig bekleidet die Häuser verlassen konnte und auf den benachbarten Anhöhen bei 30 Grad Kälte Zuflucht suchen mußte. Wehr als 400 Personen sollen mit schweren Frostschäden in die Krankenhäuser eingehefett worden sein.
Sieben Lskimodörfer durch Sturmfluten vernichtet.
Erst jetzt wird bekannt, daß kurz vorWeih- nachten sieben Eskimodörfer auf der Relson- Inselgruppe im Beringomeer durch Sturmfluten völlig vernichtet wurden. Bei dieser Katastrophe dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach keiner ihrer Einwohner mit dem Leben davon g e k 0 m m e n sein. Walfischjäger, die die Rachricht hierherbrachten, berichten, sie hätten zahlreiche Leichen von Eis umschlos- s e n gefunden. Die Sturmfluten haben übrigens die ganze Inselwelt zwischen der Koskowin-Bucht und dem Cap Romanzof heimgesucht.
veberschwernmungen auf der Halbinsel Malakka.
Eine der größten Eisenbahnbrücken an der Ostküste der Halbinsel Malakka ist durch Wasser zerstört worden, so daß die 'Verbindung zwischen Pakang und Kelanten unterbrochen ist. Fünf E1 ng c b d r ene fin in den Fluten umgekommen. Der Schaden ist beträchtlich, besonders in den Bezirken Kuala und Kangsar.
Raubüberfall auf eine Sparkassensiliale.
In der Sparkasse Wandsbek bei Hamburg er- schienen zwei junge Leute und forderten den anwesenden Sparkassenbeamten unter Bedrohung mit dem Revolver auf, das Geld herauszugeben. Als sich der Beamte weigerte, versetzten sie ihm einen Schlag vor den Kopf und 1 entrissen ihm die Brieftasche mit etwa 500 Mark
Inhalt. Durch den Schlag erlitt der Ueberfallene eine stark blutende Kopfwunde. Hausbewohner und Straßenpassanten verfolgten die Täter, konnten sie aber nicht erreichen. Der eine Räuber lief querfeldein und schoß auf seine Verfolger, ohne jedoch zu treffen.
Die Lungenpest auf Java.
In mehreren Orten Ost- und Mitteljavas herrscht seit mehreren Wochen eine Pestseuche. Dor etwa Monatsfrist brach sie in einer nordwestlich von Bandung liegenden Ortschaft aus, wo ihr achtzehn Menschen zum Opfer fielen. Gegen Ende Januar wurde amtlich bekanntgegeben, daß auch in anderen Ortschaften, vor allem in der Umgebung der Stadt Surabaja, Pcst- erkrankungen aufgetreten seien. Nunmehr wird aus Samarang berichtet, daß im dichtbevölkerten mitteljavanischen Distrikt Kadu der in der Regentschaft Temanggung liegende Ort Lemuk von der Außenwelt abgeschlossen werden mußte, da in der verflossenen Woche 14 Todesfälle durch Lungenpest zu verzeichnen waren.
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* lehnet a Graupeln, e MtDel R <iewitter.(g)wind$tiiie.«CK «nr eienter O51 .$5 massiger $üd$udwe$t. q stürmischer hordwesl ne Piene fliegen mit dem Winde Die neiden Stationen stehenden Zähen geoen die Temperatur an. Die Linien Verbinden Orte mit gleichem iul Meeresniveau umgertchnelen Luftdruck
’-ltic t tc ruv i u u v i agc.
Das Hoch über den britischen Inseln dehnt seinen Einfluß östlich aus, so daß auch bei uns Saromcteranftieg erfolgte. Obwohl durch die umfangreiche Störung im Rorden wärmere Luft bis nach Dänemark und dem deutschen Küstengebiet vorgedrungen ist, wirb unser Gebiet boch mehr von dem hohen Druck beherrscht. Infolgedessen hält das gegenwärtige Wetter mit seinen nächtlichen Strahlungsfrösten noch an.
Aussichten für Donnerstag: Dunstig und wolkig mit Aufheiterung, nachts leichter Dtrahlungsfrost, trocken.
Lufttemperaturen am 16. Februar: mittags 5,4 Grad Celsius, abends minus 1,5 Grad: am 17. Februar: morgens minus 5,0 Grad. Maximum 5,8 Grad, Minimum minus 6,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 an Tiefe am 16. Februar: abends minus 0,8 Grad: am 17. Februar: morgens minus 0,8 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 8% Stunden.
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Nach einer h den Obstanbau hielt Äaatssöi Vortrag über gründung türlich tei läge". Doge' fei nicht nur । Volkswirtschaft' tivierung des türlichen Cris die ihnen wie nicht mit fünft Werte Ralur der korrigiert Vögeln [tilget f«n. Hier seien der einen Seit die Höhlenbrü Nen zu pslec ^Aasten zu b Nungen, unt eniftzrechen. De
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