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Aus Der Provinzialbaupifiodt

Gießen, den 17. Februar 1932.

Kreis-Obst- und Garienbauvere n Gießen.

Unter der ßeihmg feine» ersten Vorsitzenden, Polizeidirektor Wolf (®ießen). hielt der Äret» - Obst- und G a r t c n b a u v e r c i n Drehen am LamStagnachrnittag feine Haupt- verfammlung ab, die außerordenllich gut besucht war. Der Saal de» Katholischen DcreinShauseS war bi» auf den letzten Platz befeht.

Polizeidirektor Wolf begrüßte die Mitglieder und die Gäste, sprach kurz von den Fortschritten, die im Obstbau im DercinSgebict zu verzeichnen seien, forderte auf, darauf hinzuwirken, daß die Hausfrauen da» einheirnifche Obst mehr be­vorzugen. verlangte aber andererseits von den Obstzuchtern, baß fie unter allen Umständen dafür Jorgen, einwandfreie, gleichmäßig gute Quali­täten in vorschriftsmäßiger Verpackung auf den Markt zu bringen. Gr begrüßte sodann die neu aufgenommenen Vereine «Mainzlar. Xrai» a. b. ßumba, SttingShausen und Albach). Oekonomie- rat Dreibenbach begrüßte die Versammlung im Hamen de» LanbwirtfchaftSkammerauSschutseS für Ober helfen.

Die Rechnung von 1931 verzeichnete in Sinnahmen 1966.15 Mark, in Au«gaben '2266.43 Mark. Die Mehrausgabe wurde au» dem Ver­mögen gedeckt Die Rechnung wurde genehmigt. Der Voranschlag für 1 932, der in Sin­nahmen und Ausgaben mit dem Betrag von 1925 Mark abschließt, wurde gutgeßeißen. Dem Rechner wurde Entlastung er eilt. 3m neuen Haus­halt ist vorgesehen, den größten Teil der aufkom- menden Beträge den Vereinen zur Weiterarbeit im Obstbau wieder zuzuleiten.

3m Anschluß daran gab Obstbauinspektor Enklcr vom Landwirtschaft-kammerau-schuß einen interessanten Bericht über seine Tätigkeit. Sr teilte u. a. mit, baß in ber Provinz Ober­hessen etwa 750 Bäume umgepfropft worben seien unb etwa 7000 Edelreiser zum Versand kamen. 3m Rohmen ber Schädlingsbekämpfung seien in Oberhesfen insgesamt 19 500 Bäume ge­spritzt worben Auf biefem Gebiete müffe aller­dings noch weit mehr geschehen. Energischen Kampf gelte e- besonder» gegen bie Zwetschen- Ächildlau« zu führen. 3m Laufe be» vergangenen 3ahreS feien viele Vorträge gehalten worben, auch bie veranstalteten Kurse feien regem 3nter- esse begegnet. Zum Schluß tagte er den Daum- toartern, die zahlreich zur Versammlung erschie­nen waren. Dank für ihre wertvolle Arbeit.

Polizeidirektor Wolf gab sodann noch einige Zahlen über die Einsuhr landfremden Obste» be­kannt. 3m 3ahr 1931 seien z. D. auf dem Bahn- Hos Frankfurt a. M. für 7 Millionen Mark italienische und spanische Apfelsinen verladen worden. 3n der Zeit von 3uli bi» September wurden am gleichen Platz für eine Million Mark Pfirsiche, von August bi» Rovember für 900 000 Mark Trauben und von 3anuar bl« August für 500 000 Mark Gartenerzeugnisse umgeschlagen.

Rach einer kurzen Aussprache über die Einfuhr, den Obstanbau, die Schädling-bekämpsung usw. hielt Staatsförster Schott von Schotten einen Vortrag über »Vogelschutz, feine Be­gründung und Ausführung auf na­türlich wiffenschaftlicher Grund- läge". Vogelfchuh. fo führte er u. a. au«, fei nicht nur eine moralische, sondern auch eine volkswirtschaftliche Angelegenheit. Durch die Kul­tivierung des Lande« seien viele Vögel ihrer na­türlichen Existenzbedingungen beraubt worden, die ihnen wieder zurückzugeben seien. Da» könne nicht mit künstlichen Mitteln geschehen, denn zivi­lisierte Ratur müsse durch natürliche Mittel wie­der korrigiert tocrMt Erste» Erfordernis sei. den Vögeln stilgerechte Ristpeegenheiten au verschaf­fen. Hier seien zwei Klassen zu unterscheiden. Auf der einen Seite die Freibrüter, auf der anderen die Höhlenbrüter. Für die Freibrüter seien bie Hecken zu pflegen, für die H hlenbrüter gelte e». Ristkästen zu beschaffen, die den natürlichen De- binoungen, unter denen bie Vögel Nisten, genau entsprechen. Der Rebner empfahl besonders die von Freiherrn von Berlepsch konstruierten Risthöhlen. er gab Anregungen für zweckmäßige Fütterung ber Vögel, ging kurz auf bie Bedeutung der einzelnen Vogelorten im Hinblick auf ihre Tä­tigkeit al» Infektenvertilger ein unb wußte eine Anzahl praktischer unb einfacher Ratschläge zu geben, die den Zuhörern klare Wege au wirkungs­vollem Schutz ber Dooelwelt wiesen, eine lebhafte Aussprache schloß sich an den sehr beifällig auf­genommenen Vortrag an.

Mit einer Verlosung verschiedener Risthöhlen, Futtermittel. Samen usw. fand bie Versammlung ihr Ende

Kaplan Iahsel ü er Konnersreuth.

Vor vielen Zuhörern sprach am ®am«tagabcnb Kaplan Fahsel im Katholischen DereinShau« über da« Thcing ..Konnersreuth und da« Wesen der christlichen Mhftir'. Heber Therese Reu­mann- Konnersreuth dürfe man. so sagte er u. a.. nur dann sprechen, wenn man eigene Er­fahrung zugrunde legen könne. Sein Vortrag be­deute Kampf dem solchen Urteil. Seinem Vor­trag gehe ein 14jährige« Studium ber christlichen Mvstik vorau«. Therese Reumann sei keine erst- malige Erscheinung

Rach bleien einlcitenben Bemerkungen erzählte Kaplan Z a h s e l von dem persönlichen Schicksal ber Therese Reumann, von ihrer Krankheit unb deren wunderbarer Heilung unb von der seit bieser Zeit anbcnS gearteten EMcnz diese» Bauernmädchen«. Er ging besonder» auf ihre mystischen Leiden ein. Sic höre Stimmen, schaue Visionen, erkenne Sünden anderer, unterscheide (im kirchlichen Sinne» Geweihte» und Ungcweih- o»; natürliche Gesetze der Schwerkraft leien an ihr aufgehoben, wenn fie sich in dem Zustand be­finde. in dem fie ihre Visionen schaut. 3n einem Zustand zwilchen Trance und Bewußtsein (ber ..Eingenommenheit") sei sie imstande, von den

«schauten Visionen zu erzählen, und ihre Schll- oerungen stünden in keinerlei Widerspruch zu Vernunft unb realer Wirklichkeit Der Trance- zustanb der Therese Reumann unterscheide sich wesentlich von jedem anderen auf suggestive ober autosuggestive Methode erzielten Trancezustand, er sei nicht ..System", sondern Gabe, er greise den Körper nicht an. sondern erareifc ihn nur. 3m Zustand berEingenommenheit" halte sie jedem Kreuzverhör stand.

Der Redner sprach weiter von den Zuständen ber Therefe Reumann die im Sinne ber christ­lichen Mystik mit ..mystilchem Debet", mystischem Schlaf" unb »mystischem Tob" bezeichnet werben und Formen darstellen, bie in übertragenem Sinne al« WelcnSzustände ber Seele, al» ..Rei­nigung" (im Debet), ..Erleichterung" (im Schlaf) unb ..Einigung" (im Tob) in ber Liebe zum Hei- lanb zu betrachten feien 3n biesen Formen ber bei Therese Reumann aus tretenden . LicbeSekstaie" leien Seelenkräste in außerordentlicher Weise ak­tiviert. während dabei ein sichtlicher Verfall ber körperlichen Kräfte vorübergehend in Erscheinung trete. Diese mystischen Er'cheinungssormcn seien auch schon bei früheren christlichen Mystikern aus­getreten.

3n seinen weiteren Schilberungen ging Kaplan Fahs el auf bie verschiebenen Stigmen ber Therese Reumann ein. Die Wundmale seien zu einem späteren Zeitpunkt al» die Visionen aus­getreten: es handele sich um tiefe Fleischwunden, die vor den Tagen be» Passion»feste« zu bluten begännen unb jebem normalen Heilung-prvzeß unzugä glich eien. Seit geraumer Zei sei Therese Reumann jibe» RahrunaSaufnahme- unb Schlaf­bedürfnisse« enthoben. Ihre Sristenz sei gleich­zeitig nicht mehr dem ko»mischen Jahre verbun­den, sondern dem kirchlichen anßeimgegeben. 3ebe

Jfirc Anzeigen werden durch sorgfältige, wirksame Satzausstattung

werben

wenn Sie sie frühzeitig genug aufgeben

ihrer geistigen Aeußerungen diene irgendwie dem Seelsorgerischen, dem Bestreben, durch die vcr- mittclnbe Liebe bc« Heilande» (al« dessen Werk­zeug sie sich fühlt) eine Freundschaft ansubaßnen -wischen ber Seele bc« Menschen unb Gott, eine Harmonie zu bereiten auch zwischen ber Seele unb bem Körper, letzten Ende« bem Ziele blcnenb, ben Menschen jener Vollkommenheit entgegen- Mifüßren. welche bie Voraussetzung für ben Be­stand Im Ewigen ist.

3n der Zusammenfassung seiner Worte er­klärte der Redner, daß er Therese Reumann in bie Reihe ber christlichen Mystiker stelle. Therese Reumann sei eine stumme Predigt der Liebe, ein Zeichen der Hoffnung für bie Welt ber Gegenwart und ein Mittel Gotte», ben Glauben zu stärken an eine Macht, die über aller Welt ist. Er sprach auch von dem Leid unserer Zeit, von dem Leid unseres Volke«, da« für bie Welt eine Prüfung für ben wahren christlichen Sinn fei. Den einen lasse Gott in Rot unb Elenb fallen, bamit ein anderer Gelegenheit habe, au helfen unb beibe Gotte» Größe unb Allmacht erkennen.

Der Rebner fanb bankbaren Beifall bei seinen aufmerksamen Zuhörern.

OaS römifefe Germanien und die ReickSpolitit.

Den letzten Vortrag biefe» Winter» im Ober- hessischen Geschichtsverein hielt Uni- versitätLprofessor Dr. Taeger übet da» rö­mische Germanien und die Reichspolitik. Rach kurzer Einsührung durch den Vorsitzenden, Bibliv- thekS-Direktor Pros. Dr. Ebel, in der auf die frühere intensive Betschäftigung des Vereins mit der Römerzeit in Germanien hingewiesen wurde, sprach der Vortragende zunächst über die römi'che Herrschaft, die sich heute noch in monu­mentalen Resten im Gebiete unserer engeren Heimat jcigt. Er wandte sich bann ber römi- 'chen Reichsvolitik zu. weil bie Germanienpolitik stets nach ihren Grunbsähen gelenkt worben sei. Die Germanen seien, so führte bet Rebner u. a aus. erst spät in ben Gesichtskreis ber Römer getreten, ber Zusammenstoß mit ben Gimbern unb Teutonen war nur eine Episode, bie Politik sei erst von Cäsar enticheibenb umgeformt wor­den. Unter dem Einfluß seiner universalistischen Reichsidee habe er die Unterwerfung der Rord- völker in Germanien und im eurasischen Steppen­gebiet geplant. Eäsar habe sich damit aber von dem Slaatsgebanken seine» Volkes abgelöst, und die Folge sei die Verschwörung im 3obre 44 ge­wesen. Den Verschwörern sei jedoch ber Erfolg versagt geblieben Octavian. der spätere Kaiser Augustus, sei au» dem Streit als Sieger ßer- vorgegangen, der den cäfarischen Univcrfali»- mu« ablehnte unb sich ber Mittelmeervolitik zu» wandte, der er einen neuen weiteren Sinn gab. Sein 6 reben nach ben kürzesten unb besten Gren­zen habe au einer großartigen Erweiterung bes Desamtreiche« geführt. Seine Dermanicn^o'itik sei nur eine scheinbare Fortsetzung, in Wahrheit aber eine Abkehr von ber cäfarischen gewesen. Die Germanienpolitik sei zunächst burchaus er­folgreich gewesen, bie Sicherung ber Elb-Donau» linte schien nahe au sein, ba brachte die Rieber­lage im sa'tus tcutoburgiensis ben Umschwung, der durch Tiberiu»' Befehl an Germanicus. bie Operation einzustellen, besiegelt worben sei. Dcr Vortragenbe ging schließlich noch auf bie weitere Entwicklung der römi'chen Rcichspclltik unter den schwachen Rachfoigern der beiden ersten Kaiser

«in. sprach von DeSpasian. der erst wieder eine aktiv« Germanenpolitik getrieben habe, die bann von Domitian (dessen Wirksamkeit untere heimische LrmeSanlagen erst ganz erkennen lassen>. fortgetührt wurde, schließlich aber wieder ver­fiel. um von Marcu» ein letzte» Wal ausgenom­men zu werden, in ber Folge aber unter Eom- modu» wieder aufgeßoben wurde Mit einem Rückblick auf bk Krifenzelt de« 3 Jahrhundert» ben Zusammenbruch ber LimeSllnie. ben Verlust der Gebiete jenleit« be» Rheine» und der Donau, und mit einer kulturhistorischen Betrachtung ber Einflüsse von verbleibender antiker kultureller Werte für die weitere Entwicklung in den von den Römern verlorenen Landstrichen, fand ber beifällig aufgenommene Vortrag fein Enbe.

3m Schlußwort sprach der Vorsitzende dem Redner den Dank de» Verein» au» füi die unter großen Gesichtspunkten ausgebauten und au»- geze-chnet durchgeführten Darlegungen de» Vor­trag».

Vornotizen.

Tageskalender für Mittwoch Stadttheater Dießen:Ema Sarafin", 20 bi» 22-30 Uhr - Aliceschule: Reucs Schloß. 11 bi» 13 und 15 bi» 17 Uhr, HandarbeitS-Seminar-Au«- stellung. Lichtspielhaus Bahnhofstraße- ..Salto Mortale".

Vortrag Deffonoff fällt au«. Der von der StaatSwissenschaftI-chen Fachschaft für heute abend angefünbigte Vortrag von Professor B e s s o n o f s fällt au». (Siehe Anzeige, i

Englische Hausmusik im Zeit­alter Shakespeares. Man schreibt un«: Da» Musikwissenschaftliche Seminar ber Landes- universität veranstaltet in Derbinbung mit dem Englischen Seminar am morgigen Donnerstag. 18. Februar, 20.30 Uhr im Groyen Hörsaal eine Dorsührung .Englische HauSknusik im Zeitalter Shakespeares", bei der die Hochblüte ber engli­schen Vokal- unb Instrumentalmusik um 1600 burch den Vortrag bedeutender Kunstdenkmäler (Lhor- und Solowerke) in Form einer wissenschaftlichen Demonstration gekennzeichnet werden soll. Ent­gegen ber weitverbreiteten Ansicht, baß England ba« .Land ohne Musik' sei, wirb damit durch lebendige Zeugen bewiesen, baß da« englische Do k biS inS 17. 3aßrbunbcrt hinein eine ursprüngliche Musikkultur besaß, die es verdient, nicht nur vom historischen, sondern vorzugsweise von einem all­gemein ästhetischen Standpunkt au», auch heute to ober zum Bewußtsein gebracht zu werden. (Siche Anzeige vom Sam»tag.)

Vortrag über Posaunenmusik. Man schreibt uns: Pastor i.R. D. 3oh. Kuhlo wird am Freitagabend in dcr Johanneskirche reden und blasen. Er hält gegenwärtig eine Pofaunenchorfreizeit in Großcn-Lindcn, zu der der Gerne.nschastsvcrband und der kirchliche Po­saunenchorverband von Oberbesscn und der Krcis- verband von Wetzlar cingeladen haben. Pastor D. Kuhlo ist bekannt als vorzüglicher Flügel- Hornbläser. (Siehe heutige Anzeige.)

Einschränkungen auf ber Kraft­post l i n i e Gießen Steinbach Al­ba ch. Das Postamt Gießen teilt mit: 3nfolge sehr schwacher Benutzung einiger Kursfahrten treten auf ber Krastpostlinie Gießen -Steinbach Albach ab 18. b. M. nachfolgende Aenderringen ein: Die bisher Montags, Mittwochs, Freitag» und SamStag am Bahnhof Gießen 7.56 unb in Albach 9.10 Uhr abfahrenden Kräftigsten ver­kehren nur noch Mittwochs. Es fallen an SamS­tag e n au» bie bisher nur Samstag» ab Gie­ßen Bahnhof 14.36 verkehrende unb die bisher jeden Werktag von Albach 13.55 Uhr abgehende Kraftpost.

**3 n g a g i, der Herr der Wildni S." Der Kulturfilm de« vergangenen Sonntags im Lichtfp e.hauö, Bahnhofstraße, begegnete, obwohl das Thema nicht mehr neu ist, wieder lebhaftem 3nteresse. Der Bildstreifen führte nach Afrika, durch Urwald und Steppe, durch das Wild- paradie», das gleichzeitig ein Eldorado der Sä­ger ist und den Kameramann auf Schritt und Tritt vor eine eigenartige, jederzeit wechselnde Szenerie voll des intensivsten LebenS stellt. Die Erped'.tionsteilnehmcr Amerikaner machten vom Objektiv und (manchmal höchst überflüssiger Weise) auch vom Gewehr reich.ichen Gebrauch. Das flüchtige Wild der Steppe, die Gnus. Ze- bras. Antilopen, Gazellen. Steinböcke, groteske Giraffen und das wuchtige Rashorn, waren im Bilde festgehalten. Der Zuschauer lernte die ge­fährlichen Leoparden in ihrer ganzen ursprüng­lichen Wildheit kennen, sah den König der Tiere, den Löwen, in Verfolgung unb Verteibigung, das Raubzeug be« Wassers, ba« Krokodil, die harmloseren schwerfälligen Flußpferbe tauchten auf unb unter, bie Geier sah man bei ihrer un­sympathischen Räuberei. b:e H"änen wurden auf- gestöbert unb geisterten durch das Bild: noch vieles andere forderte unb fand berechtigte Auf­merksamkeit. Den Abschluß des FilmeS bildete bie IBiebergabe einer gefährlichen 3agb auf Men­schenaffen. auf Gorillas, bie von den Eingebore­nen ,3ngagi genannt werden unb im hohen Bu'ch bie wahren Herrscher finb. 3n bramati'cher Hanb'ung zogen sensationelle 03Uber an bem Besucher vorüber unb ließen ba« unheimliche Fluibum ba« ben Bu'ch ber Gorillas beherrscht, fühlbar werben. Der'ch ebene intcreffante Auf­nahmen von den Gebräuch"n ber Eingeborenen gaben bem Film, ber technisch allcrbtnq« manches zu wün'chen übrig ließ, besonderen Eharakter.

OberbeRen

Landkreis Gießen

Bellersheim. 16. Febr. Zwischen den Landwirten unseres Dorfes unb ber Fürstlich Draunlelsschen Gutsvcrwaltung bestehen feit vorigen Herbst Differenzen über bie Höhe bes Pachtpreises für bas in ber b'.chgcn Gemarkung vcrpach'.ete Braunfelssche Lanb. 3m Frühjahr 1930 war ber Pachtpreis um etwa 15 Prozent bei einer neuen Pachtzeit von 18 3aßren erhöht worben, woburch für bie

Pächter in unterer Gemeinde natürlich eine wesentliche Mehrausgabe entstand. AngcsichtL der stark verschlechterten Lage der Landwirt­schaft stellten bie Pächter hn Herbst 1931 Antrag auf Pachtermäßigung, jedoch kam e« trotz wieder­holter Derhandiungen bi» jetzt noch zu keiner Einigung iwllchen der Derpächterin und den Pächterr Tic Dächter haben daraufhin fohba* riich beschlossen, die Angelegenheit beim Pacht­einigungsamt in Hungen vorzubringen und big zu dessen Entscheidung bie Bezahlung be» PachtprciscS einiustellen Die Fürst- llche Gutsvcrwaltung ließ bekanntgeben, daß am 12. Februar im hiesigen Rathause die Pacht er­hoben werden solle. Am Morgen diese« TaaeS flatterte jedoch vor dem Rathau« die in der Rächt befestigte schwarze Zahne al» Zeichen ber bäuerlichen Rot. Don ben 86 Pächtern de» fürstlichen Lanbe« erschien nur einer und leistet« eine Anzahlung, während alle übrigen Pächter bem Zahlungstermin fembliebcn. Man siebt hier mit Spannung der Entscheidung be# Pachteini- gungSamte« entgegen.

«rci» Alsfeld

>4 2 l - seld, 16. Febr. Am Sonntag gab bat Gießener Stabttßcater im Saalbau ..Deutsche« Haus" bie Operette ..Die tolle Lola" bei nahezu ausvcrkauftcm Hause Die Ausfüh­rung war in jeder Beziehung ein voller Erfolg. Die hervorragenden schauspielerischen Leistunaen aller Darsteller, bie glanzende Ausstattung der Bühnenbilder und die wirkungsvollen Beleuch- tung»cffeite schufen eine ausgezeichnete Auffüh­rung. Die Tänze waren eine großartige Leistung. Wohl feiten hat eine Vorstellung de» Gießener Stadtthcater« hier solchen Beifall gefunden, wie biefe Operette Dabct zeigten sich bie großen Dorteile ber von ber Stadtverwaltung bei Er­richtung de« großen Saale- geschassenen geräu­migen Bühne, deren Einrichtung seinerzeit nach den Dorschlägcn des Gießener SladtthcaterS er­folgt ist.

Sewlnnauszug

5 Klasse 38. Preutzisch-Lüdbeulsch« (264. Prevtz.) tetaats-ßoUcrlc Ohne Gewähr Nachdruck verdole«

Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich Hetze Gewinne gefallen, und zwar je einet auf bie Lese fließet Nummer in den Heiden Ableitungen I unb II

6. Zlehungstag 15. Februar 1932

In der heutigen Bormittaa»ziebung wurden Gewinne

über 400 M. gezogen

12 «ttrinii. 6000 226761 2M768 266908

302112 346167 360553

16 ettpmnr »u 3000 TL 22666 44061 68764 87662 169035 197124 354966 379420

62etrinnt >u 2000 W. 665 9 13302 37166 60598 68160 101260 112228 135470 146485 150554

168245 159252 194629 201361 20HS20 211931

236633 271646 281106 291941 292890 327212

337805 344317 371677 388465

142 ettoinnt i. 1000 ej(. 3771 6492 9427 10624 20502 20966 21342 23900 25580 26306 27520 39144 43347 48455 54163 69724 86739 104586 104788 112056 117228 120213 134872 144896 148824

167458 168685 160926 181534 182801 183080

188160 188321 190623 201029 228260 229344

244-136 245420 247161 218999 257866 262216

271065 274134 276462 285073 294676 299453

305002 315600 317483 318139 319675 319958

323177 323282 323453 326650 327475 323648

332684 335982 353016 355029 363220 365262

373603 377489 386753 308781

210 i rtri-ne .» 500 . 3636 3972 5408 9442 9956 10758 16674 19086 21516 3330-1 33770 38115 38183 40825 41516 44655 45770 49266 61697 52774 55413 55508 6245 7 68682 69125 66-172 71533 78360 81498 84168 85396 87796 93535 93766 97863 108268 114347 117366 117772 118170 120031 127462

133434 138136 138385 138682 141757 I45924

162876 15'294 164165 169200 173059 180325

183767 19i203 192161 196228 197819 19'429

200021 201291 206531 210121 213326 214225

2113091 226718 237488 241136 2450.34 24 487

249566 250381 260000 261202 207064 276085

281100 281600 281801 236317 289384 306887

319482 321398 325112 331444 331620 341042

342482 344614 355 ,39 356820 356887 357863

368211 370318 378-!38 383669 392081 392123

394071 394161 399901

3n ber heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinn« über 400 M. gezogen

2 ®»tDlnn« m 75000 1 160893

2 ®«®1nnt in 10000 TL 382373

H attD.nM *u 6000 31L 19509 21903 193692

395622

14 Octolrnt ,n 3000 TI. 17662 49519 78290 187648 orri17 qanodo

60«- . in 2000 i 1611 11605 34880 61577 74415 82428 83853 89855 94220 94721 111214 114170 161679 178756 190470 204925 205625

209312 225968 234216 25 895 285418 290163

304506 313638 325172 350539 371436 372554

382718

103 Ortrtme p 1000 TI. 2001 10921 16491 18061 60-395 6 3464 66616 7 8 366 60264 93705 107568 103018 113861 120475 121959 123459 125322

134280 137605 139613 14 -276 148649 14966s

155428 167302 163.57 188062 194040 195898

213731 216811 220312 226707 233136 234235

236481 263332 276273 281577 287318 288035

300408 314871 325530 330227 337184 343032

351527 359595 367459 368676 379830 .386 44

39337i

106 »n« in 600 <W 12846 17530 19009 19124

26341 29106 32831 3^637 35556 37361 4117645890 49791 52497 55219 77101 78585 81834 87446 90498 46898 9t577 107331 1 11705 111884 1 22 387 1 23769 127191 129346 134034 136807 137181 138616

141230 141485 156182 160423 163616 164837

170626 172906 175471 17r544 180834 181472

183932 183976 186421 187198 190510 192462

201794 225180 225585 226720 227040 229206

235854 241029 244996 259170 262267 263071

275921 276061 264000 290586 294073 303288

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