Ausgabe 
16.12.1932 Erstes Blatt
 
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Hreitag, !6. DezemberM?

Gretzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Ur. 296 Zweites Blatt

Der Sau der großen Okertalsperre im Harz.

Der Betankern der riesigen Staumauer, des 'Abschlusses der mächtigen Talsperre, die jetzt im Südhatz ihrer Vollendung entgegengeht.

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Oberheffen

Siadirat in Bad-Nauheim.

-- Bad-Nauheim. 15. Dez. In der jüngsten Sitzung des Stadtrats lagen weitgehende Anträge der Sozialdemokratischen Stadtrats­fraktion und des kommunistischen Stadtratsmit­glieds 3. Schäfer auf Gewährung einer Winterbeihilfe vor, die abgelehnt wurden, weil die Stadt den dazu erforderlichen Betrag in Höhe von etwa 1 7 0 0 0 QH f. nicht aufbringen kann. Annahme fand ein Kompromißantrag der Wirtschaftspartei, wonach 6 0 0 0 M k. für die Zwecke der Winterhilfe bereitge­stellt werden, die durch das Wohlfahrtsamt in Form von Gutscheinen zur Verteilung kommen. Diese Gutscheine können in hiesigen Geschäften in Zahlung gegeben werden, wobei Filialen aus­wärtiger Firmen ausgeschlossen sind. Der Kon­sumverein wird auf Antrag der sozialdemokrati­schen Fraktion von der Ausschliessung ausgenom­men. Während der Beratungen über die Winter­hilfe vernichten vor dem Stadthause Erwerbs­lose durch Sprechchöre die Sitzung zu stören. Die Polizei zerstreute die Menge. 3m Sihungssaale selbst kam es auch zu einem Zwischenfall. Wegen wiederholter Zwischenrufe aus dem Zuschauerraum ordnete Bürgermeister Dr. Ahl die Räumung des Zuhörerraumes an. Der kommu­nistische Stadtrat 3. S ch ä f e r, der dagegen protestierte, mußte mehrmals zur Ordnung geru­fen und schließlich von der Sitzung ausgeschlossen werden.

Als weiterer wichtiger Punkt stand aus der Tagesordnung ein Antrag der Verwaltung aus Einführung der Bürger st euer mit 500 ü. H. des Landessatzes für die Zeit vom 1. April bis 31. Dezember 1933. Trotzdem Bürgermeister Dr. Ahl eingehend die unabweisbare R o t w e n - digkeit dieser Steuer zur Balancierung des Etats für 1933 begründete und trotz des Hin­weises. daß die Stadt die Bürgecsteuer durch Ab­bau» und Sparmaßnahmen seither ferngehalten habe, wurde die Steuer vom Stadtrat e i n m ü - t i c gegen die Stimmen der Verwaltung a b g e ° lehnt. 3n der Aussprache zeigten zwar die mei­sten Redner Verständnis für den Standpunkt der Verwaltung, wünschten aber keine neue Steuer­last. sondern weitere Einsparungen, woraus Bür­germeister Dr. Ahl erwiderte, daß hier das Aeuherste schon getan sei, trotzdem die Ver­waltungsarbeit durch die Rotzeit ständig vermehrt werde.

Ablehnung fand auch der Antrag der Verwal­tung bezüglich der Sähe der städtijchen Hunde­steuer 1 9 3 3. Diese bewegen sich auf der Höhe der Ziffern, die von Bürgermeister Dr. A h l vor 3ahresfrist aus eigner Macht für 1932 fest­gesetzt worden waren (1. Hund 24 Mark, 2. Hund 36 Mark, 3. Hund 48 Marl, für den 4. und jeden weiteren Hund ein Zuschlag von 8 Mark aus den Sah von 48 Mark). Angenommen wurde ein Antrag der Wirtschaftspartei, der zu den Sätzen von 1931 zurückkehrt (1. Hund 12° Mark, 2. Hund 24 Mark, 3. Hund 36 Mark, für den

4. und jeden weiteren Hund ein Zuschlag von 8 Mark aus den Sah von 36 Mark). Bürger­meister Dr. A h l führte dazu aus, daß er nicht aus Vergnügen eine Erhöhung der Hundesteuer oder die Einführung der Bürgersteuer bringe. Er habe den ehrlichen Willen, mit dem Stadtrat harmonisch zusammenzuarbeiten. Wenn er in Zu­kunft jedoch vielleicht von dem ihm zustehenden Recht der zwangsweisen Einführung einer Steuer Gebrauch machen müßte, so tue er das lediglich in Ausübung seiner Pflicht.

Gemeinderat in Hungen

k. Hungen, 15. Dez. Der Gemeinde- rat beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung nochmals mit der am 1. Oktober durch die Ober­postdirektion eingeführten Beschränkung in der Postzustellung. Trotz des einmütigen Protests und der starken Mißbilligung, die man dieser Maßnahme allerorts entgegengebracht hat, zeigt die Oberpostdirektion wenig Verständnis für die auf die Dauer untragbaren Zustände der einmaligen Postzustellung. Der Gemeinderat legte nochmals entschieden Verwahrung da- gegen ein, daß man in Hungen nur noch eine Postzustellung täglich zuläßt, während in der Vorkriegszeit dreimal täglich Post zugestellt wurde. Die Hunde st euersätze für das Jahr 1933 sollen wie bisher beibehalten werden.

Dorüft?pbu0

* Storndorf, 15 Dez. Seit einiger Zeit sind in unserer Gemeinde Anzeichen von Para- t v p h u s vorhanden Das Kreisgesundheitsamt hat sofort umfassende Maßnahmen zur Bekämpfung der Seuche getroffen lieber einzelne Gehöfte wurde die Sperre für Milch und Molkereiprodukte verhängt außerdem wurden in allen verdächtigen Fällen bak­teriologische Untersuchungen oorgenommen Der Ge­meinderat hat auf Vorschlag des Kreisgesundheits­amtes zur Pflege und Kontrolle der Kranken für einige Zeit eine Fürsorgerin angestellt Bis jetzt sind die Erkrankungen, dank der umfassenden be­hördlichen Abwehrmaßnahmen, günstig ver­laufen, so daß zu Beunruhigungen kein Grund vorhanden ist.

Landkreis Gießen

---- L i ch. 15. Dez. Am Mittwochnachmittag fand im Rathaus unter dem Vorsitz von Pfarrer D r a u d t eine Sitzung des Ausschusses für die Winterhilfe statt. Der Vorsitzende gab zu­nächst den Abschluß der Rechnung deis vorigen Jahres bekannt. Rach eingehender Beratung der in diesem 3ohre zu ergreifenden Maßnahmen wurde auf Grund der guten vorjährigen Erfah­rungen beschlossen, auch in diesem Jahre wieder ein Milchfrühstück an die dafür vorgeschla­genen Kinder zu verabreichen. Ferner soll eine Geld- und Raturaliensammlung durchgeführt werden. Auch die Gewährung von Mittagessen soll pach Möglichkeit in besonders dringenden Fällen, erfolgen.

Göbelnrod, 15. Dez. Dieter Tage hielt Obstbauinspektor E n k l e r «Gießen) in der hie­sigen Schule einen Vortrag mit Lichtbildern. Zu­nächst besprach er die von der Landwirtschofts- kammer zum Anbau empfohlenen Ob st - forten und ging dann des weiteren aus die Obst­baumpflege und die Schädlingsbekämpfung ein. Die Zuhörer folgten dem Dortrage mit großer Aufmerksamkeit. 3n der Aussprache wurde ge­wünscht, daß ab und zu Rundgänge gemacht würden. Auch wurde die Gründung eines Obstbauvereins empfohlen. Der ersteren Anregung wurde sofort entsprochen und am näch­sten Morgen unter Führung von Obstbauinspektor C n k l e r ein Rundgang unternommen

Kreis Alsfeld.

* Ober-Breidenbach, 15. Dez. Der Ar­beiter Johannes Grünig von hier wurde von einem Auto angefahren und zur Seite ge­schleudert. Der bedauernswerte Mann hat meh­rere Rippenbrüche und Prellungen am Oberkörper davongetragen. Der Unfall ist^durch Schleudern des Autos auf der vereisten Straße entstanden.

chNieder-Gemünden, 15. Dez. Mehr denn je ist das Augenmerk der Züchter auf die Rasse- geslügelzucht gerichtet. Dies zeigt sich überall in der vortrefflichen Beschickung der Ausstellungen. So sind für die bevorstehende 6. Bezirks-Geflügel- schau des Bezirks 2 (Kreise Alsfeld und Lauterbach) am kommenden Sonntag rund 400 Tiere aller Raffen angemeldet. Der veranstaltende Verein ist bemüht, die Schau mustergültig zu gestalten. Da nicht alle Ausstellungstiere im Södlerschen Saal unter­gebracht werden können, wurde das benachbarte Kornhaus für diesen Zweck eingerichtet

Oer neue Kurator der Marburger Universität.

WSR. Marburg, 15. Dez. Zum Kurator der Philipps-Universität in Mar­burg ist Ministerialrat Dr. jur. et rer. pol Dr. med. h. c. Klingelhöser ernannt worden. Ministerialrat Klingelhöser, dessen Familie aus Hessen stammt, wurde 1878 in Lüdenscheid ge­boren. Er studierte an den Universitäten Frei­burg, München und Berlin Rechts- und Staats­wissenschaften und wurde 1920 zum Gerichts­assessor ernannt. Von 1920 bis 1925 wirkte er bei den Provinzialschulkollegien Berlin, Schles­wig und Koblenz als Regierungsassessor bzw. Re­gierungsrat. Seit 1925 gehört er der Hochschul­abteilung des preußischen Ministeriums für Wis­senschaft, Kunst und Volksbildung an, woselbst er 1927 zum Oberregierungsrat und 1929 zum Mini­sterialrat befördert wurde. Ministerialrat Dr. Klingelhöser hat insbesondere die Universität Marburg jederzeit in umsichtiger und fruchtbarer Weise gefördert. An ihrer schnell aufstrebenden Entwicklung in den letzten sieben 3ahren hat er hervorragenden Anteil. 3n dankbarer Anerken­nung seiner großen Verdienste wurde ihm 1929 von der medizinischen Fakultät der Universität Marburg die Würde eines Ehrendoktors der Me­dizin verliehen.

Schafft Arbeit!

Ein kirchlicher Mahnruf an Staat, Gemeinden und wirtschaft.

WSR. Frankfurt a. M., 15. Dezember. Die Frankfurter Landeskirchenversamm­lung nahm einstimmig eine Entschließung an, in der sie der schwersten «orge über die Not zahl­reicher Glieder des deutschen Volkes Ausdruck gibt. Sie sehe, wie in vielen Häusern die letzten Be­stände des zum Lebensunterhalt Notwendigen auf­gebraucht seien und darüber hinaus viele Men­schen ein Leben in tiefer Verzagtheit, ja Verzweif­lung führten. Für junge Menschen bedeute die Erwerbslosigkeit Entwurzelung aus Fa­milie, Heimat und Kirche, ja oft sogar Verwilde­rung In dieser Lage richte die Landeskirchenver- sam'mlung an alle Verantwortlichen im Staat, Stadt und Wirtschaft, insbesondere auch an die Reichsregierung, den dringenden Ruf, vor al­lem andern das Ziel der Ueberwin- duug der Arbeitslosigkeit mit gan­zem E r n ft ins Auge z u fassen. Zur Errei­chung dieses Zieles sei Abbau der Renten unmög­lich vielmehr sei zu fordern, daß Renten und Un­terstützungen wieder so gestaltet würden, daß sie ein menschenwürdiges Dalein ermöglichen. Es gehe darum, daß der Glaube an die Gerechtigkeit und an den Sinn des Ledens nicht in Millionen von Menschenherzen zusammenbreche.

25 Jahre Frankfurter Festhalle.

WSN. Frankfurt a. M., 15. Dez. In diesem Jahr waren es 2 5 I a h r e, daß mit dem Bau der Frankfurter Fe st Halle nach dem Entwurf des Professors von Thiersch in Verbindung mit der Maschinenbauanstalt Augsburg-Nürnberg und und der Firma PH. Holtzmann AG. begonnen wurde.

Im Jahre 1909 wurde die Festhalle endgültig fertig» gestellt, und im Laufe des Jahres entstand eine Reihe weiterer Gebäulichkeiten, die zusammen mit IkC eigentlichen Festhalle bis zu 15 000 Personen fassen. Seit ihrem Bestehen hat die Frankfurter Festhalie zahlreiche bedeutende Veranstaltungen für Frank­furt ermöglicht, so u. a. 1908 das 11. Deutsche Turn­fest, 1909 den dritten Wettstreit deutscher Männer­gesangvereine (Kaiserpreissingen), im gleichen Jahre die Jla (Internationale Luftfahrtausstellung), 1911 das 28. Deutsche Radsahrerbundessest und die Jntcr- nationale Kochkunstausstellung, 1912 das 17. Deut­sche Bundes- und Goldene Jubiläumsschießen, W1 1 den 4. Wettstreit Deutscher Männergesangvereine, von 1919 bis 1929 die Internationalen Frankfurter Messen und in diesem Jahre das 11. Deutsche Sän­gerbundesfest.

300 gestohlene Weihnachtsbäume

WSN. Frankfurt a. TI., 15. Dez. Aus den Volkersbrunner Waldungen wurd. n etwa 30 0 Tonnen bäume widerrechtli h geschlagen und abtransportiert. Die Spur w> s nach Frankfurt a. M., wo die Bäume entdeckt und beschlagnahmt werden konnten.

Ein Zahr Zuchthaus für 1OO Mk.

WSR. Limburg, 15. Dez. Die hiesige Große Strafkammer verurteilte einen früheren Ar- gestellten des Landratsamts Tßc- sterburg wegen Unterschlagung von 1 00 Mark in Verbindung mit Urkundend - schung zu einem 3ahr Zuchthaus. Dr Angeklagte erlitt im Kriege eine schwere Hir. - Verletzung und leidet infolgedessen an Bewuß - seinsstörungen, Epilepsie usw., außerdem sind seine Rerven total zerrüttet. Drei ärztliche Sachve - ständige bestätigten, daß durch die Berlehm g Aenderungen am Gehirn organischer Art eii - getreten sind. Der Sachverständige Profess c Jahrmärker, auf den es ankam, erstatte i ein längeres Gutachten, konnte aber nicht c - klären, daß zur Zeit der Tat eine Bewußtseins­störung beim Angeklagten vorlag. Daraufh >r erging das harte Urteil, das allerdings nur d e Mindeststrafe darstellt. Das Gericht beschloß von sich aus, ein Gnadengesuch einzureichen.

G. A Sport.

Kunstturnwettkampf in Lollar.

Helsterbach MörfeldenWaldgirmes Lollar.

Am morgigen Samstag veranstaltet der Turn» Verein Lollar, in Verbindung mit einem Kunst- turnmannschaftskampf, einen großaufgezogen u turnerischen Werbeabend. Das größte Jntcreßr nimmt natürlich der zum erstenmal zum Austra.; kommende Mannschaftskampf der Vereine Kelster­bachMörfeldenWaldgirmesLollar in Anspruch. Die jeweils zwei Vereine des Main-Rod-Gaues und Lahn-Dünsberg-Gaues stellen das Beste dar, war der Südwestdeutsche Turnoerband an turne­rischen Kräften an den Geräten auszuweisen hat. Bei der Gleichwertigkeit der Mannschaften ist dec Ausgang des Kampfes nicht^vorherzusagen. An be­kannten Spitzenturnern des STV. sind u a. oorzu- finden: Eisenacher-Mörfelden, Hardt und Zulauf-Kelsterbach, Ferber und Schmidt- Waldgirmes, Hofmann und B i e r a u - Lollar. Der Wettkampf hat im ganzen Gaugebiet das Lahu- Dünsberg-Gaues großes Interesse gefunden und dürfte sich zu einem Erfolg für den Gau und öt n rührigen To. Lollar gestalten.

alles bekommt!

.Wie gut ihm jetzt

Kinder brauchen leichte Kost.

Darin kennt Mutter sieb aus;

< sie nimmt stets Palmin Mil Palmin zubereiteL wird alles

106 Pt 26 22 s verdaulich. Magen und Kopf bleiben unbesenwert wie wichtig gerade in diesen Zeiten I PALMIN

Jede Kost-leichte Kost

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