kerbund -urückziehen zu können. Zur Begründung werden die finanziellen Schwierigkei- ten angegeben, die es als ungewiß erscheinen ließen, ob Mexiko künftig in der Lage sei, feinen Veitragsoerpflichiungen nachzukommen.
Au« aller Well
Raubüberfall und wilde Verbrecherjagd in Reuyork.
Neuyork ist wieder einmal durch einen dreisten Raubüberfall in Erregung versetzt worden. Fünf maskierte Gangsters iiberfielen die in der 169. Straße gelegene Zweigstelle der Manhattan Trust- Company. Blitzartig drangen sie in die Büros ein, hielten die Angestellten mit Maschinenpistole n in Schach und zwangen den Leiter des Unternehmens, den Tresor zu öffnen. Etwa 1 5 000 Dollar rissen die Räuber an sich und entkamen. Der Ueberfall war ein Werk weniaer Minuten, Beim Verlassen des Gebäudes warfen Die Gangsters Tränengasbomben, um die Verfolgung zu erschweren. Die Polizei nahm sosort die Verfolgung der Räuber in mit Funkgeräten ausgerüsteten Kraftwagen auf. Es entspann sich eine wilde Jagd durch die belebtesten Straßen- viertel der Millionenstadt. Rach aufregenden Feuergefecht zwischen Polizei und Gangsters aus rasenden Autos konnten die Banditen schließlich entkommen.
verheerendes Gewitter über Sydney.
Ein Gewitter von unerhörter Heftigkeit richtete in Sydney (Australien) furchtbare Verheerungen an. Im Norden der Stadt zerstörte ein riesiger Kugelblitz vier Lagerhäuser, in anderen Stadt- teilen wurden die Dächer der höher gelegenen Gebäude von dem Unwetter abge deckt. Zahlreiche Personen wurden durch herabstürzende Ziegel schwer verletzt. Ein kleiner Junge wurde vom Blitz erschlagen.
Verbrecherischer Anschlag auf einen Kraftwagen. — Zwei Schwerverletzte.
Aus der Straße von Igls nach Innsbruck in Tirol stürzte in einer der letzten Nächte ein Kraftwagen, der mit dem 22jährigen Studenten der Medizin, Günther Engelmann aus Kassel, und der 21jährigen Studentin der Pharmazie, Helene Schmölsers aus Stade bei Harmover, besetzt war, infolge eines Anschlags über den Straßenrand. Der Wagen blieb an einem Baum hängen. Beide Insassen wurden hinausgeschleudert und schwer verletzt. Die Untersuchung ergab, daß an sechs Stellen der Straße Hindernisse errichtet waren. Der Wagen war gegen ein Hindernis gefahren und dadurch inS
Schleudern geraten. Don den Tätern fehlt noch jede Spur.
Lebendigen Leibes verbrannt.
In Manny.m» ceiiugce vieler 2age die 42 Jahre alte Ehefrau eines Matrosen in ihrer Wohnung mit einem Gern.sch von Spiritus und Terventinöl den Fußboden, wobei sie als Beleuchtung eine Kerze verwendete. Vermutlich kam die Frau mit ihren Kleidern dem Lichte zu nahe, so daß diese Feuer fingen. Brennend und um Hilfe rufend, eilte die Frau nach einer höher gelegenen Wohnung, wo das Feuer erstickt werden konnte. Die Verunglückte wurde mit schwerer Brandwunden in das nahegelegene Diakonissenhaus gebracht, wo sie bald danach gestorben ist.
Schwere vrandkatastrophe in Tokio.
Mitten im Geschästsviertel von Tokio brach ineinem Hochhause, dessen acht Stockwerke von Verkaufsläden eingenommen werden, ein furchtbares Feuer aus. Zahlreiche Kunden und Verkäuferinnen wurden von einer Panik ergriffen und flüchteten auf dasDach des Gebäudes. Die Feuerwehr rückte sogleich mit ihrer gesamten Macht an und arbeitete fieberhaft, um die Eingeschlossenen zu befreien. Polizei und Militär mußten ausgeboten werden, um die ungeheueren Menschenmassen in Ordnung zu halten, di« die Neugier herbeigezogen hatte. Fünf Militärflugzeuge warfen Nettungsgerät auf das Dach ab. Bis jetzt wurden acht Tote und mehr als 100 Verletzte aus den Flammen geborgen.
Die Potsdamer Schallmehoersuche.
Die zum Zwecke von Schallmeßversuchen auf der Insel Nowaja-Semlja (Nördliches Eismeer) vorgesehenen Sprengungen von insgesamt 2000 Kilo Sprengstoff wurden programmge- mäß ausgeführt. Zu den gleichen Zeitpunkten wurden in Oldebroek (Holland) insgesamt 3?0 Kilo Sprengstoff zur Explosion gebracht. Das Observatorium in Potsdam konnte die Sprengungen aufz-eichnen, jebod) wird erst die genauere ilntcr- suchung zeigen, welche wissenschaftliche Ausbeute gemacht wurde, und vor allem, ob es gelungen ist, auch den Schall der nordrussischen Sprengung in Potsdam aufzuzeichnen.
Erdstucz in Spanien. — Els Tote.
Bei Alcala de Iucar (Provinz Albacete) in Spanien hat sich ein E r d st u r z ereignet, der durch anhaltende Regengüsse in letzter Zeit hervorgerufen wurde. Gesteinsmassen rollten über vier Häuser. Elf Tote und 15 Schwerverletzte sind zu beklagen.
Aus -er provinzialhaupista-t.
Geben und Nehmen.
Beides ist leicht und beides ist schwer. Nehmen ist schwerer als Geben, und Geben soll, so sagt das Sprichwort, seliger sein als Nehmen. Beides, das Schenken und das Empfangen, verlangt eine gewiße Begabung. Diele müssen erst lernen, sich zu freuen und ohne falschen Stolz zu nehmen, und viele müssen lernen, so zu geben, daß dem anderen das Nehmen leicht gemacht wird.
Wir haben eine Zeit vor uns, die uns dies alles lehren kann, die uns wieder lehren wird, uns ein wenig den Kopf über unsere Nächsten und ihre Wünsche' zu zerbrechen, und die uns lehren soll, uns zu freuen, einfach, ohne Hintergedanken.
Natürlich haben manche es gar nicht nötig, das erst zu lernen. Sie haben das ganze Jahr über jeden kleinen Anlaß, jeden kleinen privaten Festtag benützt, um rasch irgend etwas Winziges und Hübsches sich auszudenken, um in den sonst so ziemlich einförmigen Alltag das Lickt einer kleinen Freude zu stecken. Keine großen Geschenke, die verbietet die Zeit ja meist von selbst, aber die Erfüllung irgend eines geheimen Wunsches, denn ist nicht jebe Erfüllung ein Geschenk? Eine Blume, ein Buch, irgendeine Süßigkeit, irgendein luftiges kleines Ding war immer am Weg. und das haben sie rasch mitgenommen und verschenkt, so wie man ein Lächeln verschenkt.
Und wenn jetzt Weihnachten kommt, bann find es gerade diese Menschen, die keine Mühe haben, um herauszufinden, womit sie ihren Lieben in diesem Jahr eine Freude machen können, denn sie haben einen geheimen Sack, in dem sie alle die Wünsche gesammelt haben, die so im Laufe der Monate über die Lippen ihrer Angehörigen und Bekannten Bekommen sind und die im Rahmen des Möglichen agen.
Von diesen Menschen müssen die anderen das Schenken lernen. Sie müssen lernen, daß es fast niemals auf den Geldwert einer Sache ankommt, sondern nur auf das Maß an Liebe, das dafür aufgewandt wurde. Daß nur die Phantasie des Gebenden, nur seine Bemühungen, sein Nachdenken dem Geschenk jenen Glanz verleiht, der es erfreulich und reif zum Annehmen «nacht.
Wenn wir alle so das Schenken gelernt haben, dann wird das Nehmen kein Problem Mehr fein. Denn wirklich annehmen, wirklich sich freuen und es dem anderen auf eine gute Weise zeigen, kann ja eigenllich nur der, der weiß, was Schenken heißt.
Wir kennen alle die Betrübtheit, wenn das ®e- schenk, das wir uns mit viel Mühe ausgedacht haben, mit ein paar höflichen und kalten Worten beiseite gelegt wird. Wie Kinder möchten wir dann am liebsten weinen Man hat uns unser Schönstes, die Freude am Sinken, zertreten. Wir kennen auch das ärgerliche Gefühl, wenn der andere sich weigert, das Geschenk, das aus offenem und gebefreudigem Herzen kommt, anzunehmen. Es ist, als ob wir mit einem Schatz ungereift kämen, um ihn zu verschenken, und der Empfänger macht Zollschwierigkeiten.
Nein, Geben und Nehmen muß mit Heiterkeit, Grazie, Offenheit und Takt geschehen. Leicht, nicht gewichtig, fröhlich und nicht erfüllt von der Größe unseres Opfers müßen wir die Dinge in die Hände des anderen legen unb all unsere Freude muß tn unseren Augen stehen. Und empfangen sollen wir mit der unbeschämten Fröhlichkeit, mit der gerührten Freude eines Kindes. Wenn Geben seliger ist als Nehmen, sollten wir dem Geber nicht in seine Seligkeit pfuschen, denn etn andermal werden vielleicht wir der Gebende fein. H. F.
Neue Personenzugverbindung Lang Göns - Giehen.
Im „Gießener Anzeiger" wurde in den letzten Tagen wiederholt der Wunsch ausgesprochen, zwischen Lang-Göns und Gießen eine bessere Zugoerbindung der Reichsbahn zu schaffen, durch die die jetzige große Derkehrs- pause von frühmorgens bis mittags ausgefüllt würde. Der vorgeschlagene Halt des Dormittags- Eilzuges in Lang-Gons und Großen-Linden kann von der Reichsbahndirektion, wie sie in einem Schreiben an den Verkehrsverein Gießen mitteilt, aus Betriebsrücksichten nicht gewährt werden. Dagegen hat sich die Reichsbahndirektion Frankfurt, wie. es in der Zuschrift an den Gießener Derkehrs- d er ein weiter heißt, entschlossen, vom nächsten Montag, 19. Dezember ab zunächst versuchsweise eine neue Personenzugver- b i n b u n g zwischen Lang-Göns und Gießen mit Halt in Großen-Linden zu schäften. Dieser Personenzug wird 9.56 Uhr in Lang- Gons abfahren und 10.09 Uhr in Gießen eintreffen. Die Reichsbahndirektion Frankfurt betont ausdrücklich, daß es sich bei diesem Zug zunächst nur. um einen Versuch handelt. Dje dauernde Beibehaltung der neuen Verbindung mit Gießen ist nur bann gesichert, wenn der Zug ausreichend besetzt wird. Die Bevölkerung von Lang-Göns^ Großen-Linden und Umgegend wird also nach Möglichkeit diesen Zug benutzen müssen, wenn sie seine dauernde Beibehaltung gewährleistet sehen will.
Erfolgreiche Stenographen.
Man berichtet uns: Der Kurzschriftoer- ein von 1861 betrachtet es von jeher als seine Aufgabe, die Jugend zu ermuntern, daß sie bei der jetzc herrschenden Neigung für Sport und Vergnügen die berufliche und geistige Fortbildung nicht versäume. Alljährlich um bi-e Weihnachtszeit halt der Verein sein Vereinswettschreiben ab, bei dem die Mitglieder sich im Wettstreit messen und zeigen, was sie im abgelaufenen Jahre gelernt bzw. welche Fortschritte sie gemacht haben. Bei dem kürzlich abgehaltenen diesjährigen Dereinswettschreiben stellten sich 75 Mitglieder den Preisrichtern. Die Preisoerteilung fand dieser Tage statt. Für die besten Arbeiten in jeder Abteilung konnten auch diesmal wertvolle Ehrengaben zur Verteilung kommen. Die Preisträger:
2 4 0 Silben: 2. Preise unb Ehrengabe: Willi Brückmann unb Wilhelm Rieß.
2 00 Silben: 1. u. E. Fritz R e h, Helmut Z s ch u n k e , 2. Pr.: Wilhelm Paulus.
180 Silben: 1. u. E.: Wilh. Brück, Fried- rich Gorges: 3. Pr.: Olga Pfeiffer, Luise Schabe.
16 0 Silben: 1. u. E.: Franr Koch Emil Jost, Gertrud Müller; 1. Pr. (außer Konkurrenz): Elfe D i t o m e i t
14 0 Silben: 1. u. E.: Heinrich Volk, Maria D e r z b a ch, Hans Werner, Otto W a ck, 3. Pr.: Martha S e i f e r t h.
12 0 Silben: 1. u. E.: Gretel Otto; 2. Pr.: Arnold Auer, Hch. Schlamp, Meta A m e n d , Hans Möller, Emmi Dreh wölb; 3. Pr.: Ilse Schwall.
100 Silben: 1. u. E.: Heinz Medenbach, Frieda Diehl, Kurt Gorges, Elfriede Ten- Niger, Ludwig Herbert, Anm Komp f; 1. Pr.: Erika Röhmig. Otto Kampf, Hans Neide!, Irma Selig, Mariechen M e y r e i ß, Werner I Schenck, Emma Reitz, Anni Schmitt diel,
Oer Goldene Sonntag.
In jedem Jahre war der Goldene Sonntag der Höhepunkt des Weihnachtsaeschäf- t e s. Während der Kupferne Sonntag bisher zum Schauen und der Silberne Sonntag zum rechten Beginn der Weihnachtseinkäufe benutzt wurde, stand der Goldene Sonntag im Zeichen der letzten Bedarfsdeckung für das Christfest In diesem Jahre wird die Entwicklung des Weihnachtsgeschäftes offensichtlich den gleichen Verlauf nehmen
Die Geschäftswelt jetzt große Hoffnungen auf den nächsten Sonntag.
Die Warenlager sind allenthalben gut versorgt unb bieten auch in den Preislagen eine Auswahl, die der Kundschaft die paßendste Deckung des Bedarfs leicht machen wird. Die Anzeigenseiten der heimatlichen Tagespresse sind für den überlegenden Käufer der Wegweiser bei der Vornahme feiner Weihnachtskäufe. Hier wird er in vielseitiger Weise über die Reichhaltigkeit der Warenbestände und über die Höhe der Preise unterrichtet. Er hat es dabei in den Zeitungsanzeigen mit einem Ratgeber zu tun, der ihm den Blick unparteiisch nach allen Seiten bin lenkt
Der vorteilhaft einfaufen will, muß sich die Beratung durch die Zeitungsanzeigen zunutze machen.
Und bann muß jeder sich im Rahmen seiner Möglichkeiten zum Kauf entschließen. Dazu gehört neben den mehr ober weniger umfangreichen Geldmitteln vor allem auch Zeit. Der Goldene Sonntag wird dieser Voraussetzung gerecht, denn an ihm ruht in den Werkstätten, auf den
Aemtern, in den Büros usw. bas Alltagswerk. Die Stunden des Sonntagnachmittags können mit dem Einkauf für die Feiertage nutzbar gemacht werden unb dabei Abwechslung in reichem Maße bringen. Im Interesse des kaufenden Publikums, aber auch im Sinne der Geschäftswelt liegt es, die Einkäufe f o früh wie möglich oorzunehmen.
wer früh kauft, hat nicht nur mehr Zeit zur Auswahl der Waren, sondern er kann auch daraus rechnen, bah bas personal der Geschäfte ihm mit mehr Ruhe unb Gründlichkeit jur Verfügung steht, als es naturgemäß in der Hetze der letzten Tage unb Stunden vor dem
Fest möglich sein kann.
Der frühzeitigere Einkauf liegt aber auch im gesamtwirtschaftlichen Interesse, weil durch ihn der Geldumlauf vor dem Fest noch so rechtzeitig verstärkt werden kann, so daß sich für den Geschäftsmann noch manche Möglichkeiten zur Neuhereinnahme von Waren ergeben, da durch frühes Kaufen die Geldflüssigkeit der Geschäftsinhaber naturgemäß erhöht wird. Aus diesen Anschaffungen ist bann wieder neue Arbeitsmöglichkeit unb damit eine weitere Entlastung des Arbeitsmarktes zu erwarten. Alle diese Erwägungen sollte sich bas Publikum in Stadt und Land bis zum Goldenen Sonntag ernstlich überlegen und daraus bie Schlußfolgerung ziehen:
Der Goldene Sonntag wird zu einem Tag der Einkäufe gemacht!
Wilma Leip old; 2. Pr.: Anneliese Fuhrig; 3. Pr.: Anni Siefert.
8 0 Silben: 1. u. E.: Karl Hofmann, Sieg- fried v.Bültzinasloewen, Ernst Port, Käti Körner, Hans Rodenhausen; 1. Pr.: Lotte Joseph; 2. Pr.: Friedr. Schüllermann, Sofie B e p l e r.
60 Silben: 1 u. E.: Gustel Wagner, Otto Hammerschlag, Manie Schneider, Hans Eisenacher: 1. Pr: Gretel Kreiling, Hans Zeidler, Heinr ch Diehl, Emil A b e r t, Anm Volk, Anni S ch n e z, Johanna M ö b u s , Kurt Rupp; 2. Pr.: Erwin Horeyseck, Willi F y n k, Friedr. Wagner, Marg. Jacobsohn; 3. Pr.: Olli R i e n h a r b t.
Bornotizen.
— Tageskalender für Freitag. Stabt» theater: 20 bis 22.15 Uhr, „Weh' dem, ber lügt". — Gesellschaft von Freunden und Förderern der Universität Gießen (Hochschulgesellschaft): 20.15 Uhr, Studentenhaus (Leihgesterner Weg), Dortraa über „Das moderne Theater als Spiegel der Kulturgeschichte". — Oberhessischer Kunstoerein, Turmhaus am Brandplatz: 15 bis 17 Uhr, Ausstellung. — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Eine von uns". — Asto- ria-Lichtspiele (Seltersweg): „Tod über Schanghai".
*
*• Das Betreten zugefrorener Flüsse, Teiche usw. ist untersagt. Das Polizeiamt teilt mit: Nach Art. 297 des Hessischen Polizeistrafgesehbuches dürfen zugelrorene Flüsse, Leiche und tiefe Bäche bei Meldung gerichtlicher Bestrafung nicht betreten, oder mit Schlittschuhen, Wagen oder Schlitten befahren werden, solange dies durch polizeiliche Anordnung ausdrücklich untersagt ist. Eltern, Erzieher und Lehrer werden ersucht, ihre Kinder und Schüler auf das 'Verbot und die Gefahren des verbotenen Betretens^ von zugefrorenen Flüssen, Deichen und tiefen Bächen aufmerksam zu machen.
** ZurVerhütungvonLlnglückssäl- le n auf dem Eise durch Unvorsichtigkeiten geht uns unter Hinweis auf die furchtbaren iln- glücksfälle der legten Tage auf dem Altrhein und der Mosel eine Zuschrift aus unserem Leserkreise zu, in der angeregt wird, als wirksame Vorbeugungsmaßregel einen Cisschutz durch Heranziehung von Erwerbslosen zur Aufsicht über Flüsse und Bäche zu schaffen. Der Einsender meint nicht mit Unrecht, daß auch auf diese Weise ein vorteilhafter freiwilliger Aroeitsdienst in Gang gesetzt werden könne. Wir geben den beachtenswerten Vorschlag auf diejem Wege den maßgebenden Behörden zur Erwägung und evtl. Verwirklichung anheim.
** Keine Wintersportmöglichkeit im Vogelsberg. Wie wir auf Anfrage auf dem Hoherobskopf hören, besteht zur Zeit keine Möglichkeit zum Wintersport im Vogelsberg. Auf ber Höhe ist ber Schnee nahezu oollstänbig verschwunben, In ben Tälern liegt er zum Teil noch, aber an Sportmöglichkeit ist nicht zu denken. Auf dem Hoherods- köpf wurden gestern bei schönem Frühlingswetter 4 Grab Wärme festgestellt, heute früh bagegen waren wieder 2 Grad Kälte vorhanden.
•* D i e Ausrechterhaltüng der Anwartschaft in der Angestelltenver- s i ch e r u n g. Für die Zeit vom 1. Januar 1926 an ist es zur Aufrechterhaltung der Anwartschaft in der Angestelltenversicherung erforderlich, daß jeder Versicherte vom 2. bis 11. Kalenderjahre seiner Versicherung jährlich mindestens 8, vom 12. Kalenderjahr an jährlich mindestens 4 Beitragsmonate nachweist. Die Anwartschaft erlischt zunächst, wenn diese Mindestzahl nicht erreicht wird. Sie lebt. aber wieder auf, wenn der Versicherte die erforderlichen freiwilligen Beiträge innerhalb der zwei Kalenderjghre nachentrichtet, die dem Kalenderjahre der Fälligkeit folgen. Es können also di« etwa noch erforderlichen Beiträge für das Jahr 1930 bis zum 31. Dezember 1932 nachentrichtet werden, vorausgesetzt, daß die Anwartschaft bis einschließlich 1929 aufrechterhalten und der Versicherte nicht bereits berufsunfähig ist. Es ist ratsam, die Entrichtung freiwilliger Beiträge nicht bis zum letzten zufälligen Zeit- punkt hinauszuschieben, da freiwillige Beiträge nach Eintritt der Derufsunfähigkeit regelmäßig nicht mehr entrichtet werden dürfen. Freiwillige Beiträge sind in der dem jeweiligen Einkommen entsprechenden Gehaltsklasfe, mindestens aber in Klasse B zu entrichten. In Klasse B können hiernach Beiträge nur von solchen Versicherten geleistet werden, die ohne Einkommen sind, oder
deren Einkommen im Monat den Betrag von 100 Mark nicht übersteigt.
*• E s wird nichts erstattet. In den vom Wirtschaftsprüfer und Leiter der Steuerberatungsstelle der Gießener Handelskammer, Hermann Will- Gießen, herausgegebenen „Aktuellen Steuerfragen" (Nundschreiben Nr. 24) lesen wir folgendes: „Der Neichsfinanzhof hat bereits in einer Entscheidung vom 25. Oktober 1926 (Neichssteuerblatt 1926 S. 327) eine Verpflichtung des Reiches zur Verzinsung der zu erstattenden Einkommensteuervorauszahlungsbeträge verneint. 2n der Entscheidung vom 6. Februar 1929 (Reichssteuerblatt 1929 S. 369) hat der Reichsfinanzhof ausgesprochen, daß auch eine Erstattung von Stundungszinsen, soweit sie auf zu erstattende Vorauszahlungen entfallen, nicht begründet ist. 3n einem Urteil vom 26. Oktober 1932 - IIA 53/31 - (Reichssteuerblatt 1932 S. 1006) führt der Reichsfinanzhof in einer Vermögenssteuersache aus, daß der Steuerpflichtige keinen Anspruch auf Erstattung von Verzugszinsen hat, die er für verspätet entrichtete und nach der Feststellung des endgültigen Steuer- betrages erstattete Steuervorauszahlungsbeträge bezahlt hat."
"Die Behandlung von Dutterpa- keten aus demAusland. WTD. teilt mit: Eine Berliner Zeitung brachte die Nachricht, daß eine Verordnung des Reichswirtschaftsministers die Zollsreiheit aufgehoben hab«, die bisher für die Einfuhr von Lebensmittelpaketen bis zu 5 Kilogramm gegolten habe. Dies« Mitteilung ist unrichtig. Weder bestand bisher Zollfreiheit für 2e- bensmittelpakete bis zu 5 Kilogramm, noch ist sie aufgehoben worden. Die Verordnung des Reichswirtschaftsministers bestimmt lediglich, daß solche Lebensmittel, deren Einfuhr verboten ist, auch in den Postpaketen nicht mehr ohne Bewilligung hereingelassen werden können, und bezieht sich, da, abgesehen von Butter, feine solche Verbote bestehen, tatsächlich nur auf Butter. Sie ist auf Antrag des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft erlassen worden und soll verhindern, daß die Dutterkontingentierung dadurch umgangen wird, daß Butterpakete mit der Post über die Grenze geschickt werden, ein Vorgang, der sich bereits einzuspielen begann. Die Behandlung der Liebespakete wird durch die Verordnung überhaupt nicht berührt.
Daten für Freitag, 16. Dezember
1742: Gebhard Leberecht Fürst Blücher v. Wahlstatt in Rostock geboren; — 1770: Ludwig von Beethoven in Bonn geboren; — 1916: ber Afrika- reisende Hans Dominik auf ber Heimreise gestorben.
Wettervoraussage.
Trotz ber Warmluft hat sich ber hohe Druck über Mittel- und Süddeutschlanb weiter aufgebaut und bas trockene Wetter fortbestehen lassen. Es wird jeboch allmählich feine Kraft verlieren, benn bie sehr kräftige Störung über Islanb treibt bei lebhafter Luftbewegung ozeanische Lust nach dem Festland vor. lieber ben britischen Inseln haben bereits verbreitete Nieberschläge eingesetzt. Mit dem Zustrom ber Ojeanluft wird das Wetter vielfach neblig-wolkig sein und die Milderung sich bis zum Boden durchsetzen. Ferner wird bie Neigung zu Niederschlägen mehr und mehr zunehmen.
Aussichten für Samstag: Milder, nur stellenweise noch nachts Temperaturen in Gefrierpunktnähe, vielfach neblig und bewölkt, aufkommende Niederschläge.
AussichtenfürSonntag: Verhältnismäßig mildes unb mehr wechselhaftes Westwetter mit vereinzelten Niederschlägen.
Lufttemperaturen am 15. Dezember: mittags 2,2 Grab Celsius, abends 0,4 Grad; am 16. Dezember: 0,8 Grab. Maximum 2,2 Grad Minimum 1 Grab. — Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 15. Dezember: abenbs —0,8 Grad; am 16. Dezember: morgens — 1 Grab Celsius. — Sonnenfcheinbauer 3% Stunben.
VJeihnochl-s- Kaffee und Tee M. 3.- 3.50 - «♦.- MJt.-6.-B--
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