Ausgabe 
16.6.1932 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Hr.139 Erstes Blatt

Donnerstag, 16. Juni (932

(82. Jahrgang

Macdonaid eröffnet die Konferenz von Lausanne

Hitler spricht in Darmstadt

grüßungsworten bcntm wies

schastskonseren; geeinigt hallen. Ls wurde sich also nicht mehr lediglich um eine Hilfsaktion sür die Donau- und Dalkanstaaten handeln. kNacdonald halle r» sür unerläßlich, sehr rasch Vorzü­ge h e n und möglichst bald zu praktischen Schluh- solgerungen zu gelangen. Vie Konserenz von Lau­sanne, die durch diese neuen Maßregeln eine erhöhte Bedeutung annähme, würde sich unter diesen Um­ständen über den 1. Juli hinaus hinziehen.

Macdonaid

die Konferenz im Schatten der

Annahme von Snzetae» sür die lagesnummer ote zum Nachmittag vorher.

Preis für ( mm höhe sür Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärt, 10 Neichopsennig: für R*- klameanzeigen von 70 mm Brette 35 Neichspsennig, Platzvorschritt 20*. mehr.

Chefredakteur

Dr. Friedr. Wilh. Lang«. Verantwortlich für Vohtifc Dr. Fr Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H Ikyriot; sür den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen.

renz zu

europäischen Wirt-

Oie innerpoliiische Notverordnung.

Umfassendes Kontrollrecht des Reichsinnenministers gegenüber den Verbänden

Oie erste Sitzung.

Lausanne, 16. Juni. <WTB. Funkspruch.) Die feierliche Eröffnungssitzung der Lausanner Kon­ferenz begann heute vormittag 10 Uhr in dem Re- naissancesaal des HotelsBeourivagc". 21 n einem hufeisenförmigen Tisch hatten zur Linken des Präsi­denten Mardon ald die Mitglieder der engli­schen Delegation, die Minister Chamber­lain, Samuel, Simons u. Runciman, an- schließend die deutschen Delegierten Reichs- kanzler von Papen, Reichsauhenminister Frei- herrvon Neurath, Finanzminister Gras von Schwerin-Krosigk und Wirtschastsminister W a r m b o l d , zur Rechten die französischen Delegierten Ministerpräsident H e r r i o t. Fi- nanzminister Germain -Martin, Handelsmini- ster Julien Durand, ferner die italienische Delegation mit Grandi an der Spitze, Platz genommen. An den beiden Längsseiten schlossen sich zur Linken die Abordnungen Japans, Australiens, Kanadas, Griechenlands, Portugals und Iugo-

51,« 12,465

3,057 1JO,»8 76,« 84,22 78.« 15,4 0,343

4,209

58,6» 21,53

16,55 82.07 54,67 82,42 1,309 ,325

6,993 14,07

"W, 58,43 84,03 15-3 16, 170-1 tf

HZ 34-53

'-AS, Dagdc- richt der Mrbach- ging der Kvnzern- lill. dz zurück. Dai Dar, abgesehen von ibfahsteigcrung auf- Zn Etcinlai, betrug Proz, in Mlestch Proz, in Shloma- Brom sogar 45 Pror en niedriger als im (e waren die Prei'r iebe Haden jufric« n des Absahrück- eingelegt und ein- tote Mgelegt wer- S waren 394 Ange- chästigi. Die Odlor- ZroduktionSjahre aus i Proz. der deutsch«

und die einzelnen Stände seien voneinander isoNert worden.

Die neue nationalsozialistische Bewegung habe aus der Erkenntnis der Wurzel des Niederganges eine neue Sammlung des deutschen Men­schen versucht. Sie wolle ihn heraussühren aus öi-in alles zerstörenden Zwiespalt zwischen interna­tionalem Sozialismus und bürgerlichem Nationa­lismus. Der Nationalsozialismus appelliere an die Seele des Deutschen, nicht an den Bürger und seine Instinkte, nicht an den Proletarier und seine Vorurteile, nicht an den Angestellten oder den Bauern, er fordere die Verbindung von Hand und Kops, wirtschaftlich die Beseitigung des reinen Ex­port- und Importgedankens.

Aus den bisherigen Dersolgungen und Blutopfern sei bereits ein n e u er Kern zusammen- geschmolzen, um den sich das Volk schare in dem Ringen um das ganze Deutschland. Die Hessenwahl sei nur ein Abschnitt aus dem großen Kamps des Nationalsozialismus um den deutschen Menschen. Was das Glück Deutschland nicht beschert habe, das scheine jetzt die Zeit der Not zu erzwingen, nämlich die Erkenntnis, daß ein Volk nur dann verloren sei, wenn es sich selbst aufgebe. Der National­sozialismus ringe um ein Deutschland der Einheit, der Größe, der Sittlichkeit, und des sozialen Glückes des einzelnen Menschen.

^tanlhi^L

Darmstadt, 15. Juni. lWSN.) Die National- sozialisten veranstalteten heute abend in der alten Radrennbahn in der Heidelberger Straße eine große Wahlkundgebung, zu der sich etwa 3 5 0 0 0 Personen eingesunken hatten. Adolf Hitler erklärte, oft von Beifall unterbro- chen, es sei ein wunderbares Bild, das Deutschland heute biete, denn ein Volk, von dem seine Gegner bisher angenommen hätten, daß es versunken sei in Verzweiflung, Verzagtheit und Hoffnungslosia- keit, besinne sich wieder auf sich selb st. Der Nationalsozialismus sei keine parteipolitische Bewegung, keine parlamentarische Erscheinung, wie es von den Gegnern oft dargestellt werde, die Be­wegung hebe sich ab von allen anderen durch ihre fanatische innere Begeisterung, durch ein neues Vertrauen zum deutschen Volk und seine Zukunft.

Die letzten 14 Jahre hätten bewiesen, daß die bisherigen Machchaber nicht in der Lage waren, ihre Versprechungen, die sie jedem einzelnen Stand gemacht hät­ten, einzulösen. Das Versagen der Regieren- den sei nicht Schicksalsfügung, sondern schuld seien ihre menschlichen Schwächen und politischen Fehler gewesen. Die Opferung der Ehre, der Kraft und der politischen Gröhe Deutschlands habe auch zur Opfe­rung seiner wirtschaftlichen Existenz geführt. E i n Trümmerhaufen sei allein übrig geblieben

reich behaupten konnte. Aber je mehr dieser Wett­bewerb anderer amerikanischer Massenproduktionen im Verein mit der Verschlechterung der Wirtschafts­lage den ganz breiten Markt, den Ford unbedingt braucht, in wachsendem Maße verengte, desto stärker ging die Erzeugung seiner Fabriken zurück, desto schwieriger wurde es für ihn, ausreichende Gewinne herauszuwirlichaften. Zur Zeit bauen feine 'Werke kaum mehr 1OOO Kraftwagen täglich. Das ist nur noch der achte Teil ihrer früheren Höchsterzeu- Sung! Man sagt, daß sie bei den gegenwärtigen bsagmengen ihre Unkosten nicht mehr erarbeiten können, die durch die abermalige Umstellung auf den neusten Fordwagen, wie es heißt, um 50 Mil­lionen Dollar erhöht worden sind. Wenn sich Henry Ford jetzt gezwungen sieht, gegen seine bisherigen Grundsätze Bankkredit in Anspruch zu nehmen, so ist das ein Zeichen dafür, wie schwer er heute zu kämpfen hat, um sein Lebenswerk auf der Höhe zu erhalten.

Berlin. 16. Juni. (211.) Im Reichsinnenmi­nisterium fand am Mittwochnachmittag eine Kon­ferenz statt, in der den Vertretern der Länder die innerpotitische Rotverordnung mitgetcilt wurde. Die Rotverordnung umfaßt sowohl die Aufhe­bung des SA.» und des Llniformver- b o t s wie die Reuregelung der Presse­vorschriften, des Versammlungs-und Demonstrationsrechts usw. Die Vertre­ter der Länder haben sich, wie die .Vossische Zei­tung" erfährt, in der Besprechung die Stellung­nahme ihrer Regierungen Vorbehalten. Der Reichs­innenminister habe die Bedenken der süd­deutschen Regierungen abzuschwächen versucht, indem er ausdrücklich versicherte, daß alle Reichsinstanzen zu sofortigem Eingrei­fen entschlossen seien, wenn in irgendeinem Teil des Reichsgebiets durch die neue Regelung Schwierigkeiten entstehen sollten und daß diese Entschlossenheit vor allem auch fürdie W i e d c r z u l a s s u n g der Uniformen gelte. Die neue Verordnung spreche nicht von mi­litärischen Verbänden, sondern von »Verbän­den, die in geschlossener Ordnung a u f t r e t e n" und verpflichte solche Verbände, ihre Satzungen auf Verlangen dem Innenminister mitzuteilen und sich Anordnungen des Innenmini sters zu fügen. Der Reichs- innenminister erhalte auch die Ermächtigung, ein- zugrcifen, sobald sich Unzuträglichkeiten Heraus­stellen. Don besonderer Bedeutung sei es, daß der

slawiens, zur Rechten die Belgiens, der Tschecho­slowakei, Neuseelands, Polens und Südafrikas an. Eine große Zahl von Journalisten aller Länder und eine Anzahl Zuhörer aus dem Publikum vervoll­ständigten die umfangreiche Versammlung. Nach Be­bes fchweizerischen Bundespräsi-

vtu,i(DiQn{).

'Jonbs

darauf hin, daß

bedenklichsten Wirtschaftskrise jufammentriffe, die

Innenminister auf Beschwerden hin in einzelnen Teilen des Reiches eingreifen und Sonder­regelungen treffen könne Darin liege indirekt die Bestimmung, daß nicht die Landes­regierungen direkt bei dem Auftreten von Schwierigkeiten eingreifen, sondern daß sie sich beschwerdeführend an den Reichs- Ihncnminiftcr w en den müßten, der dann entscheide und Anordnungen treffe. Don beson­derer politischer Bedeutung sei es weiterhin, daß von der für die Verbände aller Parteien gelten­den Regelung die Kommunisten aus­drücklich ausgeschlossen würden.

Die H a u p t ft r o f c bei Verstößen gegen die Verordnung bleibe d i e Auflösung von Ver­bänden. Bei den Bestimmungen über Versamm­lungen und Demonstrationen erhalte der Reichs­innenminister das Recht, eine Pflicht zur polizeilichen Anmeldung von Verfamm- jungen für einzelne Reichsteile anzuordnen. Er könne bestimmen, daß in einzelnen Reichsgebieten Versammlungen verboten oder von bestimmten Be­dingungen abhängig gemacht werden. Bei Ro­heitsdelikten und bei Waffenmißbrauch wür­den neue,besonders schwere StrafVor­schriften eingeführt.

Zeitungen und Zeitschriften könnten künftig nicht nur bei Gefährdung der Ruhe und Ordnung, fonbern auch bei Gefährdunglebens­wichtiger Stoatsintereffen^ verboten werden.

Zahlungen um sechs Monate zu oerlän- g e r n.pellt parisien" berichtet, daß der sronzösische Ministerpräsident h e r r i o t und der englische Premierminister Macdonaid sich nicht nur über den Vorschlag eines sechsmonatigen Ma- ratoriume, sondern auch über öle sofortige Ausgestaltung der Lausanner Konse-

3,06

171 i: 76.33 84.38 79« 15,»5 0.952 4.217 58,7

21.61

16.«

82.« 34.73 bin Ä 14.«

" 58,72 84-37 15.43 16,£ 170-5 21-67 76.35 15» 79.« 82.21 34.67

Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustriert« Gießener Familienblütter Heimat im Bild Die Scholle menats Beiugsprtis:

Mit 4 Beilagen RM. 1 95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. . -.26 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt.

zerNsorechanschlüffe unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger riehen.

Postscheckkonto: Krantfuri am Main 11686.

>r|e behMtei.

Juni An der Abend- clhaltung tpegr. Wichen Lag- eb" hr (leinen Umla&tr. amen. Sie eiimmung n&licb, und gegen U «urfe meift gut iaen vorübergehend Z aber im »ult

iren

>25 Prozent und von ®olötcntCiÄE äSS

S1*85 S-ä: im zu

Handnoten.

Die Genfer Abrüstungskonferenz hat sich zunächst nun auch aus Eis gelegt. Ihre Delegierten, soweit sie irgendwie politisch orien­tiert sind, haben ihre Stqfler gepackt, um nach Lausanne auszuwandern. Denn die Entschei­dung über das weitere Schicksal der ganzen Ab­rüstung ist zunächst in die Hände der Politiker ficlegt. Ein etwas beschämender AuSgang. Tat- ächlich ist die Arbeit der letzten beiden Konlercnz- nwnatc im luftleeren Raum erfolgt. Die verschiedenen Ausschüsse haben sich mit Ausnahme deschemischen Ausschusses" nicht einigen können. Die Gefahr, daß die Konferenz also aufflog, war greifbar nahe, zumal nachdem die deutsche Dele­gation nun zu ihrem Gegenstoß ausgeholt und ihren Antrag über d i e qualitative Abrüstung eingebracht hatte. Sin sehr kluger Schachzug.

Die in den ^Interausschüssen niedergestimmten An­träge sind wieder ausgenommen und zu sammengesaßt, mit dem Grundsatz, daß ja an dem Berinller Vertrag die ersten militärischen Sach­verständigen der Siegerstaaten mitgearbeitet haben, daß dort also der Extrakt dessen, was man als An- jriffs- und Verteidigungswaffe anfehen müße, zu- ammengefaßt fei und daß deshalb nur diese Be­timmungen als Grundlage benutzt zu werden brau­chen, um einen wesentlichen Fortschritt durch die qualitative Abrüstung zu erreichen. Herr Hqrriot ist darüber so nervös geworden, daß er schmucklos erklärte, Frankreich konnte keiner Maßnahme für die qualitative Abrüstung zustimmen, die von dem Versailler Vertrag als Grund­lage ausgehe: ein indirektes Eingeständnis, dpß also alles, was bisher von den Siegerstaaten über die Bedeutung der deutschen Abrüstung gesagt wor­den ist, mit den Tatsachen nicht überein- ft i m m t

Der Konflikt schien also eigentlich unvermeidlich, als Ausweg wurde dann wieder die übliche Ge­heimsitzung des Konferenzbüros angesetzt, in der nun in irgendeiner Form die Bilanz gezogen werden muhte. Sie ist dahin gezogen, daß die Sachverstän­digen der Abrüstung ausgeschaltet werden und der Versuch gemacht werden soll, durch unmittel­bare private Verhandlungen der Po­litiker die Grundlage für eine Verständigung zu finden. An Widerspruch gegen dieses Verfahren hat es nicht gefehlt. Die Spanier haben auf die Gefahr hingewiesen, daß dadurch ein allgemeiner Zusam­menbruch der gesamten Abrüstungspolitik ei »geleitet werden könnte. Der Vertreter Portugals schloß sich diesen Bedenken an. Aber die Verlegenheit war so gioß, daß schließlich doch beschlossen wurde, den allgemeinen Ausschuß erst wieder einzuberufen, wenn aus den politischen Verhandlungen sich eine Grundlage der sachlichen Uebercinftimmung ergeben hat. Die Parallelschaltung der Abrüstung und der Reparationen ist damit vollzogen, die Voraus­setzungen f ü reinen großen Kuhhandel sind also gegeben. Aber die Franzosen werden sich doch irren, wenn sie glauben, daß sie Deutschland damit mürbe machen können. Sie werden sich auch auf diesem Umwege nicht um die klare Entscheidung herumdrücken können, ob sie ernsthaft gewillt find, die Abrüstungskonferenz zu sabotieren oder an dem Versuch einer wirklichen Abrüstung ehrlich mitzu- arbeiten.

Man darf freilich die Beweglichkeit und An­passungsfähigkeit dieses Mannes nicht unterschätzen. Er wird sicherlich Banken finden, die ihm genügend Geld zur Verfügung stellen, ohne ihm zunächst allzu schwere Sebingunyn aufzuerlegen. Gelingt es ihm bann, mit Hilfe dieser Bankkredite über die gegen- roärtige Depression hinwegzukommen, so wird er später die Bankgelder wieder abstoßen können. Das amerikanische Automobil ist kurzlebig und bedarf sehr bald der Erneuerung. Für den Fordwagen gift das ganz besonders. In ein oder zwei Jahren wird, wenn die Wirtschaftslage sich inzwischen bessert, wie­der eine Riesennachfrage nach Automobilen in Ame­rika vorhanden fein. Wenn Ford bis dahin mit an der Spitze der Automobilprobuzenten burchhält, so wird er sich leicht aufs neue einen Mastenabsatz erobern können. In Krisenzeiten ist bie Hauptauf­gabe, am Leben und wettbewerbsfähig zu bleiben« Qui vivra, verra.

Wenn Henry Forb jetzt gezwungen wirb, Bankkredit in Anspruch zu nehmen, um seine Fabriken in der Depression über Wasser zu halten, so gibt er damit ein Prinzip auf, dem er zweifellos in nicht viel geringerem Grade feinen Aufstieg verdankt als der billigen Massenerzeugung von Automobilen.

Man behauptet in Amerika schon seit einiger Zeit, daß Fords große und glückliche Zeit vorüber sei. Das ist ein Schicksal, das jeden großen Bahnbrecher neuer Ideen früher oder später zu treffen pflegt. Seine Konkurrenten haben ihm bie Ge­heimnisse seiner Erfolge abgesehen. Sie haben feine Leistungen so lange nachgeahmt, bis die Schüler schließlich dem Meister ebenbürtig, ja in manchen Dingen überlegen geworden sind Schon einmal hat deshalb Ford seine Werke schließen müssen, um nach eineinhawjähriger Produktionspause einen ganz neuen, vollkommeneren Wagen herauszubrfngen, mit dem er sich dann gegenüber der Konkurrenz der General Motors und Ehevrolet bisher erfolg-

ihre wirtschaftlichen Angelegenbeiten in Ordnung bringen können, ohne durch Krieg und Geschrei ge­stört au werden. .Mein Appell an diese Konferenz ist", so schloß Macdonaid, .aus unserem Bera­tungszimmer viele Vorschläge hcrvorgehen zu las­sen, die durch ihren bloßen Eharakter die Unter­stützung der ganzen Welt sichern."

Erweiterung

zur Wirtschafiskonferenz?

Nur fcd)enwiiatiflC6 Moratorium für Tcutschland?

pari», 16. Juni. (IDID. Funkspruch.) Die Son- derberichtcrstalter der sranzösischen Rachrichlcnpresse, die sich in Lausanne aushalten, melden heute gemein­sam, daß der Vorschlag gemacht werde, da» Deutsch­land gewährte Moratorium für die Reparation»-

1 ersten Dirrlchhr jeugung weiter von 'erkserzeugung ton ')5ba(i5 gewählten Dch Zahlen schiäs. s. Allerdings habk rb eine bessere $f, auch für die nach. !ning anhallen. (h uni eine oorüber- Sin Umschwung der ebenso in der k;- sei nicht erfolgt. Äe ufträge habe zuso^ nd dem allgemeinen sei bei den Zechen eitere» Absinlcn der Ausblick in die Zu-

)meinfurt),W« Ms

«1-Tis

52,05

12,485

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

Vrvlk vnd Verlag: vrühl'fche Univer^lair-Vuch- und Steinöruderel H. lange in Gieße 1. Schnflleinmg und Geschäftsstelle: SchulNraße 7.

Der große Umschwung in Amerika ist auch an dem weltbekanntesten Unternehmer der Vereinigten Staaten, an Henry Ford, nicht spurlos vor- übergegangen. Es wird sich jetzt erst zeigen müssen, ob sein in den Zeiten derewigen prosperity" zur ührenden Automobilfabrik der Welt gewordenes (nternehmen auch die Eigenschaft der Krisenwider- tandsfähigkeit in genügendem Maße besitzt, um i n chlechten Zeiten durchhalten zu können. Die eigenartigen Fabrikations- und Finanzierungs­prinzipien, auf denen Henry Ford fein Lebenswerk aufgebaut hat, waren durchaus den Bedürfnissen und Möglichkeiten der H o ch k o n j un k t u r an­gemessen. Aber werden sie sich auch in der tiefen Depression bewähren, in bie Amerika nun ein­getreten ist? Werden sie sich in einer Zeit geschwäch ter Kaufkraft und geschwächter Finanzkrast über­haupt aufrechterhalten lassen?

Henry Fords Grundgedanke war die Mas­se n s a b r i k a t i o n, die es ihm ermöglichte, feinen Kraftwagen zu einem so niedrigen Preise an den Markt zu bringen, daß ganz neue, breiteste Käufer- schichten für bell Automobilismus gewonnen werben konnten. Jedem Amerikaner fein Auto­mobil! Das war das Schlagwort, unter dem es ihm gelang, seine Automobilerzeugung bis auf 8000 Wagen täglich zu steigern. Aber in einer Zeit, in der cs in den Vereinigten Staaten 10 Millionen Arbeitslose gibt, sind für solche Riesenmengen von Kraftwagen keine Käufer zu gewinnen. -Len gutbezahlten amerikanischen Arbeiter der Hochkon- innktur konnte Henry Ford mit Hilfe feines billigen Massenwagens zum Automobilisten machen. An dem arbeitslosen Proletarier, der auch drüben im­mer lauter nach staatlicher Unterstützung ruft, muß auch fein Genie scheitern.

'Aber auch bas andere Geschäftsprinzip Henry Fords, dessen Befolgung ihn groß und reich gemacht hat, wirb sich in ber Krisenzeit nicht auficchterhaltcn lassen, nämlich bas ber Unabhängigkeit vom Bankkredit. Ford hat stets betont, daß er des­halb so billige Automobile bauen könne, weil er nur mit eigenem Geld arbeite und seine gesamte Pro­duktion selbst finanziere. Bankkredit führt notwen- digerweise dazu, daß ein Teil des Ertrags in We­ltall von Zinsen dem Unternehmen entzogen wirb. Außerdem droht er den Produzenten früher ober später in Abhängigkeit von den Banken zu bringen.

jemals bie Welt in Friebenszeiten betroffen habe. Die ganze Welt ficht auf uns", so führte er aus, unb hat niemals von einer internationalen Konfe­renz früher f o dringend Abmachungen erwartet, die zur Beseitigung ber bestehenben Notlage bei­tragen können. Lor kurzem hat bas Wirtschafts­komitee bes Lölkerbunbes uns barüber unterrichtet, baß dcrWertdesinternationalenHan- b c l s heute nur noch bie Hälfte oder vielleicht weniger als bie Hälfte besten ausmacht, was er zu Anfang 1929 betrug, daß bie Zahl ber Arbeitslosen s i ch mehrals verboppelt hat unb 20 bis 25 Millionen Menschen heute ohne Arbeit sind, und daß diese Lage täglich schiech- t e r wird. Ich lege Wert daraus, zu betonen, daß es sich um eine Weltkatastrophe handelt. Es kommt nicht auf die Richtung der Regierung an,, die an der Svitze steht. In jedem Falle verfällt ber -Staat in Armut, unb bas Einkommen der Völker ist vernichtet. Die Hilfe, bie bie Gemeinschaft dem einzelnen geben kann, muh vermindert werben, bie Lebenshaltung, bie der einzelne führt, nimmt ab, unb um feine Finanzen zu schützen, hat ein Staat nach dem anderen Einschränkungen bes Außenhanbels vornehmen müssen, bie unvermeiblich dazu beige­tragen haben, bie Abbröckelung zu verschlimmern, in sich bie Völker befinden."

Man habe heute einen Teil der Urfachen dieser Notlage zu behandeln, eine bringende Frage: die finanzielle Erbschaft des Krieges. Ihre Wirkung auf die Weltwirtschaft müsse durch ein Abkommen liquidiert werden Dies könne nicht das Ende der staatsmännischen Arbeit fein aber ein wirksamer Beginn. Ein Grundsatz sei sicherlich sehr klar der Konferenz unbreitet: feierlich eingegangene Ver­pflichtungen könnten nicht durch einfeitige Verleugnung befcitigt werden. Aber die­ses Prinzip werde, wie er überzeugt sei, von nie­mand angefochten. Diesem Prinzip stehe aber die Notwendigkeit gegenüber, Verpflichtungen, die sich als unerfüllbar erwiesen hätten, ju re- vidieren Wir müssen die destruktiven Einflüsse im ganzen beseitigen. Wenn wir das tun, so kann Europa nicht allein handeln Die Einheit ber Menschheit ist heute mehr als ein Schlagwort unb es hat eine außerorbentliche praktische Bebcu- tung. Dir können beshalb alle bie Zusicherung willkommen heißen, baß nach Ueberroinbung ber gegenwärtigen Phase bie Vereinigten 5 t a a- t e n uns zu bem Glauben ermutigt haben, baß sie bei ber Prüfung einiger weiter gesteckter Probleme Mitarbeiten werben unb sich mit uns Der- einen werben, um eine Politik für die Aufrechter­haltung der Zivilisation zu schaffen.

Der Erfolg in Lausanne kann nicht voll geerntet werden ohne Erfd 1 g in Genf. Wenn man die wirtschaftlichen Schwierigkeiten überwinden soll, die uns hier hauptsächlich beschäftigen, so muß eine Periode wirtschaftlicher Ruhe gewährleistet werden, in der die Völker