Ausgabe 
16.6.1932 Frühausgabe
 
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Arbeitsbeschaffung und Arbeitsdienst.

Unter dem Vorsitz des Geh. Regierungsrats Dr. Dr. h. c. § ae u f e r Frankfurt a, M.-Höchst fand am Dienstag eine gemeinsame Mitglieder­versammlung des Mittekrheinischen Fa­brikanten-Vereins und der Vereini­gung der Arbeitgeberverbände am Mittelrhein in den Räumen des Guten- brrgkasinos zu Mainz statt. Die sehr zahlreich besuchte Versammlung beschäftigte sich eingehend mit dem Kernproblem der heutigen Lage, der Ueberwindung der Arbeitslosigkeit.

Zunächst berichtete Dr. Loening vom Reichs­verband der Deutschen Industrie-Berlin über

Pläne zur Arbeitsbeschaffung.

D»r Redner gelangte unter eingehender Veweis- führung zur Ablehnung der zahlreichen Arbeits­beschaffungspläne, die in unberechtigter Re­signation die heutige Arbeitslosigkeit als unab­änderlich ansehen und einen Ausweg lediglich in einer Verteilung der vorhandenen Arbeit auf alle Arbeitsfähigen durch Verkürzung der Ar­beitszeit oder ähnliche Mahnahmen erblicken. All diesen Plänen liegt die irrige Annahme zugrunde, daß die vorhandene Arbeit einen gleichbleiben­den Umfang habe, während sie in Wahrheit sich dauernd je nach dem Grade ihrer Rentabilität erweitere oder einschrumpfe. Deshalb bezeichnete Dr. Loening

die Wiederherstellung der verloren gegangenen Rentabilität durch steuerliche Entlastung und freiere Gestaltung der wirlschaftsbedingungen

als den einzig voll wirksamen Weg, die heute Ar­beitslosen allmählich wieder in den Wirtschafts­prozeß einzuschalten. Der Redner berichtet sodann über die vom Reichswirtschastsrat bearbeiteten und anerkannten Projekte einer zusätzlichen Ar­beitsbeschaffung, unter denen Arbeiten für die Reichsbahn und Reichspost, Straßen- und Wasser­bauarbeiten, Meliorationen und Hausreparaturen vorgesehen sind. Die Durchführung dieser Projekte würde für einige 100 000 Arbeitslose unmittelbare Beschäftigung schaffen und so zu einer wesentlichen Verbesserung der gegenwärtigen Lage beitragen. Bezüglich der Finanzierungsmöglichkeiten betonte der Redner die Unmöglichkeit, Mittel auf dem An­leihewege oder durch Steuermaßnahmen aufzubrin­gen. Es verbleibe nur der heute vielfach vorgeschla­gene Weg der K r e d i t a u s w e i t u n g , der jedoch mit größter Borsicht beschritten werden müsse, da jede inflationistische Maßnahme allgemein und be­sonders auch von der Wirtschaft unbedingt abgelehnt werden müsse. Es sei Aufgabe einer verantwortungs­bewußten Reichsbankleitung, jede vorzunehmende Kreditausweitung für zusätzliche Arbeiten unbedingt

im gleichen Verhältnis zu der umlaufenden Güter­menge zu halten. ,,, r

Der Vorsitzende sprach im Anschluß an die mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen des Redners unter der Zustimmung der Versamm­lung die Forderung aus,, daß den Beratungen des Reichswirtschaftsrats nunmehr baldigst die Tat folgen möge, und daß wenigstens ein Teil der in Aussicht genommenen Arbeiten umgehend in Angriff ge­nommen werden.

Als zweiter Redner gab Dr. Hans Heger (Wiesbaden) einen äleberblick über

das Problem des Außendienstes, dessen Einführung heute von weiten Kreisen zur Linderung der Arbeitslosennot und zur Ver­hinderung einer seelischen Verwahrlosung der Jugend gefordert wird. Redner schilderte die in Bulgarien mit der Arbeitsdienstpflicht gemachten Erfahrungen, den Aufbau des seit Spätherbst 1931 in Deutschland eingeführten freiwilligen Ar­beitsdienstes und die hierbei gesammelten, zum Teil recht befriedigenden, allerdings noch nicht sehr umfangreichen Erfahrungen. 3n einer Gegen­überstellung der Degründungen, Kritiken und Gegengründe für eine allgemeine Arbeitsdienst­pflicht gab der Redner einen Einblick in die Ge­dankengänge, die eine besondere Dien st- leistungder jugendlichen Jahrgänge fordern, einmal aus Erziehungsgründen und so­dann um den jetzt Arbeitslosen eine erträgliche Existenz zu sichern. Dies liege auch im Interesse der Erhaltung des deutschen Familienlebens.

In der anschließenden angeregten Aussprache berichtete Dr. Walter Dyckernhoff über die Pläne und Arbeiten der von ihm ins Leben ge­rufenen Arbeitsgemeinschaft für freiwilligen Ar­beitsdienst in Amöneburg, die auf dem Gedanken der Kameradschaft beruht und unter den Arbeits­losen eine über Erwarten große Beteiligung ge­funden hat, sowie Fabrikant Armin Sarto­rius (Wiesbaden) über die von ihm geleiteten Arbeiten des freiwilligen Arbeitsdienstes zu Schierstein, über die auch günstige Erfahrungen mitgeteilt werden konnten. Diese Beispiele pri­vater Initiative fanden bei der Versammlung lebhaften Beifall. Es wurde noch der Wunsch ausgesprochen, daß die heute zerstreuten gesetz­lichen Bestimmungen über Unterstühungswesen und Arbeitspflicht organisch zusammengefaßt wer­den möchten.

Der Vorsitzende schloß die interessante Aussprache mit der Forderung nach baldiger praktischer Durchführung aller bestehenden, heute schon realisierbaren Arbeitsbeschaffungspläne.

Zweimal Weltrekord in Kaffei

Die deutsche Nationalstaffel in grotzerForm.

Das Abendsportfest des VfL. Hessen- Preußen-Kassel hatte am Dienstagabend in der Hessenkampfbahn rund 3000 Zuschauer an­gelockt, denen ausgezeichnete Leistun­gen geboten wurden. Besonders spannend waren die Kämpfe der deutschen Sprinterllasse^ und schon beim ersten Versuch mußte der Welt­rekord über 4X100 Meter von 40,8 Se­kunden sein Leben lassen. Die Rationalstaffel in der Besetzung Hendrix, Geerling, Borch- meyer und Ionath lief 40,7 Sekunden, die von drei älhren ongezeigt wurden, während eine 40,8 angab. Auch beide 100-Meter-Läufe brachten spannende Kämpfe. Den 1. Lauf gewann Lam­me r s in 10.4 Sekunden vor Hendrix 10,5, Dorch- meyer 10,6 und Buthepieper 10,7, den zweiten Lauf holte sich M ä h r l e i n (Frankfurt in 11 Se­kunden vor Kraft (Frankfurt) (Brustbreite), äleber 400 Meter führte der deutsche Meister Mehner (Frankfurt) von Anfang an und siegte in 48,6 Se­kunden. Den 100-Meter-Laus für Frauen ließ sich Frl. Dollinger (Rürnberg) in 12,5 nicht nehmen.

Auch der zweite Start der Rationalstaffel, diesmal in der Besetzung Körnig, Lammers, Borchmeher und Ionath brachte abermals einen neuen Weltrekord mit 40,6. Die Zeit wurde einwandfrei gestoppt und dürfte daher auch An­erkennung finden, so daß die bisherige Höchst­leistung der deutschen Rationalstaffel mit Ionath, Corts, Houben und Körnig aus dem Jahre 1928 gleich zweimal an einem Tage unterboten wurde. Auch oie zweite Staffel mit Hendrix, Geerling, Dent und Pflug erreichte in 40,8 Sekunden den alten Weltrekord. 3m 800-Meter-Lauf führte der

Düsseldorfer Lefeber bis zur halben Strecke, mußte dann aber Robus (Hannover) vorbei­lassen, der in 1:55,7 klar siegte vor Lefeber in 1:56,6 und Müller (Zehlendorf) 1:58,1. Der deutsche Doppelmeister 3 o n a t h (Bochum) er­zielte im 200-Meter-Lauf mit 21 2 Sekunden die bisher beste Zeit in diesem 3ahre in Deutsch­land. SC. Charlotterburg holte sih die 1500 Meter in 3:59. Die 110 Meter Hürden waren eine ein­seitige Angelegenheit für den Frankfurter Wel­scher. 3n den Wurfübungen gab es nur mäßige Leistungen.

Leichtathletik-Meisterschaften derOSB.

Am Wochenende halten sechs der sieben Landes­verbände der DSB. ihre Meisterschaften ab. Ledig­lich der Baltenvcrband führt seine Meisterschaften erst am 25. und 26. Juni durch. Der Austragungs­ort der süddeutschen Meisterschaften ist M ü n ch e n, der Westen hat Essen vorgesehen. Brandenburg führt sie in Berlin durch, Mitteldeutschlands Titelkämpfe werden in Merseburg abgewickelt, Südostdeutschland hält sie in Breslau ab, und der Norden hat seine Meisterschaften nach Ham­burg vergeben.

Sonntagsrückfahrkarten zum Zeldbergturnfest.

Don dem Mittelrheinkreis der Deutschen Tur­nerschaft wird das Feldbergturnfest am 18. und 19. Juni durchgeführt. Um den Teil­nehmern und Besuchern eine verbilligte Fahrge­legenheit zu bieten, sind auch von den Bahnhöfen im Umkreis von 150 km um Cronberg (Taunus), die keine Sonntagsrückfahrkarten nach Cronberg aufliegen haben, Sonntags­rückfahrkarten am Samstag, 18. 6. und Sonn­tag, 19. 6. dorthin auszugeben. Die am Samstag,

18. 6. ausgegebenen Sonntagsrückfahrkarten gelten bereits von 0 Uhr ab zur Hinfahrt. Die Karten, die also auch am Bahnhof Gießen zu haben sind, gelten bis Montag 9 Uhr.

Zechten im Turnsau Hessen (OT).

Lin Kampfrichter-Lehrgang.

In Bad-Nauheim fand am Sonntag für die 3. Mittelrheinische Kreisgruppe (Fechterschaft des Gaues Hessen) ein Kampfrichterlehrgang statt, der in Kreisfechtwart (Eigner (Mainz) einen ausgezeichneten Leiter hatte. Sämtliche Fechterriegen des Gaues Hessen waren vertreten. Der Äormittag galt der theoretischen Unterweisung, während am Nachmittag die Praxis in den verschiedenen Waffen zu ihrem Rechte kam. Ein weiterer Lehrgang soll im November stattfinden.

VfB. Gießen.

VfB. Gießen (II und III komb.) Steinbach I 2:6 (0:2).

Die Grün-Weißen zeigten am vergangenen Sonn­tag in Steinbach ein sehr schlechtes Spiel. Der Gast­geber nutzte dies weidlich aus und fertigte die VfBer verdient mit 6:2 Toren ab. Bis zur Halbzeit konnte Steinbach allerdings nur zwei Tore verlegen, aber in der zweiten Spielhälfte bauten die Gießener in dem Maße ab, wie Steinbach besser wurde. Stein­bach gewann verdient.

Die Alte-Herren-Mannschaft zeigte sich Steinbachs 2. Els überlegen und gewann mit 5:1.

VfL. 1. Jugend VfR. Butzbach 2. Jugend 5:0 (2:0).

Der VfB.-Nachwuchs zeigte vor der Spielsperre noch einmal unzweideutig, daß er etwas kann. Die immerhin sehr spielstarken Butzbacher Jugendlichen kamen während des ganzen Spiels kaum zum Spiel­

aufbau, denn die Läuferreihe der VfBer war glan­zend in Fahrt, ebenso wie auch der Sturm, der fünf bildschöne Tore schoß. Der VfB.-Tormann bekam kaum etwas zu tun.

Die 2. Schüler gewannen ebenfalls. Die 2. Schüler von Wieseck muhten sich mit 4:0 geschlagen bekennen.

Schalke siegt in Trier.

Dor 5000 Zuschauern gastierte der FC. Schalke 04 am Dienstag in Trier beim Kreisligameister Ein­tracht. Die Gäste ftrengten sich sehr wenig an und boten nur das, was nötig war, um zu siegen. Ihr Führungstor durch Röthardt glich Trier mit Glück aus. Dann schossen Czepan, Kuzorra und Röthardt bis Halbzeit noch drei ^Treffer und nach der Pause fiel durch Kuzorra ein fünftes Tor, so Daß der Kampf 5:1 endete.

SüddeutschlandWestdeutschland.

Zugunsten des Olympia-Fonds.

Für den am kommenden Sonntag in Düssel­dorf zum Austrag kommenden Fußballkampf Süd- gegen Westdeutschland zugunsten des Olympia-Fonds haben nun die Verbände ihre Mannschaften namhaft gemacht:

Süddeutschland: Jakob(Regensburg); Schütz, Stubb (beide Frankfurt); Grämlich (Frank­furt), liefet (Union Niederrad), Oehm (Nürnberg); Bergmaier (München), Rutz (Stuttgart), Rohr (Bayern München), Rühr (Schweinfurt), Welker (München).

Westdeutschland: Buchloh (Speldorf); Hund (Essen), Busch (Duisburg); Janes (Düsseldorf), Bött- chen (Krefeld), Plate (Köln); Straßburger (Duis­burg), Graffers (Ruhrort), Möck (Duisburg), Raffeln- berg (Benrath), Heidemann (Bonn).

Wirtschaft

Oie wirtschaftliche Lage der Apotheken.

Von der Pressestelle des Deutschen Apotheker- Vereins wird uns geschrieben:

Der Gesamtumsatz der deutschen Apotheken schwankte im 3ahre 1930 noch je nach der Größe der Apotheke (bei den Untersuchungen wuroen 5 Apothekengruppen nach der Höhe des Umsatzes eingeteilt) zwischen 96,14 Prozent und 92,06 Pro­zent des Umsatzes von 1929. 3m 3ah re 1931 da« gegen betrugen die Umsätze nur noch zwischen 86,23 Prozent und 78,19 Prozent des Umsatzes von 1929. Der Llmsahrückgang ist im 3ahre 1931 also doppelt so groß wie im 3ahre 1930 gewesen. , , ,

Schon diese Umsatzrückgänge haben natürlich die wirtschaftliche Lage der Apotheken außer­ordentlich verschlechtert. Darüber hinaus gestal­teten sich die Ertragsverhältnisse durch die Re­duzierung des vom Staate festgesetzten Ruhen- sahes an Arzneispezialitäten usw. aber noch we­sentlich katastrophaler. Unter Berücksichtigung der Hypothekenzinsen usw. sank der Ertrag der deut­schen Apotheken nämlich, der 1930 noch zwischen 92.75 Prozent und 77,32 Prozent des Ertrages von 1929 ausmachte, im Jahre 1931 auf 73,48 bis 59,23 Prozent des Ertrages von 1929.

Die am schlechtesten gestellte Gruppe der Apo­theken wird dabei regelmäßig von den kleineren Apotheken, besonders den Landapotheken, reprä­sentiert, und es bedarf keiner großen Sehergabe, um für diese Apotheken, wenn nicht irgendwelche durchgreifenden Hilfsmaßnahmen vom Staate ein» geileitet werden, für 1932 den sicheren Unter­gang vorauszusagen. Dafür würde es schon ge­nügen, wenn der Umsatz- und Ertragsrückgang für 1932 gegenüber 1931 im gleichen Tempo vorwärts ginge, wie für 1931 gegenber dem Jahre 1930. Eine vorläufige Zusammenstel­lung der beim Deutschen Apotheker-Verein ge­führten Statistik von etwa 100 Apotheken ver­schiedener Größe ergab jedoch, daß der Umsatz der Apotheken in den ersten 4 Monaten des Jahres 1932 gegenüber den ersten 4 Monaten des Jahres 1931 insgesamt um durchschnittlich 20 Prozent zurüekgegangen ist. Dabei weist allein der Krankenkallenumsah (Krankenkassen-Rezeptur und Krankenkassen-Handverkauf) einen Durch­schnittsrückgang von insgesamt 22,5 Prozent auf. Das bedeutet, daß sich das Tempo der Umsatz- Verringerung im Jahre 1932 gegenüber den Vor­jahren noch erheblich beschleunigt hat.

* Mnnnesmannröhren-Werke, D ü s- s e l d o r f. In der Generalversammlung der Man- nesmannröhren-Werke Düsseldorf, die den bekann­ten Geschäftsabschluß für 1931 und die von der Verwaltung vorgeschlagene Kapitalherabsetzung durch Einziehung von nom. 5 000 400 RM. eigenen Stammaktien einstimmig genehmigte, führte Ge- neraldirektor Dr. Bierwes aus, daß das Abwärts­gleiten der Beschäftigungskurve noch keineswegs

zum Stillstand gelangt sei. Im ersten Vierteljahr 1932 sei die deutsche Rohstahlerzeugung weiter von 38 vH. auf 31 vH., die Walzwerkserzeugung von 39 auf 33 vH. der als Vergleichsbasis gewählten Produktion von 1929 gesunken. Diese Zahlen schlös­sen eine Ertragsmöglichkeit aus. Allerdings habe das Unternehmen vom April ab eine bessere Be­schäftigung zu verzeichnen und auch für die näch­sten Monate werde diese Besserung anhalten. Es handle sich aber hierbei nur um eine vorüber­gehende Arbeit für Rußlackd. Ein Umschwung der Wirtschaftslage im Innern und ebenso in der Ex- Portbetätigung der Gesellschaft sei nicht erfolgt. Die Hereinnahme größerer Russenaufträge habe zusätz­liche Arbeit ergeben. Entsprechend dem allgemeinen Rückgang der Kohlenförderung sei bei den Zechen der Gesellschaft ebenfalls ein weiteres Absinken der Produktion zu verzeichnen. Ein Ausblick in die Zu­kunft fei unmöglich.

Durbach-Kaliwerke-AG., Magde­burg. Rach dem Geschäftsbericht der Burbach- Kaliwerke-AG., Magdeburg, ging der Konzern-' absah auf rund 1,79 (2,51) Mill, dz zurück. Das Geschäft in Rebenprodukten war, abgesehen von Siedesalz, das eine leichte Absatzsteigerung auf­wies, ebenfalls rückgängig. 3n Steinsalz betrug der Absatzrückgang zirka 16 Proz., in Bittersalz und Chlormagnesium etwa 20 Proz., in Chlorma- gnesiumlauge 30 Proz. und in Brom sogar 45 Proz. Die Erlasse für Kalisalze waren niedriger als im Vorjahr, für die Rebenprodukte waren die Preise befriedigend. Die Konzernbetriebe haben zufrie­denstellend gearbeitet. Wegen des Absahrück- ganges mußten Feierschichten eingelegt und ein­zelne Werke für mehrere Monate stillgelegt wer­den. Ende des Berichtsjahres waren 394 Ange­stellte und 2697 Arbeiter beschäftigt. Die Oelför- derung belief sich im ersten Produktionsjahre auf 51 555 Tonnen, sie betrug 23,4 Proz. der deutschen Gesamterzeugung.

Franksurter Abendbörse behauptet.

Frankfurt a. M., 15. Juni An der Abend­börse hat sich die Zurückhaltung wegen der gesamten ungeklärten politischen Lage eher verstärkt, so daß bei sehr kleinen Umsätzen nur wenig Kurse zur Rotiz kamen. Die Stimmung war jedoch nicht unfreundlich, und gegen den Berliner Schluß blieben die Kurse meist gut behauptet. IG.-Farben gingen vorübergehend unter 92 Prozent, konnten sich aber im Verlaufe wieder leicht erhöhen.

Am Rentenmarkt.waren 5,5proz. Frank­furter Hypoth.-Liquidation 0,25 Prozent und von Auslandrenten Oesterreich. Goldrente 0,75 Pro­zent höher; im übrigen herrschte Geschäftsstille. Altbesih 37.75, 4prvz. Oesterr. Goldrente 9, 5,5- proz. Frankfurter Hyp.-Liquidation 76,75, DD.» Bank 30,50, Reichsbank 124,75, Gelsenkirchen 43, Rheinstahl 41,75, Slahlverein 16,50, AEG. 19,65, IG.-Farben 92,25 bis 92, Lahmeyer 77,75, Reichsbahn-VA. 72,25, Rordd. Lloyd 12,40.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 5 o.H, Lombardzmsfuß 6 v. H.

ifrrannur v. yt.

Ser

Schluß- kurs

Schluß'. Abend­börte

Schluß- furd

Schlußk. Mittag- bürte

Saturn

14.6.

15.6. |

14.6

15.6.

6% Deuyche Reichsanteche d. 192.

53

7% Deutsche Reichsanleihe B.1929

59,5

59,5

59,5

5>/2% D°ung.Anlethe von 1930 .

55

56

55,9

56

Deutsche An!.-Ablös-Schuld mit AuSlos.»Rechten........

38

37,25

37,9

37,75

Desgl. ohne Auslos.-Rechte . .

3,4

3,35

3,35

3,3

8% Hess. Bolksstaot von 1929 irüclzahlb. 102%)......

45,75

46,75

Oberhessen Provinz-Anleihe mit

Austos.-Rechten ....

36,5

Deutsche Komm. Sommelabl.

Anleihe Serie 1.......

34,25

34,13

34,25

35

8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse

15 unkündbar bti 1935 ....

66,5

66

_

7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse unkündbar bis 1938 Serie 16 .

66,25

_

_

4>/j% Franks. Hyp.-Bant Liau.> Pfandbriefe.........

76,25

76,75

_

_

4>/2% Rheinische Hvp.-Bank-Ltau.

Goldpse...........

75,25

74,9

_

_

8% Pr. Landespsandbriesanstalt, Psandbriese R. 19......

68,5

68

68

68

7% Pr. Landcspsandbriesanstalt, Psandbriese R. 10

4% Oeiterretchtsche Goldrente .

8,25

9

8,4

4,20% Lckterreichische Eilberrente

1,25

1,2

1,2

1,15

4% Ungarische Goldrentc .

5,13

5,2

5

4% Ungarische Staatsrcnte v. 1910

5

5,5

',75

5,75

4/-% desgl. von 1913

5,25

4,9

6% abgest. Goldmexiianer von 99

5

5,13

4% Türkische Zollauleihe von 1911

',35

2,25

2,45

4% Türkische Äagdadbahn-Anleihe Serie I

2,25

2,5

2,25

4% desgl. Serie II

',35

2,25

2,45

2,3

5% Numan, vereint,. Rente v. 1903

4

4

4%%Rumänweretnh.Nentev.l913

6,5

7

6,8

7,4

4% Rumänische vereinh. Rente

3,5

3.5

3.5

3.5

2%% Anatolier

15,4

15,75

15,9

16

Frant'M

a. ))l.

Sertln

Schluß«!

turd

Schluß'. Abcnd- bört-

Schluß- turd

Schluß'. Mittag- börte

'.Datum

14.6.

15.6

14.6.

15 6.

Hamburg-Amerika Pate.

i

11,5

11,75

11,4j

11,25

Hamburg-Südam. Dampsschiss

0

43

Hansa Dampsschiss ....

. 0

21

20

Norddeutscher Lloyd ....

. 6

12,13

12,4

12

12,25

A.G. sür Verkehrswesen Akt.

27,5

28,9

28,5

Berliner Handelsgesellschast .

8

86

86

86

86

Commerz- und Privat-Aank .

7

16

16

16

16

Darmstädter und Nationalban

8

18,25

18,25

18,5

18,5

Deutsche Bank und

Disconto-Gesellschast. . .

6

31

30,5

31

30,5

Dresdner Bank......

6

18,25

18,25

18,5

18.5

Reichsbank........

12

126

124,75

124,75 1 124,75

A.E.G...........

. 7

20

19,65

19,9

19,9

Bergmann........

. 9

17.75

18,4

18,25

Elektr. LieserungSgesellschasi.

10

64

62,5

Lickt und Kratt......

10

69

68

>8,5

68

Felten & Guilleaume....

e>/r

36

36,75

Gesellschaft für Elektrische

Unternehmungen ....

9

53,25

53,25

53,65

53,5

Rheinische Elektrizität . . .

. 9

68

66

67

66

Schucierl L Co.......

11

59

58

58,25

58,5

Siemens & Halske . ... .

14

117,75

118

117

118,5

12

78,25

77,75

77.75

77,75

Buderus........

. 4

26,75

26,25

Deutsche Erdöl......

. 6

63,75

64,13

64,4

63,9

Gelsenkirchener......

. k

43,5

43

43,4

42,65

Harvener. .......

. c

45

46,25

45

45,75

Hoesch Eilen........

. 6

26,4

26,65

Ilse Bergbau.......

IC

126

126

126,5

Klöcknerwerke.......

. 6

24

24

24,25

23,4

Koln-Reuessen.......

6y.

Mannesmann-Böhren . . .

. 6

40.75

40

40

40,13

dJ?andfclber Bergbau ....

. 0

14

13,5

13.75

Obcrschlei. Koksmerke . . .

. 8

33,25

33

Phönix Bergbau......

4%

18,5

18

18,25

18

Rheinische Braunkohlen . . .

10

166

164

165,5

164

Rheinttahl........

. 6

41,5

41,75

41,5

41,75

Jrau. ut

a. x-i.

ZJernu

Schluß- hird

Schluß'. Abend- börl-

Schluß- turd

Schluß'. Mittag- börse

Datum

14.6.

15 6.

14.t-

15.6

Rtcbeck Montan......

7,2

Bereinigte Stahlwerke . . .

4

16,9

16,5

16,75

16,25

Otavi Minen ....... 16'/,

10,65

10,75

Kaliwerke Aschersleben . . .

10

85,5

82,5

83,4

82,5

Kaliwerke Westeregeln . . .

10

92

91

91,5

91

Kaliwerke Salzdetjurth . . .

15

148

145,5

149,75

148

I. G. Farben-Industrie . . .

12

93,5

92

93,25

92,5

Verein, chem. Industrie Frank-

flirt ii M........

»

-

Scheideanstalt.......

10

133,5

134,75

0

16,25

16

16,5

RütgerSwerke.......

b

33,5

32

33

32,75

Metallgesellschaft......

25,5

25

25

25

Philipp Holzmann.....

8

32,5

31,75

32,75

32,5

Zementwerk Heidelberg. . .

v

38,5

38,5

Cementwerk Karlstadt. . . .

7

Wayh & Freytag.....

0

4,5

4,5

4,5

4

Schultheis Patzenhoser . . .

15

48

51,5

Aku (Wlgemeine Kunstseide)

O

33

32,5

33,25

32,5

Bemberg.........

O

32

32

32,5

32,5

Zellsioss Waldhof.....

12

24,4

24,5

24,25

25.5

Zellstoss Aschafsenburg . . .

6

19,75

17,75

Dessauer Gas.......

. 9

78

77,5

Daimler Motoren.....

. O

12,25

11,5

12,25

12

Deutsche Linoleum ....

. b

32

31

31

31

Lrcnstein & Koppel ....

. O

22,13

21,25

Leonhard Tietz......

. 8

53

54

54.25

54,9

Svcnska.........

15

6.5

6

189.5

182.5

187.75

182,25

Frankfurter Maschinen . . .

. O

Grihner.........

. 0

15,5

14,65

15,5

14,75

Mainkrastwerke Höchst a. M..

. 6

48,25

48

Süddeutscher Zucker ....

10

98

Devisenmarkt Berlin -

- Frankfurt a. 2H.

14.Juni

15 Juni

Amtliche Notierung

Amtliche Dotierung

Meld

25rie'

Geld

Seiet

Helsingsor- .

7.143

7.157

7,143

7,157

Wien. . .

51.95

52.05

51,95

52,05

Prag . . .

12,465

12,485

12,465

12,485

Budapest . .

Sofia . . .

3,057

3,063

3.057

3,063

Holland . .

170,63

170,97

170,48

170,82

OSlo. . . .

76,82

76,98

76,22

76,38

Kopenhagen.

84,42

84,58

84,22

84.38

Stockholm .

79,12

79,28

78,92

79,08

London. . .

15,46

15,50

15,41

15,45

Buenos Aire

0,948

0,952

0,948

0,952

9?eunort . .

4,209

4,217

4,209

4.217

Brüssel. .

58,70

58.82

58,64

58,76

Italien. .

21,59

21,63

21,58

21,62

Paris . .

16,58

16,62

16,55

16.59

Schweiz .

82,21

82,37

82,07

82,23

Spanien .

34,67

34,73

34,67

34,73

Danzig. .

82.47

82,63

82,42

82,58

Japan . .

1.319

1,321

1,309

1,311

Rio de Jan.

0,325

0,327

0,325

0,327

Jugoslawien

6,993

7,007

6,993

7.007

Lissabon .

14.09

14,11

14,07

14,09

Banknoten.

Berlin, 15.Juni

Geld

Brief _

Anierikanilche Noten . . .

4,20

4,22

Belgische Noten.....

58,43

58,72

Dänische Noten.....

84,03

84,37

Englische Noten.....

15,37

15,43

Französische 'Noten ....

16,51

16,57

Holländische Noten ....

170,11

170,79

Italienische Noten ....

21,59

21,67

Norwegische Noten....

76,05

76,35

Deutsch-Lelterreich, * 1OO Schilling

Rumänische Noten ....

2,495

2,515

Schwedische Noten ....

78.74

79,06

Schweizer Noten.....

...

81,89

82,21

Spanische Noten.....

34,53

34,67

Ungarische Noten ....