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16.6.1932 Frühausgabe
 
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B.) Die Aeichsregie« ^vorstehende Reichs- tundsunl nach Mah- zur Verfügung zu Parteien gölten, be« .orstehenden Reich«- , Wern jebe W Üuslösung deS, letzten in Frakt.ons ,ar. Aul die Äom finbet dies leine rore im letzten Rei^- leien in S°m leichsmhlv°« rtcertung zusammen, (o

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Vorsitzenben des IleberwachungSau-schusse« Reich-Ministerium deS Inneren einzureichen.

kaust wurde. Der Verkäufer wurde wegen Betrugs verurteilt, weil er dos Geld nicht abgeführt hat. Nun fchc.nt diese Sache zum Ausgangspunkt einer weiteren Affäre zu werden, um so mehr, als sich nachträglich herausgestellt hat, dah das nach Saar­brücken verkaufte Bild eine Fälschung war, während das echte Bild nach Nürnberg verkauft wurde. Einer der Beteiligten hat bei der Staats- anwaltfchaft em Geständnis eingereicht. Die Poli­zei ist damit beschäftigt, die Angelegenheit zu prü­fen, insbesondere dahingehend, ob weitere Fäl­schungen im Saargebiet oder anderwärts vertrie« ben wurden Eine Verhaftung ist bereits erfolgt, weitere dürsten beoorstehen.

Aus aller Welt.

Festspiele de» Deutschen Schiller-Bunde».

Tleue Bilderfälschungsaffäre in Frankfurt.

WSN. Frankfurt o. M., 15. Juni. Dor ger Zeit lief in Frankfurt ein Prozeh wegen Defregger-Bildes, das nach dem Saargebiet

auch di« Vereinigte Wählergruppe zugelassen. wenn die in chr zusammengeschloisrnen Parteien im .«Uten Reichstage -usammenvon mindesten- 1 5 Abgeordneten vertreten toaren.

2. Jede zum Rundfunk zugelassene Partei oder Parteigruppe stellt einen Redner, delfen Auswahl ihr überladen bleibt Die Reden werden über den Deutschlandsender gehalten und auf alle Sender übertragen.

3. Für di« Durchsage der Wahlreden werden di« dem Wahlsonntag vorangehen­den sech - Werktage, und zwar b;e Stun­den von 19 bis 20 Uhr zur Verfügung gestellt. Jedem Redner stehen 25 ^Minuten zur Verfü- Sung. ®Te Reihenfolge der Reden wird durch i« Stärke der Parteien im letzten Reichstag dergestalt bestimmt, dah die schwächst« Partei di« Rednerreihe eröffnet.

4. Die Manuskript« der Reden sind dem

Selbstexpenment am Galgen

Oie Wissenschaft vom Tod. Schmerzloses Sterben.

von Or 3. Walter.

90000 Mark Reichszuschuß für das Mainzer Stadttheater.

WDR. Mainz, 15. Juni. Die Bemühungen der Stadt Mainz um Erlangung eines Reichs- zuschusses für das Mainzer Stadt­theater haben nunmehr zu einem Erfolg ge­führt. Der Reichsfinanzminister hat für daS Mainzer Stadttheater einen Reichszuschuß von 90000 W k. aus dem We st Hilfefonds bewilligt. Wie der »Mainzer Anzeiger" erfährt, sind für kulturelle Zwecke deS Doltsftootes Heften 162 000 Mk. bewilligt worden. Der weitaus größte Teil dieses Betrages entfällt also auf das Stadt­theater in Mainz. Auch für andere kulturelle Mainzer Zwecke sind Reichszuschüsse bewilligt worden.

Aus Oer provmzialhauvftladt.

Dietzen, den 16. 3uni 1932.

Was unsere Ab.tunenten w.rden.

Don der Berus»beratungsstelle beim Arbeitsamt Bietzen wird mitgeteilt:

lieber die Berufswahl und Lerufsuot der Abitu­rienten sowie über Hochschulüberfullung wird viel ( cschrieben, geredet und an höheren und Höchsten Stellen verhandelt. 2m allgemeinen ist man über Oie Lage der Abiturienten gut im Bilde, ohne daß um- affenbe zahlenmäßige Unterlagen dafür vorhanden waren. Die ReichsanstaU für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, zu der bekanntlich auch die öffentliche Berufsberatung gehört, versucht deshalb auf dem Wege einer Enquete durch die Arbeits­ämter über das augenblickliche Berufsschicksal der in

rage kommenden Schulabganger statistisches Ma- terial für das gayz« Reich zu erhalten.

2n Verfolg dieser Bestrebungen haben uns in anerkennenswerter Weise 10 von den 11 höheren Lehranstalten (SoUanftalten) unseres Ar b e i t » - amtsbezirks (Oberhessen) die Anschriften ämtlicher an Ostern 1931 entlassener Abiturienten und Abiturientinnen .mitgeteilt. Noch einem Jahr

Der Arzt, der sich angesichts einer Gelehrtenver­sammlung mit Lucsgift infizierte, um sein Vertrauen zu einem von ihm erfundenen neuen Heilmittel da­gegen xu demonstrieren: der Forscher, der einige Löffel lyphusbazillen herunterschluckte, um die an- gebl.che Ungefährlichkeit von Erregern zu beweisen, der Chirurg, der sich eine frisch herausoperierte Krebsgeschwulst in seinen Oberschenkel einpjlanzen ließ, um nachzuweisen, daß Krebs unübertragbar sei, der Gelehrte, der sich einen Gummischlouch von der Armvene aus bis in» Innere seines Herzens schob: diese Heroen der Wisienschast, die ihr Leden aufs Spiel setzten, um die Forichung zu fördern, sind Überboten, übertrumpft von den Sclbstexperi- menten eine» Bukarester Professors und dessen mu­tiger Schüler, die daran gingen, am eigenen Leib das Sterben zu erforschen!

Im Hof ihre» Instituts war ein Galgen errichtet worden. Ein regelrechter, ein wirklicher Galgen. Und an diesem Galgen baumelte, die schlinge um den Hals, einmal der Professor, ein andermal einer der Studenten. Der strangulierende Galgenstrick wird angezogen, er würgt den Hals, unterbindet den Blutzusluh zum Gehirn, der Körper verfallt in kurze konvulsivische Zuckungen, wird dann reglos, steif. In diesem Augenblick springen die anderen hinzu, durchschneiden den Strick und rufen das menschliche Versuchskaninchen ins Leben zurück. Das menschliche Versuchskaninchen: e» war nämlich nur ein Versuch, ein wissenschaftliches Experiment, mit der Aufgabe, da» Sterben des Menfchen zu er­forschen. Ein kurzer Ausflug in das unentdeckte Land, von des Bezirk kein Wanderer wiederkehrt. Der Wanderer kehrte wieder. Und erzählte, wie das Sterben am Galgen ift Alle, die sich da in dem Bukarester Institut an den Galgen hangen ließen, dec Profesior und seine Studenten, berichten über­einstimmend. Sie sahen einen ungemein grellen Blitz den Reiz des Sehnervs, hörten eine knallende Detonation der Reiz des Hörnervs und gleich darauf verloren sie das Bewußtsein. Don den Krämpfen und Zuckungen ihres erstickenden Leibes spürten sie nichts mehr, der Todeskampf bleibt unbewußt, von einem gütigen Schleier dem empfindenden Ich verdeckt.

Das Sterben wird nicht mehrerlebt", selbst nicht das Sterben am Galgen, das als das qualvollste und fürchterlichste gilt. Auch sonst aber hat die wissenschaftliche Erkenntnis den Tod feiner ver­meintlichen Schrecken benommen. Dr. F. Kahn hat sechs Typen des Sterbens ausgestellt und nur ein einziger Typ verläuft ahne Trübung des Bewußt- seins: bei allen anderen stirbt der Körper, wenn das klare Denken bereits ausgeschaltet ist. Der erste Typus des Sterbens wird vom gleichzeitigen plötz­lichen Erlöschen des Bewußtseins und des körper- lichen Lebens gestellt. Als Beispiel führt Kadn das Ende Thorwaldsens an: der 74fährige fühlte sich zwar seit einigen Tagen nicht recht wohl, hatte aber vormittags noch an einer Lutherbüste gearbeitet.

Schutzes hat sich die Stadt Gießen schon durch Schrotschußverbot gegen ein Ausschinden ihrer Jag­den im Rahmen des Iagdpachtvertrags schützen müsien, indem sie ftonoentionalftrafen einführte. Nach Schluß des geschäftlichen Teils sprach Ober- forstmeister Nicolaus überDer deutsche Wald in Vergangenheit und Gegenwart". Der Vortrag, der den Weidmann einführen wollte in das Leben, die Bedeutung und Wirtschaft unseres Waldes und der getragen war von der warmen Liebe des Forst­mannes und Jägers zu unserem schönen deutschen Wald, sand dankbarste Aufnahme.

Der Christliche Sängerbund des Kreises Gießen, dem auch einige Gesangs chöre des Streifes Wetzlar angeschlossen sind, feierte am Sonntag auf der hiesigen Waldbühne fein Streis- fest, das sehr zahlreich besucht war. Nach einem Po- faunenoortrag eröffnete der Kreisoerbandsoorsitzende, Prediger W a ch o w i tz (Bellnhausen), das Fest mit Schriftoerlesung und Gebet Die vereinigten Ge­mischten Chöre (Leitung Dirigent C- M o tz) brachten dann einen Chorvortrag Prediger Schmidt von der Gießener Stadtmission sprach herzliche Worte der Begrüßung an die Vereine und Festgäste. Pre­diger Peters (Mücke) und Inspektor Euler (Marburg) hielten Festansprachen, in denen betont wurde, dah das evangelische Lied, das Lied von dem auferstandenen und erhöhten Herrn, in unser Volk, gleich dem gesprochenen Wort, hineingesungen wer­den müßte. Prediger W a ch o w i tz hielt die Schluh- ansprache Mit Danklied, Gebet und Seg#n fand bas Fest fein Ende. Bemerkt sei noch, daß die Leistungen der Einzelchöre, wie auch der beiden Malsenchöre auf recht beachtlicher Höhe standen.

aber ihn auf weibliches Rehwild gestattet, kann nur als Uebergangsmaßnahme gewertet werden und wird deshalb auch fernerhin bekämpft werden. Die Gefahren, die gerade in ben heutigen Zeic­hen Wilbbestänben von feiten geschäftstüchtig - Iagbpächter drohen, sind bei Beibehaltung des herbst­lichen Schrotfchufses enorm und sollten auch von ben Gemeinden erkannt werben. Mangels gesetzlichen

speiste mittags in bester Laune mit dem Dichter Ochlenschlager und dem Märchenerzähler Andersen und gir.g abends ins Theater. Er erwartete auf feinem Sitz gleich den anderen Zuschauern den Aufzug des Vorhanges, als man plötzlich lab, dah er vom Sesiel gesunken war lautlos, ohne Erre­gung, ohne Bewegung. Er war lot. Die große Kranzader seines Herzens hatte sich verstopft und so den schmerzlosen Sttllftand des Herzens und des Blutumlaufs bewirkt.

Verdältnismähig rasch einlehenber Bewußt- seinsoerlust und langsame- Sterben de- Karp^S charakterisiert den Rarkosetyp des Sterberr«, wie e- bei Zuckerkranken, bei Harnvergiftung Rieren- leidender, bei Hirnhautentzündung und Leucht- gaSveraiftung erfolgt. Die Schlafkranken sterben einen solchen Tod. sie werden erst benommen, müde verfallen in einen Schlaf, der immer tie­fer wird, buchstäblich tiefer, da er immer weiter in das Innere des Gehirns eindringt, bis er nach Wochen vielleicht das Atemzentrum erreicht. Der Kranke ist .entschlafen". Dazwischen liegt der -weite Typ. bei dem daS Bewußtsein durch einen Schlaganfall etwa augenblicklich erlischt, der kör­perliche Tod aber erst nach längerer Dewuhtlosig- keit erlösend eintritt.

Völlig anders find die drei übrigen Formen deS menschlichen Sterben- geartet. Hier erfolgt daS Sterben unter Empfindungen, bei Bewußtsein, wenn auch nicht Bewußtsein vom Sterben. Dem Tod bei Fieber- und Erschöpsungskrankheiten gehen Träume und Delirien voraus. Das klare Denken ist gelähmt, um so lebhafter arbeitet die Phantasiesphäre im <M>lrn. So starb Rapoleon von seinen Siegen delirierend, so starb Auber In musikalischen Phantasien umfangen.

Gleich unheimlich und rätselhaft find die Vor­gänge in der Seele deS Menschen, der bei einem Absturz von einem hohen Felsen etwa den Tod vor Augen sieht. Es ist keineswegs in das Reich der Fabel zu verweisen, Kahn bringt vielmehr viele glaubwürdige Beleg« dafür, daß der Mensch in den kurzen Augenblicken des Fallens den bil­derreichen Film seines Lebens vorüberziehen sieht, ja. daß das Stürzen sogar ein wohliges, glück- hastes Gefühl vermittelt. Keine Spur von Todes­angst, traumhaft schön« Bilder und Erlebnisse an­der Vergangenheit iagen in rasender Lite vor dem inneren Auge vorüber und ein wie durch ein Wun­der Geretteter sagt, daß er Stunden brauchte, um all das zu erzählen, was er in der Sekunde seine« Sturzcs erlebt habe. Llnd bleibt endlich beim sech- sten Typ des Sterbens das klare Bewußtsein ec- halten, so fehlen gleichwohl auch hier alle unan­genehmen Empfindungen, ruhig und gefaßt findet sich der Sterbende mit seinem Schicksal ab. Mag auch dem Tod ein schmerzhaftes Leiden, eine schwere Verwundung zugrunde liegen, das Ster­ben selbst ist schmerzlos.

langen in Leihgestern und Droßen-Linden am Dienstagabend zugrunde.

Sonntagsrückfahrkarten zu den Goethe fest spie len in Frankfurt. An­läßlich des Goethejahres werden aus dem Römer> berg in Frankfurt vom 19. Juni bis Ende August auf einer Freilichtbühne Werke Goethes durch die städtischen Bühnen aufgeführt. Die Freilichtbühne hat Platz für 1400 Personen. Die Aufführungen finden Mittwochs und Samstags und teilweise Sonntags von 20 Uhr ab statt. Um den Besuchern eine verbilligte Fahrgelegenheit zu bieten, sind außer von den Bahnhöfen, die schon jetzt Sonn­tagsrückfahrkarten nach Frankfurt (Main) Hbf. aufliegen haben, auch von allen übrigen Orten im Llmkreis von 150 Kilometer um Frankfurt (Main) Sonntagsrückfahrkarten an Sams­tagen von Samstag, 18. Juni, 12 Ahr ab aus- zugeben. Die Karlen gelten bis zum Montag 9 Ahr.

" Hubertus, Verein weidgerechter Jäger, in Gießen. In seiner Iuniverfamm- lung, bie nach oorausgeaangenem Uebungsschießen, imSchützenhaus" ftattfanb, behanbelte berHu­bertus, Verein weibgercchter Jäger, Sitz Gießen" vor allem bie Ausführungsbestimmungen zum Hessischen Naturschutzgesetz. Besonbers hervorge- hoben würbe babei, baß ber Grunbsatz bes Ver­eins, ben er gegen alle möglichen Wiberstänbe ver­fochten hat,Dem Schalenwilb gehört bie Äugel", in weitgehendem Maße gesetzliche Anerkennung ge­funden hat. Die Unlogik, die allerdings darin liegt, baß man den Schrotschuß aus den Rehbock im Sommer als unweidmännisch verbietet, im Herbst

Wie alljährlich im Manat Juni, beaannen in 's Weimar bie Festspiele bes Deutschen Schiller-Bun- bes, bie die höhere Schuljugend aus allen brutschen (Bauen zu klassischen Festspielen im Deutschen Na- lionaltheater vereinen. Die diesjährigen Festspiele umfaßen drei Wachenreihen, aus bie sich bie Schüler­gruppen von 106 Schulen verteilen. Auch eine Lolkshochschulgrupoe aus Dänemark nimmt an ben Veranstaltungen teil. Die erste Wachenreihe begann mit einem Segrüfjungsabenb, ber Diesmal Goethe-Lieber in ber Vertonung durch alte und neue Meister, bargeboten von Sololraften bes Deutschen Nationaltheaters, brachte. Als Fest­spiele finb(Egmont",Die Braut van Messina", zwei kleinere Ggethe-Spiele unb bie Gluck-Oper Iphigenie auf Tauris" vorgesehen.

Große Raphta-Vorkommen im SübutaL

Vor ber Akabemie ber Wissenschaften ber Sowjet- unlon berichtete Professor Gubkin über bie großen Raphta-Dorkommnisse bei Sterlitamak (Autonome Baschkiren-Republik). Aus geologischen flrünben seien bie Erdöllager von Sterlitamak, bie man übrigens bereits mit sieben Bohrtürmen aus­beute, geeigneter als diejenigen von Baku unb Grosny Die Naphtalager umfaßten ein Areal von mehr als 100 Hektar: bas Naphta sei besonbers hochwertig. Die Ausbeutung ber Crböllager im Süduralgebiet habe ben Export ber Sowjetunion um viele Millionen Tonnen gehoben. Damit rucke dieses Gebiet in bie oorberste Reihe ber Weltpetro- IcumDorlommcn, unb Rußlanb werbe imftanbe sein, (einen Bedarf an Erdöl aus eigener Produktion zu decken.

Da» Urteil im Putbroeker Meuchelmord-Prozeß.

3n dem Prozeß gegen die Förster v a n der 6l»en und Sohn, beschuldigt, in den Sinnen- daelschen Waldungen in unmittelbarer Rähe der deutsch - holländischen Grenzedrei jungeMenschen auS bem Hinterhalt erschossen zu haben, wurde da« Urteil verkündet. Dan der El^en wurde wegen fortgesetzten Dergehens deS Totschlage« an den Gebrüdern Kersten und Franz Wehren« zu der zulässigen Höchststrafe von fünf- zehn Jahren Gefängni«, sein Sohn we­gen Totschlages an Mathia« Äcrftcn zu acht Jahren Gesängnis verurteilt.

18 Millionen Mark Vcsizil in München.

Der Fehlbetrag imS-tadthaushaltim Voranschlag für das Rechnungsjahr 1932/33 beläuft sich auf 18 bis 19 Millionen Reichsmark. Der Haushaltsvoranfchlag dürfte ohne Deckungs­ausgleich der Äreisrcgicrung vorgelegt werben, die bann a l s A u f s i ch t s b e h ö r d c die notwendig .-rfcheinenben Maßnahmen anorbnen wirb Das De­fizit wirb burch Rückgang bes Steueraufkommens unb Steigerung ber Fürforgelasten hervorgerufen, «cht Todesopfer eine» Hotelbrande« in Eleveland.

In einem eleganten Hotel brach ein Brand aus. Als bie Feuerwehr eintraf, fanb sie mehrere Per­sonen vor, bie sich mit ben Hänben an den Fenster- kreuzen festgeklammert hatten. Bisher wurden a ch t lote geborgen. Mehrere Personen werden noch vermißt. Bisher ist es nicht gelungen, die Toten zu identifizieren. Der Brand ist durch eine Explosion entstanden.

Eine I^ezeptfälscherin verhaftet.

Die Rejeplformulare in Gießen gestohlen.

Am Disn«tagab«nd wurde in Ärof borf eine frcmbc. SOjährige Frau verhaftet bte versucht halte, auf Grund von gefälschten Rezepten in der dortigen Apotheke Mor- p h i u m zu erhalten. Am Tage vorher hatte die Frau ein gleiches Rezept abgefertigt bekommen. Als sie wiederkam. schöpfte der Lkpotheker Ver­dacht und benachrichtigte die Polizei. Es stellte sich heraus, daß die Frau, eine seit 1912 in Deutschland lebende .als Wirtschafterin unb dgl. tätige Finnlänberin namens v. K r a n f e 11. al« Morphinistin D l a n k o r e z e p t e gelegentlich einer Behandlung in. ber Klinik z u Gie­ßen gestohlen hatte. Sie füllte diese aus und versah sie mit ber Anterschrift eines Arztes, um durch bie gefälschten Rezepte in ben Besitz des von ihr begehrten Mittel« zu gelangen. Die Frau würbe bem Amtsgericht Wetzlar vorgeführt.

politische Umzüge in Worms verboten.

WSR. Worms, 15. Juni. Bor ber Wirtschaft 3um wilden Mann" auf dem Markt kam eS am Montagabend zu einer Schlägerei zwischen politischen Gegnern. Einem Zugteilnehmer wurde mit einem Stuhl eine schwere Schädelver- lehung beiaebrachi. Die Polizei konnte schlimmere Zusammenstöße verhindern. Dieser Vorfall gad Veranlastung. daß das Polizeiamt für diese B?oche keinerlei Amzüge mehr genehmigt.

(Sfoenhoff

beim hessischen Staatspräsidenten.

WSR. Darmstadt, 15. Juni. Dem bekann- tat Rekord-Segelflieger Walter Groenhoff ist bekanntlich für feine vorzüglichen Jahres­leistungen ber hessische Hans-Rehring- Wanderpreis zuerkannt worben. Groen- Hoss fand sich heute in Begleitung von Prof. G e o t g i i von der Technischen Hochfchulc in Darmstadt bei dem hessischen Staatspräsidenten ein. der ihm unter anerkennenden Worten den Preis überreichte. G r o e n h o f f erklärte, er wolle auch in diesem Jahre versuchen, durch besondere Leistungen ben Preis erneut an sich zu bringen.

Schöffengericht Gießen.

Gießen. 15. Juni. Sin Krastwagensührer von ausw-ärtS hatte seinen Führerschein dadurch verfälscht, daß er vor die Klassenbezeichnung IH b", auf die der Schein lautete, noch die Be­zeichnungII und" setzte. Den Führerschein hatte er bei verschiedenen Revisionen voraezeigt. Die Fälschung hatte er vorgenommen, weil er nur mit dieser doppelten Fahrtberechtigung eine Stelle be­kommen konnte. Wegen schwerer Arkunden- fälschung wurde er äu der Mindeststrase von drei Monaten Gefängnis verurteilt.

Am 16. Rovember 1931. dem Tag nach ben hes­sischen Landtagswcrhlen. war es in Lauterbach zu einer AuSeinanbersetzung zwischen einem Arbeiter unb mehreren politischen Gegnern gekommen, im Laufe beren ber erstere angepackt und bedroht wurde, auf der Flucht wurde er mit Steinen be­worfen. Ein anderer Mann, ber irrtümlich an- nahm, sein Sohn sei überfallen worden, unb ber diesem mit einem ungeladenen Revolver zu Hilfe kommen wollte wurde von denselben Leuten eben­falls angegriffen, bedroht und mit ©teintDÜdcn verfolgt. Als er in fein Haus flüchtete, wurden in diesem mehrere Fensterscheiben eingeworsen. Im Gegensatz zu ber Austastung ber Staatsanwalt­schaft nahm das Gericht nicht an, bah Landfrie­densbruch nachgewiesen sei. und erkannte auf namhafte Geldstrafen, wegen tätlicher Beleidigung, Bedrohung und Sachbeschädigung.

gieparaturarbelten an her Stadt­kirche. Am Dachstuhl unserer Stadtkirche sind einige Reparaturarbeiten notwendig geworden, die acgenwärtig ausgeführt werden. Es handelt sich ba­bei um die Befestigung des Holzwurmes, der im Dachstuhlgebälk ausgetreten ist und durch Imprä- gnicrung des Holzes unschädlich gemacht werden soll. Bei Gelegenheit dieser Arbeiten soll der^Dachboden der Kirche gründlich gereinigt und der Schutt über das zur Zeit vor der Kirche aufgcfteUte Gerüst sortgcschasft werden. Es ist damit zu rechnen, dah die Arbeiten bis Ende dieser Woche abgeschlossen sind.

Hotelverkauf in Gießen. Das bekannte Hotel Köhler ging käuflich in den Besitz des Küchenchefs Carl Heyne (Gießen) über.

Verhaftung eines nationalso­zialistischen Redners. Gestern abend wurde in Dorf-Gill auf Anordnung der Landes­kriminalpolizeistelle Gießen vor Beginn einer Wähierverlammlung ber RSD2P. ber 25 Jahre alte, als nationalsozialistischer Redner tätige In­genieur Ernst Holzkämper aus Darmstadt wegen Vergehens gegen das Republistchutzgeletz und die Rotverordnung zur Bekämpfung politi- 'cher Auslchreitungen von der Gendarmerie ver­haftet und dem Polizeiamt Gießen zugeführt. Der Verhaftung lagen Vorgänge in Derlamm-

Schulkntlafsunq haben wir alsdann an diese ein Formular mit folgenden drei zu beantwortenden Fragen hinausgegeben:

1. Welchen Berufswunsch haben Sie bei der Schulentlassung gthabt

2. Welchen Berus (Berufslaufbahn) haben Sie tatsächlich ergriffen?

3. Wann und warum haben Sie Ihren ursprüng. lichen Berufswunsch gewcchsett?

Sehr viele dieser Fragebogen sind ausgefüttt wie- der zurückgekommen, so daß wir, auch infolge be- anderer Unterstützung einiger Herren Obcrstudien- »Irektoren, das Resultat darüber von 131 Abiturien­ten (103 männlichen, 28 weiblichen) veröffentlichen können.

Di« ursprünglich 11 begehrtesten Berufe waren (die Ziffer in Klammern bedeuten immer bie mit inbegriffene Zahl der Abiturientinnen): Volk«- schullehrer 18 (5), Theologie 15, Medizin 13 (2), unentschlossen 10 (3), Apotheker 9 (4), geh. mitt­lere Deamtenlaufbahn 6, R-ichswehrosfizier 5, höheres Lehramt 5 (2), Rechtswissenschaft 5 (1), Kaufmann 4, Zahnarzt 4 (1). Tatsächlich er­griffen worden sind folgende 36 verschiedene Berufe: Theologie 18; Medizin 15 (3): Apotheker 10 (5): DolkSschullehrer 9 (2); Rechtswissenschaft 8; Zahnarzt 6 (2): Kaufmann 5 (1): Höhere- Lehramt 4 (4); Volkswirt (1), ReichSbahniuper- numerar, Reichs Wehroffizieranwärter, Diplvm- braumeister. Väterliche Landwirtschaft. Philo­logie (2). Tierarzt. Kunststudium. Musik. Innere Mission, Gewerbelehrer, Diplomingenieur. Gärt­ner (1) je 2; Architekt. Mathematik (1), Ratur­wissenschaft (1), Meteorologie (1), Techn. Leh­rerin (1), Laborantin (1), Gartenbauarchitell, Kunstgewerbeschule, Hotelfach, Polizei. Maurer, Wagner, Friseur, Landwirtschaft!. Arbeiter, Se­kretärin (1) je 1; ohne Beruf (arbeitslos) 15 (3).

Die verhältnismäßig meisten, rund 18 Pro­zent aller Abiturienten, studieren Theologie, dann folgen als bevorzugt. Medizin. Rechtswissenschaft, Volksschullehrer: bei ben Abiturientinnen stehen Pharmazie. Höheres Lehramt unb Webizin an erster Stelle. Ohne Berus und noch urbeitslo« sind 15 (3).

Rach den gemachten Angaben haben 75 (11) ihren ursprünglich gewünschten Beruf ergriffen, dagegen 40 (6) = 30.5 Prozent einen andern. In 12 Fällen wurden als Grund deS BerufSwechsel« die schlechten Aussichten im gewünschten Beruf angegeben, in 9 die Richtzulassung zur Lehrer- lausbahn. in 7 das zu teuere Studium, in 3 Ab­lehnung bei Behörden, in 2 fehlende Lehr-, bzw. Praktikantenstelle.

Auf Hochschulen gegen 74 (14), und 17 (6) be­finden sich noch in vorgeschriebener Praris für ein Hochschulstudium, so daß 91 (20) 70 Pro­zent sich einem akademischen Beruf zugewandt haben. Einige Abiturienten haben auf ber Hoch­schule schon bie Fakultät gewechselt.

Sin Wort für die Stalltiere.

Der Gießener Tierschutz - Verein, Henselstrahe 20. schreibt unS:

Vom wirtschaftlichen unb gesundheitlichen Standpunkt aus wird viel darauf hingewiesen, wie nötig Licht. Bewegung und gute Luft zum Ge­deihen ber HauStiere ist. Milch, Eier und Fleisch von Tieren, denen diese selbstverständlichen Gaben der Ratur nicht entzogen werden, sind für den Menschen gesünder alS bie Erzeugnisse von Tie­ren, bie ihr ganzes Leben in widernatürlich ange­legten Ställen verbringen. Aber einmal abgesehen von den Vor- unb Rachteilen für ben mensch­lichen Besitzer: ein Leben ohne Sonne unb Be­wegung ist für jedeS Lebewesen auf bie Dauer eine Quälerei. Man mache sich hoch einmal klar, wa« eS für ein junge«, gesunbes Geschöpf bebeu­let. seinem natürlichen Drang nach Bewegung nie nachgeben zu können unb fein ganzes Leben in einem manchmal nur bürftig erhellten, dumpfen Stall zu verbringen! Deshalb überlege jeder Be­sitzer von Ziegen. Kaninchen. Schweinen und Hüh­nern. wie er seinen Tieren durch Weidegele- genheit. durch Errichtung eine« noch so primi­tiven LaufstalleL. durch Vergrößerung der Stall- fenfler ufto. Gelegenheit geben kann, möglichst viel Licht. Luft und freie Bewegung zu genießen. Die Tiere werden eS durch gutes Gedechen unb fröhliches Gebaren banken.