Ausgabe 
15.10.1932 Erstes Blatt
 
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Den drei Töchtern eines der betroffenen Land­wirte ist dir Aussteuer völlig verlorengegangen. -Zahlreiche Gebäude waren stundenlang schwer ge­fährdet.

Gegen Einbruch der Dunkelheit konnte ein Teil der Feuerwehren wieder abrücken. Am Drand- plah muhten starke Brandwachen zurück­gelassen werden, denn das Feuer drohte immer wieder aufzuflackern. Die Hauptgefahr ist zur Stunde zwar gebannt, jedoch bedarf es noch aller Aufmerksamkeit, um zu verhindern, daß der Brand erneut ausbricht. Nicht zuletzt dürfte die katastrophale Ausdehnung des Feuers darauf zu­rückzuführen sein, dah

der starke Wind die flammen immer wieder wellertrug

und dadurch die Gefahr wesentlich erhöhte.

Wenn auch der hauptsächlichste Schaden durch Bersicherung gedeckt sein dürfte, so wird es doch der Zusammenfassung aller Kräfte und aller Hilfs­bereitschaft bedürfen, um das. was das Feuer vernichtete, wieder herzustellen.

Die Staatsanwaltschaft Giehen und Beamte der Landeskriminalpolizeistelle Giehen be­gaben sich heute morgen an die Brandstelle, um nach der Ursache des Brandes zu forschen.

Schwere Berkehrsunfä le.

WSN. K ö n i g st e i n. 14. Oft. Einem von Höchst kommenden schwerbeladenen Last-

k r a f t w a g e n brach auf der steilen König­steiner Strahe oberhalb Neuenhain das Diffe­rentialgetriebe. Der Lastwagen geriet rück­wärts in abschüssige Fahrt und der Lenker suchte durch Einbiegen in den Graben Halt. Dabei geriet ein mitfahrenderMann aus Oberems im Taunus, der sich durch Ab­springen retten wollte, unter das stürzende Lastauto. Aach schwerer Arbeit konnte er mit völlig abgequetschtem Llnterschen- k e l unter dem Wagen hervorgezogen werden. Der Verunglückte wurde ins Hörster Kranken­haus übersührt. Der Wagenführer und ein an­derer Mitfahrer kamen unverletzt davon.

WSN. N ie r st e i n, 14. Oft. Hier wurde in der Nähe des Rheinhotels ein Motorradfahrer von jungen Leuten angehalten und gebeten, sie aus dem Motorrad mitzuneh.nen. 3n diesem Augen­blick passierte ein Lastauto mit Anhän­ger in Richtung Mainz die Stelle so dicht auf der rechten Seite, dah der 21jährige Kaufmann Ernst Ebel aus Aierstein von dem Anhänger ersaht, überfahren und sofort getötet wurde. Der Motorradfahrer wurde mit seiner Maschine an die älfermauer gedrückt und dabei ebenfalls erheblich verletzt. Das Lastauto fuhr weiter, doch konnte die Aummer durch einen nachfahrenden Motorrad­fahrer sestgestellt werden.

Die Straßenbahnlinie Gießen-Wieselk.

Die Erweiterung des Grehener Strahenbahn- netzes nach Wieseck ist jetzt soweit voran- geiommen, dah in etwa zwei Wochen der Strahen- bahnverkehr auf der verlängerten Strecke bis zur Giehener Grenze vor Wieseck beginnen kann. Damit wird ein neuer Abschnitt in den Beziehun­gen zwischen Giehen und Wieseck seinen Anfang nehmen. Zwar wird dann das Ziel einer lang­jährigen kommunalpolitischen Arbeit, den wirt- schädlichen Interessen der beiden Gemeinden durch die Strahenbahnverbindung noch besser als bisher zu dienen, zu einem wichtigen Teile erreicht sein. Leider kann man aber noch immer nicht das Schluhstück, die Hineinführung der Strahenbahn in den Ort Wieseck und damit eine gute Fahrverbindung' aus der Orts­mitte heraus nach Giehen, verzeichnen.

ImGiehener Anzeiger" Ar. 222 vom 21. Sep­tember haben wir der Gemeinde Wieseck den Rat gegeben, sich ungesäumt mit der Giehener Stadt­verwaltung in Verbindung zu sehen und die Her­einführung der Strahenbahn etwa bis zur Mitte von Wieseck vorzuschlagen. In jenem Artikel w esen wir darauf hin, dah zur Erreichung dieses Zieles voraussichtlich kein allzu grohes Opfer der Gemeinde erforderlich sei, vielmehr die Lleber- nahme einer gewissen Zinsgarantie bei der Finan­zierung des Anschlusses nach Wieseck hinein durch die Stadt Giehen genügen dürfte. Unsere Anregung fand in einer Zuschrift aus Wieseck, die wir in Ar. 227 vom 27. September ver­öffentlichten, ein zustimmendes Echo; der Ein­sender betonte dabei insbesondere, der G e - meindevorstand von Wieseck dürfe die jetzt sich bietende Gelegenheit nich.t unbeachtet vorübergehen las- s e n. Während man in Giehen unzweifelhaft nicht abgeneigt ist, der Gemeinde Wieseck entgegenzu- lommen, muh man bei den maßgebenden Kreisen W.esecks jede Initiative zur Schaffung dieser gün­stigen Fahrtverbindung aus dem Orte heraus nach Giehen vermissen. Es ist daher kein Wunder, wenn man in Giehen nachgerade den Eindruck be­kommt, dah man in Wieseck sich absichtlich spröde zeigt in der Meinung, dadurch vielleicht eine noch günstigere Regelung erzwingen zu können. Wir glauben, dah man sich in Wieseck bei einer solchen Beurteilung der Lage ebenso imIrrtum befindet, wie dies hinsichtlich der Postomnibus­verbindung zwischen Wieseck und Giehen der Fall ist. Man hört nämlich in manchen Wiesecker Kreisen die Meinung laut werden, die Reichs­post werde ihren Omnibusbetrieb von Alten- Buseck her trotz der Strahenbahn beibehalten, der Omnibus werde künftig durch die Lichtenauer Strahe an der Karlsruhe vorbeifahren und auf dieser Strecke der Wiesecker Einwohnerschaft eine Fahrgelegenheit nach Giehen bieten. Einer solchen Regelung steht der Vertrag zwischen der Reichspost und der Stadt Giehen st r i k t e entgegen. In diesem Vertrag hat sich die Oberpostdirektion Darmstadt unzweideutig verpflichtet, den Omnibusbetrieb zwischen Giehen und Wieseck e i n z u st e l l e n, sobald auf dieser Strecke eine städtische elektrische Strahen- bahn in Betrieb genommen wird. Ferner ist vertraglich fest gelegt, dah die Reichspost auch keinerlei Parallelverkehr neben einer elektrischen Strahenbahn zwi­schen Giehen und Wieseck, auch nicht zur Beförderung von Fahrgästen von und nach Allen-

Duseck, aufrechterhalten wird. Aach diesen Ver­tragsbestimmungen, von denen die Stadt Giehen nach unserer Kenntnis der Ansicht maßgebender Kreise nichts Preisgeben wird, kommt also künf­tig keinerlei Kraftomnib usverkehr zwischen Gießen und Wieseck mehr in Betracht, die Autobusse von und nach Alten- Buseck werden vielmehr zwischen Alten-Buseck und Wieseck ohne Aufenthalt durchfahren. Sollte für den Lokalverkehr zwischen Alten- Buseck und Wieseck in diesem Orte eine Ein- unv Aussteigmöglichkeit für den Verkehr von und nach Alten-Buseck in Betracht kommen, so wird diese Einrichtung keinesfalls für die Omnibusbenutzung zwischen Wieseck und Gießen vorhanden sein.

Die Sachlage wird, wenn Wieseck die jetzige günstige Gelegenheit der Schaffung der Straßen- bahn-Linie nach Wieseck hinein versäumt, für die Folge so sein, daß die Wiesecker Bevölkerung un­mittelbar aus ihrem Orte heraus keine Fahrver­bindung nach Gießen zur Verfügung haben wird, sondern den Weg bis zur westlichen Ortsgrenze zurücklegen muß, um erst hier die Straßenbahn­wagen besteigen zu können. Wir vermögen uns nicht vorzustellen, dah die Wiesecker Einwohner­schaft einen solchen Zustand auf die Dauer erträg­lich finden könnte. Wenn man in Wieseck bei der jetzigen Strahenbahn-Erweiterung Weit­schauende Verkehrspolitik zur Richt­schnur seines Handelns machen wird, so kann man sich nur nach der Richtung hin entschlichen, dah man ungesäumt an die Stadt Giehen mit dem Ersuchen fcrantritt, die Straßenbahn­linie im Verlaufe der gegenwärtigen Ar­beiten auch in Wieseck selbst Herzu­st eilen. Wird aus einer falschen Beurteilung der Lage, oder aus einer gewissen Eigenbrödelei heraus die jetzige gute Gelegenheit versäumt, so dürfte man zu einem späteren Zeitpunkt unter Um- ständen d i e Vorteile, die in der ausgedehnten Nutzbarmachung des gegenwärtigen Arbeitsvor­ganges liegen, wohl nicht mehr genießen können. Die Wiesecker Einwohnerschaft wird gut tun, wenn sie nicht einer falschen Einstellung folgt, sondern sofort darauf hinwirkt, daß jetzt unter allen Llmständenganze Arbeit gemacht wird.

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Im Zusammenhang mit der Erweiterung der Straßenbahnlinie nach Wieseck stehen auch Wünsche undHoffnungen des Giehe­ner Bahnhof st rahenviertels. Der Ver­ein der Anwohner der Bahnhofstraße, Markt­straße, Neustadt usw. hat vor einigen Tagen, wie wir in unserer Nummer 237 vom 8. Oktober mit­teilten, eine Eingabe an die Stadtverwaltung ge­richtet, in der die Forderung erhoben wird, die elektrische Straßenbahn in Zukunft auch wieder durch die Marktstraße und Bahnhofstraße fahren zu lassen. Insbesondere wird in der mit 133 Untcrfcßriften versehenen Eingabe das Ver­langen vorgebracht, von der Inbetriebnahme der erweiterten Wiesecker Linie ab die Marktstraße und Bahnhofstraße wieder zu befahren. Wir haben in unserer Nummer 237 bereits zum Ausdruck ge­bracht, daß wir den Standpunkt der Dahnhofstrahei als berechtigt anerkennen, und wir möchten heute noch einmal der Stadtverwaltung dringend nahelegen, den Wunsch der Bahnhof- st ratzen - Anlieger zu erfüllen. Es ist nicht zu leugnen, dah die Marktstrahe, Bahnhof-

SJL-tfpoit

Spielveremigung 1900 Giehen.

Die verbandsspielfreie Ligareservemannschaff der Spielvereinigung trägt am Sonntagvormittag zu Hause ein Gesellschaftsspiel gegen den Wetz­larer Dorstädter SportvereinSportfreunde" aus. In der Hauptsache rekrutiert sich die 1. Elf der Wetzlarer aus Spielern des ehemaligen Wetz­larer Dallspielklub. Die Mannschaft ßinterließ bei ihrem Auftreten hier gegen VfB. sportlich und spielerisch einen recht guten Eindruck. Die Hiesigen dürfen die Begegnung nicht auf die leichte Schulter nehmen. Der Ausgang ist offen. Die 4. Mannschaft der Spielvereinigung trägt ein weiteres Derbandsspiel aus. Diesmal empfängt sie vormittags auf dem Sportplatz an der Lie­bigs höhe Dutenhofens 2. Elf und sollte dabei endlich zu ihrem ersten Sieg in dieser Saison kommen, da die Vertretung durch Neueinstellun­gen wesentlich verstärkt erscheint.

Jugendspiele.

Am kommenden Sonntag treten fünf Mann­schaften zu Pflichtspielen an und zwar: 1 9 00 AI gegen L ich AI. Auf Grund der in den letzten Spielen gezeigten Leistungen kann man die Blau- weißen wohl als Sieger erwarten. 1 9 0 0 All gegen Steinberg AI. Wenn die Mannschaft komplett antritt und den nötigen Ehrgeiz auf­bringt, sollte sie das Treffen gegen den noch nicht so spielerfahrenen Gegner gewinnen können. 1 9 0 0 B Klein-Linden B. Zwei wohl gleichstarke Mannschaften, die bisher mit wech­selndem Erfolg gegeneinander kämpften. Der Gast etwas stärker und eifriger, der Plahverein tech­nisch etwas besser. 19 00 C 1 CollarC. Die Lollarer Schüler dürften zur Zeit Wohl die stärkste Mannschaft in ihrer Gruppe fein, so daß die Dlauwcißen vor einer schweren Aufgabe stehen, wenn sie Sieg und Punkte in Gießen behalten wollen. 1900 C2 VfB. CI. Lokalderby der Kleinsten vor dem Ligaspiel auf dem VfD.- Platz. Sicher werden beide Mannschaften mitnach- §uatmendem Eifer und Ehrgeiz um den Sieg kämpfen. Die Dlauweißen haben aber wenig Chancen.

Spielveremigung 1926 Leihgestern.

Am morgigen Sonntag empfängt die zweite Mannschaft der Spielvereinigung Leihgestern die erste Mannschaft des Sportvereins Hochweisel zum Derbandsspiel. Die Gäste aus der Wetterau sind in ihren Leistungen hier weniger bekannt, außer­dem stellt das Spiel die erste Begegnung zwischen den beiden Mannschaften dar. Immerhin wird die zweite Mannschaft alles aufbieten müssen, wenn sie sich ihren ersten Tabellenplatz weiterhin sichern will. Die Iugendmannschaft empfängt zum

Pflichtspiel die zweite Iugend des DfD. Gießen. Wenn die heimische Mannschaft nicht komplett an­tritt, hat sie wenig Aussichten auf Sieg. Die erste Mannschaft muh zum fälligen Derbandsspiel zur I. des VfR. Butzbach. Die Gastgeber stellen auf ihrem eigenen Platz einen sehr gefährlichen Geg­ner dar. Nach dem Ergebnis des letzten Spie­les zu urteilen, wird es der Mannschaft aus Leih­gestern schwer fallen, sich die wertvollen Punkte zu sichern.

Sporiabieilung des Turnvereins Lollar

In Lollar findet am morgigen Sonntag das Lo­kaltreffen Lollar I. gegen Daubringen I. statt. Auf dieses Treffen ist man allgemein gespannt, da sich beide Mannschaften schon des öfteren sehr gute Spiele geliefert haben. Das letzte Treffen endete Unentschieden. Wer nun den Sieger stellen wird, ist im voraus nicht zu sagen. Beide Mann­schaften werden ihr Bestes geben.

Schwimmsport-Weitkampf Gießen-Koblenz.

Am morgigen Sonntag treffen sich der Ko­blenze r Schw imm k l ubPoseid on" und der Giehener Schwimmverein im hie­sigen Volksbad. Seit Herbst 1930 waren die Koblenzer den Gießenern noch einen Rückkampf schuldig, der seither aus verschiedenen Gründen noch nicht zur Durchführung gebracht werden konnte.

Während sich vor zwei Iahren die Gießener in Koblenz als die durchaus Besseren erwiesen, muß man nach einer so langen Zeit den Aus­gang des Kampfes offen lassen. Die Gegner wer­den sicher alles daransetzen, um die damals er­littene Niederlage wieder auszugleichen. Aber auch die Gießener haben eifrig für den Kampf trainiert So werden sich in allen Lagen, die in diesem Kampfe nur in Form von Staffeln aus- getragen werden, harte und spannende Kämpfe entwickeln. Das Programm enthalt die glei­chen Wettkämpfe wie seinerzeit in Koblenz, wo es den Deranstaltern nur gelang, die 3X100-m-Frei- stilstaffel und das Wasserballspiel zu getoinnen, während die Giehener die Lagenstaffel, die Brust- staffeln und die große Freistilstaffel für sich ent­scheiden konnten.

Gleichzeitig mit diesem Klubkampf gelangt mor­gen ein Staffelwettkampf der Marburger Damen mit den Giehener Damen zum Aus­trag, über dessen Ausgang infolge Derschiebun- gen der Kräfte auf beiden Seiten wenig gesagt werden kann.

Umrahmt werden die Klubkämpfe durch Schau­springen, Reigenschwimmen und Rettungsvor­führungen.

ffraße und die angrenzenden Straßen feit der Stillegung der dortigen Straßenbahnlinie man­cherlei Nachteile zu verzeichnen haben, die ohne schwerste wirtschaftliche Schädigunngen auf die Dauer nicht bestehen bleiben können. Die Gelegen­heit zur Besserung der Lage ist gegeben, sobald bi eerioeiter te Straßenbahn von Wieseck her den Verkehr aufnimmt. Mit Recht knüpft man im Bahnhofstraßenviertel an diese Straßenbahnerweiterung die Hoffnung einer gewissen wirtschaftlichen Belebung.

Vom Standpunkt der Straßenbahn-Betriebsfüh­rung aus erscheint uns die Wiederherstellung des früheren Derkehrszustandes im Bahnhofstraßen- oiertel ebenfalls geboten. Der Umsteigeverkehr auf dem Marktplatz wird nach der Eröffnung der er­weiterten Linie voraussichtlich so stark werden, daß daraus mancherlei Schwierigkeiten und unerwünschte Vorgänge entstehen können, wenn die Verbindung zwischen Marktplatz und Wieseck nur Pendelvetrieb bleiben und vom Marktplatz zum Bahnhof die ge­samte Frequenz sich auf wenige Wagen konzentrie­ren soll. Es erscheint uns vielmehr richtig, nach der Eröffnung der Wiesecker Linie den Verkehr von der V o l k s h a l l e her im Zuge der geraden Gleis- sührung über den Marktplatz durch die Bahn­hofstraße zu leiten und den Straßenbahnbetrieb zwischen Wieseck und Bahnhof, ebenfalls im Zuge der geraden Linie, durch den Selters- w e g gehen zu lassen. Für diese Regelung spricht auch die Erwägung daß nach dem Bahnhof zu von Wieseck her zweifellos ein st ä r t e r e r Direkt- verkehr einsetzen wird, als aus der Richtung Volkshalle, da bekanntlich in Wieseck eine große Anzahl Eisenbahner und auswärts beschäftigte Ar­beiter ihren Wohnsitz haben.

Eine derartige Verkehrsregelung zum Nutzen der beiden Geschäftsstraßen (Seltersweg und Bahnhof­straße) entspricht aber auch dem elementaren Er­fordernis einer ausgleichenden wirtschaft­lichen Gerechtigkeit, die unter dem Drucke der schlimmsten Not vielleicht für eine gewisse Zeit­spanne suspendiert werden konnte, auf die Dauer aber nicht unbeachtet bleiben kann, noch dazu nach

der Inbetriebnahme der Straßenbahnerweiterung nach Wieseck. Die maßgebenden städtischen Verwal­tungsstellen sollten daher nicht zögern, bei der Be­triebsdeputation des Stadtrats eine Neuregelung des Straßenbahnbetriebs unter voller Berückfichti- guna der Forderung des Bahnhofsstraßenviertels in Vorschlag zu bringen.

Grünberger Gallusmarkt am 9. und 10. November.

'+' Grünberg, 15. DEL Die Bemühungen der vom Gemeinderat zur hessischen Regierung ent­sandten Kommission, das Verbot des Gallus- marftes für den 16. Oktober rückgängig zu machen, sind leider erfolglos geblieben. Die Re­gierung hat das Verbot aufrechterhalten, jedoch hat sie gestattet, den Gallus markt drei Wochen später, am 9. und 10. November, abzu­halten, wenn keine neuen Fälle von spinaler Kin­derlähmung eintreten. Eine Kommission aus dem Kreise der hiesigen Geschäftsleute wurde ferner beim Kreisgesundheitsamt in Gießen vorstellig und bat, die Kreisgesundheitsbehörde möchte von Amts wegen den übertriebenen Gerüchten über die Erkrankungsfälle in Grünberg entgegentreten, da hierdurch bas Geschäftsleben in unserer Stadt stark zu leiden hat. Der Kommission wurde vom Kreisgesundheitsamt die Erfüllung ihres Wunsches zugesagt. Beide Kommissionen berichteten gestern abend in einer Sitzung der Marktkommission. Im Anschluß an die Berichte wurde beschlossen, an der Abhaltung des Gallusmarktes am 9. und 10. November festzuhalten. Ferner soll auch die geplante Verlosung stattfinden.

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen

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