Ausgabe 
15.10.1932 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Aus der Provinzialhauptstadt

ge-

e l e g t. Maschinen, die in

Schauplatz der Katastrophe dos Dorf unbedingt be­

bte für

nur ;um

hab und

Der Schaden ist ungeheuer groß und Teil durch Versicherung gedeckt, viel Gut ist verbrannt.

Oie Winternothilfe rüst!

Nächste Woche Kleidersammlung. Helft alle helfen!

Eigene Drahtmeldung des .(Siebener Anzeigers"

* BernsHausen bei Schlitz, 15.Ott. ©e- Hern vormittag gegen 11 Uhr ertönte in unserem Dorfe Feueralarm. *

in den aufgeslapcllen Stroh- und heuoorräten reichliche Nahrung

fanden, von der Scheune aus rasch um sich, sprangen auf das Wohnhaus über, und bald darauf wur­den auch weitere Gebäude der umliegen, den Landwirte vom Feuer erfaßt. Die »ttammen schlugen aus den mit Ernteoorräten g e

x V c11 Scheunen hoch zum Himmel empor und ließen fast alle Bemühungen der Feuerwehren, dte aus der ganzen näheren und weiteren Umgebung herbeigeeilt waren, illusorisch erscheinen. Den Flam­men war kaum Einhalt zu bieten. Die Motor­spritzen der Städte Lauterbach, Schlitz und Fulda waren herbeigerufen und griffen energisch ein. Dle Feuerwehrleute arbeiteten aufopfernd, mußten sich aber doch darauf beschränken, die dem Brand-

den Scheunen untergebracht waren, fielen den flammen fast völlig zum Opfer. Bieh konnte ^^m Teil gerettet werden. Kälber, «chweme, Rinder, viele Hühner kamen in den Flammen um. Als gegen Abend des Feuers Ge­walt dank des stärksten Einsatzes aller Feuerwehren gebrochen war, bot der Schauplatz der Katastrophe (die der Brand für das Dorf unbedingt be­deutet) das Bild einer wüsten rau- ch end en T r ü mm e r st ä t t e. Die Gehöfte oer Wittve H o h m e i e r und der Landwirte Hch.

l l e nd o r f. Valentin Gering, 3oh<nmes ©tcin (dessen Wohnhaus als einziges gerettet werben konnte) und Konrad Q u a n tz sind von den Flammen zerstört worden.

Der deulsche Vertreter Gesandter von Rosen- berg erklärte hierzu, daß die deulsche Regierung in Anbetracht der ausgezeichneten und allgemein anerkannten Eigenschaften Helmer Rosting seine Ernennung zum provisorischen Kommissar billige. Cc bedauere jedoch, daß es nicht möglich gewesen sei, sofort einen endgültigen neuen Völkerbundvkommissar zu ernennen, wie es die schwierige Lage in Danzig verlange. Er müsse darauf bestehen, daß alle Maßnahmen zur endgül­tigen Ernennung eines Völkerbundskommissars während der nächsten Ratstagung troffen werden.

Messer nieder. Dann eilte er wie ein Rasender durch die Straßen. Als ihm unterwegs eine Frau mit ihrem Sohne begegnete, stach er beide Hie­ben Dann lief er weiter und traf den Sohn des Kohlenhändlers Ley den er ebenfalls durch einen Stich schwer verletzte. In der Nähe einer Bäckerei begegnete ihm ein Mann namens Hugo Brandenburger, den er durch einen Stich in die Herzgegend so schwer verletzte, daß er bald daraus fta r b. Die übrigen niedergestochenen Personen wurden mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Der Täter ist flüchtig.

111 Jahre alt geworden.'

3m Alter von 111 Jahren starb dieser Tage in Ballymascanlan in Irland Fräulein Ka­tharina Plunkett, eine Tochter des früheren Bischofs von Tuam, Baron Plunkett. Sie hätte am 22. November ihren 112. Geburtstag feiern können.

Katharina Plunkett ist in ihrem langen Leben nie­mals in einem Kraftwagen gefahren oder im Flug­zeug geflogen. Sie hatte ferner eine außerordent­liche Abneigung gegen den Rundfunk.

Chinesische Seeräuber plündern einen englischen Dampfer.

Chinesische Seeräuber überwältigten, wie ein Funkspruch aus Hongkong meldet, in einer der letzten Nächte die Offiziere des britischen Dampfers Helikon" (22.32 Tonnen) und führten das Schiff nach der Hongkay-Bucht, die unweit des bekannten Seeräuberstützpunktes Bias-Bucht liegt. Dort plün­derten sie das Fahrzeug aus. Weitere Einzel- beiten fehlen, doch wird angenommen, daß sich die Seeräuber, wie in solchen Fällen üblich, als Pasta- giere an Bord begeben und im geeigneten Augen­blick das Schiff in ihre Gewalt gebracht haben.

i Uhr ertönte in unfe_____

- - - - -..... 3m Anwesen der Witwe

h o b rn c i e r war aus noch nicht bekannter Ursache Feuer ausgebrochen, das eine riesige Aus­dehnung annahm. Zunächst war die Kirche gefährdet. Dank dem Eingreifen der Freiwilligen Feuerwehr konnte das Gotteshaus aber geschützt werden. Die Flammen griffen, da sie

gen Greises. 3eder alte Bauer müsse einmal seinen Hof übergeben.

3n Breslau führte der Reichstagspräsi- Lent Göring u. a. aus, die (Nationalsozialisten forderten die Macht nicht um Ministersihe zu erhalten, sondern um Deutschland zu retten. Der Nationalsozialismus bekämpfe das Kabinett Papen, weil es dem deutschen Bolte weder die innere noch die äußere Freiheit bringen könne. Mit dem Wirtschaftsprogramm werde nur den Danken, ober nicht den Arbeitslosen, dem Mittel­stand und der Landwirtschaft geholfen. Der Kamps um Deutschlands Gleichberechtigung und gegen die Kriegsschuldlüge sei schon lange vor dem jetzigen Kabinett eherner Bestandteil der NSDAP, gewesen. Bor allem auch aus außen­politischen Gründen fordere der Nationalsozialis­mus die Macht sür Adolf Hitler. Ohne die nationalsozialistische Bewegung wäre der Marxis­mus noch heute in allen Positionen des Staates. So gewiß bürgerlicher Patriotismus und Sozia- lismus marxistischer Prägung sich ausschlössen, so sehr gehörten Nationalismus und Sozialismus deutscher Prägung unlöslich zusammen. Der Pa­role Papens setzten die Nationalsozialisten Parole entgegen:Mit dem deutschen Volk seine soziale und nationale Freiheit".

5>ie Not i st groß! Insbesondere an war­men Kleidungsstücken ist dringlicher Bedarf vor­handen. Darum helfe jedermann, so gut es nur möglich ist! Die Wintemothilfe dankt im voraus allen freundlichen Spendern herzlich.

Anmeldungen zum Kartoffelbezug werden von den hilfsbedürftigen Familien noch am Dienstag, 18. Oktober, und Donnerstag, 20. Okto- £fr, jeweils von 9 bis 12 Uhr in der Alten Klinik, Eingang vom Liebigmuseum, parterre, 2. Air links, entgegengenommen.

Spenden für die Hilfsbedürftigen.

Gelegentlich der 71. Geburtstagsfeier der Al­tersvereinigung 186 1 19 11 wurde auf Anregung des Borsitzenden eine Geldfamm- lung zum Testen der Wintemothilfe vorgenom. men. Ter Ertrag der Sammlung in Höhe von 25 Mark wurde dem Hilfswerk überwiesen und dort mit wohlverdientem Danke verbucht. Ferner hat die Firma Kaisers Kaffee-De schäft der Gießener Wintemothilfe folgende Spenden zu- gewiesen: für den Monat November 50 Pfund Zers, für Dezember 50 Pfund Erbsen und für Januar 50 Pfund Dohnen.

Weitere Geld- und Naturalspen- den sind dem Hilfswerk dringend erwünscht und werden jederzeit mit herzlichem Danke entgegen­genommen.

Gewaltiges Großseim im Schlißerland

Sünf Gehöfte in Bernöhausen völlig eingeäschert.

Gießen, den 15. Oktober 1932.

Emiedankieft.

Diele Menschen sehen am Herbst nur das Sterben und Verwelken, nur den Untergang dessen, das schon ist. An diesem Dahinschwinden finden sie einen ge­wissen Reiz; voller Melancholie sagt einer von ihnen: Goldenes Entfärben schleicht durch den Hain, auch Vergehen und Sterben deucht mich, süß zu fein." Aber der Herbst ist auch Kraft und Leben, denn er ist die Zeit der Ernte. Wer es ermöglichen kann, sollte jetzt öfters einmal durch unsere Fluren gehen. 3n den Dörfern summt die Dreschmaschine; junge, starke Männer tragen die schweren Kornsäcke nach dem Speicher, lieber ausgefahrene Feldwege knar­ren und poltern die Karren, auf denen man Rüben

i Leerung gefaxt Durch eine besondere Not­verordnung soll ein Teil der in der Arbeitslosen­versicherung dorgenommenen Kürzungen für öie Monate November bis März ge­mildert werden. DerWinterzuschlag soll in der 1. bis 6. Lohnklasse für einen verhei­rateten Arbeitnehmer rund 2 Mark betragen. 2Iu<i) in der Krankenversicherung und in der ilnfaHbetfi Gerung werden Här- ten gemildert werden, die durch die Verordnung vom 16. 3uni verfügt worden sind. 3n der Hn- fallversicherung soll versucht werden, auf eine Kürzung der Renten um 7,5 v. H. zu verzichten. Die Einzelheiten wird der Reichs- arbeitiminifter durch Verordnung bekannt geben.

Die NSDAP, im W.hlkamps.

3n H o f sprach der Füherr der National­sozialisten Adolf Hitler vor etwa 10 000 Zu- Hörern. Hitler führte u. a. aus. Papen wollte die NSDAP, in die Regierung hineinziehen, um Die Partei zu schwächen Mit der Methode der Regierung sei eine Politik nicht mehr zu machen. Wenn heute bürgerliche Politiker sagten, die bürgerlichen Parteien müßten wieder an die Macht kommen, so könne man dazu nur sagen: ..Herr vergib ihnen!". 3n der deutschen Ge­schichte sei bisher noch nie eine Masse von 14 Millionen Menschen wie in der ASDAP. geeiijt gewesen. Wie die Kommunisten in Ruß­land und die Faschisten in 3talien, müßten hie Nationalsozialisten in Deutschland eine neue Ordnung schaffen. Hitler sagte zum Schluß, die Regierung ruhe auf den Schultern eines 85jähri-

Scheunen, Wohnhäuser, Ställe wurden erfaßt und fast bis auf die Grundmauern in schütt und Asche g '

den Scheunen untergeb

Ibis gegen 21.30 Hbr. Hm 22 Hhr startet zum erstenmal in dieser Spielzeit dasRacht-Kaba- rett" in Form eines Bunten Abends, bestritten von eigenen Kräften des Ensembles. Künstlerische Leitung: Karl Do Ick und Heinrich Hub, der auch die Ansage übernimmt. Musikalische Leitung der 3azz-Band-Kapelle und Solibegleitung: Ka­pellmeister Walter Moehl, Tänze: Ewald Bäulke und Frau. Ende des Buntprogramms 24 Hhr. Ganz kleine Preise. Da die Nachfrage nach Karten sehr rege ist und nur noch eine be­schränkte Zahl von Einzelkarten zur Verfügung steht, machst die 3ntendanz darauf aufmerksam, daß die Gießener Theaterbesucher die vorbestell­ten Karten bis mittags 12.30 Hhr an der Kasse abgeholt haben müssen, da nach diesem Zeitpunkt anderweitig über die vorbestellten Karten ver­fügt wird.

Die Vereinigung heimattreuer Oberschlesier, Ortsgruppe Gießen, veranstaltet heute abend im VereinslokalAuerhahn" (Sonnen- straße) eine Versammlung, in der man des 15. Okto- bers gedenken will, an dem vor 11 Fahren trotz ein­deutiger Willenserklärung der Bevölkerung Ober- schleifens durch den Genfer Schiedsspruch geteilt wurde. Die Heimattreuen Oberschlesier wollen an die- fern Tage im ganzen Reiche erneut die Forderung nach Beseitigung der trennenden Grenze erheben. Gleichzeitig soll auf die große Bedeutung der Wieder­vereinigung der j etzt getrennten Gebietsteile hin- gewiesen werden. Näheres ist aus der heutigen An­zeige ersichtlich.

Kriegsgefangenen » Vortrags- abenb. Die hiesige Ortsgruppe der Reichsver­einigung ehern. Kriegsgefangener veranstaltet am Sonntag, 23. Oktober, 20 Hhr, im Saale des Cafe Leib in Gießen einen Vortragsabend, bei dem auch Alfons Paoli Schwartz, der Heim­kehrer von der Teufelsinsel, von seinen Erlebnissen berichten wird. An feinem tragischen Schicksal hat das ganze deutsche Volk Anteil genommen. Ein mehr als lOjähriger Kampf war nötig, um die­sen Mann den Händen der französischen 3ustiz zu entreißen. Körperlich schwer mitgenommen, aber ungebrochenen Mutes kehrte Schwartz vor einem halben 3ahre aus Cayenne zurück. Sein per­sönlicher Bericht dürfte auch hier größtes 3nter- esse finden. Zur Einleitung des Abends wird

Zur Versorgung der hilfsbedürftigen Familien unserer Stadt mit ausreichender Winter­kleidung veranstaltet die Gießener Win­ternothilfe 1932/33 am Mittwoch, Donnerstag und Freitag nächster Woche eine

Kleidersammlung durch die Reichswehr.

Die Fuhrwerke des Bataillons werden jeweils um 8 Hhr die Sammelfahrt antreten. Ein Trom­peter, der jedem Fuhrwerk beigegeben wird, macht Durcp Trompetensignal in den Straßen auf den Beginn der Sammlung aufmerksam. Als freiwillige Helfer werden Mitglieder des 3ung- deutschen Ordens die Fuhrwerke begleiten, um die Entgegennahme der Kleiderfpenden und das Auf­laden auf den Fahrzeugen möglichst beschleunigt durchzufuhren, damit die Sammlung rasch j>on- statten geht.

Die Hausfrauen werden dringlichst um Hilfe gebeten.'

Am besten ist es, die Pakete mit den Kleider­spenden schon am Tage vorher zu packen und sie bei dem Trompetensignal möglichst an Die Haustür zu bringen. Wer Den Weg von der Wohnung zur Haustür aus irgendwelchen Grün­den nicht zurücklegen kann, möge den Helfern ein Zeichen geben, damit die Spende in der Wohnung abgeholt werden kann.

Herd naheliegenden und am stärksten gefährdeten Gebäude zu schützen. Es konnte aber nicht oerhin- dert werden, daß

das Seuet auf insgesamt 5 Gehöfte Übergriff.

Frch 3brugger (Berlin), Herausgeber des Tua;esP. G. Feldgraue in Frankreichs Zucht­häusern" eine Dilderreihe der Reichsvereinigung chem. Kriegsgefangener vorführen, die das Er­gebnis einer jahrelangen Sammelarbeit ist und ein umfassendes Bild von dem Erlebnis der Kriegsgefangenen in aller Herren Länder vermit­telt. Man beachte die heutige Anzeige.

Ein Fünfundsiebzigjähriger. 21m morgigen Sonntag kann der ehemalige Regi­ments - Schneidermeister Valentin Gonder, wohnhaft Kaiserallee 54. in geistiger und körper­licher Frische seinen 75. Geburtstag feiern.

** Handelskammerprüfung für Ge­schäfts st enographen. Man schreibt uns: Am 20. November findet, wie aus dem heurigen An- zeigenteil zu ersehen ist, die diesjährige Herbst- Prüfung für Geschäftsstenographen seitens der 3n- dustrie- und Handelskammer statt. Es kann allen Geschäftsstenographen und denen, die sich diesen Be­ruf erwählen wollen, nicht dringlich genug emp­fohlen werden, sich an dieser Prüfung zu betei­ligen. Das mit dem Bestehen der Prüfung erroor- bene Zeugnis bildet einen sehr wesentlichen Vor­teil bei der heute so schwierigen Stellungssuche. Die Teilnahme an der seit einiger Zeit eingeführ» ten Vorprüfung in der Geschwindigkeit von 120 ©ilben ist ebenfalls sehr zu empfehlen; sie gibt den Anfängern einen richtigen Maßstab für ihre Lei­stungen und gleichzeitig ein Gefühl Der Sicherheit für Die später abzulegende Geschäftsstenographen. Prüfung. Die Vorprüfung besteht, ebenso wie die Hauptprüfung, in Der stenographischen Aufnahme eines Diktats von zweimal 5 Minuten, mit einer Unterbrechung von einer Minute, und der sofor­tigen Ucbertragung in Kurrentschrift. Die zulässig« Uebertragungszeit beträgt bei handschriftlicher Uebertragung 96 Minuten, bei der Ucbertragung mit der Maschine 64 Minuten. Wer die Vorprü- fung bestanden hat, erhält kein eigentliches Zeugnis, sondern lediglich eine Bescheinigung Es sei jedoch ausdrücklich bemerkt, daß die Vorprüfung nicht Vorbedingung für die Hauptprüfung ist.

** D i e Vogtschen Handelsschulen Gießen und Herborn weisen im heutigen Anzeigenteil darauf hin, daß am 17. Oktober neue Hnterrichtslehrgänge beginnen. Die Schüler wer­den in allen wissenschaftlichen und technischen Fächern für die kaufmännische Praxis und ähn­liche Berufe gründlich vorbereitet. Gerade in der heutigen Zeit ist eine intensive Ausbildung in allen Handelsfächern die Voraussetzung, um sich im Leben mit Erfolg Durchzusetzen; Denn nur die gut vor- und DurchgebilDeten junge Leute können heute ihre Stellung halten, oder neue Anstellung bekommen. 3nteressenten leien auf Die heutige Anzeige aufmerksam gemacht.

Ausstellung von Handarbeiten. Die Kammgarnspinnerei Schachenmahr veranstal­tet am Samstag, 15. Oktober, und am Sonntag. 16. Oktober, imKatholischen Dereinshaus' eine Ausstellung von Handarbeiten. Dazu schreibt man uns: Gegen 200 von Hand gearbeitete Modelle erregen bei der Damenwelt allgemeine Bewun­derung. Die Sachen sind aus der mottensicheren Schachenmahr Romotta-Wolle" hergestcllt, und zwar teils gestrickt, teils gehäkelt, zum Teil auch mit DemSchachenmayr-Handwebeapparat" ge­woben. Pullover, Westen, Kissen, Deck-n, Schals unD viele andere Dinge sind zu sehen. Die Aus­stellung Dauert bis Sonntag 19 Hhr. Man beachte die heutige Anzeige.

Oaö Ermittlungsverfahren gegen Klepper eröffnet.

Berlin, 15. Oft. (CRD.) Der General­staatsanwalt der Staatsanwaltschaft I in Berlin hat gestern nachmittag gegen Den f r ü- h e r en preußischen Finanzmini st er D r. Klepper, Der, wie gemeldet, im Unter- fuchungsausschuß der Korruption während feiner Tätigkeit als Leiter Der Preuhenkasse be- ischuldigt wurde, das Ermittlungsver­fahren eröffnet und die beschleunigte Prü­fung der Akten angeordnet. Die Bearbeitung ist dem Oberstaatsanwalt L a u tz übertragen worden.

Sine Erklärung derGermania".

Berlin, 14. Oft. (CRD.) DieGermania" gibt folgende Erklärung: 3n den Berichten über Die gestrige Sitzung des sogenannten Klepper- Untersuchungsausschusses wird von einigen Zeitungen behauptet, daß auch die Germania" von der Preußenkasse Kredite empfangen bzw. in der Form einer D e t e i 1 i g u n g von ihr finanzielle Unter­stützung erfahren habe. Diese Behauptungen, für Die der im Ausschuß erstattete Bericht über die Kreditgeschäfte der Preuhenkasse nicht denge- ringften Anhaltspunkt bietet, sind in jeher Beziehung völlig unzutreffend. DieGer- mania"-AG. hat zu Der Preuhenkasse weder D i r e f t noch indirekt zu irgend einem Zeit­punkt in finanziellen Beziehungen gestanden.

Sin Däne provisorischer Völker- vundskommiffar für Danzig.

G e n f, 15. Oft. (WIB. Funkspruch.) Der Völker- bunbsral Hal heule vormittag Den Vertreter der Abteilung für internationale verwattungsfragen im Völkerbundssekretariat, den Dänen Helmer Rosting als provisorischen Völkerbundskommissar in Danzig bis zum 1. Dezember d. 3. ernannt.

und Kartoffeln nach Hause bringt. Das Kornfeld, der Obstbaum, des Rebgelände find tausendmal von Dichtern verklärt worden, die Kartoffel aber hat außer dem alten Matthias Claudius noch keiner besungen, und der hat das in seiner mitunter etwas hausbackenen und schnurrigen Art getan:Schon rötlich die Kartoffeln und weiß wie Alabaster und firvD für Mann und Weid und Kind ein rechtes Magenpflaster."

Mancher sieht es als selbstverständlich an, daß die Erde uns Die nötige Nahrung spendet. Wer sich in der Geschichte nur ein wenig umgesehen hat, weiß jedoch, daß das keineswegs selbstverständlich ist. Alte Chroniken melden immer wieder von Fahren, in denen durch Maifrost, Hagclschlag, Regenguß, lieber- schwemmung, allzu große Hitze Die Ernte vernichtet worDen ist. Und wir Die wir Durch Den verhängnis­vollsten aller Kriege hindurchgegangen sind, wissen, wie Durch kriegerische Ereignisse Hungers­not entstehen kann. 3n Museen hat man schon früher unter Glas und Rahmen Brot gesehen, Das im Regenjahre 1816 gebacken wurde, auch Ostseekorn, Das Die preußische Regierung in jenem 3ahre nach Dem notleidenden Westen hatte brin­gen lassen. 3m 3ahre 1817 hat man zur Erinne­rung an diese harte Zeit eine Denkmünze ge­prägt. Diese zeigt auf der einen Seite eine Mutter mit zwei hungernden Kindern und die Hmfchrift:O gib mir Brot, mich hungert sehrl" Auf der anderen Seite ist eine Waage zu sehen, die eine Schale mit einem Gewichtsstein zeigt, darunter steht geschrieben:1 Pfund 3 Lot." Auf der anderen Schale liegt ein Laib Brot, hier lautet die 3nschrift:12 Kreuzer." 3n den letzten 3ahrzehnten hat die Abteilung unserer Museen, Die manHungersnot" überschreiben kann, neuen Zuwachs bekommen. Man sieht jetzt dort die Brotration, die im 3ahre 1917 jedem Deutschen wöchentlich zukam, und dann aus dem 3ahre 1923 kleine Semmeln, die mit 3 Milliarden Mark zu bezahlen waren.

Der Einsichtsvolle weih, daß es nicht an Den Menschen liegt, wenn sie das tägliche Brot ha­ben, sondern an Dem Walten des allgütigen Got­tes, dessen Schöpferkraft sich immerfort kundgibt und der in jedem 3ahre neues Leben in der Na­tur hervorbringt. Auf Der erwähnten alten Denk­münze ist auch ein Anker abgebilDet, Der in einer ©etreiDegarbe haftet und die Hnterschrift trägt: Verzaget nicht, Gott lebet noch." Dieses Wort hat immer wieder Bedeutung. Gott hat uns in diesem 3ahre unsere Nahrung wachsen lassen, er bat erfüllt, was in einem alten Kirchengebete zu lefen ist:Vor Pestilenz und teurer Zeit, vor Krieg und Blutvergießen, vor Hagel und Hn- getoitter, vor Feuer- und Wassersnot, behüt uns, lieber Herre Gott!" undDu wollest Dem CanDe seine Frucht geben und bewahren, das Werk un­serer Hände bei und fördern".

Der Mensch, der es gelernt hat, Gott für seine Wohltaten au danken und der das Gute mit zu­friedenem Sinn hinnimmt, sieht mit Zuversicht auch in die Zukunft. Am morgigen Erntedankfest dieses 3ahres soll uns die Hoffnung beleben, daß Die schwerste Zeit Der Deutschen Not hinter uns liegt, Dafj es mit Der Arbeitsbeschaffung nun vorwärts gebt unD daß auf dem fruchtbaren deutschen Bo­den wieder Menschen wohnen, die in Einigkeit des Geistes zusammen stehen, um das Deutsche Schicksal in glücklicher Weise zu meistem. H. B.

iHornütwcii.

. Tageskalender für Samstag: Ge> fellschaftsoerein, 20 Uhr, Bunter Abend. GDA. 20.30 Uhr, Monatsversammlung,Hess. Hof"' Verein heimattreuer Oberschlesier, 20.15 Uhr, im Auerhahn", Mitgliederversammlung Kurzschrift- Verein von 1861, 20.30 Uhr, Cafö Ebel, Vereins- abend. Lichtspielhaus Bahnhofstraße:Ein bißchen Liebe für dich! Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: ^nbeas Hofer" undDer Tag Der Vergeltung". Wiesecker Lichtspiele, 20.30 Uhr,Ben Hur".

^,"7 TageskalenDer für Sonntag: Stadttheater, 18.30 bis 21.30 Hhr,Dattecich"- 22 bis 0 Hhr, Nachtkabarett.. Ober hessischer Kun st verein, Turmhaus am Brandplah, 11 bis 13 Hhr, Ausstellung. Lichtspielhaus, Dahnhof- ftrabe, 11 Hhr,Die Drei Kreise", Tänze von Ange Dach; ab 15 Hhr,Ein bißchen Liebe für dich". VDA., Liebigshöhe, 15.30 Hhr, VDA - Nachmittag. Philosophenwald, 16 Hhr, Mili­tärkonzert. Gießener Schwimmverein, 15 Hhr, Städt. Dolksbad, Klub-Kampf mit Schwimmklub Poseidon (Koblenz). - DHV, 10 Hhr, Cafö Leib, Kreistag. Wiesecker Lichtspiele, 16 unD 20.30 Hhr, .Den Hur".

~ 21 us Dem Stadttheaterbureau toirb uns geschrieben: Morgen, Sonntag, 1. Abend i des Zyklus he-sischer Dramatiker mit einer Auf- i fubrung desTatterich", hessische Lokalposse von I ®rnft Vlias Riebergall. Spielleitung Heinrich i Hub, der auch Die Rolle Des Datterich spielt, j Diese Aufführung ist nur einmalig und geht i nicht durchs Abonnement. Ermäßigte Preise, Gut- ! scheine haben Gültigkeit. Spieldauer von 18.30 :

Aus aller Welt.

Der erste Schnee im Schwarzwald.

Der plötzliche Temperatursturz in Süd- haben am Donnerstag wurden noch 15 Grad ffiarmc gemessen brachte nach anhaltenden Regenfallen dem Hochschwarzwald in der letzten Nacht den ersten Schnee. Bis auf 1000 Meter berab liegt eine geschlossene leichte Neuschneedecke. Bei ansteigendem Barometer ist mit einer Der- scharfung des Frostes zu rechnen.

Furchtbare Bluttat eines Amokläufers. Lin Toter, vier Schwerverletzte.

Eine furchtbare Bluttat ereignete sich dieser -tage in Letmathe bei Dortmund. Ein gewisser Karl Sommer aus Genna geriet mit seinem Vater in Der Nahe der Polizeiwache in Letmathe in Streit, Der jedoch von der Polizei bald geschlichtet werden konnte. Auf dem Nachhausewege muß Dann aber oer streit wieder ausgebrochen sein, denn Sommer stach ptotzllch feinen 23a t c r mit einem i