tffeti
° und btf t
Ml
>be. °Uch dein Lei. * Ausba ^erl5 Ereignis Sb,5»»n i( dient bet r ^chwiinnie.
>ß des 10. Sau. 1 HGn eifrig be-
hange und Sf • ?u den Men kommen äsjtunben in ben ^nge Bezirks. ^TnORmm. sten- Deren Er. i der Bestands. 1 wies für den -"-suche (gegen Men haben |idj 'Urnerinnen und 3Cn drei Vereine 'mit 8 Mann, "d d„ ”■ haben bis jetzt ben. wahrend 32 und 7 den Lehr, n sind vorhanden: 'er eigene Wer
ens"
Geltung zu ver- iglen Forderung: !der Schwimmer
Aeschästsbelebung irch die Verlange. Meckmäßige Aus- ■/ werden. Lleibl hrtdltommijlion ie eatjpiedjenbr r die Zeit nach fingen.“ x\t -au.
An der Abend- Mittagsschlußkurje inben nur inner ätze statt, während t Aufträgen sehll. >en säst ohne Ein- lare innerpolitische iufe hörte jegliche bröckelten ver-
87
eher etwas, schwä-
8eichsbank 124,65,
fiten.
den.
Gottesdienst in der io, 16. 3ultJ932.
ends 8.50 und
nffurf a-K
ssH y 170'2» iS rÄ 76-» sr-Z 33,n
5,47 >. I,» 1,90
,55 1,76 3,63
52-05 I2,4ö
Ur. 164 Erstes Blatt
182. Jahrgang
Zreitag, 15. Juli 1952
Erjche'ni täglich, außer *5onntags und Feiertags.
Beilagen: Die 3Quftnerte Siebener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle
Monatr-Vezugrprets:
Mit 4 Beilagen RM. 1.95 t^hne Illustrierte , 1 80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt.
gernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Eiehen.
Postscheckkonto:
Zrankfurt am Main 11686.
MeheiierAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhesten
Druck und Verlag: vrühl'sche Universiläts-Vuch- und Ztemdruckerei R. Lange in Sietzen. Zchriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7.
Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.
Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20° ö mehr.
Chefredakteur:
Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Ma; Filter, sämtlich in Gießen.
Gentlemen-politik.
Diplomatisch geht der Notenwechsel zwischen H e r r i o t und Macdonald vielleicht in Ordnung, völkerrechtlich läßt er sich sogar unterbauen, aber schließlich soll die Politik doch etwas anderes sein als Schaumschlägerei oder als eine Kunst, den Gegner über die Löffel zu halbieren. Wenn der Quai. d'Orsay und die Downingstreet sich gegenseitig auseinandersehen, daß beiNich t- Vollzug des Lausanner Vertrags- Werkes auf den Voungplan zurückgegriffen werden müsse, so ist das nicht nur ein Bekenntnis jut „Heiligkeit der Verträge", sondern es ist leider auch ein Versuch, die Fronten gründlich einzunebeln. Eigentlich haben sich England und Frankreich alle Hintertüren offen gelassen für den Fall, daß die Genfer Tagung über die Abrüstung wie das Hornberger Schießen ausgeht, daß die Union dann aber auch keine Neigung zeigt, die Kriegsschulden zu streichen. Es hilft dann kein Drehen und Deuteln, England And Frankreich müssen an die Union weiter- zahlen, weshalb beide Schuldner den Rückgriff auf den Generalschuldner Deutschland schon vor- bereiten. Allerdings steht dem im Wege, daß Deutschland tatsächlich zahlungsunfähig ist, daß dies sowohl von Frankreich, als auch von England in Lausanne zugestanden worden ist, was bestätigt wird durch den Abschluß des Lausanner Vertragswertes. Aber wenn der Rückgriff auf Deutschland offen bleibt, wenn sogar Strafmaßnahmen angedroht werden können, so wird auch der politische Druck auf den Völkern weiterlasten, so wird also auch nichts geschehen und' nichts sich ereignen, was den Wiederaufstieg der Wirtschaft in Aussicht stellt.
So sachlich nüchtern die englisch-französischen Ttotin klingen, so viel ist doch in sie hinein- zeheimniht worden, so daß alles dafür und nichts dagegen spricht, daß es sich zunächst einmal um «in Manöver gegen die Union handelt, die in der Kriegsschuldfrage klein beigeben soll, rhne sich über das Scheitern der Abrüstung Leiter aufzuregen. H e r r i o t mag sich seines Triumphes freuen, er mag es auch für einen Erfolg seiner Taktik auslegen, das enge Verhältnis zu England wieder hergestellt zu Haben. Aber es fragt sich doch, ob diesen Erfolg Europa nicht sehr teuer wird bezahlen müssen. Don der Union aus gesehen, bildet Europa tatsächlich heute eine Einheitsfront, die zwar noch nicht geschlossen ist, weil Deutschland erst hinein- §ezwungen werden soll, die aber als solche doch gegeben ist, um die Union in der Kriegsschuldenfrage vor vollendete Tatsachen zu siellen. Entweder gibt die Union nach, um den völligen Zusammenbruch der internationalen Wirtschaft mit der unübersehbaren Auswirkung politischer und sozialer Krisen zu verhindern, rder aber die Union läßt sich nicht überrumpeln, zumal die Kriegsschulden zum Teil erst nach lern Kriege entstanden sind, also mit den deutschen Tributen nichts zu tun ha- 3en. Deutschland geht dieses" Verhältnis nichts cn, denn es hat die Union nicht veranlaßt, ihren Tberbündeten von gestern mit großzügigen Krediten unter die Arme zu greifen. Deutschland braucht auch nicht von der Gentlemen-Politik -überrascht zu sein, die sich im englisch-französi- Ichen Notenwechsel offenbart hat, denn es ist ■bnc weiteres klar, daß, wenn das englische Unterhaus oder die französische Kammer das Lausanner Vertragswerk nicht vollziehen, eine neue Lage gegeben ist. Nur 'ist diese Lage nicht so beschaffen, wird auch nie -so beschaffen sein, daß der Rückzug auf den voungplan irgendwelche Lei st ungen aus Deutschland herausholen kann, denn der Voungplan mag als Dokument noch vorhanden fein, allein seinem Inhalt nach ist er gründlich und für immer zerstört. Es könnte sogar sein, daß an dem Tage, an dem bekannt wird, daß London oder Paris sich weigern, das Lausanner Vertragswert zu vollziehen, Deutschland gezwungen sein wird, aus Gründen -der Selbsterhaltung nicht nur den Rest der politischen Zahlungeneinzu stellen, also Hie Zinsverpflichtungen aus der Dawes- und .Hounganleihe, sondern auch den Zinsendienst lür die ges amte A us l a n d v e r s ch ul- 8u ng aufhören zu lassen.
Ob die Neigung in England sehr groß sein wird, intet diesen Umftänben auf den Vollzug des Lausanner Vertragswerkes zu verzichten, oder vielleicht darauf zu verzichten, im Geiste des Herzlichen Einvernehmens der Gentlemen-Politik •auf Frankreich einzuwirken, das Lausanner Der- .lragswerk nicht zu zerstören, das können wir mlhig auf den Gang der Ereignisse ankommen Hassen. Die Einladung an Deutschland, Dem Pakt beizutreten, damit auch anzu- erfennen, daß das nichtvollzogene Lausanner Der- ttragswerk durch den Voungplan selbsttätig wieder erseht Wird, ist gewiß ernst gemeint, denn die Ventlernen-Politik hat sich zum Ziel gesetzt, eine Einigung der Gläubiger herbeizuführen, im den Hauptgläubiger aller Gläubiger zu veranlassen, auf die Kriegsschulden zu verzichten. Das ist ein Geschäft, das etwas wert it, erst recht eine Frontalstcllung gegen die Union, einmal dann, wenn diese Frontalstellung auch die Selbständigkeit Englands und Frankreichs in Sachen der Abrüstung oder Aufrüstung sichern wird. Auch darauf ist aufmerksam zu nachen, daß die Gentlemen-Politik zweifellos als e:n Druck auf Deutschland gedacht ist, dessen öffentliche Meinung das Lausanner Ver- bragswerk abgelehnt hat. Die neue Lage wird £aä deutsche Volk erst recht nicht dazu bereit finden. sich auf irgendwelche Schluhzahlungen einzu-
Die innerpoliiischen Aufgaben des Reichskabinetts.
Das preußische Problem.—Oie wirtschaftliche Aufbauarbeit.—Betreuung der Jugendlichen.
<
Berlin, 14. Juli. (OB.) Reichsinnenminisier Freiherr von G a y l trifft am Freitagvormittag wieder in Berlin ein, während der Reichskanzler, wie es von Anfang an vorgesehen war, noch einen Tag länger als Gast des Reichspräsidenten in Neudeck bleibt. Nach Rückkehr des Kanzlers werden am Samstag die k a b i n e 11 s b e r'a l u n > gen fortgeführt werden. Ls ist selbstverständlich, daß Kanzler und Innenminister ihren Kollegen zunächst über ihre Besprechungen mit dem Herrn Reichspräsidenten Bericht erstatten.
Was den Inhalt dieser Besprechungen anlangt, so erörterte tnan heute in politischen Kreisen lebhaft die Frage, ob der Reichskanzler sich wohl die Ermächtigung zur Einsetzung eines Reichskommissars für Preußen geben lassen werde, eventuell in der Form eines grundsätzlichen Einverständnisses des Reichspräsidenten, von dem dann zu gegebener Zeit Gebrauch gemacht werden könnte. In gut unterrichteten Kreisen hält man derartige Kombinationen aber für gar nicht aktuell. An der Einsetzung eines Reichskommissars für Preußen ist schon deshalb nicht zu denken, weil der preußische Staatsapparat durchaus intakt ist, sich also keine handhabe zu einer Reichsexekutioe ergibt. (Eine ganz andere Frage ist, ob sich nicht nach den Reichstagswahlen also auch nach dem w i e d e r z u s a m men t r i 11 des Preuhi- scheu Landtages, die Notwendigkeit zeigt, die Bildung einer ft arten parlamentarischen Regierung mit größerem Ernst zu betreiben als bisher, vorläufig läßt sich aber die Situation, die sich nach dem 31. Juli ergibt, noch gar nicht übersehen. Es ist deshalb nach Auffassung maßgebender Kreise auch müßig, jetzt schon Erwägungen hierüber anzustellen.
Näher liegen jetzt die weiteren Maßnahmen, die das Reichskabinett im Zuge seines wirtschaftlichen Aufbauprogramms plant. Die Verordnung über den Arbeitsdienst, die am Safnsfag veröffentlicht werden soll, wird nur ganz kurz sein, indem sie sich darauf beschränkt, den dahingehenden Beschluß des Reichskabinetts zu publizieren und alle Einzelheiten, auch die (Ernennung des Präsidenten S tj r u p zum Reichskommissar, dem Reichsarbeitsminister überläßt, der Anfang nächster Woche in seinen Ausführungsbestimmungen den Aufbau und die Richtlinien für die Organisation des Arbeitsdienstes verfügen wird. Der Reichsarbeitsminister hat hieraus übrigens in den letzten Tagen auch noch Besprechungen mit den Vertretern der Wirtschaft und der Arbeitnehmer gehabt, die ihm ebenfalls ihre Unterstützung zugesagt haben dürsten, von unterrichteter Seite wird besonders darauf hingewiesen, daß der Minister den größten Wert darauf legt, die Organisation so aufzuziehen, daß die Interessen der Wirtschaft nicht beeinträchtigt werden.
Die weiteren Beratungen des Kabinetts gelten dann den Plänen, die das Reichsministerium des Innern in Zusammenarbeit mit anderen Ressorts über die geiftige und sportliche Beschäftigung der Jugendlichen ausgearbeitet hat. Diese Pläne greifen ergänzend in den Arbeits
dienst über und gehen von der Erwägung aus, daß der A r b e i t s b i e n ft feine volle moralische Auswirkung erst haben kann, wenn man sich auch des geistigen und körperlichen Wohls der jugendlichen Arbeitslosen annimmt. Man denkt an Borträge und ähnliche Einrichtungen, die sie auch für spätere Lebensaufgaben vorbilden und ertüchtigen helfen.
Dann stehen weiter die Fragen zusätzlicher Arbeitsbeschaffung durch die Reichspost, die Reichsbahn und andere Zweige des Verkehrsministeriums zur Debatte. Namentlich ist dabei auch an eine größere Planung in den kommenden Winter hinein gedacht. Schließlich ist auch der Ausbau der Siedlung nicht zu vergessen. Alle diese Dinge sollen noch bis Ende des Monats vom Reichskabinett verabschiedet werden.
Landtagspräsidenl Kerrl fordert den Reichskommiffar.
Kassel, 15. Juli. (OB.) Der Präsident des Preußischen Landtages, K e r r l, machte heute hier in einer nationalsozialistischen Wahlversammlung eine aufsehenerregende Mitteilung. Er sagte, daß er nochheuteein S chreiben andenReichs- tangier richten werde, in dem eine Aenderung der Verhältnisse in Preußen gefordert wird. Die Nationalsozialisten verlangten, daß der Staat und, wenn dieser Staat nicht in der Lage sei, das Reich für geordnete Zu stände sorge und daß die Ordnung in Deutschland wiederhergestellt werde, sei es auch durch Verkündung des Belagerungszustandes.
Oer Neichsiagswahlkampf.
Eine Rede Oingeldeys.
Bremen, 14. Juli. (TU.) Der Parteiführer der Deutschen Volkspartei, Dingeldeh, sprach am Donnerstag in einer Wahlkundgebung in Bremen. Das, was Lausanne uns gebracht habe, könne das deutsche Volk nicht mit Befriedigung ansehen. Es stelle
eine Harle und unbefriedigende Lösung
dar. Das Ziel, ein wirkliches Ende der Zahlungen herbeizuführen, sei nicht erreicht. Er, Dingel« dey, stimme aber doch dem Reichsbankpräsidenten Schacht zu, daß es verfehlt wäre, wenn man die Fortschritte, die diese Berhandlungen gebracht hätten, verkennen wollte. Daran, daß überhaupt noch von Zahlungen habe gesprochen werden können, sei die wechselnde Taktik der Regierung v. Pap en schuld, sie habe einmal Zahlungen angeboten, um Deutschland von der Last der Kriegsschuldlüge zu befreien. Das Ausland habe wohl die Zahlungen angenommen, aber die politischen Lasten trotzdem bestehen lassen.
Pflicht der Reichsregierung sei es, die Zeit bis zur Ratifizierung des Abkommens auszunuhen, um die Grundlage deutschen Lebens und deutscher Ehre in Verhandlungen mit unseren Gegnern und die Frage der Tilgung der Kriegsschuldlüge und der Gleichberechtigung in der Rüftungs- und Wehrhoheit zu bereinigen.
Dingeldeh wandte sich dann innenpolitischen Fragen zu und unterstrich das Bestreben der DVP. nach einer unabhängigen deutschen Regierung. Die DVP. lehne es ab, den Marxismus zu beseitigen, um dafür einen Sozialismus anderer Farben einzutauschen.
Wels und Severing sprechen in Berlin.
Berlin, 15. Juli. (ERB.) Die Eiserne Front veranstaltete gestern abend in den Tennishallen in Wilmersdorf eine gut besuchte Wahlkundgebung. Der Vorsitzende der SPD., Wels, sprach über die Bedeutung der bevorstehenden Reichstagswahlen und erklärte, daß es außer der Eisernen Front keine Einheitsfront zur Verteidigung der Dolksrechte gebe. Das Ergebnis der Verhandlun
gen in Lausanne habe bewiesen, daß die Politik der SPD. und der übrigen republikanischen Parteien die einzig mögliche sei. „Vertraut auf eure Führer", so schloß Wels, „un* ser Kampfruf heißt. Freiheit! Lieber wollen wir republikanisch sterben, als faschistisch verderben!"
Anschließend sprach Minister Severing über die großen Gefahren, die das Hervorgehen eines unfruchtbaren Reichstages aus den Wahlen haben könnte. Die Nationalsozialisten versuchten heute von der Papen - Regierung abzurücken. Aber die erste Erklärung dieser Regierung mit den nationalsozialisti-
Reue polnische Herausforderung an Oanzig.
Danzig 14. Juli. (TU ) Von amtlicher Danziger Stelle wird mitgeteilt:
Am Sonntag. 10. Juli, ist ein neuer Versuch polnischer Devölkerungskreise durch Provokationen der Danziger Bevölkerung und Danzigor Beamten Zwischenfälle zu schaffen, unternommen worden. Dank des würdevollen Verhaltens der Bevölkerung von P i e ck e l und dem energischen und taktvollen Verhalten der Danziger Beamten ist dieser Versuch gescheitert.
An diesem Tage versuchte um 15.15 Uhr der polnische Raddampfer „Mars" an dem Danziger Weichselufer in der Nähe von Pieckel anzulegen. An Bord des Dampfers befanden sich einige hundert Personen, die bei dem Anblick von Pieckel mehrfach im Chor in polnischer Sprache riefen: „Hoch lebe Polen". Die D anz i ge r Dell m t e n gaben dem Schiffsführer durch Zeichen zu verstehen, daß er nicht anlegen solle. Er ließ jedoch den Dampfer an das Ufer auf der Danziger Seite treiben und legte dort an. Das Anlandge hen der auf dem Dampfer befindlichen Personen wurde durch Danziger Beamte verhindert. Die Personen auf dem Dampfer brachen hierauf in Schmäh- und S ch i m p f r u f e gegen Danzig aus und riefen chorweise und einzeln „Hoch lebe Polen", „Raus nach Brandenburg", „Nieder mit Deutschland", „Wir kommen wieder". Dazu wurde mit Fäusten und Stöcken gedroht. Der Dampfer, der 25 Minuten am Danziger Ufer gelegen hatte, fuhr in Richtung Dirschau davon.
Die Regierung der Freien Stadt Danzig hat
lassen, nachdem mm einmal feststeht, daß wir versuchen wollten oder müssen, den Zinsendienst für die private Auslandsverschuldung aufzubringen. Deutschland ist für absehbare Zeit mit zu großen internationalen Verpflichtungen überlastet, die weit über seine finanzielle Tragfähigkeit hinausgehen, daß es bei neuen Verhandlungen von Anfang an erklären wird, keine Belastung aus dem Voungplan oder aus dem Versailler Vertrag anzuerkennen. Es ist sicher, daß die internationale Wirtschaftskrise sich inzwischen weiter verschärfen wird, es ist leider zu fürchten, daß diese Verschärfung auch Deutschland trifft, wenn es auch möglich sein wird, mit klugen Maßnahmen die größten Härten zu mildern. Aber diese Verschärfung der internationalen Wirtschaftskrise wird auch Eng- land und Frankreich treffen, wird damit auch die Voraussetzungen schaffen, um mit der Versailler T r i bu t p o t i t i k ein- für allemal reinen Tisch zu machen. Die Volker, die guten Wittens sind, haben ja nun wieder öie Erfahrung gemacht, daß ohne die völlige Zerstörung von Versailles kein Friede und kein Ausstieg zu erreichen ist.
15. Deutscher Studententag.
Königsberg, 15.Juli. (TU.) Am Donners- taanachmittag begann in der Stadthalle zu Königsberg der 15. D e u t s ch e S t u d e n t e n t a g, zu dem Vertreter aller deutschen Hochschulen erschienen waren. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden der Deutschen Studentenschaft, cand. phil. Krüger, sprachen die Magnifizenzen^der Königsberger Hochschulen und andere Gäste. Sodann gab
für ben Vorstand Schickert einen Rechenschaftsbericht, der zunächst auf die Kämpfe des vergangenen Jahres einging. Ungeachtet aller Stürme sei die Deutsche Studentenschaft ein feftes Bollwerk geblieben. Die entscheidende Frage im März d. Js. sei gewesen, ob die Deutsche Studentenschaft von einer Gruppe beherrscht werden sollte. Es sei beschlossen worden, einen Schlußstrich unter öie Vergangenheit zu setzen. Der Vorstand wünsche der Studentenschaft das Gesicht, das ihr aus der N o t unserer Tage allein gezieme. Es sei das Gesicht des politischen Soldaten, den jeder deutsche Student heute darsteller. müsse. Die Auslandsarbeit der Deutschen Studentenschaft müsse unter den gleichen politischen Gesetzen stehen, wie die innere.
Versailles dürfe nicht als Schicksal genommen werden, sondern gegen den imperialistischen Grundsatz des Westens müßten die kul- turbeziehungen zum europäischen Norden Gesetz werden.
Die Reform der deutschen Hochschule sei unbedingt notwendig. Nach dem Bericht sprach der Berliner Schriftsteller Schwartz über Preußen und den Sinn einer deutschen Ostpolitik.
Der erste Tag schloß mit einem riesigen Fackelzug der Tagungsteilnehmer und der gesamten Königsberger Studentenschaft, die mit ihren Bannern durch die Straßen der Stadt zum Altstädlischen Markt zogen. Dor dem Alten Rathaus nahmen sie Aufftellung. Hier hielt der Landeshauptmann Blunk eine Ansprache, in der er
die Verbundenheit Ostpreußens mit dem Reich betonte und erklärte, Ostpreußen werde, auch
wenn Polen seine Hand weiter nach deutschem Boden ausstrecke, deutsch bleiben für alle Zeit. Mit dem Liede „Burschen heraus" und Zusammenwerfen der Fackeln schloß die Feier.
Wieder Zusammenstöße.
In der Nacht zum Donnerstag ereignete sich in Niederlahn st ein eine wüste Schießerei. Heimkehrende Mitglieder der NSDAP., die von einer Versammlung in Oberlahnstein kamen, wurden von politischen Gegnern mit Steinwürfen und scharfen Schüssen empfangen. Ein Polizeiwachtmeister wurde durch Steinwürfe getroffen. Die Schießerei wurde so stark, daß die Polizei ebenfalls von der Dienstwaffe Gebrauch machen mußte. Die Nationalsozialisten wurden von der Polizei mit gezogener Waffe nach Hause begleitet.
Zu schweren Zusammenstößen kam es gestern in den Mittagsstunden vor dem Arbeitsamt in Düren. Eine große Anzahl Erwerbsloser wollte die Unterstützung abholen, als plötzlich mehrere Schüsse fielen. Es kam zu einer Schlägerei, bei der mehrere Anhänger der Kommunisten durch Schüsse schwer verletzt wurden. Von den Nationalsozialisten trug einer eine klaffende Wunde am Kopfe davon. Das Ueberfallkommando der Polizei nahm mehrere Kommunisten fest, in deren Besitz sich Schußwaffen befanden.
Bei einer Schießerei zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten im Norden Berlins wurde in der letzten Nacht ein keiner Partei angehörender Bäckermeister durch einen Bauchschuß schwer verletzt. Zwei Polizeibeamte wurden durch Steinwürfe leicht verletzt.


