Ausgabe 
15.6.1932 Erstes Blatt
 
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verheiratete sie sich mit diesem ihrem ersten Ent- | er Marlene Dietrich, die mitspielte, und sofort wußte dccker. Dann kam die Einstudierung desBlauen er, daß er mit dieser Frau die Leinwand erobern Engels". Joseph von Sternberg durchsuchte ganz könnte.

Berlin nach einer passenden Darstellerin der Ka- Seine Ahnung hat ihn nicht betrogen.

barettsängerin. Bei dem Besuch einer Operette sah *--

Zehn Jahre geteiltes Oberschlesien

Äon Landrat Or. Llrbanek-Beuthen O/S.

Am 17. Juni jährt sich zum zehntenmal der Tag, an dem der Reichspräsident, die deutsche Reichs- und-die preußische Staats­regierung in einem Aufruf dem deutschen Volk schmerzbewegt kundgaben, daß ein Teil von Oberschlesien einem fremden Staatsverbang einverleibt wurde trotz des klaren Ergebnisses der Abstimmung vom 20. März 1921.

Am 17. Juni d. I. ist es zehn Jahre her, daß es zwei Oberschlesien, ein deutsches und ein polnisches, gibt, daß auf Grund des Genfer Spru­ches das Land von Königshütte und Kattowitz und Rybnik, Pleß, Tarnowitz und Lublinitz den polnischen Behörden übergeben werden mußte, daß Ueber- klugheit und Besserwissen die Grenze verrückt haben, die der schicksalhafte Schritt der Menschheits­entwicklung sieben Jahrhunderte lang innehielt: die Grenze Schlesiens gegen Osten, neben der Pyrenäengrenze die älteste Grenze Europas. Drüben begehen sie den Tag mit Feiern denen doch die Freude vergällt ist, deren Geschrei nicht aufkommt gegen das Murren der Masse, gegen das Knurren des Hungers, und denen diejenigen sich enthalten, die sie, von ihrem polnischen Standpunkte, ihre besten Kämpen nennen müssen.

Man hat es an nichts fehlen lassen, um das Land hem Polenreicheeinzuverleiben". Ohne nach dem Menschen, ohne nach höheren Verantwortlichkeiten, - hne nach den feierlich übernommenen Verpflich- ungen zu fragen, hat man im Sinne der polnischen ' latio drauflosrationalisiert", hat mit den Macht­mitteln eines der Rechtstontrollen ziemlich entbeh- ; enden Staates, hat mit Terror und List und Druck nd Umtrieben es erreicht, daß das Land ein p o l - ; ifches Gesicht bekam. Man hat auch technisch nd mechanisch die Grenzziehungüberwunden", : at die zerschnittenen Fäden des einst einheitlich - ber das ooerschlesische Land gelegten Produktions- ' istemes auf der polnischen Seite neugeknüpft, hat us den Jndustriegesellschaften, deren Anlagen sich un auf zwei Staaten aufteilten, eigene polnische örper gebildet, hat die Gleise, die Seilbahnen, die ahrstrecken, die Straßen zum eigenen Kreislauf im " genen Staatsbetrieb umgelegt wie auch wir auf ?r deutschen Seite es tun mußten. Denn das Leben 'rdert sein Recht, und Technik und Kapital vor- usgesetzt, läßt sich so was machen. Aber was ist -r Erfolg? JedenfallsFehlinvestitionen" gran- oscsten Ausmaßes (das soll man den Amerikanern , gen, wenn sie darüber jammern, daß ihr schönes ,'clb, womit sie sich höchst geschäftstüchtig in dem i rucntdeckten Spekulationslande ankauften, versinkt nd zerrinnt). Das Volk sieht den Unsinn, jeder s eht ihn mit eigenen Augen, wer sich der Grenze öhert, und die äußere Schau bestätigt erst recht e unbeirrte innere Einsicht: Das ist alles Künste- i, ist Mache, wir sind ein Volk. Wir gehören zu-

1 'mmen. Der Wille des Schicksals mag sich auf Zeit " ilschen lassen. Aber schließlich setzt sich dasjenige

-jeder durch, was die Vernunft der Dinge will, was ' öhere Mächte so gefügt haben.So mußt du sein. Dir kannst du nicht entfliehen!"

Strahlend vor Reichtum und Wirtschaftskraft, so '-atte man sich das polnische Oberschlesien gedacht. 3ronr war Deutschland der Sieger im '4 b sti m m u n g s k a m p f. Zwar hatte es von Friedrich dem Großen ab alle jene neiderregenden Werte entwickelt, zwar redet jeder Stein im Lande von Deutschlands Führung und Intelligenz. Aber die Schiedsrichter von Genf wollten teilen und sie teilten so, daß das unterlegene Polen von der oberscblesischen Kohleförderung %, von der ober- schlesischen Eisenindustrie §, die gesamte oberschlesi­sche Zinkindustrie und beinahe die ganze ober- schlesische Zinkerzförderung erhielt. Polen sollte eben mehr haben als nur die nationale Selbstbe­stimmung und die Freiheit, auf eigenem Grunde das eigene Haus zu bauen. Polen sollte gleich wohlhabender und glücklicher Partner am Welt­märkte werden. Wie hat man sich getäuscht! I n A r - beitslosigkeit und Hunger windet sich das polnische Oberschlesien. Man kann sagen:

Es ist bei uns nicht viel anders. Aber die Schwere der Lähmung und des Elends ist drüben doch noch einige Grade heftiger, und vor allem: Wie soll das anders werden? Die großen Wirtschaftsgebiete ziehen sich auf sich selbst zurück. Unter Krämpfen und Wehen formiert sich Mitteleuropa mit Deutschland als Kernstück und mit dem Ausbau gegen Südosten, indem Industriestaaten und Bauernvölker einander die Hand reichen und durch fruchtbare Gegenseitig­

keit im großen Wirtschaftsraume ihr bestes Aus­kommen mehr und mehr erkennen. Aber Polen? Oestlich von Polen liegt die russische Sphinx, von der sich vermuten läßt, daß sie an der Einfuhr wenig­stens von Schwergütern in einigen Jahren kaum mehr Bedarf haben wird. Die Entwicklung geht an Polnisch-Ob erschlesien vorbei. Wer soll ihm seine Arbeitserzeugnisse abnehmen? Italien wird fragen, wieviel Apfelsinen Polen verzehren kann, und wird finden, daß Deutschland der bessere Kunde ist, wird die Schwergüter also lieber von Deutschland kaufen. Und die nordischen Länder wer­den dieselbe Entdeckung für Holz und Schweine und Butter machen. Denn wenn in der jetzigen Läh­mung diese Verhältnisse gewiß auch für Deutschland sehr trübe liegen, wie sollte aber Polen, dessen innerer Markt so wenig entwickelt ist, entsprechende Kompensationseinfuhr" unterbringen? Die ober- schlesische Industrie wird immer mehr n u f den innerpolnischen Markt zurückgewor­fen, die Frage wird immer brennender: wieviel Zuschlag an Schwerindustrie vermag der innerpol­nische Markt zu verdauen? Die Frage hätte 1921 gestellt werden sollen, als es sich darum handelte, über Oberschlesien Entscheidung zu treffen. Die deut schen Unterhändler haben die Frage gestellt. Aber die Genfer Schiedsrichter mit ihren Sachverstän­digen sind überlegen lächelnd darüber hinwegge­gangen. Zu einem enormen polnischen Kohlevor­kommen im früheren Großherzogtum Warschau und in Galizien hinzu, einem Kohleoorkommen, das das Doppelte bis Dreifache des gesamtoberfchlefi- schen ausmacht, Haden sie Polen noch neun Zehntel des oberschlelischen Kohlevorkommens hinzugegeben. Wäre es nicht, statt zu rauben, das Natürliche und Gesunde und Selbstverständliche gewesen, den Polen lieber zu sagen, daß sie, soweit etwa noch Bedarf sein sollte, ihre reichen heimischen Erdschätze durch planvolle Ausnutzung ihres großen Dorratsbeckens an menschlicher Arbeitskraft entwickeln sollten? Und heute? Wenn Deutschland den Zinkzoll einführt, ist die polnisch-oberschlesische Zinkindustrie erledigt. Der Kohlebergbau hält sich mit tausend Aengsten, indem die Kohle zu Hungerpreisen auf den Weltmarkt, be­sonders an die nordischen Staaten geworfen wird. So ist die Teilung Oberschlefiens zum Motor der Weltkrise geworden. Die Engländer hatten es sich anders gedacht, als 2> sie bei ihren treuesten Kunden von der soeben kreierten, aber aus Geldhunger" gleich die Produktion stark forcieren­den neuen Industriemacht Polen aufgeftöbert und in einem mörderischen Preiskampf zu immer tieferen Unterbietungen genötigt werden würden, eine der verhängnisvollsten Ursachen für die Destruktion der europäischen Wirtschaft. Wie der Bauer, dem der liebe Gott für ein Jahr lang gestattete, das Wetter selbst zu machen, etwas Geringfügiges vergaß, näm­lich den Wind und damit den Befruchter des blühen­den Roggenfeldes, fo vergaßen die Macher von Genf, als sie die deutschen Reichtümer den Polen schenkten, nur ein Kleines: die Märkte.

Und jo verelendete das Land. Verelenden erst recht die Deutschen im Lande. Denn was es an einkömmlichen Stellungen gab, das haben ihnen natürlich die Polen abgesagt und adgepreßt. Darin sind sie Meister. Ihre Meisterschaft, die Rechte der andern auszuhöhlen, zeigt sich vielleicht am drastisch­sten auf dem nationalen Gebiete. Kann es etwas Heiligeres geben, als wenn im Genfer Vertrage der Satz steht, für die Frage, ob das Kind der Minder­heitsschule zuzuführen sei, entscheideuniquement la volonte des parents entscheide einzig und allein der W i l l ed e r Eltern. Und doch haben die Polen es anders gedreht. Einschüchterung der um das tägliche Brot Aengstlichen, alle Arten von Erpressung bis zur beliebig drehbaren Steuerschraube, massenhafte Kassierung abgegebener Unterschriften, Vorladung und inquisitorisches Verhör, Bedrohung des Lebens durch die stets betätigungsfrohen Aufftändifchenver- bände, alles mußte herlangen, um den Deutschen die Lust an der Minderheitsschule auszutreiben. Wer vermag den ständigen Tropfenfall solcher Schi­kanen auszuhalten?

Man muß wissen, daß die oberschlesische Nationali­tätenfrage keine Frage der Zunge, sondern der Ge­sinnung ist. Ein wesentlicher Teil derjenigen, die bei der großen Volksabstimmung für Deutschland stimmten, kamen von der polnischen Muttersprache her. Sie waren und sind Deutsche der Gesinnung und des Willens. Sie wollten im deutschen Kulturkreise leben und an der deutschen Zivilisation teilnehmen, wollen, daß ihre Kinder in bas deutsche Wesen hin- einwachsen.

Sn Königshütte, einst der größten Stadt Gesamtoberschlesiens, der Arbeiterstadt, die bei der großen Volksabstimmung mit 73 Prozent für Deutschland stimmte und die man zu Polen schlug, obwohl sie unmittelbar an die Stadt Deuthen stößt und mit dem deutschgebliebenen Gebiete in räumlichem Zusammenhang steht, er­hebt sich vor dem Gebäude der Reichspost, über­ragt von den Riesenschloten der Königshütte, ein hohes Postament, das in deutschen Zeiten die mächtige Gestalt der Germania trug. Die Polen haben die Germania gestürzt und haben das Standbild eines Aufständischen daraufgeseht. Neulich war aber eines schönen Morgens in unverfälschtem oberschlesischen Wasserpolnisch (es macht Spaß, bei manchen Wörtern den deutschen Stamm herauszufinden) da folgende Kreideschrift zu lesen:

Ty hopcu bez micki

Nie bedziesz stal na wdycki.

Bo to przydzie jedna pani

Ktöra ma wielkie cycki.

Zu deutsch:

Du Mann ohne Mühe

Wirst hier nicht für immer stehen.

Denn hierher kommt eine Frau, Die einen großen Dusen hat.

O du unbekannter Oberschlesier, naturhafter Sohn deines Volkes, gesegnet mit der Sehergabe der Erdverbundenen, du hast uns das Ausstän­dischendenkmal geweiht zum Male der Wieder­vereinigung.

Wirtschaft.

Berlin uneinheitlich.

Berlin, 15. Juni. (WTB. Funkspruch.) Wie schon in den letzten Tagen, hatten auch heute die Tauschoperationen des Auslandes eine uneinheitliche Tendenz zur Folge. Wieder wurden vorbörslich allgemein feste Kurse gespro­chen, da für Farben und Reichsbank Nachfrage be­stand. Die Spekulation läßt sich aber doch nicht mehr so leicht bluffen und wartet vor Eingehen neuer En­gagements die Aufträge zu den ersten Kursen ab. Diese erfuhren heute aus rein technischen Gründen eine kleine Verzögerung. Daß die ersten offiziellen Notierungen den vorbörslichen Taxen nicht ent­sprachen und meist noch unter gestern lagen, hing in der Hauptsache mit der Einstellung zu der neuen Notverordnung zusammen, die die optimisti­schere Stimmung der letzten Tage doch etwas dämpfte. Mansfelder und Schultheis waren ebenso wie Reichs­bankanteile etwas gebessert. Papiere wie Salzdet­furth, Chadeaktien, RWE., Elektrische Lieferungen, Eintracht-Braunkohle, Aschaffenburger Zellstoff und Schlesische B-Gas waren aber doch stärker gedruckt. Auch Rütgerswerke büßten in Erwartung der Be­schlüsse der heute nachmittag stattfindenden Bilanz­sitzung 1.25 v. H. ein. Auch die teilweise recht feste Veranlagung der deutschen Werte im Auslande wurde nur zur Kenntnis genommen und wirkte sich nicht einmal am Anleihemarkt stärker aus.

Deutsche Anleihen waren zwar unbedeu­tend befestigt, Reichsschuldbuchforderungen lagen aber nur behauptet. Reichsbahnvorzugsaktien büßten 0,25 v. H. ein, Jndustrieobligationen hatten keine ein­heitliche Tendenz, und in Goldpfandbriesen schien das Angebot anzuhalten. Auslandrenten wiesen nur ge­ringe Veränderungen auf. Anatolier konnten etwas anziehen.

Auch im Verlaufe änderte sich an der geringen Geschäftstätigkeit nichts. Nachdem sich zunächst kleine Schwankungen nach oben und unten die Waage hielten, bröckelten die Kurse später meist um Bruch­teile eines Prozents ab, und man hörte überwiegend Briefkurse. Eine Ausnahme machten Kali-Chemie, die gegen den Anfang 1,5 v. H. gewannen, und Schultheis die in Erwartung einer Einigung mit den Banken über das Einziehungsverhaltnis des Aktienkapitals auf Anfangsbafis gesucht blieben.

Zurückhaltung in Frankfurt.

Frankfurt a.M., 15. Sunt. (WTB. Draht- Meldung.) Der Beginn der heutigen Börse wurde

von stärkster Zurückhaltung beherrscht. Bei weiterem Auftragsmangel seitens des Publi­kums entwickelte sich nur geringes- Geschäft innerhalb der Spekulation. Man nahm gegenüber dem bevorstehenden Beginn der Lausanner Ver­handlungen und der Auswirkung der neuen Not­verordnung eine sehr abwartende Haltung ein. Die feste Haltung der deutschen Werte an den Auslandplähen blieb fast ohne Einfluß. Gegen­über der Abendbörse war die Kursgestaltung wiederum uneinheitlich, doch lag die Mehr­zahl der Papiere etwas abgeschwächt, da zur Abwicklung der letzten Terminengagements ver­einzelt etwas Material herauskam, das infolge der bestehenden Zurückhaltung nur zögernd aus­genommen wurde. Lediglich Montanwerke traten zunächst noch mit kleinen Besserungen hervor, um aber später etwas nachzugeben. Niedriger er­öffneten vor allem Reichsbank, Rütgerswerke und einige Elektropapiere, die bis zu 1,5 Prozent zu­rückgingen. SG. lagen nur knapp gehalten. Aku gewannen 0,25 Prozent. Nach den ersten Kursen ergaben sich für SG. und Reichsbank Abschläge von 0,5 bis 1 Prozent.

Am Rentenmarkt war die Tendenz gut beh auptet, wobei die erhöhten Kurse für deutsche Werte im Auslande etwas Anregung gaben. Goldpfandbriefe neigten dagegen auch heute zur Schwäche, da weiter kleines Angebot vorlag. Die Abschläge betrugen etwa 0,25 bis 0,5 Prozent. Liquidationspfandbriefe tendierten uneinheitlich, die Veränderungen hielten sich im Rahmen von 0,25 bis 0,5 Prozent. Von Sn- dustrieoblvgationen zogen Stahlvereinbonds leicht an.

Sm Verlaufe stagnierte das Geschäft nahezu vollkommen und die Kurse bröckelten verschiedentlich leicht ab. Am Geld­markt blieb die Lage auch zum Medio leicht, Tagesgeld war zu 4 Prozent unverändert.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 15. Suni. Es wurden no­tiert: Weizen 267,50, Roggen 225 (nom.), Sommer­gerste für Drauzwecke 200 (nom.), Hafer, inländ., 175 bis 182,50 Mark pro 1000 Kilo: Weizen- mehl, südd., Spez. 0 mit Austauschweizen 38.75 bis 39,90, Weizenmehl, niederrh., mit Austausch- weizen 38,75 bis 39,65, Roggenmehl 27,25 bis 28,25, Weizenkleie 8,75 bis 8,50, Roggenkleie 9,00 Mark je 100 Kilo. Tendenz: sehr ruhig.

Die Lase auf dem obecheMchen Arbeitsmarkt.

Die Schwankungen in den einzelnen Berufsgruppen.

Das Arbeitsamt Gießen teilt in seinem Bericht über die Entwicklung des Arbeitsmarkts in Oberhessen im Verlaufe des Monats Mai folgendes über die Lage in den einzelnen Berufs­gruppen mit:

Land, und Forstwirtschaft.

Die Arbeitsmarktlage hat keine wesentliche Aende- rung erfahren. Die Nachfrage nach landwirtschaft­lichen Arbeitskräften war in der Berichtszeit verhält­nismäßig gering. Die Landwirte beschäftigten für die dringenden Erntearbeiten in der Hauptsache orts- ansässige Arbeitslose tageweise als Gelegenheits- arbeiten Vereinzelt bestand Nachfrage nach Fach­kräften und zwar konnten wir Melker, Gespann­führer'und Melkmädchen vermitteln. Für die Heu­ernte bestand vereinzelt Nachfrage nach Tagelöhnern. Verschiedentlich haben Forstämter Holzhauer zum Holzeinschlag wieder eingestellt, dagegen wurden m einem unserer Bezirke Waldarbeiter wegen Beendi­gung der Arbeiten entlassen. Verfügbar waren am Schlüsse der Berichtszeit 405 Personen, gegenüber 406 des Vormonats und 296 des Vorjahrs.

Bergbau.

Die Lage des Arbeitsmarktes hat keine wesentliche Aenderung erfahren. Nur eine Erzgrube in unserem Bezirk wurde wieder eröffnet und 45 Bergleute zurückgerufen. Dem Verlauten nad) soll die Be- fdjäftigungsbauer drei bis vier Monate betragen. Wir zählten am Schluffe der Berichtszeit 504 Berg­arbeiter, gegenüber 548 des Vormonats und 295 des Vorjahres.

Industrie der Steine und Erden.

Die Marktlage ist fehr uneinheitlich. Während einige Betriebe nach Erledigung ihres Reichsbahn- auftrags bzw. durch Nichtabruf des Auftrags ge­zwungen waren, stillzulegen, haben andere Betriebe nach Auftragseingang Arbeitskräfte eingestellt. In den Ziegeleibetrieben hat die saisonmäßige Belebung ein- gesetzt. Eine Dampfziegelei hat nach Auftragseingang 20 Arbeitskräfte eingestellt, ein anderes Werk hat aus demselben Grunde seine Belegschaft vergrößert. Als Arbeitsuchende meldeten sich am Schlüsse der Be­richtszeit 624 Personen, gegenüber 1539 des Vor­monats und 998 des Vorjahrs.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 5 o. H, Lombardzinsfuß 6 v. H.

.Tiannun u. u1.1

Bern

Ärani'ur u.

Berlin

teajiuö'l urd |

1-uvr- K rd

Schluß« i kur» |

4in|an$» Kurs

Schluß«! lurd |

i «Uhr- Kurs

Schluß- urd

Anfang- Kurd

Dalum

14 6 |

15 6

14 6

15.6.

Dalum

14 6 !

15 6

14 6

15.6.

6% Deuyche iHeimoaniei^e v. itiü,

»amvurg-Amertla '4,ate. . . l

Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0

11,5

11,4

11,25

7% Deutsche NeichSanIelhe v. 1929

-

59,5

-

43

5'/i% Doung-Anleihe von 1930 .

55

55.9

Hansa Dampsjchiss . . . . 0

21.

Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit AuSloi.-Rechten.......

38

38

37,9

38

Norddeutscher Lloyd.....6

A.G. für Verkehrswesen Akt. . .

12,13

12

28,9

12,13

28,75

Desgl. ohne Auslos^Rechte .

3.4

3,425

3,35

3,4

Berliner Handelsgesellschaft . 8

86

86

8% Hess. Volksstaat von 1929 (rückzahlb. 102%)......

45,75

Commerz- und Prival.Bank . 7

Darmstädter und Nationalbank 8

16

18,25

16

18,5

_

Oberhcssen Provinz-Anlethe mit

Auelos.-Rechten . . .

_

Deutsche Bank und

TiSronto-Gesellschast. . 6

31

31

Deutsche Komm. Sammelabl.

Anleihe Serie 1.....

34,25

34,25

Dresdner Ban! ..... 6

Reichsbank.......12

18,25

126

18,5

124,75

125

8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse

15 unkündbar blS 1935

66,5

_

A.E.G............7

20

20

19,9

19,75

1% Franks. Hyp.-Bank Goldpse unkündbar bis 1936 Serie 16

66,25

_

Bergmann.........9

Eleklr. Lieserungsgesellschast. 10

17.75

18,4

64

62,5

4'/,% Franks. Hyp.-Bank Ltqu.. Pfandbriefe.........

76,25

-

Licht und Krasl......10

Felten & Guilleaume . . . . 6yt

Gesellschaft für Elektrische

Unternehmungen ... 9

69

68,4

>8,5

67,75

36.65

<y,% Rheinische Hyp.-Bank-Liau.

Goidpse. .......

8% Pr. Landespsandbricsanstalt.

Psandbriese R. 19......

75,25

53,25

53,75

53,65

53,5

68,5

68

Rheinische Elektrizität . . 9

Schuckert & (So......11

68

59

_

67

58,25

66

57,75

7% Pr. LandeSpsandbricsanstal«, Pfandbriefe R. io

Siemens L Halske.....14

Lahmeyer & (So.......12

117,75

78,25

116.5

117

77,75

117

77,75

4% Oesterrelchische Goldrenie

8,25

8,4

.

26,75

4,20% Oesterrelchische Silberrente

1,25

1,2

1,15

Deutsche Erdöl.......6

63,75

64,13

64,4

64

4% Ungarische Goldrente . . . .

5,13

5,2

5

Gelsenkirchener .......k

43,5

43,4

43

4% Ungarische Staatsrente v. 1910

5

.,75

5,75

Haroener . ........ 0

45

45,25

45

44.75

4¥i% beifll. von 1913

Hoeich Eilen.........k

26,4

26

5% abgest. Goldmexikaner von 99

5

File Bergbau.......IC

126

126

126,5

4% Türkische Zollanleihe von 1911

2,35

2,45

Klöctnermerle ........ 6

24

24,25

23,5

4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I .

_

2,5

Köln-Neuessen.......6%

Mannesmann-Röhren .... 6

40,75

40

40

39,65

4% desgl. Serie II......

2,35

-

2,45

2,45

ManSfelder Bergbau . . . . 0

14

-

13,75

b% Rumän. vereinh. Rente 6.190!

4

Oberschles. Kvkswerke ... 8

33,25

33

4y,%RumSn.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente

6,5

6,8

Phönix Bergbau . . . ty2

18,5

18,5

18,25

17,9

3,5

3,5

3,5

Rheinische Braunkohlen. . 10

166

165,5

165

2yt% l. Anatolier......

16,4

15,9

Rheinstahl.........6

41,5

41,5

41,5

u, ui u. DL

£cr

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. Ml.

Schluß« I lurd 1

l«Uhr. Kurs

Schluß-! Anfang» lur > Kurs

14. Juni

15 .Juni

Dalum

14 6

15.6.

14 6

156

Amtliche Jlolierung

Geld | Arie'

Amtliche Notierung

Geld | Brie

Helsingsor» . Wien.... Prag . . . Budapest . . Sofia . . . Holland . . Cfllo . . . . Kopenhagen. Stockholm . London. . . Buenos Aires Neuyork . . Brüssel. . . Italien. . . Paris . . Schweiz . Spanien . Danzig. . Japan . . Rio de Jan. Jugoslawien Lissabon .

7,143

51,95 12,465

3,057 170,63

76,82 84,42

79,12 15,46 0,948

4,209 58,70

21,59 16,58

82.21

34,67 82,47

1,319 0,325 6,993

14,09

7,157

52,05

12,485

3,063

170,97

76,98

84,58

79,28

15,50

0,952

4,217

58,82

21,63

16,62

82,37

34,73

82,63

1,321 0,327

7,007

14,11

Zanknoten

7,143

51,95 12,465

3,057 170,48

76,22 84,22

78,92 15,41 0,948

4,209 58,64

21,58

16,55 82,07 34,67

82,42 1,309 0,325

6,993 14,07

7,157

52,05

12,485

3,063

170,82

76,38

84,38

79,08

15,45

0,952

4,217

58,76

21,62

16,59

82,23

34,73

82,58

1,311

0,327

7,007

14,09

iHtebed Montan.....7,2

Bereinigte Stahlwerke .... 4

Olavi Minen......16'/.

Kaliwerke Aschersleben ... 10

Kaliwerke Westereaeln ... 10

Kaliwerke Salzdetfurth . . . 1b

I. G. Farben-InduStrle. . . 12

Verein, ckem. Industrie Frank-

16,9

85,5

92

148

93,5

133,5

16,25

33,5

25,5

32,5

38,5

4,5

33

32

24,4

12,25

32

53

189,5

15,5

48,25

il 1 1 I 1 1 S 1 1 1 SS Illi lÄl 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Illi CO CO

m________

16,75 10,65

83,4

91,5 149,75

93,25

16,5

33

25

32,75

4,5

48 33,25 32,5 24,25

78

12,25

31 22,13 54.25

6,5

187,75

15,5

; 98

16,5 10,65

82,5

146,75

93

32

32,5

50,25

33,25

33

24,4

17,75

77,5

30,5

21,25

54,4

183

_

Scheideanstalt.......10

Goldschmidt.........0

Rütgerswerke........6

Metallgesellschaft.......6

Philipp Holzmann......8

Zementwerk Heidelberg.... 7

Eemeniwerk Karlstadt.....7

Way» & Freytag ..... 0

Schultheis Patzenhofer ... 15

Aku (Allgemeine Kunstseide) C

Bemberg..... 0

Zellstoss Waldho,.....12

Zellstoff Aschaffenburg ... 6

Dessauer Gas ........9

Daimler Motoren.....0

Deutsche Linoleum ..... 5

Crenfteln & Koppel.....o

Leonhard Tietz.......8

SvenSka.........1b

Cbade............

Frankfurter Maschinen . . . 0

Grihner.........C

MainkraiNverke Höchst a. M.. . 6

Süddeutscher Zucker .... 10

___________25c_ Amerikanische Belgische Not Dänische Note Englische Not Französische 9 Holländische 9 Italienische N Norwegische 9 Deutsch-Oeste Rumänische 9 Schwedische 9 Schweizer No Spanische No Ungarische No

lln, 14. Juni

Geld

Bries

Noten.......

en ........

n.........

n . . *......

oten........

oten .......

oten . .......

oten........

rreich, i 100 Schilling oten........

oten........

len. ........ en. ........ ten........

4,20 58,54 84,23 15,42 16,54

170,26 21.59

76.65

2,495 78,94 82,03 34,53

4,22 58,78 84,57 15,48

16,60

170,94

21,67

76,95

2,515

79,26 82,35

34,67