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Obhut weih. — 51nb vergib mir! Du hast ml- schon soviel vergeben!"
Sie drückte das Gesicht gegen Lenores Brust und sank mit einem erlösenden Aufatmen in die Kissen zurück.
durch die Klassenlotterie!
Die Ziehung der ersten Klasse beginnt nächste Woche.
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„Ich will nicht sterben!" klagte Inegard Swen- sen, als sie fühlte, daß das neue Leben in ihr zum Licht drängte. „Ich will nicht, Lenore! — Rufen Sie meinen Mann! — Geben Sie mir meine Kleider! Ich will reisen!--Fort will
ich! Barfuß und im Hemd will ich mich durch die Welt betteln, wenn ich leben darf!"
„Sie werden leben, Inegard! — Seien Sie jetzt ganz ruhig! Sie schaden sich sonst! Es ist alles (gut! Glauben Sie mir doch, Inegard, es ist nicht die geringste Gefahr", tröstete das Mädchen.
„ Ach, Lenore, wenn ich nicht solche Angst hätte! Wenn man so restlos gut sein könnte wie Sie! Aber ich bin schlecht! Ich habe Ihnen geflucht! Ich habe Sie gehaßt! Ich habe Ihnen das Leben geneidet!--Alles habe ich getan!"
„ünb ich habe alles vergessen!" lächelte Lenore tapfer. „Wessen Schuld aber vergeben ist, die ist auch getilgt. Seien Sie jetzt tapfer, Frau Inegard. Die Freude, die Sie an Ihrem Kinde haben werden, wiegt alle Schmerzen der Welt auf. — In ein paar Stunden ist cs vorüber."
„Ich überlebe es nicht! Rufen Sie mir Doktor Wander! — Doktor Wander soll kommen!"
Lenore, nun selbst von Angst gewürgt, ließ ihn telephonisch nach der Villa bitten. Sie atmete
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10. Gründungsfeier
werden die Gemeindeglieder herzlich eingeladen.
Vormittags 8 Uhr: ?es t-Gottesdienst mit Wimpelweihe in der Johanneskirche.
Nachmittags 3 Uhr: Zusammenkunft auf der Liebigshöhe mit Ansprachen, Gesangsvorträgen und Reigentänzen.
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28. Fortsetzung. Rachdruck verboten!
Sie stand gelahmt vor Entsetzen und hielt im ersten Schrecken die Hand gegen die Schläfen gedrückt. Ein Blick auf den Boden, wo Wander vor ihr ausgestreckt lag, peitschte sie auf. Sie muhte über ihn hinwegschreiten, um nach dem Arzneischrank zu kommen, der in die Ecke eingemauert war. Reben ihm niedeickniend, rieb sie seine Schläfen mit belebendem Aether, war jetzt nur Aerztin und empfand doch eine dumpfe Scham, als sie sich zu ihm herabneigte, um nach dem Schlag seines Herzens zu lauschen.
Sie schüttelte etwas Kampfer auf die Handfläche und begann ihn damit zu massieren. Mit geschlossenen Augen versuchte er den Kopf zu heben und ließ ihn ohnmächtig wieder nach hinten fallen.
Ihre Hand hatte sich rasch daruntergeschoben, daß er nicht auf das Parkett prallte. Gr wollte die Finger bewegen und fühlte, daß sie förmlich gelähmt waren. Und doch wußte er mit aller Deutlichkeit alles und jedes, was gewesen war, und daß sie neben ihm kniete und ihm ihre Hilfe angedeihen ließ. Er versuchte Worte zu formen und muhte es unterlassen, da seine Zunge versagte.
Sie sah, wie er die Lippen bewegte und neigte sich weiter zu ihm herab. „Können Sie mich hören, Herr Kollege?"
Er machte eine tastende Geste mit der Linken und lag dann wieder reglos. Als er neuerdings versuchte, seinen Arm zu gebrauchen und den Kopf zu heben, stützte sie ihn und fühlte den Sch weih an sich herabrinnen, als er endlich so weit war, sich mit Hilfe eines von ihr herbeigerollten Stuhles emporzurichten.
Er fuhr sich mit dem Aermel über das wachsfarbene Gesicht und griff nach den Schläfen. „Den Riegel zurückschieben!" befahl er heiser.
Sie ging mit raschen Schritten nach der Tür und tat, was er gewünscht hatte. Seine Worte waren ihr zugleich eine ungeheure Beruhigung. Er vermochte wieder klar zu denken. „Ich werde Ihnen jetzt ein Glas Wein holen!" sagte sie ermunternd und reichte ihm die Brieftasche, welche ihm aus dem Rock geglitten war. „Gleichzeitig telephoniere ich um einen Wagen. Sie müssen sich jetzt unbedingt Ruhe gönnen."
Er nickte und sah ihr nach, wie sie zur Tür ging. Als sie zurückkam, sah er noch immer in der gleichen Stellung, die Füße weit nach vorne gestreckt und den Kopf gegen die Lehne gestützt.
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Die Klinik, in welcher Doktor Wander Chefarzt war, lag ganz an der äußersten Grenze der Großstadt. Rur ab und zu, wenn der Ostwind die Töne gewaltsam mit sich fortriß, hörte man das Getute der Autos, das Surren der Trambahnen, den gedämpften und doch die ganze Atmosphäre durchzitternden Hall, den das laute hastende Leben dort hervorrief.
lieber den Gängen und Sälen lag die brütende Schwüle eines Iuliabends. Die Baume des Gartens, der sich um das Gebäude zog, lechzten nach dem Labsal des Regens, der schon seit Wochen nimmer über ihr verstaubtes Blattwerk gefallen war.
Die kleinen fiebernden Körperchen, die sich in den weißen Betten unter der Hitze des Blutes und jener, welche die Atmosphäre schuf, unruhig hin und her wälzten, lagen in Schweiß gebotet. Die Schwestern mit weißen Flügelhauben schritten zwischen den Reihen der Lager, ein gütiger Mund tröstete, beruhigend strichen die Pflegerinnen über die ängstlichen, leidenden "Gesichter.
Doktor Wander lüftete den Kragen seines blendend sauberen Kittels und sprach mit einer der Schwestern, die ihn um Verhaltungsmaßregeln für einen schwerkranken Patienten gebeten hatte.
„Ich bin ohnedies in Bereitschaft", sagte ec freundlich. „Rufen Sie mich, wenn Sie mich brauchen sollten."
Sie sah ihm nach, wie er bald zu diesem, bald zu jenem ans Dettchen trat und überall ein ermunterndes Lächeln hervorzauberte. Schade, daß er unverheiratet war. Er würde sicher auch den eigenen Kindern ein guter Vater sein.
2lls die Schwester durch eine Seitentüre auf den dämmrigen Gang trat, bemerkte sie eine Frau, die schüchtern ängstlich den rechten Weg durch das große Haus zu suchen schien. Besucher gab es ja so viele in diesem Keinen Reich der Schmerzen. Solche, die mit verzweifeltem Weinen ein Liebes hinausbegleiteten, das keines Menschen Kunst mehr zu retten vermocht hatte und andere, die in den Wartezimmern mit starren, hilfesuchenden Augen auf das entscheidende Wort harrten, welches ihnen Leben oder Tod des geliebten Kindes zu wissen tat.
Tausende waren schon ein- und ausgegangen. Die auffallend schüchterne und gedrückte Frau würde wohl ein Enkelkind oder sonst ein Liebes, das ihr nahestand, in diesen Räumen untergebracht wissen. Mit einem freundlichen „Guten Abend" fragte die Schwester? nach ihrem Begehren.
(Fortsetzung folgt.)
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Sie stellte den Wein auf den Tisch neben ihn und wartete, bis er ihn bis zum letzten Tropfen getrunken hatte.
„Ich getraue mir nicht, Ihnen ein zweites Glas zu holen!" bemerkte sie schwankend. „Ich fürchte, es könnte Ihnen nicht gut tun. — Kann ich Ihnen sonst noch irgendwie dienstbar sein?"
„Danke, nein!“ wehrte er mit einer matten Handtewegung. „Ich — — bitte Sie um Entschuldigung — — wegen des Vorgefallenen. Die Genugtuung, die ich Ihnen--dafür schulde,
bekommen Sie, wenn ich wieder soweit hergestellt bin. — Ich bitte Sie, sich noch einige Tage gedulden zu wollen."
„Ich betrachte das Ganze als nicht gewesen!“ suchte sie ihn zu beruhigen.
Wieder dieselbe müde Handtewegung von vorher. „Seien Sie für alles bedankt, Margret — — Fräulein Recklinhausen. Urteilen Sie nicht zu hart über mich. — Ich konnte — ich wußte —“ Er schüttelte den Kopf und der Blick, mit dem er nach ter Tür sah, war eine Ditte an sie, ihn jetzt allein zu lassen.
Warum bin ich nicht wie Suse, dachte sie, als sie draußen stand und die Klinke geräuschlos hinter ihr einschnappte. Sie hätte gar nichts weiter zu tun brauchen, als die Arme um seinen Hals zu legen und das Gesicht an seiner Brust zu bergen. Aber ihr Herz war wie ein Stahlpanzer und wollte sich nicht preisgeten — — um alles Gold der Erde nicht---auch nicht
dem Manne ihrer Liebe.
auf, als bald darauf fein Hupensignal heraufklang und er kurz nachher in das Zimmer trat. Sie erschrak vor seinem gelten Gesicht, als er sich über ihre Hand neigte. — Was war mit ihm? — Swensen kam und fragte, ob er bleiben solle und bekam ein knappes Ja. „Du brauchst nicht in Sorge zu Jein“, ermutigte ihn Wander, als er dessen verstörten Blick gewahrte. „Es ist keine Gefahr."
„Wenn ich geahnt hätte, daß du noch so sehr unpäßlich bist, würde ich dich um keinen Preis herbemüht haben!" bedauerte der Künstler. „Aber meine Frau will von keinem anderen Arzte etwas wissen. Sie setzt alles Vertrauen auf dich! Und sieht zu dir auf wie zu einem Gott, in dessen Hänte ihr Schicksal gelegt ist.“
Er vermochte sich den Ausdruck in Wanders Gesicht nicht zu deuten. Jedenfalls wirkte sich die Verwundung nachhaltiger bei ihm aus, als er vermutet hatte. —
Zwei Stunden später hielt Swensen seinen Sohn in den Armen.
Inegard lag mit halbgeschlossenen Augen und streckte in übergroßer Müdigkeit die Hand nach Gatten und Kind aus. Lenore nahm es Swensen aus den Armen und legte ihr den Knaben an die Seite.
„Run werten Sie schlafen", befahl sie lächelnd. „Um den Kleinen müssen Sie sich nicht sorgen. Ich nehme ihn zu mir hinüber, damit er Sie nicht stört. Ab und zu werte ich nach Ihnen sehen, damit Sie wissen, daß Sie nicht allein sind. —• Gute Rächt!"
Inegards weiße Finger hielten sie mit mattem Griffe fest. „Was sorgen Sie sich noch, Frau Inegard?“ fragte sie und neigte sich gütig zu ihr herab.
Die Lippen ter Diva murmelten und preßten sich dann auseinander, um das zurückzudrängen, was sie nicht zu sagen wagte.
„Haben Sie Vertrauen zu mir!“ Lenore strich mitleidig ihre Wangen herab. „Soll ich Ihren Mann noch einmal hereinrufen?“
Die Künstlerin schüttelte den Kopf und richtete sich am Arm des Mädchens auf. „Sie werden ihn nicht töten, Lenore?"
„Ihren Mann?" fragte diese bestürzt.
„Meinen Knaben!“ zitterte es zu ihr empor.
Lenore wollte ihre Hand losreißen, fühlte unendliches Erbarmen mit der armen Frau, die so hilflos und von Schmerzen durchschüttelt auf sie angewiesen war und legte ihre Wange gegen die ter jungen Mutter. „Wissen Sie denn nicht, daß ich Sie liebe, Inegard? Und ihr Kindchen nicht weniger. Ich werte die Wiege neben Ihr Bett stellen, dann können Sie den Jungen gleich s?hen, wenn Sie die Augen auf tun. — 3a ?s
„Rein! — Rimm ihn zu dir, Lenore! — Ich schlafe dann ruhiger, wenn ich ihn in deiner
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