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Was sagt die presse zu dem Verbot?

Italien bringt neue Vorschläge vor die Abrüstungskonferenz.

Eine große ZRefre Gran-iS in Genf.

tot nicht beizukommen war. Die SniHaftoe lag s bte Lohnkürzun nicht etwa bei dem angeblichroten" Preußen, ~ ?

sondern be i Da y e r n, wo die Bayerische Volks- Partei mit den Deutschnationalen zusammenre­giert, be ^Württemberg, wo ebenfalls die Deutschnationalen in einer bürgerlichen Regie­rung sitzen und bei Baden. Die Vorgeschichte des Verbotes beweist also gerade das Gegenteil eines Druckes von links.

Das Ziel -er Arbeitsbeschaffung

Minister Giegerwald auf -em Krisenkongreß -es AOGB.

gesiedelt werden. An der Spitze dessen, was die Reichsregierung für die Arbeitsbeschaffung beabsich­tigt, steht die verstärkte Förderung der ländlichen Siedlung und die Fortsetzung der städtischen Vorraumsiedlung. An dritter Stelle stehen die Reparaturen für Altwohnungen. Für die Finanzierung dieser Aufgaben sind bereits Wege gefunden, die keinerlei Gefahr für die Wäh. rung darstellen. Auch auf dem Gebiete des Straßen­baues, der Meliorationen, des Wasserbaues und des Wasferregulierungswesens werden noch Finanzie- rungsmäglichkeiten beraten.

Die bisherige abwartende Haltung der Regier rung gegenüber der Frage Der Arbeits- st r e ck u n g wird im Laufe des Jahres 1932 nicht beibshalten werden können. Wird zwischen den Spitzenorganisationen der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer eine Einigung nicht erzielt, so wird nichts anderes übrig bleiben, als eine Verkür­zung der Arbeitszeit auf dem Wege der Notverordnung. Eine allgemeine Senkung der Löhne, wie man sie in brei­ten Arbeitnehmerkreisen befürchtet, kommt nicht in Frage. Allerdings sind in einzelnen Gewerben und in einzelnen Gegenden noch An­gleichungen notwendig. (Hört! Hört! und große Llnruhe.) Aber daraus, daß diese An­gleichung herbeigeführt werden soll, darf nicht geschlußfolgert werden, daß diese An­gleichung als daS allgemeine Signal für Lohnsenkungen anzusehen sei.

Berlin, 13 April. (WTB.) Der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund veranstaltete im Reichs­tag einen allgemeinen Kongreß zur Behandlung der Arbeitsbeschaffungsfrage. Der Bundesvorfitzende L e i p a r t erklärte, daß die Oeffentlichkeit allmählich gegenüber der ungeheuerlichen Tatsache eines Ar­beitslosenheeres von sechs Millionen abgestumpft sei. Auch die verantwortlichen Stellen verhielten sich dieser Frage gegenüber allzu passiv. Um so nach­drücklicher mußten die Gewerkschaften den Ruf noch Arbeit für d i e Arbeitslosen er­heben. Der Bundesausschuß sei in seinen Beratungen zu dem Schluß gekommen, daß der Finanzie­rung der Arbeitsbeschaffung keine unüber­windbaren Hindernisse entgegenständen, wenn Reich, Länder und Gemeinden, Reichsbahn, Reichspost, Reichsbank und die übrigen verantwort­lichen Körperschaften an der großen Aufgabe zu­sammenwirken.

Bei ollem Verständnis für die außenpolitischen Argumente der Reichsregierung hätten die Ge­werkschaften die rücksichtslose Deflations- Politik der Regierung entschieden bekämpft. Der rigorose Abbau der sozialen Leistungen und der 2lbbau der Löhne müßten unweigerlich zu einer Vereledung der breiten Volksmassen füh- ren. Nichts sei trotz wiederholter dringender Mahnungen geschehen, um durch systematische gesetzliche Verkürzung der Arbeitszeit die Arbeitslosigkeit zu verringern. Obwohl die zwangsweise Senkung der Preise mit der Sen­kung der Löhne nicht Schritt gehalten habe, hätten die Arbeitgeber zum 30. April fast alle Tarifverträge gekündigt, um weitere Lohn­kürzungen durchzuführen. Der Kongreß er­hebe entschieden Protest gegen diese widersinnige Politik, die zur völligen Vernichtung der deut­schen Wirtschaft führen müsse. (Bestall.) Man habe gesagt, eine Arbeitsbeschaffung großen Stils sei mit Rücksicht auf die außenpoli­tischen Interessen und namentlich auf Frankreich unmöglich.

Die Gewerkschaften stellen daher vor aller wett die Frage, ob es der Sicherheit Frankreichs und der Befriedung Europas dient, wenn infolge der steigenden Arbeitslosigkeit und der wirt­schaftlichen Verelendung immer weitere kreise der Bevölkerung dem poli­tischen Radikalismus verfallen, kann Frankreich im Ernst Folgerungen für seine weder wirtschaftlich noch moralisch gerechtfertig­ten Reparationsansprüche ziehen, wenn Deutsch­land die letzten noch vorhandenen Finanzreserven für die Beschaffung von Arbeit aufwendet? keiuerlel Übertriebene Rücksicht auf auhenpoll-

schwedische Regierung davon überzeugt, daß daS Verbot der SA. und SS. die politisch Erregung der Volksmassen nur zu steigern, nicht aber herabzusetzen in der Lage ist. Im Interesse der Aufrechterhaltung der Sicherheit und Ordnung fühlt sie sich verpflichtet, die Reichsregierung auf das Dringlichste davor zu warnen, durch eine gewaltsame Lockerung und Auflösung der nationalsozialistischen Verbände der Verschärfung des politischen Kampfes Vorschub zu leisten. Eine Entspan­nung der politischen Gegensätze kann die braun­schweigische Regierung nicht von derartigen Zwangsmaßnahmen gegen die Rationale Oppo- fition erwarten, sondern einzig und allein von einer vom Reich zielbewußt und kraftvoll durch­geführten Politik der sozialen Schickfalsgemein- schaft der wirtschaftlichen Gesundung und der nationalen Befreiung."

lkürzung an. Diese Annahme kst nur zum Teil richtig. Woraus wäre sonst die Wirtschaftsschrumpfung in den USA., in Eng- lanb und in anderen Ländern zu erklären, tte denen man eine andere Lohnpolitik ge­trieben hat. Amerika und England haben die gleichen Schwierigkeiten bei der Balancierung der Etats der öffentlichen Hand wie Deutschland.

Bei uns bestehen rb. 85 v. H. der öffentlichen Aus- gaben aus Perfonalausgaben und aus Tilgung und Verzinsung der Schulden der öffentlichen Hand. Ich glaube nicht, daß ohne Gehaltskürzungen die öffent» lichen Haushalte hätten in Ordnung gehalten werden können. An Gehältern, Pensionen, Arbeiterlöhnen sind in den letzten zwei Jahren bei der öffentlichen Hand etwa 2,5 Milliarden Reichsmark Kürzungen erfolgt. Die Etats der öffentlichen Hand müssen aber aus­geglichen sein, weil sonst die Währung nicht zu halten ist. Mit dem Preis der Inflation darf die Arbeits- beschaffung der öffentlichen Hand keinesfalls erkauft werden. Wenn der Schrumpfungsprozeß der deut- fchen Wirtschaft in der nächsten Zeit wenigstens zum Stillstand gebracht werden soll dann muß zusätz- lidje Arbeit geschaffen werden. Zusätzliche Arbeit mit normalen Löhnen kostet naturgemäß viel Geld. Man wird produktive zusätzliche Arbeit schaffen müssen, und man wird daneben, um mehr Arbeits­lose von der Straße wegzubringen, gegenüber den Arbeiten, die der Geldschwierigkeiten wegen sonst noch jahrelang nicht ausgeführt würden, auch den freiwilligen Arbeitsdienst erweitern müssen. Wir werden wieder zu einer dezentralisierten Siedelungweise des deutschen Volkes kommen müssen. Außerdem stehen wir vor einer total veränderten Bevölkerungsstruktur. Wir werden ein alterndes Volk. Wir haben heute schon über drei Mil­lionen Jnvalidenrentner, viele Hunderttausende andere Sozial, und Kleinrentner, Kleinpensionäre usw. Dieser Kreis, der bei einem alternden Volk ständig wächst, muß meines Erachtens verstärkt auf dem Lande ober in dem Vorraum ber Stäbte an=

föfung der nationalsozialistischen Organisationen ist im Hinblick auf die Aufrechterhaltung der Sicherheit und Ordnung unzweckmäßig. Da sich diese Maßnahme nicht auch gleich- zeitig gegen die militärifcheOrgani- sation der Eisernen Front richtet, muß sie als ungerecht empfunden werden. Sie be­deutet den Beginn einer politischen Entwicklung, die für Reich. Staat und Volk verhängnisvoll werden kann und muh.

Leidenschaftlichkeit und Heftigkeit der politi­schen Auscinanderschungen erklären sich aus der außerordentlichen Rot. die in allen Volksschichten herrscht und diese mehr und mehr an dem seit 1918 gesteuerten politischen Kurse verzweifeln läßt. Politische Verzweiflung des Volkes muh um so undiszipliniert 'r und hemmungsloser zum Ausdruck kommen, je weniger straff die nationale Opposition organisiert ist. Daher ist die braun-

DieVossische Zeitung" (demokr.) schreibt u. a.: Die Sorge, dah die SA-Männer jetzt in die Illegalität getrieben werden könnten, ist tendenziös übertrieben: diese Illegalität wäre jedenfalls weniger gefährlich als jener Zustand der Scheinlegalität, der es den SA.-Organifatio- nen ermöglichte, in aller Ruhe Mobilmachungs­vorbereitungen gegen dsn Staat zu treffen. Ein­mal wirklich aufgelöst, wird die nationalsoziali­stische Kampforganisation das Schicksal des Roten Frontkämpferbundes teilen, der nur noch in kom­munistischen Blättern gespenstert. Der Besen, der die SA-Heime reinfegt, wird auch in den. Behörden auskehren müssen.

DerVorwärts" (Sozialdem.) schreibtu.a.: Die Dinge, auf die sich die Verordnung bezieht, sind nicht erst seit heute und gestern bekannt. Die Errichtung und Durchorganisierung der Privat­armee Hitlers hat langer Jahre bedurft. Immer wieder ist auf die Gefahr für das Leben des Staa­tes hingewiesen worden, die sich aus dieser organi­satorischen Rachaffung der Wehrmacht ergeben mußte. Leider sind die Kreise der Reichsregierung, deren Eingreifen schon wegen der Einheitlichkeit der Durchführung der Aktion nötig war, erst so spät zur Erkenntnis der Rotwendigkeiten gekom­men, daß es fast schon $u spät erscheinen mochte. Staatliche Verbote und ihre Durchführung können immer nur das letzte Mittel sein. Aber sie sind notwendig, wenn das Gefüge des Staates selbst bedroht ist.

Tanks, Bombenflugzeuge, Linienschiffe, Ll-Doote, Flugzeugmutterschiffe sowie der chemischen und bakteriologischen Waffen vor.

Grandi wies energisch die französische Auf­fassung zurück, daß ein Staat nach Bruch des Kelloggpaktes ohne weiteres auch ein internatio­nales Abrüstungsabkommen brechen würde. Wenn die Abrüstungskonferenz von der Hypothese des bösen Willens ausgehe, so breche damit das ge­samte Gebäude der Sicherheit, des Friedens and des Vertrauens zusammen, auf dem nicht nur die internationale Zusammenarbeit, sondern auch die Gemeinschaft der Völker beruhe.

Das Ziel der Abrüstungskonferenz müsse nicht nur eine Begrenzung, sondern eine wesentliche Herabsetzung der Rüstungen auf ein Mindestmaß sein. Die Abschaffung der Waffen würden die folgenden beachtenswerten Auswirkungen haben:

1. Die Sicherheit und Verteidigungsfähigkeit der Staaten würde gestärkt werden.

2. Der Angriff würde weit schwieriger und gefahrvoller werden.

3. Die Wirksamkeit des Kelloggpaktes und des Völkerbundspaktcs wurden gestärkt werden.

4. Eine wahrhafte Herabsetzung der Rüstungen auf ein Mindestmaß würde ermöglicht.

Die Rede Grandis wurde von der überwiegen­den Mehrheit der Konferenz mit stürmischem, langanhaltenden Beifall ausgenommen.

die Reichsregierung gleichzeitig auch Or­ganisationen ähnlicher Ratur in anderen po­litischen Lagern verboten hätte.

Oie Linke.

DasBerliner Tageblatt" meint u. a.: Das Verbot der SA. und der anderen Formatio­nen der Hitlerschen Privatarmee ist ein Akt staat­licher Rotwehr. Es wäre besser gewesen, wenn man schon früher den Mut zu dem Entschluß ge­funden hätte, dem Spuk der SA. von Reichs we­gen ein Ende zu machen, seitdem sich herausgestellt hatte, daß mit den normalen Mitteln der Polizei und der Justiz ihrer Ausbreitung und ihrem Ter-

Auf der Rechten.

Berlin, 13. April. (TU.) Zum Verbot der SA- und SS.-Formationen der RSDAP. schreibt der HugenbergscheT a g unter der Lieberschrift: Suum cuique u.a.:Dis in die letzte Stunde haben rechtsparteiliche und mittelparteiliche Zei­tungen, die parteienmähig mit der RSDAP. nicht das geringste zu tun haben, die Reichsregierung aus staatspolitischen Gründen und aus Gründen der persönlichen Zuneigung zu dem greisen Gene­ralfeldmarschall v.Hindenburg eindringlich vor dem Verbot gewarnt. Es muß fest- geftetlt werden, daß die Zahl der ermordeten SA.» und SS.-Männer in die Hunderte geht und daß bisher die Staatsautorität nicht in der Lage war, insbesondere die Untaten aus der Eisernen Front und aus dem Reichsbanner zu verhindern. Staatspolitisch ist es äußerst bedenklich, jetzt die 400 000 Menschen der SA- und SS.-Or­ganisationen, die zu einem Teil aus Ar­beitslosen bestanden, welche in den Quar­tieren ihrer Organisation Unterkunft und Ver­pflegung fanden, der Verantwortung ihrer Führer zu entziehen. Staatspoli­tisch scheint uns auch in außenpolitischer Hinsicht die Derbotsbegründung ber Reichs­regierung gefährlich zu fein. Diele Sätze der Ver- botsbegründung gegen die SA- und SS.-Ab- teilungen würden haarscharf auf ein Verbot des Reichsbanners passen. Das Reichs­banner hat man nicht verboten. Der General- feldmarschall v. Hindenburg trägt heute noch bei festlichen Anlässen den Stern des schwarzen Ad» lerordens, ber mit seinen Worten:Suum cuique den preußischen Staatsgeist, den wahren autori­tären souverän überallenParteien stehen­den «Äaatsgeist schlechthin verkörpert."

DieDeutsche Zeitung" (Deutschnatl.) be­tont u. a.: Ob die politischen Folgen des Ver­bots von den verantwortlichen Stellen richtig ein» geschätzt: worden sind, darf stark bezweifelt werden. Es braucht kaum besonders betont zu werden, was es heißt, wenn Hunderttausende von Leuten, die bisher wirtschaftlich not­dürftig gesichert waren, und außerdem in einer mustergültigen Disziplin zu­sammengehalten wurden^ plötzlich außer­halb dieser Sicherungen gestellt werden. Darüber sollten sich die Llrheber des Verbots klar fein: Für die bevorstehenden Wahlen haben sie den Gegnern des Systems einen un­schätzbaren Dienst erwiesen.

DieB 5 r s e n z e i t u n g" (konserv.) stellt u. a. fest: Auf Vorschlag des Reichsinnenministers ist in einer Zeit höchster politischer Rervosität das Verbot der SA. und ber SS. erfolgt zu einem Termin, ber kurz nach der Reichspräsi­dentenwahl die Motive in einem besonders merk­würdigen Licht erscheinen läßt: das Verbot ist erfolgt in einer Form, die nicht im entferntesten zur Beruhigung des deutschen Volkes beiträgt. Wir fürchten, dah alle die Llnterorgani- sationen, die jetzt nicht mehr in ber Hand der obersten Führung sind, in einen Zustand stärkster Erregung ge­raten, der keineswegs ber öffentlichen Ruhe dient. Wir stellen beshalb fest, bah ber Reichs- Innenminister so schlecht, wie möglich beraten war, als er vor bem Drängen linksorientierter Länberregierungen die Waffen streckte.

Unter ber UeberschriftDer Staat steht links" sagt dieD A Z.": Während behauptet wirb, baß die Auslösung auch aus außenpolitischen Grünben er­folgt fei, und zwar deshalb, weil ber Reichskanzler den Hinweis auf biefe Auflösung bei ber Abrüstungs­konferenz nützlich verwerten könne, ist in Wirklichkeit hier eine Organisation ber Entente benun- ziert worben. Wenn bie Reichsregierung offen diese Organisation als eine private Armee bezeichnet, so wirb jebenfalls dieses Stichwort in Frankreich begierig aufgegriffen unb bem Reichs­kanzler von Herrn Tarbieu oft vorge­halten werben. Die innerpolitische Begrünbung bedarf keiner weiteren Beleuchtung mehr. Das jetzt einseitig bie Parteitruppe Hitlers verboten wirb, wirb sicher von weitesten Kreisen eben nicht als eine Maßregel ber Staatspolitik aufgefaßt werben, fon« bem als eine Maßregel bes Wahl- kampfes gegen bie NSDAP. Es ist anzunehmen, baß bie Erregung ungeheuer fein wirb, unb baß, wie schon früher in einzelnen SA.-Gruppen Zwei- fei an ber Richtigkeit bes Legalitäts­kurses, ben Abolf Hitler eingeschlagen hat, laut werben. Es ist schmerzlich, baß sich auch Reichswehr- Minister Dr. Groener unb Reichskanzler Dr. Brüning ben sozialbemokratischen Wünschen gefügt haben.

Oos Zentrum.

DieGermania" schreibt u. a.:Wenn jetzt btc Auflösung dieser in ihrem Dasein und in ihren Zielen illegalen Truppe der RSDAP. durch einen besonderen Staatsakt verfügt ist, dann sind die Motive zu diesem Vorgehen für eine ihrer Verantwortung bewußte Regierung von so zwin­gender Ratur, daß niemand den Versuch machen sollte, sie zu mißdeuten. Dor diesem Versuch soll­ten sich vor allem diejenigen Kreise der Rechten hüten, bie sonst in allen Fragen der staatlichen Autorität nicht nur ein sehr scharfes LIrteil, sondern auch eine ehrliche Empfindlichkeit gezeigt haben. DieDayerischeDolkspartei- korrespondenz" bezeichnet daS Verbot als ein dringendes Gebot staatlicher Selbsterhaltung DaS Verbot stelle nur die vorletzte Rechtsgrund- läge wieder her, auf der sich die politischen Kampfe in der Demokratie abzuspielen hätten Die Korrespondenz hätte eS lieber gesehen, wenn

tische Interessen darf daher die Reichsregierung veranlassen, die unmittelbare Inangriffnahme der großen Aufgabe der Arbeitsbeschaffung hinauszuschieben.

Das Hauptreferat über die Rotwendigkeit der Arbeitsbeschaffung hielt dann der stellvertretende Vorsitzende Wilhelm Eggert, der das vom Bundesausschuh vorgeschlagene Arbeitsbeschaf­fungsprogramm begründete. Die Arbeiterklasse müsse den Umbau der kapitalistischen Wirtschaft in eine Planmäßige Bedarfsdeckungs- Wirtschaft erzwingen. Etwa eine Million Ar­beitskräfte solle auf die Dauer eines Jahres bei diesen Arbeiten zusätzlich beschäftigt wer­den, wofür ein Gesamtkostenaufwand von rund 2 Milliarden Mark erforderlich wäre. Die Fi­nanzierung der Arbeitsbeschaffung erfordere das Aufgebot aller Kräfte. Die öffentlichen Haus­halte, Steuermittel, Ersparnisse der Reichsver­sicherungsanstalt und endlich eine volkstümliche Arbeitsbeschaffungsanleihe müßten hierzu herangezogen werden.

Reichsarbeitsminister Dr. h. c. Stegerwald führte dann etwa folgendes aus? Wie Deutsch­lands Gesamtlage sich im Jahre 1932 entwickeln tolrb, ist im Augenblick noch schwerer übersehbar als in den beiden vorangegangenen Jahren, Zweierlei dürfte allerdings schon jetzt als ziem­lich sicher anzusehen sein: Einmal, daß die deutsche Ausfuhr im Jahre 1932 mit vergrößerten Schwierigkeiten zu kämpfen haben dürfte, daß also die Arbeitslosig- feit, von der Ausfuhrseite her gesehen, eher zunehmen als abnehmen wird, weiterhin, dah der Rückgang der Arbeitslosigkeit in den Frühjahrs- und Sommermonaten des Jahres 1932 ein geringerer sein dürfte, als in den vorauf- gegangcnen Jahren, was mit den Kreditschwierig­keiten und dem daraus folgenden großen Be­triebssterben zusammenhängt. Daneben gibt es gegenwärtig noch drei große Unsicher­heitsfaktoren, erstens wie die Re para- tionskonferenz enden wird, zweitens wann infolgedessen der Wendepunkt der Welt­wirtschaftskrise zu erwarten ist, ob in der zweiten Hälfte des Jahres 1932, wie man in England und Amerika weithin annimmt, oder aber erst im Laufe des Jahres 1933. Der dritte Unsicherheitsfaktor ist die Frage, wann eine größere innerpolitische Beruhigung zu erreichen sein wird.

Ueber die Ursachen der Wirtschaftsschrumpfung im Inneren besteht zwischen dem Kongreß und mir keine volle Meinungsübereinstimmung. Sie sehen vielfach als Hauptursache der Schrumpfung

Genf, 13. April. (TU.) Der italienische Außen­minister Grandi setzte sich heute in einer mit Spannung erwarteten großen Rede im Haupt­ausschuß der 2lbrüstungskonferenz zu einer Sicher­heitskonferenz mit dem Versuch Tardieus ausein­ander, die Abrüstungskonferenz zu einer Sicher­heitskonferenz umzugestalten. Grandi stellte zu­nächst fest, daß er sich die amerikanischen Ideen und Vorschläge vollständig zu eigen mache. Die italienische Regierung gehe von dem Standpunkt aus, daß die Abschaffung der Hauptwaffen der Armeen, Flotten und Militärflugzeuge einen An­griff in Zukunft außerordentlich schwierig und ge­wagt machen würde. Der Weltkrieg habe gezeigt, daß ein Angriff ohne große Angriffswaffen so gut wie ausgeschlossen sei. Gestützt auf diese Tat­sache seien in den Friedensverträgen sämtliche Waffen, die einen Angriffscharakter trügen, abgeschafft worden. Wenn man einem Staat die militärischen Angriffswaffen nehmen würde, so würde sich selbst die Ueberlegenheit eines Rachbarstaates impotentiel dc guerre nicht auswirken können. Der große Vorteil einer Abschaffung der Hauptwaffe bestehe nicht nur in der radikalen Vernichtung der Angriffs­fähigkeit, sondern in der Möglichkeit des Aus­baues der Verteidigungsmittel. Die italienische Regierung schlage der Konferenz die vollständige Abschaffung der schweren Artillerie,

Oer jRou6ü6crfafl in Zraukfuri.

WSR. Frankfurt a. M.. 13. April. Zu dem Raubüberfall auf einen 74- jährigen Kassierer, über den wir gestern berichtet haben, erfahren wir folgende Einzel­heiten: Der Ueberfallene ist der 74jährige Kas­sierer und Buveaudiener Vinzenz S o v a, der seit mehr als 40 Jahren bei einer Brauerei tätig ist. Allem Anschein nach müssen die Täter mit den Gepflogenheiten des alten Mannes ver­traut gewesen sein und haben ihm im Hausflur aufgelauert. Den Tätern fielen etwa 1 8 00 M k. i n Scheinen in die Hände. Die Polizei besitzt eine ziemlich genaue Beschreibung der Räuber. Es handelt sich um junge Leute, etwa 27 Jahre alt, 1,70 bis 1,75 Meter groß, bartlos: sie trugen dicke dunkle Wintermäntel. Der eine hatte einen hellgrauen Filzhut auf. Die geraubte Tasche ist ziemlich abgegriffen. Die Verletzungen des Kas­sierers sind nicht erheblich. Sova konnte sich zur Behandlung in seine Wohnung begeben.

Zusammenschluß der Gaswerke Mainz un- Wiesbaden.

WSR. M a'i n z, 13. April In einer gemein­schaftlichen Sitzung des städtischen Finanzaus­schusses und des Ausschusses für das Gas» und Elektrizitätswerk, die gestern stattfand, wurde den Verträgen über den Zusammenschluß der Gaswerke Mainz und Wiesbaden endgültig z u g e st i m m t. Cs ist nun in dieser Frage volle Ueberetnftimmung zwischen den städtischen Körperschaften von Mainz und Wiesbaden herbeigeführt.

Wettervoraussage.

Ueber Zentralcuropa ist der Luftdruck weiter an- leftiegen, so daß wir im Hochdruckbereich liegen. Während der anfangs klaren Nacht setzte Ausstrah­lung ein, die das Minimum auch im Flachlande oiel- ach unter 0 Grad brachte. Ueber Westdeutschland greifen bereits die Ausläufer der Jslandftörung vor. Ihr Einfluß wird sich zwar auch bis in unser Gebiet ausdehnen, jedoch dürfte er durch den hohen Druck keine stärkere Wetterverschlechterung Hervor­rufen. Wohl kommt es zu vereinzelten Niederschlägen, aber nicht zu dem unfreundlichen und regnerischen Wetter der letzten Tage.

Aussichten für Freitag: Neblig-bewölkt mit Aufheiterung, bei Aufklaren nächtliche Abküh­lung bis unter den Gefrierpunkt, tagsüber milder, vereinzelt etwas Niederschlag.

Aussichten für Samstag: Teils bewölkt, teils aufheiternd, noch Neigung zu vereinzelten Nie­derschlägen.

Lufttemperaturen am 13. April: mittags 6,4 Grad Celsius, abends 1,1 Grad: am 14. April: morgens 0,1 Grad. Maximum 6,4 Grad, Minimum1,7 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 13. April: abends 7,4 Grad; am 14. April: morgens 3,8 Grad Celsius. Niederschläge 0,4 mm. Son­nenscheindauer 5% Stunden.

Sprechstunden der Redaktion.

11 .30 bis 12.30 Uhr, 16 bls 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen.

Für unverlangt eingesandte Manuskripte ohne belgefügtes Rückporto wird keine Gewahr übernommen.

Jlnjeigenaufträge sind lediglich an die Geschäftsstelle jn richtar.