Einzelbild herunterladen

Ser Wahltag in der Reichshanptstadt.

Bei außerordentlich starker Beteiligung ruhiger Verlauf.

'Berlin, 13. März. (WTB.) Obwohl der Samstagabend noch eine große Versammlungsflut sämtlicher Parteien Berlins als letzte Vorberei­tung für den heutigen Wahlsonntag brachte, sind die Dacht und der Wahltag selber v o ( l! o m *

M

Reichskanzler Dr. Brüning verläßt nach der Stimmabgabe das Wahllokal, men ruhig verlaufen. Schon in den ersten Vormittagsstunden herrschte besonders in den westlichen Vierteln sowie in den ausgesprochenen Arbeiterbezirken starker Andrang zu den Wahllokalen. Das Wetter war trübe. Abgesehen von kleineren Schnecschauern blieb cs jedoch trocken. Don einer größeren Wa hlpropa- ganda war am Sonntag in Berlin im Gegen­satz zum Vortage der Wahl, an dem sich eine

wahre Papierflut über die Hauptstraßen ergoß, kaum noch etwas zu bemerken. Lediglich einige Flugzeuge kreisten über dem Häusermecr, um für Hindenburg bzw. für Hitler zu werben. Im Gegensatz zu früheren Wahlen hatte die Schutzpolizei, die sich in erhöhter Alarm­bereitschaft befand, verhältnismäßig wenig An­laß zum Einschreiten. Größere Polizei- aufgebote machten sich in den Straßen kaum bemerkbar. Ab und zu durchfuhren lediglich Polizeischnellwagcn sowie Radfahrerpatrouillen die Bezirke, in denen sich bei früheren Gelegen­heiten häufig Zusammenstöße ereigneten. Zahl­reiche Häuser trugen F l a g g e n s ch ni u ck. Man sah viele schwarzweißrote sowie nationalsoziali­stische und besonders im Borden und Osten der Stadt kommunistische Fahnen. In der Mittagsstunde ließ der Andrang der Wähler zu den Wahllokalen wie üblich nach, setzte jedoch schon am frühen Vachmittag wieder sehr lebhaft ein. Zu dieser Zeit traten auch bereits die sog. Wah»lschlepper in Erscheinung. Eie gingen von Haus zu Haus und ermahnten die Bewohner zur Wahlurne zu gehen. Damit verbunden wurde meist noch eine letzte mündliche Propa­ganda. Wie stark die Anteilnahme der Be- völkerung an der Aeichspräsidentenwahl war, geht u. a. auch daraus hervor, daß schon am Vor­mittag viele alte und gebrechliche Leute aum Teil in Begleitung ihrer Pfleger die Wahllokale auf» suchten.

Das Hauptinteresse der Berliner bildeten wie immer das Vegierungsviertcl und die Wahllokale, in denen die Minister ihrer Wahl­pflicht genügten. Bereit- kurz noch 9 Uhr er­schienen im Cafe Vudloff m der Kanonierstraße Reichskanzler Brüning, Veich-ernäh- rungsminister Schiele, Staatssekretär M e i ß * n e r und der preußische Iustizminister Schmidt. Zahlreiches Publikum sowie Filmopcrateure und Photographen belebten außerordentlich stark das Straßenbild. Der preußische Ministerpräsident Braun wählte in Zehlendorf, während der Führer der Deutschnctionalen Volkspartei, Dr. Hugenberg, in seinem zuständigen Wahllokal in Dahlem seine Stimme abgab.

Das Ccho im Ausland.

Englische preffestimmen zur Präsidentenwahl.

London, 14. März. (WTB. Funkspruch.) Wegen der späten Bekanntgabe des endgültigen Ergebnisses nahmen nur wenige Blätter redak­tionell zu dein Ergebnis der Wahlen Stellung. Eie begnügen sich juit der Wiedergabe der Be­richte ihrer Korrespondenten. Außer der na­tionalistischenDaily Mai l" halten alle Dlät- ter die Wiederwahl des Reichsprä­sidenten von Hindenburg im zweiten Wahlgang für gesichert. Soweit sie kritische Bemerkungen machen, drücken sie ihre Befriedi­gung über die Größe des Erfolges aus.Daily Mail" hebt die beträchtliche Unterstützung her­vor, die Hitler gefunden habe. Andererseits sei es ergreifend, zu wissen, daß der alte Ärieger Hin­denburg sich nur von seinem Pflichtgefühl zur Kandidatur habe bestimmen lassen. Die Welt habe nur den Wunsch, Deutschland auf einer ge­sunden Grundlage wieder hergestcllt und fähig zu sehen, seinen Teil zur Lösung der internatio­nalen Schwierigkeiten beizutragen.

Der liberaleVcws Ehr o nie le" spricht von einem Weg des gesunden Menschen­verstandes und des Ordnungssinnes über die doppelte Unvernunft des Rationalismus und des Kommunismus. Das Blatt urteilt: Feld- »narschall von Hindenburg werde bei der zweiten Wahl unzweifelhaft wiedergewählt werden. Das Ergebnis werde in ganz Europa mit einem Ge­fühl der Erleichterung begrüßt werden, aber die Verteilung der Stimmen sei eine Warnung, daß die Atempause vielleicht zu kurz sein wird, wenn der aus Deutschland l a - stende Druck nicht erleichtert werde.

»Daily Mirror" sagt: die Welt wird sicher erleichtert sein zu hören, daß der mehr als 80jährige Soldat noch immer volkstümlich in Deutschland ist. Irgendeine plötzliche Aenderung der politischen Tendenz Deutschlands würde der Entwicklung in der Dichtung auf ein neues und besseres Europa nicht förderlich fein.

Daily Telegraph" sagt in seinem Leit­artikel zu den deutschen Wahlen: Selten hat es in der letzten Zeit eine Gelegenheit gegeben, wo soviel von der Entscheidung der Bürgerschaft eines Landes abhängt. Die ganze Zukunft der deut­schen Republik steht auf dem Spiele. Ein Wahl­gang zu Hitlers Gunsten würde in einer Zeit, wo die Staatsmänner Europas den ernstesten Pro­blemen gegenüberstehen, die internationale Lage in schwere Verwirrung gebracht haben. Hinden­burg tritt dafür ein, daß die verzweifelten Schwie­rigkeiten seines Landes entsprechend der Politik des Kabinetts Brüning irr stetiger Arbeit durch disziplinierteOpferbereitschaftund Beobachtung der nationalen Ver­pflichtungen gelöst werden sollen. Wofür Adolf Hitler eigentlich eintritt, ist noch niemals deutlich mitgeteilt worden. Hindenburg, ein na­tionaler Held und noch immer die geach­tet st e Persönlichkeit im deutschen öf­fentlichen Leben, ist von einem Gegner her­ausgefordert worden, dessen Wahl möglicherweise zum Bürgerkrieg im Innern und ganz bestimmt zu einer katastrophalen internationalen Lage ge­führt habe.Daily Telegraph" schließt: sach­kundige Beurteiler halten den endgültigen Sieg des Feldmarschalls für sicher.

Amerika über den Ausgang der Präsidentenwahl.

Veuyork, 14. März. (WTB. Funkspruch.) Die Blätter berichten aus Washington, daß das Wahlergebnis In amtlichen parlamentarischen Kreisen mit größter Befriedigung ausgenommen worden sei. Der Erfolg Hin­denburgs werde unter Berücksichtigung aller ihn» stände als glänzend angesehen. Obgleich Stimson unt> andere leitende Persönlichkeiten sich jeden Kommentar versagen, sei doch bekannt gewesen, daß die amerikanische Regierung die Fortdauer des gegenwärtigen Regime« erhofft und beson­

ders die Auswirkungen eines Hitler-Siege- auf Europa als bedrohlich angesehen habe. Senator Pittmann bemerkte, Hindenburg habe Deutschland die Sympathien der ganzen Welt gewonnen.

pariser Blatierstimmen.

Paris, 14.März. (WTB. Funkspruch.)Petit Parisien" schreibt: der Erfolg Hindenburgs hat die optimistischsten Annahmen überstie­gen. Er hat den endgültigen Sieg ziffernmäßig nicht erringen können, aber vom moralischen Ge­sichtspunkt aus betrachtet, war der gestrige Tag ihm ausgesprochen günstig und dieser Eindruck ist sicher geeignet, die Wähler im zweiten Wolfgang stark zu beeinflussen.Journal" schreibt: eines ist sicher: Hitler ist sehr weit von dem Siege, auf den er rechnete oder zu rechnen vorgab, entfernt. Die Franzosen werden von der jetzt bereits als sicher erscheinenden Wiederwahl des Reichspräsidenten von Hindenburg eine merkliche Aenderung der all­gemeinen Politik Deutschlands nicht erwarten. Wir wissen genau, daß der Sieger von Tannenberg und Hitler die gleichen Ziele verfolgen: Re­parationsstreichung, Vertragsrevision, Abschaffung der Zwangsmaßnahmen des Versailler Vertrages, und daß ste nur hinsichtlich der Anwen­dung der Mittel sich unterscheiden. Röpublique" schreibt: die Waage hat sich zugunsten der Anhänger der Ordnung gesenkt. Hitler hat nicht mehr als 30 v. H. der abgegebenen Stimmen erhal­ten. Bei den letzten Wahlen in Oldenburg, Hessen, Hamburg und Baden waren ihm 40 v. H zugefallen. Er verliert also zum ersten Male eine Schlacht, aber ihm stand der gefährlichste Konkurrent gegenüber. Die Wahl Hindenburgs im zweiten Wahlgang ist sicher, wenn Hitler seine Kandidatur aufrechterhält. Der sozialistischePopulaire" schreibt: trotz dem von den Nationalsozialisten geschickt ausgebeuteten Elend bis heute hat Adolf Hitler weniger als ein Drittel der abgegebenen Stimmen erzielt. Die wah­ren Besieger Hitlers sind die Sozialdemokraten.

Oie NSDAP, nach Oer Wahl.

Hitler seyt ocn Kampf fort

M ü n ch e n . 14. März. (ERB. Funkspruch. Eigene Meldung.) Adolf Hitler hat einen Aufruf an alle Nationalsozialisten erlassen, in dem er sagt, der An­griff gegen die Zentrums-Marxistenfront müsse s o» fort in der schärssten Form erneut aus- genommen werden. Er habe schon in seinen Reden angekündigt daß ganz gleich, wie die Wahl ausginge, der 14. Marz die Nationalsozialisten wieder an der Arbeit sehen werde. Es darf heute keine Rücksicht geben. Entsprechend der Ausgabe werde die nationalsozialistische Propa­ganda einer neuen UeberPrüfung unterzogen. Der erste Wahlkampf sei beendet, der zweite habe mit dem heutigen Tage begonnen. Er werde auch ihn mit seiner Person führen.

Die Pressestimme der Neichsleitung der NSDAP, schreibt zur Reichspräsidentenwahl u. n.: Die Wahl habe in ihrem ersten Teil Hindenburg die von den Trägern dieser Kandidatur erwartete Ni ehr­st e i t der abgegebenen Stimmen nicht gebracht. Den jetzigen Machthabern sei es noch einmal gelungen, die Stunde der Abrechnung aus kurze Zeit h i n a u g z u s ch i e b c n. Die natio­nalsozialistische Bewegung werde den Kampf nun­mehr mit verdoppelter Kraft fortsetzen.

Wenn Hitler gewählt wäre.

Em Interview des amc. iranischen Reporters Knickerbock r

Berlin, 12.März. (CAD.) Der bekannte ame­rikanische Journalist Knickerbocker kabelte seinem Blatte ein ausführliches Interview mit Hitler, in dem dieser erklärt habe, die Ent­scheidung in der Deichspräsidentenwahl werde erst im zweitenWahlgang fallen, und dann sei der Ausgang nicht zweifelhaft. Es sei unverantwortlich von Brüning gewesen, daß er den Generalfeld marschall einer t r a -- gischenDiederlage ausgesetzt habe.

Auf die Frage, waSgeschehen würde, wenn

Hitler Reichspräsident würde, habe dieser geant­wortet: In den: Augenblick, in dem ich zumReichs- Präsidenten gewählt werde, wird Brüning de­missionieren, und es werden Deichs­tagswahlen ausgeschrieben werden. Die Behauptung, daß ich ohne den Reichstag re­gieren wolle, ist absolut falsch. Die Rotver- ordnungen werden dann rückgängig ge­macht werden, wenn wir was geschaffen was an ihre Stelle treten kann, und der V e r s a i l l e r Vertrag wird dann erledigt fein, wenn auf einer neuen Konferenz an seiner Stelle ein anderer Vertrag abgeschlossen wird.

Knickerbocker wies darauf hin, daß die deutschen Gewerkschaftsführer von Hitlers Regime das gleiche Schicksal befürchteten, daß die organi­sierten Arbeiter Italiens ereilt habe und daß man vielleicht unter diesen Umständen den General­streik in Deutschland verkünden werde, worauf Hitler geantwortet habe:Ich glaube nicht, daß man ernstlich an einen solchen Generalstreik gegen mich denkt: denn jeder derartige Versuch würde mit einem völligen Fiasko enden. Die Führung eines solchen Generalstreiks würde letz­

ten Endes in die Hände der Kommu- n i st e n fallen, und dann würden die bürgerlichen Parteien, die mich jetzt bekämpfen, gezwungen sein, mich auf den Knien zu bitten daß ich sie mit meinen Leuten gegen die Roten beschützen solle."

Oie Landtagswahlen in Mecklenburg - Strelih.

Neu-Strelitz, 13. März. (WTB.) Nqch dem amtlichen Endergebnis der Landtagswahlen in Meck-

lcnburg-Strclitz erhielten

Stimmen Mandate

16 166 (19 366) 10 (13)

1588 (1554) 1 (1)

3 035 (14 056) 4 (10)

14 233 (1 955) 9 (1)

5 450 (3 572) 3 (3)

18 469 (10 634) 11 (8)

796 (0) 0 (0)

Sozialdemokraten

Verband der Haus- und Grundbesitzer vereine

Bürgerliche Mitte Nationalsozialisten Kommnnisten Deutschnationale Christlich-Soziale

In Vergleich gesetzt sind die Zahlen der letzten Landtagswahl vom 29. Januar 1928.

Selbstmord des schwedischen Zündholz- königs Zoar Kreuger.

Stockholm, 12.Mär;. (MTV.) Der Schwe­dischen Tclegraphenagenlur wird aus Paris ge­meldet, daß der Zündholzkönlg 3oar Kreuzer dort heute vormittag Selbstmord durch Er­schießen verübt hat.

ftreuger ist am Freitag aus Amerika, wo er sich zwei Monate lang gufgehalten halte, in Paris ein- getroffen. Am Samstag um 11 Ahr sollte er auf

Ivar Kreuger.

-

Grund einer Verabredung eine geschäftliche Befpre- chung mit einem Herrn Litoran haben. Der schwe­dische Finanzmann ließ jedoch auf sich warten, so daß Ciloran unruhig wurde und die Sekretärin ßreuger» anrief. Es zeigte sich, daß uie Tür zum Schlafzimmer des Zündholzkönigs verschloffen war und daß aus mehrfaches Klopfen niemand antwor­tete. Man brach die Tür auf und sand 3oar fireu- ger vollkommen angezogen auf seinem Bett. Reben ihm lag ein Revolver. Der sofort herbeigerufene Arzt stellte Tod durch Herzschuh fest.

Auf dem Tisch neben dem Belt sand man einen an Herrn Litoran gerichteten Brief, in dem Kreuger erklärt haben soll, dah er oon einer schweren Krankheit vergeblich Heilung gesucht und daher beschlossen habe, aus dem Leben zu schei­den. Die Aerzte, die er in Amerika befragte, hätten ihm keine Hoffnung auf Genesung ge­geben. Der Brief befindet sich in den Händen der Polizei.

Aus dem Slerbehaus erfahrt die Telegraphen- Union ergänzend, dah in dem Schlafzimmer der möblierten Wohnung Kreugers drei Briefe ge­funden wurden, von denen einer an die Schwe- ff er des Toten gerichtet war. Der Zündholz­könig fei in letzter Zelt außerordentlich ner­vös und niedergedrückt gewesen, so dah die Aerzte ihm geraten hätten, sich oon der Arbeit zurückzuziehen. 3n Paris behauptet sich entgegen der obigen Lesart das Gerücht, dah finanzielle Gründe für den Selbstmord Kreugers maßgebend gewesen seien.

Ivar Streuger, der Zündholzkönig, wurde 1880 in Kalmar in Schweden geboren. Seine Vorfahren sind aus Deutschland ausgewandert: sie stammten aus Wismar. Als 19jähriger legte Kreuger fein Jn- aenicurexamen in Stockholm ab und reiste darauf­hin in die Vereinigten Staaten. Auf der Heimreise rettete er ein Mädchen vor dem Ertrinken und er- warb sich dadurch die Goldene Rettungsmedaille. Als einzige andere wichtige Auszeichnung nahm er 1927 das Großkreuz der französischen Ehrenlegion an. Don 1903 bis 1907 arbeitete er als Bauunter­nehmer in Südafrika. Nach Schweden zurückgekehrt, gründete er die B a u f i r in a Kreuger & Toll, die 1911 in eine Aktiengesellschaft und dann zur Holdinggesellschaft umgegründet wurde. Später wurde daraus die, Dachgesellschaft des Z ü n d h o l z t r u ft s. Schritt für Schritt eroberte Kreuger die Streichholzindustrie der ganzen Welt. In über 40 Ländern unterstanden 150 Fabriken mit rund 50 000 Arbeitern der Kontrolle des schwe­dischen Zündholzkönigs In vielen Ländern erwarb Kreuger das ft a a t l i ch e Z ü n d h o l z in o n o p o l, indem er Anleihen gewährte, die sich zusammen auf über 1 Milliarde Mark belaufen. (Deutschland allein 500 Millionen Mark.) Außer auf die Zünd- holzindustrie erstreckte sich der Einfluß des Kreuger- konzerns auch auf die Erzgruben, Banken, Telephon- und Zellstoffinduftrie. Vor einigen Wochen erwarb der Kreugerkonzern auch die große Goldgrube Bo­liden in Nordschweden. Die Kreuger-Unternehmun- ß; hatten so riesige Ausmaße angenommen, daß die Uebersicht immer inehr er- werte. Man ist in Schweden der Ansicht, daß das Unternehmen durchaus solide ist, sich aber i n Liquiditätsschwierigkeiten befindet. Im Vorjahre ist der Börsenwert der Kreugerpapiere um . über eine Milliarde Kronen gesunken. Die Nachricht

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bis 1230 Hut 16 bis 17 Uhr Samstag aadjmiliag geschlossen

Für unverlangt eingcfanble Manuskripte ohne ,eigefügtes Rückporto wird feine Gewähr übernommen.

Anzcigcna.ifträgc sind lediglich an dir Geschäftsstelle zu richten.

vom Tode Ivar Kreugers erregt in ganz Stockholm größtes Aufsehen. Kreuger war persönlich außer­ordentlich geachtet und beliebt. Am Gesellschafts­leben nahm er fast nicht teil. Er war unverheiratet. Seine Eltern leben in Stockholm.

Schutzmaßnahmen in Schweden.

Stockholm, 13. März. (WTB.) Wie ge­meldet, hatte die Regierung auf Grund des Todes Ivar Kreugers noch zu gestern abend eine Pressekonferenz einberufen. In ihr erklärte der schwedische Bankeninspektor, Kreugers Tod brauche keine Erschütterungen ernster Art für daS schwedische Bankgcwerbe herbeizuführen. Die Engagements der Banken seien im allgemei­nen in einer beruhigenden Weise sichergestellt. Wie der ebenfalls zu der Konferenz erschienene Ministerpräsident mitteilte, wird die Regierung dem Reichstag sofort einen Gesetzentwurf vor­legen, durch den die Möglichkeit geschaffen werden soll, einzelnen Llnternehmungen für begrenzte Zeit Zahlungsaufschub zu gewähren. Der Ministerpräsident und der Danken- inspektor unterstrichen, daß cs von außerordent­licher Bedeutung sei, daß die Oefsentlichkeit die Ruhe behalte. Die Möglichkeit einer mehrtägigen Dörsenschließung wird erörtert. Dagegen ist keine Dankenschliehung beabsichtigt.

Starker Eindruck in Paris.

Die Ursachen der.rinainschwiengrciten.

Paris, 13. März. (WTB.) Der Tod Kreugers hat in Frankreich die größte Ueberraschung, wenn nicht gar große Bestürzung hervorgerufen. Kreugers finanzielle Beziehungen zu ftanzösischen Unterneh­mungen scheinen mannigfacher Art zu sein.

DerMatin" weist heute vormittag auf diese Be- Ziehungen hin und schreibt: Es ist das Gerücht im Umlauf, daß der französische Staat Kreu­ger mehrere hundert Millionen Fran­ken schulde. Eine besonders qualifizierte Finanz- Persönlichkeit habe mitgeteilt, daß dieses Gerücht jeder Begründung entbehre. Die Schwierigkeiten Kreugers feien auf A n l e i h e n zurückzuführen, dis er einigen Ländern bewilligt habe, die seit den Wäh- rungsschwierigkeiten Moratorien zu erklären ge­zwungen gewesen seien; er selbst habe in Eng- land und vor allem inAmerika deshalb Bank, kredite in Anspruch nehmen müssen. Im ganzen gesehen könne dieser Krach, so schließt der Matin", in keiner Weise Frankreich oder die fron- zösischen Banken berühren, vor allem die ameri­kanischen Finanzkreise würden die un­mittelbarsten Folgen zu tragen haben.

Amerika und die Kreugerunternehmen.

Reuyork, 13. März. (WTB.) Reuter meldet, daß gestern die Papiere des Kreu ger- und Toll-Konzerns in großen Men­gen auf den Markt geworfen wurden, noch ehe die Dachrichten über den Tod Kreugers eingetroffen waren, die erst nach Börsenschluß bekannt wurden. Die Verkäufe erreichten un­gefähr ein Viertel des ganzen TageSumfatzes. 165 000 Stück Kreugeraktien wurden zu einem Preis gehandelt, der zum Schluß etwas unter Tageskurs lag.Dew Bork Times" sagt, in Wallstreet zweifle man wenig daran, daß Kreu­ger, wenn er noch ein paar Stunden länger ge­lebt hätte, sich vor einer großen internationalen Abstoßung seiner Werte gesehen hätte. Unge­fähr 2,5 Millionen von diesen Anteilen seien in den letzten zwölf Monaten aus euro­päischem Besitz in die Hände t>er Ame rikaner übergegangen. Während seines letzten Besuches in Wallstreet habe Kreuger versucht, auf jede Weise die Dotierungen seiner Papiere hochzuhalten.

Oie englische presse zum Zoll Kreuger.

London, 14. März. (WTB. Funkspruch.) Die Blätter weisen darauf hin, daß eS sich bei Kreu­gers Unternehmen nicht um leichtfertige Spekulationen eines Abenteurers han­delte. Sie seien das Ergebnis der Kalkulation, die nur durch die unerhörte wirtschaftliche De­pression, das Einfrieren der Kredite usw. um* geworfen worden sei. .'Times" sagt: diese un­glückselige Angelegenheit wird vielleicht der All­gemeinheit deutlich machen, in welchem Maße das Geld- und Kreditsystem der Welt zusammengebrochen ist, und zwar infolge der Art und Weise, in der die po­litischen und wirtschaftlichen Angelegenheiten der Welt seit dem Kriege verwaltet oder vielmehr verbogen worden sind. .Daily Telegraph" zu­folge verlautet, daß keine britischen Ban­ken von dem Kreugerschen Tod in Mitlei­denschaft gezogen werden.

Klus Oer

W'lMpl

f?aufS

p%i feSi M AorA kartenverka» ausgänge"^ storbcnen an Häuser haben malt aufgelte

3m Mfonen W 13.30 M U der französisch ziaatsoberhäu irilnetzen. * Ser Erz bl yerdier, r tie nur kurze ?

auf te" richteten Kat-Ü litt errichteten

Mimt

tarn die Tra glühe ich vor d vor dm franz Aristide Drian (einem Ruhm i «danken seiner in ihm das Str Ordnung zu kc Zeit voraus. E ungerechten Ri ausgeglichenem

Vor dem Ä' ttn Sntfpamu

| ßen M-Hten, erfüllen hatte, internationale öanktionspolit Zersöhnungspi | sichre lang er Acheninimster und Gegenstn ; in seinem Can aus dem QIu strebte er zu, 1 bandmeer, de . dann wieder . er auch lang' , reicht hat. 3 die grausam Sommer 1930 schichte Frank

Pro»

Jabtif.

Der Pro feiner offentl interessanten Sie Firma 3. erhob gegen verksroll hab ihr Tetri führt werde, i modern ringe v°n dem Sinti hin von der beiträge zu Vorgänge im Ä an die Wen seien KM erfolge mehr, wie die web der Fc Heizung des. Und einer Maschinen in nungssähjgkej

Wanlage m S. bll Firn

Hessisch liegen den

der Eich N sei ftän Mtgt. Ze! M mit ' Uttings^ y&t SS Ms

!

Mn * Ste

' Niki'»?0? %*{$