Montag, 14. Mär; 1952
«r. 62 Erstes Matt
182. Jahrgang
J4
>4
•0
iS
s S
39&Ö36
249'46 262328 285788 3269 3 345148 368243 Z3221
ibculjit jtteric achdiulk verbot««
S.Marz 1932 wurden Gewinne en
1 135936 207866
I s & «s«g
IS ’ SJ s
’ A 378,33
i Theater.
^März, 15jo !ann Don 2,. Sambal ober l°S. U. Me, eln- Sitnitag vrqualo Tosfv nach 23 Uhr hingen mit der März, 20 bi? nnek. Frcitug, 2ank Demo
22 Hf>r: CBanf imtlie Schimck März, 15 bis
s 23 Ufr: 3m arz, 19.30 bie Stag, 15. März, nde Holländer.
30 Ufr: Rigv. bis nach 22.30 ärz, 20 bis 23 :ag. 19. März, jäuler und der urg. Sonntag, aftion.
nedizinische 2n- erteilen. Dir fragen.
'er Hochantenne t abhängig. Die ufftcllung eines erben, (fine bett Betrieb einer toeiidunfl c:nd genügt daher.
einen Ävharat 1 toenw Sie t3 clüeb nehmen, angemeldet zu letzte Quittung weiteren Fragen i beim Postamt tcn.
Das Ergebnis der Präsidentenwahl.
Keldmarschall Hindenburgs Wiederwahl im zweiten Wahlgang gesichert. — Bon 37 660 377 insgesamt abgegebenen Stimmen entfielen 18 661736 auf den Reichspräsidenten, an der absoluten Mehrheit fehlten also nur 168 452 Stimmen. Ferner erhielten Hitler 11328 571, Thälmann 4 971079 und Ouesterberg 2 557 876 Stimmen.
„»«*•**
-gen
Snnabme Hi Injeigew für die lagesnummcr bi* zum Nachmittag vorher.
Preis für 1 *m hohe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, au*wärt* 10 Reichspfennig; für Re- Klameanzeigen von 70 mm Brette 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20'. mehr.
Chefredakteur
Dr. Frredr. Will». Lange. Derantworttich für Politik Dr. ftr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen led Ernst Blumfchein und für den Anzeigenteil Max Fistcr, sämtlich in Glesien.
südwestdeutschen Wahlkreisen Württemberg. Baden und Hesfen-Darmftadt, schließlich noch in Hamburg. Hitler ftanb in den Wahlkreisen Pommern. Schleswig-Holstein und ChemniN Zwickau an erster Stelle, die absolute Mehrheit wurde für ihn in keinem Wahlkreis erreicht. Besondere Beachtung verdient der Dahllrei? Merseburg, in dem die drei Kandrdaten Hindenburg. Hitler und Thälmann mit 286 700 273 000 und 201 000 sich stark einander nähern Luch tm Wahlkreis Ost-Hannover blieb Hitler nur um rund 12 000 Stimmen hinter Hindenburg znrück.
&
*n unb
2etbit. S einig,
S-Satbto
fest. X ^Nsb^
'reise. itetf
?5oVOkn*
7ctrett'.d) $ ..^offeln 4 ? '2’orrobft 25
80 bis 8v ,85 bis 40 ^Mier i bi» 35, e?n. b's 10; Lauch r,e 10 bis 40 i°^Cln ^cnltt
fronten und Gehsteige bemalt worden. Die Zahl der wegen dieser Malereien in der letzten Woche Zwang-gestellten beläust sich auf rund 600 Personen. Flugblätter werden aus allen Straßen in Mengen.verteilt. Trupp- von Erwerbslosen tragen Wahlausruse durch die Stadt Flugzeuge wersen Flugblätter ab. Lus öffentlichen Plätzen und breiten Berlehr-straßen sind große Leinwandplakate, die von Baum zu Baum oder von einem Lampenmast zum anderen gezogen sind, angebracht. Die nationälsozialisti» schen Berkehrslokale sind meist an der Strahen- front au-geschlagen mit Bilder von Hitler mit dem Hakenkreuz und den Worten ..Parole Hitler!' In den Arbeiterwohnvierteln sieht man häufig die Sowjets ahne oder Fahnen mit dem Bilde Thälmanns auf den Häusern wehen und in den Fenstern und Balkon- hängen. Ln dem Gebäude der „Boten Fahne" am Bülowplah sind etwa 100 Bilder des kommunistischen Kandidaten angebracht Selbst die Wilhelmstraße hat heute etwas von ihrer sonst so vornehmen Buhe verloren. Die Polizeiposten sind verstärkt worden und immer wieder sammeln sich Gruppen von Beugierigen vor dem PalaiS de- BeichSPräsidenten an.
r«* Ml snv
ig-<S H2 142530 Q25g2 L K
11s SB 169 na-lYS* 17 W2Z s B
Das Ergebnis in
In der folgenden Tabelle sind zu dem Ergebnis, des ersten Äahlganges der Reichspräsidentenwahl die Ergebnisse der R e i ch s t a g s w a h l vom 14. September 1930 in Vergleich gefetzt. Da I die Präsidentenwahl eine Personenwahl, nicht aber eine Parlamentswahl nach Parteilisten ist. trifft der hier gezogene Vergleich n u r b e d i n g t zu. So wur. den für den gemeinsamen Kandidaten der Deutsch- nationalen und des Stahlhelms Düsterberg nur diejenigen Stimmen eingesetzt, welche die Deutsch- nationalen im September 1930 erhielten. für_ den kommunistischen Kandidaten T h a l m a n n die Stimmen der kommunistischen Partei, für den national-
Oie Entscheidung.
Rach einem zwar kurzen, ober überaus scharfen Wahlkamps, der namentlich in den Großstädten, aber auch auf dem flachen Lande durch eine außer- ordentlich rege DersammlungLtätigkeit besonders der radikalen Parteien geführt wurde, ist die erste Schlacht im Kampf um die Präsidentschaft geschlagen und damit auch schon, wenn auch formell ein zweiter Wahlgang notwendig wird, die Entscheidung gefallen: die Wiederwahl des Feld- Marschalls v. Hindenburg zum Reichspräsidenten ist heute schon eine u n • um st östliche Tatsache. Rur die an der ungeheuren Wahlbeteiligung gemessen lächerlich geringe Zahl von knapp 170 000 Stimmen fehlt an der absoluten Mehrheit von rund 18,8 Millionen, die uns einen zweiten Wahlgang erspart hätte, üfienn wir also auch um diesen nicht herumkommen, sa ist das Ergebnis für den Reichspräsidenten von Hindenburg doch so unbezweifelbar, daß cs ein starkes Moment der Beunruhigung und Sorge um die innerpolitische Entwicklung schon jetzt ausgeräumt dnt. Das ist namentlich im Interesse unserer Wirtschaft zu begrüben, die in diesen Wochen die Undurchsichtigkeit der politischen Lage besonders schwer zu spüren bekommen Hal. Wir hoffen aber auch, daß die deutsche Außenpolitik von dresem reinigen- den und klärenden Ausgang dieses ersten Wahlgangs unmittelbar profitieren wird. Der Reichs- ianzler, den die Heftigkeit des Wahlkampfes zu stärkster Aktivität gezwungen hatte, wird sich nun mit neuer Straft der Leitung der auswärtigen Gc- schäfte widmen müssen, wenn er es nicht überhaupt norziehen sollte, wieder eine Trennung der beiden "Isforts des Kanzleramtes und des Außenministe-
den Wahlkreisen.
sozialistischen Kandidaten j) i t l e r die Stimmen der naiionalsozialisiiichen Partei. Für die Kandidatur des Reichspräsidenten van Hindenburg konnten nur die Stirnmen dersen Hen Parteien zum Vergleich herangezogen werden, oie sich für die Kan didatur Hindenburgs erklärt hatten, das sind also Konservative Dolkspartei. Landvolkparlei, Deutsche Volksparlei. Wirtschaftspartei. Christlich Sozialer Voiksdiensl. Bayrische Volkspartei, Zentrum. Staats partei und Sozialdemokratische Partei. Rund eine Million Stimmen, die bei der Reichstagswohl 1930 auf Splitterparteien entfielen, wurden bei dem Vergleich nicht berücksichtigt.
ilums zu erwägen.
Die Wahlschlacht des 13. März hat wieder einmal überzeugend bewiesen, daß die große Persönlichkeit ihre starke Anziehungskraft auf alle Dolkskreise über alle Parteischranken hinweg noch nicht eingebüßt hat. Obwohl die Kandidatur des Feldmarschalls unter wenig glücklichen Auspizien nach einer in hohem Maße unerquicklichen Vorgeschichte ausgestellt war unb gegen eine in kaum dagewesenen Dimensionen "an den routiniertesten Werbefachleuten aufgezogene Propaganda verteidigt werden mußte, wobei tue Werbung für die Kandidatur Hindenburgs von ad hoc gebildeten Ausschüssen ohne wesentliche Mittel unb ohne großen Apparat durchgesuhrt werden mußte, erwies sich doch der gesunde Instinkt des Volkes stark genug, dem in Krieg unb Frieden gleich Bewährten zu einem großen Erfolg zu verhelfen. Dabei ist weiter zu beachten, daß die Parteien von der Linken bis zur gemäßigten Rechten, die tm Dahlkampf die Parole für die Wiederwahl des Feldmarschalls ausgegeben hatten, zweifellos, wenn o; um eine Parlamentswahl gegangen wäre, nicht die gleiche Stitnmenzahl auf sich hätten vereinigen können, wie sie jetzt Hindenburg zugefallen sind. Es i find aus dem großen Reservoir der partcipohtifd) vicht festgelegten Wähler sicherlich Millionen mobil gemacht worden, deren stimmen für das Verbleiben des Feldmarschalls an der Spitze des Reiches den Äusfchlag gegeben haben.
Einziger ernsthafter Gegner im Kamps um die ^rä ibentfdmft war der Kandidat der Rationalsozia »sten. Die Partei hat anscheinend anfangs gezögert, ihren Führer Adolf Hitler persönlich schon ,m ersten Wahlgang herauszustellen, die Slandidatur Hindenburg» hat sie dazu gezwungen und* qebnis der gestrigen Wahl hat dieser Taktik Recht ergeben. Wenn Dr. Goebbels und andere natio- iialsozialistifche Führer in ihren Wahlreden .mit Ziffern von 15 Millionen und mehr operierten, die für Hitler abgegeben werden wurden, so hat die Dahl gezeigt, daß es der nationaliozlallstllchcn 23c- vegung trotz stärkster Anspannung ihres Propa ganbaapparatd und außerordentlich besuchter R af- enversammlungcn in allen Großstädten nut Hitler unb anderen Führern als Redner nicht gelungen ist, Sic Zahl ihrer Anhänger gegenüber dem Ergebnis Ser Reichstagswahl vom 14. oeplembcr 1930 mehr als zu verdoppeln, geschweige denn die absolute Majorität zu erhalten, die bie Voraussetzung ist für Sie Ergreifung der alleinigen Macht auf Ir lalcm Wege. Daß die Anziehungskraft der Berne- lunq annähernd alle Quellen erfchöpsl haben durste und damit der .Kulminationspunkt oenniitlich er- -eicht fein wird, dafür ist vielleicht die -Attache em । .'eweiskrästiges Zeugnis, daß in H e | f e n bie Pra° ibcntcnmahl der Partei bereits einen leichten Ruck ianq gegenüber der Landtagswahl oom 15. Rovern- ber' vorigen Jahres gebracht hat (280 000 gegen 29 1 000) und daß im ganzen Reichsgebiet nicht einmal die in Hessen seinerzeit erreichten 35 v. N. ber iSesamtstimmenzahl aufgeholt werden konnten.
Die beiden Zählkandidaturen D ü ft e r b e r g unb Thälmann zeigen überraschenderweise ein gegenüber der Reichstagswahl von 1930 kaum verändertes Bild. Obwohl man unter den Auswirkungen de- furchtbaren Rotwinters mit einem starken Ansteigen der kommunistischen Stimmen gerechnet batte, konnte Thälmann die Junger Moskaus nur im rund 400 000 vermehren, in Hessen haben die Kommunisten sogar gegenüber der letzten Landtags । mahl einen leichten Rückgang von hnnenb Slmimen
mit in Kauf nehmen muffen, ber sich, wenn man bie kommunistische Opposition unb die Sozialistische Arbeiterpartei hinzurechnet, allerdings auf runb 25000 immerhin beträchtlich erhöht. D ü st e r d e r g , ber Ranbibat bes Stahlhelms unb ber Deutschnationalen hat mit zweieinhalb Millionen mehr Stimmen erhalten. als bie meisten Wahrscheinlich!eitsrcchnun- gen ihm zuaebilligt hatten. Da wohl anzunehmen i(t, baß bie Deutschnationale Dolkspartei analog ber Landtagswahl in Helfen bei einer Parlameiftswahl an den Verlusten der andern bürgerlichen Parteien teilgenommen hätte, mag auch hier bie Persönlichkeit des Kandidaten jenseits ber Parteigrenzen Anziehungskraft ausgeubt haben. Weit mehr noch hat allerbings bie Annahme für sich, daß sich unter den zweieinhalb Millionen für Dusterberg abgegebenen Stimmen die vielen Unentschlossenen unb Zaghaften befinben, die aus einer gewissen Verärgerung heraus ober unter ber Einwirkung ber gegen die Person Hindenburgs gerichteten Agitation zwar dem Feldmarschall ihre Stimme nicht geben wollten, sich aber aus Gründen bürgerlichen, antisozialistischen
Erscheint täglich,außer Sonntags unb Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Lietzener Familien blätter Heimat'm Bild Die Scholle nionat»-0ejugspreis:
Mit 4 Beilagen NM 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Wftellgedühr.. . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt.
Kentsvrechanschlüfie unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gieße».
Postscheckkonto:
Hranksun am Main 11686.
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Ond ind vkrla,: BritjIW UwiturfttäU-Bed). «6 Stditredtrei R. lange in Sieten. Sdjriftlethnn und 6e|d>äflsltele: Schnilratze 7.
wirb.
Betrachten wir noch kurz das Wahlergebnis nach landschastlichen Gesichtspunkten, so fällt zunächst auf. daß der Westen und Süden die größte Zahl der Wahlkreise aufzeigt, die eine absolute Mehrheit für den BeichSPräsidenten gebracht hoben, während Hitler seine Srlolge durchweg in Bord- und Ostdeutschland gehabt hat. Das ist bei flüchtiger Betrachtung deshalb überraschend, weil Hitler Katholik und Süddeutscher ist, der gegenüber Hindenburg, dem protestantischen Sohn ber Ostmark, hätte im Hintertreffen fein müssen So sollte man wenigstens meinen. Aber es ist zu beachten daß die nationalsozialistische Agitation naturgemäß unter der seit Jahren schwer notlei« deichen Landwirtschaft treibenden Bevölkerung des platten Lande» auf fruchtbaren Boden fallen mußte. 3n unserer nächsten Bachbarschaft haben dafür ja die oberk^ssischen Kreise Alsfeld, schotten. Lauterbach und Büdingen, die alle eine überaus starke nationalsozialistische Mehrheit gewählt haben, ein schlagendes Beispiel gegeben Zn den ostelbischen Provinzen Preußens kam dazu noch der Einfluß des Beichslandbundes. So konnte Hitler in Schleswig-Holstein und Pommern Hindenburg an Etimmenzahl überholen. Sehr starke Mehrheiten ergaben sich dagegen für den Reichspräsidenten in Öen rheinisch-westfälischen Wahlkreisen, in Baden. Württemberg und ganz besonders in Dahern, dem Ausgangspunkt der nationalsszialistischen Bewegung Auch H e s s e n hat sich mit 428 000 Stimmen also mit absoluter Mehrheit für Hink^nburg entschieden Interessant ist noch das Ergebnis in Hamburg, wo beide radikalen Flugeiparteien ebenso wie in Hessen gegenüber den Bürgerichafts- wahlen bereite wieder einen Rückgang aufweisen, der bei den Kommunisten sogar die Septemberwahlen des Jahres 1930 noch unterschreitet.
Bach dem wir nun wochenlang im schärfsten politischen Kampf gestanden haben, darf man wodl wenigstens bis zum Osterfest auf einen allgemeinen Waffenstillstand hoffen Er ist schon um deswillen dringend wünschenswert, daß sich die erhitzten Gemüter wieder beruhigen und inS Unerträgliche gesteigerte Spannungen sich lösen. Für die praktische politische Arbeit wäre es ohnehin am vorteilhaftesten, den zweiten Wahlgang, für Öen schwerlich noch irgendwelche Sensation zu erwarten ist, mit einem Minimum an gegenteiliger Verhetzung zu bestreiten. Dem Ziel der Volksgemeinschaft, das doch alle sich ihrer Beranb-
(Sine absolute Mehrheit also mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen, erhielt Reichspräsident von Hindenburg in insgesamt 17 von 35 Wahlkreisen, und zwar im schlesischen Wahlkreis Oppeln, in den westdeutschen Wahlkreisen Weier-Ems. Westfalen- Bord. Westfalen-Süd. Köln-Aachen. Koblenz- Xricr. Düsseldorf-West, ferner in sämtlichen 4 bayrischen Wahlkreisen (öarunter Oberbayern mit der überhaupt höchsten abgegebenen Stimmenzahl von 978 000 für Hindenburg.. weiter in den beiden sächsischen Wahlkreisen Dresden-BanGen tmb Leidig, hi den
M
9 16E 2055i5
7 242391 260703 280841
Wortung für das Ganze bewußten politischen Führer anstreben. könnte mit einer weitgehenden Ausschaltung aller Agitation auf allen Seiten nur gedient werden Die bald darauf folgenden Preuhenwahlen bieten ja wieder hinreichend Gelegenheit. im Wahlkampf die Kräfte zu messen.
Vor der Schlacht.
Berlin am letzten Tage des rsahlkalilpfes.
Berlin, 12. März. (XH.) Am Samstag steht die Bcichshauptstadt unter dem Eindruck eines Wahlkampfes, wie er bisher kaum erlebt wurde. Sämtliche Anschlagsäulen haben in der Bacht wieder ein neues Gesicht bekommen. Die einzelnen Parteien haben neue, riesenhaste Plakate herausgebracht. Vielfach sind die Anschlagsäulen in den Werbedienst für einen einzigen Kandidaten gestellt worden. Man sieht überlebensgroße Bilder Hindenburgs, das mar- kannte Gesicht Düsterbergs, viele meterhohe Aufrufe der Bationalsozialisten und reichbebilderte Anschlagsäulen der Kommunisten. Klebe- und Malkolonnen haben eine rege Tätigkeit aungeübt. Trotz verstärkter polizeilicher Wachsamkeit sind in der Bacht wieder zahlreiche Häuser-
Reffentiments nicht entschtießen konnten, den radikalen Sprung au Hitler zu wagen. Darunter werden auch viele sein, die erst einmal abwarten wollten, wie der Hase lief, und glaubten, mit ihrer Entscheidung für den zweiten Wahlgang immer noch recht zu kommen. Sie werden sich heute allerdings zusummcn mit allen denen, die überhaupt nicht zur Wahl gegangen sind, sagen müssen, daß sie ihr Ei neben das Rest gelegt haben, denn die Entscheidung ist ja tatsächlich, wenn auch formell ein zweiter Wahlgang notwendig wird, schon für Hindenburgs Wiederwahl zweifelsfrei gefallen, und man wird sich von keiner Seite um ihre Stimmen bemühen, denn weder kann Hitler mit ihnen, die außerordentlich große Spanne von 7,3 Millionen, die ihn von Hindenburg trennt, wesentlich verringern, noch benötigt sie der Reichspräsident zur Erlangung der relativen Mehrheit, die für den Zweiten Wahlgang ja lediglich erforderlich ist. Damit ist auch der Politik H u g e n b e r g s kein Erfolg beschert gewesen. Die Deutschnationalen werden im zweiten Wahlgang nicht das Zünglein an der Waage sein, wie ihr Parteiführer es erhofft hatte. Das einzige Ergebnis dieser Sonderkandidatur ist, um zweihundert» tausend Stimmen willen einen zweiten Wahl- lang erzwungen zu haben, dessen Ausgang heute chon feststeht und der deshalb weder den Deutsch- nationalen noch der Rechtsopposition überhaupt irgendwelche politischen Erfolge bringen kann. Wie oorauszusehen war, haben sich der S t a h l h e l m und ein persönlich sympathischer Bundesführer Duster- berg ohne Rot in eine Situation hineinmanovrieren lassen, deren Peinlichkeit gegenüber dem Ehrenvorsitzenden fjinbenburg jetzt erst ganz empfunden
Tuefterbcrg
Hindenburg
Hitler
rhalu
ann
Wahlkreis
OS '6 ‘1 gvalsvo;^ lUiltpjuq
). Wahl 3. 32
d.-Wahl 3. 32
OS 6 itzvmMl
x>n
OS 6 ]qva(ytiv|
d.-Wahl 3.32
08 ü pivaisbüp
■o 2
«eX
Z"
Z2
K?-
8*
£
T
£
V.
l.Lswreußen.....
1392053
133946
205738
509766
467546
402189
236507
116444
124 375
2. Berlin.........
1540675
90701
145032
5.58 771
514189
247 247
158257
370965
408646
3. Potsdam 11.....
1369 643
116780
164178
565396
528113
326087
184037
205 142
217950
4. Potsdam 1......
1390498
132680
159500
506276
531211
374415
215933
229679
230806
5. Frankfurt a. b. O.
1084677
123207
119086
409403
476472
338046
204595
81521
84 26X
6. Pommern......
1210703
198 386
242720
360980
400142
391450
237080
94522
85955
7. Breslau........
1274756
95 276
541 869
403269
259227
96 862
83133
8. Liegmtz ........
9. Ovveln........
816580
62839
58549
338027
433979
275084
142173
46741
41447
871318
54 653
101 568
369841
349219
185300
63565
102699
110633
10. Magdeburg.....
11. Merseburg .....
1120124
99007
73729
471019
597537
351029
191398
107417
98389
971 703
103542
65413
286719
368556
273708
168677
201378
205574
12. Thüringen ...
1526554
168 332
54283
507859
745741
450589
244121
216606
192259
13. Slblesioisi-Holfl..
1087972
61888
54569
393323
485382
417861
21028b
100250
94 329
14 Weier Ems.....
1016688
81835
53695
467435
552541
271504
166117
70176
50853
15. Ofthannover....
16. Südbannovcr- Braunichweig ...
712642
77716
46217
252300
361815
240653
118672
49 115
1351874
71570
61953
602056
750063
468181
283430
87 829
63764
17 Wesiialen Rord .
1615898
75534
79015
868 344
930962
318607
161993
173943
152475
18.Westfalen Süd ..
64385
54615
789769
363263
195466
279 441
239663
19. Hessen Rossau ...
1731905
63011
44 554
737 225
885107
51-
284990
167171
13714X
20. Köln-Rachen....
1507 155
31909
34816
819854
768564
215949
169510
182786
169157
21. Sohlen^irier ...
817908
52859
29242
420415
457029
155586
94 157
52185
40143
22.TüiicldorftLst ..
1475401
47 267
59421
594208
610500
334722
210162
319808
321294
23. Düsseldorf Lest .
1208394
.54591
59010
564405
576282
262691
168784
190023
176116
24. Oberbayern- Schwaben......
25. Niederbayern ...
1687970
31176
31 498
978484
834 500
376187
218326
116109
82172
818977
8372
8093
473620
372337
150240
72 159
42787
28431
26. Franken .......
27. Wal t..........
28. Dresden-Bautzen
1675625
61978
31833
812858
982 271
558246
281 118
89128
65122
613426
11300
3628
282 497
306281
196134
106325
63.365
48994
1345527
77416
.">786
625874
730182
342998
180530
148416
139556
29. Leipzig ........
30.Ebemmtz Zwickau
939 1x7
36412
30727
455279
509143
237665
115987
145001
142251
1301789
55653
49716
410310
561829
487879
264 854
236093
204959
31. Württemberg ...
1783971
83959
55202
850453
855223
369718
131683
145142
131735
1569909
28546
32688
720412
790818
385505
226655
148326
112975
33. Hessen Tarmüadt
949339
16185
11901
427837
505258
280176
137 962
104 853
84499
34. Homburg ......
914284
37 969
31376
446091
435350
200420
144 684
123908
135279
35. Mecklenburg ....
608745
61232
53059
240321
297611
181432
100244
45442
4273h
Gesamtergebnis
[42982912
2557876
,2457686
18661736
,20437437
11328571
6379672
(4971079
4590160


