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Montag, 14. Mär; 1952

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182. Jahrgang

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'er Hochantenne t abhängig. Die ufftcllung eines erben, (fine be­tt Betrieb einer toeiidunfl c:nd genügt daher.

einen Ävharat 1 toenw Sie t3 clüeb nehmen, angemeldet zu letzte Quittung weiteren Fragen i beim Postamt tcn.

Das Ergebnis der Präsidentenwahl.

Keldmarschall Hindenburgs Wiederwahl im zweiten Wahlgang gesichert. Bon 37 660 377 insgesamt abgegebenen Stimmen entfielen 18 661736 auf den Reichspräsidenten, an der absoluten Mehrheit fehlten also nur 168 452 Stimmen. Ferner erhielten Hitler 11328 571, Thälmann 4 971079 und Ouesterberg 2 557 876 Stimmen.

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Snnabme Hi Injeigew für die lagesnummcr bi* zum Nachmittag vorher.

Preis für 1 *m hohe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, au*wärt* 10 Reichspfennig; für Re- Klameanzeigen von 70 mm Brette 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20'. mehr.

Chefredakteur

Dr. Frredr. Will». Lange. Derantworttich für Politik Dr. ftr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen led Ernst Blumfchein und für den Anzeigenteil Max Fistcr, sämtlich in Glesien.

südwestdeutschen Wahlkreisen Württemberg. Ba­den und Hesfen-Darmftadt, schließlich noch in Hamburg. Hitler ftanb in den Wahlkreisen Pommern. Schleswig-Holstein und ChemniN Zwickau an erster Stelle, die absolute Mehrheit wurde für ihn in keinem Wahlkreis erreicht. Be­sondere Beachtung verdient der Dahllrei? Merseburg, in dem die drei Kandrdaten Hindenburg. Hitler und Thälmann mit 286 700 273 000 und 201 000 sich stark einander nähern Luch tm Wahlkreis Ost-Hannover blieb Hitler nur um rund 12 000 Stimmen hinter Hindenburg znrück.

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fronten und Gehsteige bemalt worden. Die Zahl der wegen dieser Malereien in der letzten Woche Zwang-gestellten beläust sich auf rund 600 Personen. Flugblätter werden aus allen Straßen in Mengen.verteilt. Trupp- von Erwerbslosen tragen Wahlausruse durch die Stadt Flugzeuge wersen Flugblätter ab. Lus öffentlichen Plätzen und breiten Berlehr-straßen sind große Leinwandplakate, die von Baum zu Baum oder von einem Lampenmast zum anderen gezogen sind, angebracht. Die nationälsozialisti» schen Berkehrslokale sind meist an der Strahen- front au-geschlagen mit Bilder von Hitler mit dem Hakenkreuz und den Worten ..Parole Hitler!' In den Arbeiterwohnvierteln sieht man häufig die Sowjets ahne oder Fahnen mit dem Bilde Thälmanns auf den Häusern wehen und in den Fenstern und Balkon- hängen. Ln dem Gebäude derBoten Fahne" am Bülowplah sind etwa 100 Bilder des kommunistischen Kandidaten an­gebracht Selbst die Wilhelmstraße hat heute et­was von ihrer sonst so vornehmen Buhe verloren. Die Polizeiposten sind verstärkt worden und immer wieder sammeln sich Gruppen von Beugierigen vor dem PalaiS de- BeichSPräsidenten an.

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Das Ergebnis in

In der folgenden Tabelle sind zu dem Ergebnis, des ersten Äahlganges der Reichspräsidentenwahl die Ergebnisse der R e i ch s t a g s w a h l vom 14. September 1930 in Vergleich gefetzt. Da I die Präsidentenwahl eine Personenwahl, nicht aber eine Parlamentswahl nach Parteilisten ist. trifft der hier gezogene Vergleich n u r b e d i n g t zu. So wur. den für den gemeinsamen Kandidaten der Deutsch- nationalen und des Stahlhelms Düsterberg nur diejenigen Stimmen eingesetzt, welche die Deutsch- nationalen im September 1930 erhielten. für_ den kommunistischen Kandidaten T h a l m a n n die Stim­men der kommunistischen Partei, für den national-

Oie Entscheidung.

Rach einem zwar kurzen, ober überaus scharfen Wahlkamps, der namentlich in den Großstädten, aber auch auf dem flachen Lande durch eine außer- ordentlich rege DersammlungLtätigkeit besonders der radikalen Parteien geführt wurde, ist die erste Schlacht im Kampf um die Präsidentschaft geschla­gen und damit auch schon, wenn auch formell ein zweiter Wahlgang notwendig wird, die Entschei­dung gefallen: die Wiederwahl des Feld- Marschalls v. Hindenburg zum Reichs­präsidenten ist heute schon eine u n um st östliche Tatsache. Rur die an der un­geheuren Wahlbeteiligung gemessen lächerlich ge­ringe Zahl von knapp 170 000 Stimmen fehlt an der absoluten Mehrheit von rund 18,8 Millionen, die uns einen zweiten Wahlgang erspart hätte, üfienn wir also auch um diesen nicht herumkommen, sa ist das Ergebnis für den Reichspräsidenten von Hindenburg doch so unbezweifelbar, daß cs ein starkes Moment der Beunruhigung und Sorge um die innerpolitische Entwicklung schon jetzt ausgeräumt dnt. Das ist namentlich im Interesse unserer Wirt­schaft zu begrüben, die in diesen Wochen die Un­durchsichtigkeit der politischen Lage besonders schwer zu spüren bekommen Hal. Wir hoffen aber auch, daß die deutsche Außenpolitik von dresem reinigen- den und klärenden Ausgang dieses ersten Wahl­gangs unmittelbar profitieren wird. Der Reichs- ianzler, den die Heftigkeit des Wahlkampfes zu stärkster Aktivität gezwungen hatte, wird sich nun mit neuer Straft der Leitung der auswärtigen Gc- schäfte widmen müssen, wenn er es nicht überhaupt norziehen sollte, wieder eine Trennung der beiden "Isforts des Kanzleramtes und des Außenministe-

den Wahlkreisen.

sozialistischen Kandidaten j) i t l e r die Stimmen der naiionalsozialisiiichen Partei. Für die Kandidatur des Reichspräsidenten van Hindenburg konnten nur die Stirnmen dersen Hen Parteien zum Vergleich herangezogen werden, oie sich für die Kan didatur Hindenburgs erklärt hatten, das sind also Konservative Dolkspartei. Landvolkparlei, Deutsche Volksparlei. Wirtschaftspartei. Christlich Sozialer Voiksdiensl. Bayrische Volkspartei, Zentrum. Staats partei und Sozialdemokratische Partei. Rund eine Million Stimmen, die bei der Reichstagswohl 1930 auf Splitterparteien entfielen, wurden bei dem Ver­gleich nicht berücksichtigt.

ilums zu erwägen.

Die Wahlschlacht des 13. März hat wieder einmal überzeugend bewiesen, daß die große Persönlichkeit ihre starke Anziehungskraft auf alle Dolkskreise über alle Parteischranken hinweg noch nicht eingebüßt hat. Obwohl die Kandidatur des Feldmarschalls un­ter wenig glücklichen Auspizien nach einer in hohem Maße unerquicklichen Vorgeschichte ausgestellt war unb gegen eine in kaum dagewesenen Dimensionen "an den routiniertesten Werbefachleuten aufgezogene Propaganda verteidigt werden mußte, wobei tue Werbung für die Kandidatur Hindenburgs von ad hoc gebildeten Ausschüssen ohne wesentliche Mittel unb ohne großen Apparat durchgesuhrt werden mußte, erwies sich doch der gesunde Instinkt des Volkes stark genug, dem in Krieg unb Frieden gleich Bewährten zu einem großen Erfolg zu verhelfen. Dabei ist weiter zu beachten, daß die Parteien von der Linken bis zur gemäßigten Rechten, die tm Dahlkampf die Parole für die Wiederwahl des Feldmarschalls ausgegeben hatten, zweifellos, wenn o; um eine Parlamentswahl gegangen wäre, nicht die gleiche Stitnmenzahl auf sich hätten vereinigen können, wie sie jetzt Hindenburg zugefallen sind. Es i find aus dem großen Reservoir der partcipohtifd) vicht festgelegten Wähler sicherlich Millionen mobil gemacht worden, deren stimmen für das Verbleiben des Feldmarschalls an der Spitze des Reiches den Äusfchlag gegeben haben.

Einziger ernsthafter Gegner im Kamps um die ^ ibentfdmft war der Kandidat der Rationalsozia »sten. Die Partei hat anscheinend anfangs gezögert, ihren Führer Adolf Hitler persönlich schon ,m ersten Wahlgang herauszustellen, die Slandidatur Hindenburg» hat sie dazu gezwungen und* qebnis der gestrigen Wahl hat dieser Taktik Recht ergeben. Wenn Dr. Goebbels und andere natio- iialsozialistifche Führer in ihren Wahlreden .mit Ziffern von 15 Millionen und mehr operierten, die für Hitler abgegeben werden wurden, so hat die Dahl gezeigt, daß es der nationaliozlallstllchcn 23c- vegung trotz stärkster Anspannung ihres Propa ganbaapparatd und außerordentlich besuchter R af- enversammlungcn in allen Großstädten nut Hitler unb anderen Führern als Redner nicht gelungen ist, Sic Zahl ihrer Anhänger gegenüber dem Ergebnis Ser Reichstagswahl vom 14. oeplembcr 1930 mehr als zu verdoppeln, geschweige denn die absolute Majorität zu erhalten, die bie Voraussetzung ist für Sie Ergreifung der alleinigen Macht auf Ir lalcm Wege. Daß die Anziehungskraft der Berne- lunq annähernd alle Quellen erfchöpsl haben durste und damit der .Kulminationspunkt oenniitlich er- -eicht fein wird, dafür ist vielleicht die -Attache em .'eweiskrästiges Zeugnis, daß in H e | f e n bie Pra° ibcntcnmahl der Partei bereits einen leichten Ruck ianq gegenüber der Landtagswahl oom 15. Rovern- ber' vorigen Jahres gebracht hat (280 000 gegen 29 1 000) und daß im ganzen Reichsgebiet nicht ein­mal die in Hessen seinerzeit erreichten 35 v. N. ber iSesamtstimmenzahl aufgeholt werden konnten.

Die beiden Zählkandidaturen D ü ft e r b e r g unb Thälmann zeigen überraschenderweise ein ge­genüber der Reichstagswahl von 1930 kaum ver­ändertes Bild. Obwohl man unter den Auswirkun­gen de- furchtbaren Rotwinters mit einem starken Ansteigen der kommunistischen Stimmen gerechnet batte, konnte Thälmann die Junger Moskaus nur im rund 400 000 vermehren, in Hessen haben die Kommunisten sogar gegenüber der letzten Landtags mahl einen leichten Rückgang von hnnenb Slmimen

mit in Kauf nehmen muffen, ber sich, wenn man bie kommunistische Opposition unb die Sozialistische Ar­beiterpartei hinzurechnet, allerdings auf runb 25000 immerhin beträchtlich erhöht. D ü st e r d e r g , ber Ranbibat bes Stahlhelms unb ber Deutschnationalen hat mit zweieinhalb Millionen mehr Stimmen er­halten. als bie meisten Wahrscheinlich!eitsrcchnun- gen ihm zuaebilligt hatten. Da wohl anzunehmen i(t, baß bie Deutschnationale Dolkspartei analog ber Landtagswahl in Helfen bei einer Parlameiftswahl an den Verlusten der andern bürgerlichen Parteien teilgenommen hätte, mag auch hier bie Persönlich­keit des Kandidaten jenseits ber Parteigrenzen An­ziehungskraft ausgeubt haben. Weit mehr noch hat allerbings bie Annahme für sich, daß sich unter den zweieinhalb Millionen für Dusterberg abgegebenen Stimmen die vielen Unentschlossenen unb Zaghaften befinben, die aus einer gewissen Verärgerung her­aus ober unter ber Einwirkung ber gegen die Per­son Hindenburgs gerichteten Agitation zwar dem Feldmarschall ihre Stimme nicht geben wollten, sich aber aus Gründen bürgerlichen, antisozialistischen

Erscheint täglich,außer Sonntags unb Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Lietzener Familien blätter Heimat'm Bild Die Scholle nionat»-0ejugspreis:

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GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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wirb.

Betrachten wir noch kurz das Wahlergebnis nach landschastlichen Gesichtspunkten, so fällt zu­nächst auf. daß der Westen und Süden die größte Zahl der Wahlkreise aufzeigt, die eine absolute Mehrheit für den BeichSPräsidenten gebracht ho­ben, während Hitler seine Srlolge durchweg in Bord- und Ostdeutschland gehabt hat. Das ist bei flüchtiger Betrachtung deshalb überraschend, weil Hitler Katholik und Süddeutscher ist, der gegen­über Hindenburg, dem protestantischen Sohn ber Ostmark, hätte im Hintertreffen fein müssen So sollte man wenigstens meinen. Aber es ist zu be­achten daß die nationalsozialistische Agitation na­turgemäß unter der seit Jahren schwer notlei« deichen Landwirtschaft treibenden Bevölkerung des platten Lande» auf fruchtbaren Boden fallen mußte. 3n unserer nächsten Bachbarschaft haben dafür ja die oberk^ssischen Kreise Alsfeld, schot­ten. Lauterbach und Büdingen, die alle eine über­aus starke nationalsozialistische Mehrheit gewählt haben, ein schlagendes Beispiel gegeben Zn den ostelbischen Provinzen Preußens kam dazu noch der Einfluß des Beichslandbundes. So konnte Hitler in Schleswig-Holstein und Pommern Hindenburg an Etimmenzahl überholen. Sehr starke Mehrheiten ergaben sich dagegen für den Reichspräsidenten in Öen rheinisch-west­fälischen Wahlkreisen, in Baden. Württemberg und ganz besonders in Dahern, dem Ausgangspunkt der nationalsszialistischen Bewe­gung Auch H e s s e n hat sich mit 428 000 Stim­men also mit absoluter Mehrheit für Hink^nburg entschieden Interessant ist noch das Ergebnis in Hamburg, wo beide radikalen Flugeiparteien ebenso wie in Hessen gegenüber den Bürgerichafts- wahlen bereite wieder einen Rückgang aufweisen, der bei den Kommunisten sogar die September­wahlen des Jahres 1930 noch unterschreitet.

Bach dem wir nun wochenlang im schärfsten po­litischen Kampf gestanden haben, darf man wodl wenigstens bis zum Osterfest auf einen allgemei­nen Waffenstillstand hoffen Er ist schon um des­willen dringend wünschenswert, daß sich die er­hitzten Gemüter wieder beruhigen und inS Un­erträgliche gesteigerte Spannungen sich lösen. Für die praktische politische Arbeit wäre es ohnehin am vorteilhaftesten, den zweiten Wahlgang, für Öen schwerlich noch irgendwelche Sensation zu er­warten ist, mit einem Minimum an gegenteiliger Verhetzung zu bestreiten. Dem Ziel der Volks­gemeinschaft, das doch alle sich ihrer Beranb-

(Sine absolute Mehrheit also mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen, erhielt Reichspräsident von Hindenburg in insge­samt 17 von 35 Wahlkreisen, und zwar im schlesischen Wahlkreis Oppeln, in den west­deutschen Wahlkreisen Weier-Ems. Westfalen- Bord. Westfalen-Süd. Köln-Aachen. Koblenz- Xricr. Düsseldorf-West, ferner in sämtlichen 4 bayrischen Wahlkreisen (öarunter Oberbayern mit der überhaupt höchsten ab­gegebenen Stimmenzahl von 978 000 für Hinden­burg.. weiter in den beiden sächsischen Wahl­kreisen Dresden-BanGen tmb Leidig, hi den

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Wortung für das Ganze bewußten politischen Füh­rer anstreben. könnte mit einer weitgehenden Aus­schaltung aller Agitation auf allen Seiten nur gedient werden Die bald darauf folgenden Preuhenwahlen bieten ja wieder hinreichend Ge­legenheit. im Wahlkampf die Kräfte zu messen.

Vor der Schlacht.

Berlin am letzten Tage des rsahlkalilpfes.

Berlin, 12. März. (XH.) Am Samstag steht die Bcichshauptstadt unter dem Eindruck eines Wahlkampfes, wie er bisher kaum erlebt wurde. Sämtliche Anschlagsäulen haben in der Bacht wieder ein neues Gesicht bekommen. Die einzelnen Parteien haben neue, riesenhaste Plakate herausgebracht. Vielfach sind die An­schlagsäulen in den Werbedienst für einen ein­zigen Kandidaten gestellt worden. Man sieht überlebensgroße Bilder Hindenburgs, das mar- kannte Gesicht Düsterbergs, viele meterhohe Auf­rufe der Bationalsozialisten und reichbebilderte Anschlagsäulen der Kommunisten. Klebe- und Malkolonnen haben eine rege Tätigkeit aungeübt. Trotz verstärkter polizeilicher Wachsamkeit sind in der Bacht wieder zahlreiche Häuser-

Reffentiments nicht entschtießen konnten, den radi­kalen Sprung au Hitler zu wagen. Darunter wer­den auch viele sein, die erst einmal abwarten woll­ten, wie der Hase lief, und glaubten, mit ihrer Ent­scheidung für den zweiten Wahlgang immer noch recht zu kommen. Sie werden sich heute allerdings zusummcn mit allen denen, die überhaupt nicht zur Wahl gegangen sind, sagen müssen, daß sie ihr Ei neben das Rest gelegt haben, denn die Entscheidung ist ja tatsächlich, wenn auch formell ein zweiter Wahlgang notwendig wird, schon für Hindenburgs Wiederwahl zweifelsfrei gefallen, und man wird sich von keiner Seite um ihre Stimmen bemühen, denn weder kann Hitler mit ihnen, die außerordentlich große Spanne von 7,3 Millionen, die ihn von Hin­denburg trennt, wesentlich verringern, noch benötigt sie der Reichspräsident zur Erlangung der relativen Mehrheit, die für den Zweiten Wahlgang ja lediglich erforderlich ist. Damit ist auch der Poli­tik H u g e n b e r g s kein Erfolg beschert gewesen. Die Deutschnationalen werden im zweiten Wahl­gang nicht das Zünglein an der Waage sein, wie ihr Parteiführer es erhofft hatte. Das einzige Er­gebnis dieser Sonderkandidatur ist, um zweihundert» tausend Stimmen willen einen zweiten Wahl- lang erzwungen zu haben, dessen Ausgang heute chon feststeht und der deshalb weder den Deutsch- nationalen noch der Rechtsopposition überhaupt irgendwelche politischen Erfolge bringen kann. Wie oorauszusehen war, haben sich der S t a h l h e l m und ein persönlich sympathischer Bundesführer Duster- berg ohne Rot in eine Situation hineinmanovrieren lassen, deren Peinlichkeit gegenüber dem Ehren­vorsitzenden fjinbenburg jetzt erst ganz empfunden

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