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Wirischast.

Diskonterhöhung in Belgien.

Brüssel, 13. San. (WLB.) Die belgische Nationalbank hat ihren Diskontsatz von 2.5 auf 3,5 Prozent erhöht.

Neuer Plan zur Regelung der Treib st offwirtschaft. Wie WTB.-Han- delsdienst erfährt, wird gegenwärtig von den zuständigen Stellen ein Plan zur Neuordnung der deutschen Lreibstoffwirtschaft erörtert. Nach diesem Plan soll eine Cinheitsmarke für den deutschen Treibstoff zu einem Einheitspreis fest­gesetzt werden in Verbindung mit einem Lizenz­system für die ausländischen Liefergruppen. Die Zusammensetzung des Einheitsbrennstoffes soll so sein, das; auf Benzin 70 v. $>., auf Methylalkohol 10 v. S)., auf Nethylalkohol 10 v. Sy und auf Benzol ebenfa.ls 10 v. H entfallen. Zusammenhängend mit diesem Projekt wird auch an eine Reorganisation des Verteilungsapparates der deutschen Treib­stoffwirtschaft gedacht, dessen Kosten fast 50 Pro­zent des Denzinpreises ausmachen.

* Hannoversche Waggonfabrik A G. (H a w a), H a n n o v e r. In der Gläubigerversamm­lung der Hawa, die von etwa 150 Gläubigern be­sucht war, unterbreitete der Gläubigerausschuß fol­genden Vergleichsvorschlag: Die Hawa tritt in Liquidation. Die Liquidation erfolgt unter Mit­wirkung eines durch die Gläubigerversammlung bestellten Ueberwachungsausschusseo. lieber die vor­aussichtliche Quote können noch keine Angaben ge­macht werden, da die Realisierung der Vermögens­werte der Hawa außerordentlich schwer und lang­wierig sei. Die Versuche verschiedener Stellen, die Aufrechterhaltung des Betriebes wenigstens in ver­kleinertem Umfange zu erreichen, seien bislang fehlgeschlagen. Die Abstimmung erbrachte die ein­stimmige Annahme des Vergleichsvorschlages und des oorgeschlagenen Ueberwachungsausschusses.

* Günstige Aussichtenbei den Dren- nabor-Werken. Die während des Ver­gleichsverfahrens bei den Drennabor-Werken Gebr. Reichstem, Brandenburg a. H. geführten Verhandlungen, die kurz vor dem Abschluß stehen, lassen erkennen, daß mit einer baldigen Wieder­aufnahme der Gesamtbetriebe der Brennabor- Werke zu rechnen ist. Der Handel mit Fahrzeu­gen, sowie der Kundendienst, d. h. die Ausfüh­rung von Reparaturen und die Lieferung von Ersatzteilen, haben bisher keine Unterbrechung er­fahren. An der Fertigstellung eines größeren De- hördenauftrags in der Automobilabteilung wird eifrig gearbeitet. Darüber hinaus liegen mxh wei­tere namhafte Aufträge für die verschiedenen Ab­teilungen vor.

Mainzer Aktien-Bierbrauerei, Mainz. Der Geschäftsbericht der Brauerei für das Geschäftsjahr 1930/31 weist Gesamteinnahmen in Höhe von 6,46 (8,38) Mill. Mk. aus, Steuern, Löhne und Detriebsunkosten erforderten 4,84 (6,02) Mill, Mk., für Rohmaterialien wurden 0,87 (1,34) Mill. Mk. aufgewendet, auf Diersteuer entfielen 2,36 Mill. Mk. Als Rohüberschuß wird ein Betrag von 761 267 (1 021 000) Mk. an- gegeben. Hiervon sind für zweifelhafte Außen­stände infolge des Wertrückganges aller ding­lichen Sicherungen und früher ganz unbedenk­licher Debitoren 400 000 Mk. zu kürzen, ab­geschrieben werden 0,26 (0,46) Mill. Mk., so daß insgesamt 146 698 Mk. (635 274) Reingewinn zur Verfügung stehen, woraus 3 Prozent (13 Pro- I zent) Dividende auf die StA.- und wieder 6 Pro- |

' zent VA.-Dividende ausgeschüttet werden sollen. 56 218 Mk. (45 956) sollen vorgetragen werden.

Frankfurt befestigt.

Frankfurt a. M., 13. Jan. Tendenz: wider­standsfähig. Der heutige Effektenfreiverkehr von Bureau zu Bureau eröffnete schon recht Wi­tze r st a n d s f ä h i g und zeigte später allgemein eine leichte Befestigung. Da es aber an Anregungen besonderer Natur fehlte, hielt sich die ülmsatztätigkeit in engen Grenzen und erfuhr auch später keine nennenswerte Belebung, mit Ausnahme einiger Spezialwerte. Mehr Interesse machte sich heute für einige Nebenwerte, wie Deutsche Erdöl, Schiffahrtsaktien und andere be­merkbar, wobei sich Kursbesserungen bis zu 1,5 v. H. ergaben. Auch in Frankfurt weniger gehandelte Papiere, wie Dessauer Gas und Schul- theiß-Pahenhofer, letztere scheinbar in Erwartung einer Diersteuerermäßigung, lenkten etwas Inter­esse auf sich, bei Erhöhungen um etwa 1 bis 2 v. H. Von sonstigen Aktienwerten sind noch Kunstseide­papiere, Reichsbank und IG.-Farben erwähnens­wert, aber auch einige Energieversorgungswerte nannte man etwas höher. Montan- und Bank­aktien lagen vollkommen unverändert, ebenso zeig­ten Kalipapiere nur unwesentliche Veränderun­gen. IG.-Farben-Donds und Reichsbahn-Vor­zugsaktien lagen etwa 1 v. H. höher bzw. gut behauptet. Von lokalen Werten fanden Scheide­anstalt mit einer Besserung von 1 v. H. Beach­tung.

Am Rentenmarkt war die Stimmung m e i st f e st e r. Besonders Reichsschuldbuchfor­derungen waren gefragt und 1 v. H. höher. Don Goldpfandbriefen blieben Frankfurter Werte un­verändert, wogegen rheinische Papiere etwa 0,5 bis 1 v. H. anzogen. Liquidations-Pfandbriefe plus 0,5 v. H. Don Kommunal-Obligationen stell­ten sich Frankfurter und rheinische Papiere etwas höher. Deutsche Anleihen blieben gut gehalten. Industrie-Obligationen waren für westdeutsche Rechnung weiter gesucht, jedoch ohne wesentliche Kursveränderungen. Auslandrenten lagen qe- schäftslos.

Freundliche Grundstimmung in Berlin.

Berlin, 14. Ian. (WTD. Funkspruch.) Trotz der immer noch ungeklärten innerpolitischen Lage übertrug sich die freundliche G r u n d st i m- m u n g von gestern auch auf den heutigen tele­phonischen Freiverkehr. Die Tendenz war für Spezialwerte sogar recht fest, da schon bei kleinster Nachfrage Materialmangel eintrat. Die Bildung des neuen Kabinetts Laval zerstreute die Befürchtungen wegen einer even­tuellen Verschiebung der Lausanner Konferenz, und die feste Haltung an der gestrigen Neuyorker Börse regte ebenfalls an, obwohl diese Festig- feit in erster Linie mit den Kreditverbilligungs- maßnohmen der amerikanischen Regierung in Zu­sammenhang zu bringen sein dürfte. Man wies aber darauf hin, daß in den letzten Tagen die deutschen Werte im Auslande Stei­gerungen erfahren hätten, die hier die Kurse im Freiverkchr nicht in gleichem Maße mit­machten, und da die Arbitrage mit dem Auslande jetzt wieder stärker am Werke sei, müßte sich dies kursmähig ausgleichen.

Schon gestern abend waren, mit Ausnahme von Siemens, bei denen demnächst die Dividenden­erklärung erwartet wird, die höchsten Tageskurse recht gut behauptet, heute traten auf den meisten Marktgebieten aber noch eher weitere Be­

festigungen ein. Bevorzugt lagen wieder Spe- zialwerte, Kali- und Farbenaktien. Banken waren behauptet, Reichsbankanteile plus 1 v. H., Schiff- fahrtsaktien und Montanwerte waren vernach­lässigt, Kunstseide bis zu 1 v. H. fester, ebenso Elektropapiere. Bei Farben und Kaliwerten gin­gen die Besserungen bis zu 4 v. H. Man verwies dabei auf Abscchverbefserung des Stickstoffs durch die llebernahme einer Bürgschaft für Düngemittel durch das Reich. Bon sonstigen Werten sind wie­der Charlottenburger Wasser, Dessauer Gas und Berger mit bis zu 5 v. H. betragenden Gewinnen zu nennen, aber auch Orenstein, Holzmann, Felten, Schuckert, Licht & Kraft, Mannesmann und Schul­theiß fielen durch etwas größere llmsatztätigkeit auf. Festverzinsliche Werte, Anleihen und Pfand- briefe lagen ziemlich vernachlässigt. Bei kleinem Geschäft erfuhren die Kurse nur geringe Verände­rungen. Interesse erhielt sich für Reichsschuldbuch­forderungen, die abermals etwa 1 v. H. gewannen, auch Farbenbonds und Reichsbahnvorzüge konn­ten um etwa 1 v. H. anziehen.

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a.M.

Bantnoten.

13.Januar

14.Januar

Amtliche Notierung

Amtliche Natlcruna

Keld

Bries

Geld

Bries

Helsingfor» Wien....

6,014

6,026

6,034

6,046

49,95

50,05

49,95

50,05

Prag . . .

Budapest. .

12,465

12,485

12,465

12,485

60,94

61,06

59,64

60,06

Sofia . . .

3,057

3,063

3,057

3,063

Holland . .

169,03

169,37

168,98

169,32

Oslo. . . . Kopenhagen.

78,02

78,18

78,17

78,33

78,72

78,88

79,12

79,28

Stockholm .

79,92

80,08

80,17

80,33

London. . .

Buenos Aires

14,35

14,39

14,41

14,45

1,033

1,037

1,033

1,037

Neuyork . .

4,209

4,217

4,209

4,217

Brüssel. . .

58,44

58,56

58,49

58,61

Italien. . .

21,24

21,28

21,30

21,34

Paris . . .

16,50

16,54

16,50

16,54

Schweiz . .

81,97

82,13

81,92

82,08

Spanien . .

35,66

35,74

35,66

35,74

Danzig. . .

81.87

82,03

81,87

82,03

Japan . . .

1,508

1,512

1,518

1,522

Otto de Jan..

0,251

0,253

0,251

0,253

Jugoslawien.

7,437

7,447

7,433

7,447

Lissabon . .

13,04

13,06

13,09

13,11

Berlin, 13. Januar

Geld

Bries

Amerikanische Noten.......

4,20

4,22

Belgische Noten.........

58,28

S8 S9

Dänische Noten.........

78,54

78,86

Englische Noten.........

14,31

14,37

Französische Noten........

16.46

16,52

Holländische Note«........

168,66

169,34

Italienische Noten........

21,17

21,25

Norwegische Noten ....

77,84

78,16

Deutsch-Oesterreich, loo Schillina

Rumänische Noten . ...

2,48

2,50

Schwedische Noten........

79 74

Schweizer Noten.........

81 79

Spanische Noten.........

35^53

35^67

Ungarische Noten........

Reichsbankdiskont l v. h., Lombardzinsfuß 8 v. h. Oie gestrigen Devisenmärkte ruhig.

Berlin, 13. Ian. (WTD.) An den inter­nationalen Devisenmärkten waren heute vormittag größere Veränderungen nicht zu beobachten. Während sich das englische Pfund gut behauptete, konnte sich die Reichsmark weiter befestigen, und auch der Dollar zog gegen gestern leicht an. Das englische Pfund stellte sich auf 3,4OV4 gegen den Dollar, also unverändert zu seinem gestrigen Schlußkurs in Neuyork, gegen den Gulden auf 8,94y2, gegen Zürich auf 17,50 und gegen Paris auf 87,03. Die Reichsmark zog in Amsterdam auf 58,92V2, in Zürich auf 121,40, später 121,30 und in Paris auf 603 an, während sie in London mit 14,40 genannt wurde. Der Dollar zog in Amsterdam auf 249,20 an. Die Norddevisen sowie die Südamerikaner blie­ben unverändert.

Auch am Nachmittag war das Geschäft sehr

ruhig, die Veränderungen hielten sich all» gemein in engem Rahmen, doch lagen Reichs­mark und Dollar eine Kleinigkeit fester, während das Pfund nur gut behauptet blieb. Gegen beit Dollar stellte es sich auf 3,40T/8, gegen Amster­dam auf 8,493/4, gegen Zürich auf 17,50, gegen Paris auf 87,03 und gegen die Reichsmark auf 14,41. Der Dollar konnte sich in Amsterdam auf 249,311/? befestigen, während die Reichsmark in Amsterdam auf 58,98, in Zürich auf 121,40 an- zog und sich in Neuyork auf 23,67 stellte. Di« Norddevisen waren gehalten, der französisch« Franks behauptete sich gut.

Frankfurter Schlachtviehrnarkt.

Frankfurt a. M., 14. Ian. Auftrieb: Rin­der 158 Stück; Kälber 1063, Schafe 259, Schweins 773, darunter 243 Litauer. Es wurden notiert: Kälber, beste Mast- und Saugkälber 3640, mitt­lere Mast- und Saugkälber 3135, geringe Käl­ber 2730; Schafe, Mastlämmer und jüngere Masthämmel, Weidemast, 2528, mittlere Mast- lämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 1824; Schweine, vollfleischige Schweine von zirka 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 38 bis 40, desgl. von zirka 200 bis 240 Pfd. Lebend­gewicht 3841, desgl. von 160 Zis 200 Pfd. Le­bendgewicht 3740, fleischige Schweine von zirka 120 bis 160 Pfd. Lebendgewicht 3439. Markt­verkauf: Kälber sehr schleppend, Schafe rege, ge­räumt, Schweine schleppend, ausverkauft.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Das Eingesandt des Mietervereins vom 12. d. M»

Dem Mieterverein empfehle ich, sich über di- Nichtigkeit seiner Angaben zu orientieren, bevor er Mitteilungen in die Zeitung bringt. Dis wahre Sachlage ist folgende:

Ich erhebe bis 31. Dezember 1931 bei gesetzliche« Miete 122 Prozent der Friedensmiete, und zwar 119 Prozent als reine Miete und 3 Prozent de« Friedensmiete als a-Konto-Zahlung auf das Wasfergeld bis zur Abrechnung. Ist der Wasser­verbrauch in einem Vierteljahr über 3 Prozent der Friedensmiete, dann rechne ich den Mehr­verbrauch an, ist im nächsten Vierteljahr de« Verbrauch unter 3 Prozent der Friedensmiete, dann bringe ich den nichtverbrauchten Betrag dem Mieter gut, so daß tatsächlich nur der wirk­liche Wasserverbrauch 51fr Erhebung kommt, bzw. bei mir zur Erhebung gekommen ist. Diese Art der Abrechnung fällt jedenfalls dem größten Teil der Mieter leichter, als wenn der Wassergeld­betrag vierteljährlich auf einmal erhoben wird und ihnen dafür jeden Monat die 3 Prozent an der Miete gekürzt werden.

Wenn der Mieterverein seinen Mitgliedern dienen will, dann hätte er ihnen auch einmal dahingehend Aufklärung geben sollen, daß Miete« in den Fällen, in denen sie das Wasser fahr­lässig laufen lassen, auch allein für den Mehr­verbrauch aufzukommen haben, .lieber derartige Fälle liegen Gerichtsentscheidungen vor.

Der fragliche Hausverwalter.

Aus dem Amtsverkündigungsblatt.

* Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 3 vom 12. Ianuar enthält: Ausführung des Tumultschädengesetzes. Wahl der Kreistags- Mitglieder. Maul- und Klauenseuche in Hof- Düll und Annerod. Die Führung der Sprung­register. Das Gesetz über die Beschäftigung Schwerbeschädigter. Dienstnachrichten.

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