Nr. 11 Erstes Matt
182. Jahrgang
Donnerstag, 14. Januar 1952
GiehenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Die Vorbereitungen der Präsidentenwahl.
Ein überparieilicher Ausschuß soll Hindenburgs Vottskandidaiur aufstellen.
Berlin, 13. Ian. (VDZ.) 3m Reichstag fand am Mittwochabend die bereits angekündigte Besprechung von Mitgliedern der Mittel- Parteien über die Volkswahl des Reichspräsidenten o. Hindenburg statt. Ls handelte sich, ebenso wie am Dienstag, um rein private Besprechungen interessierter Politiker, also nicht etwa um Verhandlungen der Parteien. Dabei ergab sich, wie bereits bei den Besprechungen am Dienstag, Einigkeit darüber, dah die A u s st e l l u n g u n d Mahl Hindenburgs als gemeinsamer Kandidat de» ganzen Volke» ein erstrebenswertes Ziel auch im Hinblick auf die Außenpolitik fei. Gleichzeitig kam jedoch zum Ausdruck, daß die Parteien keinen Schritt in dieser Richtung unternehmen könnten. weil dadurch der Erfolg nur gefährdet werden könnte. Man würde es natürlich begrüßen, wenn andere streife, die parteimäßig nicht gebunnbe find, die Aufstellung der gemeinsamen Kandidatur Hindenburgs übernehmen. Der Gedanke eines überparteilichen Gremiums stehe durchaus im Vordergrund. Man könne sich dabei den Verlauf so denken, daß etwa 5000 bedeutende Persönlichkeiten des deutschen öffentlichen Lebens aus Verwaltung, Misfenfcl)aft, Kunst, Wirtschaft ufro. ersucht würden, die volkskandidalur Hindenburgs von sich aus zu beantragen.
Der Termin für die Reich-Präsidentenwahl ist vorn Reichstag festzusehen, der zu diesem Zweck unter Umständen noch vor dem 2 3. Februar zusammentreten müßte. Die Reichsregierung wird dem Reichstag einen Termin für die Präsidentenwahl in Vorschlag bringen. 3m Reichsinnenmini- flerium wartet man mit dem Vorschlag des Termins jedoch noch, bis die Frage der Kandidatur einigermaßen geklärt erscheint.
E» scheint, daß man es zunächst für das richtigste hält, die Dinge nicht zu überstürzen, sondern vor- t r ft eine Beruhigungspaufe einzulegen. Dabei ist cs selbstverständlich, daß die wiederaus- ffeUung de» Reichspräsidenten von Hindenburg unter ollen Umständen kommen wird, nur dürfte nach der Auffassung der beteiligten Kreife die ganze Frage in einer viel ruhigeren und würdigeren Form gelöst werden, wenn man einige Zeit in« Land gehen läßt. Der Termin, bis zu dem die Neuwahl des Reichspräsidenten vollzogen werden muß, steht fest. Er läßt für die Vorbereitungen genügend Zeit, so daß man inzwischen «judj überseh n kann, ob die Nominierung aus dem Parlament oder auch in anderer Form durch einen mehr unpolitischen Volksausschuß der beste weg zur Erreichung des Ziels ist.
Die N6DAP. zum Scheitern -er parlamentarischen Aktion.
Hitlers ‘-Berliner ‘Besprechungen.
München, 13. Ian. (TU.) Die Pressestelle der Reichsleitung der NSDAP. veröffentlicht eine eingehende Schilderung der Berliner Dcsprechun- iflcn. Aus dieser geht hervor, daß Hitler schon in der Aussprache mit General Groener am Mittwoch, dem 6. Januar abends, bemerkt hat, Laß nach seiner Auffassung gegen den Plan einer charlamentarischenBerlängcrung der Amtszeit des Reichspräsidenten schwere verfassungsrechtliche undpolitischc Bedenken bestünden. Sofort nach dieser ersten Untcr- -rcdung hatte Hitler eine Besprechung mit den Herren seines engeren Stabes und teilte ihnen leine Auffassung mit, daß aus verfassungsrechtlichen und politischen Gründen der Vorschlag des Reichskanzlers a b g e l e h n t werden müsse, daß <ber der Reichspräsi dent selb st unter Zeinen Umständen dadurch bloßgestellt werden Dürfe. Hitler verpflichtete die Anwesenden zu trengfter Verschwiegenheit und gab eine ent- sprechende Anweisung an die nationalsozialistische Parteipresse heraus.
Am Dienstag, dem 7. Januar vormittags, ©erfaßte Hitler die erste Denkschrift zur Ablehnung Les Vorschlages des Reichskanzlers als Grund- lage einer einheitlichen Information der Herren, Die zur sofortigen Besprechung zu ihm gebeten waren. Um 16 Ußr fand die Zusammenkunft im 2eichswehrministerium mit dem Reichskanzler und Dem Reichsinnenminister statt. Der Reichskanzler versuchte die Rotwendigkeit der beab- s chtigten parlamentarischen Aktion mit außenpolitischen Argumenten zu begründen. Eitler wiederholte im verstärkten Maße seine Be- ^nken und wies auch daraus hin, daß zu seinem bedauern die im Interesse des Reichspräsidenten diskret zu behandelnde Angelegenheit bereits den Weg in die Presse gefunden habe. Im übrigen erklärte Hitler, daß er a cht gewillt sei, eine Entscheidung bekanntzugeben, che er nicht eine Besprechung mit Hugen- b e r g gehabt habe.
Nachdem am Freitagvormittag Dr. Frick in Berlin eingetroffen war, faßte Hitler in einer Besprechung, zu der außer dem engeren Stabe Frick und Goebbels zugezogen waren.
seine Auffassung nochmals dahin zusammen, daß die durch Brüning vorgeschlagene parlamen- t a r i sch e Aktion nach jeder Richtung hin unmöglich und daher abzulehnen sei, daß aber unter gar keinen Umständen durch die Art der Erledigung dieser Aktion das persönliche Ansehen des G e n e r a l s e l d m a r - schalls von Hindenburg verletzt werden dürfe.
Am Samstag gegen 12 Uhr sand die abermalige Aussprache mit dem Reichskanzler Brüning in Anwesenheit von Dr. Frick und Minister Treviranus statt. Auch diese De- sprechung ergab nichts Neues. Am Nachmittag sand die Aussprache Hitlers mit H u - g e n b e r g statt. Adolf Hitler teilte ihm mit, daß er nach reiflicher Ueberlegung nicht anders als ablehnen könne. Hugenberg bekannte sich im wesentlichen zur gleichen Auffassung.
Am Sonntag suchte Staatssekretär Meißner Hitler in seinem Hotel auf. Hitler bedauerte insbesondere die offenbar durch Jndisk etion der Reichskanzlei entfachte Pressekampagne, die Hindenburg in den Strudel des parteipoli-
Oer Vorschlag Mahrauns.
Berlin, 13. 3an. (LNV.) Wie wir erfahren, hat die 3ungdeulfche Bewegung foeben beim Reichsinuenminisler einen Antrag auf Zulassung eines Volksbegehrens über bie A mtsverlängerung Hindenburgs eingereicht. Diesem Antrag soll sich auch die D o l k s- nationale Reichsvereinigung angeschlossen haben. 3n einem Aufruf appelliert ber Hochmeister bcs 3ungbeutschen Orbens Arthur watz- rau n an bie anberen verbänbe unb Bünbe, sich diesem Volksbegehren anzuschließen. Der Aufruf lautet.
Der Reichspräfibentoon hinbenburg ' hat feine Bereitwilligkeit erklärt, bas Amt bes i Reichspräsidenten in ber schicksalsschweren gegenwärtigen Zeit weiterzuführen, falls eine ent- sprechenbe Mehrheit bes Reichstags ihre Zustimmung geben würbe. Der Versuch, eine solche Mehrheit zustanbezubringen, ist gescheitert. 3n ber Erörterung einer volkswohl fjinben- bürg» treten bie Gegensätze ber Parteien bereits erneut in den Vorbergrunb, unb es liegt bie große Gefahr vor, baß ein neuer Streit barüber entbrennt, wessen Kanbibat ber Reichspräsi- denk von hinbenburg ist. Es liegt ferner bie Gefahr vor, baß zum minbesten ein fommuniffi- scher Gegenkanbibat aufgestellt wirb. Ls ist unbcbingl nofroenbig, bie Einheit , u erhalten, welche bas beutsche Volk trotz aller vorhanbe- nen Gegensätze in seinem Glauben an hinbenburg besitzt. Die 3ungbeulsche Bewegung hat daher bei ber zuslänbigen Stelle bie Zulassung eines Volksbegehrens auf volksent- fcheib über folgenbes Gesetz beantragt:
„Unter Außerkraftsetzung entgegenstehenber Be- ftimmungen ber Reichsverfasfung. insbefonbere ber Artikel 41 unb 43, wirb bie Amtsbauer bes
Paris, 14. 3anuar. (TU.) Minifterpräsibent Laval hat um Mitternacht fein neues K a - binett gebildet unb es sofort bem Präsidenten der Republik im Llysee vor gestellt. Das neue Kabinett weist nur wenige veränberungen auf. B r i a n b ist enbgültig ausgeschieben, und Ministerpräsibent Laval hat feinen Platz am Quai bOrsay übernommen. Das 3nnenminif(e- r i u m ist in bie hänbe bes bisherigen Unlerslaats- fcftelärs Lathala übergegangen, währenb Tar - bien sich boch noch bazu entschlossen hat, bas striegsrninisteriurn zu übernehmen. An seine Stelle im Lanbwirtfchaftsministerium tritt ber bisherige Unterstaatssekretär im gleichen 2llinifterium, Foulb. Die Unterstaatssekretariate für 3nneres unb Lanbwirtschaft finb aufgehoben worben. Alle übrigen Ministerien unb Unterstaat»- sekretariote haben bie gleiche Besetzung bei- behalten.
Beim verlassen bes Llysees erklärte Laval, baß er im Laufe bes Abenbs Gelegenheit gehabt habe, noch einmal mit bem bisherigen Außenminister B r i a n b Rücksprache zu nehmen, unb baß er ihn
tifcßcn Getriebes hincingezogen habe. Hitler versuchte einen Weg zu finden, der ohne Schädigung des Ansehens der Person des Reichspräsibmten und unter Botticksichtigung der Interessen der nationalsozialistischen Bewegung aus der durch den Reichskanzler herbeigesührten Lage heraus- füßren könnte. Staatssekretär Meißner betonte vor allem die Notwendigkeit, den Reichspräsidenten dem parteivolitischen Pressekampf zu entziehen. Hitler schlug am Sonntagnachmittag durch Hauptmann Göhring vor. dem Reichspräsidenten eine Denkschrift zu überreichen. aus der die Berechtigung seiner verfassungsrechtlichen Bedenken gegen den Vorschlag des Reichskanzlers hervorginge. Der Reichspräsident könne dann von sich aus dem Reichskanzler den Wunsch übermitteln, den eingeschlagenen Weg nicht weiter zu verfolgen. Am Dienstag wurde die Denkschrift Hitlers durch Göhring dem Staatssekretär Meißner überreicht. Der Reichspräsident bat den Reichskanzler zu sich und ersuchte ihn nach seinem Vortrag von einer weiteren Verfolgung seines Vorschlages 21 b ft a n b zu nehmen.
I Herrn Reichspräsidenten von Bene- Ifenborf unb hinbenburg um weitere I sieben 3ahre verlängert."
Die 3ungbeutsche Bewegung ruft alle Deutschen auf, alle Sonberinteresfen zurückzu- steilen unb an bet Durchführung biefes Volksbegehrens, sowie bes nadjfolgenöen Volksentscheibes mitzuarbeiten.
Bedenken in der presse.
Tcr Wcq des ‘Bolksbeqchrs bringt zu großen Zeitverlust.
Berlin, 14. Jan. (TU.) Zum Antrag des Jungdeutschen Ordens auf Zulassung eines Volksbegehrens über die Amtsverlängerung Hindenburgs nehmen taerschiedene Berliner Zeitungen Stellung. Die „D A Z." schreibt, daß dieser Aktion in politischen Kreisen keine besondere Bedeutung beigemcssen werde. Es sei zweifelhaft, ob sie überhaupt durchgesührt werde, da sie fristgemäß zuviel Zeit in Anspruch nehme. — Auch die „G e r m a n i a" weist daraus Hw. daß der Antrag den Nachteil eines allzugroßen Zeitverlustes habe. — Das B erliner Tageblatt" bezeichnet den Vorschlag als einen unbrauchbaren Ausweg. — Die ..Dörsenzeitung" nennt den Gedanken der Einrichtung eines Volksbegehrens gewissermaßen als Ersah für eine verfassungsmäßige Wahl absurd. — Die „D o s s i s ch e Zeitung" hebt hervor, daß der Vorschlag keine Resonanz gefunden habe, da er wegen des Zeitverlustes nicht zu verwirklichen sei. — Der „Vorwärts" spricht von einem Schildbürgerstreich, da Hindenburg auf dem normalen Wege mit relativer Mehrheit wiedergewählt werden könne, während der Vorschlag des Jungdeutschen Ordens die absolute Mehrheit aller Wahlberechtigten, d. h. etwa zehn Millionen Stirn- । men mehr, brauche.
gebeten habe, ber Regierung auch weiter- fj i n mit feiner Autorität unb Erfahrung in einer Jorm zur Seite j u stehen , bie er als bie geeignetste erachte. (Er werbe im Laufe bes Donnerstags feine Besprechungen fortfetzen.
Günstige Aufnahme in der presse.
Tie Linke wartet die Kammerwahlen ab.
Paris, 14. Jan. (WTD. Funkspruch.) Die Neubildung des Kabinetts Laval hat keine große Ueberrafchung ausgelöst. Das Kabinett findet bei den meisten Blättern eine g ü n • stige Ausnahme mit Ausnahme derjenigen Organe, die zum Ausdruck bringen, daß die Demission keinen anderen Zweck gehabt habe, als den bisherigen Außenminister Driand auszubooten. — .Petit Parisien" erklärt, jeder werde sich zur glücklichen und schnellen Lösung der Krise beglückwünschen .Echo de Paris" sagt, zweifellos wäre ein Kabinett auf verbreiterterGrundlage. auße po itifch gesehen, wünschenswert gewesen; aber die neue Regierungsmehrheit sei solide genug.
um Frankreichs Rechte energisch zu verteidigen. Das nationalistische Blatt ..L Ordre" schreibt, nach Driands Abgang müsse der Ministerpräsident eine auswärtige Politik festlegen, die d e n N o t - Wendigkeiten des Landes entspreche.
.Oeuvre" erklärt, daß erst die Neuwahlen eine endgültige außenpolitische Richtlinie erbringen könnten. Bis dahin dürfe keine Regierung sich auf den internationalen Konferenzen festlegen und auf keinen Fall dürfe die Regierung mit der Politik Driands brechen. .La R e p u b l i q u c“. das Blatt Daladiers, bezeichnet den ganzen Kabinettswechsel als eine Komödie. Im Auslande werde man sich über einen so ausgesprochenen Mangel an Respekt vor dem Manne von Gens wundem. In ähnlichem Sinne äußert sich der sozialistische .P o p u I a i r e“.
Scharfe Kampfansage Fricks.
München. 13. Jan. (END.) Bei einer nationalsozialistischen Kundgebung sprach der ehemalige thüringische Staatsminister Dr. Frick über das Thema .Der Weg zur Freiheit". Er führte dabei u. a. aus: Beim nächsten Zusammentritt des Reichstages werden die Nationalsozialisten drei Anttäge einbringen: Mißtrauen gegen den Reichskanzler Dr. Brüning und das Reichskabinett, Auflösung des Reichstages und Aufhebung der Notverordnungen vom 8. Dezember. Sollte aber Reichskanzler Brüning noch einmal bon diesem Reichstag gestützt werden, dann gebe es nur eine Gelegenheit für die Nativ- nalsozialisten, um der Diktatur ein Ende zu bereiten, und das sei der Tag der Reichs- Präsidentenwahl. Das Maß werde voll, wenn nicht nach Lausanne vom deutschen Volke selbst Has Ende Brünings herbeigeführt werde. 211 a n bleibe oen Nationalsozialisten mit nationalen Kandidaturen vo m Le i b e, von denen sie schon so große Enttäuschungen erlebt hätten. Für Leute, erklärte der Redner im Wortlaut weiter, die nur mit dem Herzen bei uns sind und sich nicht zu uns bekennen, bedanken wir uns. Dann wählen wir einen OHann aus unseren Reihen, aus denwiruns verlassen können, das für den Fall, daß das Kabinett Brüning nicht vorher verschwindet. Wenn die nationale Opposition an die Regierung tritt, kann man sehr wohl anders verfahren.
Nationalsozialistische Schulpolitik.
Berlin, 13. Jan. (TU.) Am Mittwoch sprach der nationalsozialistische braunschwe g s e Staatsminister Dietrich K l a g g e s in einer öffentlichen, Don etwa 2000 Lehrern aller Schulgattungen besuchten Versammlung des .Nationalsozialistischen Lehrerbundes" über die Gestaltung des Schulwesens im nationalsozialistischen St a a t. Minister Klagges bekannte sich zwar zur Einheitss chule, toamie aber vor übertriebenen Hoffnungen, da die Einheit des deutschen Volkes nicht durch die Schule, sondern durch eine falsche Wirtschafts- und Sozialpolitik zerstört worden sei. Die erste Erziehungsmacht im Staat müsse wieder die Familie werden. Der Religionsunterricht müsse in der Einheitsschule von den Konfessionen selbst erteilt werden. Die Zahl der höheren Lehranstalten werde eine starke Einschränkung erfahren, nicht weil sie gering geschäht würden, sondern weil sie als Vordere i t u n g s st ä 11 e n für die Universität zur Verme idun g eines akademischen Proletariats nicht mehr in diesem Umfange erforderlich seien.
Die Arbeit bes preiskommiffars.
Berlin, 13 .Jan. (TU. Amtlich.) Der Reichskommissar für Preisüberwachung hat neue wichtige Verhandlungen zum Abschluß gebracht, so vor allem mit den Vertretern des Elektro- t n ft allateurgetoerbeä. Er hat erreicht, daß die Dezemberrichtpreise um 10 v. H. mit sofortiger Wirkung gesenkt werden. Ferner ist eine Bereinigung der Kalkulationsrichtlinien vorgenommen worden. Endlich fällt die bisherige Bestimmung fort, daß bei jeder, auch der kleinsten Arbeit, mindestens ein Stundenlohn berechnet werden muß.
Auch die Verhandlungen mit dem Schneiderhandwerk sind zu Ende geführt worden. Das Schneiderhandwerk wird auf die Herausgabe feiner Richtpreise und Kalkulationsschemata in Zukunft verzichten, so daß jeder Schneider sich seine Unkosten selber berechnen kann. Ferner ist der Gewinnzuschlag auf die Selbstkosten, der bisher 20 bzw. 30 v. H. betrug, auf 10 v. H. herabgesetzt worden.
Die Strompreise sind in folgenden Städten gesenkt worden: In Altona (Elektrizitätswerk Unterelbe) Haushaltstarife von 15 auf 12 Pf. pro Kilowattstunde, in Hamburg (Lichtstrom- preis) von 42 auf 39 Pf., in München ist eine allgemeine Senkung um 10. v. H. vorgenommen worden.
Die Preußische E 1 ek t r i z i t ä t S AG. Berlin und die ihr angefchlossenen Stromver-
SindenduW Wiederwahl durch Volksentscheid.
Ein Aufruf des Zungdeutschen Ordens fordert zum Volksentscheid über eine Amtsverlängerung des Reichspräsidenten um weitere sieben Jahre auf.
Das neue Kabinett Laval gebildet.
Briand ausgebootet. — ^aval übernimmt das Außenministerium. Tardieu wird Kriegsminister.


