Aus der Provinzialhauptstadt
MtiMrtyingttMögti!
ch bin letzt Ferien r
Seit
in Packungen oder Tüten von 1 Pfund erbittet in dieser Woche die
Pfund pende der Zrauen-Winterhilfe
Die Zustellung der Psundpakete wird aus Wunsch der Hausfrauen von den Lebensmittelgeschäften aus direkt an die Sammelstelle erfolgen.
Annahme: Alte Klinik, parterre, rechts, Montags, Mittwochs und Freitags, von 9 bis 12 Uhr.
Ein Ermittlungsverfahren gegen einen Pfarrer.
‘256'21. Frankfurt a. M., 12. Dez. Die Staatsanwaltschaft hat gegen den evangelischen Pfarrer G. Probst in Frankfurt-Oberrad ein
Treibjagd auf Greta Garbo
Und so verbringt sie ihre kurzen Serien ...
Don unserem ständigen bk. ».-Berichterstatter.
Ermittlungsverfahren wegen Vergehens gegen 8 » der Notverordnung vom 14. Suni 1932 ein- geleitet Der Pfarrer steht im Verdacht, sich der 2lureizung zu Gewalttätigkeiten durch einen in dem kirchlichen Organ „Der Sonn- tagsgrust" gebrachten Artikel zur Gustav-Adolf- Gedenkfeier schuldig gemacht zu haben.
Buntes Allerlei.
Ähnlichkeit trägt ein Vermögen ein.
Sein Aussehen allein hat einem englischen Bürger, Douglas Galindo, ein Vermögen eingetragen, daS sich auf mehr als eine halbe Million ^lart ^ziffert. Der glückliche Besitzer einer prächtigen Villa und eines beträchtlichen Einkommens war vor dem Kriege ein armer Mann, der den Namen Tochatti führte. Er trat als Schauspieler auf einer Liebhaberbühne auf, und hier erblickte ihn eine reiche Dame, Annie Galindo. Sie wurde von seinem Anblick aufs tiefste bewegt denn sie
(Nachdruck, auch mit .Quellenangabe, verboten!) Kopenhagen, im Spätherbst 1932.
Der Autotaxenchauffeur Petersen ist seit ein paar Tagen ein berühmter Mann.^lnd sein Auto mit der Nummer K 1299 ist fortab der begehrteste Wagen Kopenhagens. Für mindestens vier Wochen ist er von D.elen, vieren Kopenhagenerinnen und ihren Kavalieren zu Fahrten vom Hauptbahnhof durch die Stadt und wieder zum Hauptbahnhof bestellt worden, zwischen 6 Uhr 34 und 7 Uhr 20 abends. Denn so lange ist die Garbo neulich auf der Hatz von London—Paris nach Stockholm durch Kopenhagen im Auto Nummer K 1299 spazieren gehetzt worden. Dabei hatte sie aber auf dem Wege ins Auto „daran glauben müssen".
„Das ist sie ja gar nicht", behauptete einer vom Rudel von Journalisten, das sich am Bahnhof angesammelt hatte. „Die hat ja schwarzes Haar." ^Stimmt", stellte ein anderer fest, „nämlich eine Perücke. Und schon war die Garbo umzingelt. Der ganze Journalistenhause wollte llelbstverständlich wie ein Mann sich ihrer Koffer bemächtigen. Was aber ihre Begleiterin nicht zuließ. Denn die Gräfin, mit dem bezeichnenden Namen Wachtmeister, pfefferte ein Garbo-Köfferchen nach dem anderen einem darüber durchaus sehr entzückten Gepäckträger auf den dazu trainierten Bärenrücken. Und weg war er mit den Köfferchen. Einer davon war sogar ein Koffer. Als Chronist kann man nicht genau genug sein. Denn dieser große Koffer kam oben auf die berühmte Taxe K. 1299. 6
wer waren durch die interessante Besichtigung sehr befriedigt und gewannen durch die sachkundige Füh- rung von Dr. Beste einen wertvollen Ueberblick über alle Maßnahmen, die hier getroffen sind, um die Herzkrankheiten zu erforschen. Den Dank der Besucher sprach am Schluß der Vorsitzende des Vereins, Lehrer Hofmann, Lang-Göns, aus.
Kleine Strafkammer Gießen.
* Gießen, 9. Dez. Sn ter Nacht vom 23. auf wn 24. Sanuar 1932 war ein Polizeibeamter in un? dessen Schwager, die sich beide auf dem Nachhauseweg befanden, von einer Gruppe von 6 bis 8 Männern unter Beschimpfungen belästigt tror&en. Su dem daraufhin entstehenden Tumult erhielt der Polizeibeamte plötzlich einen heftigen Faustschlag gegen den Kopf. Der Arbeiter W wurde beschuldigt, diesen Schlag ausgeführt zu haben und war vom Amtsgericht zu einer Gefängnisstrafe von 4 Wochen verurteilt worden Ein weiterer Beteiligter hatte wegen Beleidigung ^ne Gefängnisstrafe von 2 Wochen erhalten.
Angeklagte legten gegen diese Verurteilung mit dem Ziele der Freisprechung Berufung ein. Die Derufungsoerhandlung bestätigte jedoch die Nichtigkeit dss erstinstanzlichen Urteils, so daß die Berufungen der beiden Angeklagten zurückgewiesen wurden.
Während des Wahlkampfes zur Reichspräsiden, tenwahl war in dem Dorfe O. ein Wahlplakat mit schwarzer Farbe besudelt worden. Der Verwalter Sy wurde beschuldigt, den Täter, der den c®?^f^äbigun9 gegen ihn erlassenen Strafbefehl hatte rechtskräftig werden lassen, zu der genannten Handlung angestiftet zu haben. Er war auch deshalb zu einet Geldstrafe von 40 Mk. durch das Amtsgericht verurteilt worden. Seine gegen dieses Urteil eingelegte Berufung hatte Erfolg. Auf Grund der heutigen Beweisaufnahme erschien es zweifelhaft, ob der Angeklagte der Anstiftung schuldig war. <Lr wurde daher'unter Auf- he^mg des erstinstanzlichen Urteils freigesprochen.
Sn der nächsten Sache hatte ein Angeklagter gegen das amtsgerichtliche Urteil, durch das er wegen Unterschlagung zu einet Geldstrafe von 400 Ullark verurteilt worden war, Berufung eingelegt. Er war beschuldigt, eine Maschine, die ihm unter Eigentumsvorbehalt geliefert worden war bei Veräußerung seines Geschäfts trotz des Eigentumsvorbehalts mitverkauft zu haben. Da er in dem heutigen Termin zur Terufungsverhandlung trotz Ladung nicht erschien, wurde seine Berufung kostenpflichtig verworfen.
Sn zwei anderen Sachen, in denen es sich um Körperverletzung bzw. Betrug und Unterschlagung handelte, ergab sich die Notwendigkeit weiterer Ermittelungen. Die Termine wurden daher zwecks Anstellung dieser Ermittelungen vertagt.
nach dem dritten Grundschuljahr in die Sexta der höheren Schulen aufgenommen werden. Eltern, dke der Ansicht sind, daß ihre Kinder diese Bedingungen erfüllen und die deshalb von der Möglichkeit der Abkürzung der Grundschulzeit Gebrauch machen wollen, haben einen entsprechenden Antrag spätestens im Laufe des Januar schriftlich oder mündlich beim Rektor der Grundschule zu stellen. Das Kreis- oder Stadtfchulamt entscheidet über die Anträge bis spätestens zum 1. März. Dem Er- ziehungsberecht gten steht das Recht der Beschwerde gegen diese Entscheidung beim Kultusministerium zu.
** E i n Mütterabend im Alice- Frauenoerein. Wie man uns mitten!, hat der Alice-Frauenverein für den 20. Dezember einen Mütterabend im Cafö Leib vorgesehen, der zu einer Ehrung für die Mütter, das Kind und das Familienleben Gelegenheit bieten soll. Zu der Veranstaltung sind etwa 160 junge Mütter eingeladen worden.
** Konzert in den Kliniken. Am vergangenen Sonntag erfreute der Chor der Evangelischen Jugendoereinigung Klein-Linden, wie schon oft, die Patienten das Personal und die Angestellten der Frauen-, Medizinischen und Nasen-, Ohren- und
Halsklinik sowie der Heilstätte Seltersberg mit geistlichen und Volksliedern. Die Zuhörer lauschten gespannt und dankerfüllt den Darbietungen der sangesfrohen Jugend.
** Weihnachtsfeier der Spielver- einigung 19 00. Unter starker Beteiligung der Mitglieder veranstaltete die Spieloereinigung 1900 am samstag im Caf6 Leib ihre diesjähr.ge Weihnachtsfeier. Das Fest nahm den denkbar besten Verlauf. Die Kapelle Krengel wartete mit ausgezeichneten musika.ischsn Darbietungen auf. Ein Vorspruch (W. Haibach) ging einer längeren Ansprache des ersten Vorsitzenden Dr. G u y o t voraus. Der Redner begrüßte die Mitglieder und wies auf den Sinn des Festes hin, dessen Tradition auch in der Spieloereinigung gewahrt bleiben solle. Er rief die evfreulichen Erfolge der Spieloereinigung auf den verschiedensten Gebieten der sportlichen Betätigung in Erinnerung, wies insbesondere auf die in der 20-Besten-Liste des Westdeutschen Spielver- bandes und auf die in der 30-Besten-Liste der Deut- schen Sportbehörde vertretenen Leichtathleten des Vereins hin, die den Namen der Vereinigung weit über die Grenzen unserer Stadt hinaustrugen. Er umriß ferner kurz die Ziele des Vereins, der feine Hauptaufgabe, der Jugendertüchtigung zu dienen, nie aus den Augen verlieren wolle. Mit den besten Wünschen für die Zukunft der Svielverein gung 1900 beschloß der Redner seine be fällig aufgenommenen Worte, tfräulein Etzelmüll er vertiefte den Charakter der Veranstaltung durch den Vortrag zweier weihnachtlicher Lieder („Altes Krippenlied^ von H. Herrmann und „Maria am Rosenstrauch" von Max Reger), erfreute durch ausgezeichnete Wiedergabe und ließ damit ebenso ernsthaftes Bemühen, w.e vorzügliche Schulung erkennen. Die Zuhörer dankten mit lebhaftem Beifall. Im weiteren Verlaufe des Abends tonnte 14 Leichtathleten die 20 Beftennadeln des Westdeutschen Spielverbandes überreicht werden. Zur allgemeinen Freude gelangten durch Mitglieder des Vereins zwei hu- morvolle Theaterstücke zur Ausführung, die die Lachmuskeln in lebhafte Bewegung versetzten. Die übliche Verlosung fehlte nicht; man beteil gte sich lebhaft daran, und viele konnten schöne Gewinne in Empfang nehmen. Der Rest des Abends war dem Tanz gewidmet.
** Ein Appell der reisenden Kaufleute. Man berichtet uns: Die Sektion Gießen (Vorsitzender Herr Gravelius) des Verban- des reisender Kaufleute Deutschlands hat in ihrer Monatsversammlung am Samstag folgende Entschließung gefaßt: „Sie Not in den Kreisen Der reisenden Kaufleute schwillt immer weiter an. i Tausende und aber Tcusenee von Handelsvertretern und Provisionsreisenden sind heute nicht mehr in der Lage, ihre Berufstätigkeit auszuüben, weil ihre Provisionseinnahmen mit Rücksicht auf den mengen- und wertmäßigen Rückgang des älm° satzes in einem krassen Mißverhältnis zu den auf der Reise eNvachsenden Ausgaben stehen. Zahlreiche Fabrikanten haben durch Angleichung der Provisionssätze an die Zeitverhältnisse, durch Gewährung eines festen Spesenzuschusses, oder durch Hilfsmaßnahmen anderer Art ihren Mitarbei- tern bereits geholfen. Die meisten aber ver- schueßen sich „aus Sparsamkeitsgründen" immer nod> dieser unabweisbaren Notwendigkeit. Sie vergessen, oaß der reisende Kaufmann noch immer öcr zuverlässigste, beste und auch billigste Werber^ und Verkäufer ist und daß der Verkauf der An.ang und das Ende aller ko mnerzieilen Weis- heit ist vorbereitende Maßnahmen verlangt, die sich nicht immer sofort in bar ausmünzen lassen. Gerade in der heutigen Zeit der Absatznot sind die vertretenen Firmen mehr denn je auf die inten» swe Tätigkeit ihrer Mitarbeiter im Außendienst angewiesen. Sn ihrem eigenen Snteresse liegt es deshalb, eine verständnisvolle, beide Teile fördernde Regelung der Spesen- und Provisionsfrage schnellstens vorzunehmen. An alle vertretenen Häuser richten wir deshalb die dringende Ditte: Ermöglicht eine intensive Reisetätigkeit durch einen ausreichenden Provisionssatz und einen festen Spesenzuschuß. Die für die Aufrechterhaltung der guten geschäftlichen Beziehungen zur Kundschaft aufgewandten Beträge sind im besten Sinne werbend angelegt."
** Der Bezirks - Lehrerverein Sie- 8 e n - L a n d besichtigte am Samstag das Kerckhoff- Jnstitut in Bad-Nauheim. Die Führung lag in den Händen von Dr. B e st e, dem Sekretär der Stiftung. Nach einleitenden Worten über das Werden der Kerckhoff-Stiftung, über dis Bedeutung für dis Wissenschaft, den Bau und seine Einrichtungen begann die Führung durch die Hörsäle, den Ehrenraum für den St fter Kerckhoff, durch das Museum, die Einzelzellen für die Röntgenaufnahmen usw. Die Teilneh-
Für den 1 4. I a n u a r 1 93 3 ist eine Wohltätig- keitsoevanstaltung im Stadttheater zum Besten der E eßener Winternothilfe vorgesehen. Einer Bitte des Werbe- und Sammelausschusses der Winternothilfe entsprechend, haben sich Intendant Dr. P r a s ch und die M itglieder desStadttheaters, sowie Unioersitätsmusikdire'tor Dr. Temesvary und der Bauerfche Gesangverein, ferner die Tänzerin Fräulein Ange B a ch in liebenswürdiger Weise bereit erkiärt, bei dieser gemeinnützigen Veranstaltung mitzuwirken. Die ganze Vortragsfolge des Abends soll eine heitere Note haben. Näheres wird im Laufe der nächsten Woche noch mitgeteilt werden. Die Vorstände der Vereine unserer Stadt werden von dem Werbe- und Sammelausschuß der Winternothilfe heute schon auf diese Vercknstaltung hingewiesen mit der Bitte, für diesen Abend keine Veranstaltung vorzusehen, damit das Interesse der Gießener Bevölkerung ungeteilt diesem Werke im Dienste der Nächstenliebe zugute kommen kann.
glaubte, in ihm geradezu sich selbst in ihrer Sagend zu erblicken, natürlich ins Männliche übersetzt. Diese fabelhafte Aehnlichkeit, die sie entdeckte, zog sie magisch zu dem jungen Manne hin, und sie machte ihn 1913 zu ihrem Sekretär. Als Tochatti während des Krieges zum Militär ausgehoben wurde, nahm Frau Galindo seine Gattin zu sich und gewann eine große Neigung zu den beiden Kindern Tochattis. Ms er glücklich aus dem Kriege heimgekehrt war, ließ die alte Dame ihren „Doppelgänger" und seine Familie nicht mehr von sich fort. Sie bestand darauf, daß er sich von ihr adoptieren ließ, denn sie erklärte, er müsse durch irgend einen geheimnisvollen Zusammenhang ihr Sohn sein, da er ihr so ähnlich sehe; auf ihren Wunsch wechselte er auch den Damen und nannte sich Galindo. Als sein drittes Kind im Hause feiner Adoptivmutter geboren wurde, übertrug sie auch auf dieses ihre Liebe. Als sie mit 89 Sahren starb, hinterließ sie mit Ausnahme einiger Legate ihr gesamtes Vermögen dem Adoptivsohn, der dadurch in den Besitz eines prächtig eingerichteten Hauses und eines Vermögens von etwa 35 000 Pfund gelangte.
AelsonS Fernrohr w rd versteigert.
Das Fernrohr, das der englische Nationalheld Admiral Nelson in der Schlacht von Trafalgar benutzte, wurde mit einigen anderen Reli» quien des großen Admirals und Erinnerungen an feine Geliebte, die Lady Hamilton, bei Chri- sties in London versteigert. Um das Fernrohr setzte ein heftiges Bieten ein, das mit 300 Guineen begann und mit 1450 Guineen endete. Diese Summe von mehr als 20 000 Mk. wurde im Auftrag eines Mäzens erlegt, der auch noch verschiedene andere Erinnerungen an Nelson auf der Auktion erstand. Diese historischen Gegenstände werden von ihm dem britischen Marine-Museum zu Greenwich zum Geschenk gemacht.
Die Feierabend stunde an Weih- n a ch t e nun d S yloester. Das Polizeiamt teilt mtt: ®er $err Win.ster des Innern hat die Feier- abendstunde am zweiten Weihnachtsfeiertag und am Neulahrstaa allgemein auf 2 Uhr und an Sylvester auf 6 Uhr feftgeietzt. 1 1
** S t r a & e n f p e r ru ngsnachrichten, mit« vom Oberhessischen Automobil-Club E. V. (A o. D.) Gießen: Wegen Herstellung einer elek krischen Straßenbahn wird die Ortsdurchfahrt W i e s e ck im Zuge der Straße Gießen—Altenbuseck von der Gemarkungsgrenze Gießen bis Grabenstraße vom 12. Dezember ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über die Marburger Straße (Gießen—Marburg). — Die Sperre auf der Provinzialstraße Nieder-Weisel — Ost heim ist aufgehoben.
** D e r U ebergang von der Grundschule in die höhere Schule. Die Pressestelle des Hess. Philologenvereins schreibt uns: Die normale Dauer der Grundschule beträgt 4 Jahre. Doch können Schüler und Schülerinnen, deren geistige und körperliche Veranlagung und deren Schulleistungen erwarten lassen, daß sie ohne Ueberspannung ihrer Kräfte im Unterricht der Sexta mit guten Schülern die den vierjährigen Grundschullehrgang durchlaufen haben, auf die Dauer Schritt halten können, schon
Vereinsveranstaltungen imZahre 1933 mitteilen!
Die Bürgermeisterei Gießen (Verkehrsamt) ersucht im heutigen Anzeigsnte.'l alle Vereine ufw., ihre im Sabre 1933 geplanten Veran» ft a 11 u n g e n (Kongresse, Tagungen, Ausstellungen, besondere Sport- und Dereinsveranstal- tungen) baldmöglichst bekanntzu'ge- ben. Durch öieie Bekanntgabe soll vermieden werden, daß mehrere gleichartige Veranstaltungen auf einen Tag zusammenfallen. Besonders geeignete Deranstaltungen werden von dem Städtischen Verkehrsamt in auswärtigen Werbeschriften kostenlos bekanntgegeben.
Spenden für die Winternotlnlfe.
Don der Geschäftsstelle der Gießener Winternot- Hilfe wird mitgeteilt: Folgende neue Spenden gingen ein:
Hotz- und Kohlenhandlung Ed Klinke!, Bahnhofstraße 8:. 50 Ztr. Eierbriketts.
„Erweg e" Einheitspreis G. m.b.H : 60 Kinde rfchlüpfer, 24 Damcnfchlüpfer,- 20 wollene Kna- benpullooer, 10 Damenpullover, 6 wollene Baby- Jäckchen, 40 Paar Pantoffeln, 24 Paar wollene Herrensocken, 12 Paar Kinderstrümpfe, 20 Paar Damenstrümpfe.
Daten für Dienstag, 13. Dezember.
1769: der Dichter Christian Fürchtegott Gellert in Leipzig gestorben; — 1797: der Dichter Heinrich Heine in Düsseldorf geboren; — 1816: der Ingenieur Werner von Siemens in Lenthe bei Hannover geboren; — 1836: der Maler Franz v. Lenbach in Schrobenhausen in Oberbayern geboren; — 1863: der Dichter Friedrich Hebbel in Wien gestorben.
Liornotlzcn.
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute, 20 Uhr, erste Wiederholung des ^rontstückes „Die endlose Straße" von Graff und Hintze, unter der Spielleitung des I n t e n d a n- t e n. 11. Vorstellung im Dienstag-Abonnement. Gewöhnliche Preise. Ende gegen 23 Uhr. — Sonntag, 18 Dezember, 15 Uhr, zum erstenmal das Weihnachtsmärchen „Aschenbrödel" in neuer Inszenierung und Ausstattung unter der Spielleitung von Karl V o l ck. Den Zeitoerhältnissen entsprechend hat die Intendanz für dieses Märchenspiel besondere kleine Preise angesetzt. Der Vorverkauf hat begonnen.
—~ ® ' e sieht' s jetzt an der ehemaligen We st front aus? lieber dieses Thema wird am morgigen Mittwochabend auf Veranlassung der Bezirksgruppe Gießen des Dolksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge ein Lichtbilder-Vortrag im ©roßen Hörsaal der Universität geboten. Der Eintritt ist frei. Interessenten seien auf die Veranstaltung besonders hingewiesen.
Bruder zusammen. Jetzt war ich in London und in Paris und will wieder zurück nach Schweden ..." „llnb dann?" „Je ne sais pas ..." (,Hch weiß mAT), das ist übrigens auch das einzige Fran- zosisch, das ich kann. Und jetzt möchte ich mir während des kurzen Au enthaltes schnell etwas uon Kopenhagen ansehen. Es ist ja sehr nett, all das Interesse, das man mir erweist ... Aber es ermüdet etwas ..." Da ist schon ein anderer Kollege mit feiner Frage da: „Weshalb sind Sie so schweigsam zu uns Presseleuten?" Die Garbo hat nur eine, ihre weltbekannte Abwehr-Geste „Haben Sie sich verpflichtet zu schweigen?" „Vielleicht".
Und jetzt ist sie in der Taxe. Das hat die Wachtmeister auf dem Gewissen. Und die Taxe Nr. 1299 bat die Garbo entführt. Und zwei, drei/vier andere Taxen, von dem Journalistenrudel mit Beschlag belegt, liegen im Kielwasser der Glückstaxe K. 1299. Eine wilde Treibjagd beginnt. Immer wie- der bringen die Verkehrslampen uns auseinander.
65 nur noch zwei Wagen, die hinter tv 1299 liegen. Kreuz und quer durch Kopenhagen. Durch den Strög. lieber den Kongens Nytoro. Wieder zuruck zum Bahnhof. Und wieder in die City. Ueber den Rachausplatz. In die Bester Voldgade hinein ... Da ... plumps ... der große Koffer, der lxben auf K. 1299 thronte, liegt auf dem Asphalt Was dem Lyriker in dem einen der „Verfolger-Autos" Glück brachte. Sein Wagen hält neven dem Glücksauto. Raus ist der Lyriker, hin nach dem Koffer, hat ihn schon. Und das Auto K. 1299 wird geöffnet. Die Garbo kommt zum Vorschein. Sie strahlt. Strahlt den Lyriker mit dem großen Koffer an, der Koffer ist wieder auf seinem Thronplatz.
„Tausend Dank", sagt die Garbo, und der Lyriker hat ihre Hand für eine Viertelminute. In der anderen Hand aber hat er das Buch von vorhin. Er gibt es ihr. Sie nimmt es ihm ab. „Wenn ich Ihnen eine Freude damit machen kann. Danke." Und er stammelt: „Ich bin glücklich. Ich habe es nämlich übersetzt." Und die Wachtmeister Happt die Tür wieder zu. Und das Auto K. 1299 ist wieder entflohen. Die anderen Autos hinterdrein.
In 15 Minuten hält die ganze Autokarawane wieder vor dem Hauptbahnhos. Doch als sich der Schlag von K. 1299 öffnet, entsteigt dem Auto eine neue Garbo: unter dem schwarzen Glockenhütchen sieht man jetzt das natürliche Aschblond. „Die Verwandlung der Venus", stößt einer vom Journalistenrudel begeistert aus... Aber die Garbo ist unter' dem Schutz ihrer Gräfin entschwunden. Im Schlafwagen des Stockholm-Expresses wird sie aber nach wenigen Minuten wieder umzingelt. Jetzt gibt es fein Entweichen mehr. „Meine Herren, ich bitte Sie", flehte das „gestellte Wild" uns an. „In wenigen Minuten geht der Zug." Auf keine Frage jedoch bekommen wir eine richtige Antwort. Und damit wird ihr Abteil von ihrem, pardon, ihrer Wachtmeister-Gräfin mit hartem, unerbittlichem Ruck geschlossen und die Gardine wird vorgezogen. Der Zug ist im Freihafen. Ein schwedischer Matrose auf dem Fährschiff mit Greta Garbos Schlafwagen und vielen anderen Wagen betrachtet die neugierige Menge auf dem Kai recht von oben herab, betrachtet dann noch hochmütiger und gleichgültiger die vielen Kameras und ruft uns zu: „Mein Gott, die könnt ihr ja jeden Tag im Kino zu sehen fr leg en." 1 '
Zwei Platzkonzerte der Militärkapelle.
Heute um 1 7 Uhr gibt unsere Gießener Militärkapelle unter Leitung von Obermusrkmeister Krauße ein Platzkonzert unter dem lichtergeschmückten Weihnachtsbaum auf dem Lindenplatz. Von 17.45 Uhr ab sch letzt sich das zweite Konzert an der Ecke Plockstraße/Johannesstraße, ebenfalls unter dem lichtergeschmückten Christbaum, an. Durch beide Konzerte soll der Verkehrswer- b u n g unserer Stadt, zugleich aber auch einer Geldsammlung zum Besten der Winternothilfe Förderung zuteil werden. Die Besucher der von der Militärkapelle in dankenswerter Weise völlig uneigennützig gegebenen Konzerte mögen nicht versäumen, als Ausdruck ihrer Anerkennung den Sammelbüchsen der W.ntemothilfe eine Geldspende je nach den Kräften des einzelnen zuzuweisen.
Das Programm für das Konzert auf dem Li irden p l a tz : 1. Chorak: Macht hoch die Tür; 2. »s Gebet von Hackenberger; 3. Fackeltanz eyerbeer; 4. Hurra, die Musik kommt!, Marfchpotpourri von Zimmer.
Das Programm für das Konzert an der Plockst r a ß e : 1. Choral: Dom Himmel hoch, da komm ich her; 2. Festmarsch über Themen aus Beethovens Es-Dur-Konzert von Wieprecht; 3. König Heinrichs Aufruf und Gebet aus der Oper „Lohen- grin" von Wagner; 4. Soldatenlisder-Potpourri von utHinemann.
Wohltätrgkeitsveranstaltung im Stadi- theater zum Besten der Winternothilfe.
„Eine Gluckstaxe", rief entzückt eine allerliebste Kopenhagenerin, die das Volksgedränge um die Garbo durchbrochen hatte, „1 und 2 und 9 und 9 macht 21, also dreimal 7!" und klatschte in die Hände, daß die Garbo es hörte. Da lächelte die Garbo zum ersten Mal in Kopenhagen. Und weil sie dies tat, bekam das Journalistenrudel Mut. „Würden Sie uns sagen, weshalb ..." Wei- ter kam der Fragesteller nicht. ch kann gar nichts sagen", antwortete die Garbo und machte wieder ihr weltbekanntes, müdes Garbogesicht. Sie wollte gerade ins Auto steigen. Da war ein selbst- versorgender Lyriker vorgestoßen, ein Mann mit einem Buch in der Hand. „Der Kerl will ihr Autogramm", rief ein höhnischer Neider und Kollege, was die Garbo wieder hörte. „Darauf verstehe ich mich gar nicht. Denn ich habe meinen Füllfederhalter ..." „Ganz im Gegenteil", stotterte der selbstoersorgende Lyriker. „Sie sollen sogar das Buch behalten. Es ist gewissermaßen von Ihnen. ,The private life of Greta Garbo1 („Das Privatleben von G. G.") von Ihrer Landsmännin Rilla Page Pallenborg, 1931 in USA erschienen." Da nahm die Garbo das Buch, besah sich das Titelblatt, schüttelte sehr müde den „göttlichen Kopf" und holte zu folgenden lapidaren Sätzen aus:
„Wollen Sie mir glauben, wenn ich sage, daß ich nichts, aber auch nichts mit diesem Buch zu tun habe? Es ist von Anfang bis Ende frei erfunden. Und genau so, das versichere ich Ihnen, verhält es sich mit vielen anderen Büchern und Artikeln, von denen behauptet wird, daß sie inhaltlich von mir herrühren." Und lässig gibt ie das Buch zu- rück. „Sehen Sie, ich bin letzt auf Ferien, wenn man dies hier Ferien nennen kann ... Ich war in Schweden nur mit meiner Freundin, ber Gräfin, mit meiner Mutter und mit meinem


