Ausgabe 
12.11.1932 Erstes Blatt
 
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Aus der Provinzialhauptstadt

rückgestellt, da die Fraktionen den Antrag erst noch einmal beraten wollen. Bei Stimmen­gleichheit wurde ein nationalsozialistischer Antrag auf Aufhebung von Verwaltungsvorschriften ber der Erteilung vonWaffenscheinen ab­gelehnt. Ein sozialdemok a ischer Antrag auf begrenzte Amnestie für politische Gefangene fand mit den Stimmen der So­zialdemokraten und Kommunisten bei Stimment­haltung der Nationalsozialisten Annahme.

ken an den vortrefflichen Mann und opferbereiten Diener der Allgemeinheit wird stets in Ehren fortleben.

500 Prozent Bürgersteuer in Gießen.

In unserem heutigen Anzeigenteil veröffentlicht die Stadtverwaltung eine Verfügung, durch die sie die Bürger st euer in Gießen für 1933 auf 500 v. H. festsetzt. Die Stadtverwaltung sah sich zu diesem Steuerdiktat durch die einstim­mige Ablehnung einer entsprechenden Vorlage im Finanzausschuß des Stadtrats veranlaßt. Durch dieses Votum des Finanzausschusses war klar ge- worde" daß auch das Stadtratsplenum einer Bür« gersteuer von 500 v. H. seine Zustimmung versagen würde.

Gießen, den 12. November 1932.

Herzstärkung.

Von Neinhold Braun.

Ein zeitgenössischer Dichter spricht davon, wie alle Märzveilchen des Jahres zusammen sein Herz nicht so überwältigt hätten, wie vier No- vemberveilchen, die er in seinem Garten fand.

Und das Tun eines anderen Menschen kommt mir noch in den Sinn, der die spaten Astern seines Gärtchens bei ar.brechender Dunkelheit mit einem Tuche zudeckt, um sie vor dem Frost zu schützen. Wie grost ist dann immer seine Freude, wenn die Blumen am nächsten Tage fröhlich-bunt wie­der in der Sonne leuchten.

Wohl dem, der sich noch von solchen und der- wandten Dingen überwältigen läßt, gerade in einer Zeit, die voll ist von dunklen Lleberwäl- tigungs-Süchten mancherlei Art.

Die deutsche Seele verlangt, wenn sie gesund und schöpferisch bleiben soll, auch nach anderen Heberwältigungen", verlangt nach den Erschei­nungen des anderen Poles, da, wo das Kieme, gerade durch seine Einzelheit Wesenhafte, das Innige, Heimelige, das von verborgener Schön­heit Erfüllte auf sie wirken kann. Aber paßt nicht auf die Zeit und viele ihrer Menschen das Wort:

Ein Dlümlein blüht am Wege vorn lieben Gott ein Gruß; das hat nun totgetreten Dein eisenharter Fuß ...

Vier Novemberveilchen ...

Oder wie Goethe das erlebt hat:

Nun weih man erst, was Rosenknospe sei, jetzt, da die Rosenzeit vorbei:

ein Spätling noch am Stocke glänzt

und ganz allein die Vlumenwelt ergänzt."

Wäre Goethe Goethe, wenn er nicht die hohe Kunst verstanden hätte, sich von dem Win­zigsten erschüttern, üverwältigen zu lassen?

Zur Vertiefung der persönlichen Existenz, zu ihrem Glücke, ihrer Freude und auch ihrer Liebe gehört das Sich-überwältigen-lassen von den Din­gen, die mit Masse und Massen-Aufgebot nichts zu tun haben.

Haben wir nicht manchmal gerade in einem stillen Winkel, da ein Liebes für uns lebendig war, unsere größte Kraft geschöpft? Gehören nicht in den Kranz der schönsten Erinnerungen die November-Veilchen, der Spätling am Rosenstocke oder die letzten Astern?

Mehr denn je gilt es, aus allem, was gut und stark und schön ist, Zuspruch um Zuspruch ins Herz zu nehmen! Aber vergessen wir über dem äußerlich Machtvollen und wuchtig in die Er­scheinung Tretenden nicht das andere, das voll Stille ist und Zartheit. Das Göttliche offenbart sich dort oft am reinsten.

Die besten Quellen sind meist die verborgenen .. und im Kleinsten spiegelt sich zuweilen am wun­derbarsten das Unendliche.

Wen wir aber in unserer Seele noch so mächtig sind, uns solcherweise überwältigen zu lassen, dann haben wir die Gewähr dafür, daß uns das, was nur von dieser Welt ist und sich jetzt in mancherlei Not und Ungestalt kund tut, nie über­wältigen kannl

Oer Genfer Generalstreik.

Genf, 12. Nov. (WTB. Funkspruch.) Der mit 87 gegen 58 Stimmen sür heute beschlossene 24stündige General st reik wird im großen und ganzen durchgeführt. Doch merkt man in der Stadt vorläufig noch nicht viel von dem Generalstreik. Die Straßen­bahnen verkehren wie gewöhnlich, die öffentlichen Betriebe sind in vollem Gange. Die Zeitungen sind heute früh erschienen und hoffen, auch die Mittags­zeitungen herausbringen zu können. Die lebenswich­tigen Betriebe wie Gas-, Wasser- und Elektrizitäts­werke, Hospitäler usw. sind nicht von dem Streik betroffen. Die christlichen Gewerkschaften haben ihren »ern empfohlen, am heutigen Tage zu Haus en, um irgendwelche Verwicklungen zu ver­meiden. Im übrigen verwerfen sie den Beschluß des sozialistischen Gewerkschaftsbundes. Alle öffentlichen Kundgebungen und Versammlungen am heutigen Tage sind verboten. Im Laufe der Nacht ist zum Schutze der Genfer Garnison ein Regiment aus dem Kanton Wallis, das gerade seine Hebung beendet hatte und demobilisiert werden sollte, in der Nähe von Genf zusammen- gezogen worden. Der Staatsrat hat in einem Aufruf die Bevölkerung aufgefordert, Ruhe zu halten es sei Vorsorge getroffen, daß jede Ruhestörungunerwünschter Ele­mente" spfort im Keime erstickt werde. Zn der Stadt ist es bis jetzt ruhig.

Italien und Frankreich.

Lott der Verfrrch einer Ztrfammcnarbeit gemacht werden?

Paris, 10.Nov. (TU.) Herriot empfing am Mittwochnachmittag den italienischen Bot­schafter Gras Pignatti, der den Minister­präsidenten über den vorzüglichen Eindruck unterrichtete, ben seine lehtenErklärungen über die französisch-italienische Zusammenarbeit in italienischen Regierungskreisen gemacht hätten, die italienische Regierung werde eine engere Zu­sammenarbeit mit feinem französischen Nach­barn nur begrüßen.

Pertinax sagt imDaily Telegraph": Wahr- fcheinlich wird die französische Regierung bereit sein, die koloniale Ausdehnung Ita­liens zu begünstigen. Aber in zwei Punkten wird die französische Politik in absehbarer Zeit schwer­lich geändert werden. Cs wird kein Zuge- ständnis auf Ko st en der nordafrika­nischen Besitzungen Frankreichs ge­macht werden, und Frankreich wird dem auf die Kriegsflotten bezüglichen Teil des Hoover- Planes nur zustimmen, wenn die Ueberle- genheit der französischen Flotte ge­genüber der italienischen nicht beseitigt und nicht sehr erheblich verringert wird.

Mittiardendefizii in Japan.

Schwere Belastung aus dem LZcttrüften.

Tokio, 12. Nov. (WTB. Funkspruch.) Der gestern vom Kabinett angenommene Entwur des Haushaltsplanes für 193 3/3 4 be­läuft sich auf die beispiellose Summe von 2 Milliar­den 235 Millionen 52)en. Der Voranschlag des Kriegsmini st eriums umfaßt nicht weniger als 662 Millionen Yen, und der der Flotte 472 Millionen Ben. Da die ordentlichen Einnahmen nut 1,33 Milliarden Yen eingesetzt sind, ergibt sich das nie dagewesene Defizit von 905 Millionen. Ausgehend von der Ansicht, daß die Depression er- höhte Steuerlasten unerwünscht erscheinen lassen, schlägt der Finanzminifter die Deckung dieses Be­trages durch die Ausgabe von etwas mehr als 1 Milliarde Ben Schatzbonds vor. Seit dem russisch-japanischen Kriege sind die japanischen Finanzen nie wieder einer so starken Belastung ausgesetzt gewesen, und die Wirkung au den Ben verursacht in Geschäfts- und Bankkreisen große Beunruhigung.

OaS Urteil im Schweidniher Bombenattentatsprozeß.

3m Schweidnitzer Dombenattentatsprvzeß wurde der Angeklagte Wagner zu fünf Jah­ren umd einer Woche Zuchthaus verurteilt, der Angeklagte Polomski zu einer Zuchthaus­strafe von einem 3ahr verurteilt, Heines zu einer Gefängnisstrafe von 6 Monaten, Hahn, Staats und Rauscher zu Gefängnisstrafen von je 4 Monaten. Wolter wird frei gesprochen.

Und in allem Schweren haben wir immer noch unsere heimlichen, unzerstörbaren Glücks­winkel ...

Kreisfeuerwehrinspektor Oickors f.

Gestern ist nach langem Leiden der Kreisfeuer- wehrinspektor des Kreises Gießen, August Dickorö, im 77. Lebensjahre entschlafen. Mit ihm ist ein Mann dahingegangen, der in weiten Kreisen in Stadt und Land bekannt war.

August Dickore wurde am 10. April 1856 in Gießen geboren. Nach dem Schulbesuch wandte er sich dem Büchsenmacherberuse zu. Seiner Militär­pflicht genügte er von 1876 bis 1878 in der Leib- kompanie des Inf.-Regts. 116. 3m 3ahre 1883 trat er in die Gießener Freiwillige Feuerwehr ein, der er bis zuletzt seine rege ^Unterstützung ebenso widmete, wie er der Feuerwehrfache im Kreise Gießen überhaupt mit voller Hingabe diente. Don 1889 bis 1922 gehörte er dem Vor­stand der Freiwilligen Feuerwehr an, er war zu­nächst stellvertretender Geräteführer, dann Ge- rätesührer und schließlich Brandmeister. 3m Jahre 1910 wurde er zum Ehrenmitglied der Frei­willigen Feuerwehr ernannt. Durch seine eifrige Tätigkeit auf diesem Gebiete trat er in den Vor­dergrund der Feuerwehrsache, lind am 20. Fe­bruar 1917 wurde er zum Kreisseuerwehrinspektor des Kreises Gießen ernannt. Für den Ausbau und die Schlagfertigkeit der Feuerwehren im Kreise Gießen hat der Entschlafene allezeit mit großem Verantwortungsgefühl und mit nie erlah­mendem Eifer bis wenige Wochen vor seinem Tode gewirkt. Das Amt des Kreisfeuerwehrinspektors beabsichtigte er zum 1. 3anuar 1933 niederzulegen. Er hat sich durch seinen vorbildlichen Feuerwehr- dieust um die Allgemeinheit des Kreises Gießen große Verdienste erworben, die in der Geschichte der Feuerwehren stets an hervorragender Stelle verzeichnet fein werden. Seine selbstlose Hingabe an die gemeinnützige Sache wurde äußerlich sicht­bar durch die Verleihung der staatlichen Feuer­wehr-Ehrenzeichen für 25jährige und 40jährige Dienstzeit anerkannt. Ferner war er Inhaber des Ehrcnkreuzes des Deutschen und des Hessischen Feuerwehr-Verbandes.

Seine Mitarbeit stellte er aber auch noch ande­ren Organisationen bereitwillig zur Verfügung. Seit 1884 gehörte er dem Kriegerverein Gießen an, in dem er von 1897 bis 1922 Vorstandsmit­glied war und der ihn im 3ahre 1922 zu seinem Ehrenmitglied ernannte. Er war ferner Mitgrün- der der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz, seit 1885 Mitglied des Schützenvereins Gießen, der ihm im Jahre 1931 die Ehrenmitglied- fchaft verlieh, und gehörte auch dem Gesangverein Frohsinn" an, dessen Ehrenmitglied er seit 1904 war. Von 1919 bis zum Abschluß der Arbeiten war er Mitglied der städtischen Deputation für die Kohlenversorgung. Alle diese Mitarbeit wurde ihm in gebührender Weise mit voller An­erkennung gedankt. Die Kriegerkameradschaft Hafsia" ehrte ihn durch die Verleihung des Ehrenkreuzes.

Der Verewigte zeichnete sich durch sein liebens­würdiges und dienstbereites Wesen, sowie durch vortreffliche Charaktereigenschaften aus. Dadurch gewann er sich in weiten Devölkerungskreifen in Stadt und Land hohe Wertschätzung. Das Anden-

Im Petitionsausschuß fand ein sozial­demokratischer Antrag, der einheitliche Anrechnungs- grundsätze für die Gewährung von Unterstützungen verlangt, einstimmige Annahme, ebenso ein Antrag der gleichen Fraktion, der die pünktliche Auszah­lung des vollen Unterstützungsrichtsatzes in den hes­sischen Gemeinden fordert. Die Regierung wird er­sucht, die gleiche Menge verbilligten Frischfleisches wie im Vorjahre an notleidende Bevölkerungskreise abgeben zu lassen. Die Regierung wird ferner er­sucht, auf die Verwaltungsstellen mit allem Nach­druck einzuwirken, daß die Schwarzarbeit unterbunden wird, insbesondere durch um­fangreiche Arbeitsbeschaffung und Gewährung aus­reichender Unterstützung an Erwerbslose.

Aus aller Welt

20 Jahre üerkerstrafe für einen entmenschten Gefängnisaufseher.

Der Oberausseher des Sunbeam-Gefängnisses in Iacksonville (Florida) ist wegen grausamer Behandlung eines Gefangenen, der daran gestorben ist, zu 20jähriger Einker­kerung verurteilt worden. Der Gefangene, der 22 Jahre als war, war von dem entmenschten Aufseher in eine Holzkiste von zwei Meter Höhe und einem Meter Länge und Breite eingesperrt worden. Während der Nachtzeit mußte er eine eiserne Sicherheitskette tragen, die ihm um den Hals geschlungen war.

DasMilliardenstiibchen".

Ein Kaufmann in Wormditt (Kreis Drauns- berg) hat seine Weinstube in einMilliar­de n ft ü b ch e n" verwandeln lassen. Sämtliche Wände und die Decke sind mitGeldscheinen aus der Inflationszeit tapeziert. Unter Glas liegen außerdem auf den Tischen interessante und wertvolle Notschein-Sammlun­gen. Wenn der Zecher unter dem ankurbelnden Einfluß der Weingeister diese ungeheuren Geld­mengen noch verdoppelt sieht, muh er ja zu der Ansicht gelangen:Es wird schon wieder besser."

Von einer Löwin angefallen.

3m Löwenzwinger des Städtischen Schlacht- und Viehhofes, in dem die Stadt Braunschweig zwei Löwen, die Wappentiere Braunschweigs, hält, ereignete sich dieser Tage ein bedauerlicher Unfall. Der Betreuer der Tiere, der Direktor des Schlacht- und Dtehho'es, Stadtveterinärarzt Dr.Kramer, wurde plötzlich von einer sonst durchaus friedlichen Löwin angefallen und durch Prankenhiebe und Bisse schwer verletzt. Durch das entschlossene Dazwischentreten eines Heizers wurde das Tier veranlaßt, von seinem Opfer abzulassen, so daß Dr. Kramer aus dem Zwinger flüchten konnte.

Bevorstehender Streik in der Metallindustrie.

Wie wir vor einigen Tagen berichteten, hat der Schlichtungsausschuh in Wetzlar «inen Schieds­spruch gefällt, durch den der Tariflohn für die Metallindustrie in Oberhesfen und in den Kreisen Wetzlar und Limburg von 64 Pf. auf 60 Pf. und die Akkordverdienste im gleichen Prozentsatz herabgesetzt werden. Dieser Schiedsspruch ist vom Arbeitgeberverband angenommen, von den Gewerkschaften abgelehnt worden. Nachverhandlungen vor dem Schlichter blieben ergebnislos. Wie wir nunmehr vom Ar­beitgeberverband hören, ist damit zu rechnen, daß ein Teil der Arbeiterschaft am 16. November, dem Tage des Ablaufs des alten Vertrags, in den Streik tritt. Die optischen Betriebe in Wetzlar werden durch die Bewegung nicht erfaßt, da sie einem besonderen Tarifvertrag unter­liegen.

Gietzener BZoHenmarkLpreife.

* Gießen, 12. Nov. Es kosteten auf dem heu­tigen Wochenmarkt das Pfund: Süßrahmbutter 130, Landbutter 130, Kochbutter 100, Matte 25 , bis 30, Wirsing, grün 6 bis 8, Weißkraut 5 bis 6, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15, Unterkohlrabi 5 bis 6, Rosenkohl 20 bis 25, Feldsalat 80 bis 100, Tomaten 35, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln 3, Aepfel 15 bis 30, Dirnen 10 bis 20. Dörrobst 30 bis 35, Honig 40 bis 45, junge Hähne 70 bis 80, Suppenhühner 63 bis 80, Gänse 65 bis 75, Enten 80 bis 93, Nüsse 35; das Stück: Tauben 50 bis 60, Käse 5 bis 10, ausländische Eier 12 bis 14, inländische 14, Blu­menkohl 30 bis 60, Endivien 10 bis 15, Ober- Kohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 8 bis 10, Sellerie 10 bis 35; das Bund: Radieschen 10 Pf.; der Zentner: Kartoffeln 2,50, Weißkraut 2,20 bis 2,50, Rotkraut 5, Wirsing, grün 4 bis 4,50, Aepfel 12 bis 25 Mark.

Bornottzen.

Tageskalender für Samstag: Stadttheater, 20 bis 22 Uhr. Gastspiel der Eo- median Harmonists. Münchner Künstlerbund Isar",Einhorn", 10 bis 19 Uhr, Kunstaus­stellung. Frauenbund der Deutschen Kolomal- gesellschcrft, 20 Uhr, in den Räumen des Gefell- schaftsvereins, künstlerische Darbietungen, Tom­bola, Tanz. - DHV., 20.30 Uhr, im Heim, KriegsfilmVerdun". Artillerie-Verein, 20 Uhr, Cafe Leib, Gründungsfeier. R. d. Z.. 21 Uhr,Aquarium", Monats-Versammlung. Kurzschriftverein von 1861, 23.30 Uhr, Cafe Ebel, Dereins-Abend. Kaninchen-Zuchtverein,Thü­ringer Hof", 15 bis 18 Uhr, Ausstellung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Eine Stunde mit dir". Astoria-Lichtspiele, Seltersweg:Die Geheimnisse deS Zirkus Jordan" undSein letztes Edelweiß".

Tageskalender für Sonntag. Stadttheater, 18.30 bis 20.30 Uhr.Roulette". Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand- Platz, 11 bis 13 Uhr, Ausstellung. - Münchner Künstlerbund3sar",Einhorn", 10 bis 19 Uhr, Kunstausstellung. GesangvereinHeiterkeif, 15.30 Uhr, Neue Aula, Konzert. Bund Köni­gin Luise, Hotel Schütz, 16 und 20 Uhr. Märchen- Nach mittag und .Abend mit Lichtbildern. Lu­kas-Gemeinde, 20 Uhr. Lukassaal, Familienabend. KaninchenzuchtvereinThüringer Hof". Hamm- straße 7. 9 bis 17 Uhr, Ausstellung. DHV., im Heim, 11 und 16.30 Uhr, KriegssilmVerdun". Westanlaqe 31, 20.15 Uhr, Vortrag von Prediger Müller (Frankfurt a.M.) überWas ist mit un­fern Toten". Konsumverein, 9 Uhr, Gewerk- schaftshaus. ordentliche Dertreter-Ve.sammlung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße. 11.15 Uhr,Der Geiger von Florenz"; ab 15 Uhr,Eine Stunde mit Dir". Astoria-Lichtspiele, Seltersweg,Die Geheimnisse des Zirkus 3ordan" undDein letztes Edelweiß".

Die Evgl. Stadtmission feiert mor­gen ihr diesjähriges 3ahresfest. Näheres in der heutigen Anzeige.

Der Frauenbund der Deutschen Kolonialgesellschaft weist darauf hin, daß nach den künstierischen Darb:etungen, die der heute in den Räumen aes Gesellfchaftsvereins veranstaltete Wohltät:greitsabend bringen wird, Gesellschaftstanz stattfindet. Außerdem wird ein kleines Kabarett für weitere Unterhaltung sor­gen. Näheres ist aus der gestrigen Anzeige er­sichtlich. . r _ ,

DerBundKöniginLulse, Ortsgruppe Gießen, veranstaltet am morgigen Sonntag im Saale des Hotels Schütz zwei Marchenoeranftaltun- gen (beginnend um 16 und um 20 Uhr), deren Rein­ertrag für die Winterhilfe des Bundes bestimmt sein soll. Frau Grete St e i n e ck e r wird selbstver- saßte Märchen, Märchen aus dem Urgrund der deut­schen Seele zum Vortrag bringen und ihre Vor­lesungen durch farbige Lichtbilder (nach Zeichnungen und Aguarell.'iN, nach Holzschnitten usw. von Walter S t e i n e ck e) unterstützen. Die Künstlerin hat die Fähigkeit, zarteste Märchenstimmung um sich zu verbreiten, die nicht nur den Kindern, sondern auch den Erwachsenen viel Freude bereiten dürfte.

Der Geiger von Florenz". 3n einer Wcvtine wird am Sonntagvormittag, 11.15 Uhr, bei kleinen Preisen im Lichtspielhaus, Bahnhof­straße, der Ufa-F^ilmDer Geiger von Florenz gezeigt. 3n den Hauptrollen wird man Elisa­beth Bergner und Konrad Veith zu sehen Gelegenheit haben. Die frühere Kapelle deS Lichtspielhauses wird konzertieren.

* Sonntagsrückfahrkarten zu m Katharinenmarkt in Butzbach. Dom Bahnhof Gießen wird uns geschrieben: Am Montag, 14. November, u.nd Dienstag. 15. Novem­ber, findet in Butzbach der Katharinenmarkt statt. Dazu werden von den Fahrkartenausgaben Bad- Nauheim. Ostheim bei Butzbach, Lang-GönS, Kirch-Göns, Großen-Linden und Gießen Sonn­tagsrückfahrkarten nach Butzhach ausgegeben. Die

den beiden Ländern mache zwar nicht so schnelle Fortschritte, wie alle klar sehenden Geister es wün- scheu. Aber die deutsch-französische Wirtschaftskom­mission habe schon eine wichtige Arbeit geleistet. Sie habe zahlreiche V e r e i n b a r u n g e n zwischen deutschen und französischen Industrien, Schiffahrts­gesellschaften usw. herbeigeführt. Die jetzige Tagung werde eine Organisation ins Leben rufen, die die g e- meinsame Ausführung großer öffent­licher Arbeiten ermögliche. Es wäre paradox, wenn man in Krisenzeiten aus übergroßer Vorsicht Lösungsmöglichkeiten nicht ausnützen wollte, die eine Verminderung der Krise ermöglichen können. Die französische Regierung fei bereit, hier wie in Lau- fanne und in Genf aktiv an der Festigung des europäischen Friedens mitzuarbeiten.

SieAufgabedesLnterausschusies

Als die deutsch-französische Wirbschastskom- mission von den beiden Regierungen im Septem­ber 1931 errichtet worden ist, sind ihre Auf­gaben aufeine Reihe von Unteraus­schüssen verteilt worden. Darunter tft dem 4. Unterausschuß die Aufgabe der Zusam­menarbeit im Auslande übertragen wor­den. Zu seinen Aufgaben gehört es. die Voraus­setzungen für die gemeinsame älever­näh m e großer öffentlicher Arbeiten im Auslände zu prüfen und die technische und sinanzielle Durchführung zu unterstützen und in jeder Weise zu erleichtern. Es handelt sich also um eine Ausgabe, die in gleicher Weise im 3n- teresse der Länder liegt, deren Wirtschaft weiter erschlossen werden soll, wie im 3nteresse der Länder, denen die betevligben Unternehmen cm- gehören.

Dem 4. Unterausschuß ist bei seiner ersten Tagung in Paris im Dezember 1931 und später ein« große Anzahl solcher Pläne unterbreitet worden, deren Sichtung dazu geführt hat, daß einige konkrete Vor­schläge zum Gegenstand einer eing^enden Prü­fung gemacht werden können. Daher ist der 4. Unterausschuß jetzt zu einer zweiten Tagung in Berlin zusammengertreten, um sich über diese konkreten Pläne Bericht erstatten zu lassen und dazu Stellung zu nehmen. Die Verhandlungen nehmen angesichts der großen praktischen Bedeu­tung des Projektes längere Zeit in Anspruch.

Oie Derwaliungsreform in Preußen.

Personalveränderuni zur Vereinfachung und Verbillig mg in der Zentralim anz.

Berlin, 11.Nov. (WTB.) Wie der Amtliche Preußische Presfedienst mitteilt, hat sich die kom­missarische Regierung mit der Durchführung der Zweiten Verordnung zur Vereinfachung und Ver­billigung der Verwaltung vom 29. Oktober 1932 beschäftigt und hierbei zunächst die erforderlichen Personalveränderungen für die hö­heren Beamten beschlossen. Die Verordnung vom 29. Oktober 1932 hat das Ziel, die gesamte geschäftliche Betätigung in den Ministerien ein­zuschränken, straffer zu gliedern, Doppel- arbeit abzub auen und Zuständigkeiten, die nicht in die Ministerien gehören, an Nachgeord­nete Behörden abzugeben. Die Neuorgani­sation der preußischen Ministerien im einzelnen ist vor 14 Tagen bei der Herausgabe der Verordnung mitgeteilt worden. Bei der Durchführung dieser Maßnahmen, die am 1. Februar 1933 zum Abschluß kommen werden, können in den preußischen Mini­sterien acht Abteilungen eingespart und durch Zusammenlegung und Aufhebung der Bear­beitung von .einzelnen Sachgebieten etwa 14 0 Referate frei gemacht werden. Dadurch wird es endlich möglich, wirksame Ersparnisse auch bei den Ausgaben der Zentral- in stanz zu erzielen. .

Die kommissarische Regierung war sich bet diesen Maßnahmen von Anfang an bewußt, daß es un­möglich ist, die notwendigen Ersparnismaßnahmen durchzuführen, ohne gleichzeitig an eine B e > chrankung d e s Beamten apparates heranzugehen. Die Einsparung der 140 Referate erfordert nicht die Verabschiedung der gleichen An­zahl von Referenten. Es ist vielmehr gelungen, die Zahl der betroffenen Beamten in engeren Grenzen zu halten. Das konnte dadurch erreicht werden, daß in der letzten Zeit durch den natür­lichen Abgang von Beamten entstandene Lücken bereits vorsorglich nicht mehr ausgefüllt und in den Zentralstellen entbehrlich gewordene Beamte an andere BehötHenuwi.d9Awpyumlhww Beamte anandereBehördenverfetzt wor- den find. Natürlich trifft die Verabschiedung die betroffenen Beamten besonders in der heutigen Zeit chwer. Es ist aber versucht worden, durch sorgfäl­tige Prüfung aller einzelnen Fälle Härten zu ver­meiden. Ferner ist in Erwägung gezogen, in den einstweiligen Ruhestand versetzte Beamte in geeig­neten Fallen später wieder im aktiven Staatsdienst zu verwenden.

Aus denLandtags-Ausschüffen

WHP. Darmstadt, 11. Nov. Der Gesetz- gedungsausschuh des Hessischen Landtages lehnte zunächst drei Ersuchen der Regierung auf Aufhebung der Immunität von Landtagsabgeord­neten ab, da es sich in allen Fällen um politische Vergehen handele. Ein volrsparteilicher An­trag auf Aenderung des Artikels 83 der hessischen Verfassung (Einsetzung des Ooerlandesgerichtspräfidenten anstelle eines geschäftsführenden StaatsprÜsidenten) wurde zu-