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182. Jahrgang

Dienstag, 12. April 1932

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhefsen

Pnirf und Verlag: vrühl-sch« llniv«rßIS>5-vuch. und Steinöruderti R. Lange in Dietzen. Sdjrifllcitung und Scschäftrtzelle: SchnIIttatze 7.

Annahme van Anzeigen für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher.

Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- klameanzeigen von 70 mm Brette 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20" , mehr.

Chefredakteur:

Dr. Frcedr. Wilh. Lange. Derantworilich für'Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.Tdyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich in Gießen.

-Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild-Die Scholle Monatr-Vezngrprei;-.

Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , i 80 Zustellgebühr.. -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt.

Zernsprechanschlüsse unterSammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger Sietzen.

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Zrankfurt am Main 11686.

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12.6

12.5

XXXHT Hessen -

Darmstadt

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Auftakt zum Wahlkampf in Preußen

Das Resultat des zweiten WahlganGs

(Dis Vestel!ting das abgegebenen Stimmen i.d. 35 Wahlbezirken)____

)reussen HBerlin WPotsdam2 IVPotsdam 1 VFrankfurt aO "VIPommern NH Breslau

I Ostpreussen

6.3

jQ Merseburg XU.ThüringenyÖHSchlesw-Holst XIV Weser-fms

2 Oft.

XX Köln-Aachen

-Nass

22,6/ 'I

XXIX Leipzig

Die Zahlen an den Kreisen bedeuten Prozent Ziffern

Mi Hindenburg CH Hitler O Thälmann

den alles zu Mehrheit die

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verdanken hat, in seiner großen Treue hielt. Für die kommenden

XE Baden

XXXI Württemberg

IX Oppeln

11.3

NHI Liognitz

4.6

X Magdeburg

6.3

Die prozentuale Verteilung der abgegebenen Stimmen auf die drei .Kandidaten in den 35 deutschen Wahlkreisen. v Die Kreise sind nach der Zahl der in den einzelnen Wahlkreisen abgegebenen Stimmen abgestuft.

XXVNiederbayern

41

XXXV Mecklenburg

6.1

Berlin, 11. April. (TU.) Nach eigenen Berechnungen gibt das vor­läufige amtliche Ergebnis des zweiten Wahlganges zu den Reichspräsiden­tenwahlen folgendes Bild für die Anteile der einzelnen Kandidaten in Hundertsätzen: Hindenburg er- hielt den Höch st saß an abgegebe­nen Stimmen wiederum im Wahl­kreise Niederbayern, 72,0 v. H. (am 13.3.1932 = 69,9), den nied- rigften Saß der auf ihn entfalle­nen Stimmen wieder im Wahlkreis Merseburg mit 37 v. H. (33,1). Der Durchschnitt bei ihm betrug 53,0 o. H. (49,6 v. H.). Den Höchstsatz von Stimmen erhielt Hitler diesmal in Pommern mit 53 o. H. (37,4), während er beim ersten Wahlgang in Schleswig-Hol st ein seine meisten Stimmen erhielt (42,7). Den kleinsten Anteil hatte er wieder im Wahlkreis Köln-Aachen mit 20 v. H. (17,2), Durchschnitt 36,8 (30,1). Bei Thälmann wurde wiederum der H ö ch st s a tz erreicht in Berlin mit 26 v. H. (29,2), der Niedrigst satz war wieder in Franken mit 4,0 o. H. (5,9), Durch­schnittssatz 10,2 v. H. (13,2).

Die Wahlbeteiligung war wie im ersten Wahlgang im Kreis Leipzig mit 90 v. H. (91,2) am höchsten, die niedrigste in Oppeln mit 77,5 v. H. (80,2), Durchschnitt der Wahlbeteiligung 83,6 (86,2) o. H.

XXI.Koblenz-Trier

5,6

XXVHI Dresden- Bautzen 9,3

Welche Hunderlsahe erhielten die Kandidaten?

52,2

j XXßPfalT

7,6

XVH Westfalen-NrdXCII

KV Ost-Hannover'XVI Süd-Hannover c 0 Braunschweig

XXX Chemnitz -

Iwickau

15,0/-^

iSWahlvorschlüge eingegangen.

Die übliche Zersplitterung

Berlin, 11. April. (BDZ.) Die Frist für die Einreichung von Wahlvorschlägen für die Prenßi- lche Landtagswahl ist jetzt abgelaufen. Beim preu­ßischen W a h l l e i t e r , dem Präsidenten des Preußischen Statistischen Landcsamtes, sind ins­gesamt 18 Wahlvorschläge zur Neu­wahl des Preußenparlaments am 24. April ein­gegangen. Ob alle diese Borschläge zugelassen werden und in welcher Reihenfolge sie auf dem Abstimrnschein erscheinen, steht noch nicht fest. Die Entscheidung darüber fällt der Landesaus- schuß, der unter dem Borsih des Landeswahl­leiters am kommenden Mittwoch zusammentritt. Der Landeswahlausschuh besteht aus Beisitzern, die von den sechs größten Parteien gestellt werden.

Die 18 Listen für die kommende Preußenwahl zeigen die gleiche Zersplitterung, die sich schon bei den letzten Landtags­wahlen bemerkbar gemacht hat. Insbesondere haben auch die Vertreter t)cr"f) olnischenMin­der h c i t wieder einen Wahlvorschlag einge­reicht: doch ist kaum anzunehmen, daß bei dem er­höhten Wahlguoiienten von 50 000 eine der Split­tergruppen Aussicht auf die Erlangung eines Mandates hat. Es ist daher zwecklos, die Rainen der übrigen Splittergruppen zu nennen, ehe der Landesausschuß entschieden hat, ob sie über- hauptzugelassen werden.

entscheidend für den späteren Verlauf der poli­tischen Kämpfe einschähen. Es bestehe kein Zweisel darüber, daß der Stimmenzuwachs Hin­denburgs abgesehen von Kommunisten a u f Teile der Deutschnationalen Volks- Partei zurückgehe, die Hindenburg gewählt hätten, ohne dah es-Herr Hugenberg habe wagen können, gegen Herrn von Oldenburg parteidiszi­plinarisch vorzugehen, desgleichen auch nicht der Stahlhelm, dem Herr von Oldenburg ange­höre. Auf der anderen Seite hätten größere Gruppen sich diesmal für Adolf Hitler erklärt. Wenn die Deutschnationale Volkspartei heute so zerfahren und hilflos dastehe, so habe sie es jenen Elementen zu verdanken, die nicht groß, sondern bloß reaktionär zu denken ver­ständen. Den Schaden hätten sie selbst zu tragen.

Oie Oeuischnationalen

Der ..Lokalanzeiger" (deutschnational) meint. ..Marktschreierisch rufen die Blätter der Linken ihren vollen Sieg und die Riederlage des Fa­schismus aus. Die Wahrheit ist, daß es Herrn Brüning und der Eisernen Front keineswegs ge­lungen ist. ihre Hoffnungen auf den zweiten Wahlgang wahr zu machen. Der Stimmenzuwachs für ihren Kandidaten blieb in ihren Erwartungen

Was sagt die presse zum Ausgang der Präsidentenwahl?

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Bevölkerung zum Staate wieder her. Sorgt dafür, daß Kultur und christliche Gesittung wieder ihren Platz erhalten. Die Stunde der Entscheidung rückt näher. Gegen den Sozialismus, in weichem Ge­wände er auch erscheint, für ein anderes besseres Preußen.

Landeswahlvorschlag der OVp. in Preußen.

Berlin. 11. April. <VDZ.) Der Landes­wahlvorschlag der Deutschen Volks Partei für die Landtagswahlen in Preußen enthält u. a. folgende Rainen: Londgerichtsdirektor Stendel. Leer (Ostfriesland): Lehrerin Anny v. K n l e s z a. Berlin: Malerobermeister Friedrich Bayer. Waldenburg (Schlesien i; Hofbesitzer Helmers, Brinkum (Hannover); Etaatsminister a D- D. Dr. A r.hur Gras vonPoiodowsky-Wehncr, Raumburg; Oberschulrätin Hedwig Thöne Ber­lin: Fabrikant Funcke, Hagen: Arbeitersekretär Wolter Langer, Oberhausen (Rheinland); Landgerichtspräsident E i ch h o s f. Reuruppin: Polizeimajor Alexander A n d a e. Potsdam: Kaufmann Robert Heidenreich. Halle: Iustizrechnungsrevisor Karl B e e r c s. Frank- furt a. M-: Buchdruckereibesitzer Gilles. Duis­burg; Landgerichtsdirektor Dr. Losenhausen. Aachen: Oekonomicrat Dr. h. c. Schiftan, Sternberg-Grundhof; Rechtsanwalt Dingel- dey. Berlin W 62.

um ebenso viel zurück, als der für ihren Gegner sie übertraf. Auf alle Fälle das ist die Haupt­sache ist bewiesen, daß die bürgerlichen und nationalen Parteien das Schicksal Preußens am 24. April mit Sicherheit in ihrem Sinne wenden können. Es gilt jetzt, die durch die Hindenburg- kandidatur des Brüningfystems gefühlsmäßig völ­lig verwirrten Fronten politisch zu ent­wirren und zu klären."

DieDeutsche Zeitung" (dcutschnatl): So erfreulich die Tatsache ist, daß im zweiten Wahlgang der Kampswillen der nationalen Front ungebrochen geblieben ist, ja, nach gesteigert werden konnte, so steht doch fest, daß auch die stärkste Gruppe der nationalen Opposition nicht allein den erstrebten Erfolg davongetragen hat. Dieses Verhältnis wird sich bei den Länderwahlen kaum ändern. Dar­aus ergibt sich die Notwendigkeit, daß diese Gruppe die Zusammenarbeit mit der D N V P., aber auch mit allen parteipolitischen nicht gebun­denen nationalen Kräften im Lande sucht. Dabei kann damit gerechnet werden, daß es den Deutsch- nationalen gelingen wird, Massen der bisherigen Hindenburgwähler für sich zu gewinnen.

Oie gemäßigte Rechte

DieD A Z." (gemäßigte Rechte) hebt hervor: Ein Wort der Dankbarkeit für die hohe Pflichtauffassung desalten Herrn" ist am Platze, der die Vergangenheit mit der Zukunft in seiner Person verbindet, ohne Rücksicht auf Alter und per­sönliche Bequemlichkeit. Hindenburg, der sich ohne jede Bedingung zur Wahl gestellt hat, besitzt a I s Staatsoberhaupt wieder freie Hand, fein hohes Amt zum Besten der Gefamtnation und mit denjenigen Mitteln zu verwalten, die die poli­tische Stunde fordert. Das überraschende Anwachsen der Hitlerstimmen sollte eine unerhört c r n ft e Mahnung für die Machthaber der linken Parteien fein, daß die brutale Diktatur gegen diese Bewegung kein geeignetes politisches Mittel zu ihrer Bekämpfung ist. Die Niederlage des Ko m m u n i s m u s ist eine weitere hervorstechende Tatsache. Man kann sagen: Ein Sowjetdeutschland wird es weder heute noch in 50 Fahren geben " Auch dieDAZ." kommt zu dem Schluß, daß 500 000 bis 700000 Stimmen Hitlers aus dem Lager der Thälmannpartei stammen.

DieKölnische Zeitung" schreibt u a,: Die Mehrheit des deutschen Volkes habe unzweideutig zum Ausdruck gebracht, daß sie auf das Amt des Reichspräsidenten nur einen überpartei­lichen Mann berufen wolle, und daß sie gerade den entsagungsvollen Weg der Vernunft allen Verheißungen und Experimenten des Radikalismus vorziehe. Es wäre falsch, den Erfolg der Na- tionalsozialisten zu leugnen, aber man dürfe ihn anderseits nicht iiberschäßen. Bei den Preußen- wählen werde sich zeigen, daß die Hitlerstimmen vom 10. April nicht ausschließlich nationalsoziali­stische Wählerstimmen gewesen seien.

Oas Zentrum

DieGermania" (Zentr.) grüßt Hindenburg als den in schwerster Stunde bewährten Führer und fährt dann u. a. fort:Dos deutsche Volk hat sich selbst geehrt, wenn es dieser einzig­artigen Persönlichkeit, die es im Krieg und Frie-

Berlin, 11. April. (TU.) Zum Ergebnis der Reichspräsidentenwahl nehmen nunmehr auch die großen Berliner Blätter Stellung.

Oie NSOAH.

Der21 n griff" (natlsoz.) sagt u. o.: Nicht nur, daß die nationalsozialistische Bewegung sich gegen ihren vereinten Ansturm von Macht, Geld, Presse, Parteien und Liige siegreich behaupten konnte, im Gegenteil: Sie durchbrach in einem hinreißenden Elan den Wall, den sie um sie aufgerichtet hatten. Ueber 2 Millionen Stimmen Zuwachs in vier Wochen, von denen ihr noch drei durch dcn Osterfrieden lahmgelegt waren; mir gewan­nen soviel, wie die bürgerlichen Splitterparteien, die heute noch im Reich und in Preußen Minister­stellen zusammengenommen überhaupt an Stimmen a u f w e i s e n. Das ist die Antwort des Volkes. Jetzt beginnt der Sturm auf Preu­ßen. In den kommenden zwei Wochen wird die Bewegung ihr M e i ft e r ft ü rf an Agitation und hinreißendster Massenaufkläruna leisten. Und am 24. April wollen wir dann die Quittung über­reichen.

ImVölkischen Beobachter" schreibt Alfred Rosenberg zum Wahlergebnis u. a., man müsse den Erfolg der Rationalsozialisten geradezu

Keine Schwenkung der Christlich-Sozialen.

Gerüchte über eine Umbildung des PrcutzcnkabrneUS.

Berlin, 11. April. (VDZ.) Gewissermaßen als Auftakt zu dem preußischen Wahlkamps, der heute sehr stark im ganzen Staatsgebiet einseht, sind Gerüchte über eine bevorstehende Tl m b i l - düng der preußischen Staatsregie­rung verbreitet worden. Dabei wurde behauptet, daß dem Christlich-Sozialen Dolks- dienst das preußische Landwirt- fchaftsministerium angeboten worden sei. Wie die Reichsführung des Christlich-Sozialen Bolksdienstes mittcilt, beruhen diese Gerüchte auf freier Erfindung. Keine Stelle des Bolksdienstes sei an solchen Verhandlungen be­teiligt gewesen, und eine Aenderung der bisherigen Oppositionsstellung des Volksdienstes zur derzeitigen preußischen Re­gierung komme nicht in Frage. Die preu­ßische Landtagsgruppe des Bolksdienstes werde auch jede Mitwirkung bei der geplanten Aenderung der Geschäftsordnung im Landtag in der morgigen Sitzung a b l e h n c n.

Hugenberg

beginnt den Wahlkampf.

Hannover, 11. April. (TU.) Hier eröffnete Dr. Hugenberg für die Deutschnationalen den Wahlkampf für die Preußenwahlen. Der Taumel der Reichspräsidentenwahl, so führte er aus, ist vorüber. 3n ihm ist ohne unmittelbaren Richen sehr viel Kraft vertan. Die nationale Opposition besteht aus drei Heeressäulen: die eine, die Rationalsozialisten, haben in einem an sich aussichtslosen Durchbruchskampf eine un­geheuere Angriffskraft und Verdoppelung ihrer Stimmziffer bewiesen, die zweite, die Deutsch- nationalen, haben es abgelehnt, diese Schlacht auf ungünstigem Gelände zur Entscheidungs­schlacht werden zu lassen. Sie haben darauf hin­gewiesen, daß noch eine dritte Heeres- Jäu(c im Anmarsch begriffen ist. die zwar zur nationalen Opposition gehörte, aber keinesfalls Hitler wählen wollte, und deshalb Hindenburg wählte. Bei dcn Preußcnwahlen wird die letzte Heeressäule zu dcn Deutschnationalen stoßen und damit das Liebergewicht und den Sieg der Ra­tionalen Opposition sicherstellen. Aber bevor es nun wieder losgeht, müssen einige Dinge zwischen den verschiedenen Heeressäulen klar und in aller Oeffentlichkeit ausgesprochen werden. Ich habe schon vor der zweiten Reichspräsidentenwahl von einem künftigen neuen Harz bürg der praktischen Arbeit gesprochen. Es kommt jetzt nicht mehr darauf an, ob jemand für Hitler oder Hindenburg gestimmt hat. Klar steht das Ziel der Preußenwahl vor uns: ..Deutschnationale und Rationalsozialisten müssen die Mehrheit des Preußischen Landtages erreichen. Rur bo£ ge­währleistet, daß ohne Umsturz und Unruhe die nationale Idee und die wirtschaftliche Bernuntt zur Herrschaft gelangen. Die Gewähr dafür, daß neben der nationalen Idee, die über alles geht, diewirtschaftliche Vernunft mDeu.sch- land herrschen wird, können nur wir Deuticy- nationale bieten. Dazu müssen wir stark werden. Gin Wahlaufruf der Volkspartei.

Berlin, 11. April. (Sil.) Der Parteivorstand der DBP. hat für die preußischen Landtagsway- len einen Wahlaufruf beschlossen, in dem es heißt.

Was ist uns Preußen? Cs soll sein das Fun­dament des Reiches und der Hort ferner Einheit. Es soll sein eine Burg der Gerechtigkeit der Spar­samkeit. der treuen Pflichterfüllung. Es soll se,n em Schirm der deutschen Kultur und der christlichenGe- sinnung. Es soll sein der Borkampfer für die nationale Freiheit. Was ist aus diesem

Preußen in sieben Iahren gemacht wor­den? Es wurde eine Domäne der Partei- Herrschaft. Sein Beamtentum der Spielball der Parteibuchwirtschaft, seine einst geordneten Finanzen sind zerrüttet, eine uferlose Aus- gabenwirtschast hat immer neue Steuern erfordert, am Ende stand die Politik der Spar- Verordnungen, die mit rauher Hand alle Gebiete der lokalen Derwaltung, der kulturellen Einrich­tungen und der Beamtenrechte angcfaßt hat. Die Parität ist gegenüber d'e r evan­gelischen Bevölkerung oftmals verletzt worden. Die berechtigten Ansprüche des evange­lischen Volksteils sind immer wieder bewußt vernachlässigt worden, dem Kulturbol- s ch e w i s m u s ist kein Holt geboten, die natio­nale Erziehung unserer Iugcnd ist gefährdet. Die altüberlieferten Rechte bürgerlicher Freiheit sind der P o l i z e i w i l l k ü r geopfert. Dagegen aber find alle Reformen unterblieben, die zu einer zweckmäßigen und sparsamen Verwaltung des Landes führen müssen.

Preußen, so kann es nicht weitergehcn. Macht Schluß mit einer falschen Politik, stellt wieder das schlichte, klare und gerechte Staatswesen her, das euren alten Staat zum Vorbild gemacht hat. Kämpft rücksichtslos gegen die Mißbräuche des Parteigcistcs und des sozialistischen Machthungers. Schafft wieder ein zuverlässiges, von Parteiinteressen freigeworde­nes Beamtentum, stellt das Derlrauen der