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182. Jahrgang

Samstag, 12. März 1952

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GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Chefredakteur

Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr fj.Ibgriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Mar Filler, sämtlich in Gießen.

Treuhänder des ganzen Volles!

Zum zweiten Male schift daS deutsche Dolk sich an. sein Retchsoberhaupt zu küren Der erste Reich-Präsident, der sozialdemokratische Partei­führer Friedrich Ebert, war durch die Rcttional- verfammlung gewählt worden, erst den zweiten Reichspräsidenten, den Führer der deutschen Heere im Weltkrieg, 5clbmarfd)at1 von Hinden­burg. wählte das Dolk selber, seiner ihm in der Reich-Verfassung auserlcgten Pflicht gemäß. Da­mals standen sich im wesentlichen zwei Fronten klar geschieden gegenüber, aber erst nachdem im ersten Wohlgang kein Kandidat die absolute Mehr­heit auf sich hotte vereinigen können, gelang es im -weiten Wahlgang, der im besten Sinne volks­tümlichen Persönlichkeit des Feldmarschal.'s wenn auch mit knapper Mehrheit, den Sieg zu er­st reiten. Heute sind die Fronten nicht so klar. Männer, die damals vor sieben Jahren in einer Partei zusammenstanden und gemeinsam dem Feldmarschall die Kandidatur für die Reichsprä­sidentschaft angetragen haben, find währenddes zu scharfen politischen Gegnern geworden. Par­teien, die 1925 in einem Wahlkampf, der dem heutigen an Widerwärtigkeiten nicht nachstand, die Kandidatur deS Feldmorscholls mit allen Mitteln erbittert bekämpft hoben, erklären sich heute nach siebenjähriger Amtstätigkeit des gegen die Stim­men ihrer Anhänger Gewählten überwunden von der menschlichen Gröhe und staatsmännischen Weisheit des einstigen Gegners oder müssen zu­mindest unumwunden zugestehen, dah ihre Be­fürchtungen und Verdächtigungen von damals gründ- und haltlos waren, dah Hindenburg als Reichspräsident der zuverlässigste Hüter der Ver­fassung gewesen ist und das Amt des Reichs- Präsidenten jenseits allen Parteienstreits im Sinne einer .Zusammenfassung aller arbeitswilligen und ausbaubereiten Kräfte unseres Volkes" jederzeit getreu seinem Cide geführt hat. Diese Sinncs- wandlung wäre in Zeiten, die ruhiger Heber- legung und gerechter Würdigung eher zugänglich wären als die eines erbitterten, alle Begriffe ver­wirrenden Wahlkampfes, als leuchtendster Beweis für die Richtigkeit der Wahl von 1925 gepriesen worden. Heute muh sic der Agitation dazu die­nen, ten ohne Bindung an irgendwelche Parteien seinen graben Weg geheuten Reichspräsidenten der DundeSgenossenschast mit einer Koalition ter Linken verdächtig zu machen, weil er mit der ganzen Entschiedenheit seiner aufrechten. jeder Taktik abholden Rotur cs obgelchnt hat, seine Wiederwahl mit Versprechungen und Zusagen ju erkaufen, die ihm die Hände hinten und ihn von dem für recht erkannten Weg abdrängen muhten.

So hoben sich die Fronten von damals seltsam verschoben und weder die Vorgeschichte der Hin­denburg-Kandidatur, noch die maßlose Erbitte­rung des Wohlkampfes waren geeignet, den Sinn dieser Präsidentenwahl klar herauszustel­len. Wir waren bestrebt, durch ausführliche Be­richte über Wahlversammlungen aller Par­teien, durch sorgfältige Registrierung aller irgend­wie wesentlichen Kundgebungen zugunsten jeder der drei Kandidaturen Hindenburg, Ducsterberg und Hitler wobei der kommunistische Bewer­ber für uns ausscheiden muhte unseren Lesern ein umfassendes Bild des Wahlkampfes zu ge­ben. Wir haben uns nicht gescheut, jederzeit un­sere eigene politische Meinung darzulcgcn, waren indes bemüht, auch den Persönlichkeiten Hitlers und Duesterbergs durch Darstellungen von ihnen politisch nahestehender Seite gerecht zu werden. So hoffen wir, unteren Lesern die politische ilr- tcilsbildung für ihre Entscheidung am 13. März erleichtert zu haben. Das kann unS jedoch nicht von der Pflicht entbinden, noch einmal zu sagen, wie wir persönlich diese Entscheidung des mor­gigen Sonntags auffassen. Der Kampf um die Präsidentschaft ist von ten einstmals in der Harz­burger Front zusammengesahten Parteien zu einem Kampf um die alleinige Macht im Staate verfälscht worden. Das im Wahlkampf bis zum Meterdruh wiederholte Schlagwort vom .Kampf gegen d a s S v st e m" , der DerzweiflungSschrei, Es muß alle- anders werten", ift heute das ein­zige politische Glaubensbekenntnis vieler Millio­nen durch bitterste Rot in ihrer wirtschaftlichen Existenz entwurzelter, an ten sittlichen Grund­lagen des Staates irregewordener und an einer baldigen Wendung ihres erschütternden Schicksals verzweifelnder deutscher Volksgenossen geworden. Dos ist nur zu begreiflich, und besonderes Ver­ständnis hoben wir für die deutsche Jugend aller Stände, die. wenn sie die Lehre, die Schule, die Mniversität verlassen Hot, keine Möglichkeit sieht, in dem erwählten Bemis ober auch über­haupt nur irgendwie, wenn auch nur auf die aller» bescheidenste Weise, in Arbeit und Brot zu kom­men. Aber das Furchtbare dieser Loge darf den Blick nicht trüben für ten tatsächlichen Gang ter politischen Entwicklung in Deutschland. Der erste, ter den heute zum gegenstandslosen Schlagwort gewordenen .Kampf gegen das System" mit ter ganzen Energie und unerschütterlichen Beharr­lichkeit seines von Grund auf konservativen We­sens ausgenommen bat, war ter Reichsprä­sident von Hindenburg, als er vor zwei Jahren das viel geschmähte Kabinett Brüning zur Regierung berief und damit zum erstenmal mit der unumschränktenParlaments- Herrschaft brach, während ter die Parteien mit ihrem wetteifernden Buhlen um die Gunst der Massen die Finanzen des Staates ruiniert und damit die Grundfesten cineS jeden gesunden Gemeinwesens unterhöhlt hatten in einer Zeit, in der nur äußerste Sparsamkeit und strengste Selbst­bescheidung Deutschland gegen die immer wieder­holten Bedrohungen von außen widerstandsfähig hätten machen können. Damals schon, mit der Berufung des ohne Parteibindungen und nur auf

Große Hmdenburgkimdgebuirg im berliner Sportpalast.

Reichskanzler Dr. Brüning und der konservative Führer Gras Westarp fordern zur Wieder­wahl des Reichspräsidenten auf.

Berlin, N. März. (WTB.) Der Sport­palast, in dem heute abend die große Kund­gebung des Hindenburgausfchusses stattsand, war schon gegen 19.30 Mhr säst b i s auf den letz­ten Platz gefüllt. Grünschmuck und Tannen- girlanten zierten das Haus und hinter dem Podium war ein gewaltige-, lebensgetreues Bild des Reichspräsidenten aufgerichtet. Schon vor Beginn der Veranstaltung, der Musikvorträge vorangegangen waren, war ter letzte Sitzplatz vergriffen und große Massen von Zuhörern stan­den auf jedem freien Plätzchen in dem großen Raum dicht geteängt. Der Vorsitzende des Ar­beitsausschusses ter Vereinigten Hintenburgaus- schüsse, Landrat a. D. Dr. Gereke. wandte sich zunächst gegen die Unwahrheit wenn es immer so dargestellt werte, als sei Hindenburg ter Kandidat einer Partei oder der Ex­ponent eines Systems. Bei ter Reichs­präsidentenwahl komme es nicht darauf an. Par- teigegensähe auSzutragen, sondern zu über- brücken durch die Wahl eines Mannes, ter die beste Gewähr für die Einigung und den ge­schlossenen Einsatz ter Ration nach außen sei.

Reichskanzler Or. Brüning

führt« dann u. a. folgendes aus: In diesem Augenblick höchster außenpolitischer, wirtschaft­licher und finanzpolitischer Schwierigkeiten sei notwendig gewesen, das deutsche Dolk zu einer Einheit zusammenzuschweißen und nach außen hin zu dokumentieren, daß das deutsche Dolk in einer Schicksalsstunte von größter Be­deutung endlich einmal nach außen hin beweisen will, daß es sich zu einer großen Persön­lichkeit zusammenfinden kann. (Beifall.) Alles ist aus ter Erkenntnis des gefahrvollen Augenblicks versucht worden, um zu diesem Er­gebnis zu kommen. Es ist unerhört, wenn man wagt, die Dinge so darzustellen, als ob ter Herr Reichspräsident ein Parteikandidat geworden fei, als ob irgendetwas unversucht gelassen worden wäre, um für ten Herrn Reichspräsidenten eine Einheitsfront auf breitester Basis au schaffen. Die Verhandlungen, die mit den Rechtsparteien geführt wurden, gingen nicht i n s Blinde hinein, sondern lange vorher haben Fühlungnahmen ftattgefunten, die den Glauben geben konnten, daß die Parteien ter Rechten in ihren Führern zu solchen Entschlüssen bereit gewesen wären. Aber vom ersten Augen­blick an, wo die offiziellen Verhandlungen be­gannen, war klar zu erkennen, daß ein tak­tisches Spiel der beiden Rechtspar­teien gegeneinander einschte, das an sich mit der Reichspräsidentenwahl nichts z u tun hatte, sondern da- aus e i n- fettigen parteiagitatorifchcn Mo­menten geboren war. So war eine Einigung nicht zu erzielen.

Ich möchte hier klar aussprechen, wie ich es schon an anderer Stelle getan habe. Meine

das Vertrauen des Staatsoberhauptes sich stützen­den Kabinetts Brüning geschah der grundsätz­liche Einschnitt in ter innerpolitischen Geschichte der jungen deutschen Republik. Ohne formelle Verfasfungsrcform, die bei der Partcienzcrsplit- terung im Reichstag niemals zu haben gewesen wäre, aber unter voller Ausschöpfung aller in der Verfassung vorgesehenen Möglichkeiten ging die tatsächliche Regierung von dem Parlament, das sich den ihm gestellten Aufgaben nicht ge­wachsen gezeigt hatte, auf den anderen Träger ter Dolkssouvcränität, den Reichspräsiden­ten, über.

Daß dies nur Schritt für Schritt geschehen konnte unter Aufrechterhaltung der Fiktion einer parlamentarischen Regierung, wird dem Reichs­präsidenten niemand verdenken, der sich der Ge­fahren einer offenen Diktatur für die innerpoli­tische Lage in wirtschaftlich aufs äußerste ge- spannten Zeiten bewußt ist. Aber es ist immer wieder eine der vielen Mnbegreiflichkeiten unserer verworrenen Zeit, daß gerate die Parteien, die seit Jahr und Tag mit dem RusM chrMacht dem Reichspräsidenten" ten politischen Kampf bestritten haben, die eben geschilderte Wendung nicht erkannt haben oder nicht er­kennen wollen und nun mit ihrer Forderung , Fort mit dem System" ter tatsächlichen poli­tischen Entwickelung nachhinken Schon die Protest- Wahlen vom 14. September 1930 galten ja im Grunde einem System, das schon im Abbau be­griffen war Sie haben, wenn auch ungewollt, dem Reichskanzler seine schwere Ausgabe er­leichtert. falsche Fassaden rücksichtslos nietet- zureihen in öffentlicher wie privater Wirtschaft und die Fundamente für ein neues kleineres, aber gesünderes und solideres Haus zu legen. Wir haben alle die einen mehr, die anderen weniger am eigenen Leibe spüren müssen, wie schmerzlich diese oft brutal erscheinenden, aber notwendigen Amputationen kranker Glieder waren. Sic mußten vorgenommen werten, um das Ganze zu retten und die Voraussetzung für den Endkampf um Deutschlands Freiheit nach außen zu schaffen. Mnd es ist auch hier wieder, wenn man so will, ein tragisches Geschick, daß gerate die Parteien, die diesen Reinigungsprozeh zu ihrem politischen Programm erhoben hatten, nur indirekt an i$m teilhatten, da ihre Opposition die Sozialdemokratie zum .Stillhal-

Petfon ist kein Hindernis gewesen, daß sich die Rechtsparteien zu dem Feldmarschall bekennen konnten. Ich habe dem Herrn Reichspräsidenten wiederholt meine Demission an­geboten. Der Herr Reichspräsident hat sich entschlossen, getreu seinem ganzen Charakter und seiner historischen Mission, s i ch nicht auf parteipolitische Bedingungen ein zu lassen. (Stürmischer Beifall.) Aber er hat cs gestattet und ich als verantwortlicher Reichskanzler habe dem zugestimmt. daß ohne m i ch Verhandlungen mit den Rechtsparteien geführt wurden, um zu einer Klärung der Situation zu kommen, heute spreche ich ja nichts Reue» aus, wenn ich sage, daß in diesen 14 lagen der Verhandlungen es sich herausgcsteltt hat, daß nicht einmal diese Parteien s i ch über irgendeinen punkt de» Regierungsprogramms bzw. Be­setzung eines Ministerstuhles einigen konn­ten. (hort! hört?) Es ist von großer Bedeutung, das immer und immer auszusprechen, weil im

Lande mit einer Flut von Lügen und Ver­leumdungen gegen die oerehrungswürdige Ge­stalt des Herrn Reich»präfidenten gerade In bezug auf biefe Dinge gearbeitet wird. L v gibt feine einheitliche Front auf der Rechten, das System der Parteidoktrin ist noch nie so stark gewesen, wie auf dieser Seite in diesen lagen. (Stürmischer Beifall.)

Wer wie ich cs miterlebl hat. wie ter Herr Reichspräsident d i e Rvtverordnungcn unterschrieben hat, ter ist in ter Lage, zu fügen, wie schwer es für ibn gewesen Ist. allen diesen Opfern seine Zustimmung zu ge­ben. Aber wenn ter Herr Reichspräsident diesen Weg nicht gegangen wäre, dann würde er nichi das deutsche Volk in diesen kritischsten Tagen nach dem Ende des Krieges soweit geführt haben auf einen Weg. ter zwei Jahre lang fast jeden Tag hart am Abgrund vorbeigegangen ist. wo ein falscher Schritt da- mühsam aufgerichtete Ge baute wieder hätte zum Einsturz bringen können, auf einen Weg, ter hart und steinig ist wie jeder, ter in ter Geschichte zu einem Er-

Letzter Appell im Wahlkampf.

Der (Stahlhelmführer Oetöie in Koblenz.

Koblenz. 11. März. (211.) 3n der Rheinhalle führte der Gründer und erste Dundessührer des Stahlhelms, Franz Eeldte, vor einer großen Zuhörcrmenge, unter ter sich auch starke Stahl- helmabordnungen aus ter Pfalz befanden, u. a. aus. Wir haben um Hindenburg mit aller Kraft gerungen. Llrsprnngllch war ja auch die gesamte nationale Opposition bereit, in unmittelbarer Volkswahl Hindenburg wiederum zum Reichs­präsidenten und obersten Führer der Deutschen zu küren. Was es uns aber unmöglich machte, als ehrliche Männer hinter unseren alten Führer Hindenburg zu treten, das war der Umstand, daß es ihm leider nicht möglich war. uns Ga­rantien für eine Aenderung des herrschen­den Systems zu geben, das wir um Deutsch­lands willen seit dem Rovember 1918 bekämpfen muhten. Man verstehe uns recht: Wir wollen ebenso ehrlich wie Hindenburg die Volksgemein­schaft. Wir sind ebenso wie Hindenburg über­parteilich. Aber wir durften nicht zulasfen, daß durch die von uns verehrte Person Hindenburgs ein System gedeckt wird, das nach unserer ehrlichsten ileberjeugung und nach ten bitteren Erfahrungen von uns allen in den vergangenen 13 wahren das Unglück des Vaterlandes be­siegeln würde.

ten und zur Billigung von radikalen wirtschafts­politischen Maßnahmen zwang, die sic. wäre sie selber in die Opposition zum Kabinett des Reichs­präsidenten gedrängt worden, nicht ohne scharfen Widerstand hingenommen hätte. Zur Mitarbeit an seinen Reformen innerhalb des Kabinetts hat der Reichskanzler nur Leute ter gemäßigten Rechten zu gewinnen vermocht, die ja auch seiner eigenen politischen Grundlinie am meisten ent­sprachen. Woran Versuche scheiterten, auch die äußerste Rechte heranzuziehen, ist noch immer umstritten. Aber soviel ist nun durch gegenseitige Enthüllungen der über die Präsidentschaftskandi­datur auseinander gefallenen Harzburger Front mit erfchrcckcnder Deutlichkeit klar geworden, dah die Rechtsopposition sich weder über ein Pro­gramm, noch über die für die Regierung heraus- Auftellenten Persönlichkeiten einig geworden war. dah vielmehr offenbar jeder Teilhaber dieser Kampfgemeinschaf t nach Erreichung des einen gemeinsamen Ziels: Beseitigung des Kabinetts Brüning, im Positiven sehr verschiedene Pläne hatte, die ten Bundesgenossen von einst mög­lichst beiseiteschieben sollten.

Wir glaubten, diese politische Entwicklung der letzten Jahre noch einmal aufzeigen zu sollen, weil sie im Wahlkampf um die Präsidentschaft neben all dem vielen völlig Unsachlichen und Haltlosen den Hauptstoss für die Agitation ge­liefert hak Und tatsächlich ergibt sich aus ihr auch die Kardinalsragc für öic Ent­scheidung am Sonntag. Sie lautet für jeden politisch Denkenden, der sich durch die verwirrende Agitation ter letzten Wochen ten Blick für die großen Zusammenhänge bewahren konnte, klar und einfach dahin: Soll das zwar schwere Opfer heischende, mühevolle Arbeit fordernde und an weithin sichtbaren Erfolgen kärgliche Reform­werk, das die letzten Jahre der Präsidentschaft Hindenburgs ausgefüllt hat, stetig und ztcl- tewußt weitergeführt werten als feste Basis für den mit BrüningsRein" und der Einstellung der Tribntzahlungen bereits be­gonnenen Befreiungskampf dann gibt es nur eins: d i e W i ederwahl des Feld- marfchalls v. Hindenburg, dessen ehr- furchtheischente. in einem an Erfahrungen reichen Leben abgeklärt und weife gewordene Persönlich­keit und wahrhaft staatsmännische Gröhe allein im 3n- unb Ausland die Autorität hat, das

Wenn wir es ablehnen, im Sinne Hinden­burg- einer einzelnen Partei das Schick­sal des Vaterlandes anzuvertrauen, so müssen wir es erst recht ab lehnen, das Schicksal des Vater­landes einem Einzigen auSzulicfem. ter für feine Person öic Diktatur in Deutsch­land und von anderen nur kritiklose Gläubigkeit fordert. Eine Einheitskandidatur ter nationalen Opposition ist daran gescheitert, dah eine' für s i ch allein alles begehrte. Das ist Hitler. Wenn er für seine Person ten Reichs- präsidentenpvsten unb für seine oberen Pcrrtrifüh- rer alle entscheidenden Ministerien forderte, den Stahlhelm aber aus die Oberpräsi- tentenftellen in Preußen verweisen lieh, bann kann für die gläubigen Jünger des Meisters in Hitlers Reihen die Hitlerkandidatur für Deutsch land erstrebenswert sein, sür unS ist diese Hitlerkandidatur wie jede Partei- bittatur unmöglich und unannehm­bar: denn wir sinddie Ungläubigen. Wir al­ten, scharf und sehend gewordenen, disziplinierten Frontsoldaten, wir erwarten von jemand, ter an die Spitze will, zuvor den BefähigungS- nachweis durch Arbeit und Leistung Wir sind nicht dafür, die demagogischen Aeußc- rungen einer Sturm- und Drangperiote für Mei­stertaten und Meisterstücke anzusehen. Gärender Most ist kein Naschenreiner Eoelwein unb unser Volk und Vaterlanb ist uns zu gut zu ge­fährlichen Experimenten!

deutsche Staatsschiff durch die klippenreiche Meer­enge der nächsten Jahre in die freie See zu steuern. Wir alle haben, tief ergriffen von dem Ernst ter Stunde, gehört, wie er über alle deutschen Sender Rechenschaft ablegte vor feinem Volke für sein Tun während der ersten fieben Jahre seiner Präsidentschaft Soldatisch schlicht, mutig und bckcnntnisfroh. oft bebend vor gerechtem Zorn über die widerwärtigen Verleumdungen, die über leine Person und sein, engste Umgebung, ja auch über Angehörige seiner Familie während des Wahlkampfs in Gerüchten von Mund zu Mund ausgestreut sind, oft schmerz­lich bewegt, daß manch alter Kamerad und manch alter Wähler fein Hanteln mißdeuten konnte eigenwillig, aufrecht und grate, fo klangen feine Worte zu unS durch den Aether, die Worte eine» Mannes, ter entschlossen ist, sich nicht einer Partei zu beugen, sondern allein nur Gott seinem Gewissen unb dem Vaterlande verpflichtel a ls Treuhänder deS ganzen deut­schen Volkes auch in Zukunst seines Amte- zu walten. Deshalb ift Hindenburgs Wieder wähl die sicherste Bürgschast gegen einen Rück­fall in schrankenlose Parteienhcrrfchaft, sie bietet aber auch der zum Staate drängenden n a - t i o n a l s o z i a l i st i f che n Bewegung die einzige Möglichkeit, ohne schwerste innerpolitischc Erschütterungen, von denen wir unS heute wohl kaum eine annähernd richtige Vorstellung ma­chen können, den schwierigen Uebergang zur auf- bauenten Mitarbeit zu vollziehen. Denn nur dahin kann ter legale Weg die Partei folge­richtig führen, nicht zur Alleinherrschaft, für die in Deutschland kein Raum ist. Auch das ist ein Ziel, das schneller erreicht wird, wenn die Ent­scheidung für Hindenburg schon im ersten Wahlgang fällt und uns damit eine Fort­setzung dieses Wahlkampfes mit allen feinen, Ge­meinschaftsgeist und Verantwortungsbewuhtseiii zerstörenden Folgen erspart wird. Deshalb drücke sich morgen niemand um die Entscheidung, indem er einem gänzlich aussichtslosen Kandidaten, möge er auch menschlich noch so sympathisch sein, seine Stimme gibt oder gar zu Haufe bleibt um sich nutzt jetzt schon entschließen zu müssen. Jeder, ter sein Dolk lieb hat. hat auch die Pflicht, sich ganz dafür ernzuietzen, dah wieder freie Bahp geschaffen wird für aufbauente politische Artest im Dienst, des Vaterlands,