Son Geld unbüebe.
Vornan von Grete von Gaß.
Copyright by Martin Feuchtwrmger, Hall«
10 Fortlekzung Nachdruck verdaten.
Die große seelische Erschütterung, Vie die Tönnies durchgemacht hatten, und all das Schwere, das danach gefolgt war, hatte sie ganz verwirrt gemacht. Sie hatten es geschehen lassen, daß fremde Menschen ihnen halfen. Fremde Menschen? Rein, das waren Münchmehers, Doktor Fahrenkrug und die Elli Taube ihnen nicht. Gute Freunde waren sie ihnen alle.
Aber nun durfte man nicht länger ihre Freundschaftsdienste annehmen. Das Leben mit allen seinen schweren Anforderungen mußte man wieder auf sich nehmen. Geld war keines da. Man stand vor dem Aichts. Was nun tun?
Eva und Hans-Achim berieten. Daß man arbeiten mußte, um Geld zu verdienen, war selbstverständlich. Aber wo Arbeit finden? And was konnte man leisten? Sie sahen sich ratlos an.
„Mit dem, was ich leisten kann, werd' ich nicht viel verdienen", sagte Eva kleinlaut. „Ich könnte doch nur eine Stellung als Stütze in einem Haushalt annehmen. Dann müßte ich Mama hier alleinlassen, und das geht doch nicht gut. Sie ist zu elend. Es wird viel Mühe kosten, sie wieder aufzurichten."
Hans-Achim gab ihr recht. Er sah sinnend vor sich hin.
Eva wußte, daß er mit einem schweren Ent- schlutz kämpfte.
Endlich sagte er: „Ich werde mein Studium aufgeben. Werde Kommerzienrat Münchmeyer bitten, daß er mir eine Anstellung in seiner Dank gibt."
Eva nickte.
..Das ginge am Ende. Aber schade ist es, daß du dein Studium aufgeben mußt."
„Allerdings! Aber es muß doch sein."
Eva hatte einen anderen Vorschlag zu machen.
„Was meinst du dazu — wir nähmen Pensionäre auf? Unsere Wohnung ist groß genug. Wir müßten uns dann mit zwei Zimmern begnügen. Zur Aot ginge es. Du hast nur noch zwei Semester vor dir. Vielleicht gelänge es so, uns durch diese hindurchzuschleppen. Ich möchte so gern, daß du fertig studierst."
Er wurde rot. Sah mit verzweifeltem Blick an ihr vorbei.
„Sollt ihr für mich darben?" sagte er kopfschüttelnd. „Vein, das will ich nicht."
Er dachte an die Schulden, die da waren. Die I Mutter und Eva ahnten noch nichts von ihnen. Einmal muhten sie davon erfahren. Er würde |
ihnen gestehen müssen, daß sein Leichtsinn sie verursacht hatte. Schrecklich!
„Du stellst dir das mit Pensionären auch leichter vor, als es ist: unsere Wohnung ist auch nicht groß genug —"
„Doch — doch: ich könnte fünf Zimmer vermieten. Dann verbleibt noch eines für Mama und eines für dich. Ich ginge ins Mädchenzimmer. Die Hedwig kommt ja nicht wieder, und ein neues Mädchen nehme ich nicht. Ich nehme eine Aufwartefrau, die mir die allergröbsten Arbeiten macht."
Sein Blick kehrte langsam zu ihr zurück.
„Ja, ich weiß nicht, Eva — mach', wie du es für richtig hältst."
„Das werd' ich, Achim. Ich hab' auch schon daran gedacht, meine Sprachkenntnisse zu verwerten. Werde zusehen, ein paar Schülerinnen zu bekommen. In Französisch und Englisch bin ich doch firm."
Er redete nicht mehr gegen ihre Pläne. Ob sie sich durchführen ließen, würde die Zukunft lehren. Er hielt an seinem Plane fest: mit Münchmeyer wegen einer Anstellung zu sprechen.
Er führte es schon am folgenden Tage aus.
Münchmeyer war sofort bereit, ihn einzustellen. Eine Bedingung stellte er:
„Meinen Angestellten muß gesagt werden, daß Sie als Volontär arbeiten. Sie müssen sich den Anschein geben, als wäre es in der Tat so. Ich will versuchen, Ihnen klarzumachen, warum das sein muß. Wir haben nämlich in letzter Zeit Beamte abgebaut, da geht es nicht gut, daß jetzt plötzlich eine neue Kraft eingestellt wird. Dagegen würden die Angestellten protestieren — und mit Recht. Sehen Sie das ein?"
„Ja, selbstverständlich. Aber nun hab' ich doch Bedenken, Ihr gütiges Entgegenkommen anzunehmen. Da Sie eben Beamte abgebaut haben, brauchen Sie doch niemand mehr. Auf eine Sinekure bin ich nicht aus."
Der Kommerzienrat lächelte.
„Ich dachte auch nicht daran, Ihnen eine solche zu geben. Ree, junger Freund, Arbeit gibt's schon bei uns. Tja. Unö Sie müßten doch auch erst lernen. Aber Sie hätten gewiß die Sache bald erfaßt. Ree — nee, geben Sie Ihre Absicht, zu uns zu kommen, nicht auf. Sie glauben nicht, wie mich das freut."
Er reichte Hans-Achim Zigaretten und zündete sich selbst auch eine an.
„And Ihr Studium wollen Sie an den Ragel hängen?" fragte er.
„Ich muß, Herr Kommerzienrat."
„Tja — na, das ist ja auch nicht gar so schlimm. Wenn Sie einmal im Leben die Möglichkeit haben werden, sich ein Rittergut zu kaufen, so können Sie das auch, ohne Ihr Examen gemacht zu haben."
„Diese Möglichkeit wevd ich ja Wohl nie haben", erwiderte Hans-Achim.
„Weih man das?"
Er knipste die Asche von seiner Zigarette.
„Also, dann ist's abgemacht: Sie treten am 1. April bei uns als Volontär ein. Ich zahle Ihnen ein Gehalt von 200 Mark monatlich!"
„Das ist zuviel, Herr Kommerzienrat! Ich kann noch nichts leisten."
„Anfangs nicht — nein, da verursachen Sie sogar noch Mühe: aber das bleibt doch nicht so. Sehen Sie, da mein' ich, wir machen es so: Sie arbeiten in den ersten zwei Jahren für dieses Gehalt — für den, der etwas kann, ist es ja äußerst gering. Rach einem halben Jahre werden Sie schon etwas leisten können. Dann bringen Sie mir das ein, was ich Ihnen jetzt zuviel zahle."
Hans-Achim errötete wie ein beschenkter Schul- knabe.
Die Sache war doch sehr peinlich. Er hatte sich das gar nicht vorgestellt. Run konnte er aber nicht mehr zurück.
Der Kommerzienrat redete in gönnerhaftem Ton auf ihn ein.
„Ich werde Sie in der Effekten-Abteilung placieren. Sollen mal sehen, die Sache wird Ihnen Spaß machen."
Sie erhoben sich beide.
„Darf ich bitten, mich Ihrem Fräulein Tochter zu empfehlen."
„Schönen Dank, Herr Tönnies, die Rose wird sich freuen, wenn sie hört, daß Sie zu uns übergeschwenkt sind. Run kann ich es Ihnen ja verraten: sie hielt gar nichts von Ihrem Studium: behauptete, daß es dem, der ohne beträchtliches Vermögen ist, nichts bietet, und für den, der so viel Geld hat, sich anzukaufen, dies überflüssig sei. Ra, ich will nicht sagen, daß sie mit ihrer Behauptung recht hat. Auf Wiedersehen, Herr Tönnies. Gehorsamste Empfehlung an Ihre verehrte Frau Mutter und Schwester. Lassen Sie sich bald mal wieder bei uns sehen."
Hans-Achim trat auf die Straße. Er dachte: Run hab' ich eine Anstellung und ein sich?res Einkommen von zweihundert Mark monatlich. Was wird Eva dazu sagen? Er ging von der Dank, die sich in der Charlottenstraße befand, zu Fuß nach Hause. In der Königgrätzer Straße begegnete ihm Eva.
„Wo willst du hin?" fragte er.
„Besorgungen machen. And wo kommst daher?" „Von Münchmeyer."
Eva sah ihn erschreckt an.
„Hast du ihn doch um eine Anstellung gebeten?" „Ja! And eine erhalten!"
Er schob seinen Arm unter den Evas und sagte: „Ich komme mit dir."
Sie gingen die Königgrätzer Straße hinunter, wo Eva einige Geschäfte aufsuchte, um Einkäufe zu machen.
Anterwegs erzählte Hans-Achim ihr ausführlich, was zwischen ihm und Münchmeyer abgeschlossen war.
Zu Hause angekommen, empfing die Mutter sie mit der Rachricht. daß Doktor Fahrenkrug eben bei ihr gewesen sei.
„Er fragte mich, ob ich damit einverstanden wäre, wenn er weiterhin seine Sprechstunden in unserem Hause abhielte?"
„Warum das?" fragte Eva. „Er hat doch seine eigene Wohnung?"
„Gewiß. Ich weiß nicht, warum er es will — es ist ja auch ganz gleich."
Hans-Achim sagte: „Er will Papas Praxis mit übernehmen. And oa Eva doch die Absicht hat, Zimmer zu vermieten, kann es uns doch nur sehr angenehm fein, wenn Doktor Fahrenkrug sie übernimmt."
Eva antwortete nicht. Sie dachte daran, daß Doktor Fahrenkrug mit der Aebernahme der Zimmer eine andere Absicht verfolgte als die von Hans-Achim vermutete.
Was konnte ihm an Papas hinterlassener Praxis liegen? Die war nicht vielversprechend. Fahrenkrugs eigene Praxis war viel besser.
Run würde sich langsam alles so entwickeln, wie sie es befürchtete.
Sie standen in des Geheimrats Arbeitszimmer. Ottilie sah auf den großen Schreibtisch und den leeren Platz davor, und in ihr schmales, blasses Gesicht grub sich ein Zug von unermeßlicher Qual.
Tags darauf erschien bereits der Gläubiger des Geheimrats. Er hieß Gisevius und war Inhaber eines kleinen Bankgeschäftes.
Hans-Achim empfing ihn. Gisevius legte ihm die Unterlagen für feine Forderung vor.
„Mein Vater hat kein Darvermögen hinterlassen, Herr Gisevius. Ich kann also die Schuld nicht gleich begleichen."
Gisevius hob abwehrend die Hand.
„Das ist auch nicht nötig, Herr Tönnies. Ich brauche nur von den Erben des Herrn Geheimrats die Dereitschaftserklärung, daß sie die Verpflichtung übernehmen, die Herr Geheimrat mir gegenüber eingegangen ist."
„Es genügt Ihnen nicht, wenn ich allein mich dazu verpflichte?" fragte Hans-Achim.
Gisevius zuckte mit den Achseln.
„Das nur, wenn Sie mir besondere Sicherheiten bieten können."
Er sah Achim mit gespannter Erwartung an.
„Rein, das kann ich nicht", erwiderte Achim, und in sein Gesicht stieg langsam eine dm kle Röte.
„Hm — tja — dann ijruft ich allerdings darauf bestehen, daß Ihre Frau Mutter und Fräulein Schwester sich mitverpflichten."
(Fortsetzung folgt.)
DiI DAXMEIN-, 1HIEIRIRIEM- UND IKÜNDIEIR^MAViNTIElL
®.ät * «»"'S""
5--""^ gie Jllustk
uBtHI9s”rd: L/Wltriertt ° Ä/S iKs SL
Berlin, «MdE-lu-lch-b !
überschrn'e nochmals darauf
Mnuagslislea für Senlen von hinden (Utbruar.enl m-rdeo.
vi, Besprechungen Whl sind auch heute in Lien und Gruppet
Abend eme L'
""""
Jnhalls-llebe
verkaufen wir
1172 A
bis zur Hälfte des regulären WertesI
JC-HMUCKER.
Vilanr vom Lahr 1931
lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll
Statt Karten!
Reservefonds
2209
Summa 8650.95
12. Februar 1932
0874
Statt Karten!
Hilde und Hermann Warner
1173V
Stricksachen
Wollgarne
und zwar:
Jedes Paar
WiesenstraBe 4
I 83 D
RASSOL
Gu/fau Bergan'
'OLLGESCHAFT
272 ~ ZozDcngasse 2c>
5
3
Gießen, Rodheimer Straße 30 z.Z Evangelisches Schwesicrnhaus
Charlottenburg r Savignyplah 11, II
... 188 1939.85
55.—
»1000 PaarStrümpfe
1 gr. FL Md. 1.65
Aktiva.
Kassenbestand Waren n. Eink Ausstände Svarkassenguthaben Mobiliar nach 107o Abschreibung.....
Bremen Stephanietorstelnweg 1
mengen. Berlangen Sie nut echtes iRafioi in Ongmalflaschen u. weisen Sie Nachahmungen zurück. Mein. Hersteller: (Engel» apothehe Gießen. Ju haben in allen Apotheken.
Ihre Verlobung zeigen an Alice ZRaeber Oipl.-Zng. Walter Oomberger Hauptmann im 6. Qpreufj) AriLRegt. kdt. z. Reichswehrmlnisterium
Damen-StrÜniöfe ausBemberg K'seide mit Silberstempel, r sehr felnfädlg
Damen-Strümpfe Flor oder Mako mit K'seide plattiert, ■ r ■ äußerst dankbar im Tragen, sehr feln-
fädig, teils mit kleinen Fehlern
Damen strümpfe Mak°. weich und warm wie Wolle, sehr — haltbar, besonders empfehlenswert für Haushalt und Wanderungen
Herren-Socken Wolle oder Flor mit K’seide, hübsche neue Musterung, teils mit kleinen Fehlstellen, weit unter regulärem Preis
Stand Ende 1931.........
Geschäftsguthaben Ende 1930
Zugang in 1931
Abgang in 1931
Stand Ende 1931
Haftsumme Ende 1930
Zugang in 1931
Abgang in 1931
Stand Ende 1931
Steinberg, den 12. Februar 1932.
ganz besonders vorteilhaft
empfiehlt
Mr zeigen die Geburt eines gesunden Zungen an
Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1930 186 Zugang in 1931
Abgang in 1931
Ab Samstag Vormittag
verkaufen wir - soweit Vorrat —
weit unter eigentlichem Wertl
Kinder-Gamaschen und Gamaschen-Hosen
426.80
4390.99
1839.41
1908.25
85.50
Strümpfe bekannt gut u. billig, sowie einen Posten
Baumwolle, mollig warm 1.25, 85, $$ H lUF Br UlUCn Kunstseide, innen gerauht 1.50, Vh -V ■■ 1 _W Baumwolle od. Kunstseide ■ ■ SUI8* IVHätlCllCn mit warmem Futter. 90,60, 45 DamensHemdhosen !Z.»75si
Verkauf im Parterrel ■ n«tA
Modehaus uälOHIOII Schulstr,
1994.85
9300.—
250.—
150 —
9400 —
1166D
Passiva.
Geschäftsguth. d. G. 1994.85
Eintrittsgeld 2.—
Noch zu deckende
Venvaltungskosten 1420.15 Warenschuld —.—
Alle Sfhmpinp bei°nbcrs aud> kränkliche, «UV zurückgebliebene und
solche mit steifen Beinen, gesunden und 163V
entwickeln sich überraschend schnell,
wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes
Möbel-Sonderangebot!
Der wirtschaftlichen Lage Rechnung tragend, habe ich meine schon niedrigen Preise nochmals gesenkt und gewähre vorübergehend einen weiteren Preisnachlaß von 10%
Nutzen Sie diese Gelegenheit aus und versäumen sie nicht, bevor Sie kaufen, mein Lager unverbindlich zu besuchen.
Verkauf nur Wiesenstraße Nr. 4
Beachten Sie meinen Ausstellungsraum Ecke neuen Baue — Sonnenstraße.
H. Vetter, Möbel u. Innenausbau
Rückvergütung 87O . 2169.52
Reingewinn........ 855.43
Summa 8650.95
Besonders preiswert!
SCHLUPFHOSEN
Sonsumvesein Gteinbevg e. G. m. b. S>,
B. Häuser XIV. Balth. Maid. Gg. Häuser XVI, Familien-Drucksachen VerioDungsanzeigen bei Brühl. Schulstraße Geburtsanzeigen
KinderzLeibhosen NT“‘ 95^
Julius Schulze Kreuzplatz I
llllllllllllllllllllllllllllllllllllll Illllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Illi Illlllllllllllllllllllllll
über den 5(
kreis
Darmstadt Bensheim Dieburg Erbach ©roßiffierau.......
Heppenheim Offenbach Alsfeld ' Büdingen Friedberg.
Eichen Lauterbach
Schotten. ....
Aßey
Bingen .......
Mainz .
Oppenheim. ' '
Worms. .....
$efL: Maul- und Kl wV0Wi“ ist


