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Oie Voraussetzungen für eine Volkswahl.

In politischen Kreisen Berlins spricht man von der Möglichkeit, daß der Faden nun auch viel­leicht oonden Parteien selb st oder einzelnen parlamentarischen Persönlichkeiten w e i t e r g e - spönnen werden kann, zumal die Deutschnatio­nalen grundsätzlich dagegen sind, daß die Verhand­lungen von der Reichsregierung geführt werden. Dann würde die ganze Frage also in eine neue Phase treten. Man nimmt an, daß e r st etwa An­fang Februar von der zuständigen Stelle mit den Parteien darüber Fühlung genommen wird, ob eg möglich ist. Hindenburg als gemeinsamen Kandidaten der Rechts, und Mittel­parteien, möglicherweise auch der Sozial­demokratie, wieder aufzustellen. Für den ge­naueren Zeitpunkt hierfür dürfte die Frage von Be- deutung sein, wann der Reichstag wieder Zu­sammentritt, da er dann u. a die Frage zu erledigen haben wird, wann die verfassungsmäßige Neuwahl des Reichspräsidenten zu erfolgen hat. Die Neuwahl inuß bis zum 5. Mai erfolgt fein. Ursprüng­lich war der 13. März für den er st en Wahl­gang in Aussicht genommen Es ist ober nicht un- möglich, daß dieser Termin nun auf einen früheren Tag angesetzt wird. Im Falle der Zustimmung Hindenburgs zu einer Wiederaufstel­lung als Präsidentschaftskandidaten wird vermutlich nur ein kommunistischer Gegenkandidat aufgestellt werden, und eine Wahl Hindenburgs im ersten Wahlgange würde dann gesichert sein.

Was sagt die presse?

Berlin, 12. Januar. (CNB) Einige Berliner Blätter nehmen schon zu dem ablehnendpn Beschluß der beiden Führer der Rechten Stellung. DieGermania" schreibt, es ist auf keinen Fall stichhaltig, wenn sich die Führer der Oppositionsparteien aufv e r f a s s u n g s r e ch t - l i ch e B e d e n k e n" zurückziehen, da doch die bis­herigen Bemühungen des Kanzlers, eine parlamen­tarische Basis zu schaffen, bekanntlich gerade darauf hinausliefen, eine qualifizierte Zweidrittelmehrheit im Reichstag zu schaffen, die also in keinem Falle gegen die Verfassung verstößt. Es liegt doch hier wohl ein Eingeständnis vor, daß für die Führer der Opposition taktische Erwägun. g e n maßgebend gewesen sind. Jedenfalls wird auch die Volkswahl, wenn sie unter der einheitlichen Pa­roleHindenburg" erfolgen wird, dem deutschen Volke die große und verantwortungsvolle Gelegen­heit bieten, vor aller Welt zu manifestieren, daß es über alle Meinungsverschiedenheiten hinaus gerade in dieser Frage nur einen deutschen Wil- l e n gibt.

DieVossische Zeitung" ist der Auffassung, daß Hugenberg, und nicht im geringsten unter dessen Einfluß auch Hitler, diese Aktion nur aus einem engen parteipolitischen Gesichtspunkt zu beurteilen vermocht hatten. Es fei erstaunlich, wie wenig Hugenberg es zu verhüllen vermocht habe, daß er die parlamentarische Lösung nur deswegen bekämpfe, weil sie von Brüning angeregt worden sei. DasBerliner Tageblatt" be­zeichnet die Ablehnung als .nicht überraschend" Es steht in ihr einen Affront gegen den Reichspräsi- beten, wie er kaum schwerer denkbar sei.

DieDeutsche Allgemeine Zeitung" will wissen, daß die Antworten nicht an den Kanzler, sondern an den Reichspräsidenten ge­richtet seien. Das Blatt bezeichnet es alshöchste Zeit", daß die Frage der Präsidentenwahl vor weiteren abgeschmackten parteipolitischen Ausein­andersetzungen bewahrt werde. Die Verhandlun­gen hätten im Laufe des Montags eine wichtige Wendung genommen. Die Einigung werde nun­mehr auf dem Wege der regulären Wiederwahl Hindenburgs durch das Volk führen. Reichskanzler Brüning habe am Montag die Landvolkparteiler von Hauenschild und Döbrich, die Staatsparteiler Weber und Meyer, den Wirtschaftsparteiler Mollath und den Volksnationalen Dornemann empfangen. Heute würden sich die Besprechungen mit dem Christlich-Sozialen Simpfendörfer und dem Baye­sschen Volksparteiler Leicht anschliehen. Mit Rücksicht auf die außenpolitische Lage werde emp­fohlen, den ersten Wahlgang für die Reichspräsi­dentenwahl bereits am 21. oder 28. Februar statt» fin&en zu lassen. DieDör s en z e i t u n g" spricht von einem schweren politischen Mißerfolg Brünings. DerT a g" äußert, daß es für dienationale Opposition unmöglich" getoefen toäre, in einer so wichtigen Frage eine Aenderung Der Verfassung vorzunehmen und damit noch eine Vertrauenskundgebung für die Po- litik des Reichskanzlers zu verbinden, worauf praktisch die Verlängerung der Amts­dauer des Reichspräsidenten durch den Reichstag hinausgelaufen wäre.

DerVorwärts" schreibt zu dem Plan, Hindenburg als alleinigen Kandidaten aller Parteien mit Ausnahme der Kommu- ntften zur Volkswahl zu stellen, solange nicht eine Erklärung sämtlicher in Betracht kommender Par­ken vorliege, dürfte der Reichspräsident kaum seine Bereitwilligkeit^ erklären, eine neue Kandi­datur anzunehmen. Eine solche Erklärung der Parteien liegeabernichtvor. Insbesondere me Sozialdemokratische Partei sei keinerlei nbungen eingegangen und besitze nach leder Richtung volleHandlungsfreiheit.

Die 2533- verlängert den Reichsbankkredit.

Legi Frankreich die erste Gegenmine?

v (WTB.) Der Verwaltungs-

^t der BIZ. hat beschlossen, den Präsidenten der Bank zu ermächtigen, den der Reichsbank gewahrten, am 4. Februar 1932 fälligen Kre- blt in Hohe von 25 Millionen Dollar rut einen Zeitraum bis zu drei Monaten SU erneu et n, wenn die anderen am Kredit beteiligten Rotenbanken ihren Anteil zu den k ® eJ.ingungen verlängern. Be- kanntUch haben die Bank von England, die Bank von Frankreich und die Federal Reserve Bank von Reuyork je 25 Millionen Dollar für den Gesamtkredit mit 100 Millionen Dollar gegeben. - Der der Oesterreichischen Rational- bank gewahrte, am 16. d.M. fällige Kredit wurde unter gleichen Voraussetzungen für drei Monate verlängert ebenso der der Ungari- io ? a * * " na l bank gegebene Kredit, der Il9nn^efen toäte' Der Anteil bet DIZ. an diesen Wahrungskrediten stellt nur einen, nicht zu bedeutenden Teil der langfristigen Anlagen, gemessen an der Gesamthöhe der der DIZ. zur Verfügung stehenden Mittel dar.

Die deuische LandwirWast an der Jahreswende.

Eine Rundfunkrede Minister Schieles. - Ohne Rahrungsfreiheii kein Kampf um nationale Unabhängigkeit.

Berlin, 11. Ian. (WTB.) Reichsminister Schiele sprach im Landwirtschastsfunk der Deut-- scheu Welle überDie Landwirtschaft an der Jahreswende". Der Minister bezeichnete die fortschreitende Senkung der Lebens­mitteleinfuhr als die entscheidenste Tat­sache. der Agrarpolitik der letzten Jahre. Der Einfuhrüberschuß an Rahrungsmit- t e l n, die wir auch im Inland erzeugen können, sei seit 1927 im Jahre 1931 auf ein Drittel des Wert.es zurückgegangen. Die volle Ausnutzung der in der Landwirtschaft noch vor­handenen Produktionsreserven würde uns von jeder Sorge und Abhängigkeit in der Sicherung unserer Ernährung mit den wichtigsten Rahrungs- Mitteln in verhältnismäßig kurzer Zeit befreien können. Deshalb sei es gerecht und klug, wenn Maßnahmen ergriffen worden sind und angesichts der besonders schwer darniederliegenden land­wirtschaftlichen Veredelungswirtschaft in der nächsten Zeit ergriffen werden müßten, die vielleicht eine völlige Umkehr der bisherigen wirtschaftspolitischen Auffassungen bedeuten, die aber dazu dienen sollen, insbesondere d i e uerl iche Landwirtschaft in ihrer Pro­duktionskraft im Interesse des Volksganzen und der Sicherung der Ernährung zu erhalten und zu stärken.

Der Reichskanzler habe erklärt, daß Decktsch- lands verzweifelte Lage die Fortsetzung politischer Zahlungen unmöglich mache, wie wäre es um unsere verhandlungs- freihei, bestellt, fragte der Minister, wenn wir in dieser Krisenzeit von ausländischen Nahrung» mitleleinfuhren und damit praktisch von aus ländischen 6 r e d i t e i n s u h r e n ab hängig wären? Seit Versailles hat uns nie eindringlicher die tiefe Wahrheit vor Augen gestanden, die alle großen Staatsmänner zu ihrem Glaubensbekenntnis gemacht haben: Lin Volk, das sich nicht s e l b st ernähren kann ist auch nicht fähig, seine nationale Unabhängigkeit und Freiheit zu behaupten.

Zum Schluß wandte sich der Minister an seine landwirtschaftlichen Derussgenossen und erklärte

Ich kann und will Ihnen xum neuen Jahr kein neues Programm bringen. Ich will Ihnen nur sagen, daß die Reichsregierung sich nicht irre machen läßt in ihrem Ziele, dem sie schon in den allernächsten Tagen einen neuen deutlichen Ausdruck verleihen wird. Sie wird für die Sicher­heit der deutschen Volksernährung und für die Lebensfähigkeit der deutschen Landwirtschaft alles das tun, was die Lage erfordert und was die Lage möglich macht. Sie tut es in der Lieberzeugung, daß sie hiermit zu­gleich wichtig st e P i onierarbeit an dem

Fundament für die bessere Zukunft des deutschen Volkes leistet.

Oie Hilfe für den Osten.

Gutes Einspielen der neuen Maßnahmen zur Sicherung der Ernte.

Berlin, 11. Jan. (TU.) Der Reichsminister Schlange, Reichskommissar für die Osthilfe, äußerte sich über die Maßnahmen zur Siche- rung der Ernte und der landwirtschaft­lichen Entschuldung im O st Hilfegebiet. Er erklärte, daß die Abwicklung des S i ch e r u n g s- ver fahrens nach feinem bisherigen Eindruck auf Grund der aus verschiedenen Provinzen einge­laufenen Nachrichten sich über Erwarten gut voll­ziehe. Es fei insbesondere nicht der riesige An- fturm seitens der Landwirte auf das Sicherungsver- fahren eingetreten, den die Gläubiger befürchtet hat­ten. Nach dem bisherigen losen Ueberblick hätten offenbar nur diejenigen landwirtschaftlichen Be­triebsinhaber den Sicherungsschutz in Anspruch ge­nommen, deren finanzielle Schwierigkeiten derart waren, daß die Frühjahrsbestellung unter Umständen nicht mehr hätte ausgeführt werden können.Ich glaube", so betonte der Mi­nister,daß man aus alledem einen doppelten Schluß ziehen kann:

1. das, was ich ernährungspolitisch erreichen wollte, nämlich die Sicherung der nächsten Ernte, scheint mir im weiten Maße erreich! zu sein.

2 Die Befürchtung der Banken usw., daß nun der 0 ft e n in weitgehendem Ausmaße kreditunwürdig werden würde, hat sich nicht erfüllt."

lieber Erwarten gut habe sich auch das Treu- händersystem eingespielt, dem ursprünglich die größten Bedenken entgegengestanden hätten. Gläu­biger wie Schuldner sollten das Gefühl bekommen, daß sich das Sicherungsverfahren aufderGrund- l a g e absoluter Gerechtigkeit unter strik­tem Ausschluß irgendwelcher Bevorzugung persön­licher Art abwickele Das sollte dazu beitragen, das gegenseitige Vertrauen wiederherzustellen. Im übri­gen, so setzte der Minister hinzu, fei er sich als prak­tischer Landwirt darüber klar, daß Sicherungsver- fabren und Umschuldung nur ein er ft er Schritt sein könnten und daß alles darauf an­komme, für die nächste Ernte auch die Rentabi­lität der landwirtschaftlichen Erzeugung wieder­herzustellen, namentlich auch in bezug auf die Veredlungswirtschaft. Nach Abschluß des Entschuldungsverfahrens werde die vordringliche national-politische Aufgabe die Verwendung desjenigen Landes fein, das im jetzigen Be­sitz wegen zu großer Ueberschuldung nicht g e h a l - t e n werden könne. Diese Aufgabe könne nach An­sicht des Ministers nur mit einem gleichmäßigen Siedlungsprogramm gelöst werden.

DerMatin" erklärt im Zusammenhang mit der Baseler Sitzung der BIZ., baß der Gou­verneur der Bank von Frankreich, M o r e t, den Verwaltungsrat ber BIZ. bavon verstänbigt habe, daß die Genehmigung Frank­reichs zur Verlängerung des Reichsbank-Re- biskontkrebits über einen Monat hinaus (also über den 4. März hinaus, b. Reb.) s e h r u n- wa hrscheinlich sei. Das Blatt fügt hinzu, bah unter biesen ilmftänben b i e Rechte Frankreichs vollkommen gewahrt seien, ba ber Einspruch bes französischen Ver­treters genüge, um bie Verlängerung der Hälfte bes 100-Millionen-Dollar'redits, nämlich 25 Mil­lionen ber Bank von Frankreich und 25 Millionen ber BIZ., zu verhindern-

Kampf um Driand.

Briands Verbleib im Quai d'Orsay wahrscheinlich.

Paris, 11. Ian. (TL1.) Hinter den Kulissen wird um Briand ein harterKampfge- führt. Während seine Freunde alles tun, um ihn zur Zurücknahme seines nur mündlich vor­gebrachten Rücktrittswunsches zu bewe­gen, sind seine Gegner lebhaft bemüht, seinen Ent­schluß als unwiderruflich darzustellen und sein Ausscheiden zu erzwingen. Dieser Kampf spie­gelt sich auch in der Presse wider, da ein Teil der Blätter den Rücktritt Briands als vollzogen an­sieht, während andere ebenso betonen, daß von einer Krise am Quai d'Orsay gar keine Rede sein könne. Ein verstärkt auftretendes Gerücht will wissen, daß Driand gar nicht die Absicht habe, im Falle einer einfachen Umbildung des Kabi­netts zurückzutreten. Amtlicherseits hüllt man sich in Schweigen. Laval berichtete dem Präsidenten der Republik über die Lage.

Petit Parisien" bestätigt, daß Briand sich seit einigen Tagen b e d § u t e n d erholt habe. Er habe gestern mit Paul Doncour eingehend über die Vorarbeiten der Abrüstungskonferenz gesprochen. Unter diesen Umständen, meint das Blatt, sei es nicht ausgeschlossen, daß Driand das Außen- nn n i ft e r i u m beibehalten werde. Dies wäre auch angesichts der gegenwärtigen Lage die einfachste Lösung, denn wenn die Regierung die Verantwortung übernehmen wollte, Frankreich der großen Autorität Driands in der Stunde der Entscheidung zu berauben, dann würde Laval nur die Gesamtdemission übrigblciben. Laval habe aber gestern abend die sichere Hoffnung ge­habt, daß er sich heute vormittag mit Driand werde einigen können. Unter diesen Umstän­den brauche er nur M a g i n o t zu ersehen. Das Portefeuille Maginots sei Tardieu angebo- t e n worden, der sich zur Annahme bereit erklärt habe.

Indiens Kampf.

Bombay, 11. Ian. (WTB.) Die Vereini­gung der Baumwoll in aller hat heute einstimmig eine Protestentschliehung gegen die Festnahme Gandhis, die als eine Beschimpfung ganz Indiens bezeichnet wird, angenommen. Die Resolution schlägt eine Reihe von Kampf- maßnahmen vor, wie die Förderung des Ge­brauches von Khaddar, das in Indien selbst ge­wonnen wird, Boykott ausländischer Waren, finanzielle Mitarbeit am Aufbau der indischen Industrie. Die Protesterklärung wird als Auf­takt zur Lahmlegung von 75 Prozent der gesamten Großindustrie und der

G ef ch ä f ts t ä t i g kei t an allen Börsen Bombays betrachtet- Die Regierung in Bom­bay veröffentlicht dagegen ein Kommunique, daß die von verschiedenen Distrikten eingelaufenen Berichte weiter günstig lauten. Die Kongreß- Partei soll übrigens die Einführung eines all- indischen Po st dien st es planen, dessen Ge­bühren die staatlichen Sätze um die Hälfte unterbieten würden.

Oie Errettung der iotgeglaubien Bergleute in Beuthen.

Ein Bild vom Beginn ber Rettungsarbeiten: Ein Verunglückter wirb von ben Hilfsmannschaften zum Schachtausgang gebracht.

Trotzdem bie Rettungsarbeiten auf ber Karften- Zentrum-Grube mit allem Eifer i,n angestrengtester Tätigkeit fortgesetzt werben, ist es bis Mitternacht nicht gelungen, einen weiteren Ver­schütteten zu bergen. Bei ber Schwierigkeit, durch Gestein, Kohle unb einen eingebrochenen Quer- schlag oorzubringen, können in einer achtstünbigen Schicht burchschnittlich höchstens 2,5 bis 3 Meter er- schlossen werben. Man rechnet beshalb bamit, baß es erst im Laufe bes morgigen Nachmittags möglich fein wirb, an bie Stelle zu gelangen, an ber man bie bis jetzt noch nicht geborgenen Verschütteten oer- mutet. Irgenbein Lebenszeichen von ihnen ist nicht zu vernehmen. Um nichts unversucht zu lassen, hat man eine Abhörvorrichtung, wie sie im Sappenkrieg an ber Westfront verwendet wurde, mit in den Stollen genommen, in der Hoffnung, auf diese Weise vielleicht etwaige Zeichen besser' ver- nehmen zu können. Bohrmaschinen können vorläufig nicht in Tätigkeit treten und das Sprengen ist nach wie vor wegen der damit verbundenen großen Ge- fahren für Verschüttete und Retter vom Oberberg­amt verboten. Die Schlesische Bergwerks- und Hüt­ten AG. hat dem Herrn Reichspräsidenten telegraphisch über die Rettung von sieben der Ver­unglückten berichtet. Der Herr Reichspräsident hat hierauf mit folgendem Telegramm geantwortet: Ich

habe mit großer Freude aus Ihrem telegraphischen Bericht die Rettung von sieben der auf der Karsten» Zentrum-Grube verschütteten Bergleuten vernom­men und spreche der tapferen Rettungs­mannschaft Dank unb Anerkennung für biese Tat aus. Gott gebe, baß es gelinge, auch bie übrigen Verunglückten lebend zu bergen, (gez.) von Hindenburg, Reichsprästdent.

Oie Preisschilderverordnung.

Berlin, 11. Ian. (ERB.) (Amtlich.) Der Reichskommissar für Preisüberwachung hatte die Vertreter der Länder zu einer Bespre­chung über die Durchführung der Preisüber­wachung und die bisher gewonnenen Erfahrungen gebeten. Der Reichskommissar teilte mit, daß Ver­handlungen im Gange seien, um weitere Preissenkungen herbei^uführen. Auf die Mitteilung, daß die Durchführung der Preis­schilderverordnung noch verschiedentlich zu wünschen übrig lasse, bat der Reichskom­missar, mit größter Bestimmtheit vorzugehen. Wie bereits mitgeteilt, habe er sich für Fälle hart­näckiger und vorsätzlicher Widersehung Vorbehal­ten, dem betreffenden Betriebsinhaber die F o r t - führung des Betriebs zu unter­sagen, oder den Betrieb ganz zu schließen. Es wurde festgesteklt,Schatz das Ein­setzen von sog. S t a f f e l p r e i s e n in die Preis­schilder unzulässig sei. Es sei ferner unzu­lässig, die amtlich vorgeschriebenen Preisschilder mit Reklamebeiwerk wiePreise laut Rot­verordnung" zu versehen.

Bierpreissenkung nach Ermäßigung der Steuer. Ter erwartete Mehrertrag ausgeblieben.

Berlin, 11. Ian. (ERB.) Der Reichskom­missar für die Preisüberwachung, Dr. Gördeler, hat dem Brauerei-und dem Gastwirts­gewerbe von den Preisvorschriften der Rot­verordnung biszum l. Februar d. I. Dis­pens erteilt. Bis zu diesem Termin soll bie Entscheidung über den Umfang ber Bier­steuersenkung gefallen sein. Die Vertreter des deutschen Brauerei- und Gastwirtsgewerbes haben der Regierung eine Ermäßigung um 10 M k. j e Hektoliter Vollbier vorge­schlagen. Gleichzeitig sind die Gastwirte bereit, die Ausschankpreise um den doppelten Be­trag der Steuerermäßigung zu kürzen, das würde also bedeuten, daß ab 1^ Februar das große Glas Dier 10 Pfennig und das kleine Glas Bier 5 Pf. billiger wird.

In der Vorlage, die das Reichsfinanzministe­rium dem Reichsrat zugehen lassen wird, soll be­tont werden, daß die in den Jahren 1930 und 1931 vorgenommenen Erhöhungen der Diersteuern den erwarteten Mehrertrag nicht ge­bracht haben. Für das neue Etatsjahr 1931 32 hat die Reichsregierung selbst den ursprünglich eingesetzten Voranschlag von 510 Millionen Mark auf 4 6 0 Millionen Mark herab­gesetzt. Auch diese Summe wird nicht er­reicht werden.

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Generalstreik in Bilbao.

Kommunisten unb Syndikalisten erklärten in ber norbspanischen Inbustriestabt Bilbao ben General­streik. In Bilbao folgten bem Ruf nur etwa 20 v. H. Der Arbeiter. Im umliegenden Industrie- gebiet jedoch feiert mehr als bie Hälfte. In ver» schiebenen Orten kam es zu kleinen Zusammenstößen. Eisenbahnzüge unb Straßenbahnen wurden vielfach aufgehalten, beschossen ober mit Steinen be­worfen, so baß zum Schutz Truppen aufge­boten werben mußten.

Die Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Leichter Luftbruckanstieg wirb auch in unserem Gebiet sich auswirken unb zunächst zu vorwiegend trockenem Wetter mit Bewölkungsrückgang führen. Die bereits erkennbare neue Störung über bem Nvrbatlantik stellt für später wieber eine Wetterver­schlechterung in Aussicht. Ihre Ausläufer machen sich schon über Island unb Irlanb bemerkbar, führen Dort zu Erwärmung unb zu bamit oerbunbenem Barometerfall.

Aussichten für Mittwoch: Zunächst leicht wolkig mit Aufheiterung und trocken, nachts kühl und leichte Nachtfrostgefahr.

AussichtensürDonnerstag: Wärmer, meist wolkig und bedeckt mit späteren Rieder­schlägen.

Lufttemperaturen. Am 11. Januar, mittag». 5,6 Grad Eelsius, abends 3,5 Grad Celsius: am 12. Januar, morgens, 2,9 Grad Celsius. Maximum 7,3 Grad, Minimum 2,2 Grad. Erdtemperatu- ren in 10 Zentimeter Tiefe. Am 11. Januar, abends, 0,7 Grad Celsius, am 12. Januar, mor­gens, 1,2 Grad Celsius. Riede^chläae 0,1 Milli­meter.

Dergeifen. Erst B>Q5 die Gesund! spräche beim T «handeln wie i

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Sieben, 12 j CBuäet 93 bis 1 jJcUe 25 bis TJirling 8 bis Wcihkraul 1 b l^a.Icaui 8 bi: Kartoffeln 4 Selbe Men Spinat 20 b Nnuilohl g fftlblalat 80 äto'cfieln 10 | Haarwurzeln DM 8 bis 10, £ m)40&U50, W'W Hähne 80 « einig pro Pst ^'uinenlohl 20

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