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AUS der ProDttutalbaupniaOt

Gießen den 12.3anuar 1932.

Grüße und Tnnksprüche

Wir wünschen uns im täglichen Verkehr vielerlei. U kommt uns kaum noch zum Bewußtsein. baß m|er GrußGuten Tag!".Guten Abend!",Guten Sorten!", oder auch nurTag!",n Abend!" und IRoirn!" eigentlich verkürzte Wunschsätze sind, die -nva |o eingekleidet werden müßten:Ich wünsche >hwen einen guten Morgen, einen guten Abend usw." m Dorübergehen, man nimmt sich ja leider kerne Xit mehr zum langsamen Gang, wird bei Bekann- il das kurze einsilbige Wort hingeworsen, der Hut iivas gelüftet, und die Sache ist erledigt

Da ift die Sitte, nur mit dem Abnehmer, der Kopf« cöedung, einer kleinen Verneigung, sonst ober ganz !uwim, zu grüßen, doch viel ansprechender Daß da« fi so kleine Aeußertichkeiten, wie ein freundliches

't, ein gewinnendes Lächeln, nicht vergessen -h*., versteht sich oon selbst. Auch im Zeitalter *r Technik sollte man aus den alltäglichen Gruß

11 Wert und Gewicht legen. Je nachlässiger ein 'lannter grüßt, desto freundlicher muß man dan« > das nächste Mal wird er schon höflicher fein, hts nützt im Leben mehr als Höflichkeit. Schaden li igt sie jedenfalls nie.

Denn mich jemand sehr freundlich grüßt, dann 1 es genau so, wie wenn mir der Betrrssende ein Dies Geschenk gemacht hätte. Unter diesem Ge- :swinkel pflege ich ebenfalls zu grüßen, auch 1 ine Gegner Diese erst recht. Ich weiß noch ganz ä, wie mächtig mir der Schlußsatz in einem Buche )» Gustav Frenssen gefallen hat. Er hatte sich in , ner kleinen Streitschrift mit seinen Gegnern aus- nenbergefeßt. Der Schlußsatz aber hieß. ,^sch grüße <ttie Gegner!" So soll mans auch im täglichen rl»en machen.Dazu bin ich zu stolz!" höre ich ntanb einwenden,ich grüße meine Feinde nichts h glaube, das ist verkehrt. Wenigstens einige Male ufc man versuchen, zuvorkommend zu grüßen, iitb allerdings kein Gegengruß gegeben, dann darf Ian ruhig den Gruß unterlassen. Ausdrängen soll Ian sich nicht

I (Brüße, die unfern Bekannten etwas sagen sollen, auch die Trinksprüche. Wenn wir in traulichem reife beisammensitzen, hätten wir eigentlich ordent« »Zeit, einen rechten, guten Satz auszufprechen.

c rennen doch nicht aneinander vorbei, wie auf kr Straße. Aber es ist merkwürdig. Die Trink« fcrütfje sind saft noch kürzer, als die Grüße im Der- lihr Da sagt der eine. Prosit!, der andere: Wohl klomm9' der dritte: Gesundheit! Jedesmal fast Mr ein Wort. DaßProsit!" kein deutsches Erzeug- l> ist, kommt dabei nur wenigen zum Bewußtsein. ! mich übersetzt heißt es: Es möge dir nützen! miß ein ganz schöner Spruch, wenn man bei tnem Glase guten Weines sitzt

.«Jins bestimmten Gründen ziehe ich aberGesund- kl! vor, auchWohl bekomm's!" ist nicht zu ner« «tuen. Beides sind echt deutsche Wünsche und müß­te' eigentlich das ewigeProsit!" langsam Der- innaen, genau wie der Fremdling Toast durch un- frn Irinffprud) abgelost wurde. Gerade der Wunsch .Gesundheit!" oderDeine Gesundheit!" sagt ungc »'n oicl; denn oon allen Gütern müssen wir die 'unbßeit am höchsten schätzen. Leiber wird das oft »izessen. Erst wenn wir krank sind, merken wir,

die Gesundheit bedeutet Wir sollten unsere Zu- lliidje beim Trinken genau so ernstnehmen und »Modeln wie den täglichen Gruß. Kg

(Yictzcncr Wochcnmarttprcisc.

efterloge.

6.

25,

60,

60,

35,

4

iMalal SO bi« 100. d ebeln 10 bis 12,

bem Ruj nur elmo 20 0. i). egenbtn Onbuftue- )r als bit hülste. Ä m« 1 kleinen ZnsammensNb^ >enbahnen wurden Dicikd) [cn oder mit Steinen be- hutz Truppen ausge-

oorgemertt Ist, hat bis zum 31. Januar 1932 v - r Behörde mitzuteilen, welches Versorgungs-

' qr(anb belr-frhunMl'r'i'die Auszahlung der Uebergangsgebührnisse nd iu daivu Endiy ist."

® 1 n Fünfundachtzigjähriger. Am n(Kr;3!L|li0. 10. Januar feierte Rechnungsrat i. R. und Bieter 1. Klasse Cbg. Jochim, Kaiserallee 139, tu 85. Geburtstag in körperlicher und geistiger W

bamü -- 5

l Zunüch^

3

Städtische Bren^holzversteige- 13 Bei der gestrigen Brennholzversteigerung d<n Waldungen der Stadt Gießen (Stadtwald) ben im Durchschnitt folgende Preise erziett: iTrunbfdjeit 11 Mark, Kiefernscheit 8 Mark, lenscheit 6 Mark, Buchenknüppel 9 Mark, Eichen- pel 6 Mark, Kiefernknüppel 6,60 Mark, Fichten-

, iulldre(

* Qerforgungsanroärtermit lieber« lorauei»;: in unk«1. « j sgeb ührnissen müssen mclben! lieg iu potiD^'nJ^>:il bic letzte RotDerordnung bes Reichspräsiben- und zu^-.Mng v'm 23. Dezember 1931 ist oerorbncl:Jeber $en)Öltun95I^b über ö^3wrgungsanroärter, der Uebergangsgebührnisse neue 'n» ffiett^' H-jitj: und bei einer Behörde für eine Beamten

ri.fnnh betnertbfj-' (II1

® i c ß c n, 12. 3 n. Heutige Woch.nmarktpreise: ri; ter 9J bis HO Pf. (Kochbutter von 80 Pf. an), T-tle 25 bis 30. Käse (10 Stück) 50 bis 120,

Erling 8 bis 12 (pro Zentner 7 bis 8 Mk),

Mihkraut 7 bis 8 (pro Zentner 4 bis 5 Mk.),

2, kraut 8 bis 12 (pro Zentner 7 bis 8 Mk.),

S toffeln 4 (pro Zentner 3 bis 3,50 Mk.), äI'C Rüben 8 bis 10. tote Rüben 8 bis 10, Eluat 20 bis 25, Unterkohlrabi 5 bis Onirikohl 8 bis 10, Rosenkohl 20 bis

Tomaten 50 bis Meerrettich 30 bis

trqc Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 80 bis 90 jjcxnig pro Psd.; Tauben 50 bis 60, Gier 11 bis 12, Iumenkohl 20 bis 60, Endivien 8 bis 10, B i 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 40. □Krtofclrabi 8 bis 10 Pf. pro Stück.

Vornotizen.

TageSkalender für Dienstag: iSilettßcater Gießen,Verstehen wir uns?", 20 I5i> 22 Uhr. Technischer Verein,Augustiner", .2Lmit«DetfammIung. Lichtspielhaus, Bahnhof- IftiNe:5>ouaumont.

2l us dem Etadttheaterbureau tt>:d- uns geschrieben: Heute, 20 Uhr, als 14. Vor» I»iung im Dienstagabonnement alleinige deutsche llihuffübrung des SchauspielsVerstehen wir von Peter von Preradovie. Spielleitung: Fass 0 11. Mitwirkende. Frau Auguste sA-sch-Grevenberg, Ehrenmitglied des Meinin- Qy Landestheaters, als Gast in der Rolle der 61c{jaultet. Damen: Doering, Koch, Walther« :er; Herren: Hauet, Heyset, Kühne, Michel, -Sk'Fm, Schelchet. Ende: 22 Uhr.

11 Der Fernsprechanschluß der Gen- e r i e st a t i 0 n in Lollar. Dom Kreisamt « ui wird uns mitgeteilt: Für den Fernsprechan- »Hl-tz der Genbannerieftation Lollar (Postamt Lol- Pw, Anschluß Nr. 22) ist vom 1. Januar ab während )<« Dienftpaufcn des Postamts Lollar eine Dauer- ?»rirbung mit dem Fernsprechvermitttungsamt 3 nei hergestellt worben. Die Genbannerieftation SwIji kann also nunmehr zu jeder Zeit telephonisch a-n ttt werden.

SciDarzwutzeln 25 bis 35, Dörrobst 30 bis L.-sel 8 bis 10, Dirnen 8 bis 10. Rüsse 35 bis 40. - ; tg 40 bis 50. Eat.n 90 b s .00 Gän'e 9.' bis ICO.

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Moderne Krieasnnilel im niandswuMen-Krieg

Ein japanisches Bombenflugzeug erhält vor dem Aufstieg seine furchtbare Ladung.

Die Diensibezüge der Bürgermeister m den Landgemeinden

Wit haben das Kreisamt Gießen übet die Auswirkung der jüngsten Desoldungs» kürzung bei den kommunalen Verwaltungen im Kreise Gießen befragt. Auf unsere Fra­gen erhielten wir die folgenden Antwor­ten. D. Red.

Frage: Was ist aur Durchführung der An­gleichungsvorschriften m § 3 der Hessischen Rot- verordnung vom 25. September 1931 geschehen?

Antwort: Der Herr Minister des Innern hat mit Verfügung vom 4. Dezember 19£1 die Richtlinien erlassen, nach denen die D i e n st b e - züge der Dürgermeister und Beige- ordneteninStadt-und Landgemein­den künftig geregelt werden. Die Regelung trat bereits rückwirkend zum 1. Dezember 1931 in Kraft.

Frage Wie hoch ist die Ersparnis der beteiligten Gemeinden aus diesen Kürzungen?

Antwort: Es handelt sich insgesamt um eine Summe von rund 50 000 Mk.

Frage: Wie werden die Besoldungen der Bürgermeister in den Landgemeinden ge­regelt ?

Antwort: Zunächst ist zu unterscheiden, ob es sich um Berufsbürgermeister, oder um Ehrenbürgermeister (nichtberufsmä­ßige Bürgermeister) handelt. Die Dienstbezüge

der Berufsbürgermeister in Landgemeinden von 2000 bis 5000 Einwohner werden je nach der Größe und Bedeutung der Gemeinde nach den Besoldungsgruppen A 4b bis A 2d bemessen. Die Dienstbezüge der nichtberufsmäßigen Bürgermei­ster, sog Ehrenbürgermeister, in den Landgemeinden unterliegen grundsätzlich einer Einordnung in die staatliche Besoldungsordnung nur dann, wenn es sich um Gemeinden von 2001 Einwohner an handelt. Hier kommen die Grup­pen A 4d bis A 2d (Gemeinden mit über 8000 Ein­wohner) in Betracht. Die Dlenstbezüge t>?r Bür­germeister in Gemeinden bis 20v0 Einwohner sind pauschal geregelt. Diese Pauschalvergütungen betragen jährlich:

in Gemeinden

bis

100 Einwohnern

250 RM

ae

al

H

200

400

II

ae

300

550

aa

aa

400

750

II

500

900

aa

..

600

1100

a.

700

1300

aa

al

800

1500

ea

II

aa

900

1750

u

aa

1000

2000

ff

1200

2250

1,

aa

1400

2550

a a

1600

2900

II

1800

3200

ff

ff

2000

tt

3500

Frage: Sind diese Sähe unabänderlich?

Antwort: Die Sähe gelten als Höchst­sätze. 3n besonderen Ausnahmefällen kann die Paufchalvergütung jedoch erhöht werden-

Frage Wie wirkt die neue Besoldungs­regelung?

Antwort: Gegenüber dem Stand der Ver­gütungen der Bürgermeister vom 1. April 1931 sind sehr weitgehende Ab striche erfolgt. Rur in einigen Gemeinden haben sich keine größeren Unterschiede gegenüber der seitherigen Besoldung ergeben, in etwa drei Gemeinden tritt gegenüber seither überhaupt keine Qlenbe- rung ein. Prozentual betrachtet sind die Aus­wirkungen so erheblich, daß Senkungen der seitherigen Bezüge um 50 und mehr Prozent nicht zu den Seltenheiten gehören.

Frage Sind mit dieser neuesten Kürzung die durch die Rowerordnungen angeordneten pro­zentualen Abzüge abgegolten?

Antwort: Rein, trotz der starken Senkung der Bürgermeister-Bezüge werden die angeord­neten prozentualen Kürzungen noch einmal besonders abgeseht. Hierbei handelt es sich um weitere Abzüge in Höhe von 14 bis 20 Prozent.

tnüppel 5 Mark je Raummeter; Buchenreisig 2. Kl. 20 Mark, Eichenreisig 2. Kl 14 Mark je 100 Wellen; Eichengartenpfosten, 220 Meter lang, 7,60 Mark, Fichtenrundscheiter, 3 Meter lang, 5,60 Mark.

Verbotenes <3 l ü d 0 I p i e l in Gie­ßen. Der Polizcibericht meldet: Ende des ver­gangenen Jahres konnte die Kriminalpolizei eine größere Anzahl von Personen ermitteln, die ge­wohnheitsmäßig dem Gludsspiel huldigten. Es wurde das Lotteriespiel, sog. .W u tz' , gespielt, wobei Karten von 50 Pf. bis 3 Mk., manchmal sogar bis 10 Mk., verkauft wurden. Die Um­sätze waren teils recht erhebkich. Die Spieler tra­fen sich gewöhnlich in einem hiesigen Cafe, oder in der Privatwohnung eines Mitspielers. Auch stellte in einem Falle ein Student sein Zimmer zur Verfügung, der bei jedem Hauptgewinn den Betrag in Höhe des Einsatzes als Vergütung für die Bereitstellung des Zimmers erhielt. Soweit festgestellt werden konnte, haben sich 17 Personen aus den verschiedensten sozialen Schichten an den Spielen beteiligt, die jetzt ihre Bestrafung zu er­warten haben.

" Geimpfte Kaninchen gestohlen. Der Polizeibericht teilt mit: Aus einem Gebäude der medizinischen Universitätsklinik wurden zehn Stallhasen entwendet, die zu Dersuchszweden Verwendung fanden. Die Tiere sind geimpft und zum Genuß unbrauchbar.

" Einbruch auf Bahnhof Abend- stern. Der Polizeibericht meldet: 3n der letzten Rächt wurde im Bahnhof Abendstem ein Ein­bruch verübt. Die Täter drangen mittels Rach­schlüssels in das Stationsgebäude ein und ent­wendeten, nachdem sie verschiedene Schubladen erbrochen hatten, zwei Dlods Llanko'ahrkarten 2. und 3. Klasse, einen runden Dienst stempel Bahnhof Abendstern" und eine auf dem Fuß­boden aufgeschraubte eiserne Kassette in der Größe von 55> 42>U5 Zentimeter. An dem Güterschuppen zertrümmerten sie eine Fensterscheibe, wirbelten daraus das Fenster auf und fliegen ein. In dem Schuppen wurde von den Tätern nur eine Kiste ge­waltsam geöffnet. Da der Inhalt nicht gefiel ver­ließen die Einbrecher, ohne etwas mitzunehmen, wieder den Schuppen. Der noch in der Dunkelheit

angefehte Polizeihund von der Landeskriminal­polizeistelle Gießen fand in einer Entfernung von 250 Meter vom Tatort eine rote Verstehermütze und die erbrochene Kassette. Aus dieser wurden von den Tätern etwa 10 Mark Wechselgeld ent­wendet. Die sofort aufgenommenen Ermittlungen sind noch im Gange.

" M ilitärkonzert im Cafö Leib. Das Mililärkonzert am Sonntagabend im Cafe Leib gestaltete sich wieder zu einem großen äußeren und künstlerischen Erfolg für die Musikkapelle unseres Bataillons. Viele Zuhörer hatten sich eingefunden. D&ermufilmeißcr K r a u ß e, der sich in. Gießen bereits vieler Sympathien erfreut, dirigierte das Orchester mit der souveränen Be­herrschung, die dem Zuhörer jedes Konzert zu einem uneingeschränkten Genuß gestaltet. Das Orchester wird, dafür erbrachte es auch am Sonn­tag wieder den Beweis, hohen künstlerischen und technischen Anforderungen gerecht. Einem ein­leitenden Marsch folgte als prächtiger Auftakt die feine und immer wieder gern gehörte Ouver­türe zu ..Martha"; einem Walzer von Wald­teufel und den Szenen aus der OperCarmen" war der Erfolg von vornherein sicher. Die Zu­hörer dankten mit lebhaftem Beifall und erzwan­gen sich Zugaben. In der Paraphrase über Walthers Preislied ausDie Meistersinger von Rürnberg" wies Korpsführer Wanitzek als Solist erneut die vollständige Beherrschung der Violine nach. Die sprühenden, temperamentvollen spanischen Tänze von Moszkowsky und eine Fan­tasie aus VerdisTraviata" sanden ebenfalls starken und verdienten Beifall Das weitere Pro­gramm brachte noch eine Ouvertüre zu einer Suppeschen Operette, ein Potpourri ausPaga- nini (Lehär). einen Walzer und ein modernes Potpourri. Das musikalische Programm des Abends vermittelte in dieser Zusammenstellung einige unterhaltsame Stunden.

"W i n t e r in Bayern." 3n Erwartung eines besonderen Erlebnisses sanden sich am Sonn- tagoormittag viele Besucher im Lichtspielhaus. Bahnhofstraße, ein. Sie wurden nicht enttäuscht. Der erste Film führte nach Bayern und war dazu angetan, jeden Besucher zu interessieren.

ine L-euijoye ^cei<yooayn, in deren Auftrag bei Filmstreifen hergeflellt wurde, zeigte die schön­sten Wintersportpläye in Bayern. Bevor man in die Winterlandschast eingeführt wurde, sah man einige prächtige Aufnahmen von München. Oberstdorf, der Hauptausgangspunkt für ver­schiedene Wmtersportgebiete, erschien in vorzüg­lichen Ausnahmen, in vielen wetteren Bildern wurde die ganze srische Schönheit und zugleich die Erhabenheit der winterlichen Alpen offen­bar, die hier, künstlerisch und sehr geschidt er­faßt, vor den Besucher trat. Einödsbach. Mitten­wald (mit herzerfrischenden Szenen aus volks­tümlichen Gebräuchen». Berchtesgaden mit dem Watzmann und dem Predigtstuhl und schließlich Garmisch-Partenkirchen und die Zugspitze lernte man kennen (einzigartig die Aufnahmen deS wo­genden RebelmeereS), und man wurde sich dessen bewußt, daß es, um winterliche und landschaft­liche Lchönhett zu sehen, nicht der Fahrt in das Ausland bedarf. Ein zweiter Film war von be­sonderem 3ntereffe für die Skiläufer, die die Kullurfilmvorstellung in großer Anzahl besuch­ten. Der Dildstreisen brachte Aufnahmen von der Arlbergschule und von den Lkikursen, wie sie unter der Leitung von Pros. Dr. Jänner in St. Christof abgcßalfen werden. Der sehr in­struktive, zum Teil auch sehr unterhaltsame un­lustige Lehrfilm wurde mit großer Aufmerksam­keit verfolgt.

Oberbeffen.

Landkreis (tzictzcn.

:/: Beuern, 11. 3an. Gestern veranstaltete de« Pvsaunenchor von Großen-Dused in der .Germania" ein Werbekonzert. Unter Leitung ihres Dirigenten Rühl brachte die jugendliche Schar viele Tlummem zu Gehör und bewies ihr beachtliches Können. Machte der erste Teil in erster Linie mit ernsterer Musik vertraut, so erklangen nach der Pause besonders Märsche und Volkslieder, die ihre Wirkung bei dem außer­ordentlich zahlreich erschienenen Publikum nicht verfehlten.

sk. Reiskirchen, 11. Jan. Am SamStag abend hielt der hiesige Turnverein 19 0 8 seine ordentliche Generalversammlung. Rach der Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden erstattete zunächst der Rechner seinen Kassenbericht; ihm wurde Entlastung erteilt. Rach dem Bericht deS 2. Turnwarts konnten von dem Verein auf den besuchten Turnveranstaltungen über 30 Preise, darunter 7 erste, errungen werden. Bei der Vorstandswahl wurde der seitherige Vorstand durch Zuruf wiedergewähll. Er setzt sich wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender: Lehrer Müller. 2. Vorsitzender: Karl Schäfer II., 1. Schrift­führer: E. Jünger. 2. Schriftführer: Hch. Sc- buß, Rechner: L. Schäfer. 1. Turnwart: PH. Launsbach, 2. Turnwart: Fr. Balser. Zeug- und Gerätewart: W. LaunSbach, vier Beisitzer: W. Damm, Förster, PH. Stumpf, W. Damm, Fuhrmann, und Karl Schäfer. Um auch den passiven Mitgliedern Rechnung zu tragen, wird in diesem Jahre ein Wintervergnü­gen stattfinden.

I Hausen, 11. Jan. Am Freitag zeigte Mis­sionar Baut in Garbenteich und Hausen den China-Film: Vuelan, die Tochter des Geo- manten. In Hausen umrahmte der Frauenchor die gut besuchte Veranstaltung mit schön vorge­tragenen Liedern. Eingangs- und Schlußwort sprach in beiden Gemeinden der Ortsgeistliche. 'Die Begleitworte von Missionar Sau?, der die gezeigten Städte und Landschaften aus eigener Lebenserfahrung kennt, vertieften noch mehr den an sich schon unmittelbaren, lebendigen Eindruck. Der Film darf als ein Kulturfilm ersten Ranges angesprochen werden. Er ist wohl der erste Film, der das wahre Gesicht Chinas zeigt. Dieser Film verdient es, vielen Kreisen zugänglich gemacht zu werden.

D L i ch 11. Jan. In Darmstadt, wo er als Stu« bienrat an Der Eleonorenschule angestellt war, d e r « starb am Freitag nach nur zweitägiger Krankheit Pfarrer Fritz Roth, ein Sohn unserer Stabt. Geboren in Lich als Sohn bes oerftorbenen Rektors Roth, besuchte er hier die ersten Volksschulklassen, um bann in bie höhere Schule nach Gießen überzu­treten. Die Universität Gießen besuchte er ab 1910, um sich dem Studium der Theologie zu widmen. Rach seiner Teilnahme am Weltkrieg wurde er von der evangelischen Gemeinde Neu-Isenburg als Pfar- rer gewählt und wirkte dort segensreich bis zu seinem Uebertritt in den höheren Schuldienst, aus dem er jetzt, erst 41jährig, so jäh herausgerissen, wurde. Noch im Juni v. I. hatte er beim 40. Stif« tungsfeft des nach seinem Vater benanntenRoth« schen Mannerchores" die Weiherede gehalten.

'Bettenhausen, 10. 3a n. Zu Weihnachten wurde im hiesigen Jagdrevier eine Häsin ge­schossen, bei der man beim Ausweiden nicht weniger als cif 3u n g e fand; davon waren acht vollständig ausgewachsen, so daß sie in den ersten Tagen zur Welt kommen mußten, die drei übrigen waren anscheinend vorzeitig abgestorben. Die An­nahme, baß es sich um einen Stallhasen handeln könnte, ist ausgeschlossen.

Mreie Friedberg.

WSR. Friedberg, 11. Jan. Aus der Braunkohlengrube Wedesheim wurde ein junger Bergmann in dem Augenblick vom elektrischen Strom getötet, als er eine Glübbirne einschrauben wollte. Mehrstündige Wiederbelebungsversuche hatten keinen Erfolg.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

* Wißmar, 12. Jan. Bei der am Sonntag hier oorgekommenen Schlägerei zwischen ftommu- nisten und Nationalsozialisten, über die wir gestern bereits berichteten, wurde ein Ratio- nalfojialift aus Gießen am stärksten ver­letzt; er erlitt außer einigen kleinen äußeren Ver­letzungen eine Gehirnerschütterung, die seine Uebcr« suhrung in die Chirurgische Klinik notwendig machte. Sein Befinden ist heute den Umständen entsprechend gut. Als Haupweteiligter auf feiten der Kommu- nisten soll ein Kommunist aus Gießen in Betracht kommen. Die Untersuchung durch die Gen- barmerie ift weiterhin im Gange.

Senkung der GaSpreise in Worms.

WSÄ. Worms, 11. Jan. Aus Vorschlag der Stadtverwaltung hat der Verwaltungsausschuß der Städtischen Werke beschlossen, den Preis für das Haushaltungs - und Münzgas um 2 Pfennig je Kubikmeter zu senken, so daß künftig das Haushaltungsgas 14 Pf., da« Münzgas 20 Pf. je Kubikmeter kostet. Außerdem wurden für eine Reihe sonstiger Leistungen und Lieferunaen der Städtischen Werke die Prels, toefentließ gesenkt.