Ausgabe 
11.11.1932 Erstes Blatt
 
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Nr. 266 Erstes Blatt

182. Jahrgang

5reitag,st. November 1932

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General-Anzeiger für Oberhessen

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Chefredakteur.

Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Or.H.Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für denAn- zeigenteil i.D.Th.Kümmel sämtlich in (Biegen.

Bor den Verhandlungen zwischen Kanzler und Parteiführern.

Oie Einladungen an die Gruppe der Rechten und Mitte.Worüber sott verhandelt werden?

Berlin, 11 Rov. (211.) Wie dieB ö r s e n- Leitung erfährt, dürften die Einladun­gen an die Parteiführer der Deutsch- nationalen. der Rational'oziallsten, des Zentrums, der Bayerischen Bolkspartei und der Deutschen Bolkspartei noch im Laufe des heutigen Tages abgehen. Besprechungen mit anderen Parteien kämen nicht in Frage. Der Kanzler werde mit den Parteiführern einzeln verhandeln: die Reihenfolge hänge von dem Zeitpunkt ab, an dem die Antworten der Parteiführer in der Reichskanzlei einlaufen. Man rechne damit, daß die erste der Zusammenkünfte am Sonn» t a g stattfinden werde und die weiteren Unter­redungen sich dann über die nächste Woche ver­teilten, ausgenommen Montag und Dienstag, auf welche Tage der Staatsbesuch des Kanzlers bei der sächsischen Regierung in Dresden fällt. 3m allgemeinen nehme man in politischen Krei­sen nicht an, das; die Bemühungen des Kanzlers, soweit es sich um die RSDAP., das Zentrum und die Bayerische Bolkspartei handelt, von Erfolg begleitet sein werden.

DieGermania" schreibt in einer Stellung­nahme zu der amtlichen Mitteilung über den Empfang des Reichskanzlers durch Hinden­burg u. a.: Wenn sich die Mission des Reichs­kanzlers, wie aus dem letzten Satze der amtlichen Mitteilung hervorzugehen scheine, tatsächlich a u f d i e Feststellung beschränken solle, ob die in Frage kommenden Parteien gewillt seien, die Regierung in dec Durchführung ihres Programms zu u n t e r st ü tz e n, dann dürfe man schon heute prophezeien, dah die nationale Konzentration a uch weiterhin nur die Par­tei des Herrn Hugenberg und ihr volkspartei- liches Anhängsel umfassen werde. Die Frage, ob die Parteien und in ihnen das deutsche Bolk bereit seien, die jetzige Reichsregierung zu unterstützen, habe bereits in zweimaligen Wah­len und auch in der Reichstagsabstimmung des 12. September eine überwältigende A Meinung erfahren. Es lohne sich kaum, sie heute mit gleichem Sinn und Inhalt nochmals zu stellen. Das Blatt nimmt deshalb an, dah der dem Reichskanzler erteilte Auftrag nichtjene enge Begrenzung habe, die aus dem Wortlaut der amtlichen Mitteilung zunächst zu entnehmen . sei und da,z, wenn er nicht zu verwirklichen sei, noch andere umfassendere Lösungen angestrebt würden.

Das Blatt schreibt weiter: Das deutsche Bolk verlangt, dah der Reichspolitik in entscheiden­den Punkten ein anderer Inhalt und an­dere Methoden gegeben werden. Für die Fundierung einer neuen Politik wäre auch bis zum Beweise des Gegenteils eine ausrei­chende Basis im Parlament denkbar, auf der sich eine starke, auch vom Dertrauen des Reichspräsidenten getragene Führung aufbauen könnte. Dieser Führung den Weg freizugeben und ihr eine ausreichende Grundlage im Volke zu verschaffen, das ist der Sinn der na­tionalen Konzentration und ist zugleich auch die Mission, die der Reichskanzler, wenn er jetzt mit den Parteien verhandeln will, erfüllen sollte. Es ist jedoch ein falscher Weg, das gegenwärtige Ar- beitsprogramm der Reichsregierung mit seinen vom ganzen Volke abgelehnten Verfassungsplä­nen und ihre bisherigen Methoden der Staats­führung zur Grundlage einer wirklichen natio­nalen Konzentration zu machen.

Hitler fordert die Führung.

Die NSDAP, zur'Frage einernationalen

Konzentration". .

Berlin, 10. Rov. (ERD.) Der nationalsozia­listischeAngriff" bringt einen Artikel zur Frage der nationalen Konzentration, in dem es heißt: Die derzeitige Regierung besitzt die Raivität, die sogenanntenationale Konzen­tration" auf dem Weg durchführen zu wollen, dah die Parteiführer sich plötzlich bereiterklären sollen, das sozialreaktionäre Programm des Papen-Kabi- netts anzueriennen und sich für eine Zusammen­arbeit im Sinne dieses Programms zur Verfügung zu stellen. Wir können jedenfalls schon jetzt ein­deutig erklären, ' die RSDAP. sich zu einer solchen Komödie nicht hergeben werde. Die zwölf Millionen die ihre Stimmen für Adolf Hitler abgaben, haben dies nicht getan, damit wir hin­terher die Politik des Lohnraubs und der /Rententürjungen des Papen - Kabinetts sanktionieren, sondern, weil wir eben dieser Politik den schärfsten Kampf angesagt haben.

Wir versagen uns keineswegs grundsätzlich einer nationalen Konzentration, und wir sind überzeugt, dah wir mit den anderen für eine nationale Kon­zentration in Frage kommenden Kräften sehr wohl zu einer Einigung über ein wirkliches Aufbau­programm kommen können, das unter Füh­rung der RSDAP. als der weitaus stärk­sten Partei durchgeführt werden könnte. A u f der Grundlage des Papen-Pro- gramms aber ist eine solche Einigung unmöglich. Wenn man sich in Regierungs­kreisen etwa mit dem Gedanken tragen sollte, die nationalsozialistische Front sprengen zu können, so irrt man sich ganz gewaltig. Den politischen Weg der RSDAP. entscheidet nur ein einziger Mann, und das ist Adolf Hitler. Wir glauben, daß

er seine Auffassung der Lage schon deutlich genug kund getan hat. Sie heißt: Keine Kompro­misse, kein Verhandeln. Zum hundert­sten Mal sei es gesagt: die nationalsozialistische Bewegung kann nur dann an der Regierung teil­haben, wenn ihr selbst die Führung, die ihr ihrer Stärke nach zukommt, übertragen wird, d. h., wenn man Adolf Hitler mit der Kanz­lerschaft betraut. Das ist der einzige Weg zur Lösung der Krise.

Für Zusammenarbeit der gewerkschaftlichen Parteien.

Ein Vorschlag

des Christlichen Mctalla.bcitei Verbandes.

Berlin, 10.Rov. (TU.) In der Zeitung Der Deutsche" schreibt Georg Wieder, der Schriftleiter der Zeitschrift des Christlichen Metallarbeiterverbandes u. a.: Rationalsozia­listen, Zentrum, Sozialisten und Christlich-So­ziale: Alle diese Parteien sind in ihrem Wollen nicht denkbar ohne eine scharf ausgeprägte s o - ziale Rote. Wer die Reaktion beseitigen will, muß über Parteigegenfähe hinweg nichts anderes wollen, als die Ration über die Partei und die Rechte des Volkes höher sehen, als manchmal sest- gesrorene parteipolitische Anschauungen. Das heißt etwas anderes als das Schlagwort von der Ge­werk s ch a s t s s r o n t von Leipart bis Straßer. Wir haben schärsstens gegen den Ge­danken einer Einheitsgewerkschaft gekämpft, weil sich verschiedene Weltanschauungen nicht einfach vermengen lassen. Etwas ganz anderes aber ist ein aus Rotwendigkeiten der Stunde heraus geborenes.Zusammengehen von poli­tischen Parteien, um den wahrhaft natio­nalen Gedanken und die wahrhaft soziale Idee im deutschen Volke zu retten. Ein Zusammengehen von Rationalsozialisten, Zentrum und Sozialisten würde das Ende der politischen und sozialen Reaktion und auch wohl den Beginn eines Reu- ausbaues der Wirtschaft und des Staates in sich bergen. Ein Versagen aber würde die völlige Knechtung der schassenden Schichten in nahe Zu­kunft rüden. Das Volk kann nicht mehr lange auf die Entscheidung der Parteien warten.

Oie christlichen Gewerkschaften zur Lage.

Berlin, 10. Nov. Der Vorstand des Gesamt­verbandes der Christlichen Gewerkschaf­ten erläßt einen Ausruf, in dem es u. a. heißt:

Das schassende Volk in Stadt und Land hat am 6 November das Mißtrauensvotum des aufgelösten Reichstages gegen das Kabinett Papen bestätigt. Die christlichen Gewerkschaften wenden sich mit ihrer Mahnung an alle verantwortlichen Parteien und Stände, dem einsichtslosen Verhalten dieser Regie­rung einen positiven arbeitsfähigen 'Billen z u volks - und staatsgesunder Zusammenarbeit entgegenzusetzen. Sie wen­den sich an den Reichspräsidenden, dem nicht zuletzt durch das Vertrauen der gesamten or­ganisierten Arbeiterschaft sein hohes Amt erneut übertragen wurde, seinerseits die Rechtssicherheit wieder herzustellen und dem sozialen Willen des Volkes kraft seiner Autorität Raum zu geben und damit zugleich Ruhe und Ordnung zu sichern. Vom neugewählten Reichstag als dem souveränen Organ des souveränen deutschen Staatsvolkes er­warten die christlichen Gewerkschaften, daß er sich im Bewußtsein seiner Stellung und Verantwortung baldigst versammelt und die ihm von der Verfassung für Volk und Reich übertragenen Auf­gaben entschlossen aufgreift und durchführt.

Scharfe Kampfansage der Sozialdemokratie.

Berlin, 10. Rov. Der P a r te i a u s s ch u ß der Sozialdemokratischen Partei hat über seine Beratungen am Donnerstag in Berlin folgenden Bericht ausgegeben:

Der Parteiausschuß beschäftigt sich mit der durch den Ausfall der Reichstagswahlen geschaf­fenen Lage. Dabei herrschte volle llebereinft-.m- mung, daß es sür Sie S P D nach wie vor nur den schärfsten und rücksichtslose» sten Kamps gegen die jetzige Reichs­regierung und ihre Pläne gebe. Die so­zialdemokratische Reichstagsfraktion wird am Donnerstag, dem 17. Aovember, zusammentreten und in diesem Sinne weitere Beschlüsse für ihr Vorgehen im Reichstag fassen."

Für den Reichstag haben die Sozialdemokraten bisher die Einbringung von Anträgen auf ein Aussührungsgesetz zu Artikel 48, fer­ner auf Erlaß einer Amnestie, Aufhebung der Sondergerichte, Erhöhung ber Un­ter ft Übungen für Arbeitslose, Umbau der Wirtschaft usw. in Aussicht genommen.

Süddeutsche Länderkonferenz in Würzburg.

München, 10. Nov. Am Mittwoch fand in Würzburg eine Konferenz von Vertretern der süd­deutschen Länder, von der die Reichsregierung Kenntnis hatte, statt. An ihr nahmen teil die Ver­treter von Baden Württemberg, Bayern, Hessen, Thüringen und Sachsen. Die Besprechungen galten

der Vorbereitung der bevorstehenden Reichsrats­sitzung. Ministerpräsident Dr. H e l d, der zusammen mit Staatsminister Dr. Stütze! und Staatsrat Schäffer am Donnerstagabend nach Berlin abgereist ist, wird nicht nur bei der Aussprache im Reichsrat am Samstag Gelegenheit nehmen, den bayrischen Standpunkt zu vertreten, sondern bereits am Freitag mit b e m Reichskanzler eine Aussprache haben. Diese Aussprache geht auf die. Initiative des Kanzlers zurück, der den Wunsch geäußert hat, mit den Ministerpräsidenten der Län­der noch vor der Reichsratssitzung Rücksprache zu nehmen.

Zurückhaltende Ausnahme in Berlin.

Soll der neue Friedenspakt die Lstgrenzen von Versailles verewien?

Berlin, 11. Nov. (CNB.) Die Erklärungen des britischen Außenministers zur Gleichberechtigunqs- frage werden von den meisten Blättern in großer Ausmachung wiedergegeben, wenn auch bisher nur zwei Blätter in kurzen Kommentaren zu dieser Rede Stellung nehmen, so geht doch aus den Ueber­schuften und der Art der Wiedergabe hervor, welche Bedeutung die Presse diesen Erklärungen beimißt und wie sie sie wertet. DerL o k a l a n z ei g e r" spricht von einerbeschränkten Anerkennung" der Gleichberechtigung durch England, derTag" sieht keine wirksame Verbesserung der deutschen Landes­verteidigung, dieB ö r s e n z e i t u n g" hebt die Bemerkung:Eine volle praktische Verwirklichung des Grundsatzes der Gleichberechtigung kann nicht mit einem Schlage durchgeführt werden" hervor, dieDeutsche Zeitung" spricht von einem Frontwechsel Englands, dasBerliner Tage­blatt" von einervorsichtigen Erklärung" Simons, derB ö r s e n - C o u r i e r" nennt die Rede sen­sationell.

Die21. D. Z." meint, daß die Simon-Rede im großen und ganzen einen ganz bestimmten Fort­schritt gegenüber der Simon-Note bringe. Be­denklich seien die an uns gestellten neuen For­derungen. Der europäische Friedenspakt, unterstützt durch die Herriotschen Regionalpakte, sei ein neues Instrument zur Sicherung des Status q uo. DieV o s s. Z t g." bezeich­net die eindeutige Feststellung als bedeutungsvoll, daß Großbritannien auf keinen Fall s i ch auf ein neues St) ft em von Verträgen einlassen wolle, die über die in Locarno übernommenen Verpflichtungen neue Bindungen an die'Politik des Kontinents bringen würden. Weni­ger klar sei der Passus, in welchem Sir John Si­mon als Bedingung für jede Abmachung über einen Rüstungsrückgang eine neue Friedens- Versicherung von Deutschland erwartet. Hier würden weitere Erklärungen folgen müssen, bevor man wisse, welche konkrete Form diese Versicherung des Friedenswillens seitens Deutschlands annehmen müsse, damit sie Regierung und öffentliche Meinung in England befriedige.

Oie englische prefte befriedigt. Die Einladung zur Rückkehr Deutschlands nach Genf.

London, 11. Rov. (WTD. Funkspruch.) Die Llnterhausrede Simons wird von der Morgen­presse als hoffnungsvolles Zeichen dafür begrüßt, daß ein entscheidender Vorstoß in den Abrüstungs­verhandlungen erwartet werden könnte.Rews Chronicle" schreibt, es sei ein guter Anfang, dah die Berechtigung der deutschen Forderung nach Gleichheit und der bindestde Charakter des

141 deutsche Gelehrte haben gemeinsam an den Reichspräsidenten von Hindenburg einen Hilferuf ergehen lassen, in dem es u. a. heißt:

Hochzuverehrender Herr Reichspräsident!

Es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß unter den Mitteln, die dem deutschen Volke aus seiner gegenwärtigen Lage wieder heraushelfen können, die P f l e g e d e r F o r s ch u n g auf allen Gebieten, insbesondere der Volksgesundheit, der Entwidlung von Landwirtschaft, Industrie, Che­mie und Technik, unentbehrlich ist und mit an erster Stelle steht. In gleicher Weise dient die Pflege der Forschung auf dem Gebiete der Geistes­wissenschaften der inneren Wiederauf­richtung unseres Volkes und der Erstar­kung seiner geistigen Haltung.

In Würdigung dieser Tatsache hat sich die Reichsregierung in Verbindung mit den gesetzge­benden Faktoren angelegen sein lassen, feit dem

Ein allgemeines Hypotheken- Moratorium?

Berlin, 11. Nov. (OB. Funkspruch.) wie die Berliner Börsenzeitung" meldet, soll dos Reichs­kabinett eine Notverordnung beschlossen haben, die ein generelles Moratorium für alle h y potheken mit Ausnahme der Aufwertungshypotheken bis zum 1. April 1 934 vorsiehl. Damit wäre also die bis­her nur für die Landwirtschaft bestehende generelle Kapitalstundung auch auf alle anderen Hypotheken ausgedehnt worden. Die wir hierzu erfahren, han­delt es sich bei der Veröffentlichung um einen Ent­wurf, der dem Kabinett aber noch nicht vorgelegen hat, und dessen Inhalt daher noch einer Abänderung unterliegen kann.

Abrüstangsversprechens von Versailles aner­kannt worden seien.Morning Post" meint, die deutsche Forderung nach Gleichberechtigung sei geltern vom Staatssekretär des Aeustern in Aus­drücken anerkannt worden, die in Berlin ange­nehm berühren sollten. Wenn die britischen Vor­schläge von den hauptsächlich interessierten Län­dern angenommen würden, dann sollte es, nach Ansicht des Blattes, Deutschland nicht schwer fal­len, seinen Platz in der Abrüstungs­konferenz wieder einzunehmen.Ti­mes" sagt, hinter der Rede Simons stehe die Autorität des ganzen Kabinetts. Die deutsche Forderung nach Gleichberechtigung werde un­zweideutig und ohne Rebengedan- ken anerkannt. Deutschlands beste Freunde hofften jetzt, daß es sich in der Lage sehen werde, ohne Spitzfindigkeiten und Umschweife die C i n - ladungzurRückkehrnachGenf anzuneh­men.Times" gibt zu, daß noch viel zu tun übrig bleibe, bevor eine restlose Vereinba­rung auch nur über das erzielt sei, was die in­teressierten Hauptmächte unter Rechts- gle i ch h eik ve r st ä n den. Je früher hierüber Klarheit erzielt werde, um so besser.

Verhandlungen mit Hoesch.

London, 11. Nov. (TU.) Außenminister Sir John Simon wird am Freitag den deutschen Botschafter in London, Herrn v. Hoesch, emp­fangen. Hierbei wird ein Meinungsaustausch über die Aussichten für die Rückkehr Deutschlands zur Abrüstungskonferenz stattfinden. In Genf wird der Vorschlag gemacht werden, daß die abzuischließen- den Abrüstungsvereinbarungen eine Laufzeit von fünf, sieben oder zehn Jahren haben sollen. Die englische Regierung habe die enge Verbindung mit dem amerikanischen Vertreter in Genf dauernd aufrecht erhalten. Man hoffe, daß der Meinungsaustausch mit der italienischen und französischen Regierung eine Rückkehr Deutschlands zur Abrüstungskonferenz bringen werde. Hen­derson wird bei günstiger Wetterlage am Sonn­tagfrüh von London abfliegen, um sich nach G e n f zu begeben.

Der französische Abrüstungsplan wird am 15. Aovember veröffentlicht.

Paris, 11. Nov. (WTB. Funkspruch.)Petit Parisien" kündigt an daß der' französische Ab- rüftungsplan wahrscheinlich am Diens­tag i n Genf eingebracht und veröffentlicht wird. Rach dem Bericht des Blattes hat der Plan die Form eines lOseitigen Memorandums erha,lten. Bei der redaktionellen Abfassung sei allen Einwendungen Rechnung getragen worden, die im Obersten Rat für nationale Verteidigung gemacht wurden. Das Dokument werde gleichzei­tig in Paris und in Gens veröffentlicht werden. Petit Parisien" glaubt, daß der Plan in seiner letzten Form gleiche Bestimmungen in der Abrüstungsfrage, nicht aber numerische Gleichheit vorsieht.

Jahre 1920 von Reichs wegen diejenigen Einrich­tungen besonders zu stützen, die der Förderung der Forschung in deutschen Landen gewidmet sind. Es ist dies die Rotgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft und die K a i s e r- WilhelmGesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, die eine große Anzahl weltberühmter Forschungsinstitute unterhält. Richt ohne Befriedigung kann auf das geblickt werden, was in den letzten zehn Jahren erreicht ist; das deutsche Volk schuldet tiefen Dank den weitblicken­den Männern, die diese Entwicklung gefördert haben.

Die Wendung der Wirtschaftslage droht in verhängnisvoller Weise der so hoffnungsvoll be­gonnenen Entwicklung Einhalt zu tun und alles das zunichte zu machen, was im Hinblick auf die weitere Entwicklung unternommen worden ist. Die Einbeziehung der an sich nicht besonders hohen Beträge, die zur Förderung der Forschung

Das Echo der Simon - Erklärung.

Ein Hilserus deutscher Universitätslehrer an Hindenburg.

Die Notlage der wissenschaftlichen Forschung in Deutschland.