Ausgabe 
11.8.1932 Frühausgabe
 
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denn m der Betonung der Tatsache, daß der Schwerpunkt der weiteren Verhandlungen bei

Falle wäre es Wohl selbstverständlich, daß noch einmal geklärt würde, ob die Möglichkeit einer

Herrn o. Popen liegt, ist bereits der Fingerzeig enthalten, daß auch weiter nicht ein Kabi­nettswechsel, sondern

nur eine Umbildung der Reichsregierung

in Frage kommt. In politischen Kreisen sieht man die Lage heute abend denn auch keineswegs in dem Sinne an, wie sie in den Kombinationen einiger Berliner Abendblätter dargestellt wurde, als stehe die Beauftragung Hitlers mit der Kabinetts­neubildung dicht bevor. Es wurde heute nachmittag auch bereits eine fertige Kabinettsliste kolportiert, in der Gregor Straßer als Reichsinnen- und Herr v. Popen als Reichsouhenmtnister figurier­ten. Diese Kombinationen werden heute abend in gut unterrichteten politischen Kreisen als mehr als voreilig bezeichnet, und in der Tat hinter­läßt der Verlauf des ganzen Tages bei ruhiger Betrachtung auch einen ganz anderen Eindruck.

Die widerstände und Schwierigkeiten, die einer Reichskanzlerschaft Hitlers begegnen, haben sich offenbar sehr erheblich verstärkt: dagegen hält man weiter daran fest, daß eine Beteiligung der Nationalsozialisten am Kabinett wünschenswert ist, ohne daß der Charakter de» präsidial- kabinetl» verwischt wird.

neuen parlamentarisch fundierten Mehrheits­regierung

bestünde. Sollte diese Prüfung negativ ausgehen, so wäre zweifellos ein Äotstand gegeben, der den verantwortlichen Stellen die Pflicht auferlegte, auch unter diesen schwierigen Umständen ein ge­regeltes und geordnetes Funktionieren des Reichs­und Staatsapparates sicherzustellen.

Es muß aber betont werden, daß das alles zunächst nur Möglichkeiten sind, die man in politi­schen Kreisen erörtert. Selbstverständlich liegen solche Gedankengänge nahe: aber im Vordergrund steht doch der Wunsch, daß es in den Verhand­lungen der nächsten Tage gelingen möge, allen Konsequenzen solcher Art durch eine Verständi­gung überhaupt den Boden zu entziehen.

Illegaler Fortbestand des Roten Frontlämpferbundes.

Hamburg, 10. Qlug. ($11.) Die Polizei­behörde teilt mit: Die Polizei ermittelte am Dienstagnachmittag in einem Hinterhaus der Drüderstrahe das Bureau derGauleitung des verbotenen Roten Frontkämpfer­bundes. Das in dem Zimmer befindliche 2n-

Oie weiteren Möglichkeiten.

Die Verhandlungen der nächsten Tage werden zeigen müssen, ob und wie weites möglich ist, eine älrbereinstirnmung zwischen den nationalsozialisti­schen Forderungen und diesen Grundsätzen herbei - zufühven. Aaturlich unterhält man sich in poli­tischen Kreisen auch bereits darüber, welche Si­tuation durch ein Scheitern der Bemühungen um die nationalsozialistische Regie­rungsbeteilig ung entstehen würde, und zwar ist Wohl an-unehmen, daß die Entwicklung Dann wieder auf die parlamentarischeBa- si» zurückversetzt sein würde. 3n diesems

ventar wurde nach dem Stadthause geschafft. Die gesamte Kassenbuchführung und Mitglieder­kartei wurden beschlagnahmt. Außerdem wurde eine Menge Schriften militärpolitischen, hochverräterischen Inhalts gefunden. Schulter­riemen, Koppel, Koppelschlösser, Gamaschen, Arm­binden in großen Mengen und Tausende von Abzeichen des RFD. konnten beschlagnahmt wer­den. Damit wurde umfangreiches Be­weismaterial für den illegalen Fortbestand des RFB. zusammengetragen. Die ßciter des Bureaus sind der Polizeibehörde bekannt, können aber im Interesse der linier» hung nicht genannt werden.

Oie Unruhen in Spanien.

Aufstand in Sevilla.

Paris, 10. August. (WTB.) Havas meldet aus Madrid: Wie verlautet, habe General San I u r - j o , Befehlshaber des Karab ineri-Korps in Sevilla, sich erhoben, sämtliche Paßämter besetzt und alle Verkehrsmittel beschlagnahmt. An- geblich stütze er sich auf die Gendarmerie der dor­tigen Gegend, nicht aber auf die regulären Trup­pen. Die Regierung hoffe, des Aufstandes Herr zu werden.

Aus Madrid wird hierzu mttgeteilt: Das In- nenminifterium bestätigt, daß General San 3urjo eine Aufstandsbewegung ins Werk gesetzt hat: doch bleibe die Regierung Herr der Lage. Gegenwärttg fei jede Verbindung mit Sevilla abgeschnitten.

Kapitulation der Aufständische« in Sevilla?

Madrid, 11. Aua. (WTB. Funkspruch.) Die aufständischen Truppen in Sevilla haben sich wie die Agentur Habra meldet, e r - geben. General San Jurjo ist geflohen, wie man annimmt, nach Portugal.

Oer Innenminister über die Lage.

Madrid, 10. August. (WTB.) Der Innen­minister erklärte heute vormittag, er stehe mit allen Provinzen in Verbindung. Ueberall herrsche völlige R uh e. Zwar ließen sich noch keine kon- treten Mitteilungen über die Entwicklung der Er­eignisse machen, doch könne schon jetzt erklärt wer­den, daß die Bewegung gescheitert sei. Der Minister betonte, daß die Ordnung unter allen Um­ständen aufrechterhalten werde.

Die letzten Nachrichten in Paris aus Spanien stimmen darin überein, daß, abgesehen von Se­villa, im ganzen Lande Ruhe herrscht. Unter den Verhafteten befinden sich u. a. die Generäle Godet, Eonzales Garrasco und Ealoal- canti und der Bruder des früheren Finanzmini- fters S o t e l o. In Malaga ist der Arbeitsminister

Der spanische Ministerpräsident und Kriegsminister A z a n a , dem es gelang, die Gegenrevolution in Madrid rasch niederzuwerfen.

im Kabinett Berenguer, E st rata, festgenommen worden.

Ueber den Aufstandsversuch in Jerez de la Frontera wird ergänzend mitgeteitt, daß die Bevölkerung bei der Nachricht vom Aufstand der Gendarmen deren Kaserne stürmte und den kom­mandierenden Oberst gefangen setzte. Dieser entging nur durch das Eingreifen der Polizei der Lynchjustiz.

Republikanische Kundgebungen in Madrid.

Madrid, 10. Aug. (WTB.) Unter den im Zusammenhang mit dem heutigen Ausstandsver­such Verhafteten, deren Zahl über 150 betragen dürste, befinden sich bekannte Per­sönlichkeiten des alten Regimes. Die

Lieschens versöhnliche Geschichte.

Don Katta Launisch.

Meine Freundin Neschen, die ein braves und liebes Mädchen ist, hat mir Treulich eine versöhn­liche Geschichte erzählt. Der Rame »versöhnlich« Geschichte" stammt von Lieschen selbst. Sie sagte, sie sei nach diesem Erlebnis für eine Weile mit Dem Leben ausgesöhnt gewesen. Und da es doch so viele hübsche, brave Mädchen gibt, die außer, dem vorzügliche Stenotypistinnen sind, möchte ich ihnen die kleine versöhnliche Geschichte erzählen, trotzdem darin nicht vorkommt, daß Lieschen Schönheitskönigin wurde, ein Filmengagement be­kam oder gar einen Mann.

»An diesem Tage war «S sehr heiß", erzählte Lieschen. »Wir hatten die Gardinen ganz zuge­zogen, weil die Sonne so furchtbar auf die groß« Scheibe scheint, hinter der wir sitzen. Ialousien haben wir nicht. Es ist natürlich unmöglich, daß alle Zimmer Ialousien Habern da» sieht leder ein. Wir wußten alle, daß der Chef an so einem Tage nicht in rosiger Laune sein würde. Gr kann Hitze sehr schlecht vertragen, aber er ist viel zu korrekt, um etwa das Iackett auszuziehen oder überhaupt Darzutun, daß ihm sehr heiß ist. Er sitzt bloß ganz ruhig in seinem Zimmer, das beinahe dun­kel ist, beim er hat eine Ialoufie, er sitzt ganz still und arbeitet in verdoppeltem Tempo. Gr klin­gelt, er frittiert, er telephoniert wie ein Rasender. Die Korrespondenten und die Reisenden kommen mit bleichen, langen Gesichtem aus seinem Zim­mer heraus. Dann wissen wir, waS drinnen loS ist. »Heißer Tag!" nennen wir DaS und das ist es dann ja wirklich.

Ia, und so ein Tag also war es. und der Chef klingelte zweimal und das gilt mir. Ich nahm DaS Stenogrammheft und zwei Bleistifte zur Hand, empfahl meiner Kollegin Lotte meine Seele und ging in das verdunkelte, kühle Zimmer.

.Diktat!" sagte der Chef und weiter sagte er gar nichts. Manchmal sagt er doch: »Guten Morgen!" oder: »Ra. wie war's am Sonntag 7" ober irgend so was. Heute sagte er: »Diktat!" Ach spitzt« die Ohren und die Bleistifte. Das Diktat prasielte auf mich herab wie ein schwerer Ge­witterregen, aber ich hielt ihm stand. Sogar als Der Chef sagte: »Vvrlefenl", ging es beinahe gut. Aber plötzlich, mitten in einem Sah, wurde ich abgelenkt. Der Chef hatte in dem rasenden Tempo eine kleine Pause eintreten lassen. Eine gan-

kleine Pause der Entspannung, aber sie genügte, damit mein Blick von dem kleinen Diktattischc^n, an dem ich immer schreibe, nach unten auf den Teppich fiel, um sich auszuruhen. Auf dem Tep­pich jedoch, gut zu sehen, weil er den Schreib- ttschsessel zurückgeschoben hatte^ standen die Beine des Chefs. Gut aussehende Beine eines fünfzig­jährigen Herrn, in gut gebügelten Hosen, mit sehr schönen braunen Schuhen und einem feinen blauen Strumpf, der zwischen Hose und Schuh zu sehen war. Trotzdem es nicht hell im Zimmer war, sah man genau dieses Stückchen Strumpf und oben, aus dem Blatt des Strumpfes, sah man etwas Merkwürdiges: eine kleine ..Stopfe" lag auf dem Blatt des Strumpfes. Verstehen Sie mich recht: der fein«, blaue Strumpf war oben auf dem Futz- blatt an einer kleinen Stelle gestopft.

Ich sah diese gestopfte Stelle, und ich leugne nicht, daß sie einen geradezu erschütternden Ein­druck auf mich machte: der Chef wählt« also nicht jeden Morgen aus sechs Paar seidnen Socken die elegantesten und warf die anderen einfach in fren Papierkorb? Wie denn? Er zog ein Paar Socken öfter als einen Tag lang an? Er lieh sie waschen? Ia, noch mehr, er ließ sie ausbessern, wenn sich «in kleines Loch in ihnen zeigte? Er sagte etwa zu seiner entzückenden rotblonden Frau: »Mein liebes Kind, laß doch das Mädchen einmal wieder meine Docken nachsehen!" Oder die rotblonde Frau tat daS von allein und legte ihm die gut gestopften Socken wieder in den Schrank?

Er hatte einen wunderbaren Wagen, ein schönes Haus, zwei sehr wohl erzogen« Kinder und, wie gesagt, eine entzückende Frau. Aber all das war mir sehr fern. Ich hatte das alles nicht und würde es nie haben. Aber gestopfte Strümpfe, die hatte ich auch, und ich wußte, daß man die Löcher stopfen mutz, so lange sie ganz klein sind, damit man die Strümpfe länger tragen kann. Diese ge­stopfte Stelle im Strumpf brachte mir den Chef auf einmal ganz nahe. Sr war einer wie Sie und ich, fein Gott, fein Prinz, sondern ein Herr von fünfzig Iahren. der ganz fein gestopfte Strümpfe trägt. Er war auf dieser Erde, er war erreich­bar, verständlich, er hatte Sorgen wie wir.

Ich habe das Stenogramm sehr gut zu Ende geschrieben, und es hat mir gar feine Mühe ge­macht. Trotzdem es heiß war, habe ich sehr viel Post erledigt, und ich bin den ganzen Tag über vergnügt gewesen. Ietzt ist die Sache schon lange her, aber so oft ich an sie denke, werde ich heute noch ganz fröhlich. Wenn Lotte oder die anderen

Parademarsch der italienischenSeekadetten vorMuffolini

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Der Duce nimmt den Parademarsch der Schüler der SeekadettenanstaltCaio Duilio" ab. Mussolini besichtigte der Reihe nach sämtliche italienischen Marineschulen, die meist auf seine Initiative hin ge» gründet wurden. Ueberall waren mit der Besichtigung militärische Vorführungen verbunden, die von der glänzenden Ausbildung der jungen Kadetten zeugten.

Bevölkerung hat energisch auf fren Anschlag auf die Republik reagiert. Bereits um 10 Uhr wur­den Die Hauptstratz« der Stadt von einer zahlrei­chen Menge durchzogen, die Die Republikanische Hymne anstimmten und Rufe ausstieß, wie: »Man soll sie töten! »Wir verlangen Gerechtigkeit!" Kurz vor 12 Uhr Durchzogen Manifestanten in Stäüe von etwa tausend Personen die Gran Via unter Gesang und Mitführung republikanischer und sogar einer roten Fahne. Sie drangen in das Ofsi- zierskasino ein und vertrieben die frort sich auf- haltenden Offiziere. Hierauf zwangen sie die Ka­sinoleitung, die republikanische Flagge zu hissen. Die Menge zog alsdann vor mehrere öffentliche Gebäude und große Warenhäuser. Ueberall setzte sie durch, frah die republikanische Flagge gehißt wurde. Ein nicht besonders ernster Zusammen- stotz zwischen Manifestanten und Zivilgardisten er­eignete sich, als diese die Demonstranten ausein- anfrertreiben und sich der von ihnen mitgeführten roten Fahne bemächtigen wollten. Die Manife­stanten leisteten nur schwachen Widerstand und be­jubelten schließlich die Polizisten unter Absingung der Republikanischen Hymne.

Den Gendarmen, di« in fren heutigen Morgen­stunden fren Militaraufstanfr im Keime erstickten, werden in fren Hauptverkehrsstraßen frer Stadt von der Bevölkerung herzliche Kundgebungen be­reitet. Der Innenminister versammelte die Gen­darmerie im Hofe des Innenministeriums und rich­tete an sie Worte der Anerkermung und Dankbar­keit, die mit einem von frer Truppe begeistert aufgenommenen Hoch auf frie Republik aus klan­gen. Die Ereignisse des heuttgen Tages werden allgemein als Stärkung der Regierung unfr als Ausgangspunkt zur Sammlung der republikani­schen Kräfte betrachtet.

Oie Armee aus Seiten der Regierung

Madrid 11. Aug. (WTB. Funkspruch.) Gestern abend fand hier, wie die Agentur Habra berichtet, eine großartige Volkskundgebung für die Republik und die gegenwärtige Regierung statt. Große Menschenmassen durchzogen die Hauptstraßen der Stadt unter Hochrufen auf die Organe der

mich fragen, warum, kann ich natürlich nicht sagen, daß ich vergnügt bin, weil frer Chef einen gestopften Strumpf angehabt hat. Dann würben sie mich auslachen. Vielleicht verstehen Sie es!"

So sagte Lieschen, unfr dann fing sie an, vor­sichtig Togen unfr Blaupapier einzuspannen unfr einen neuen Brief zu tippen.

Mir gefiel ihre versöhnliche Geschichte sehr gut, trotzdem sie klein ist unfr nichts von Schönheits­konkurrenz, Film unfr Millionär darin vorkommt. Deshalb habe ich sie wieder erzählt...

Oer Coburger Schinderhannes.

Die Rauberromantik ist noch nicht ausgestorben. Aus frer Gegend von Coburg wird ein Fall ge­meldet, der an das Räuberleben des Mittelalters erinnert. Seit mehreren Wochen veranstalten frie Gendarmen unfr Kriminalbeamten von Coburg ein Kesseltreiben auf den Einbrecher (Sorg Dauern- fach s , frer sich seit Iahren im Frankenwald ver­borgen hält, nächtliche Raubzüge in frie anliegen­den Dörfer unternimmt, frer ab unfr zu gefaßt unfr verurteilt wird, dem es aber immer wieder gelingt, aus frer Strafanstalt auszubrechen und in seinen Wald zu flüchten. Man nennt ihn den Coburger Schinderhannes, den Wald­schreck vom Frankenwald. Die ganze Gegend zit­tert vor ihm, die Bewohner fürchten seine Rache und sind überzeugt, daß er demjenigen das Haus über dem Kopf anzünfren würde, der es wagte, ihn zu verraten. Er hat auch Freunde in der Ge­gend, die ihm Essen nach einer bestimmten Stelle des Waldes bringen und ihm durch Zeichen Nach­richt geben, wenn die Gendarmerie ihm auf frer Spur ist.

Görg Dauemsachs ist 31 Iahre alt. Er stammt aus dem Dorfe Dobersgrund frei Kronach, wo seine Frau mit vier Kindern und fein alter Vater in einer fraufälligen Kate wohnen. Er hat das Korfr- flechterhandwerk gelernt, ist frei dem Handwerk afrer nicht lange geblieben, sondern zog es vor, die Laufbahn seines alten Vaters fortzusetzen, frer (ür manche Straftat im Gefängnis hat büßen müs- en. Schon als junger Mensch erhielt Görg Dauernsachs die erste Freiheitsstrafe. Inzwischen hat er es auf dreißig Vorstrafen wegen Elnbruchsdiebstahls, Raub unfr Brandstiftung ge­bracht. Rur einen kleinen Teil der Strafen hat er w'.rklich abgebüht, in den meisten Fällen ge­lang es ihm, zu entfliehen. Im Ianuar Dieses IahreS entwich er aus Dem Amtsgerichtsgefäng-

Staatsgewalt. Alle Garnisonen Spanien« stehen, wie die Agentur Habra weiter meldet, bei fringungslos auf feiten der Regierung. ,

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General Ios 6 San Iurjo, Kommandant der Polizei von Sevilla, der als der Führer der mon- archistischen Aufständischen gilt.

Acht Todespfer in Madrid.

Madrid, 10. Aug. (WTB.) Habra. Bei den Zu­sammenstößen in Madrid sind heute früh a ch t P e r - fönen durch Gewehrschüsse getötet und zahl­reiche Personen verletzt worden.

Loyalität der Katalanen.

Barcelona, 10. Aug. (WTB.) Der Präsi­dent frer Generalität Kataloniens, Oberst M a c i a, hat an fren Präsidenten der spanischen Republik unfr an Öen Ministerpräsi­denten Telegramme gerichtet, in denen er sie frer Loyalität der Katalanen versichert. Die hiesigen Gewerkschaften sollen beabsichtigen, falls in Katalonien sich eine monarchistische Bewegung geltend mache, fren Generalstreik zu erklären.

nis in Kronach unfr trieb sich ir fren Wäldern herum. Er beging die Unvorsichtigkeit, Datz er sich öfter nachts, wenn es ihm zu kalt tourfre, ein Feuer anzündete, um sich zu wärmen. Dadurch kam die Polizei auf seine Spur, stellte ihn am 8. Februar und nahm ihn fest. Don dem Gericht in Coburg wurde er zu sieben Iahren Zuchthaus verurteilt. Am 11. Iuli gelang es ihm wieder, zu entfliehen. Seit dieser Zeit ist das Genfrar- meriekorps des Bezirks vergebens bemüht, den Verbrecher zu fassen, der sich in den zahllosen Schlupfwinkeln des Frankenwaldes verborgen hält. Die Polizei hort nur etwas von ihm, wenn wieder ein Händler oder Bauer zur Anzeige kommt, um zu melden, datz frer Coburger Schin­derhannes ihm nächtens einen unerbetenen Besuch abgeftattet hat.

Ein gewissenhafter Künftler.

Während die Bilder des großen französischen Im­pressionisten Eduard M a n e t bei flüchtiger Betrach­tung skizzenhaft, schnell und leicht auf die Leinwand geworfen zu sein scheinen, sind sie in Wahrheit das endgültige Ergebnis einer großen Zahl von vorher- gehenden Zuständen auf derselben Leinwand, die der Künstler in seinem gewissenhaften Ringen immer wieder mit Mallappen oder Messer entfernt hat. In: neuesten Heft der Monatsschrift Jtunft und Künst­ler werden dafür eine Reihe von Zeugnissen aus einem Buche von Paul Iamot angeführt. Nicht weniger als sechzigmal mußte der Kupferstecher Bellot im Jahre 1873 dem Maler für sein Bild Bon Bock" sitzen. Das reizvolle Bildnis der Eva GonzalSs mu&te viele Etappen durchmachen.Manet predigt mir Moral", erzählt Berthe Moricot,und empfiehlt mir das ewige Fräulein Gonzalös zur Nachahmung. Inzwischen fängt er ihr Porträt zum funfundzwanzigsten Male an. Sie sitzt ihm täglich, und abends wäscht er dann den Kopf mit grüner s etVrx ®.r ?at die vierzigste Sitzung, und das Bild ist wieder ganz abgewischt. Er selbst lacht mehr darüber als die anderen." Auf dem Bildnis von Antonin Proust hat Manet, wie Blanche erzählt, den Hut zwanzigmal abgewischt und neu gemalt, und ebenso tat er es mit derReiterin". An dieser Art des Schassens änderte weder Erfahrung noch Erfolg etwas nicht einmal die Krankheit des Künstlers. Einender frischesten Inspirationen, das BildJe- anne , das im Jahre 1882 entstand, wurde unzählige Male abgekratzt und neu begonnen, ehe die Wirkung natürlicher Anmut, die es auszeichnet, erreicht war.