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um 8 Uhr

Nr. 155 Drittes Blatt Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)Samstag, Juni 1952

Seeschlacht im Chinesischen Meer!

(km spannendes Zukunftsbild von kommenden Anegen um den (stillen Cican.

Äon ft. Britten Austin

Angriff aus den Lüsten.

in.

Vorsichtig blickte er über die niedrige Stohlwond des Mars. In dem defchrankten Roum um ihn befanden sich zwei oder drei Offiziere und mehrere Matrosen, die sich mit den verschiedensten Instru­menten befaßten Eine tiefe Baßstimme rief langsam und deutlich ihm unverständliche Zahlengruppen. Er druckte sich dicht an die Stohlwand, die ihm ein unerwartetes Gefühl der Sicherheit verlieh, und schaute in die schwindelnde Tiefe

Weit unten durchfurchten die Schiffe die schaumen­den Wogen und ncröunfelten den Himmel mit schwarzen Rauchwolken. Hoch oben in den Lüften vernahm er plötzlich ein schwaches Mnattem, er sah auf. Der Himmel war ungefüllt von kleinen dunklen Punkten, die zusehends großer wurden. Am äußer­sten Ende des Schwarms gewahrte er die eigenen Flugzeuge. Von den Nachborschiffen ertönten plötz­lich heftige Explosionen : noch wie vor war die tiefe Baßstimme zu hören, die unbeirrt Zahlengruppen

flache konnte er sogar die Bezeichnungen erkennen D>e Flugrnafchincn schienen etwas fallenzulallen, das in der Sonne metallisch erglän.tte; wieder fühlte er, wie do» Flaggschiff eine scharfe Wendung machte In dichter Folge ertönten kurze, harte Detonationen, wahrend silberne Wassersäulen au» der See gen Himmel stiegen Wieder blickte er nach oben Da» feindliche Mefchwader war nicht mehr direkt über ihm, und wahrend er noch emporloh, stürzte em brennendes Flugzeug herab

Nunmehr wurde seine Aufmerksamkeit auf einen kleinen Schwarm ausfallend großer Flugzeuge ge lenkt, die bisher an der äußersten englischen Flanke eine abwartende Haltung eingenommen hatten Feyt schaffen sie raubvogelartig mit ungeheurer Geschwin bigfeit herab Torpedoflugzeuge! Auch zwischen diesem Luftgeschwader begonnen die Granaten der Luft- obwehrgeschüße zu explodieren, wahrend die Zer ftörer in rasender Fahrt einen neuen Schutzwall zu legen suchten Alles das spielte sich in Sekunden ab, Sekunden, die zu Ewigkeiten wurden. Die Tor

peboabmerfer stürzten sich m bie Rauchwolken, wah rend do» Flaggschiff mit größter Schnelligkeit herum gerissen wurde und blind m den undurchdringlichen Nebel feuerte.

Plötzlich erschienen in dem Waifer lange, weiße, Ichaumende Streifen, die sich zusehends in einer be­stimmten Richtung verlangenen Torpedo»' Wie­derum trat eine heftige Erschütterung ein. al» der Bug de» Schiffe» herumgerifien wurde Der Politiker wartete auf die Explosion, auf den Tod Aber nicht» erfolgte Die Torpedo» schossen zu Back und Steuer­bord, achtem und norau» am Flaggschiff vorbei, ohne ihr Ziel zu erreichen. Do» Flaggschiff setzte leine Fahrt durch eine besonder» schwarze Rauchmauer fort, so baß da» Deck einige Sekunden lang seinen Blicken entzogen wurde und kam allmählich wieder in klarere Lust, vor ihm kämpften drei von den Wogen erfaßte Flugzeuge vergeben» gegen die Wafsermengen an vier andere machten Anstalten, wieder aufzusteigen. auf diese» Schauspiel antwortete da» Schiss mit einer einzigen, alle» übertonenden Detonation Zwei der Maschinen gerieten in Brand, waren nur noch feurige, dem sicheren Untergang geweihte Wracks Die beiden anderen flogen auf wie Vogel, die der Jager nicht getroffen hat.

Dies alles hatte sich auf der Backbordfeite zuge­tragen Sein Interesse wurde plötzlich durch ein eigenartige» Aufschlagen non Metall auf Metall ganz in feiner Nahe in Anspruch genommen Er sah

ausrief.

Er blickte hinunter auf das Deck des Flaggschiffs und beobachtete, wie bie beiden Geschützrohre am Bug ihre Mündungen langsam gen Himmel hoben. Em doppeltes Aufblitzen der Mündungsfeuer, ein plötzlicher und scharfer Stoß, der ihn mit aller Ducht gegen die Stahlwand warf und ihm beinahe den Verlust einiger Dorderzahne eintrug; der gleichzeitig einsetzende ungeheure Geschützdonner, das alles war das Werk des Bruchteils einer Sekunde.

Die feindlichen ßuftftreitfräftc befanden sich noch Immer in gemessener (Entfernung er konnte be­reits beobachten, daß sie in keilförmigen Gruppen flogen wahrend die Maschinen an den äußersten Flügeln einen erbitterten Kampf mit den eigenen Flugzeugen aussochten Da der Feind noch nicht senkrecht über der Flotte stand, bildete er ein gutes Ziel für bie Geschütze, bie bann auch entsprechend in Tätigkeit traten. Zwei schwere Geschütze, bie er von seinem Platz aus nicht sehen konnte, feuerten heftig.

Nicht nur das Flaggschiff allein, bie stanze Flotte befanb sich ist reger Gefechtstätigkeit. Wie auf Korn- monbo stießen bie Schornsteine immer stärkere unb dunklere Rauchwolken in ben ankommenben Schwarm der feindlichen Flugzeuge empor. Zuweilen sah er ein Flugzeug kopfüber ins Meer stürzen, ob Freunb oder Feind, vermochte er nicht zu unterscheiden.

Das feindliche Flugzeuggeschwader näherte sich mit unheimlicher Geschwindigkeit, die Schornsteine ent­wickelten schier ungeheure Massen von dunklem, un- durchsichtigem Qualm, aus großen auf die See ge­worfenen Stiften entströmten dichte Nebelckwlken. Drei ober vier Zerstörer umkreisten das Flaggschiff und umhüllten es mit dichten Rauchmanern. Im schütze dieses Walles mochte das Flaggschiff eine plötzliche Wendung, wenige Sekunden später wurde dieses Manöver wiederholt.

Auch die anderen Schiffe führten mit höchster Ge­schwindigkeit ähnliche Bewegungen aus. während die Zerstörer in rasender Zickzackfahrt durch die Lücken de» Nebels ihre Geschütze auf den Feind in den Lüsten richteten. Auch die Geschütze des Flaggschiffs griffen erneut in dos Gefecht ein und wurden ab und iu von dem gewaltigen Donner der 20-cm-Gefchütze übertönt.

Durch einen Blick nach oben vergewisserte er sich, daß dos feindliche Geschwader direkt über seinem Haupte manövrierte. Ani der Unterseite der Trog

Wo wird bie fionferen$ von Lausanne tagen?

Oben. Das Hotel Beauriooge, der Sitz der deutschen Delegation. Unten: Schloß Ouchy. in denen die Tagungen des Hauptausschusses und der Sanderausschnsse der Konferenz slattsinden werden.

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Nachdruck verboten!

7. Fortsetzung.

Elisabeth

erobert sich das Glück jRoman von Margarete Anlelmann Copyright by M. Feuchtwonger. Halle.

Also liebes Fräulein Psilrpp. zuerst das ®c- schädliche Hier ist die Adresse Ihres zukiinsttgen Heims Herr von Eckertsburg hat sich Muhe ge­geben es so wohnlich wie möglich au bereiten, sc» daß Sie die Fremde nicht merken werden Aber, aber, Kindchen wer wird denn weinen? Passen Sie auf. wie schnell Sie sich m die neue Umgebung finden werden .."

Elisabeth hatte die in der Kehle f'henden Tränen nicht mehr zuruckhalten können. Da satt sie nun und mußte sich Almosen ausdrangen lassen, mußte hören, daß ein fremder Mann für sie sorgte, daß sie von ihm abhängig war. Unö... sic sollte bei diesem Manne wohnen O nein, das konnte sie nicht, das ging über ihre Kraft

OTein . . Herr Professor. nein, das gebt doch nicht, das mit der Wohnung

Was denn. Kindchen? Sie scheinen mich falsch verstanden zu haben. Sie brauchen fid) feine törichten Gedanken zu machen. Ohne Furcht und ohne Bedenken bürfen Sie das Angebot des Herrn von Eckertsburg annehmem Er in der edelste Mensch, den es auf der Welt gibt, fine werden das mit der Zeit selbst fetjen.

Regungslos saß Elisabeth da Die Gedanken überstürzten sich in ihrem zcrgualten Kopfe. 5Xr edelste Mensch? Unb warum sah er so hart aus Warum sprach er so gebieterisch? Warum hatte sie solche Angst vor ihm?

Ihr Herz erstarrte fast, wenn er sie nur anlab wie sollte sie das die ganze Zeit,über ertragen?

Sie dürfen nicht kindisch sein. Kraulern Psilipp.

müllen an Obre Sutunft bcnlen unb 6ara daß Herr von Eckertsburg 3&ncn diese Zukunft ebnen will." , ..

Er mochte ahnen, was in Elisabeth vorging. ' und er wollte ihr helfen, ihre Zweifel und ihre - Scheu zu verscheuchen Dann fuhr er fort:

Hier, auf diesem Zettel steht also bie Abreise l Ihrer Wohnung Unb wegen der Au'nahmc- formalitätcn unb des Stundenplans mochte iw Sie bitten, morgen früh zu mir zu kommen.

Gewiß.s He?r Professor!" sagle Elisaheth. rue den dargercichten Zettel eingesteckt hatte, ohne ^^Voraussichtlich wird 36r .zukünftiger Lehrer machen."

.Oh. davor habe ich wirklich keine Angst. Herr Professor."

Mit einem Male war Elisabeth zuversichtlich geworden, jetzt, da sie wieder an ihre Kunst dachte Darüber war alles andere vergessen.

_Aa. endlich einmal eine frohe Antwort von Ihnen! Das lasse ich mir gefallen, Fräulein Pfi- lipp. Und wie Ihre Augen strahlen können! Kindchen, Kindchen, mit diesen Augen werden Sie noch manchem gefährlich werden Aun. Sie brau­chen nicht gleich wieder ben Kopf sinken zu lassen und so ernst zu werden. Der Frohsinn kleidet Sie viel besser als die Trauermiene. Don mir altem Manne dürfen Sie sich schon ein biffel Schmei­chelei gefallen lassen Und dabei ist es nicht einmal eine Schmeichelei. Sie sind schön, Elisabeth, und diese Schönheit wird Ihnen den Weg zum Auhm wesentlich erleichtern

Alle Menschen lieben unb verehren die Schon- heit. Ich selbst mache bann keine Ausnahme, unb deshalb gestatten Sie mir, Ihnen Ihre schöne kleine Hand zu küssen."

Roch ehe Elisabeth sich von ihrer Verwirrung erholen konnte, hatte der Professor ihre Hand ergriffen und einen Kuß darauf gedrückt Man merkte ,hm an. daß er diese Galanterie gewohnt 05 GüUabeth war blutrot geworden. Das alles hier war ihr Io neu. Wie anders war ihr alter Pro­fessor Landar gewelen! Solange lie bei ihm Unterricht gehabt hatte, nie hatte er solche Worte *u ihr gesprochen wie eben Professor Walter, nie hatte er daran gedacht, ihr Schmeicheleien zu sagen oder ihr gar die Hand zu küssen.

Der Professor gab ihre Hand frei

.Ich hoffe auf gute Freundschaft und auf er­sprießliche Arbeit. Elisabeth Pfilipp". sagte er jetzt, sie fest anbhdenb.

.Ich werde mir alle Muhe geben. Herr Pro­fessor. unb ich hoffe. Ihrer Freundschaft wert ÄU Ati" also, da können wir ia nut frohem Mur vor uns sehen. Morgen früh erwarte ich Sie Und noch eins Wenn Sie iraendwie einen Aat brauchen, einen Menschen suchen, dem Die sich anvertrauen wollen ich bin immer für Sie ba^

.Ich danke Ihnen, Herr Professor. Ich werde es nicht txrgeffen

,Lo! Und jetzt wollen wir zu den anderen zurückgehen." , ,

Als sie das Musikzimmer des Professors be­traten. hatte Elisabeth noch cm frohes Lächeln auf dem Gesicht, bas die herzlichen Worte des Pro­fessors heroergerufen hatten. Es Ichwand sofort, als sie ein Paar dunkelgraue Augen auf sich gc-

TDas^ottte das nur werden? Woher tollte sie die Kraft nehmen, bieten Augen immer wieder zu begegnen, diesem Manne gegenüber bestehen zu tonnen ?

Professor Landar mahnte zum Aufbruch. Elisa­beth. die noch mit ihrem alten Lehrer allein zu­sammen fein wollte, begleitete ihn zum Bahnhof. Bald befanden sich die beiden auf der Straße.

Eine Weile gingen sie schweigend nebenein­ander her. jeder mit seinen Gedanken beschäftigt. So gern hätte Elisabeth ihr sorgenschweres Herz erleichtert, aber es war besser, wenn der gute alte Mann nichts davon erfuhr, wie verzagt sie eigentlich war

Sv wechselten sie nur gleichgültige Worte, sprachen von all dem Heuen, was auf Elisabeth eindringen würde, von ihrem künftigen Studium.

Am Zug nahmen die beiden herzlichen Abschied voneinander, unb als der Zug die große Halle verließ, stand Elisabeth da unb Iah ihm mit tränenden Augen nach Das IctzteStückchen Heimat wat mit dem alten Professor davongezogen

Sechstes Kapitel.

Langsam verließ Elisabeth den Bahnhof. Jetzt mußte sie alfo dahin gehen, wohin Herr von Eckertsburg sie haben wollte. Würde ihm wieder begegnen, ihm gegenübersihen müssen war ihm schutzlos ouegelicfert.

Zögernd stand Elisabeth vor dem großen Bahn- Hofsgebäude lange Zeit Wenn sie nur einen Ausweg wüßte!

Als sie ratlos um sich sah, trat eine alte Frau auf sie zu. die sie die ganze Zeit über beobachtet hatte

.Darf ich fragen. Fräuleinchen. ob Sie hier fremd sind?" fragte sie und sah Elisabeth freund­lich und zutraulich an

Die Frau machte einen guten Eindruck Elisa­beth war gleich für sie eingenommen sah nicht das seltsame Auftlackcm der grünlichen Augen.

.Ja. ich bin fremd hier! Sie haben recht: ganz fremd "

.Und haben Sie kein Unterkommen für diese Aacht?"

Zögernd antwortete Elisabeth

.Qlcin! Ich habe kein Unterkommen. Können Sie mir vielleicht etwas empfehlen?"

Ein Ausweg zeigte sich vor ihren Augen. Wenn sie eine billige Wohnung finden würde, dann könnte sie mit ihrem ersparten Geld Ichon eine Weile reichen. Dielleicht. daß sie bann halb etwas verdienen konnte, und die Hilfe des Herrn von Eckertsburg nicht anzunehmen brauchte.

.Ja, ja. Fräuleinchen. ich wußte cm schönes Zimmer für Sie. Bei mir. in meiner Wohnung. Ein schönes, sauberes, gemütliches Zimmer. Und Die würden bei mir nicht allein fein, sondern gleich Gesellschaft finden, nette, luftige Mädels, mit denen Sie sich schnell anfreunben werden "

Elisabeth atmete auf. DaS war eine gute Fügung

.Was würde das Zimmer kosten?''

sich um Dicht hinter dem Flagglchifs und fast in gleicher Hohe mit dem Ärtillertemar» erschien .IN riesige» Flugzeug das lein Malchinengewehrseuer darauf nd)icu 4vahreod ei unwillkürlich ciftuQ suchend hinter der Stahlwand in Deckung ging das Pfeisen der Geschoße über feinem Haupte mar deutlich vernehmbar stürzte ein Monn schwer ge­troffen mit ganzer Wucht auf ihn. sein Atem stockte.

In all diel.in wirren Duicheinonder ertönte noch immer ruhig und legelmaßig die tiefe Baßstitnm.. Sie rief immer noch die ihm unm-ifianbluhrn Zahlen in da.- Sprachrohr Plötzlich hörte auch diese Stimme auf zu sprechen, überall trat Schweigen und Rude ein.

Eine kurze Hampb ^pauk * Er lag und wartet Er wagte nicht die leiseste Bewegung die Stille hielt an Da sprach dicht neben ihm eine luhle normale Stimme, die zu telephonieren schien Er wandte sich um und erblickte einen Oflifier. der vor einem ihm unbekannten Instrument saß und Meldungen nach unten durch ein Sprachrohr entsandte

, Hier oben ist soweit alle» in Ordnung', sagte d. r Ossi zier. ..drei Verluste zme, Matrosen und ein Zivilist- mir sind noch mit einem blauen Auge da- nongefommen. Der Zivilist schnappte noch Luft. Er al» tot gemeldet' Mit Muhe erhob er sich auf die Anie Der Offizier am Sprochrohi betrachtete ihn lächelndStreichen Sie den Zivilisten bitte", fügte er hinzu,er lebt und scheint ganz munter zu sein.' Er wandte sich zu dem Politiker:

Ich dachte, Sie hotten was abbekommen, al» der Japaner so dicht an un» voruberslog. mar eigentlich schneidig von ihm; ober unsere Geschütze haben -hn doch erhascht, er hat sein Schicksal direkt heraus­gefordert.'

Was ist denn geschehen?' fragte der Politiker unsicherHaben wir gesiegt?"

Der Offizier verzog seine rußbedeckten Lippen zu einem freundlichen LächelnFür den Augenblick ja; der Feind hot sich mit sehr schweren Verlusten zurückgezogen und wird wohl eine Weile Ruhe geben, aber leider haben mir unser Flugzeugmutter, schiff und drei Zerstörer verloren, auch sind zwei leid^ Kreuzer und ein» unserer Schwesterschisfe sehr beschädigt.'

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Die Knegerlameradschast Hassia im Jahre 1931.

Heber hie Tätigkeit bcrÄriegerfamcrab- schast _Hafsi a", Landesverband Hessen dcS Deutschen AeichS-Kriegerbunde- Kbffhäuser, un Jahre 1931 wird in dem Jahresbericht in inter­essanter Weise berichtet.

Die schweren Jahre der AachkriegSzeit brachte, es mit sich, daß die Leitung deS Verbandes ihr besonderes Augenmerk auf ben Ausbau der Wohlfahrtseinrichtungen richtete. Die Fürsorge erstreckte sich befonderS aus die Altvet - ranen, Asirentner-Kriegsopfer. Unfall- und In­validenrentner unb die Witwen und Waisen. Aeben dem hauptamtlichen Geschäftsführer sind in den Hauptstädten der drei hessischen Provinzen hauptamtliche Fürsorgeleiter mit der Durchführung der Zürsorgearbeit beschäftigt. Die Zahl der im verflossenen Jahre betreuten Personen beziffert f h auf 17 944. Dor bereitet und vertreten wurden beim hefsifchen DerforgungSgericht und beim Obcrve - sorgunaSamt in Darmstadt 2049 oder monatli t) 170 Fälle, beim AeichSversorguiigSgericht und beim Aeichsverslcherungsarnt in Berlin bl7 oder monat­lich 51 Fälle. Aus den Aeihen der Versorgung - berechtigten wirken Vertreter als Beisitzer bei ixn verschiedenen Behörden mit. Die Kriegerkamera schäft .Hassia' übernahm sämtliche Kosten der 5ür- sorgetätigkeit in der Landesgruppe. diese Arbeit erfolgt für btc Mitglieder der Hassia völlig kostenlos.

Bon der Kriegerkameradjchaft wurden die I u aendbervegung und das Kleinkaliber-

Die Frau nannte einen Preis, der Elisabeth nicht zu hoch Dorf am,

.Aun ja, dann werde ich mit Ihnen gehen. Mein Gepäck wird erst morgen gebracht, das kommt erst morgen nach hier."

.Wir brauchen gar nicht weit zu gehen", sagte die Frau ..Kommen Sie nur mit Fräuleinchen a

Die beiden setzten sich in Bewegung, gingen nebeneinander her Die Frau fragte Elisabeth nach ihren Absichten, und diele berichtete von alledem, was sie vorhatte. Ein hämisches Lächeln lag um die Lippen der Frau, wahrend sic mit halb abgewandtem Gesicht Elisabeth zuhörte Das hier schien ein guter Fastg zu sein: mit dcv würde sich licher allerhand ansangen lassen

Mittlerweile war man in eine kleine, schmale Straße gekommen Vor einem nicht besonders freundlich ousfehcnden Haute machte die Frau halt.

.So' Hier wohne »ch. Kommen Sie nur mit, Fräulein I"

Es ging eine finstere Treppe hinauf, bis in den zweiten ©tod Die Frau schloß auf. eine muffige Luft drang ihr auS der geöffneten Tür entgegen.

Elisabeth wartete, bis die .Frau Licht gemacht hatte. Am liebsten wäre sie gleich wieder davon­gelaufen DaS hier fah ja schrecklich aus! Und wie widerlich es roch!

Die Frau schien Elisabeths Zögern nicht »ix bemerken Die fchob sie hinein in den Korridor, öffnete dann eine Zimmertür

.So. Fräuleinchen das ist Ihr Zimmer. Es wird Ihnen sicher gefallen! Sie werden sich sehr wohl bei mir fühlen, ebenso wohl wie meine anderen Mädels. Und das Esten erst!, da werden Sie sich wundern, wie fein das schmeckt. So! Jetzt machen Sie sich ein bißchen zurecht, ich werde Die dann wieder abholen."

Ohne eine Erwiderung abzuwarten, hatte die Frau das Zimmer verlassen und die Tür hinter sich zugcwacht.

Elisabeth war allein

.Mein Gott, wo bin ich da hingeraten" flüsterte sie ängstlich vor sich hin. und fah sich mit großen Augen in dem Zimmer um. DaS .. das da tollte das tchöne Zimmer sein? Gin tchmalcS Kämmerchen mit einer zerrissenen, vertchosiencn Tapete, mit einem Feldbett, einem Nachtschränk­chen, einem wackligen Tisch und einem Stuhl. Der Bettbezug war grau und unappetitlich, d'e Tischdecke schmutzig. der Emailleleuchter auf dem Nachtschränkchen zerbeult.

Elisabeth schüttelte sich. Wenn sie doch nur dahin gegangen wäre, wo Herr von Eckertsburg sie hingetchickt hatte. Das hier war ja schrecklich. Es war nur gut daß ihr Gepäck noch nicht da war Da brauchte sie morgen ja nicht wieder» zukommen.

Sie ging an den kleinen, verschmutzten Watch» sisch, sich die Hände zu waschen

(Fortfctzung folgt.)