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Sammlungsbestrebungen der Milte

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Hessen und die Berliner Besprechungen.

Darmstadt, 10. Juni. (WSN.) Staatspräsident Dr. Adelung hat sich zu der vom Reichskanzler

Wettervoraussage.

Aus dem sich weiter nach Osten verlagernden Hoch, druckgebiet führen ausfließende kontinentale Luft­massen zu heiterem Wetter mit fortschreitendem Temperaturanstieg. Auch die nächtliche Abkühlung ist nicht mehr so stark wie seither. Allmählich bewegt sich von Westen her eine Tiefdruckrinne vor. die einen Kern über dem Nordmeer und einen westlich von England und Irland aufweist. Durch den letz- teren dürfte unser Wetter beeinflußt werden, so daß zunehmende Wärme in Gemeinschaft mit der Stö» rung zu Gewittertätigkeit Anlaß gibt.

AussichtenfürSonntag: Weitere Wärme» Zunahme, anfangs heiter, dann aufkommende Be» wölkung mit Gewitterneigung.

Lufttemperaturen am 10. Juni: mittags 19 Grad Celsius, abends 12 Grad; am 11. Juni: morgens 13 Grad. Maximum 21 Grad. Minimum 4,8 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 10. Juni: abends 19,4 Grad; am 11. Juni: morgens 13 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 13% Stunden.

Schwere Ausschreitungen gegen Deutsche in Polen.

Posen. 10. Juni. Am 11. und 12.3uni sollte in Colmar ein deutsches Sängerfesl stattfin- den, zu welchem Zweck im Saal des Schühenhauses eine Probe stattfand. Während der llebungsstunde. an der etwa 100 Sänger und Sängerinnen teilnah- mcn. drangen plötzlich etwa 50 Polen in den Saal und hieben mit Knüppeln und Stuhlbeinen auf die deutsche Sanges- gemeinde ein. Auch mehrere Schüsse fielen. Line große Zahl der Deutschen, sowohl Männer als Frauen, erlitt ;um Teil schwere Verletzungen. Ls blieb den Deutschen nichts anderes übrig, als den Saal fluchtartig zu verlassen und in dem nahen Dald Schuh zu suchen. Polizei erschien er st, als der feige Ueberfall sein Lude gesunden hatte. Dem Ueberfall war eine auf dem Marktplatz veranstaltete polnische Protestversamm- l u n g gegen dos geplante deutsche Sängerfest vor- ausgegangen, woran sich auch Vertreter der Behörden beteiligten. Infolge des skandalösen Vorfalls ist das Sängersest abgesagt worden.

Amnestie für Claus Heim.

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Eine Erklärung Oingeldeys.

Für eine einheitliche national-bürgerliche Front.

Berlin, 10.3uni. (TU.) Der Parteiführer der DDP., Dingeldey, gibt der Telegraphen- Union auf verschiedene Anfragen folgende Aus­kunft:Die Gerüchte, der Parteiführer der DDP. sei entschlossen, die DDP. preiszugeben, sind durchcrus tendenziös. Och habe vielmehr seit Monaten bei der ungeheuer schweren poli­tischen, geistigen und wirtschaftlichen Lage des gesamten Bürgertums den festen Willen bekundet, meinerseits unter Zurückstellung aller persönlicher oder enger parteipolitischer Ge­sichtspunkte das Aeuherste zu versuchen, um für den Gntscheidungskampf das natio­nale Bürgertum Deutschlands ein­heitlich ins Feld stellen zu können. Die schnell gekommene Reichstagswahl zwingt dazu, mit allen Kräften den Versuch noch einmal, und zwar mit aller Beschleunigung aufzunehmen, um

Was wird in Preußen?

Ein Schreiben des LandiagSprästdenten Kerrl an das geschästsführende Ministerium.

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Der englisch-irische Ausgleich gescheitert

_ Ergebnislose Verhandlungen de Valeras in London.

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eine einheitliche national-bürger­liche Front herzustellen. Für dieses Ziel, wenn es wirklich erreicht werden sollte, würde ich selbstverständlich, so wie das von den anderen Gruppen verlangt werden mühte, auf ein (Don- dervorgehen und eine Sonderpoli- tik der Deutschen Dolkspartei im Reichstagswahlkampf verzichten, vielmehr die ganze Kraft der Deutschen Dolks­partei in den Dien st einer geschlosse- nenZusammenfassung stellen. Don blohen äußeren Fusionen und wahltechnischen Abmachun­gen halte ich nichts. Das Volk muh vielmehr fühlen, dah Führer und Parteien bereit sind, mit neuer innerer Einstellung und ganzem Kampfwillen in geschlosse­ner Einheit für dieGeltung oes Bür­gertums, für den Gedanken der Volksge­meinschaft zu kämpfen. Millionen von Deut­schen warten sehnsüchtig auf das erlösende Wort, das ihnen zeigt, dah Führer und Parteien die Stunde erkannt haben. Verhandlungen zur Erreichung dieses Zieles sind von vielen Seiten 1

Berlin, 11. Juni. (VDZ.) Der Rechtsausschuß des Preußischen Landtages nahm den nationalsozia­listischen Amnestiegesetzentwurf ohne wesentliche Aenderungen nach den Beschlüssen der ersten Be- ratung an. Bei der Gesamtabstimmung stimmten Nationalsozialisten, Deutschnationale und Kommu­nisten für den Gesetzentwurf. Der Ausschuß beschäf- tigte sich dann mit nationalsozialistischen und deutsch- nationalen Anträgen auf Freilassung des Bauernführers Claus Heim. Mit den Stimmen der Nationalsozialisten, der Deutschnatio­nalen und der Kommunisten wurde der national- sozialistische Antrag insoweit angenommen, als er das Staatsministerium ersucht, die in Haft befindlichen Bauernführer Claus Heim und andere sofort f r e i z u l a s s e n und ihnen Straferlaß zu ge- währen. Soweit der Antrag die Freilassung von Herbert Volk betrifft, wurde er ab gelehnt, da in diesem Falle auch die Kommunisten gegen den Antrag stimmten mit der Begründung, Herbert Volk sei nicht Bauer und deshalb sei der Beweggrund zu seiner Tat nicht in wirtschaftlicher Not zu suchen.

Kundgebung war ein erneutes Treuebekenntnis und der Dank für eine Führung, deren unerbittliche Zielklarheit nicht zuletzt den Sturz des bisher herrschenden Systems erzwungen und eine Wendung in der politischen G e st a l - tu n g Deutschlands angebahnt hat.

Zum Vorgehen des nationalsozialistischen Präsi­denten des Preußischen Landtages, Kerrl, nehmen verschiedene Berliner Blätter Stellung. DieD A sagt, der nationalsozialistische Vorstoß sei Zweifel- los dazu bestimmt, die Preußenfrage in ihrer Ge- samtheit weitervoranzutreiben, und zwar in Rich­tung auf Einsetzung eines Reichstem- m i s f a r s. DieGermania" meint, wenn die Unmöglichkeit, ein Minderheitskabinett in Preußen zu etablieren nur das verhindere die Geschäftsordnungden Nationalfozjalisten so große Kopfschmerzen mache, daß sie bisher zu keinerlei praktischen Schritten in der Frage der Regierungs­bildung gekommen seien, so seien sie allein für die Hinauszögerung dieser Frage zuständig. Der L o k a l a n z e i g e r" schreibt, der preußische Land- tagspräsident wolle offenbar die Augen auf die Möglichkeit einer neuen Landtagsaus- lösung lenken. Vielleicht erhoffe er durch den Druck einer solchen Möglichkeit, daß, wenn der Landtag über die Anträge zur preußischen Notver­ordnung berate, Verhandlungen mit dem Zentrum über die Wahl eines Ministerpräsiden­ten eher Aussicht hätten.

Oer Preußenlandtag tritt am 15. Juni zusammen.

Berlin, 10.3uni. (VDZ.) Der A e l t e st e n r a l des Preußischen Landtags hat beschlossen, daß die nächste Landtagssihung am Mittwoch, 15. 3 u n i, stattfinden soll. Auf der Tagesordnung stehen die Anträge aus Aufhebung der neuen preußischen Notverordnung, das von dem Rechtsausschuß beschlossene Amnestiegefeh und kleinere Vorlagen. Der Tagungsabschnitt soll vorläufig bis zum 16. 3uni dauern. Der Antrag der Deutschnationalen, die Wahl des Minister­präsidenten auf die Tagesordnung der Sitzung vom 15. 3uni zu fetzen, wurde gegen Antrag­steller und Zentrum abgelehnt. vermut­lich wird die Wahl des Ministerpräsidenten nunmehr a m 2 2. 3 u n i auf die Tagesordnung kommen.

für Samstag vormittag einberufenen Bespre­chung mit den präsidierenden Mit­gliedern der Landesregierungen nach Berlin begeben. Da es sich um die Erörterung der Finanzlage des Reiches, der Länder und der Gemeinden handelt, wird auch Finanzminister Kirnberger an der Besprechung teilnehmen. Am Samstagabend findet auf Wunsch des Reichs­kanzlers noch eine persönliche Rücksprache zwischen ihm und den einzelnen Staats- und Mi- nifterpräfibenten statt.

Berlin, 10. Ouni. (TU.) Bei einem Presse­empfang verlas der Präsident des Preußischen Landtages, Kerrl, ein Schreiben, das er an den geschäftsführenden preußischen Ministerpräsi­denten Hirtsiefer gerichtet hat. On dem Schrei­ben heißt es:

Sehr geehrter Herr Staatsminister! Zu mei­nem Befremden habe ich aus der Presse ersehen, dah Sie bei der Reichsregierung Verwah­rung dagegen eingelegt hoben, dah sich der Herr Reichskanzler zur Förderung einer neuen Regierungsbildung in Preuhen an mich als den dafür allein zuständigen Landtagspräsi­denten gewandt hat. Ich möchte Sie darauf Hin­weisen, dah nach meiner Auffassung Ohr Schritt weder staatsrechtlich noch verfas­sungsmäßig irgendwie gerechtfer­tigt ist. Rach Rücktritt der preußischen Staats­regierung führt diese nur noch geschäfts­führend ihr Amt weiter bis zur Wahl der neuen Regierung durch den Landtag. Die Frage der Reubildung der Regierung ist ein Akt der Legislative, deren einzig berufener Ver­treter zur Zeit ich bin. Och habe daher dem Reichskanzler von dieser meiner Auffassung Mit­teilung gegeben und ihn gebeten, mit mir direkt weiter zu verhandeln, da ich jede Vermittlung durch die geschäftsführende Re­gierung um so mehr ablehne, als gerade die Parteien, die die Mitglieder der geschäftsführen­den Regierung stellen, die Beschleunigung der Regierungsbildung durch die er­neute Bestätigung derGeschäftcordnungsänderung verhindert haben. Bei dieser Gelegenheit bitte ich Sie, mir den Aufenthalt des geschäfts­führenden Ministerpräsidenten Mitteilen zu wollen, da ich als der einzige legitimierte Vertreter des Drei.er-Ausschusses diesen einzuberufen beabsichtige.

Hochachtungsvoll (gez.) Kerrl."

Im Anschluß daran wurde der Landtagspräsident von den Pressevertretern nach dem Zweck der in dem Schreiben erwähnten Einberufung des Dreier - Ausschusses gefragt. Präsident Kerrl erwiderte, daß dieser Ausschuß nur eine Be­fugnis habe, nämlich den Landtag aufzulö- s e n. Er habe in dem Brief nur davon gesprochen, daß er den Ausschuß, der bekanntlich aus dem Mi- nifterpräfibenten (Braun) unb bem Präsidenten bes ßanbtages (Kerrl) unb bes Staatsrats (Abenauer) besteht, einzuberufen beabsichtige. Die Einberufung selbst sei n o ch n i ch t e r s o l g t. Diese Absicht könne aber sehr schnell ausgeführt werben. Auf ben Hin-

Die private Wirtschaft jeber Art ist von einem Ausmaß ber Zerrüttung betroffen, dessen Furchtbar­keit noch nicht entfernt erkannt ist. Die Wiederher­stellung aber der wirtschaftlichen, finanziellen und nicht zuletzt der politischen Kraft erfordert von der jetzigen Regierung ein soforti der grundlegenden Prob. ..........

sung allen Volkskreisen zugleich, schwere per- sönliche Opfer und Entbehrungen auf­erlegen wird. Diese Opfer sind nicht vertretbar, wenn es nicht gelingt, die dem deutschen Volke innewoh­nende ungeheure moralische Kraft offenkundig a u f das eine große gemeinsame Ziel zu len­ken: Die Wiedergewinnung der inneren unb äußerenFreiheit undBewegungs- m ö glichkeit von Volk unb Lanb. Demge­mäß wirb bas Ziel biefer Regierung sein, eine neue, einheitliche Willensbildung ber Nation herbeizuführen. Die Regierung ist ber An­sicht, baß der neue Reichstag eine eindeu­tige Mehrheit für d i e Politik gei stig- sittlicher Gesundung, wirtschaftlicher Neu- ordnung auf christlicher, nationaler unb sozialer Grunblage erbringen muß.

Lassen Sie mich in diesem Zusammenhänge ein Wort über die Auffassung der neuen Reichs­

regierung von ihren sozialen Pflichten sagen: Eine der unerfreulichsten Arten, das Ziel der neuen Regierung zu verfälschen, ist die älnterstellung, daß ihr« Haltung unsozial sei. Wir sind der Ansicht, daß es versäumt worden ist, den Aufbau eines rein staatlichen Versicherungsschutzes seinem Umfange nach den wirtschaftlichen Schwierig­keiten anzupassen, die ein so verarmtes, wirtschaftlich darniederliegendes Land im Augen­blick noch hat.

Es ist aber auch ein grundlegender Irrtum, daß der omnipotente, unpersönliche Staat an d i e Stelle der persönlichen Verpflichtung des Arbeitgebers treten könne. Die Verant­wortlichkeiten, die aus der gottgewollten organischen Regelung erwachsen, müssen wiederaufgerich- test, die Verbundenheit von Arbeit­geber unb Arbeitnehmer hergestellt wer­den. Gewiß hat angesichts ber Größe und des Um­fanges der Notlage unseres Volkes auch ber Staat klare Verpflichtungen zu sozialer Hilfe, unb bie Re­gierung wirb es als ihre vornehmste unb ernsteste Pflicht betrachten, bie bahin gehenben Einrichtungen den notleidenden Volksgenossen auch über diese Krise hinweg zu erhalten. Darüber hinaus aber sieht sie ben besten Weg sozialer Fürsorge in bem Be­streben, alles zu tun, um burch einen orga- Nischen Umbau ber Wirtschaft bie Feh­ler des kapitalistischen Systems aus­zumerzen und ben Volksgenossen Arbeit unb Brot zu verschaffen.

Wir sinb mit bem Deutschen Lc^ibwirtschaftsrat einig in ber Auffassung, baß eine g e \ u n b e Landwirtschaft unb bie Liebe zur Scholle bie Vorbedingung nicht nur ber mate­riellen Ernährung, fonbern auch noch ber geistigen Ernährung bes Landes bient. Eine gefunbe Land- wirtschaft aber ist auch ein bringenbes nationales Erfordernis. Einmal gilt es, bas letzte herzugeben, um Deutschlands heimische Ernäh - rungsbafis zu erhalten, barüber hinaus aber verlangt bie Lage in ben Grenzgebieten Maßnahmen, bie ber Stärkung bes natio­nalen Selbstbehauptungswillens bienen.

Eine starke zielbewußte Agrarpolitik ist bas Funbament jeber gefunben Entwicklung, bie in sorgsamer Abwägung ber Interessen auch ber an­deren Berufsstänbe ber Gesamtheit der deutschen Wirtschaft gerecht wird.

Der Kanzler spricht weiter.

Deutschlands. Die Gesamtlage, welche die Regierung f begeisterten Vertrauenskundgebung. Diese vorfindet das ist, ich stelle es ausdrücklich fest, -------- ~

nicht die Schuld der letzten Regierung, die bemüht gewesen ist, eine klare Linie

London, 10. Juni. Heute mittag begannen in der Amtswohnung des Ministerpräsidenten Mac- d o n a l d die Verhandlungen zwischen den englischen Ministern unb bem Präsibenten bes Irischen Frei- ftaates, b e Valero, über bie Regelung ber eng­lisch-irischen Beziehungen. Englischerseits nahmen außer Macbonalb, ber ben Vorsitz führt, B a l b w i n, ber Minister für bie Dominions, Thomas, ber Innenminister Sir Herbert" Samuel unb ber Kriegsminister Lorb Heilshorn an ben Verhand- lungen teil. Da bie Polizei befürchtete, daß auf de Valero ein Anschlag von extremen irischen Repu­blikanern geplant sein könnte, hatte sie überall die allergrößten Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Vor der Ankunft de Valeras im Hotel säuberte die Polizei die Downing-Street von der wartenden Menge. Ueberall war de Valero der Gegenstand be­geisterter Kundgebungen.

Die Verhandlungen wurden nach mehr als vierstündiger Dauer ergebnislos abge­brochen und auf unbestimmte Zeit vertagt. Kurz nach 17 Ähr verließ Macdonald mit ernstem Gesicht das Gebäude. Ihm folgte d e Valero, der wiederum von der Menge mit begeisterten Zurufen begrüßt wurde. Zn einer Erklärung an die Presse sagte Thomas, die Ver­handlungen seien mit außerordentlich gutem Hu­mor geführt worden und alles sei ruhig vor sich gegangen. Als ein irischer Journalist de Valero fragte, wann die Verhandlungen fortgesetzt wür­den, antwortete dieser:Ich würde Ihnen raten, mit dem nächsten Zug nach Hause zu fahren."

Wie verlautet, bestand de Dalera während der Verhandlungen auf der Abschaffung des

und verschiedenen Organisationen aus im Gang«. Eine große Anzahl namhafter Persönlichkeiten aus dem geistigen Leben der Politik und der Wirtschaft in allen ihren Gruppen sehen sich dafür ein. Die Entscheidung muß spätestens im Laufe der nächsten Woche fallen.

Die Entschlüsse^ der Deutschen Volkspartei über ihr Verhalten hangen völlig davon ab, ob das Ziel eines einheitlichen Vorgehens des nationalen Bürgertums erreicht wird. Sobald darüber Klar­heit besteht, werden die berufenen Organe der Deutschen Dolkspartei ihre endgültigen Beschlüsse für den Wahlkampf fassen."

Doch nationalsozialistische Mehrheit in Mecklenburg.

Schwerin, 11.3uni. (WTB. Funkspruch.) Der Landeswahlausschuh stellte heute das endgül­tige Ergebnis der mecklenburg-fchwerinfchen Landtagswahl vom 5. 3uni 1932 fest. Daraus ergibt sich, dah die Nationalsozialisten doch die abso­lute Mehrheit im neuen Landtag er­hallen. Die Sozialdemokraten erhalten 18 Mandate, Kommunisten 4, Ra Ho nalfojia- l i ff e n 30, Arbeitsgemeinschaft der "bürgerlichen Mitte 1, Deufschnafionale 5, Arbeitsgemeinschaft na­tionaler Mecklenburger 1 Mandat.

weis, daß bei ber jetzigen Zusammen- fefeung bes Dreier-Ausschusses mit einer Auf­lösung bes ßanbtages nicht z u rechnen sei, erörterte Präsident Kerrl, baß ihm bas durch- aus bekannt sei, eine Fühlungnahme ber brei Mitglieder bes Ausschusses halte er aber unteY Um- ftänben für wünschenswert.

Eine Vorstandssitzung der ORVp.

Berlin, 10.Juni. (TU.) Die Deutschnationale Pressestelle teilt mit: Der Vorstand ber DNVP. trat am Freitag in Berlin unter dem Vorsitz von Dr. Hugenberg zu einer Sitzung zusammen, die in erster ßinie ber Vorbereitung ber Wahlen unb ber 21 ufftellung ber Wahl- fisten galt. Sie schloß nach einer umfaffenben Rebe bes Parteiführers mit einer spontanen unb

Treueides, wobei er betonte, daß er diese Maßnahme Keineswegs für eine Verletzung des englisch-irischen Vertrages hakte. Er deutete an, daß er nicht von seiner kompromiß­losen Haltung abgehen könne, da ihm bei den Wahlen das ausdrückliche 2!lan« d a t zur Abschaffung des Treueides erteilt wor­den sei. Da anderseits die engllfche Regierung ebenfalls zu keinem Rachgeben be­reit war, waren die Besprechungen zum Schei­tern verurteilt. Rach demStar" hat de Valero während der Erörterungen angedeutet, daß die irische Politik möglicherweise einer Aenderung unterworfen würde, wenn Irland auf der Reichs­konferenz in Ottawa günstige Vorzugszoll­verträge für seine Waren abschließen könne.

De Valero hot heute 18 Uhr ßonbon ver­lassen. Zum Bahnhof, ber burch besonbere polizei­liche Maßnahmen gesichert war, hatten lebiglich Rei- fenbe Zutritt. Der irische Ministerpräsibent lehnte es bis zum letzten Augenblick ab, irgenbeine Erklärung abzugeben. Kolonialminister Thomas, ber De Valero begleitete, würbe von zahlreichen Iren, bie sich auf bem Bahnhofsplatz angesammelt hatten, m i t Rieberrufen empfangen. Das Scheitern der Verhandlungen Hot in ßohboner politischen Kreisen keine Uederraschung hervorgerufen. Man ftanb ihnen von Anfang skeptisch gegenüber. Zumal bie in ben letzten Tagen von De Valero unb Thomas gefallenen unversöhnlichen Aeußerungen ein Uebereinf ommen kaum möglich er- scheinen ließen. Die einzige Hoffnung auf eine even- tuelle Regelung wirb gegenwärtig noch auf bie Hal- hing bes irischen Senats gesetzt.

zu ziehen ist auf allen Gebieten fast ver­zweifelt. '

Aus aller Well.

Der Mainzer 3ntenbantenposten.

WSN. Mainz, 10.Juni. Die Stäbtische Presse- stelle teilt mit: Die Theaterbeputation Hot in ihrer gestrigen Sitzung beschlossen, aus ber Reihe ber sechs für bie engere Wahl um ben Mainzer Jntendantenposten erwählten Herren Paul T r e b e (Zürich) unb Francesco Sioli (Mannheim) bem Stabtrat vorzuschlagen. Die Ent- scheibung wirb in ber Sitzung am kommenden Mittwoch fallen.

Reichskanzler von Popen Ehrenbürger von Merfeld.

Die Gemeindevertretung von Merfeld, Amt Dülmen (Westfalen), hat einstimmig beschlossen, Reichskanzler v. Popen in Anerkennung seiner großen um das Wohl der Gemeinde erworbenen Verdienste ohne Rücksicht auf partei­politische Erwägungen das lebenslängliche Ghren- bürgerrecht zu verleihen.

Selbstmord der hausange/lelllen Lindberghs.

Die Hausangestellte der Familie Lindbergh, Violet Sharp, hat sich kurz vor einer erneuten Vernehmung durch die Polizei vergiftet. Das scheint die Vermutung der Äntersuchungsbehörden zu bestätigen, daß sie von den Plänen einer Ent­führung des Heinen Lindbergh Kenntnis hatte. Sie hatte sich bei der Vernehmung kurz nach der Entführung des Kindes geweigert, die Per­sonalien des Mannes mitzuteilen, mit dem sie in der Rächt ausgegangen war, in der das Kind geraubt wurde. Run gab sie an, daß es sich um einen gewissen Ernest B r i n k e r t handelt. Wie verlautet, ist Violet Sharp englische Staatsangehörige. Ihre Schwester verließ die Vereinigten Staaten vier Tage vorher, nachdem das Löse­geld von 50 000 Dollar den mit dem Kindesraub in Verbindung stehenden Personen ausge - S,a h l t wurde, um sich nach England zu begeben. Scotland Vard, das Londoner Polizeipräsidium, wurde ersucht, ihren Aufenthaltsort ausfindig zu machen.

3m 100-kilometer-Tempo durch die Großstadt: Ein Toter, ein Schwerverlehter.

Zu einem schweren Verkehrsunfall kam es in der Rächt zum Freitag in der Rheinischen Straße in Dortmund. Zwei Männer gingen auf dem Bürgersteig, als plötzlich ein Personenkraftwagen in rasendem Tempo dahergebraust kam. Der Wa­gen geriet auf denDürgersteig und er­faßte die beiden Männer, die beide 18 Meter weit mitgeschleift wurden. Beide erlitten schwere Verletzungen und mußten dem Krankenhaus zugeführt werden. Einer, der einen schweren Schä­delbruch erlitten hatte, ist seinen Verlet­zungen erlegen. Rach Zeugenaussagen ist der Führer des Personenwagens mit einer Stun­dengeschwindigkeit von 100 Kilometer durch die Rheinische Straße gefahren.

Schweres Slrahenbahnungluck in Solingen.

Durch unverantwortliches Handeln wurde in So­lingen ein schweres Straßenbahnunglück verursacht. Ein Kanaldeckel der Straße war a u f g e h o - ben und auf die Fahrbahn gelegt. Der Führer eines Straßenbahnwagens, der erst im letzten Augenblick das Hindernis bemerkte, stoppte den Wagen ruckartig ab. Ein dicht hinter ihm kommender Zug konnte aber nichtmehrange- halten werden und sauste auf den ersten Wagen auf. Hierbei wurde eine Person schwer und zwei leicht verletzt. Don den gewissenlosen Tätern hat man noch keine Spur.

Hochwasserkatastrophe in ber Priegnih.

Das Hochwasser ber Elbe hat bazu geführt, baß Tausende von Morgen Orünlanb- ft ä d) e n oollftänbig überflutet sinb. In ßanbwirtschaftskreisen fürchtet man, baß sich bie furchtbare unb folgenschwere Erntekatastrophe bes vorigen Jahres wieberholt. Die Heuernte, bie in diesem Jahre überaus günstige Aussichten bot, ist schon zum größten Teil überhaupt unmöglich geworden. Am schlimmsten betroffen wurden die in Flußniederungen gelegenen, zum Teil erftflaf- figen Wiesen und Weiden. So können die Anlieger der Kartone damit rechnen, daß m e h r o l s 80 v. H. der Ernte vollständig verloren ist. In manchen Orten mußte sogar dos Vieh von den Koppeln getrieben werden.