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Aus der Provinzialhauptstadt.

Dießen, den II. Mai 1932.

Keine Mietsteigerung

für Bezieher von Mietbeihilfen.

Dom Mieterverein Gießen werden wir um die Aufnahme nachstehender Zeilen gebeten:

3n seiner öffentlichen Mieterversammlung am 4. März hat der Mieterverein besonders darauf hingewiesen, daß ab 1. April 1932 eine Miet steigerung für die hilfsbedürftigen Mieter praktisch zu befürchten sein würde. Diese allgemein als unmöglich und unverständlich anzu- sehende Steigerung ist nun doch leider zur Tat­sache geworden, obwohl die maßgebenden Stellen diese Entwickl ung voraussehen und verhüten konnten.

Der Öffentlichkeit ist diese Sache nicht allge­mein bekannt, obwohl ein großer Teil der Be­völkerung darunter schwer zu leiden hat. Bisher erhielten die anerkannt hilfsbedürftigen Mieter nach bestimmten Richtlinien eine Mietbeihilfe bis zur Höhe des Sondersteueranteils der be­treffenden Wohnungsmiete. Wie bei allen übrigen Mietern, würden auch ab 1. April 1932 die Mieten der Hilfsbedürftigen um 10 Proz. der Friedensmiete bzw. nach den sonstigen Bestimmun­gen der 4. Notverordnung gesenkt worden sein. Dies war nichts weniger als notwendig, weil zur gleichen Zeit die Bezüge aller Renten- und Unterstützungs- empfänger bedeutend gesenkt wurden. Die gewähr­ten Mietbeihilfen blieben vorerst in der letzten Höhe bestehen. Ab 1. April d. I. wurden die Mietbeihilfen, die ja aus den Mitteln der Sondersteuer gewährt wurden, im gleichen Verhältnis gekürzt, wie sich die Sondersteuer für den betreffenden Hausbesitzer senkte. Der Mietbeihilfe-Bezieher war dadurch ge­lungen, an den Hausbesitzer von feinem kärglichen Einkommen aus Rente oder Unterstützung den ge­kürzten Betrag selber zu zahlen, so daß für diese bedürftigen Mieter sich die Miete gegenüber Ja­nuar, Februar und März 1932 um diesen Kür- zungsbetrag ab 1. April steigerte. Diese Steigerung entspricht allgemein dem Betrag der Mictsenkung vom 1. Januar 1932, so daß gerade für die Aermstcn der Mieter die Mietsenkung aufgehoben worden ist, obwohl auch diese Leute in ihren Bezügen aus der Sozialversicherung, aus der' Kriegerhinterbliebenen- fürsorge, Kleinrentnerfürsorge, Wohlfahrtserwerbs- lofenfurforge ufw. gekürzt worden find. Die Bürger­schaft darf nicht vergessen, daß es sich hier meist um Leute handelt, die mit gutem Recht anspruchs- berechtiqt find, fei es nun durch eigene frühere Bei- ^ragsleistung zu den Sozialversicherungen, sei es durch Opfer für den Krieg, 'für den Staat durch die Inflation, sei es als schuldloses Opfer der Wirt- schaftskrise. Dem harten Schicksal dieser Mitbürger noch weitere Opfer und Unrecht zuzufügen, muß mit aller Schärfe abgelehnt werden.

Der Mieterverein e. G. Gießen hat es daher als feine besondere Pflicht angesehen, in einem Schrei­ben an die Bürgermeisterei der Stadt Gießen Ab­wendung der ungerechten Mietssteigerung für die Aermsten der Mieter zu fordern.

** Senkung weiterer staatlicher Ge­bühren. Um dem Verfall der Abmarkung der Eigentumsgrenzen und damit dem der Kataster ent« acgcnzuarbeiten, sind auf Grund der Senkung der Kosten der Vermessungsämter die Gebühren für die Wiederherstellung der Grundstücksgrenzpunkte durch Bekanntmachung vom 4. Mai 1932 erheblich herab- gesetzt worden. Die Senkung ist dem Bodenwert ent- sprechend gestaffelt und beträgt im landwirtschaftlich genutzten Gelände im Durchschnitt 40 v. H. und dar­über hinaus.

"Freie Lehrer st eilen. InMuschen- h e i m und in Ober-Bessingen (Kreis Gie­ßen) ist an den dortigen Bolksschulen je eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer zu besehen. Die Dienstwohnung ist in beiden Orten frei.

" Psing st karten auf derReichspost. Gedruckte einfache Pfingstkarten, die in Gröhe, Form und Papierstärke den Bestimmungen für Postkarten entsprechen und ohne Umschlag versandt werden, unterliegen einer ermäßigten Gebühr. In diesen Karten dürfen außer den sog. Absenderangaben (Absendungstag. Rame, Stand und Wohnort nebst Wohnung des Ab­senders) noch weitere fünf Wörter, die mit dem gedruckten Wortlaut im Zusammenhang stehen müssen', handschriftlich hinzugefügt werden. Als solche zulässigen Rachtragungen gelten z. B. die üblichen Zusätzesendet",Ihre",Dein Freund", sendet Dir", ..sendet mit bestcM Grüßen Ihre" usw. Die Gebühr beträgt sowohl im Ortsbereich des Aufgabeorts, als auch im innerdeutschen Fernverkehr, sowie im Verkehr mit der Freien Stadt Danzig. Litauen und Memelgebiet, Luxem­burg und Oesterreich für einfache Karten (ohne Umschlag versandt) 3 Pf., für Karten im offe­nen Umschlag bis 20 Gramm 4 Pf.

* Vortragsabend im Verband rei­sender Kaufleute. Man berichtet uns: Die Sektion Gießen vom Verband reisender Kauf­leute Deutschlands veranstaltete am Samstag­abend im Saale des Hotel Prinz Karl einen Vortragsabend, zu dem die Handelskammer, der Verkehrsverein, der Kaufmännische Verein und der Zentralverband der Angestellten eingeladen waren. Als erster Redner hielt Reichsbahnamt­mann Dörr einen Vortrag überDie Entwicke­lung des Verkehrs". In anschaulicher Weise, durch Lichtbilder unterstützt, führte er den Zu­hörern die Verkehrsmittel von einst und jetzt, von der einfachsten Droschke und den ältesten Postwagen angefangen bis zum Zeppelin und Großflugzeug von Junker, vor. Einen besonderen Raum in seinem Vortrag nahm die Entwickelung des Autos und der Aufstieg und Riedergang unserer Handelsflotte ein. Als zweiter Redner sprach Reichsbahn-Oberinspektor KI i f f m ü l l e r überReh- und Bezirks-Karten". Der Vortra­gende schilderte zunächst an Hand von Lichtbildern die Einnahmen und Ausgaben der Reichsbahn als größtes kaufmännisches Unternehmen, wies darauf hin, daß sich die wirtschaftlichen Verhält­nisse auch hier fühlbar gemacht hätten und be­tonte, daß die Reichsbahn bemüht sei, durch Ver­billigung der Tarife die Einnahmen zu vermeh-

Berlm schwankend.

Berlin, 11. Mai. (WTB. Funkspruch.) Die bevorstehenden Feiertage hemmten die Unter­nehmungslust an der Börse, so daß sich zu Beginn des heutigen Effektenverkehrs überwiegend kleine Abbröckelungen ergaben, die je­doch nur ganz vereinzelt mehr als 1 v. H. be­trugen. Das Publikum vermißt Anregungen wirt­schaftlicher Art und hält aus diesem Grunde mit .den in letzter Zeit zu beobachtenden kleinen Kaufaufträgen etwas zurück. Von der Lausan­ner Konferenz erwartet man nur eine vor­läufige Lösung des Reparations­problems, und im übrigen ist es in der Außenpolitik gegenwärtig recht ruhig. In Reu- hork war die Tendenz im Hinblick auf die bevor­stehenden finanzpolitischen Entscheidungen abwar­tend bei stetiger Kursgestaltung. Als stärker ver­ändert sind heute Aku und Dortmunder Union zu erwähnen, die je 2 v. H. und Schuckert, die sogar 2,75 v. H. einbüßten. Stolberger Zink waren, wohl in Reaktion auf die gestrige starke Steige­rung, heute wenig angeboten und muhten nach anfänglicher Minus-Minus-Rotiz 3 v. H. schwä­cher festgesetzt werden. Bei Gesfürel gingen heute 3,6 v. H. Dividende ab. Auf der anderen Seite fielen Chadeaktien mit plus 3,5 Mk. und All­gemeine Lokalbahn mit plus 1 v. H. durch feste Veranlagung auf; bei letzteren lautet der Divi­dendenvorschlag auf 5 v. H. gegen 10 v. H. im Vorjahre. Im Verlaufe ergaben sich mehr­fache kleine Schwankungen, und die Kursgestaltung war auch auf den einzelnen Marktgebieten nicht ganz einheitlich. Farben und Montane waren vom Rheinland zeitweilig etwas gefragt. Deutsche Anleihen waren zunächst etwas schwächer, im Verlaufe jedoch gut erholt. Altbesih zogen nach anfänglicher Abschwächung bis auf 44 v. H. an, vermochten jedoch diesen Kurs später nicht zu behaupten. Ausländer waren geschäfts­los, vierprozentige Türkische Bagdad II etwas schwächer.

Deutsche festverzinsliche Werte zeig­ten keine einheitliche Tendenz. Reichsschuldbuch­forderungen eröffneten etwa 0,5 bis 0,75 v. H. unter gestern, vermochten sich aber im Verlause gut zu erholen. Reichsbahnvorzugsaktien waren anhaltend freundlich veranlagt und zogen bis 767/g v. H. an.

Am Geldmarkt machte die Erleichterung weitere Fortschritte. Tagesgeld war in der unte­ren Grenze bis auf 53 s v. H. rückgängig, Monats­geld blieb mit 6 bis 8 v. H. nominell.

Sronffurf still.

Frankfurt a. M, 11. Mai. (WTB. Draht­meldung.) Die heutige Börse zeigte zu Beginn ein sehr ruhiges Aussehen, da es hier fast vollkommen an Anregungen fehlte und auch die bevorstehende mehrtägige ^Unterbrechung durch die Feiertage keine älnternehmungslust der Speku- tätion aufkommen ließ, zumal heute die Kund­schaft voUkommen fehlte. Daneben mahnten die etwas zugespihten Auseinandersetzungen int Reichstag zur Zurückhaltung. Das geringe Ge­schäft verteilte sich nur auf die Kulisse, die ver­schiedentlich noch leichte Deckungsneigung zeigte, aber auch anderseits Glattstellungen vornahm. Gegen die Abendbörse war die Kursbildung nicht einheitlich. 2G.-Farben lagen knapp behauptet

ren. Demzufolge seien jetzt auch seit dem 1. Ja­nuar d. I. die Reh-Bezirks- und Dezirksteilkarten eingeführt. Ratürlich könnten mit diesen Karten, die ja erst im Anfangsstadium sich befänden, nicht jedem Wunsche Rechnung getragen werden, selbst­verständlich sei aber, daß die Reichsbahnverwal­tung jeden Wunsch prüfen und ihm weitgehendst Rechnung tragen werde. So seien ja auch von der Sektion Gießen Anregungen auf Verbesserungen der Dezirkskarten gegeben worden, dick die weit­gehendste LInterstühung und Beachtung finden würden. Beide Redner führten übereinstimmend aus, daß die Rachwirkungen des Krieges, der Vertrag von Versailles usw. sich auch auf die deutsche Eisenbahn nachteilig ausgewirkt hätten, aber der Glaube an ein großes Deutschland lasse hoffen, daß es deutschem Fleiß und deutschem Unternehmertum gelingen werde, auch unserer Dahn in einem glücklichen Vaterland wieder bessere Zeiten zu verschaffen. Kaufmann Wei- d i g dankte int □tarnen der Sektion den beiden Referenten für die aufklärenden Vorträge, die ohne Zweifel manche Klarheit in die Kaufmann­schaft gebracht hätten, dabei der Hoffnung Aus­druck gebend, daß die Reichsbahn sich auch zur Einführung des Kilometerheftes entschließen möchte, um das die reisenden Kaufleute schon lange den Kampf führen.

und gaben nach den ersten Kursen weiter leicht nach. Etwas Interesse zeigte sich dagegen für Scheideanstalt, die bis zu 1 Prozent gewannen. Am Elektromarkt ergaben sich keine großen Ver­änderungen, Siemens lagen stark vernachlässigt, AEG. gaben 1 Prozent nach, während Gessürel, Mainkraftwerke und Licht und Kraft (die beiden ersten unter Berücksichtigung des Dividenden­abschlages von 3,6 Prozent) gut behauptet waren. Für Montanwerte erhielt sich weiter Interesse bei Kurserhöhungen von 0,25 bis 0,5 Prozent. Die erhöhte Beschäftigung in der Rheinisch-West­fälischen Hüttenindustrie durch die Russenaufträge wirkte hierbei etwas anregend. Reichsbank und einige Rebenwerte neigten leicht zur Schwäche, doch zeigte sich später erneut starke Rachfrage, so daß der Kurs um fast 1 Prozent anzog.

Reubesitz waren nur wenig verändert, ebenso Reichsschuldbuchforderungen, während Reichsbahn- Vorzugsaktien um weiter 0,5 Prozent hinauf­gingen. Gold- und Liquidationspfandbriefe neig»

Frankfurta.M, 10.Mai. (WTB.) Inder heutigen Generalversammlung der 2G- Farbenindustrie AG-, Frankfurt a.M. machte Geheimrat Schmitz zu der beantragten Herabsetzung des Grundkapitals um 110 Millionen Mark nähere Ausführungen. Am Tage der vorigen Generalversammlung betrug der Bestand an eigenen Aktien 85 630 800 Mk. Hierzu kamen im 2ahre 1931 64 431000 Mk. Aktien. Zu Lasten der stillen Reserven wurden hiervon abgeschrieben: 13 828 000 Mk-, was einem Agio von 21,44 Prozent entspricht: Unter Be­rücksichtigung des gesamten Aktienbestandes von 114 347 800 Mk. betragen die Abschreibungen ins­gesamt 38 700 000 Mk., was einem Agio von 33,9 Prozent entspricht. Die Liquidität der Ge­sellschaft hat sich durch die Aktien-Transaktion nicht verschlechtert, da die Aktivquote mit der Kapitalherabsehung in Einklang gebracht wurde. Die flüssigen Mittel betragen 120 Millionen Mark. Da der Besitz der Gesellschaft an eigenen Aktien mit erheblichen Steuern und Lasten ver­bunden ist, glaubt die Verwaltung von der Her­absetzung in erleichterter Form Gebrauch machen zu müssen. Rach erfolgter Herabsetzung des Kapi­tals um 110 Millionen Mark besteht das Stamm­kapital der Gesellschaft aus 850 Millionen Mark Stammaktien, 100 Millionen Mark Vorzugsaktien SerieA und 40 Millionen Mark Vorzugs­aktien SerieB. Die Herabsetzung des Grund­kapitals wurde ohne Widerspruch genehmigt.

2n dem Bericht über das erste Quartal 1 9 3 2 heißt es, daß die Geschäftslage der Ge­sellschaft auch weiterhin unter dem Eindruck der fortdauernden Weltkrisis und der ganzen Un­klarheit der wirtschaftlichen Situation stand. Die im Geschäfsbericht bargelegten Störungen des internationalen Zahlungs- und Warenverkehrs engten den Export noch mehr ein, da in einzelnen Ländern noch weitere Beschrän­kungen vorgenommen wurden. Um weitere Cnt-

ten durchweg zur Schwache bei Rückgängen Hl- zu 0,75 Prozent.

2m Verlaufe machte sich bei der Spekulation auf dem erhöhten Riveau ^e.i,ch t e Deckungs­neigung bemerkbar, zumal das anhaltende 2n- teresse für Montanwerte etwas anregte. Die Kursbesserungen betrugen bis zu 0,5 Prozent. Deutsche Anleihen blieben auf der letzten Basis gut behauptet- Am Geldmarkt war Tages­geld zu 4 Prozent sehr leicht.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 11. Mai. Es wurden notiert: Weizen 285 bis 282,50 Mark, Roggen 225, Sommer­gerste für Brauzwecke 200 (nominell), Hafer (in­ländischer) 170 bis 177,50, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0, mit Austauschweizen) 40 bis 40,95, Wei­zenmehl (niederrheinifches, mit Austauschweizen) 40 bis 40,70, Roggenmehl (70 v. H.) 28,25 bis 30, Wei» zenkleie 10,75,' Roggenkleie 10,75 Mark. Tendenz: ruhiger.

Gchweinemarkt in Gießen.

Auf dem heutigen Schweinemarkt in Gießen standen 426 Ferkel und 2 Läufer zum Verkauf. Es kosteten: Ferkel 6 Wochen alt 12 bis 14 Mark, 6 bis 8 Wochen 14 bis 20 Mark, 8 bis 13 Wochen 20 bis 28 Mark,. Läufer 40 Mark. Tendenz: Mäßig, Ueberstand.

Gchwcinemartt in Gedern.

Y Gedern, 10. Mai. Der gestrige Schweine­markt war mit 489 Ferkeln und Läuferschweinen beschickt. Für sechs Wochen alte Ferkel wurden 9 bis 12 Mark, für acht Wochen alte Tiere 12 bis 15 Mark, für Läuferschweine 18 bis 22 Mk. gezahlt. Der Handel war flott. Es verblieb kein Lleberstand.

Hebe r tr a gun g der Eisenquoten von Borsig-Werk AG. auf Mittel­deutsche Stahlwerke AG. Die Borsig- Werk-AG. hat vor einiger Zeit infolge der all­gemeinen schlechten Marktlage und des hierdurch hervorgerufenen Absahmangels sich gezungen ge­sehen, ihre Eisenbetriebe in Oberschlesien still­zulegen. Alm nun eine Verwertung ihres Absatz- rechtes in den Verbänden weiterhin zu sichern, hat, wie WTB.-Handelsdienst erfährt, die Bor- sig-Werk-AG. eine Abmachung mit der Mittel­deutsche Stahlwcrke°AG., dem für ihre Haupt- produkte nächstgelegenen Werk, getroffen, der- zufolge die Beteiligung in den Verbänden für eine Reihe von Jahren auf die Mitteldeutsche Stahlwerke-AG. übergehen wird.

lassungen zu vermeiden, wurde am 1. 2anuat 1932 in Oppau und Merseburg die 40-Stun- denwoche cingeführt, die bald auch in an­deren Werten zur Einführung kommen dürfte. Einschließlich der Leuna-Werke hat die I.-G.- Farbenindustrie 1931 rund 2 4 0 Mill. M k. an Löhnen und Gehältern ausgezahlt.

Aus zahlreiche Fragen aus dem Kreise der Aktionäre erwiderte Geheimrat Schmitz, die Bewertung der Beteiligungen und Vorräte ent­spreche durchaus den derzeitigen Verhältnissen. Bei dem riesigen Umfang des Exportgeschäftes hatte der Konzern naturgemäß auch unter den Währungsschwankungen zu leiden, doch konnten größere Verluste durch Anpassung der Verkaufs­preise vermieden werden. Die Währungs- Verluste hielten sich im vergangenen Jahrs unter 10 Mill. Mk. Aus dem Pfundsturz seien der Gesellschaft keine Schäden ^entstanden, da der gesamte Pfundbesitz bereits vier Wochen vor der Pfundsenkung verkauft worden wäre.

Auf Anfrage wurde vom Vorstand ferner mit­geteilt, daß eine Beteiligung der 2.-G. an der D a n a t b a n f nicht 'besteht und daß auch an eine Beteiligung an der Deutschen Bank angesichts der verwickelten Verhältnisse nicht ge­dacht werde. Bezüglich der American 2. - G. und der 2.-G.-Chemie Basel wurde er­klärt, daß man versucht habe, zunächst selbst die Bilanz der 2.-G. fertigzustellen, ohne sich um den Abschluß dieser Gesellschaften zu kümmern. Zur Frage der ßänberbanf erklärte die Ver­waltung, daß diese ein unabhängiges 2nftitut sei, an welchem Zustand nichts geändert werde. Die 2.-G. sei an dieser Bank selbst nicht beteiligt.

Hierauf wurde der Abschluß für das Geschäfts­jahr 1931 genehmigt. Auch die Dorgcfdglagene 7 proz. Dividendenausschüttung aus dem erzielten Reingewinn von 51,46 Mill. Mk. wurde gutgeheißen. Auf neue Rechnung werden 2,48 Mill. Mk. vorgetragen.

Wirischast.

Die IG.-Farben im Jahre 1934.

Herabsetzung des Grundkapitals.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 5 v. H, Lombardzinsfuß 6 v. H.

Sranffurt a. JJ1.

Berlin

(Schluß­kurs

1-llhr- Kurs

(Schluß-> kurS I

Anfang- Kurs

Datum

10.5.

11.5.

10.5.

11.5.

6% Deutlche Reichsanteihe d.192<

57,5

57

7% Deutsche Reichsanleihe u.1929 &/»% Douna-Anleibe von 1930 .

65,75

53,5

_

65

53,75

Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten.......

43,4

43

43,65

43.13

TeSgl. ohne Aurios..Rechte . . .

3,6

3,5

3,65

3,5

6% fitlf. VoNSstaat von 1929 srückzahlb. 102%)......

51,25

_

50,65

_

Oberhcsjen Provinz-Anleihe mit

AuSIos.-Rechten.......

34

_

Deutsch» Komm. Satnmelabl.

Anleihe Serie 1.......

38,65

39

6% Franks. Hyp.-Bank (Joldpfe

15 unkündbar bis 1935 ....

74

_

_

-

7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. unkündbar bi» 1936 Serie 16 .

73,5

_

_

«'/,% Franks. Hyp.-Bank Liqu.- Pfandbriefe.........

78,5

__

_

_

V/.% Rhe'nische Hyv.-Bank.Liau.

Goldpse...........

77,6

6% Pr. Landerpfandbriefanstalt, Pfandbriefc R. 19......

73

_

73,5

__

f% Tr. Lenderpfandbriesanstalt, Pfandbriefe R. 10

4% Oesterreich»che Golbreme . .

_

_

4,20% Oekterrelchische SUberretuc

0,9

e

4% Ungarische Goldrente ....

5

5,3

4°o Ungarische Staatsrente v. 1910

5

5.3

4'/,% deSgl. von 1913 . . .

5,13

5% avgest. Goldmcxikaner von 99

6

4% Türkische Zollanleibe von 1911

2,13

2,15

4% Türkische Bagdadbahn.Aaleibe Serie I

_

2,45

4% desgl. Serif 11.......

2.25

2,1

5% Numan, vereinh. Rente 6.190?

_

4,7

4,7

4^%Rumän.vcreinh.Rentev.i913 4% Rumänische vereinh. Rente .

8,4

8.4

3.9

__

4,05

54% 1. Anatolier

13.5

13,75

13.75

iTtaniiun u. JJ1. |

2$crlm

Schluß­kurs

1-Uhr- Kurs

Echluß-I kurs 1

Anfang- Kurs

Datum

10.5.

11.5

10.5

11.5.

Hamvurg-Amersta Tatet ... 6

Hamburg-Südam. Dampfschiss. 0

12.65

12,65

Hansa Dampsjchtss

. . 0

Norddeutscher Lloyd . . .

. . 6

13,4

13,75

91.(3. für Verkehrswesen Aki. .

34.5

33

Berliner Handelsgesellschaft

. 8

83.5

84

Commerz« und Privat-Ban

18.75

Darmstädter und Nationalbank 8

20,5

20.5

Deutsche Bant und

DiSconio-GeleNschast. .

Dresdner Bank.....

. 6

37,5

37,5

. 6

20.5

20.5

ReichSbank ......

. 12

115,25

114,75

116,25

114.75

A.E.G..

. . 7

26

25

26

24,5

Bergmann.......

Elektr. LieferungSgeseMchas

. . 9

16.75

. 10

56.5

56,25

Licht und Krall . .

. 10

72.25

72.75

72.13

72,75

Felten L Guilleaume. . .

. Gy.

39,25

Gesellschaft für Elektrische

Unternehmungen . . .

9

56,5

53

56,25

52,75

Rbeinische Elektrizität . .

. . 9

-

71

Schuckert & (So......

. 11

53,25

50,5

Siemens & Halske . .

. 14

108,75

108.75

LahmeyerL Co..

. 12

83,5

83.25

25,5

Deutsche Erdöl.....

. . 6

--

59.4

59,25

Gelsenkirchener . . . . .

. . 8

37,5

38

37.25

37,75

Harpener........

. . 0

41

40,65

Lorsch Eisen.......

. . 6

27,5

27,25

Ilse Bergbau......

Klöcknrrwerke . . . .

. 10

. . 6

123,5

26,5

25,9

Köln-Neuejsen......

. 6K

ManneSmann-Röhren . .

. . 6

38

38

Mansfelder Bergbau . . .

. . 0

15

-

15

15

cberschles. Kokewerke . .

. . 8

-

34,5

33,9

Phönix Bergbau.....

Rheinische Braunkohlen. .

Rbeinstabl . .

. 4V,

18,75

19

19

19.4

. 10

157

157,5

*0

156

40.5

40.4

Frankfurt a. M.

Berlin

Schluß­kurs

1-llhr- 'Kurs

Echluß- kurs

Anfang- Kurs

Dalum

10.5.

11.5.

10.5.

11.5.

Rtebcck Montan......7,2

Vereinigte Stahlwerke .... 4

Olavi Minen......16*/-

16,5

16,25

16,25

16,13

10,75

10,5

Kaliwerke Aschersleben ... 10

86

85,5

Kaliwerke Westeregeln ... 10

96

94.5

Kaliwerke Salzdetfurth ... 15

149,5

149,75

I. G. Farben-Industrie ... 12 Verein, chem. Industrie Frank-

97,5

97

97,5

97,25

fnrt aM.. ........

----

-

Scheideanstalt.......

127,5

Gnldickimidt.........0

18,75

18,25

Rütgeriwerke........6

30,5

30,25

30,25

30

Melallgelellschaft.......6

30

> 30

Philipp Holzmann ...#

Zementwerk Heidelberg. ... 7

Cementwerk Karlstadt. .... 7

39,5

40

39,75

44

-

41,5

5

-

4,9

-

Schultheis Patzenhofcr . . . 15 Aku <Allgemeine Kunstseide) O

43,75

_

59,25

44

58,25

42

Bcmberg......... O

42

-

42.13

41,25

Zellstosf Waldhof.....12

31,c

30,75

Zellstoff Aschaffenburg ... 6

-

24,75

25

-

-

89.9

11,75

36,25

89,75

11,75

35,75

"T'ntmict Wotoren . ..... O

11,25

36,25

Deutsche Linoleum.....6

Orenllein & Koppel.....O

24,25

24

_

__

55,25

56

Svenika - ......16

Cbade .......

202,5

202,5

206

Frankfurter Maschinen . . . . O

e

-

-

Mlckckrastwerke Höchst N.M.. . 6

1 Süddeutscher Zucker .... 10

97

-

Banknoten.

Devi

enmarff Vertin Frankfurt a.M.

10.Mai

11.Mai

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

(Reib

1 Brief

Geld

Bries

Helslngfos .

7,143

7,157

7,133

7,147

Wien. . . .

51,95

52,05

51,95

52,05

Prag . . .

12,465

12,485

12,465

12,485

Budapest. .

Sofia . . .

3,057

3,063

3,057

3,063

Holland . .

170,83

171,17

170,78

171,12

Oslo....

78,72

78,88

78,52

78,68

Kopenhagen.

84,67

84,83

84,57

84.73

Stockholm .

79,82

79,98

78,92

79,08

London. . .

15,47

15,51

15,45

15,49

Buenos Aire

1,018

1,022

1,018

1,022

Neuvork . .

4,209

4,217

4,209

4.217

Brüssel. . .

59,14

59,26

59,14

59,26

Italien. . .

21,69

21,73

21,69

21,73

Paris . . .

16,605

16.645

16.605

16,645

Schweiz .

82,27

82,43

82.27

82,43

Spanien .

33,87

33,93

33,97

34,03

Danztg. .

82.62

82.78

82.62

82.78

Japan . .

1,359

1,361

1.369

1,371

Rio oe Ian.

0.304

0,306

0,309

0,311

Jugoslawien

7,423

7,437

7,423

7,437

Lissabon .'

14.09

14,11

14,09

14,11

Berlin, 10.Mai

Geld

3717]

Amertkaniiche Noten.......

4,20

4,22

Belgische Noten.........

58,98

59,22

Dänische Noten.........

84,48

84,82

Englische Noten....... .

15.43

15,49

Französische Noten........

16.57

16,63

Holländische Noten........

170,46

171 14

Italienische Noten .......

21,76

21,84

Norwegische Noten........

78,54

78,86

Deutsch-Oesterreich. » 100 Schilling

Rumänische Noten........

2.49

2.51

Schwedische Noten........

79,64

79.96

Schweizer Noten....... ,

82,09

82,41

Spanische Noten. ........

33,73

33,87

Ungarische Noten ........