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Oanzig'polnische Streitfragen vor dem Völkerbundsrat.

Genf. 10. Mai. (LU.) Der DölKrbund-r-t be- handelte eine Reihe von Danziger Fragen von grundsätzlicher Bedeutung. 3n den verschiedenen vom parlamentarischen UnterftaatLsekretär de- englischen Auswärtigen Amte-. Eden, al- Be­richterstatter vorgetragenen Berichten kam zum Äu-bruck, dah der Völkerbund-rat uneinge­schränkt die bisherigen Entscheidungen deS Danziger Völkerbundskommissar- b e st ä t i g t hat. 3n der Gdinger Frage stellt der Rat-beschluh test, dah Polen die Verpflichtung hat. den Hafen von D a nzi a v oll a u-z u nu tze n. Die weitere Frage, welche praktische Folgerungen au- dieser Verpflichtung Polen- zu ziehen sind, ist noch offen geblieben. Der Hohe Kommissar soll zunächst beiden Parteien Gelegenheit geben, ihre Ausführungen zu ergänzen. Danach dürfte al-bald ein neuer ScuchverständigenauSschuh, bestehend au- 3uriften und Wirtschaftssachverstän­digen zufammentreten. Endgültig wurden die an­hängigen Danziger Eisenbahnsragen erledigt. Es steht nunmehr rechtskräftig fest, dah bis auf die wenigen leitenden Beamten der gesamte Beamten­körper der Danziger Bahnen au - Danziger Staatsangehörigen sich zusammensetzen muh und dah die polnische Eilenbahnverwaltung mit diesen Beamten nicht nach Willkür verfahren, sie insbesondere nicht gegen ihren Wil­len nach Polen versetzen darf.

Der Völkerbundsrat wird noch eine Entscheidung treffen müssen, die nicht nur für die Danziger Wirt- schäft, sondern auch für die völkerrechtliche Stellung Danzig» von höchster Tragweite ist. Bekanntlich hat der Hohe Kommissar des Völkerbundes in Sachen

des Danziger Veredelung»verkehr» ent- schieden, daß Polen mit dem Ausschluß der Dan­ziger Deredelund»waren vom polnischen Gebiet eine gegen den Sinn de» Zollvereins verstehende a c t i o n d i r e c t e begangen hat Polen hat diese Entscheidung bis heute völlig mißachtet. Luch nach dem Spruch des Hohen Kommissars werden Danziger Deredelungswaren in Polen nach wie vor beschlagnahmt. Polen ist in seiner Mihachtung der Entscheidung des Hohen Kommissars sogar so- wen gegangen, daß es eine neueFinanzstraf- bestimmung gegen b i e Einfuhr von Danziger Deredelungswaren nach Po- l e n erlassen hat. Diese Strafbestimmung ist ferner ausgedehnt auf die Daren des Danziger Lagerver­kehrs und die Daren, die Danzig oertrogsgemöh zur Weiterverarbeitung für feine eigene Industrie, Landwirtschaft und fein Handwerk aus dem Aus­land beziehen darf. Dielen Wirtschaftsunterneh- mungen in Danzig, namentlich der Industrie, würde die Daseinsgrundlage entzogen, wenn sie die weiter bearbeiteten Eigendedarfs-Kantingente nicht mehr auf dem polnischen Markt abfetzen könnten. Polen hat dadaurch mitten im Zollveretnsge- biet eine Zollgrenze gegen Danzig ge­flogen. Der Danziger Senat hat die Entscheidung des Dölkerbundskommissors gegen diese neue pol­nische Maßnahme angerufen, die den Sinn des Versailler Vertrages und der Begründung für die Abtrennung Danzigs vom Deutschen Reich und für feine Zolloereinigung mit Polen fluroiberlau- l e n. Der Kommissar hat den Antrag an den Döl- kerbundsrat weitergegeben.

Aus aller Welt.

tin Denkmal für den Erfinder de» Automobil» in Mannheim.

Der schon feil längerer Zeit bestehende Plan, den Erfinder des Automobils, Dr. Earl Benz, in einem Denkmal zu verewigen, nimmt jetzt greifbare For­men an. Das Denkmal wird zu Ostern 1933 ent­hüllt werden. Au» Anlaß her Denkmalsweihe findet eine Festwoche statt, verbunden mit Welt-Stern­fahrten. die vom Allgemeinen Deutschen Automobil- klub (ADAE.) arrangiert werden. Die Stiftung des Denkmals wird durch den Reichsverband der Auto- mobilinduftrie, den Allgemeinen Deutschen Automo- bilklub und den Allgemeinen Schnauferl-Club durch- geführt.

profeffor Dr. Lenard (Heidelberg) erhält die Franklin-Medaille.

Die Berfammlung des Franklin-Instituts in Phila­delphia beschloß, Dr. Philipp Lenard (Heidelberg) mit der Franklin-Medaille, der höchsten amerika nischen Auszeichnung für Leistungen in der Physik, auozuzeichnen.

(Eine argentinische Zeppelin Marke.

Die argentinische Postoerwaltung hat eine Spe- z i i^l s e r i e Driefpo st marken mit einem BildcdcsLuftschiffcsGrafZeppelin" herausgebracht, um damit die große Leistung des deutschen Luftschiffes zu würdigen, das es ermöglicht hat den Poftoerkehr BuenosAires Berlin durch eine Kombination von Luftschiff und Flug- zeugdienst in fechs Tagen abzuwickeln.

Irogifcher Ausgang de» Muttertages.

In Bremen ereignete sich am Sonntagabend ein tragisches Brandunglück. Eine in ihrer Wohnung allein befindliche gelahmte Witwe im Alter von 83 Jahren hatte eine Kerze auf dem Nachttisch angezündet, durch die spater ossendar das Bett in Brand geraten ist. Mitten in der Nacht bemerkte man, daß b i e Wohnung in Flammen ftanb. Als bic brei Sohne, bie zum Muttertag nach Bremen gekommen waren, heimkehrten, fanden sie die greise Mutter tot auf. Die Feuerwehr konnte den Brand, der die ganze Wohnung sowie den Dachstuhl vernichtete, bald löschen.

DieChaco" in Gdingen cingclroffen.

Die .Ehaco' ist mit 15 Deportierten, darunter zehn pol Nischen Staatsangehörigen, im Gdinger Hafen eingelaufen. Die polnischen Staatsangehörigen nxrben einer ärztlichen Unter­suchung und Nachprüfung ihrer Staatsangehörig­keit untetflogen. ehe sie an Land geben dürfen. Von den übrigen fünf Deportierten werden vier in Memel und einer in England an Land gefetzt werden. Wie verlautet, seht das Schiff, ohne Danzig anzulaufen, seine Fahrt nach Memel fort.

Ein Erdrutsch befördert ein ganze» Dorf ju Tal.

Aus Ehambery in Savoyen werden große Erdrutsche gemeldet, durch die sich ein ganzes Dorf in Gefahr befindet, verschüttet zu wer­den Etwa 2 Millionen Kubikmeter Erde haben sich in Bewegung gesetzt und rutschen langsam ab­wärts inS Tal. Von zehn Häusern auf dieser wandernden Oberfläche wurden drei bereits v o l l st ä n d i g zerstört, da die Erdmassen während des Abrutschens - wie bei Erdbeben plötzlich klaffende Risse bekommen, in denen Bäume und Häuser verlinken. Die Bewohner der im Tal gelegenen Dörfer beeilen fich. ihre Wohnungen zu räumen und lebendes und totes Inventar in Sicherheit zu bringen. 3n Ger- magnO (Obersavoyen) hat sich plötzlich e i n Schlamm ström gebildet, der zwei Dörfer zu vernichten droht Die lavaähnliche Masse be­wegt fich bei einer Dicke von 2 Meter, einer

Breite von 800 Meter langsam talwärts. Sämt­liche Verbindungen sind abgeschnitten. Am trost­losesten ist die Lage in der kleinen Ortschaft Qlureffieuf, auf die etwa 2 Millionen Kubik­meter Erbmassen im Anmarsch sind. Ein Augen­zeuge. dessen HauS dem Erdboden gleichgemacht wurde, berichtet, dah dem langsamen Abrutschen der Erbmassen ein donnerartigeS Ge­töse vorauSgegangen sei, dem ein orkan­artiger Sturm folgte. Für die Katastrophe hat man nur die Erklärung, dah bisher unter­irdische Gewässer jetzt einen AuSfluh ge­sunden haben und dadurch die über ihnen lagernde Erde mit sich rissen.

Die Einsturzkalasirophe in Lyon.

Die Slrahe L Y o n D e n f ist an einer Stelle bei Torcieu-Amberieu durch einen Erdrutsch unter­brochen. Auch die Telephonleitungen sind abge­schnitten. 3n Lyon sind die Leichen von elf bei dem Einsturz zweier Häuser zum Opfer gefallenen Personen geborgen worden. Ein elfjährige- Mäd­chen, das man noch lebend auffand, erlag bald nach der Bergung seinen Verletzungen.

Drei pabblcr im Ammerfee ertrunken.

3m Ammersee sind, wie jetzt erst festgestellt wird, am Wochenende drei Paddler auS München, darunter eine Dame, ertrunken. Es handelt sich um den Schuhmacher Braunstein und dessen Bruder Otto, sowie um die Haus­angestellte Fendt, die mit einem der beiden ver­lobt war. Sie wurden von einem Südwest - sturm überrascht, in dem das Boot ken­terte. Die Leichen sind noch nicht geborgen.

Japan ehrt Robert koch.

3n Erinnerung an die vor 50 Jahren erfolgte Entdeckung des Tuberkel - BazilluS durch Robert Koch sand in Tokio eine Gedenk­feier statt, an der neben den Vertretern Verschie­ner Ministerien zahlreiche Gelehrte der sührenden Fachorganisationen Japans und die deutsche Ko- lonie in Tokio, an ihrer Spitze Botschafter Dr. Vorehsch, teilnahmen. Rach einem Vortrag von Prof. K i t a s h i m a über dos wissenschaftliche Verdienst Robert Kochs übergab Fürst Toku - g a to a dem deutschen Botschafter einen von der Aerzteschast 3apans gesammelten Geldbe­trag für die Robert - Koch - Stiftung in Berlin mit einer Stiftungsurkunde. Der deutsche Botschafter dankte und betonte die große Bedeutung der kulturellen Verbindungen der ja­panischen und deutschen wissenschaftlick^n Welt.

Zwei jugendliche Todesopfer eines voolsunglück».

Ein 13jähriger Schüler und ein 15jöhriger Kon­ditorlehrling, die trotz Warnung bei stür­mischem Wetter mit einem Kanu auf Den Schwe­riner See (Mecklenburg) hinausgefahren waren, kenterten und ertranken. Die Leichen wurden noch nicht geborgen.-

Malariaseuche in JlataL

Die Bezirke Mvngones und Eshowe in Ralal werden von einer verheerenden Malariaseuche heimgefucht. Bis jetzt sind etwa 1 2 00 Ein­geborene gestorben. Die Missionare haben dringend Ehininfendungen angefordert, da dieses Heilmittel sehr knapp geworden ist.

Großfeuer in Bern.

3m Dachstuhl des Verwaltungsgebäudes der Schweizerischen Obertelegraphendirek­tion in Bem brach Grohfeuer auS. Das Feuer griff sehr schnell auf die oben gelegenen Labo­ratoriumsräume über, wo mehrere E x p l o s i o - n c n entstanden, und drang dann weiter in das Archiv ein. Die Schieferplatten, mit denen das Dach gedeckt war. zerbarsten, die Splitter wurden weit umhergeschleudert. Der ganze Dachstuhl und das oberste Geschah sind zerstört und dabei so­wohl das Laboratorium wie auch das Archiv vollständig ausgebrannt.

Aus der Provinzialbaupiffabi.

(Sieben, den 11. Mat 1932.

Der Kuckuck ruft!

E» gibt Augenblicke im Leben, da möchte man an allem verzweifeln. Richt», aber auch nichts macht mehr Freude. So kann das nicht weitergeben, denkt man. Aber es geht doch wciter. Tag für Tag steigt die Sonne höher, der Dinker ist vergangen, und der Frühling ist wenn auch langsam doch ge­kommen. Und io folgt auch auf da» größte Leid ganz langsam wieder Lebenslust, Freude am Dasein

Diele Menschen wissen immer noch nicht, daß uns die Natur das innere Gleichgewicht wieder geben kann. Den größten Schmerz, da» bitterste Leid, wir werden davon geheilt draußen im Frühlingswald. Amsellied, Bienenlummen und gaukelnde Schmetter­linge zeigen uns den Weg zur '.Ruhe Dir letzen auf einmal alles mit anderen Augen. Unser Herz atmet auf und wird heiter. Ist die Not noch so groß, der Frühling hilft immer wieder, und leise kommt die Hoffnung auf bessere Zeiten.

Du schaust schon beim Gang durch die Fluren auf, wenn die Lerchen trillernd in die Lust steigen. Hörst du bann nicht auch Stimmen in deinem In­nern? Lassen sich die kleinen Sanger von den kalten, nasien Tagen der letzten Wochen irre machen? Nein! Unermüdlich erheben sie sich in die blaue Himmels­luft, um flu jubilieren und sich ihres Daseins zu freuen.

Mit frommem, kindlichen Herzen müssen wir den Frühling in uns aufnehmen und alle» andere ver­gessen, dann wird er uns zum Erlebnis. Auch lächeln sollst du wieder. Du hast den Wald erreicht, stehst aufatmend still und schaust die schwellende Pracht. Da ein Ruf: Kuckuck! Denkst du da nicht an die Tage, an denen du die Ruse des luftigen Vogels zähltest, um zu erfahren, wie lange du leben solltest? Vielleicht greifst du auch unbewußt in die Tasche und siehst nach, ob du Geld.bei dir hast, damit es dir im ganzen Jahre nicht ausgeht? Jetzt huscht aber sicher ein froher Schein über dein Gesicht. Ja, dieser Schalk im Walde hat ihn hervorgezaubert. Helle, sonnige Kindertage steigen vor deinem Geiste auf, Tage, an denen du mit den Kameraden am Bache die Weiden schnittest und die ersten Pfeifen klopftest. Damals rief auch der Kuckuck, und wir Jungen riefen ihm lustige Neckereien zu.

Aber auch wir Erwachsenen können uns freuen, wenn der Kuckuck wieder ruft. Er ist wohl der letzte, der den Frühling verkündet, aber wenn er da ist, ist der Winter sicher vorbei. Die Bäume schmücken sich mit jungem Laub, alles wird wieder neu. Auch alle, die vergrämt durch die Welt gehen, sollten auf­horchen und der Stimme des Kuckucks lauschen, an sonnenhellen Tagen hinaus in den Wald wandern, nicht aber bis spät in die Nacht im Zimmer sitzen und sich vom Käuzchen das Totenlied Vorsingen lassen.

Dann erst hilft un» der Frühling mit seinen Wundern. M.

Regierungsrat Or. Braun zum KreiSdirektor in Erbach ernannt.

RegierungSrat Dr. 2 raun.vom KreiSamt Gießen wurde mit Wirkung vom 16. Mai ab zum Kreisdirektor desKreisesSrbach i.O. als Rachfolger des am 1 Mai in den Ruhestand getretenen Kreisdirektors Leopold v. Werner ernannt.

KreiSdirektor Dr Braun war vorn 1-Oktoher 1907 bis 1. August 1914 als Regierungsassessor juristischer Hilfsarbeiter bei der Landwirtschafts, karnmer und am Oberversicherungsamt Darmstadt, vom I .Aug. 1914 biS 7.3an. 1916 RcgierungS- affessor in Groß-Gerau, hierauf bis zum 15. Sept. 1919 Kreisaintman in Groß-Gerau, sodann biS 1. Oktober 1921 Landamtmann in Bad Salzhausen. Seit 1 Oktober 1921 war er als Regierungsrat am Kreisamt Gießen tätig, wo er in wechselnder Folge Referent für die verschiedensten Angelegen­heiten war und zuletzt als Referent dem Wohl­fahrtswesen und der Jugendpflege des Kreises, ferner den Angelegenheiten von Handel und Gewerbe Vorstand. Durch seine Tüchtigkeit als Verwaltungsbeamter, wie auch durch sein freund­liches und allezeit entgegenkommendes Wesen erwarb er sich in Stadt und Kreis Gießen bei der Bevölkerung große Sympathien.

Bornotizcn.

Tageskalender für Mittwoch: St^ttheater. 19.30 bis 22 Llhr. Die Entschei­dung der Lifsa Hart". Ober hessischer Kunst- verein. Turmhaus am Brandplatz, 15 biS 17 Uhr. 3ubiläums-Ausstellung R. d. Z. 20.30 Uhr. Aquarium". Monats-Versammlung Licht­spielhaus. Bahnhofstraße: Zu Befehl. Herr Unteroffizier." Wiefecker Lichtspiele. 20.30 Uhr, 3m Westen nichts Reues".

Aus dem Dtadttheaterbureau wird unS geschrieben: Von den Südwestdeutschen Bühnen bringt zuerst bas Stadttheater Gießen die Erstaufführung des nachgelassenen Schauspiels »Die Entscheidung der Lissa Hart" von Hermann Sudermann. Ein Spiel um das Motiv der Rück­kehr deS Verschollenen, dem eine eigenartige, .moderne" Frau gegenübergestellt wird. 3n ber Titelrolle Edith Berger. Ferner wirken unter der Spielleitung Peter Fassotts mit, Damen: Doering. Koch. Sachse, Echubert-3üngling. Wal­ther-Lederer. Wielander. Herren: Geiger, Hauer. Hub. Kühne, Michel, Rieren. Paetsch. Schubert. Dolck. Beginn 19.30 Uhr. Ende gegen 22 Uhr. 30. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement zu ge­wöhnlichen Preisen. Donnerstag. 12. Mai, 10 Uhr, Eoethc-Morgenseier. Eine geschloffene Schülervorstellung unter Mitwirkung des Schüler- orchesters (Dirigent Dr. H i 11 e n b r a n d), deS Schülerchors (Leitung Muliklehrer Blaß), 3n- tendant Dr. Rolf Pra sch AlS Beschluß der

Veranstaltung zum erstenmal

Fragment von Goethe Spielleitung: Wolfgang Kühne. Titelrolle 3ochen Hauer. Ende gegen 12 Uhr.

Der Verein D o l k » h o ch f ch U ke GH f feen weil, darauf hin, bafe bte bit»|übnge Mit­gliederversammlung morgen, Donnerstag, 20 Ubr. in her Uniqfrfität. Horsaal 33 (1. Stock link») statt- finbet. Rädere» siehe heutige Anzeige.

ee Vorsicht mit der FrühjahrS-Lor» chel? Morcheln, Lorcheln und Becherlin« er­scheinen jetzt wieder. Die Lorchel vielfach fälschlich Morchel benannt -- tritt in den Früh- linasmonaten «.März biS 3uni) besonders in sandigen Kiefernwäldern truppweise, oft in großer Zahl auf. Der hohle, weißliche Stiel ist mit­unter ganz im Boden cinaefentt. so daß nur der braune Hut mit seiner wulstig-faltigen Oberfläche auS der Radelstreu hervvrschaut. Durch ihre

Jfirc Jfnzcigen werden durch sorgfältige, wirksame Satzausstattung

werden

wenn Sie sie frühzeitig genug aufgeben

braune Schuhfarbe wird die Lorchel oft übersehen. Roch nicht genügend bekannt ist, daß die Früh- lingS-Lorchel als Giftpilz sehr verhängnisvoll werden kann. Sie hat auch in den letzten 3ahren eine ganze Reihe von Todesfällen und schweren Vergiftungen verursacht. Wie schon vor 100 (wah­ren bekannt war. bleibt der Genuß der Lorchel meist (nicht immer!) ohne schädliche Folgen, totnn die Brühe der genügend (mindestens 5 Minuten) gekochten Pilze vor Genuß weggeschüttet wird. Sorgfältig (ungefähr zwei Wochen, getrock­nete Lorcheln sollen gewöhnlich auch ohne diese Vorsichtsmaßregel bekömmlich sein. Von manchen Menschen wird die Lorchel auch mit dem Koch­wasser vertragen. Zuweilen tritt erst eine Er­krankung ein. wenn eine zweite Lorchelmahlzeit in kurzem Zwischenraum nach der ersten ftatt- fand Auf jeden Fall bleiben in bezug auf die Giftigkeit der Lorchel noch mancherlei Rätsel zu lösen. Am besten ist jeglicher Genuß der Fruh- lingSlorcheln zu m<nd:n.

E i n Siebzigjähriger. Seinen 70. Ge­burtstag feiert heute bei bester Gesundheit im Kreise seiner Familie der Rcichsbahnzugführer i. R. Ioh». George, Bruchstraße 10. Der Jubilar genießt durch leinen offenen Charakter und sein freundliches Wesen in weiten Streifen der Stadt hohe Wertschätzung.

D i e Reichsbank t n Gießen gibt im heutigen Anzeigenteil bekannt, daß ihre Ge­schäftsräume am PfingstsamStag von 12 Uhr ab geschlossen sind.

* Die Bluttat an der Ecke Neustadt- Bahnhofstraße, über die wir gestern bereit» berichteten, war gestern Gegenstand der eingehenden Untersuchung durch die Kriminalpolizei. Dabei hat der Messerstecher Röll versucht, den ganzen Vor- gang abzuschwächen. Inwieweit er damit Erfolg haben wird, kann erst durch die weitere gerichtliche Untersuchung zutage treten. Der Tater wurde dem Amtsgerichtsgesangnis zugeführt. Zu dem gestrigen Polizeibericht ist zu bemerken, daß nicht der Er­stochene, sondern der Messerstecher Röll die Frau des Schaustellers Sch. belästigt haben soll. Weiterhin ist richtigzustellen, daß der Getötete nicht Neuerburg, sondern Neuburg heißt. Heute vormittag findet die Sektion der Leiche des Erstochenen statt.

** (Ein großer Wafchediebstahl wurde der Landeskriminalpolizeistelle Gießen heute vor- mittag aus dem Dorfe Weitershain bei (Brün­berg gemeldet. Näheres über den Diebstahl, bei dem die Wäsche von der Bleiche sortgeschlepm wurde, ist zur Stunde noch nicht bekannt. Die Untersuchung durch die Landeskriminalpolizei wurde heute vor­mittag aufgenommen.

Weitere Lokalnachrichten im 2. Blatt.

Wettervoraussage.

Lustdruckanstieg von Spanien her hat sich auch auf unsere Wetterlage ausgewirkt. Nur kurze Zeit halt sein Einfluß stand, denn von neuem entfaltet sich Storungstatigkeit über dem Atlantik, wie aus den Wettermeldungen der Schiffe zu entnehmen ist. Eine Staffel warmer Lust, in deren Begleituna über Eng- land, dem Kanal und Nordfrankreich Niederschläge auftreten, macht sich bereits als Ausläufer des neuen Tiefs bemerkbar Die Südwestluft mit ihrem Nieder- schlagsseld wird auch unseren Bezirk überqueren. Dabei werden sich die Temperaturen mehr aus- gleichen und nachts Milderung eintreten. Ein als- baldiger Uebergany auf Besserung der Wetterlage ist aus der gegenwärtigen Luftdruckoerteilung noch nicht flu entnehmen.

Aussichten für Donnerstag: Warmer, bedeckt mit Niederschlägen, dann wechselnd molkig.

Aussichten für Freitag: Noch keine Aus­sicht auf besseres und niederschlagsfreies Wetter.

Kaffee Hag dient der Ge­sundheit, aber Sie zahlen nur für den Senuh. Kaffee Hag und Qualität sind eins.

eine. wiM-wwe CLUB

Deutschland

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