zu uns kommt. Er will heraus aus der Dumpfheit der Beschäftigungslosigkeit. Reichtümer win- ken ihm nicht. Gerade das jedoch birgt für uns besondere Verpflichtungen. Der junge Mensch soll nicht aus seiner Dienstzeit scheiden ohne das Gefühl mitzunehmen, einer Gemeinschaft angehört zu haben, die mit ihm in Kameradschaft verbunden war. Er soll etwas davon empfinden, was es bedeutet, Schicksalsgenosse unter Schicksalsgenossen gewesen zu sein. Deswegen gilt es, unser Werk von C i g e n s ü ch t e l e i e n und Eifersüchteleien frei zu halten, deswegen gilt es, die Kameradschaft auch unter all denen zu pflegen, die an dem Gesamtwerke als Führer und Leiter beteiligt sind. Das ist der tiefere Sinn, weswegen wir es ablehnen, die Ausbildung von Lagerleitern in Weltanschauungs- oder Berbands- schulen vornehmen zu lassen. Bei aller Freiheit, die den einzelnen Bünden und Verbänden sonst gewahrt bleibt, darf es nie soweit kommen, daß
das Werk als Ganzes kn ein Rebeneinander zerfällt.
Die freiwilligen Arbeitslager sind keine Re- krulendepots für die Organisationen, sondern sie sollen zu einem Reservoir für eine neue Volksgesinnung werden. Sie sollen nicht der Zerrissenheit und der Zersplitterung, sondern der Zusammenfügung, dem Miteinander und dem Brückenbau von Mensch zu Mensch dienen. Das wird ihr Dienst am Volke sein.
Zum dritten aber ist uns der Freiwillige Arbeitsdienst ein Dienst an der werdenden neuen Gesellschaft. Dah er junge Menschen für eine Zeitlang bindet an einen gemeinsamen Gedanken und auf ein gemeinsames Ziel, das bedeutet zuerst nicht viel mehr, als ein Stück Disziplin. Aber die Bindung will ja weitergreifen. Sie will sein eine Bindung an dem Volksgedanken. Auch das ist nichts grundsätzlich Reues. Das Reue ersteht erst aus der
Besonderheit der Arbeit und des Gemeinschaftslebens. Wir haben die jungen Menscher» teilweise zusammengefatzt in Sagern, die mit der Heimat in Verbindung stehen. Wir wollen ja ein Heimat w e r k sein. Wir wollen die M-rnschen in Verbindung bringen mit ihrem Boden. Daraus erhalten auch Arbeiten einen tieferen Sinn, deren Volks wirtschaftliche Bedeutung nicht unmittelbar in die Augen springt. Wenn irgendwo ein Bachbett reguliert wird, ein Wcckd aufgeforstet, brachliegendes Land melioriert, dann ist das gewiß von Wert. Höher aber als der wirtschaftliche Effekt ist das Bewußtsein Lerer, die daran teilhatten, hier an einem Stück Heimat- d i e n st mitgewirkt zu haben.
Der Freiwillige Arbeiisdiensk kann Schrittmacher einer neuen Gesellschaft roerbitn, wenn er seine erzieherischen Aufgaben erfaßt Lr will die Menschen in einem neuen Gemcinschofts- willen zusammenbringen.
Er ist kein Rotbehelf. Es soll von ihm heiFekt daß alle, die durch seine Schule gingen, zugleich eine Willensschulung durchgemacht haben, eine Schulung, in der das Einordnen am Anfang stand und an dessen Ende die R e u o r d n u n g stehen wird. Mit der auflösenden Tendenz unserer Zeit ist der Freiwillige Arbeitsdienst geworden, er soll führen zu neuer Bindung. Zu einer Bindung an Arbeit und Boden, an VolkundHeimat, aber auch an dem werdenden neuen Volk, dem werdenden neuen Staat, der werdenden neuen Gesellschaft.
Kirchliche Nachrichten.
Israelitische Gemeinden.
Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 12. November. Vorabend 4.45 Uhr; morgens 9; Predigt; abends 4.55 und 5.35 Uhr.
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Gießen, den 24. Oktober 1932.
3. A. des Hessischen Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsoorsteher,
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Am Donnerstag, dem 17. November 1932, vormittags 9 Uhr. wird im Amtsgerichtsgebäude zu Gießen, Zimmer 107, das im Grundbuche von Gießen der Margarete klotz Witwe, geb. Dorfeld, in Gießen zugeschricchene Anwesen Wehsteingasse 18 7207V
jlur 1, Nr. 1271 - 170 qm hofreite, geschätzt 5950 Reichsmark, versteigert.
Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, Stadthaus, zur Einsicht ausg,ehöngt.
Gießen, den 10. Oktober 1932.
3. A. des Hessischen Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortvgerichtsvorsteher.
Nach kurzem schweren Leiden wurde heute morgen 9% Uhr unsere liebe Tante und Großtante
Frau MinnaVoigt, geb. Stohr
im 81. Lebensjahr durch einen sanften Tod erlöst.
Im Namen der trauernd Hinterbliebenen:
Familie Grünig, Frankfurt a. M.
z. Z. Gießen (Löberstraße 1, II.), den 9. November 1932.
Die Trauerfeier findet Freitag, den 11. November, nachmittags 2y2 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt
Danksagung.
Für die wohltuenden Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen danken wir auch im Namen aller Hinterbliebenen herzlichst
Frau Liesel Hellwig
Frau Geh. Justizrat Hellwig.
Gießen, den 10. November 1932.
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Donnerstag, den 17. November 1932, 191/? Uhr, im Stadttheater, Symphonie-Konzert DasDarmftädterLandestheater-Orchefter Leitung: Dr. St. Temesvary.
Arnold Mendelssohn, Ouvertüre zu einem Rittennärchen — Joseph Haydn, Konzertante Symphonie in B-Dur — Brahms Erste Symphonie in C-Moll. 78ssv
Eintrittskarten Mk. 2.—, 3.— und 4.— bei Ernst Challier und abends an der Kasse. Studentenkarten Mk. 1.— bei Herrn Sekretär Ritter und im neuen Studentenhaus gegen Ausweis.
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Bekanntmachung.
Betr.: Durchführung der Obstbaumzählung 1932 in der Gemarkung Gießen und Schiffenberg. 7910C
3m 3nteresse einer besseren Organisierung des Obstabsatzes soll die Zahl der Obstbäume ermittelt werden. 3n der Zeit vom 17. bis 19. November werden dazu bestimmte Zähler jeden Haushaltungsvorstand fragen, wieviel tragfähige und noch nicht tragsähige Apfel-, Birn-, Süß- und Sauerkirsch-, Zwetschen-, Mirabellen-, Rei- neklauden-, Aprikosen-, Pfirsich- und Wal- nußbäume er bewirtschaftet. Die Haushaltungsvorstände werden gebeten, sich unverzüglich über die Zahl der von ihnen bewirtschafteten Obstbäume der einzelnen Arten Gewißheit zu verschaffen, damit sie den Zählern sogleich bei ihrem ersten Erscheinen sachgemäße Auskunft erteilen können. Diejenigen Obstbaumbesitzer, denen die Hessische Landwirtschaftliche Zeitschrift zugeht, werden auf den dort kürzlich erschienenen Artikel über die Obstbaumzählung verwiesen. Es wird ihnen empfohlen, die dort abgedruckte Tabelle für ihre Obstbäume auszufüllen und diese Angaben den Obstbaumzählern bei ihrem Erscheinen zu übergeben. Die Ermittelungen dienen nur statistischen Zwecken. Auf Grund der Bekanntmachung des Hessischen Finanzministeriums, Abteilung für Landwirtschaft, vom 30. September 1932, betreffend die Durchführung einer Obstbaumzählung im Dolksstaat Hessen, sind die Obstbaumbesitzer zur Auskunfterteilung verpflichtet. Verweigerung der Angaben oder Erteilen falscher Auskunft wird mit Strafe bedroht.
Gießen, den 9. November 1932. Bürgermeisterei Gießen.
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Aus freier Hand: ein- und zweitürige Kleider- und Wäscheschränke, Wasch- und Nachttische und eine Sendung
Arbeitsvergebung.
Unter Hinweis auf die Reichsverdin- gungsordnung sollen nachstehende Arbeiten bei dem Neubau des üaffee-Reslau- rants Johannisberg zu Bad-Rauheim vergeben werden: 7916V
1- Weißbinderarbeiten: zirka 440 qm Deckenputz, zirka 1600 qm Wandputz usw.; 2. 3nstallationen: a) elektrische Beleuch- tungsanlage, zirka 150 Brennstellen usw.; b) Wasser-Zu- und -Ableitung, sanitäre Anlage.
Die Angebotsunterlagen sind auf unserem Zweigbiiro, Zanderstrahe 9, erhält- lief), woselbst Zeichnungen und Bedingungen eingesehen werden können.
Mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind bis Donnerstag, 17. November 1932, vormittags 11 Uhr, an unsere Zweigstelle zu Bad-Nauheim, Zan- derstraße 9, einzureichen, woselbst im Beisein der erschienenen Seroerber die Er- Öffnung der Angebote erfolgt.
Zuschlagsfrist: 3 Wochen.
Bad-Nauheim, den 9. November 1932. Hessisches Hochbauamt Friedberg, Zweigstelle Bad-Nauheim.
Metzger.
Elisabeth Bergner mit Konrad Veith in dem st. Ufa-Film
Der Geiger von Florenz
Musik wird ausgeführt von der früheren
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Am Donnerstag, dem 1. Dezember 1932, vormittags 9 Uhr, werden im Amtsgerichtsgebäude zu Gießen, Zimmer 107, die nachstehenden, im Grundbuche von Gießen der Marie Appel, geb. Moll, Witwe des Georg Appel III. in Gießen, zugeschriebenen Grundstücke versteigert:
1. Flur 7, Nr. 91 -- 1244 qm Bauplatz am untersten Weiher, geschätzt 3732 Reichsmark;
2. Flur 7, Nr. 179 = 137 qm Acker auf dem Aulweg, hinter dem Weiher, geschätzt 274 RM.;
3. Flur 7, Nr. 180 - 2483 qm Acker da-
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