Ausgabe 
10.11.1932 Erstes Blatt
 
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Aus der provinzialhaupistadt

Gießen, den 10. November 1932.

OaSPiom&ieren* der Zähne.

Don Dr med. deut. Gonter, Gießen.

Verfaffungsreform durch Volksentscheid

Professor Iellinek macht Vorschläge zur Aenderung des Wahlrechts und zur Verbindung Preußen Reich.

Briefkasten der Jktaftion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

Sch. in R. Das Gesetz kennt nur Vorschriften für eine gemeinschaftliche Mauer. Die Errichtung oder Ausbesserung eines Spaliers unterliegt der freien Vereinbarung. Wer ein neues Spalier er­richtet, kann vom Nachbar nicht verlangen, daß er zu dessen Kosten etwas beiträgt. In vielen Sül­len ist das jedoch geschehen, da das Spalier den beiderseitigen Interessen zu dienen pflegt.

w. D. in Daubringen. Dekorationsfachschulen be­finden sich in Frankfurt a. M. (angeschlossen der Höheren Gewerbeschule in Frankfurt), in Hamburg (Hamburger Dekorationssachschule, Hamburg 36, Kaiserstratze), in Berlin (Schule Reinemann) und in Köln. Es ist ferner Gelegenheit gegeben, an dem Fernkursus von Dr. Th. Friedländer, Berlin, Leip­ziger Strotze 117/118, teilzunehmen. In Gießen gibt es keine Dekorationsfachschule.

besten" Füllung einen neuen Krankheitsherd ent­stehen zu lassen. Wenn der Patient Glück hat, werden die Folgen einer nicht gewissenhaft durch, geführten Behandlung rechtzeitig entdeckt. Aber selbst in diesem für chn noch günstigen Falle hat er das zweifelhafte Vergnügen, seinen Zahn, für den er doch damals eine so gu^e P ombegenom. men" hat, noch einmal beyanoeln zu lassem Oft aber entwickelt sich eine solche Zerstörung völlig unbemerkt, bis es zu einer Entzündung, oder auch zu einem schmerzlosen Zerfall der Zahnpulpa kommt. Bleiben solche Fälle dann entweder sich selbst überlassen (in dem falschen Glauben:in meinen Zähnen halten keine Plomben"), oder wer- den m>ch einmal nach derselben ..Methode" be- handelt, so entstehen die oben geschilderten Kieser- vereiterungen mit ihren für den allgemeinen Ge- sundheitszustand so nachteiligen Folgen.

Leider ist die Mehrzahl der Patienten zu leicht geneigt, eine Behandlung nach ihren subjektiven Empfindungen zu beurteilen. Gerade bei Zähnen mit lebendemNerv" ist das Entfernen der er­krankten Zahnsubstanz (Caries) manchmal nicht sehr angenehm. Aber stets wird sich eine zwar ange­nehm emvfundeneflotte", aber unwissenschaftlich durchgeführte Behandlung nur zum Nachteil des Patienten auswirken. Auch der gewissenhafteste Zahnarzt wird nicht eine Sekunde länger mit der so unbeliebten Bohrmaschine arbeiten, als es un­bedingt erforderlich ist. Gerade d e r Zahnarzt ist der Helfer und Freund seiner Patienten, der jede Behandlung gewissenhaft durchführt, auch wenn er sich im Augenblick etwas unbeliebt macht.

Im Rahmen dieser Abhandlung muß auch von der Behandlung der Zähne gesprochen werden, die zur Aufnahme von Kronen, oder zu Stühzäynen für Brückenersatz bestimmt sind. Der Patient be­gutachtet auch in diesen Fällen meist nur die tecb- nische Arbeit, die er vor Augen hat und glaubt beurteilen zu können. Der Wert einer Krone ober Brücke steht und fällt jedoch mit der Sorgfalt, mit der sowohl die Vorbehandlung der Stützzähne (Wur­zelbehandlung, Wurzelfüllung usw.) durchgeführt, als auch das korrekte Beschleifen der Zahnkronen vorgenommen wird. Sind diese Vorbedingungen nicht erfüllt, ist jede technisch auch noch so schön ge­arbeitete Krone oder Brücke wertlos. Die nach ver­hältnismäßig kurzer Zeit auftretenden neuen Caries- Heide, Wurzelvereiterungen usw. bereiten ihr bald ein rühmloses Ende. Auch hier ist der Dauererfolg nicht nur von dem verwendeten Material abhängig, sondern in erster Linie von der Behandlung!

Oer Konsum-Verein Gießen im Geschäftsjahr 1931/32.

Vorstand und Aufsichtsrat des Konsumver- einsGiehen undLlmgegend erstatten jetzt Bericht über das am 30. Juni 1932 abgelaufene 31. Geschäftsjahr. Auch der Konsumverein Gießen wurde von den Folgen der Wirtschaftskrise stark in Mitleidenschaft gezogen und die zu Beginn des Geschäftsjahres gehegten Befürchtungen durch die Verhältnisse teilweise noch übertroffen.

Der LI m s a tz bezifferte sich auf 2 525 842 Mk., gegen das Vorjahr 475 017 Mark weniger. Hier­bei mutz neben der gesunkenen Kaufkraft der Mit­glieder anderseits auch die beträchtliche Senkung der Preise in 'Betracht gezogen werden. Der Um* satz verteilt sich auf die einzelnen Betriebszweige wie folgt: Warengeschäft 1 964 684.02 Mk., Back­waren 322 989,03 Mk., Fleisch- und Wurstwaren 141 770,42 Mark. Kaf ceröftere' 96 3J8 85 Mark.

Die Bäckerei wies ein Weniger von 36 353,51 Mark auf. Verbacken wurden 1585 Zentner Wei­zenmehl, 8973 Zentner Rogaenmehl, 450 Zentner Backhilfsmittel und daraus hergestellt 33 493 Laib Mischbrot I, 48 313 Laib Mischbrot U, 252 845 Laib Roggenbrot, 7629 Laib Schrotbrot und 5142 Krankenbrote (Gewicht je Laib 4 Pfund), 1 003 632 Stück Brötchen und Feingebäck, 4012 Kuchen. Der Rückgang des Umsatzes der Däckereiprodukbe ist mit der erhöhten Arbeitslosigkeit in Zusammen­hang zu bringen.

3n der Kaffeerösterei wurden 40 720 Pfund Kaffee gebrannt.

Die Derteilungsstellen wurden 'um eine in Friedberg vermehrt. Die Rot der Zeit kam auch bei der Vereins-Sparkasse zum Ausdruck. Die Spareinlagen sanken von 731 634,72 Mk. auf 524 381 Mk. am 30. Juni. Der Zinsendienst er­forderte 31 538,36 Mk. 3n der Zeit der Danken- krise wurde die Vereins-Sparkasse allen an sie ge­stellten Anforderungen gerecht.

An Steuern wurden im Berichtsjahr abge­führt . Aufbringungssteuer 1018,70 Mk., Gewerbe­steuer 6661,68 Mk., Filialsteuer 184,16 Mk., Kör­perschaftssteuer 591 Mk., Vermögenssteuer 1116,85 Mark, Umsatzsteuer 36 477,66 Mk., Grundsteuer 2232.30 Mk.. Sondergebäudesteuer 13 827,88 Mk.,

Genf, 9 Noo (TU.) Der Wirtschaftliche Vor- bereitungsausschuß für die Londoner Weltwirt- fchaftskonferenz hat feine Tätigkeit mit der Aus­arbeitung eines Geheimberichts abgeschlossen, der den Regierungen zugehen wird. Nach diesem Bericht können in Zukunft alle Maßnahmen zur Behebung der Weltwirtschaftskrise auf finanziellem und wirt­schaftlichem Gebiet nur gleichzeitig in Gang gesetzt werden Notwendig sei ein allmählicher Abbau der ausgesprochenen Krisenmaßnahmen, wie der Kontingente. Auf dem Gebiet der Tarifpolitik müsse gleichzeitig ein Abbau der Hochschutzzollpolitik erfolgen. Die Aus- landschulden sollten in Zukunft nur mit Waren und sog. Dien st lei st ungen abge­tragen werden Die unmittelbare und unbeschränkte Meistbegünstigung müsse weiter die den Handel beherrschende Regel bleiben. Für die o ft europäischen Staaten feien Ausnahme- maßnahmen, insbesondere in Form von Vor­zugszöllen notwendig und zulässig. Die Ver­gebung internationaler öffentlicher Arbeiten zur Be­kämpfung der Arbeitslosigkeit wird als nützlich er­klärt. Die Finanzierung soll durch den Finanzaus-

Berlin, 10. Rov. (ERB.) Der bekannte Staatsrechtslehrer Professor Dr. Walter Jelli- nek verössentncht in der ZeitschriftReich und Länder" einen ArtikelVerfassungsre- sorm im Rahmen des Möglichen", in dem er sich vor allem mit der Frage beschäftigt, aus dein Volksentscheid ein brauchbares 3nstrurnent zur Verfassungsreform zu machen. Professor Iellinek vertritt die Ansicht, daß der Reichspräsident auf Grund des Art. 48 das Dolksentscheidgesetz dahin ergänzen könne, datz bei Volksbegehr auf Verfassungsän­derungen immer oder dann, wenn Regierung oder Reichsrat den Gesetzentwurf befürworten, Fernbleibenvon der Abstimmung als Zustimmung zum Entwurf gilt.

Nimmt man an, so sagt Professor Iellinek wei­ter, daß der Reichspräsident das Reichstags­wahlgesetz durch Diktaturverordnung ändern kann, und diese Annahme ist mangels innerer Gegengründe berechtigt, so kann er alles anordnen, was den Wahlgrundsätzen der Verfassung nicht widerspricht. Statt des automatischen Listenverfay- rens kann er die proportionale Einer- wähl einführen, also etwa das englische Wahlver- fahren, bei dem in jedem Wahlkreis ein einziger Abgeordneter nach der rela­tiven Mehrheit gewählt wird, ober das Wahlverfahren des Kaiserreichs, bei dem die absolute Mehrheit, nötigenfalls Stichwahl entschied, das dem Derhältniswahlverfahren aber dadurch angepaßt wird, daß den durch Zahlenun-

amerikanifchen Hochschutzzölle vorle- aen wird. Jedoch wird diese Gesetzesvorlage nach hiesiger Beurteilung erst nach 18 Monaten in Kraft treten können. Auf dem Gebiet der Völ­kerbundspolitik erwartet man keine grund­legende Aenderung, jedoch eine gewisse wohl­wollende Beteiligung an den internationalen Ar­beiten in Genf. Als neuer amerikanischer Staats­sekretär werden hier Rorman Davis und Owen Boung genannt.

Die Auffassung in Rom.

Rom, 9. Rov. (Xil.) Die Rede des Reichskanzler von Papen vor den aus­ländischen Pressevertretern findet in der italieni­schen Presse starke Beachtung. Das halb­amtlicheGiornale d'Italia" hält den Hinweis Papens auf ein eventuelles Kabinett der natio­nalen Konzentration und die Betonung, daß Personenfragen hierbei keine Rolle spielen dürften, für besonders be- zeichnend. Das Blatt glaubt hierin die Andeutung eines Reichskanzlerwechselszu sehen und nennt in diesem Zusammenhang den Ramen von Schleichers als wahrscheinlichen Rachfolger, während der Berichterstatter desLavoro Fa- scista" Gerüchte verzeichnet, wonach Detzler in gewissen Kreisen als besonders geeignet für diese Rachfolge gehalten werde.

Die Vorbereitung der Wellwirtschaftskonferenz.

Notwendige Feststellungen.

gunft zu kurz gekommenen Parteien im Wahlkreis oder auf einer Reichslifte Ergän­zung s f i tz e zugewiesen werden. Ferner ließe sich der Gedanke einer Mobilisierung derNicht- Wähler auch hier dadurch verwirklichen, daß der Reichsregierung anheimgegeben wird, im Einver­nehmen mit gewissen Organisationen eine möglichst dem Parteigetriebe entrückte Liste von führen­den Männern, etwa der Wissenschaft, der Kunst, des Beamtentums und der Wirtschaft, auf­zustellen, auf die die Stimmen aller derer fallen, die von der Wahl fernbleiben.

Die dauernde enge Verbindung Preußens mit dem Reich schreit zwar nach einem verfassungsändernden Gesetz, doch läßt sich auch hier manches im Rahmen der Reichsver­fassung gestalten. Man ändere, sei es unter dem Druck des Reiches auf landesgesetzlichem Wege, sei es auf dem Wege über Artikel 48 der Reichsverfassung, die preußische Verfassung dahin. Daß Preußen einen über dem Staatsmini fterium stehenden Lan­despräsidenten erhä t, und daß der Reichspräsident immer zugleich preußischer Landespr äs ident sein muß. Einen solchen vom Vertrauen des Land­tages unabhängigen Landespräsidenten ver­bietet Artikel 17 der Reichsverfassung nicht. Da die Landtagsauflösung zu den Befugnissen des neugeschaffenen Landespräsidenten gehören müßte, würde ein Sturz der preußischen Regierung nicht so leicht sein.

Wettervoraussage

Der hohe Druck im Osten hat sich keilförmig über Deutschland ausgebreitet und hält die Störungs- tätigtdt Im Westen noch von dem Festland zurück. Durch die in der Höhe oordringende Warmiuft kommt es zwar weiterhin zu verbreiteten Nebelbil­dungen, doch treten Niederschläge vorerst kaum auf, und zeitweise wird sich der Himmel aufklaren. Die Temperaturen schwanken nachts um den Gefrier­punkt.

Ausfichten für Freitag: Weiterhin neblig-wolkig, zeitweise auch aufklarend, troden, Temperaturen wenig verändert.

Aussichten für SamStag: Fortdauer der herrschenden Wetterlage.

Lufttemperaturen am 9. November: mittags 7,8 Grad Celsius, abends 4,4 Grad: am 10. November: morgens 4,4 Grad. Mcximum 8 Grad, Minimum 0,1 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. November: abends 5,8 Grad; am 10. Novem­ber: morgens 4,5 Grad Celsius. Sonnenschein^ dauer M Stunde.

Kraftfahrzeugsteuer 3280 Mk., zusammen 65 390,23 Mark.

Beschäftigt wurden 119 Personen (56 männ­lich, 63 weiblich); zeitweise wurden Aushilfskräfte eingestellt. An Lohn und Gehalt wurden 271 427 Mark bezahlt, für Sozialverflicherung 32 560,14 Mark, an Lohn- und Bürgersteuer 12 860,91 Mk. entrichtet.

Die Sterbekasse stand in 73 Fällen mit 1939 Mk. den betroffenen Familien helfend zur Seite.

Die Bilanz für 1931/32 verzeichnet auf der Aktivaseite: Betriebswerte: a) Vorräte 204103,99 Mk., b) Einrichtungen 201 100 Mk., Grundbesitz 634 700 Mk.,angelegte und flüssige Mittel 398 749.55 Mk.. Forderungen 6541,29 Mk. Summe der Aktiva 1 445 194,83 Mk. Die Pas­siva setzt sich zusammen aus: Eigene Mittel: a) Geschäftsguthaben 225 467.86 Mk. b) Reserven 273 846,46 Mk., Grundschulden (Hypotheken) 112 832 80 Mk., Laufende Verpflichtungen: Spar­einlagen und Sparmarken 557 234.66 Mk., Liefe­rantenschulden 65 644,57 Mk., Wechselschulden 70 000 Mk., Umsatzsteuer 3815,80 Mk., Kohlen 10 444,34 Mk., Pensionsfonds 14 918,33 Mk., Rabattguthaben 95 566,07 Mk., Anteil ausge­schiedener Genossen 13 416,03 Mk., Erübrigung 2007,91 Mk. Summe der Passiva 1 445 194,83 Mk.

Die äleberschuh- und Verlustrech- nung weist aus: Soll: An Allgemeine Un­kosten 63 997,63 Mk., Steuern 48 342,09 Mk., Sterbekasse 1939 Mk., Zinsen 14 972,27 Mk., Lohn und Gehalt 167 108.41 Mk., Kraftfahrer­löhne 15 072 89 Mk., Kraftwagenunkosten 27 725,54 Mark, Abschreibungen 10 395,82 Mk., Erübri­gung 2007,91 Mk. Haben: Per Warenroh- ertrag 339 188,31 Mk., Leergut 5045,29 Mk., Diskont 7327,96 Mk. Die Gewinn- und Verlust­rechnung schließt auf der Soll- und Habenseite je mit: 351561,56 Mk.

Die Zahl der Mitglieder betrug am l.Iuli 1931: 10 130, Zugang in 1931/32 694, Abgang 608, Bestand am 30. Juni 1932: 10 216 Mitglieder. Die Geschäftsguthaben der Mit­glieder betrugen am 1. Juli 1931: 228 818,41 Mk., am 30. Juni 1932: 225 467.86 Mk., also weniger 3350,55 Mk. Die Haftsumme stieg um 2580 Mk- auf 306 480 Mk.

Gießener Wochenmarktpreise.

* G i e h e n, 10. Rov. Es kosteten auf dem heu­tigen Wochenmarlt: Süßrahmbutter 130, Landbut­ter 130, Kochbutter 100, Matte 2530 Pf. das Pfund, Käse 510, Eier, ausländische, 1214, in­ländisch« 14 Pf. das Stück, Wirsing, grün, 68. Weißkraut 46, Rotkraut 78, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 810, Spinat 15, Unter- Kohlrabi 5-6, Rosenkohl 20-25, Feldsalat 80 bi- 100, Tomaten 3035, Zwiebeln 810, Meerrettich 3060, Schwarzwurzeln 2530, Kürbis 56, Kartoffeln 3, Pfirsiche 40-50, Aepfel 1530, Dirnen 1020, Dörrobst 30 -35, Honig 4045, Rüsse 35, Junge Hähne 70-^80, Suppenhühner 6080, Gänse 65-75, Enten 8090 Pf. baS Psd., Blumenkohl 3060, Endivien 1015, Ober-Kohl- rrabi 58, Lauch 510, Rettich 810, Sellerie 1035 Pf. das Stück, Radieschen 10 Pf. daO Bund. Kartoffeln 2,30-2,50, Weißkraut 2,20 biS 2,50, Rotkraut 5,00, Wirsing, grün, 4,004,50, Aepfel 12,0015,00 Mk. per Zentner.

BornoUzen.

Tageskalender für Donnerstag. Oberhessischer Kunstoerein Turmhaus am Brand­platz, 15 bis 17 Uhr, Ausstellung. Münchner KünstlerbundIsar":Einhorn", 10 bis 19 Uhr, große Kunstausstellung: ab 20.30 Uhr Kunftabend. DHV.: Beginn verschiedener Lehrgänge; 20.30 Uhr, im Heim, Grenzlandabend. Gießener Eis- verein: 20 Uhr, Stadtcafs, Mitgliederversammlung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Der Schuh im Morgengrauen". Astoria-Lichtlpiele, Seltersweg: Die Geheimnisse des Zirkus Jordan", 2. Teil:Die Goldmine" undSein letztes Edelweiß".

*

** Da s Verzeichnis der Fundsachen. Vom Polizeiamt wird uns mitgeteilt: Das Verzeich­nis über die im Monat Oktober gefundenen bzw. abgelieferten Gegenstände kann an Der Anschlagtafel im Flur des Polizemmts, Landgraf-Philipp-Platz 1, eingesehen werden. Die Empfangsberechtigten wer­den aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb zwei Monaten beim Fundbüro während der Dienst stunden geltend zu machen.

* Evangelisch-kirchliche Personalie. Durch Entschließung der Kirchenregierung wurde dem Pfarrer Dr. Lic. Franz Stumpf zu Merlau die evangelische Pfarrftelle zu Gernsheim (Dekanat Eberstadt) übertragen.

Die von den Patienten so oft geäußerte Bitte: Aber nehmen Sie bitte eine gute Plombe" ist bezeichnend für die falsche Auffassung, die ein großer Teil des Publikums von dem sogenannten plombieren" der Zähne hat. Die Wenigsten gehen in dem Bewußtsein zu ihrem Zahnarzt, sich einen erkrankten Teil ihres Körpers, in diesem Falle eine oder mehrere Zähne, ausheilen zu lassen. Es muß deshalb einmal öffentlich ausgesprochen schuß geklärt werden. I werden, daß derPlombe" längst nicht die Be-

In deutschen Kreisen wird zu diesem Bericht bar- fcutung zukommt, die ihr zugemessen wird. Daß auf hingewiesen, daß die R e i d) 3 r e g i e r u n g Zahnarzt ein gutes, haltbares Füllungs- bereit fei, in der Richtung der vom Ausschuß material verwendet, ist eigentlich selbstverständ- ausgearbeiteten Richtlinien mitzuarbeit e n. fich. Hauptsache jedoch ist die Behänd- Als wichtigste deutsche Frage wird hierbei die Stär- lung des erkrankten Zahnes. Die Tatsache, daß tung der Kaufkraft durch Erhöhung der Ab- gerade die Zähne sich leichter als irgendein an- fafom ög[id)f eiten und damit die Steigerung derer Teil des Körpers aus diesem entfernen und des internationalen Warenumsatzes bezeichnet Mi- sich verhältnismäßig leicht durch eine Prothese nifterlalbireftor Posse hat an den Verhandlungen ersehen lassen, hat in den Kreisen dec Laien die zur Lösung der Weltwirtschaftskrise weitgehend teil- Vorstellung hervorgerusen, die Zähne seien vom genommen und die Bereitwilligkeit Deutschlands zur Körper völlig isolierte Gebilde. Selbst wenn auf­weiteren Mitarbeit zum Ausdruck gebracht. tretende Schmerzen die enge Verbundenheit der

Zuchthaus für Demonstranten

im Berliner Verkehrsstrelk. I erschüttert werden.

«Berlin a a?D0 (Ssi i Das Berliner der Patient von seinen Schmerzen befreit,

lincr Verkehrs-AG. am 4.Rovember am 6tra- ^chung, m der Zahn gefüllt werden

JuÄ RX °°n ibmol* S'ÖlTÄr6 °L' Vun tfÄ isis s DNLM2LT L" flötet jrerben mußte, 8«.

«ÄS feÄÄÄÄ «ch°!t -mtfprLub ^-rchgesührt. Di- erste toortaefäbrbuna als aeaeben an und Ywr# I kommt er dann noch die gewünschtegute Plombe , -"5 """ "«ää ' zeichneten Fachmannes geraten zu sein, besonders

Aus aller Welt. wenn die Sachepreiswert" oder sogarbillig"

I war.

Vrandkalastrophe in einem Schweizer Kinderheim. seinem Unglück aber ist der Zahn trotz der Zn Waedenswil (Kanton Zürich) brannte ein allgemein verbreiteten Ansicht kein isoliertes

Heim ab, das 80 schwer erziehbare Kin- Gebilde, sondern steht mit dem übrigen Organis- d e r beherbergte. Drei ber jungen Bewohner rour mus in engster Verbindung. Rach einer ober- den bisher als Leichen geborgen, neun siüchlichen Behandlung der Wurzelkanäle ent­werten noch vermißt. Die Ursache des Brandes wickelt sich leider auch unter derallerbesten" konnte noch nicht geklärt werden. Plombe mit absoluter Sicherheit ein Fäulnis-

16 Millionen Blumenzwiebeln sollen vernichtet I Prozeß. Die nächste Folge ist eine Infektion der werden die Zahnwurzel umschließenden Wurzelhaut bis

Die holländischen Blumenzüchter haben ein Heben einer schweren Vereiterung be8 die Wurzel, einkommen getroffen, wonach je Hektar mit Blu° ,®cr. ,9U1V

menzwiebeln bestellte« Land, rund 2000 Silo- 8"/ 'st noch wenn ter Patient durch gramm Blumenzwiebeln ° e r n i ch t e t M*'a« Schmerzen gezwungen wird. Wort e.nen werben fallen, um die Vorräte zu Derminbern. Z-dnarzt aufzusuchen Leider. ,um Nachteil be» Die Vorräte sollen in Gruben geworfen unb mit entwickelt ,ich nach dem -rst°0 Schmerz,

ungelöschtem jkalk bedeckt werden Aus diese Weise «'N« meist unbeachtet.bleiben!» F stel oder werden etwa 1500 Tonnen Blumenzwiebeln ber- Ä(P±elJ&, nichtel werden Der Wert dieser Zwiebelmenge dürste l«*tiber "BcMltoet&en ein buri duftere ©rfiiiet. weit über 2 00000 holländische Gulden J1,'*1 sl1 ® L.J'

betragen Ihre Stückzahl wird auf mindesten« 16 </ tt?

Mundhöhle entleerenden Elters ein« ernste Ge- Millionen geschätzt. fahr für den Magen-Darrnkanal bedeutet, be-

vereitelter Sprengsioffanschlag barf wohl keiner weiteren Erklärung. Außerdem

auf das Kieler Gerichlsgefängnis. werden die in diesen offenen oder geschlossenen

Die Justizpressestelle Kiel teilt mit:In der Nacht Eiterherden sich entwickelnden Bakterien unb

Aum 9. November ist ein Spreng ft offatten- deren äußerst giftige Stoffwechselprodukte durch

tat auf das Kieler Gerichtsgefängnis den Dlutstrom in den Körper verschleppt. De-

versucht worden. Eine Polizeistreife stellte gegen sonders an Organen mit verringerter Wider-

23.15 Uhr fest, daß am Kellerfenster des Wohn- standskraft sich festsetzend, bilden fie oft die llr-

gebäudes des Gerichtsgefängnifses eine Bombe be- fache von schweren gesundhelllichen Störungen,

festigt war, die mit Zündschnur versehen und fertig äleberaus viele Fälle von Rheumatismus, Rie-

zum Gebrauch war. Der Tater konnte dingfest ge^ ren- unb Herzerkrankungen usw. sinb auf solche,

macht werten." Die Bombe bestand aus einem mit I zwar mit einerguten Plombe gefüllte, aber Sprengstoff gefüllten Glas, das in f^apier einge- unwissenschaftlich vorbehandelte Zähne zurÜckzu-

wickelt war Der Täter konnte von einer Polizei- führen.

Kbei der Anbringung beobachtet und kurz Aber auch bei nur oberflächlich erkrankten Zäh- f festgenommen werten. Nach der ganzen nen ist der Wert des besten Füllungsmaterials Sachlage glaubt man, darauf schließen zu dürfen, illusorisch, wenn die Vorbehandlung des daß es sich mehr um eine Kundgebung handelt, als Zahnes nicht mit der größten Sorgfalt durchge- um einen ernstgemeinten Anschlag auf Leben und führt wird. Gerade bei Zähnen mit lebendem Gesundheit von Menschen. Bei dem Täter handeltÄerv" ist das Gntserrlen der erkrankten Zahn­es sich um einen Kieler namens Siemsen, der I substanz (Caries") oft nicht gerade mit sehr an- sast in alle politischen Zwischenfälle verwickelt war, genehmen Empfindungen für den Patienten ver­bi e sich in letzter Zeit in Kiel ereigneten. Don dem I bunden. Außer anderen Fehlern genügt a. D. Kieler Polizeiarzt soll er als nicht zurechnungsfähig I schon die geringste In der Zahnhöhle belassen« bezeichnet worden sein. Spur von EarieS, um unter oder neben auch der