Ausgabe 
10.8.1932 Frühausgabe
 
Einzelbild herunterladen

SJl.-'fpOTt

GlüEcher Fußball-Austakt... 1900 (Ciga) BSE.Eintracht" Siegen (£iga) 4:1 (1:1).

Wenn man im glücklichen Auftakt ein gutes Omen für die Saison sehen dürfte, dann wäre Gutes zu erwarten. Wie es werden wird, lehrt die Zukunft! Jedenfalls gewannen die Ligisten der Spielvereini­gung ihr erstes Spiel und das ist erfreulich. Eine Niederlage, dazu auf eigenem Platze, zu Beginn der Saison, hätte zweifellos einen wenig guten Ein­druck gemacht. Die zahlreichen Zuschauer sahen einen lebhaften Kampf. Das Spiel wurde fair aus- getragen. Zwar fetzte gleich, zu Beginn ein ener­gisches Ringen Mann gegen Mann ein, hart wurde um den Ball gekämpft, gefährliche Situationen lösten sich aber immer wieder in Harmlosigkeit auf, so daß man ohne Strafstoß auskam. Der Schieds­richter hatte kein allzufchweres Amt.

Eines war von vornherein zu bemerken: die Blauweißen ließen sich von Anfang an die Spiel­anlage des Gegners aufdrängen. Die Siegener spielten halbhoch, scharf immer wieder auf das Tor zu (was ja an sich kein Fehler sein soll!) aber ohne jene klare Kombination, die mit einiger Sicherheit Erfolge hätte garantieren können. Es gelang den Gästen nur das Ehrentor, nachdem die Platzbesitzer mit 1:0 in Führung gegangen waren. Während der ganzen ersten Halbzeit die beiden Tore fielen kurz hintereinander in der 14. bzw. 15. Minute än­derte sich an diesem Ergebnis nichts mehr. Die 1900er lagen vorübergehend klar in Front. Nachdem der Ausgleich gefallen war, setzte eine Torschußserie ein, die aber von keinerlei Erfolg begleitet war. Immer wieder gingen die Bälle darüber, daneben, der Tormann hielt die mehr oder weniger scharfen Schüsse, kurzum, es blieb bis zur Halbzeit bei dem 1:1, nachdem sich das Spiel wieder ausgeglichener gestaltet hatte und in flottem Hin und Her beide Tore verschiedentlich in Gefahr gerieten. (Uebrigens mußte Schlarb das erste Tor halten!)

In der zweiten Spielhälfte setzten sich die 1900er besser durch. Die Gäste, nach wie vor eifrig, waren der Balltechnik der 1900er nicht ganz gewachsen, die Blauweißen spielten ideenreicher, die Manipulatio­nen der Eintrachtler dagegen waren durchsichtiger, so daß die Gastgeber immer etwas mehr am Ball waren. Bald nach dem Wiederbeginn lautete das Ergebnis 2:1 für 1900. Die Hiesigen blieben stets etwas feldüberlegen, die Siegener versuchten immer wieder durch heftige Durchbrüche vor das Tor zu kommen, die Verteidigung war jedoch auf dem Posten. Luft und Zeiler wehrten zuverlässig ab, so daß schlarb nicht mehr allzuoft einzugreifen brauchte. In gleichmäßigen Abständen fielen zwei weitere Tore. Der Sieg der Blauweißen stand mit dem dritten Erfolg sicher. Besonders gefiel in diesem Spiel die Läuferreihe, die sich durch besonderen Eifer auszeichnete, der Sturm arbeitete nicht sehr genau zusammen und lies manche Gelegenheit aus. Schlarb wurde durch die niedrigen Bälle immer wieder etwas in Verlegenheit gebracht. Der Schieds­richter amtierte einwandfrei.

vfv. Liga Fronhaufen 4:0 (1:0).

Der Start in die neue Spielsaison brachte auch den VfB.ern einen klaren Sieg. Da einer­seits die Grün-Weißen mit Ersatz antraten und andererseits der Gegner die erwartete Spiel­starke nicht besaß, lassen sich jedoch Betrachtun­gen über die Verbands-Spielstärke der VfB.-Li^a nicht machen. VfB. trat die Reise an die Dill mit folgender Mannschaft an: Hetzel; Bingel, Leutheuscr; Haupt, Kreß I., Feuster; Müller, Wilhelm, Seibel, Lehrmund, Fehling. Balser mußte noch in letzter Minute durch Hetzel erseht werden, der sich gut aus der Affäre zog. Die Plahverhältnissc in Frohnhausen sind nicht die besten. BfB. spielte zuerst bergauf und der Gegner leistete denn auch in der ersten Spiel­hälfte den erwarteten Widerstand. Bei trotzdem überlegenem Spiele der BfB.er, bedingt durch die bessere Spielweise, konnten die Gießener bis zur Pause nur ein Tor vorlegen. Es resultierte aus einem von Feuster verwandelten Elfmeter. In der zweiten Halbzeit beherrschten die BfB.er souverän das Feld. Zwei Tore von Wilhelm und ein weiteres von Seibel stellten das End­resultat fest. Eine Kritik der Mannschaft erübrigt sich, jedoch ist festzustellen, daß die Verteidigung und die Außenläufer eine Form zeigten, die für die Berbandsspiele das beste erhoffen läßt. Die Gastgeber spielt recht und schlecht. Sie sind auf ihrem unebenen kleinen Platz immerhin ein ge­fährlicher Gegner.

VfB. Ligareserve Leihgestern 1 2:8 (0:2).

Die Ligareserve muhte beim ersten Spiel eine blamable Niederlage einstecken, obwohl der Geg­ner bei weitem nicht die Spielstärke besah, wie das Resultat vermuten läht. Es soll jedoch die Leistung der Gäste nicht geschmälert werden, denn sie waren eifriger und schuhfreudiger am Werke als die Leute vom Waldsportplatz. Zu Beginn des Spiels sah man die BfBer in Front, aber als der Gegner durch ein Aeberraschungstor in Führung ging, war es mit der Begeisterung der BfBer vorbei. Die Verteidigung leistete sich man­chen Schnitzer und verschuldete z. T. die hohe Rie­derlage.

VfB. III Leihgestern II 1:2 (0:1).

Auch die 3. Mannschaft muhte sich einem eifri­gen Gegner beugen. Die Mannschaft besteht z. T. aus ehemaligen Jugendlichen. Dank der Spiel­erfahrung konnten sich die sympathischen Gäste einen knappen Sieg sichern.

Iugendspiele.

VfB. 1. Jugend Spv. Garbenteich 0:0.

Der Start des BfB.°Rachwuchses war nicht sehr verheihungsvoll. Die Mannschaft fand sich nicht recht zusammen. Immerhin konnte sie gegen die kräftigeren Gäste ein Unentschieden halten. Das Spiel der Schüler fiel aus.

Olympia -1932.

Oie dritte Goldmedaille für Deutschland,

Deutschland hat eine dritte Goldmedaille er­halten. Allerdings nicht in einem sportlichen, son­dern imWettbewerb der schönen Künste". Der noch nicht verteilte Literaturpreis wurde an Paul Dauer (Deutschland) für das BuchAm Kan- genhenzonga. Kampf mit dem Himalaya" ge­geben.

Die weitere Ausbeute des Montags war für Deutschland ein fünfter Platz von Leo Esser im Kunstspringen der Herren.

Wie man erwartete, blieben die Amerikaner mit ihrem artistischen Können und i rer n odernen Auf­fassung in Front. Der Deutsche war von den teil­nehmenden Europäern noch der beste. Die ge­naue Reihenfolge lautete: 1. Gallihem (USA.), 161,38 Punkte; 2. Iohn Smith (USA.), 158.34; 3. Degener (USA.), 151,82; 4. Phillips (Kanada), 134,64; 5. Leo Esser (Deutschland), 134,40; 6. Ko­bayashi (Japan), 133,76 Punkte.

Im ausverkauften Schwimm-Stadion fiel auch die Entscheidung im 100 - Meter - Crawi­sch w i m m e n der Damen. Siegerin blieb die Inhaberin des Weltrekordes, Helen Madison (USA.) in der neuen olympischen Rekordzeit von 1:06,8 Minuten. Den zweiten Platz belegte die erst 14 jährige Holländerin vonOudeninl:07,8 Mi­nuten vor den beiden Amerikanerinnen Geratti und Me. Kimm. Bei den Dorläufen zum 400°

Meter-Crawlschwimmen der Herren erregten der Iapaner Pokayama mit 4:53,2 Min. (Olympischer Rekord) und der Franzose Iean Taris mit 4:53,3 Minuten die besten Zeiten

Starkes Interesse fanden die beiden Maffer- ballspiele.

Im ersten Treffen schlug Deuts ch l a n d Brasilien nach drückender Aeberlegenheit mit 7:3 (4 1). Die Südamerikaner benahmen sich schon während des Spieles schlecht. Rach dem Kampf griffen sie den Schiedsrichter an. Zwischen ihnen und den gemeinsam den Schiedsrichter verteidigenden deutschen und ungarischen Spie­lern kam es zu einer hählichen Szene, die damit endete, dah 20 Polizisten herbeigeholt werden muhten, um die Brasilianer abzudrängen. Die gesamte brasilianische Mannschaft ist wenige Stunden später von dem Spielausschuß des In­ternationalen Berbandes disqualifiziert worden. Im zweiten Spiel des Tages schlug Ungarn unter der einwandfreien Leitung von Hofmann- Rürnberg Iapan mit 18:0.

Den zweiten Platz des Hockey-Turniers besetzte Iapan nach einem überraschenden 9:2- Sieg über Amerika.

Bei den Segelwettbewerben liegt der Deutsche Behr auch nach dem Montag noch hinter Holland und England auf dem dritten Platz.

Der Internationale Leichtathletik-Derband hat es in einer Sitzung abgelehnt, die Suspensierung Rurmis auszuheben. Der erste olympische Wett­bewerb im Turnen brachte die Freiübungen. Im Mannschaftswettbewerb siegte hier Amerika vor Ungarn, Italien, Finnland und Iapan. Bester Einzelturner war der Ungarn Pelle vor dem Schweizer Miez.

Eine Prüfung der Zeiten für die Staffeln am Sonntag hat ergeben, dah die

deutsche 4 mal 100-Meter-Staffel nur 40,6 Sek. gebraucht hat,

also den Weltrekord erreichte, der am Tage zuvor von den Amerikanern aufgestellt worden war. Ferner hat die Zielphotographie ergeben, dah die Deutsche Dollinger im 100°Meter° Laus Bierte und nicht Sechste war.

Zwischenbilanz von Los Angeles.

Nach Beendigung der gestrigen Wettkämpfe er­gibt sich im Ge'sam'tklassement der Nationen folgen­der Stand: 1. USA. 113 Punkte (21 Goldmedail­len, 18 Silbermedaillen, 14 Bronzemedaillen), 2. Finnland 37 Punkte (5, 7, 8), 3. Italien 35 Punkte (6, 4, 9), 4. Schweden 31 Punkte (7,3, 4), 5. Frank­reich 29 Punkte (7, 3, 2), 6. Deutschland 22 Punkte (2, 6, 4,), 7. England 21 Punkte (2, 6, 3), 8. Kanada 16 Punkte (1, 4, 5), 9. Japan 12 Punkte (2, 2, 2), 10. Ungarn 9 Punkte (1, 2, 2). Dann folgen wei­tere 12 Nationen.

3S.MielcheinWeMeisturnsest

Die Ergebnisse der Mehrkämpfe.

Zwölfkampf: Turner: 1. Reuter, Sb. 46 Gießen und Göbüg, Tv. Mainz-Mombach, je 207 Punkte; 2. A. Groh, Wiesbadener T. B., 206 P.; 3. O. Sinnwell, Tv. Bad-Rauheim, 205 Punkte; 4. C. Winter, Frankfürter Tgm.. Ein­tracht, 201 P.; 5. Kretz, Tv. Mainz-Kastel, 197 P.; 6. Hugo Reumann, Mainz 1860, 196 P.; 7. Willi Clumenschein, Tg. Bernstadt, 195 P. und P. Seip, Bockenheimcr Tgm., 195 P.

Zehnkampf: Turner: 1. Robert Haßler, Tgm. Bornheim, 189 P. und C. Frey, Mtv. Kreuznach. 189 P.; 2. Benz, Tv. Rüsselsheim, 171 P.; 3. L. Schneider, Tv. Hönningen, 169,5 P.; 4. L. Hermann, Tg. Bockenheim, 169 P.; 5. G. Pfeiffer, Frankfurter Tgm. Eintracht, 167,5 P.; 6. I. Kipp, Klein-Auheim, 165 P.; 7. Karl Haß­

ler, Tgm. Bornheim, 163,5 P. und R. Feth, Grohen-Linden, 163,5 P.; 8. K. Häfner, Tgm. Bornheim, 162 P.

Fünfkampf, Turner-Altersklosse: 1. Otto Iunker. Rödelheimer Tgm., 97 P.; 2. Paul Bie- ael, Tv. Algenrodt, 90 P.; 3. A. Rühel, Tv. Bieber, 87 P. und W. Seitel, Tiebenstein, 87 P.; 4. F. Maier, Tv. Walldorf, 85 P.; 5. W. Dohr- mann, Tv. Breckenheim, 84 P.

Fünfkampf, zweite Altersklasse, Turner: 1. H. Emmerich, Tgm. Worms, 100 P.; 2. A. Schall, Tv. 1860 Frankfurt, 89 P.; 3. L. Greif. Tv. Dölklingen, 88 P.; 4. E. Barbe, Vorwärts Bockenheim, 84 P.

Fünfkampf, dritte Altersklasse, Turner: 1. Ueberreich, Tv. Unterliederbach, 95 P.; 2. Friedrich Kofler, Homburger Tv., 89 P.; 3. Hilgert, Tg. Koblenz, 87 P.

Turnerinnen: Siebenkampf, Oberstufe: 1. E. Bruch, Tv. Saarbrücken, 127 P.; 2. A. Fuchs, Tg. Sachsenhausen, 125 P.; 3. Gretel Schnarr, Tv. Riederursel, 123 P.; 4. Thea Schmidt, Tg. Koblenz, 121 P.; 5. L. Holtermann, Mainz 1817 und Käthe Fohnemann, Tv. 46 Gießen, 120 P.

Sechskampf. ältere Turnerinnen: 1. Else Schmidt, Tv. Malstadt, 109 P.; 2. G. Hangarter, Tv. 1860 Frankfurt, 100 P.; 3. G. Fischer, Tv. 1860 Frankfurt, 97 P.

Vierka mpf, Turnerinnen: 1. Else Dickel- Haupt, Mtv. Gießen, 88 P.; 2. Lore Becker. Stadtsportverein Frankfurt, 79 P. und I. Boch- nick, Tv. Reu-Isenburg, 79 P.; 3. G. Grützner, Mainz 1817.

Vereins-Riegenturnen. Stärkeklasse 2: 1. Tv. Germania Trier, 61 P.; Stärkeklasse 3: 1. Tv. Brebach, 68 P.; Stärkeklasse 4: 1. Mtv. Kreuznach, 69,5 P.

Faustball.

Freiwilliger Arbeitsdienst Tv. Mainzlar 1. HL 38:36.

Der Freiwillige Arbeitsdienst konnte während seiner Tätigkeit in Mainzlar (Herrichtung eines Sportplatzes) eine Faustballmannschaft aufstellen. Dieselbe stand am Sonntag der 1. Mannschaft des Tv. Mainzlar in einem Werbespiel gegen­über. Cs wurde ein schönes Spi»l gezeigt, bei dem der Freiwillige Arbeitsdienst als Sieger blieb.

Wirtschaft.

Erläuterungen zumReichsbankausweiö

Berlin, 9. Aug. (WTB. Funkspruch.) Rach dem Ausweis der Reichsbank vom 6. August 1932 hat sich in der verflossenen Bankwoche die ge­samte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 202,1 Millio­nen auf 3542,3 Millionen Mk. verringert. Im einzelnen haben die Bestände an Handelswech­seln und -Schecks um 63,6 Millionen auf 3043,9 Millionen Mk., die Bestände an Reichsschatzwech­seln um 20,5 Millionen auf 27,1 Millionen'Mk. und die Lombardbestände um 117,9 Millionen auf 106,2 Millionen Mark abgenommen.

An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zu­sammen sind 154,9 Millionen Mk. in die Kassen der Reichsbank zurückgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 144,8 Mil­lionen auf 3822,1 Millionen Mk., derjenige an Rentenbankscheinen um 10,1 Millionen auf 403,1 Millionen Mk. verringert. Dementsprechend ha­ben sich die Bestände der Reichsbank an Renten­bankscheinen auf 23,9 Millionen Mk. erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 333,9 Millionen Mk. eine Abnahme um 45,7 Millionen Mk.

Die Bestände an Gold und deckungsfähigen De­visen haben sich um 0,3 Millionen auf 894,4 Mil­lionen Mk. erhöht. Im einzelnen haben die Gold­bestände um 3,2 Millionen auf 763,0 Millionen Mark abgenommen und die Bestände an dcckungs- fähigen Devisen um 3,5 Millionen auf 131,4 Mil­lionen Mk. zugenommen. Die Deckung der Roten durch Gold und deckungsfähige Devisen betrug am 6. August 23,4 Prozent gegen 22,5 Prozent am Ultimo Iuli d. I

* Die Portland-Zementwerke Dycker- hoff°Wicking, Mainz-Amöneburg, haben Antrag auf zeitlich begrenzte Stillegung des Werkes Mainz-Amöneburg gestellt. Die Still­legung soll im September erfolgen und so lange andauern, bis die Läger geräumt sind.

* Zahlungseinstellung des Beam - ten - Wirtschafts - Vereins zu Ber - l i n. Die seit 30 Iahren bestehende Beamten- Wirtschafts-Verein e. G. m. b. H., Berlin zu Ber­

lin hat sich genötigt gesehen, die Zahlungen ein­zustellen. Sie erstrebt einen Vergleich, der auf eine volle Befriedigung besonders der Spargläu­biger abzielt. Die gegenwärtige Illiquidität der Genossenschaft ist auf die Schrumpfung des Spar­kassenbestandes zurückzuführen. Die Genossenschaft hatte 1929 einen Sparkassenbestand von 16,5 Mil­lionen Mark, von dem damals die Hälfte flüssig gehalten war. Da der Sparkassenbestand heute noch acht Millionen Mark beträgt, sind unter Berück­sichtigung der seit April 1929 zugeschriebenen Zin­sen rund 11 Millionen Mark bar zur Auszahlung gelangt. Die Vorbereitungen zur Einleitung des gerichtlichen Vergleichsverfahrens sind im Gange. Der Warenverteilungsvertrieb wird uneinge­schränkt aufrechterhalten.

Frankfurter Abendbörse still.

Frankfurt a. M., 9. Aug. An der Abend­börse stagnierte das Geschäft fast voll­kommen, da Anregungen nicht Vorlagen und es vor allem weiterhin an Orders von außen her fehlte. Die Spekulation war eher zu weiteren Realisationen geneigt, so daß die Tendenz als nur knapp behauptet anzusprechen war. In­teresse erhielt sich nur für Schiffahrtswerte sowie am Montanmarkt für Stahlverein, die etwa 0,25 bis 0,50 Prozent höher lagen. Auch AEG. konn­ten sich leicht erhöhen, während I.-G.-Farben im freien Markt mit 86,50 Prozent angeboten wa­ren. Im Verlaufe herrschte weiter Geschäftsstille. Wie groß diese war, dafür spricht, daß I.-G.- Farben, das Standardpapier, nicht amtlich no­tiert wurden. Im freien Markt ermäßigte sich der Kurs auf 863/g Prozent. Schließlich kam eine Rotiz per Kasse zu 86,50 Prozent zustande.

Am Rentenmarkt kam es ebenfalls kaum zu Llmsähen. Deutsche Anleihen blieben etwa be­hauptet, späte Reichsschuldbuchforderungen konn­ten um 0,25 Prozent anziehen. Pfandbriefe lagen sehr ruhig. Altbesitzanleihe 48,50, Reubesih- anleihe 5,45, Schuhgebietsanleihe 3,20, bprozent. Frankfurter Hypotheken-Bank (Gold-Reihe 13 bis 15) 68.75, Reichsbank 125, Rheinstahl 50,50, Stahl­verein 12,75, Aku 40, AEG. 28,75, Scheideanstalt 138, I.-G.-Farben Kasse 86,50, Gesfürel 60,50. Hapag 13,75.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter öen Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzl beschloßenen Dividende an. Reichsbankdiskonl 5 o. H, Lombardzinsfuß 6 v. H.

Frankfurt a. M.

Berlin

Franksurt a.M.

Berlin

Frankfurt a. M.

Berlin

Schluß« furd

schlußk. Abend- böri

Schluß« Iure

Schluß!. Mittag. börse

Schluß« kurS

Schluß!. Abend« börse

Schluß» kure

Schluß!. Mittag« böric

Schluß« furö

Schluß!. Abend« börs

Schluß« lurö

Schluß!. Miiiag. börse

Datum

8-8- |

9.8.

8-8.

9.8.

Datum |

8.8.

9.8.

8.8.

9.8.

Datum

8.8.

9-8-

8-8.

9.8.

6% Douitche Retchsaniethe v.lSn.

63

62

62,1

63,1

vamvurg-Amerua Pate.

i

13

13,75

12,9

13,5

iKiebrd Montan......

_

_

u% ehern. 7%2t. ReichSani. V.1S2V

69,75

69,5

69,5

69

Hamburg-Südam. Tampfschis,

0

27

Bereinigte Stahlwerke . . . .

O

13,25

12,75

12,9

12,25

5)4% Douna-Anleihe von 1930

59,5

60,5

59,5

60,5

Hansa Dampsschiss

I

Ctavi Minen.......

<i

14

14

14

14

3)cutid)e Anl.-Ablös.-Schuld mtl

49,5

48,5

48,4

Norddeutscher Lloyd ...

(

14,4

14,4

14,65

Kaliwerke Aschersleben . . .

6

96

96

96

96

Auslos.-Rechten.....

49,25

A.G. für Verkehrswesen Akt.

0

32,5

34,13

34

Kaliwerke Westeregeln . . .

i,

105

104

104,5

102,5

Scäflt. ohne Auslos.-Rechte . .

5,425

5,45

5,4

5,5

Berliner Handelsgesellschaft .

4

89,5

89,5

89,5

89

Kaliwerke Salzdetfurth . .

9

163,5

164

173,75

164

6% chem 8% vc|L Bollsstaat 1929

53

52,5

52,5

53,5

Commerz- und Prival-Bank .

Darmstädter und Nationalbanl

0

16

16

53,5

53,5

(rückzahlb. 102%)......

0

18,5

18,5

übcrljefien Provtnz-Anlelhe mH

47

Deutsche Bank und

I. G. Färben-Industrie . . .

7

87,5

86,5

87,75

87

AuSlos.-Rechken......

47

Disconio-GeseUschast.

0

75

75

75

75

Scheideanstalt.......

Goidschmidt..... . . .

10

138

138

Deuiiche Komm. Sammelabl.

45,25

45,5

45,13

44,75

Dresdner Banl......

0

18,5

18,5

61,75

61,75

0

17,75

17,5

17,75

17,9

Anleihe Serie i......

ReichSban! ....

1

126

125

126

125,4

RütgcrSwerke........

0

33,75

33,65

33,25

34,65

6% ehern. 8% Srant|. Hnp.-Banl Goldpsr. r> unkündbar bis 1935

69,25

68,75

A.C.G . ...

. 0

28,5

28,75

28,5

28,5

Mctallgesellldiast. .

0

28,75

28,25

28,9

28,75

6% ehern. 7% Franks. Hyp.-Bank

69

78

Bergmann........

. 0

©olOVi' 16 unkündbar bis 1936 5)4% ehern.!'/,% Franls.Hyp.-

Ban! t'iqu Pfandbriefe . . .

68

77,75

Elektt. LieserungSgeseNschast. Licht und Kraft......

Felten & Guilleaume....

5 6

0

60

74

41,75

60,5

74,5

41,5

60,75

73,9

42,65

62

74,9

41,75

Philipp Hotzmann.....

Zementwerk Heidelberg. . . - Cemcntweri Karlstadt. . . .

Wayst & Drehtag . . .

0

1

(

39

38,5

38,5

39

33

39,75

38,5

5J4% chem. 4%% Rheinische

79,5

79,75

Gesellschaft für Elektrische

o

3,9

4,25

4,5

Hnv -Bank-Ligu «Goldpie. .

Unternehmungen . . .

1

61,25

60,5

61,5

60,9

6% chem. 8% Pr. LandeSpsand.

Rheinische Elektrizität . .

518

69,5

69,5

69,5

69,75

briesanstalt Pfandbriese R. 1?

68

68

68

Sd)udert & Co.......

0

65

66

66

66,25

Sdjultheto Payenhoser . . . Aku (Allgemeine Kunstseide) Bemberg.........

_

_

55,5

55,75

6% ehern. 7% Pr. Landespfand- briefanftni* Plandbrleke R. U1

68,5

68

_

_

Siemens L Halske.....

Lahmeher & (So.......

9

10

122

87

123,5

86,5

123,25

122,75

86.5

0

40,75

33,5

4?

33,5

40,75

34

39,75

34

c

Zellstoss Waldhof.....

0

29

30

29

28,9

4% Dc(tcneid)l)d)e Qiolorciite .

10

10

10,7

löuoeiu........

. 4

28,5

72,5

28

28,9

28

äcllstoss Aschaffenburg . . .

(

17,25

I7jji

17,25

4,20% Oestcrreichische SIlberrentr

1

1,2

1,1

1,2

Deutsche Erdöl......

. 5

71,5

72,25

71,9

Dessauer GaS.......

7

86

86,65

4% Üngarische Goldrente ....

5,85

5,85

5,85

5,9

Gelsenkirchener......

. S

36

35

36

35,13

Daimler Motoren.....

0

14,5

14,5

15

15,13

4% Ungarische Staatstente v. 1910

6,5

6,5

6,4

6,3

Harpencr.........

. 0

52,75

53,75

53

54,4

Deutsche Linoleum ....

0

36,13

34,65

35

34,25

4'/,% deSgl. von 1913 . . . .

Voesch Eisen........

. 6

27

27,5

Orcnstein & Koppel ....

c

25

24,65

5% abgest. GoldmexUaner von 9t

5,4

5,25

3He Bergbau.......

Ilse Bergbau Genüsse . . .

10

130

130

Leonhard Tietz......

6

44

41

41

39

4% Türkische Zollanleihe von 1911

3,4

3,4

3,3

3,4

.

95

94,5

Svenoka

0

4% Türkische Bagdadbahn-Anleilt?

Mlödncriocrtc . .....

. 6

25,5

24,9

24,9

24,25

Ehade

12

169

171

169,75

172

Serie l . . . . .

3,4

3,4

3,5

Blannesmann-Rahren . . .

. 6

39,9

40

39,75

39,65

4% desgi. Serie li

3,4

3,4

3,4

3,3

Mansselder Bergbau ....

. 0

15,5

16.5

15,5

16,25

5% Runiän. vetcinh. Rente v.190!

4,5

4,75

Oberfchles. KokSwrrke . . .

. 8

31,65

31,5

Frankfurter Matchtncn . . .

_

_

4/,%Rumän.vereinh.Rentcv.l913

8,25

_

8,15

8,3

Phönix Bergbau......

4'/a

16,75

16,25

16,65

16,4

Grinner.....

0

17

17,5

_

4% Rumänische vereinh. Rente

4,2

4,25

4,2

4,1

Rheinische Braunkohlen. . .

Rveinstabl ......

10

170

169

169,4

169

Mainkrastwerke Höchst a. M-.

4

47,5

_

_

2)4% I Anatm---

17.R5

17.13

17.5

I 17,25

. 6

49,75

50,5

50,25

50,75

Süddeutscher Zucker ....

8

106,25

107

105,75

106,75

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. M.

Banknoten.

8.August

9-August

Amtliche Notierung

Amtliche Dotierung

Meld

artet

Geld

3r(et

HelsingsorS .

6,284

6,296

6,284

6,296

Wien. . . .

51,95

52,05

51,95

52,05

Prag . . .

12,465

12,485

12,465

12,485

Budapest. .

Sofia . . .

3,057

3,063

3,057

3,063

Holland . .

169,58

169,92

169,68

170,02

Oslo. . . -

72,78

72,92

73,13

73,27

Kopenhagen.

78,22

78,38

78,42

78,58

Stockholm -

74,78

74,92

75,02

75,18

London. . .

14,55

14,59

14,61

14,65

Buenos Aires

0,878

0,882

4,217

0,878

0,882

Neuyork . .

1,209

4,209

4,217

Brüssel. . .

58,34

58,46

58,34

58,46

Italien. . .

Paris . . .

21,50

21,54

21,50

21.54

16,475

16,515

16,48

16,52

Schweiz . .

81,87

82,03

81,97

82,13

Spanien . .

34,14

34,20

34,14

34,20

Danzig. . .

81,92

82,08

81,92

82,08

Iapan . . . Rio de Jan..

1,089

1,091

1,099

1,101

0,324

0,326

0,324

0,326

Jugoslawien.

6,693

6,707

6.693

6,707

Liltabon

'3.29

13,31

13,29

13,31

Berlin, 9-August

Geld

Zrkef

Amerikanische Noten.......

Belgische Noten.........

Dänische Noten.........

Englische Noten.........

Französische Noten........

Holländische Noten........

Italienische Noten.......

Norwegische Noten........

Deutsch. Oesterreich, ä 1OO Sch'lling Rumänische Noten........

Schwedische Noten ........

Schweizer Noten.........

Spanische Noten.........

Ungarische Noten........

4,20 58,18 78,24 14,57 16,44

169,31 21,46 72,95

2,49 74,85 81,79 34,00

4,22

58,42

78,56

14,63

16,50

169,99

21,54

73,25

2,51

75,15

82,11

34,14

lv.B

UV' öonn'^ 3Duf| miWSan*"!

5"*a,l8,,«,Spr

Auch D,Inen Dhifl

***$. MW'

,tf.S Steilung' fflenäaten m fr Umbracht M d regiemng noch em, lich das deutsche machen, das) die Krise nur zu metz Ordnungm bleiben, so hasten politischer Ww Cs ist ganz M Trüben zu iw dah sie bei den Spiele hasten un nistische Parteilei! visuellen Terror dadurch, dah sie Hänger in Wort zur Aiederkämpfi Straße zu gehen, so, als ob das dei kan tanze, obschc lich noch über fügt, um der 6< Es ist noch fei Schreckenstaten fin eine Auflehn gcwalt, die sie unbedingten Sichert gefallen lassen soll

Es ist eine Fr- siir das deutsche Sßo ungeschwächt c beit es sich allein stark gemacht wird walt das deutsche ohne Erschütterung Gefüges herauszus dem Plan umgeht, lei, wie sie zusamn larifd) ja ftütjen, nidjt belast, begef, fyirlamentariidje .ffa sind eigentlich üble uicht übersehen werl wchge Recht des Re kanzler, sowie den l sen Rahmen eine neu den soll. Wenn al Parteiführer innerh tags den Auftrag < die von einer park und gestüht wird, fuhrt werden. scheitert also der Reichspräfidenten stimmen, die aber trag erhalten kann d°8 uns die Zeit fe abzuwandeln, denn 'n Zwei ober drei eine Neidtsregierum 'en.heit besitzt, ä gewöhnlichen Krise flehen. Wir tön Zssr ft"bn 1° l«r ss*S SKSi tz-Ly

'einen9 entle E ^.dar^de. xstritt Mnu, RO

ein»?

S Erdeis die ÖWet^ ba