Ausgabe 
10.8.1932 Erstes Blatt
 
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W «Mk Wei.

Original-Roman von Anny von panhuys.

Copyright by Verlag A. Bechthold, Braunschweig.

30 Fortsetzung. Nachdruck verboten!

Werner Ins:

Meine schöne Celia!

Du bist und bleibst meine schöne Celia, auch wenn Du mich beiseite geworfen hast, als Du meiner Liebe überdrüssig geworden bist. Du hast mir Geld gegeben, aber es ist alle geworden, mein Geschäft, das ich mir davon eingerichtet, ist kaput gegangen, und ich habe noch Schulden. Die möchte ich bezahlen, nein, die mutz ich be­zahlen. Ich bin von München hierher nach Frank­furt gefahren und wohne in einem Hotel hinter dem Bahnhof. 3d) habe mich nach Dir erkundigt und gehört, Du wärst verlobt. Du hast mir gesagt. Du würdest niemals wieder heiraten, sonst hätte ich Dich nicht so leichten Kaufes gehen lassen. O Du, ich beneide den Doktor. Ich brauche jetzt eine ziemlich grotze Summe, damit ich mir auf die Deine helfe. Gib mir Nachricht, wo wir uns treffen und ungestört aussprechen können. Am besten ist's, Du kommst in mein Hotel, es heitzt Zum Jäger". Ich kämpfe mit mir, ob ich nicht zu Dir gehen soll, denn ich habe schon ein paar Tage verplempert, weil ich erst Deine Wohnung ouskundschaften mutzte. Vielleicht trinke ich mir Mut an und hole mir autzer einem Scheck von Dir noch ein paar Küsse.

Habe ich nicht den Mut, Dich aufzusuchen, dann gib mir nach Erhalt des Briefes sofort Nachricht oder besser, komm' selbst zu mir. Ber- aih Dein Scheckbuch nicht und Deine Küsse. Ich brauche beides!

Dein

Stefan Brauner."

Der Kommissar tat, als sähe er gar nicht hin, und doch beobachtete er Werner Sturm sehr genau.

Werner war zumute, als hätte man ihm in einem ganz tollen Theaterstück eine tolle Nolle aufgezwungen. Der Briefbogen zitterte leicht in seinen Händen.

Celia satz noch immer, die Hand über die Augen gelegt. Sie wunderte sich zwar über die Stille, die lange Minuten dauerte, aber für sie war ja die ganze Angelegenheit erledigt, sie wollte nichts mehr sehen und hören von der grätzlichen Geschichte.

Werner Sturm sah den Kommissar an.

Glauben Sie, datz ein Verrückter, ein Unzu-- rechnungsfähiger diesen Bries geschrieben hat?"

Bewahre, der Mann war durchaus normal", gab der Gefragte zurück. Celias Nechte gab die

Augen frei. Sie hatte das Wort Brief auf­gefangen.

Werner Sturm kam mit schnellen Schritten auf sie zu.

Ich bedaure, Ihnen in dieser Angelegenheit nicht mehr helfen zu können, Frau Gräfin, die Geliebte des Chauffeurs Stefan Brauner kann meine Frau nicht werden. Alles weitere, alles, was uns allein angeht, erledigen wir am besten schriftlich."

Den Brief hatte er dem Kommissar zurück- gegeben, und ehe Celia, die ihn entgeistert an­blickte, auch nur eine Frage tun konnte, hatte er mit knapper, aber höflicher Verneigung gegen den Veamten das Zimmer verlassen.

Celia wollte dem Kommissar den Brief aus den Fingern ziehen, doch er wehrte sie ab.

Ich will Ihnen vorlesen, was für Sie bestimmt war, Frau Gräfin. Der Brief ist von Stefan Brauner an Sie gerichtet und lag bei feinen Papieren. Nachdem ich vorgelesen habe, werden Sie ruhig zugeben, Ihren früheren Chauffeur zurückgestotzen zu haben. Damit die Sache so klar wird, wie ich sie haben will." Celia flog vor Erregung an allen Gliedern, sie stietz hervor: So eilen Sie sich doch und lesen Sie."

Der Kommissar nickte und begann:Meine schöne Celia! Du bist und bleibst meine schöne Celia, auch wenn du mich beiseite geworfen hast, als Du meiner Liebe überdrüssig geworden bist

Sie schrie auf:Wo haben Sie das her, der Kerl war wahnsinnig!"

Der Kommissar schüttelte den Kopf und wieder­holte, was er zu Werner Sturm geantwortet: Bewahre, der Mann war durchaus normal!" Llnd dann las er weiter.

Cs war eine Folter für Celia Kurzmann, es mitanhören zu müssen.

Endlich war der Brief zu Ende, der Kommissar erhob sich.

Ich sage Ihnen zu Ihrer Beruhigung, Frau Gräfin, obwohl ich nach Ihrem Verhalten gegen mich keinen Grund habe, Ihnen besonders wohl­zuwollen: Ihnen kann nichts geschehen, auch wenn Sie zugeben, Stefan Brauner zurückgestotzen zu haben. Aber alles hätte sich für Sie einfacher und glatter gestaltet, wenn Sie mir weniger schroff und beleidigend begegnet wären und den Baron Sturm nicht blind beauftragt hätten, mich mit allem, was ich von Ihnen wollte, an ihn zu wenden. Dann hätte er wahrscheinlich den Brief gar nicht von mir in die Finger bekommen."

Celia war es, als stände sie in einem dichten, roten Nebel, der auf und ab wogte und sie reizte, laut zu schreien und um sich zu schlagen. Sie konnte nicht mehr widerstehen und tat es. Sie schrie das ganze Haus zusammen, ein Wein- trampf schüttelte sie. älnd sic wand sich noch immer im Weinkrampf, nachdem der Tote längst fort­geschafft worden war.

Am nächsten Tage fuhr sie zur Polizei. Dort

wünschte sie den Kommissar Fritz zu sprechen. Er empfing sie sofort. Sie war heute still und be­scheiden, erklärte:Ich fürchtete einen Skandal und log, Herr Kommissar. Stefan Brauner ver­langte von mir, ich sollte ihn heiraten und be­lästigte mich. Er roch stark nach Alkohol, ich ekelte mich vor ihm und stietz ihn zurück."

Der Kommissar nickte:So ist's recht, die Wahrheit über alles, selbst wenn es vielleicht, wie in Ihrem Fall, ohne sie gegangen wäre."

Still wurde der Tote begraben, Celia kam für das billige Begräbnis auf, dann reiste sie mit Frau von Welp und Meta fort.

Man klatschte ein bitzchen über ihre zurück- qegangene Verlobung, tuschelte über einen ge­heimnisvollen Todesfall im Hause Frau von Welps und Erzählte sich, die Arbeiten in der Nödelheimer Villa der Gräfin wären jäh ab­gebrochen worden.

Werner Sturm ging mit schwerem Kopf um­her. Nun war sein Traum vom eigenen Kranken­haus wieder ausgeträumt. Nur um das Kranken­haus tat es ihm leid. An Celia verschwendete er nicht viele Gedanken. Er war froh, noch recht­zeitig erfahren zu haben, wie ihr Charakter war.

An ihr hatte er nichts, aber auch gar nichts verloren.

Er liebte sie ja auch nicht, wie ein Mann die Frau lieben soll, die er zur Lebensgefährtin wählt. Sein Herz hing immer noch an Lil, sein Herz hielt an ihr fest.

22. Kapitel.

E i n vergessener Brief

In dem kleinen Hof des Hauses der Linden- stratze wurde eifrigst geklopft und gebürstet. Das Frühjahrsgrotzreinemachen war vorüber und die kürzlich von Werner Sturm engagierte Haus- Halterin, Frau Erdberg, klopfte und bürstete zum Schlutz noch alles, was sich an Kleidungsstücken in den Schränken fand. Werner Sturm war mit Frau Suse Erdberg sehr zufrieden, alles im Haus ging wie am Schnürchen.

Werner Sturm sah in seinem Studierzimmer und war zum erstenmal nach langer Zeit wieder froher Stimmung, die Frage seines Kranken­hauses war überraschend plötzlich gelöst worden. Ein reicher Frankfurter, dessen Frau er geheilt, hatte ihm eine halbe Million zur Verfügung ge­stellt zur Ausführung seines Planes. Heute war alles beim Iustizrat Stoll rechtlich bindend fest­gelegt worden. Er lächelte vor sich. Endlich sah er wieder helles Licht auf seinem Weg. Es klopfte. Frau Erdberg trat auf seinHerein" ins Zim­mer. Sie hielt etwas Weitzes in der Hand.Herr Doktor, ich klopfe eben mit dem Mädchen im Hof die Kleidungsstücke aus den verschiedenen Schrän­ken, die Damenkleider und Mäntel aus dem gro- tzen Schrank oben sind auch dabei."

Werner unterbrach sie:Sie meinen die Gar­derobe meiner seligen Mutter?"

Frau Erdberg, eine schlanke, gepflegte Vier­zigerin, neigte den Kopf.

Jawohl, Herr Doktor." Sie hob das Papier, das sie in der Hand hielt.In der Tasche eines Kleides raschelte beim Bürsten etwas, und als ich das Kleid daraufhin untersuchte, fand ich diesen Brief." . . t t L

Sie reichte ihm das Papier und ging sofort, nachdem er es entgegengenommen.

Er strich unwillkürlich den zusammengeknktterten Bogen glatt, obwohl das schon die Hand der Haushälterin getan, dann las er den Brief. Seine Stirn war jetzt von Schatten verdunkelt, die frohe Laune von vorhin war völlig geschwun­den und er starrte fassungslos und erschreckt auf den Brief. .

Er begriff mit einem Male, warum Lil da­mals heimlich dies Haus verlassen und mit einem kleinen Wanderzirkus mitgezogen war. Er ver­stand Lil mit einem Male voll und ganz. Der Brief, den er in Händen hielt, war Lils Ab­schiedsbrief, den seine Mutter angeblich ver­nichtet hatte. Aus dem sie ihm, wie er jetzt er­kannte, nur einige Stellen mitgeteilt.

Er empfand keinen Zorn gegen die Mutter, nur Trauer. Seine Mutter hatte Lil nicht leiden mögen, heute wutzte er das mit einem Male. Sie hatte eine reiche Frau für ihn gewollt, und Lil die Verluste des Vaters entgelten lassen.

Arme Lil! dachte er, und daneben dachte er: Arme Mutter!

Seine Mutter hatte ihm stets nur Liebe ge­geben, aber sie hatte nicht begriffen, datz Reich­tum allein nicht glücklich macht. Sie war sicher fest davon überzeugt gewesen, Lil bedeute für ihn nicht das Glück, das sie selbst für ihn wünschte. Lils Wesen war von dem der Mutter auch zu verschieden, zwischen beiden war ein gutes volles Verständnis nicht möglich gewesen.

Er begriff das alles jetzt, nachdem er den Brief gelesen, der vor drei Jahren geschrieben wurde.

Er las ihn bereits zum vierten Male, und seine Lippen bewegten sich dabei, formten laut­los die Sätze, die er bis in seines Herzens Tiefe spürte. Sah für Satz las er zum vierten Male, und es hämmerte sich ihm förmlich ein: Nun bin ich aus Deinem Haus und aus Deinem Leben gegangen, Tante Adele, nun wirst Du ja Deine Ruhe, die Du durch mich verlorst, wie Du mir vorwarfest, wiederfinden. Wohin ich mich wende, was ich zu tun beabsichtige, wirb Dich kaum interessieren, denn Du magst mich nicht leiden, das Weitz ich. älnd Werners Liebe ist zu jämmerlich klein, sie kann mich nicht zurückhalten. Er erzieht ja nur an mir herum und folgt ganz Deinem Beispiel. Schade! Ich habe Werner lieber als alles sonst auf der Welt! Kümmert Euch nicht um mich, ich habe bereits ein Unterkommen, das mir zusagt, wo ich mich hinbegebe. Vergeht auch nicht, ich bin mündig und kann hingehen, wohin ich will. Lil. (Fortsetzung folgt.)

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Klein-Linden, 9. August 1932.

Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 11. August, nach­mittags 3y2 Uhr, vom Trauerhause, Kirchstraße 12, aus statt

Die trauernden Hinterbliebenen:

Familie Wilh. Klein II Familie Heinr. Klein Frieda Hinterlang, Braut

Einwendungen können während dieser Zeit dortselbst oorgebracht werden.

Ettingshausen, den 10. August 1932.

Hessische Bürgermeisterei Ettingshausen.

L) p p e r.

Am Montagabend verschied infolge eines Unglücksfalles unser lieber Sohn und Bruder, mein unvergeßlicher Bräutigam

Wilhelm Klein

Gestern morgen verschied plötzlich und un­erwartet nach langem schweren Leiden mein lieber, herzensguter Mann, unser guter, treu­sorgender Vater, Schwiegervater und Großvater Herr Heinrich Henkelmann H,

Schuhmacher

im Alter von 52 Jahren.

In tiefer Trauer:

Karoline Henkelmann, geb. Kall Karola Bau, geb. Henkelmann Adolf Bau und 2 Enkelkinder.

Lollar, den 10. August 1932.

Die Beerdigung findet Donnerstag, 11. August, nachm. 3Vt Uhr, von der Leichenhalle aus statt.

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Bekanntmachung.

In unser Handelsregister, Abteilung B, wurde am 5. August 1932 eingetragen: Dresdner Bank, Zweigniederlassung Gie­ßen. Gegenstand des Unternehmens ist der Betrieb von "sank- und Finanzgeschäften aller Art sowie die Fürsorge für die bank- geschäftlichen Bedürfnisse der deutschen Er­werbs- und Wirtschaftsgenossenschaften. Die Gesellschaft kann die zu ihrem Geschäfts­betriebe erforderlichen Immobilien und Einrichtungen erwerben und sich in jeder zulässigen Form an anderen Unterneh­mungen gleicher oder ähnlicher Art im Jn- und Ausland beteiligen, solche Unterneh­mungen erwerben und errichten, sowie alle Geschäfte eingehen, die geeignet sind, den Geschäftszweig der Gesellschaft zu fördern. Sie ist berechtigt, Zweigniederlassungen im In- und Ausland zu errichten. Das Grund­kapital beträgt 220 000 000 Reichsmark. Zu Vorstandsmitgliedern sind bestellt: Henry Nathan, Bankdirektor -, Wilhelm Kleemann, Bankdirektor: Dr. Walter Frisch, Geh. Le­gationsrat: Earl Goetz, Bankdirektor: Sa­muel Ritscher, Bankdirektor: Carl Berg­mann, Staatssekretär a. 2).; Siegmund Badenheimer, Bankdirektor: alle in Berlin. Zu Prokuristen für die Hauptniederlassung und sämtliche Zweigniederlastungen sind bestellt: 1. Stellv. Direktor Artur Schu­macher: 2. Stellv. Direktor Moritz Loewy: 3. Abteilungsdirektor Fritz Philips: 4. Stellv. Direktor Dr. Karl Wolfgang Wiet- haus; 5. Stellv. Direktor Alfred Hahn: 6. Rechtsanwalt Adolf Gaebelein; 7. Rechts­anwalt Ewald Raaz; 8. Abteilungsdirektor Hans Siemens: 9. Stellv. Direktor Hans Graf Henckel von Donnersmarck; 10. Rechts­anwalt Werner von Richter: 11. Stellv. Direktor Hugo Zinsser: alle in Berlin. Die Vertretung erfolgt entweder zusammen mit einem Vorstandsmitglied, einen stellvertre­tenden Vorstandsmitglied oder einem wei­teren Prokuristen. Aktiengesellschaft. Der Gesellschaftsvertrag ist am 24. März 1932 neu gefaßt. Der Vorstand besteht aus zwei oder mehr Mitgliedern. Willenserklärun­gen des Vorstandes insbesondere Zeich­nungen sind für die Gesellschaft verbind­lich. wenn sie von zwei Mitgliedern des Vorstandes oder von einem Mitglied in Gemeinschaft mit einem Prokuristen ab­gegeben sind. Stellvertretende Vorstands­mitglieder stehen in dieser Beziehung den Vorstandsmitgliedern gleich. Oeffentlichs Bekanntmachungen der Gesellschaft erfolgen durch den Deutschen Reichsanzeiger, die Berliner Börsenzeitung, den Berliner Bör- sen-Courier. Zur Gültigkeit der Bekannt­machungen genügt deren Veröffentlichung im Deutschen Reichsanzeiger. 5758D

Gießen, den 8. August 1932.

I __________Hessisches Amtsgericht.__________

Bekanntmachung.

Der Voranschlag der Gemeinde Ettings­hausen für 1932 liegt vom 10. L IN. ab eine Woche lang auf der Bürgermeisterei zur

Die Derlobunng ihrer Tochter ($Dd mit Herrn Dr. med. et phil. Thilo Johannes geben bekannt

Professor Or. med.

Ä. Henneberg und Frau

Gießen, Friedrichstraße 6

Meine Verlobung mit Fräulein Eva Hennederg, Tochter des Herrn Uni- versitätsprofessors Or. med. Henneberg und seiner Frau Gemahlin Helene geb. Fritze, beehre ich mich anzuzeigen.

Or. med. eiphil. Th. Johannes

Assistenzarzt der Medizinischen und Nervenklinik der Universität Jena

z. Z. Leipzig N 22, Menckestraße 30

August 1932

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Donnerstag, den 11. August b. 3., nach-1 mittags 2 Uhr, versteigere ich imLöwen", Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen | Barzahlung: 5756D

4 Sessel, 6 Vertikos, 5 Nähmaschinen, 9 Chaiselongues, 15 Sofas, 1 Radio­anlage, 3 Schreibmaschinen, 1 Eisschrank, 1 Papierstanze, 7 Büfetts, 5 Tische, 18 Stühle, 3 Glasschränke, 1 Wirtschafts­büfett, 1 Badeofen mit Wanne, 1 Mille Zigarren, 2 Kredenzen, 1 Musikapparat, 1 Trumeauspiegel, 3 Grammophone, 1 Kommode, 3 Kleiderschränke, 1 Blumen­krippe, 1 Spiegelschrank, 100 Topfpflan­zen, 1 Rauchtisch, 2 Schreibtische, 2 Vi­trinen, 1 Spiegel, 1 Bücherschrank, 1 Kla­vier, 1 Schreiosekretär, 1 Ständerlampe, 1 Perserbrücke, 1 Schärfmaschine, 1 Har­monium, 1 Wanduhr, 2 Korbmöbelgar­nituren, 35 Heugabeln, 3 Ridalspaten.

Ferner an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt im versteigerungslokal):

2 Horch-Personenwagen, 1 DKW=9Jlotor= rad, 1 Pferd, 2 Schweine, 1 Kuh.

Bestimmt:

6-, 1 Suppen-, 12 Teelöffel, 12 Ga­beln. 6 Messer.

2. Bestimmt um 3 Uhr, Zusammenkunft der Steigeret an der Vergschenke:

2 Acker Hafer, 1 Acker Korn.

Müll Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwigstraße 331 Telephon 3239

Bekanntmachung.

Das Direktorium der Reichsversiche­rungsanstalt für Angestellte hat mich als Ueberwachungsbeamten an Stelle des nach Nürnberg versetzten Lerwaltungs- oberinspektors Busse hierher versetzt. Meine Aufgabe ist im wesentlichen, die örtliche Nachprüfung der Beitragsentrichtung zur Angestelltenversicherung und die Erteilung von Auskünften. 5749D

Die regelmäßigen Sprechstunden werden nunmehr wieder am

1. und 3. Montag im Monat von 1 bis 2% Uhr

im Städtischen Versicherungsamt, Lony- straße 2 I, abgehalten.

Gießen, den 8. August 1932. Ueberwachungs- und Auskunftsstelle Gießen der Reichs­oersicherungsanstalt für Angestellte.

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3» der privatttagesache des Otto Erb, Wiefeck, Obergarten 2, Privatkläger,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Leopold Katz in Gießen, Bahnhofstraße 48/50,

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die Frau Margarete Keller, Wiefeck, Angeschuldigte,

vertreten durch August Keller, Wiefeck, wurde heute folgender

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abgeschlossen: 5757D

Die Angeschuldigte nimmt die in bezug auf den Privatkläger gemachte Aeußerung mit dem Ausdruck des Bedauerns als un­wahr zurück und zahlt sämtliche entstande­nen Kosten.

Gießen, den 5. August 1932.

gez.: Unterschriften.

Vorstehenden Vergleich bringe ich hler« mit auf Kosten der Angeschuldigten zur öffentlichen Kenntnis.

Dr. L. Katz, Rechtsanwall.