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Oefen und Ansteckflammen. Kanonenschläge und solche Feuerwerkskörper, die mit 2lbschluhvor- richtungen abgefeuert werden müssen, dürfen in Derkaufsläden nicht aufbewaKrt werden.
^Zornotizen.
— Tageskalender für Freitag: Stadt- theater, 20 bis gegen 23 ilpr, „Die endlose Straße". — Oberye,s:scher Kunstverein, Turmhaus am Brandplah, 15 bis 17 Uhr, Ausstellung. — Konsumverein Gießen u. ilmg., Cafe Lew, 20 Uhr, Haussrauenabend. — Lichtlpielhaus, Bahnhofstraße: „Drei von der Kavallerie". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Der fliegende Tod".
— Die Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde (Naturwissenschaft« liche Abteilung) hält am morgigen Samstag, 10. De« zember, 20.15 Uhr. im Hörsaal des Anatomischen Instituts, Bahnhofstraße 84, eine Sitzung ab. Lr. G i ck l h o r n (Prag) wird über das Thema „Neues über Bioelektrostatik und Bitalfärbung" sprechen Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich.
•* Sitzung des Kreisausschusses. Am Samstag. 17. Dezember, 10 Hfjr beginnend, findet im Aegierungsgebäude zu Gießen eine öffentlich« Sitzung des Kreisausschusses des Kreises Gießen mit nachstehender Tagesordnung statt: 1. Den Gemeinderechner zu Hungen: hier: Beanstandung des Gemeinderatsveschlusses vom 14. 3un: 1S32. — 2. Entziehung des Führerscheins des Willi Horn, Ober-Hörgern. — 3. Klage des Gastwirts Ludwig Bierau von Staufenberg gegen die Gemeinde Mainzlar auf Hnzulässigkeits-
erklärung eines Gemeinderatsbeschlusses und auf Eintragung in den Gemeindepachtvertrag.
** Sie Gemeinde-Hunde st euer für das Kalenderjahr 1933 betrifft eine Bekanntmachung der Bürgermeisterei in unserem heutigen Anzeigenteil. Auf die Bekanntmachung sei besonders hinge- roiejen.
** Manteldieb an der Arbeit. Gestern zwischen 21 und 22 Uhr wurden, wie der Polizei- berichl meldet, von einem Flur im Realgymnasium vier Herrenmäntel gestohlen. Die Kleidungsstücke gehörten den Mitgliedern eines Gesangvereins, der an diesem Abend im Hause eine Probe abhielt. Die polizeilichen Ermittlungen sind im Gange.
** Aufklärung von Diebstählen. Der Polizeibericht meldet: Am 22. November entwendete ein Gast in einer Wirtschaft in der Hammstraße während der kurzen Abweisenheit des Wirtes aus der Büfettkasse 13 Mark und verschwand. Auf die gleiche Weise wurden am 3. Dezember aus der Büfettkasse einer Wirtschaft in der Ludwigstraße 20 Mk. gestohlen. Weiter wurden am 25. November einem Gast einer Wirtschaft in der Löwengasse 90 Mk. aus der Gesäßtasche entwendet. Der Täter, ein Student F. S., konnte nunmehr ermittelt werden. — Am 8. Dezember wurde aus dem Garten der Landes-Heil- und Pflegeanftalt ein zum Trocknen aufgehängter Damenpullooer entwendet. Eine Patientin, die den Täter über die Umzäunung steigen sah, beschrieb ihn sehr genau, so daß er nach kurzer Zeit im Walde bei seinem Fuhrwerk ermittelt werden konnte. Der Täter, Fuhrmann W. B., batte bereits den gestohlenen Pullover in seinem Heusack versteckt.
Publikum und Weihnachtskäufe.
Der kommend« Silberne Sonntag wird voraussichtlich der Geschäftswelt. in allen Orten starken Besuch bringen. Schon immer ist im Der- laufe des Weihnachtsgeschäfts der Silberne Sonntag von besonderer Bedeutung für den weihnachtlichen Warenumsatz gewesen. Diese Eigenschaft dürfte auch der kommend« Sonntag haben, denn
allerorten hat die Geschäftswelt durch günstigste Preisgestaltung und umfangreiche Bereitstellung von waren zu beliebiger Auswahl die Vorbedingungen zur vollen Befriedigung des kaufenden Publikums geschaffen.
Eine Besichtigung der Schaufenster, die doch immer nur einen Ausschnitt aus dem großen Warenlager des Kaufmannes enthalten, offenbart die starken Anstrengungen, die von der Kaufmannschaft gemacht wurden, um auch unter den jetzigen Verhältnissen die Kauflust anzuregen. Man sieht überall das ernste Bestreben, mit Qualitätsware aufzuwarten und sich den veränderten Cinkommensverhältnisfen der Bevölkerung anzu pass en. Angesichts dieser Sachlage beim Warenangebot erscheint es nunmehr als
Pflicht des Publikums, seinerseits darauf bedacht zu sein, daß alle Auftriebskraft, die von der Geschäftswelt aller Bronchen jetzt eingesetzt wird, durch möglichst umfangreiche Käufe eine Stärkung und Ausweitung erfährt.
Zweifellos ist in zahlreichen Haushaltungen durch früheren Verzicht auf Käufe Warenbedarf aller Art vorhanden, dessen Deckung zum Weih- nacttsfefte mit dem Bewußtsein verbunden werden darf, daß man bei dieser Gelegenheit auch feinen Angehörigen wieder einmal eine Freude bereiten kann. Die Vornahme von Käufen geht aber in
ihrer Auswirkung über das rein familiäre Freude- bereiten noch hinaus, denn wer jetzt kauft und damit der Geschäftswelt den Mut zu weiteren Unternehmungen gibt und stärkt, beeinflußt zugleich den Arbeits- und Wirtschaftsmarkt in bedeutsamer Weise. Wie wir vor einigen Tagen in einem Aufruf an unsere Leser schon bemerkten, ist das Kaufen gleichbedeutend mit Arbeitsbeschaffung.
wenn die Konsumenten sich aufnahmewillig im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten zeigen, wird der Kaufmann mehr waren als bisher umsehen und zugleich auch Angestellten und Arbeitern verdienst und Brot geben können; wenn der Geschäftsmann besseren Absatz für feine Waren als bisher findet, kann er natürlich den Fabrikanten und diese wieder den Rohstoff- Produzenten mehr abkaufen als früher, die dann ebenfalls eine größere Zahl von Arbeitskräften beschäftigen können.
In diesem Kreislauf der Dinge ist also der Konsument ein außerordentlich wichtiger Faktor, von dessen Aufnahmewilligkeit ein großes Stück der allgemeinen Wirtschafts- belbung und damit schließlich and) die Verbesserung der eigenen Existenzgrundlagen abhängt. Wer sich diese Zusammenhänge klar vergegenwärtigt und dabei in Betracht zieht, daß durch die Anstrengungen der Geschäftswelt im Wettbewerb um den Zuspruch der Kundschaft günstige Einkaufs- möglichkeiten in vielfacher Form geboten sind, dem wird der Entschluß leicht werden, in dieser Dorweihnachtszeit die Einkäufe nach Möglichkeit zu steigern, im wohlverstandenen eigenen Interesse und zugleich zum Nutzen der volkswirtschaftlichen Gesamtheit.
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Besserung des Reichsbankstatus.
Berlin, 9. Dez. (WTB. Funkspruch.) Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 7. Dezember hat sich in der verflossenen Bankwochc die gesamte fiapitala’- läge der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 153,1 Millionen auf 3214,5 Millionen Reichsmark verringert 3m einzelnen haben die Bestände und Handelswechsel und -schecks um 43,1 Millionen auf 2688,1 Millionen Reichsmark, die Bestände an Reichsfchatz- wechseln um 5,5 Millionen auf 29,1 Millionen Reichsmark und die Lombardbestände um 105,8 Millionen auf 101,1 Millionen Reichsmark abgenommen und die Effektenbcstände um 1,3 Millionen auf 396,2 Millionen Reichsmark zugenommen.
An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 104,8 Millionen Reichsmark in die Kasten der Reichsbank zurückgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 92,2 Millionen auf 3439 Millionen Reichsmark, derjenige an Rentenbankscheinen um 12,6 Millionen auf 396,5 Millionen Reichsmark verringert. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Renten dankscheinen auf 30,6 Millionen Reichsmark erhöht 'Die fremden Gelder zeigen mit 352,7 Millionen Reichsmark eine Abnahme um 65,4 Millionen Reichsmark
Die Bestände an Gold und deckungsfähige n Devisen haben sich um 19 Millionen auf 918 Millionen Reichsmark vermindert. 3m einzelnen haben die Goldbestände um 23,2 Millionen auf 804,1 Millionen Reichsmark abgenommen, die Bestände an deckungsfähigen Devisen 4,2 auf 113.9 Millionen Reichsmark zugenommen
Die Deckung der Noten durch Gold und deckungsfähige Devisen betrug am 7 Dezember 26,7 gegen 26,5 v. H. am Ultimo November.
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* Di« Getreide st ützung. Am Getreidemarkt ist gegenwärtig eine saisonübliche Steigerung des Angebotes zu verzeichnen. Von der DGH. werden dementsprechend zur Stützung des Marktes stärkere Mittel eingesetzt. Das wird auch für die weitere Dauer des Saisondruckes ohne weiteres möglich sein, da sich die staatliche Stüt- hungsstelle gerade erst am Anfang der Verwendung der im November von der Reichsregierung bereitgestellten Mittel befindet. Die Stützungstätigkeit der DGH. wird auch nach Neujahr 1933 nicht aushoren. Es bleibt demnach der Grundsatz bestehen, daß es für den Landwirt falsch ist, in Zeiten weichender Preise Ware zu verkaufen
und in Zeiten steigender Preis« dem Markte fernzubleiben.
* D i e Tellus°AG. für Bergbau und Hüttenindustrie, Frankfurt a. M., kündigt die noch ausstehenden Teilschuldverschreibungen ihrer Anleihe vom Jahre 1936 zum 31. Dc^ember 1932. Die Spruchstelle hatte festgesetzt, daß von dem aufgewerteten Gesamtbetrag von 214 250 je ein Drit el am 1. 3uni 1932, 31. Dezember 1932 und 30. 3uni 1933 zu zahlen sind.
Berlin uneinheitlich.
Berlin, 9. Dez. (WTB. Funkspruch) Die heutige Börse eröffnete bei ruhigem Geschäft in nicht ganz einheitlicher Haltung. Das wieder schwächere Pfund, die Zunahme der ArbeitslosenMern in der zweiten Novemberhälfte und die öfter wechselnde Tendenz an den letzten Neuyorker Börsen waren nicht dazu angetan weder beim Publikum, noch bei der Spekulation die Unternehmungslust zu vergrößern. Der Reichsbankaus-weis für die erste Dezemberwoche brachte zwar im allgemeinen mit rund 153 Mill, eine normale Entspannung, die Abnahme der Gold- und Devisenbestände um 19 Mill, als Folge der Kreditrückzahlung der Reichsbank am 5 d. M war aber doch größer, als man erwartet hatte. Die innerpolitischen Vorgänge (Verhandlungen um das Amnestiegesetz, evtl. Vertagung des Reichstages, Differenzen zwischen Hitler und Straßer, bzw. Feder) wurden lediglich zur Kenntnis genommen.
Das Geschäft war allgemein sehr klein und be- schränkte sich weiter auf Spezialgebiete. Die Kursentwicklung war teilweise sogar von Zufallsausträgen abhängig. Die Abweichungen gegen gestern nach oben und unten gingen selten über 0,5Ö o H. hinaus. Leopoldgrube waren um weitere 1,65 o. H. rückgängig, auch einige Elektronebenwerte, wie Elektrische Lieferungen, Lahmeyer und Schuckert waren um 1,25 bis 1,75 o. H. gedrückt. Sonst lagen noch Dortmunder Union 2 50 o. H. schwächer. Sm Verlaufe blieb es an den Aktienmärkten weiter sehr still. 3n einigen Montanpapieren, besonders in Mansfelder Bergbau, setzten sich bei großen Umsätzen Kursbesferungen durch. Süddeutsche Zucker wurden im Verlause 3,50 v. H. über gestern zur Notiz gebracht.
Zu Anlagezwecken sind immer wieder Tariswerte und Papiere mit konstanter Dividendenpolitik gesucht Hierbei spielt natürlich der näherrückende 3ahresultimo als Anlagetermin auch schon eine gewisse Rolle. Aus diesem Grunde war wohl auch die Tendenz des Rentenmarktes trotz der gerin
gen Umfatztätigkeit ziemlich freundlich. Reichsschuldbuchsorderungen konnten ihren Kursstand behaupten. 3nbuftrieobligationen lagen uneinheitlich, Vereinigte Stah.bonds weiter fest. Sonst war nur noch die Altbesitzanleihe bei lebhafteren Umsätzen als fester zu nennen. Der Markt der Auslandsrenten war vernachlässigt.
Franssurt still.
Frankfurt a. M., 9. Dez. (WTB. Drahtmel- bung.) Bei freundlicher Grundstimmung eröffnete die heutige Börse in außerordentlich stiller Haltung, da Kundenorders sowie nennenswerte Anregungen aus der Wirtschaft nicht Vorlagen. Die Kulisse bekundete weiterhin Zurückhaltung. Mit der Vertagung des Parlaments glaubt man mit Sicherheit rechnen zu können, doch blieb dieses Moment ohne Eindruck, weil es in den letzten Tagen schon vorweggenommen wurde.
Gegenüber der Abendbörse waren die Kursveränderungen klein, sie hielten sich im Rahmen von 0,25 bis 0,5 v. H. nach beiden Seiten. Fester lagen weiterhin Reichsbank mit plus 1,13 o. H. Am Montanmarkt blieben die gestrigen Höchstkurse meist gut behauptet, RheinOabl und Stahloerein zogen weiter leicht an, wogegen Gelsenkirchen 0,5 v. Sy niedriger einsetzten. Am Elektromarkt lagen AEG. unver ändert. Rheinische Elektro Mannheim und Lechwerke Augsburg kamen von 0 5 bis 0,90 v. Sy höher zur Notiz. Siemens gaben 0,5 v Sy nach, und auch Licht & Kraft blieben unter Berücksichtigung des Dividen- denabfchlags nur knapp gehalten. 3(3. eröffneten mit 96,25 um 0,25 o. Sy höher und blieben im Verlaufe auf dieser Basis behauptet. Deutsche Erdöl bröckelten etwas ab. Kunstseideaktien blieben unverändert. Von Nebenwerten zogen Süddeutsche Zucker 1 v. H. an, Holzmann, Daimler und AG. für Verkehr lagen etwa behauptet.
Am Rentenmarkt herrschte auch im Verlaufe relativ lebhaftes Geschäft. Reichsaltbesitz lag mit 57,40 v. Sy zwar nur knapp gehalten, zog aber später wieder auf 58,5 v. H. an. Auch späte Reichsschuldbuchforderungen waren bei größeren Umsätzen 0,5 v. H höher. Stahlvereinbonds lagen mit 63,25 um 0,75 v. Sy fester. Der Pfandbriefmarkt lag durchweg 0,5 bis 0,75 v. Sy fester, mit Ausnahme von Liquidationspfandbriefen, die meist unverändert blieben. Kommunalobligationen litten unter Materialmangel.
Paratyphus in Gedern.
* Schotten, 8. Dez. Das Kreisamt Schotten gibt bekannt, daß in Gedern ein neuer Fall von Paratyphus feftgeftetit wurde. Da der Krankheitsfall am Bfühl, wo die S ch m i 11 e - bad) außergewöhnlich verunreinigt ist, auftrat, macht das Kreisamt Schotten die Bevölkerung nochmals dringend daraus aufmerksam, daß jede Benutzung des Bachwcvssers zu Trink-, Koch- oder sonstigen Haushaltszwkcken oder zum Gießen von Gemüse äußerst gesundheitsschädlich ist.
Verlehrsunfall im Vogelsberg.
* Ulrichstein, 8. Dez. Gestern früh stieß zwi« schen Schotten und hier ein Motorradfahrer aus einem Nachbarorte mit einem Fuhrwerk zusammen, das auf der verkehrten Straßenseite fuhr und trotz Dunkelheit und Nebel nicht beleuchtet war. Der Motorradfahrer, der gegen die Deichsel des Wagens an rannte, erlitt dabei Verletzungen um d Quetschungen am Unterleib Als der Mann di« Fährleute zur Rede stellte, fielen diese über ihn her und verprügelten ihn noch, so daß er sein Heil in der Flucht suchen mußte. Als er auf seiner Maschine einen Polizeibeamten von hier herbeigeholt und die Fuhrleute wieder gestellt hafte, konnten die Personalien der Uebeltäter feftge- ft e 111 werden, so daß nun das gerichtlich« Nach- spiel folgen wird.
Brandstifter am Werk?
ss Biedenkopf, 8. Dez. Ein Großfeuer vernichtete nachts die Scheune des Arbeiters D ö n - ges in Wallau m’t sämtlichen ErnteVorräten. Die Feuerwehren konnten das dicht angrenzende Wohnhaus durch tatkräftiges Eingreifen retten. Da feit Ende September d. 3- zum drit- ten Male ; m Orte Großfeuer ausbrach, vermutet die Wallauer Bevölkerung Brandstiftungen und ist darüber sehr erregt. Bis jetzt haben sich jedoch noch keine sicheren Spuren der Täter nachweisen lassen
Verhaftung von Falschmünzern.
Hanau, 8. Dez. (WSN.) Der Polizei in Hanau ist es gelungen, Falschgeldhersteller f e st - zunehmen, nachdem ein junger Mann bei der Verausgabung eines falschen Fünfmark - st ü ck s angehalten worden war. Es ergab sich, daß ein Holzschneider in Hanau und ein Stahlgraveur in Klein-Steinheim sich zur Herstellung von Falschgeld vereinigt, zu diesem Zwecke die erforderliche Presse angeschasst und dies« in einem gemieteten Kellerloka! in Offenbach untergebracht haben, wo sie die Anfertigung von falschen Fünfmarkstücken vornehmen wollten. Offenbar ist der angerichtete Schaden nicht sehr groß, und es scheint nicht gelungen zu sein, Falschgeld in größeren Mengen her- zustellen.
Schöffengericht Gießen.
* Gießen, 7. Dez. Ein kaufmännischer Ange» steUter, der seit einer Reihe von Zähren einem Kaufmann, über dessen Vermögen das Konkursverfahren inzwischen eröffnet worden ist, die Bücher führte, war beschuldigt, diese Bücher so unordentlich geführt zu haben, daß sie keine Hebersicht über den Vermögenszustand des Kaufmanns gewährten. Durch Nachprüfung eines Sachverständigen stellte sich heraus, daß der Angeklagte seinen Verpflichtungen als Buchhalter in keiner Weise nachgekommen war. Ter Kaufmann selbst, der strafrechtlich für die ordnungsmäßige Führung der Bücher ebenfalls verantwortlich ist, wurde vor einigen Wochen wegen Konkursvergehens zu einer erheblichen Geldstrafe verurteilt. Der angeklagte Buchhalter wurde jetzt wegen Beihilfe zu diesem Konkursvergehen zu einer Geldstrafe von 80 Mark verurteilt, die im Hn-- einbringlicbkeits'all mit acht Tagen Gefängnis zu verbüßen sind. Von der weiteren Anklage ein28
Vergehens gegen das Genossenschaftsgesetz tourte der Angeklagte, der außerdem noch eine leitende Stelle bei einer auswärtigen Spar- und Darlehns- kasse bekleidete, mangels ausreichenden Beweises freigesprvchen Es konnte ihm nicht nachgewiesen werden, daß er sich bewußt war, daß die Kasse durch den von ihm seinem Arbeitgeber eingeräum- ten umfangreicken Wehselkredit geschädigt wurde.
Tie Frau eines Cisenbahnarbeiters hatte bei einigen Lieferanten zahlreiche Wäschestück« weit über ihre Verhältnisse hinaus bestellt, di« sie nachher nicht bezahlen konnte. Di« Folge war, daß von mehreren Gläubigern gegen sie die Zwangsvollstreckung betrieben wurde. Hm zu erreichen, daß die von dem Gerichtsvollzieher anberaumten Zwangsversteigerungslermi c hinausgeschoben wurden, fälschte sie zwei Schreiben, die sie mit dem Namen eines Rechtsanwalts unterschrieb, inhaltlich dessen ihr erneut Zahlungsfristen bewilligt worden waren. Diese fälschlich angefertigten Schreiben übergab sie dem Gerichtsvollzieher, der daraufhin die Versteigerungstermine wieder ab- setzte. Die Angeklagte bestritt, die Schreiben und die Hnterschriften gefälscht zu haben. Sie wurde jedoch auf Grund eines eingehenden Indizienbeweises überführt und wegen schwerer Fälschung von Privaturkunden zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt.
Amtsgericht Gießen.
Den größeren Teil der Sitzung beanspruchte eine Reihe von Verhandlungen über Kraftfohrzeugunfälle, zunächst über einen solchen in Heuchelheim. Dort münden um das sog. „Kreuz" vier Straßen. Derartige Plätze pflegen als Gefahrenstellen für den Kraft'ahrzeugverkehr bezeichnet zu werden, denn sie gelten im allgemeinen als unübersichtlich im Sinne der einschlägigen Gesetzgebung, und es wird für ihre Benutzung eine gesteigerte Sorgfalt verlangt. Am 10. Mai l. 3. überfuhr den genannten Platz im langsamen Tempo ein Motorradfahrer, dessen Ehefrau den Soziussitz einnahm, als plötzlich aus einet der dort einmündenden Nebenstraßen ein Auto auftauchte und den Motorradfahrer anfuhr, so daß dieser und seine Beifahrerin im weiten Bogen übet die Straße geschlendert wurden. Letztere erlitt eine Gehirnerschütterung sowie Dein- und Kopfverletzungen. Die Decoeisaufnahme ergab die Schuld des Autoführers. Er hätte bedeutend langsamer, wie er es getan, aus der Nebenstraße auf ■frie Kreuzung fahren müssen, so daß er in der Lage geblieben wäre, auszuweichen oder das Auto noch vor dem Zusammenstoß zum Stehen zu bringen: er hat fahrlässig gehandelt und erhielt deshalb wegen fahrlässiger Körperverletzung eine Geldstrafe von 25 Mark.
Ein Hnfall anderer Art ereignete sich in der Nähe des Windhoss. Ein Radfahrer, der wegen einer Steigung abgestiegen war, drückte möglichst unmittelbar neben einem die Straße passierenden Einspänner sein Rad auf der Landstraße, als im raschen Tempo von hinten ein Motorfahrer vorüberfuhr. 3m Augenblick des Heberholens stieß diesqx mit seinem Arm wider den Radfahrer, mindestens ft reifte er ihn, so daß er zu Fall kam, einen Rippenbruch davontrug und etwa sieben Wochen arbeitsunfähig war. Der Unfall wäre fraglos vermieden worden, wenn der Motorfahrer beim Heberholen zwischen sich und dem Einspänner, bzw. dem Radfahrer, einen größeren Raum gelassen hätte, wozu er nach den dortigen Ter- rainverhältnisfen in der Lage war. Andere Wegbenutzer waren nicht vorhanden. Das Gerichi erblickte in dieser Unterlassung eine Fahrlässigkeit. Strafe: 30 Mark Geldstrafe wegen fahrlässiger Körperverletzung. — Ob der Radfahrer durch fein unzweckmäßiges und ver- kehrswidriges Verhalten zu dem Unfall beigetragen hat, konnte dahingestellt bleiben, da ohne Zweifel ein alleiniges oder überwiegendes Ver- fchulden im Vergleich mit demjenigen des Motorradfahrers auf feiner Seite nicht vorlag.
Ein anderer Autofahrer wurde freigesprochen. Er sollte von der Walltorstrahe aus in vorschriftswidriger Fahrt in feinen Hof eingebogen sein und dadurch einen Zusammenstoß mit einem Motorradfahrer veranlaßt haben. Die Beweisaufnahme ergab aber, daß er beim Einbiegen dasjenige getan hat, was einem vorsichtigen Fahrer in derartigen Fällen obliegt. Er ist langsam gefahren, hat gehupt, und namentlich rechtzeitig seinen Arm aus dem Auto gestreckt, um die beabsichtigte Aen- derung der Fahrtrichtung kund zu tun. Zum Heberfluß hatte er sich auch vorher ein Zeichen geben lassen, daß die Fahrbahn frei sei. Der allein schuldige Teil war der Motorradsahrer, der auch den gegen ihn wegen Uebertretung von Der- kehrsoorschriften erlassenen Strafbefehl rechtskräftig werden ließ und sich damit wohl schuldig bekannte. Die anderen Unfälle entbehrten eines besonderen Interesses.
Weite rvornt'Ssa-üe.
Die Luftdruckverteilung zeigt keine wesentliche Aenderung. Ein Teil des Nordmeerhochs ragt weiterhin über Deutschland vor, und teils kontinentale, teils Luft aus nördlicheren Breiten fließt zu. Es scheint sich vorerst noch keine Umgestaltung zu voll- jiehen, wenn auch über Skandinavien das Einmischen maritimer Lust, die ihren Weg südwärts nimmt, zu erkennen ist. Für unser Gebiet steht in der kommenden Nacht noch eine Zunahme des Frostes in Aussicht.
Aussichten für Samstag: Fortdauer der Frostwetterlage mit nächtlicher Verschärfung, nur leicht bewölkt, sonst klar und trocken.
Lufttemperaturen am 8. Dezember: mittags 1,9 Grad C"'.sius, abends —2,1 Grad: am 9. Dezember: morgens — 3,9 Grad. — Maximum 2,5 Grad, Minimum — 2,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. Dezember: abends 1,2 Grad: am 9. Dezember: morgens 0,4 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 1% Stunde.
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