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nr. 107 Erster Slaü

182. Jahrgang

Montag, 9. Mai 1932

Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Vlehener Fam,lienblät1er Heimat im Bild Die Scholle

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Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Dnid und Verlag: vrihl'sche Univerfität5-Vuch. und Stehiöniderti R. Lanz« in Sieben. Schriftleitung und Sefchäftrstelle: Schulftrabe ?.

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Chefredakteur

Dr. Fnedr. W»lh. Lange. Tfrantmortlid) für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr.H.TKnriot für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen.

Oie Völker wollen nicht länger warten!

Deutschlands Forderungen an die Konferenz von Lausanne.-Schluß mit der aufreizenden Ungleichheit zwischen Siegern und Besiegten. Ohne Vertrauen keine Rückkehr zu normalen Wirtschastsverhältniffen. Gin letzter Appell des Reichs­kanzlers an die Vernunft der Staatsmänner.

Große außenpolitische Rede Brünings.

Berlin, 8 Mai (^X^ ) Der Berliner Verband der Auswärtigen Presse veranstaltete im Neuen Rathause in Berlin- Schöneberg eine politische Matinee, in deren Mit­telpunkt eine große außenpolitische Bede desRcichskanzlersDr Brüning stand, die ebenso wie die Begrüßungsansprachen aus den Rundfunk übertragen wurde. Rach den Begrü­ßungsworten d"s Vorsitzenden des Verbandes Dr. Thums nahm der Reichskanzler das Wort. In dieser schwierigsten und verantwortlichsten Phase der Ra tztriegsentwickelung, im Kulminations­punkt entscheidender Auseinandersetzungen außen­politischer Art müllen alle unbefangen urteilenden Kreise unseres Volke- eS als ein Glück betrachten, daß uns eine gütige Vorsehung in der Per- s o n des Reichspräsidenten den Mann gegeben hat, der unser Land und Volk wie kein anderer als oberster Sachwalter vertreten kann. DaS außenpolitische Plus, das die mit so gewal­tiger Mehrheit vollzogene Wahl Hindenburgs zweifellos darstellt, war die vorübergehende Ab­wesenheit von (Senf vollauf wert. Die Wieder­wahl unseres Reichspräsidenten hat eine Epoche von Konflikten und inneren Zwistigkeiten beendet. Jetzt heißt es, sich einhellig hinter ferne verehrungswürdige Person xu (teilen, um der internationalen Autorität feiner Persönlichkeit bei den kommenden außenpolitischen Aktionen die moralische Stoßkrast hin­zuzufügen, die der einige Wille eineS großen Volkes dem Oberhaupt Der Hatten zu sichern vermag.

Rach vollzogener Präsidentenwahl bin ich bann nach (Senf gefahren, um dort mich der Be­handlung der außenpolitischen Probleme zu wid­men. bereu großzügiger und beschleu­nigter Lösung wir nicht nur im Interesse Deutschlands, sondern auch im Interesse der ganzen Welt bedürfen. Ich bitte, mich nicht mißzuverstehcn. wenn ich neben die deutschen Interessen gleich das der anderen stelle. Es ge­schieht das aus der klaren Erkenntnis heraus, daß ich für Deutschland nur bann bas Beste her­aushole. wenn mir auch gleichzeitig der überzeu­gende Nachweis gelingt, daß Deutschlands Ziele mit den wohlver stände ne n In­teressen der Welt z u s a.m m e n f a 11 e n. (Sehr richtig!)

Das ist ja gerade das Unglück des Versailler Jriebtnsoer träges und der ihm nachgemodelten anderen Friedensschlüsse gewesen, daß man ge­glaubt Hal, daß einzelne Länder sich alles Gute und wertvolle dieser Erde sichern, sich sozusagen alles Glück ver- schassen könnten, während dem Unterlege­nen nur das Unglück überladen bleiben könnte, den Besiegten sozusagen nur die Tränen gestaltet werden könnten, um ihr Unglück zu beweinen. Von einer solchen inner­lich unwahren, naturwidrigen Friedenskonzep- flon geht alles Verhängnis aus. Sie Hal sich in der Nachkriegszeit als vollkommen irrig erwiesen. Sie wird auch, wenn keine Aenderung eintritt, die well immer tiefer in das ent­setzliche Elend hinabstohen, das unter dem NamenWirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit" zur

Geißel aller Kulturstaaten zu werden droht.

Die größten Wirtschaftssachverstänben der Welt haben es von einer ihrer Konferenzen zur anberen wiederholt, baß zur Herstellung normaler Verhält­nisse Vertrauen und wiederum Ver­trauen notwendig ist. Und wie soll sich Vertrauen, die erste unabweisbare Grundlage zum Wiederauf bau, zur Herbeiführung besserer Zustände entwickeln, wenn noch immer bie aufreizende U n - aleichheit zwischen den Siegern und Besiegten besteht?

Es hat sich vieles gegenüber Deutschland zum besseren gewendet. Aber in Vielem, darüber dürfen wir uns nicht täuschen, beftebt diese U n - gleichheit fort; in der Sicherung der Heimat mit allem damit verbundenen, unwäg­baren, seelischen und tatsächlichen Besitz sind wir i n einem Zustand minderen Rechtes ge­blieben. Hiergegen bäumt sich ganz Deutschland mit Recht auf. Hierin sind sich alle einig, und hierin liegt die Bedeutung der 21 b r ü ft u n g. Ich fürchtete nicht, mißverstanden zu werden, als ich vor kurzem in Genf vor Ihren .Kollegen aus der gesamten in­ternationalen Presse mit einer aus innerstem Herzen kommenden Ueberzeugung auf den friedlieben­den Charakter des deutschen Volkes verwiesen habe. Ich habe keinen Widerspruch erfahren. Die gelegen! lief) beliebten Hinweise auf angebliche Inva­sionen, die von Zeit zu Zeit mehr agitatorisch als historisch begründet laut werden, kann ich ge­lassen beiseiteschieben.

Deutschland will, wie auf allen Gebieten, so auch auf dem der Rüstungsfrage keine Son­derrechte, keine Privilegien. Ls will

nichts al» die Gleichheit, als die Be­teiligung des Zustandes, der es in die Kategorie minderen Rechtes versetzt und auf den Stand der Wehrlosig­keit herabdrückt.

Vor wenigen Tagen wurde unser Land erregt durch bas Gerücht von einer bevorstehenden B c - setzung Danzigs. Das Geriicht war unbegrun bet Aber wie hätte es |o tiefe Beunruhigung, so tiefe Sorgen vor einem Konflikt mit allen seinen unausdenkbaren Folgen herbeiführen und uns alle aus bas tiefftc erschüttern können, wenn eben nicht diese Ungleichheit bestanden hätte.

Was von der Abrüstungsfrage gilt, gilt im gleichen Maß von den Reparationszah­lungen. Längst ist in allen denkenden Köpfen die Ueberzeugung Gemeingut, daß Deutschland die ungeheuren ihm auferlegten Zahlungen nicht l r i ff en kann. 3a, mehr als das, daß diese Zahlungen entscheidend dazu bei­getragen haben, den reirIschast - lichen Wirrwarr in der Welt herbeizu- sühren, ihn bis ins unerträgliche zu vergrößern und bei ihrer Jortbauer jede Möglichkeit der Besserung auszuschallen. Deutschland hat für den von ihm verlorenen Krieg wie wohl kaum ein Volk in der neueren Geschichte gelitten und Opfer bringen muffen. Einmal aber muffen diese Opfer i h r Ende haben! Einmal muh der Schlußstrich gezogen, einmal muß auch diese Rechnung als beglichen anerkannt werden, wenn wirklich der Krieg als beendet erklärt werden soll!

In den Staatsmännerbesprechungen in Genf ist auch hierüber gesprochen und bas Gerüst für bie Lausanner Konferenz aufgeführt wor­den. Von ihrem Ergebnis wirb es abhängen, wel­chem Geschick nicht nur Deutschland, sondern die ganze Welt entgegengehen wird, ob sie wei­ter in Elend und Sorge versinken oder endlich wieder den festen Grund finden werden, von dem allein ein Wiederausbau, eine Epoche fortschreitender Entwickelung möglich ist. Auf diese Konferenz sind die Blicke der Gutgesinnten

aller Völker gerichtet, hoffend und sehnsüchtig, un- I geduldig und fordernd.

Die Krise geht mit Gigantenschritten ihren weg, an dem sich von lag zu lag die schwersten Opfer häufen. Und die Staatsmänner zögern. Zö­gern vor der Gröhe der Aufgabe, teils vor der irregeführten Meinung ihrer Völker, denen man nach so langen Jahren bequemer Illusionen bie Wahrheit, die t volle, wenn auch harte Wahrheit nicht sagen zu können vermeint, wird dies Be­kenntnis leichter, wenn man es aufschiebt? will man warten, bis nichts mehr z u b e - kennen i st, als daß die Hilfe bereits ; u spät kommt? während die Staatsmänner zögern, wächst die Distanz zwischen dem Eilschritt der Not und dem schleppenden Tempo der Diplo­maten zu immer größeren, immer bedrohlicheren Ausmaßen, wer, so frage ich als Vertreter eines Volkes, das der würgende Griff der Wirtschafts­krise heftiger als andere Völker gepackt hat, ohne dessen Wiederaufstieg es aber keine Sanierung Europas, keine Ausgeglichenheit der Weltwirt­schaftsbeziehungen geben iann, wer will d i e Verantwortung tragen für reelle­res Zaudern?

Hört man m den Staatskanzleicn und in den Kontoren der Wirtschaftskönige der Welt nicht den immer stärker anschwellenben Thor derer, denen bie beschämenbc Ergebnisarmut der bis­herigen internationalen Beratungen der wirk­samste Zutrciher. ihrer Extremen, ja rcuplutuv nären Fronten ist? Sieht man nichts 'daß aus den Gräbern vernichteter Völker dä­monische Gei st er der Verneinung und Zerstörung erstehen? Wir können nicht mehr warten, weil dieDölkernicht mehr war­ten wollen und nicht mehr war­ten werden. Was uns not tut. ist nicht eine Multiplikation der Konferenzen, sondern die beschleunigte und die ganze Tat. (Stürmischer Beifall. > Im Zeichen dieses Tat­willens muß Lausanne stehen, sonst wird es nicht zum Meilenzeichen des Lebens, sondern zum Wegweiser des Zusammenbruches werden

Wahlsieg der Linken in Frankreich.

Oie Linkstendenz des ersten Wahlgangs der französischen Kammerwahlen im zweiten Wahlgang noch verstärkt.

Das vorläufige Ergebnis.

Paris, 9. Mai. (WTB. Junkspruch.) Das fran- zösifche Innenministerium veröffentlicht heute früh einen vorläufigen Ueberblicf über das Wahlergebnis, der 602 kammersihe umfaßt. Das Ergebnis lautet:

Nachdem Nach dem Bisher.

Parteien 1. Wahlg. 2. wahlg. Stärke

Rechtsstehende konser-

online

3

5

8

Republikan.-demokratische

Vereinigung (Marin)

44

76

90

Unabhäng. Republikaner

13

28

26

Katholische Demokraten

10

16

19

Linksrepublikaner

(Tardieu)

37

72

101

Rechtsstehende Radikale

25

61

90

Radikale (Herriot)

63

156

109

Sozialrepublikaner und

rechtssleh. Sozialisten

9

36

32

Sozialisten

40

129

112

Unabhäng. Kommunisten

3

11

5

Kommunisten

1

12

10

Zum Verständnis dieser Aebersicht sei nochmals angeführt, roie sich nach der bis zu.den Wah­len üblichen Einteilung die einzelnen Par­teien in der Sammer verteilt haben:

Unabhängige 42

Republikanisch-demokratische Vereinigung

(Marin) 85

Demokratisch-Soziale Aktion (ehemals

Maginot) 30

Bei keiner Partei Eingeschriebene 20

Katholische Demokraten 18

Linksrepublikaner (Tardieu) 63

Soziale und Radikale Linke (ZranNin-

BouiUon) 16

Radikale Linke (Loucheur) 50

Unabhängige Linke 28

Radikale 109

Sozialrepublikaner 13

Rechtsstehende Sozialisten 13

Sozialisten 111

Kommunisten 11

Daraus ergibt sich u. <l, daß in der heutigen Statistik des Innenministeriums die Fraktion Maginot aus der Berechnung vollkom­men verfchreunden ist, ferner daß auch die 41 Mitglieder der unabhängigen Rechten nicht geführt werden, weil sie offenbar auf die einzelnen Gruppen der Regierungsmehrheit verteilt worden sind. Dies hat bann dazu geführt, daß d i e Marin-Gruppe und d i e Fraktion Tar­dieu in der offiziellen Statistik des Innenministe­riums mit höheren Ziffern erscheinen, als in den Parlamentshandbüchern über die letzte Legislaturperiode.

Ruhiger Verlauf des zweiten Wahlgangs.

Paris. 8. Mai. (TLl.) Der zweite Wahl­gang für bie französischen Kammerwahicn stand im Zeichen tiefer Trauer, die in ganz Frankreich anläßlich der Ermordung des fran­zösischen Staatspräsidenten herrscht. Schon die letzten Tage der Wahlkampagne waren fast über­all völlig unbemerkt ootübcrgegan» gen . da sich verschiedene Gruppen, wie z. V. die Rabikalsozialistilche Partei, angesichts der Trauer jeder Kundgebung enthielten. Wenn sich schon der erste Wahlsonntag durch große Ruhe auszeichnete und nichts im Straßenbild daraus hindeutete, daß das französische Volk über die Zukunft des Landes für bie kommenden vier Iahre bestimmte, so hat sich dieses Bild jetzt nur noch verstärkt Nur noch vor den Wahl­lokalen bemerkte man kleinere Gruppen von Men­schen. Die Wahlbeteiligung dürfte etwa die gleiche fein wie am vorigen Sonntag Gewählt wurde in 359 Bezirken. Durch den Rücktritt einer großen Anzahl Kandidaten, deren aussichtslose Lage nach dem ersten Wahlgang bereits festftand. hat sich ihre Zahl merklich eingeschränkt.

0er erste Eindruck.

Mißtrauensvotum für den Hurs Tardieu

Paris, 9. Mai. (ENS- Funkipruch. Eigene Meldung.) Die Befürchtung führender Persönlich' feiten der Linksparteien, daß bas non einigen rechts^ stehenden Blättern propagandistisch ousgenutzte Attentat auf Präsident Doumer die

Bevölkerung zu einer Revision der bereits tm ersten Wahlgang bekundeten Stellungnahme ncr anlaslen konnte, sind nicht eingetroffen. Das unbeirrbare Festhalten der inmofiiäKn Wähler stärkt den Beweis, daß die Ursachen des Frontwechsels tiefer und vor allem wirtschaftlicher und außenpolitischer Art fein müßen Pos französische Volk hat btt Ueberzeugung gewonnen, daß die bisherige Politik nicht die versprochenen Resultate zeitigte. Die Mehr heil des französischen Volkes mißbilligte die französische Außenpolitik, die immer sagte, was man nicht wolle, aber niemals vor der Welt klarlegte, ums man eigentlich beabsichtige. Namentlich die Stellungnahme der fron- 3 ö f i | d) c n Delegation a u s der Ab rustungskonserenz bat weite Kreise des bürgerlichen Mittelstandes nachdenklich gestimmt. Dor allem aber sind wirtschaftliche Gründe entscheidend gewesen, da die Riickwirkungen der Weltwirtschaftsnot auf immer mehr französische In dustriezweige iibcrgrcife.

Die neugewählten Abgeordneten werden, bevor sie an bie Arbeit gehen, eine neue Gliederung der Parteien derMitte vorzunehmen haben. Das Ausland interessiert die Frage, wer nun mehr regieren wird. Um sedoch ein einiger maßen sicheres Urteil fällen zu können, wird inan bcn Zulammentritt b c r neuen Kammer, ber am 1. Juni erfolgt, abwarten müssen, und vielleicht noch eine gewisse Zeit barüber hinaus, bis man nach Fraktionen scheiben und die neu zu ordnende Mitte der Kammer überblicken kann.

Oie pariser Preffe zum Ausgang der Wahl.

P a r t s, 9. Mai. (WTB. Funkspruch.) Der ein­wandfreie und unanfechtbare Sieg, den d i e Linksparteien beim zweiten Wahlgang da­vongetragen haben, wird von der gesamten Prelle anerkannt."Platin erklärt, das Abgleitcn nach links sei beim zweiten Wahlgang noch stärker zutage getreten, und habe sich auf die äußerste Linke ausgedehnt. Bemerkens­wert sei. wieviel bekannte Persönlichkeiten in allen Parteien geschlagen worden seien.Iour- nal fragt, ob das Zusammengehen der Radikalen und Sozialisten sich letzt auch im Parlament auswirken werde, oder ob es trotz allem zu einer Zusammenarbeit der Radikalen mit den die bisherige Regierung unterstützenden Parteien kommen werdePetit Iournal" meint, mit den Dozialrepublikanern der Richtung Painleve und den rechtsstehenden Sozialisten biete sich jetzt Herri ot und Blum die Mög­lichkeit einer Mehrheitsbildung, die nötigenfalls durch weitere linksstehende Gruppen der radikalen Linken (Fraktion Loucheur» ergänzt werden könne. ..Oeuvre" stellt mit Befriedigung fest, daß die Diktatur der Rechten nur noch eine böse Erinnerung sei.Ere Reuvelle" schreibt, die Radikalen haben den Wunsch der Nation gehört und verstanden: sie werden die Hoffnun­gen des Landes nicht enttäuschen. DerPopu- laire" hebt daS starke Anwachsen der sozialistischen Stimmen hervor. Die So­zialisten würden jetzt auch den Sieg zugunsten des Sozialismus, der Arbeiterklasse und des Friedens auszuwerten wissen. Das Gewerkfchafts- blatt .Le Peuple" fragt aber, ob die neue Kam­mer ihren Aufgaben gewachsen sein werde. Ihre Verantwortung könnte auch in der internatio­nalen Politik auf die Probe gestellt werden. ..Echo de Paris' erklärt, das Wahlergebnis sei hauptsächlich zurückzuführen auf dasabscheuliche" Wahlsystem, das im zweiten Wahlgang zu denparadoxesten und ungeheuerlichsten" Koa­litionen führe. Aber auch die Unzufrieden- heit der Arbeitslosen und die Welt­krise, unter deren Folgen Frankreich seit eini­gen Monaten stark leide, habe entscheidend mit- gewirkt.

Das Londoner Echo.

London, 9. Mai. (WTB Funkipruch) Das fpate Eintreffen des französischen Wahlergebnisses hat bie meisten Blatter verhindert, redaktionell dazu Stellung zu nehmen. NurNews Chronicle" schreibt ui ihrem heutigen Leitartikel: Der Lieg der französischen Linken übertrifft die opti mistischsten Erwartungen, (fr ift ein einbeu tiges und befriedigendes Zeichen für die Stimmung und die Absichten der französischen Demokratie zu einer Zeit, roo sie von großer und vielleicht entfcheidcnber Wichtigkeit ift Die Hoff nung auf wirklichen Frieden in E u r o p a ist jetzt bester als feit langer Zeit.

Italiens Beileid zum Tode Ooumers.

Rom, 7. Mai. (WTB.) Mussolini hat Tar­dieu anläßlich des Todes Baumers ein Beileibstele gramm gesandt, in dem er der Anteilnahme der italienitchen Nation an ber Trauer Frankreichs 2lue druck gibt. Ebenso sandte Außenminifter Grand' on Tardieu ein Beileidstelegramm und übermittelt dem franzüsilchcn Botschafter auch noch das Mit gefühl der italienischen Regierung und Nation. In