Einzelbild herunterladen

Oberheffen.

Gemeinderatssihung in Hungen.

d. Hungen. 8. Febr. 3n der jüngsten Ge- -meinderatssjtzung wurde infolge einer Ver­fügung des Kreisamtes ein früherer Beschluß über die Erhebung der Vergnügungssteuer ab- geändert. Der Gemeinderat lehnte den Vorschlag es Sonder-Pachteinigungsamtes auf Ermäßigung der 2 a g dp ach t um 20 Prozent ab. Als @e< meinderechner wurde der bisherige Rech- nungsgehilfe Heinrich Haas gewählt. Die Wiegegebühren auf der städtischen Vieh­waage wurden gesenkt und betragen in Zukunft für Großvieh 40 Pf., für Kleinvieh 20 Pfennig.

Gemeinderat in Schotten.

§ Scho tten, 6. Febr. Der Gemeinderat genehmigte in seiner jüngsten Sitzung einen V e r' trag zwischen der Stadt und dem F o r st a m t, nach dem gegen eine gewisse Anerkennungsgebühr die Benutzung des nach Eichelsachsen führenden Taubenwegs durch den Staatswald allen Fuhr­werksbesitzern der Stadt genehmigt wird. Ein Aus­schreiben der Arbeiten zur gärtnerischen Unterhal­tung des Friedhofs und der städtischen Anlagen soll unter den hiesigen Gärtnern erfolgen. Die von der Stadt erhobene Hunde st euer wurde bis auf weiteres auf 10 Mark für jeden Hund festgesetzt. Die Baukommission wurde beauftragt, weitere Ar­beiten von den ausge st euerten Er­werbslosen ausführen zu lassen und zu über­wachen. Da die Maulwürfe in der Gemarkung sehr überhand genommen haben, wird eine Fang­prämie von 5 Pf. für das Stück vergütet. An einer gemeinsamen Aktion des hiesigen Obst- und Gartenbauoereins zur Bekämpfung der Schildlaus wird sich die Stadt beteiligen.

Landkreis Gießen.

-Daubringen.8. Febr. Der hiesige 0 b st - und Gartenbauverein, veranstaltete einen Vortragsabend, der sehr gut besucht war. Vach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Wilhelm Walther VII. hielt Obstbauinspektor Enkler (Gießen) vom Landwirtschastskammerausschutz für Oberheffen einen lehrreichen Vortrag überZeit­fragen im Obstbau. Vach einer Gratisverlosung von Samen jeglicher Art sprach der Redner noch über Vie Kultur von Gartengewächsen, die für die Bodenverhältnisse der hiesigen Gegend geeig­net sind. Eine rege Aussprache beschloß den Vor. tragsabend.

r Lang-Göns. 8. Febr. Seit letzten Samstag gibt es nun auch am hiesigen Fahrkartenschalter SonntagsrückfahrkartennachGiehen. Der Preis beträgt 60 Pf. Die Karten können auch am Samstag, von 12 älhr ab, benutzt werden, außerdem Mittwochs, wenn man das Theater besucht und dort die Fahrkarte ab­stempeln läßt. Seither gab es schon Sonntags­rückfahrkarten nach Bad-Vauheim und Frankfurt.

* Lang-Göns, 8. Febr. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde bechlosfen, die Gemeindejagd neu zu verpachten. Die Verpachtung erfolgt in vier Bezirken auf sechs Jahre. Für die Errichtung einer W a r m - Wasserheizungsanlage in der Venen Schule wurde durch den Gemeinderat eine Kom­mission gebildet, die vorerst die Prüfung der Heizungsprojekte vornehmen soll. Von der Pflasterung einer Wögabfahrt am Ortsausgang Lang-Göns nach Großen-Linden soll aus finanziellen Gründen abgesehen we.den. Der Hebamme Frau Luise Spies wird anläßlich ihrer 25jährigen Tätigkeit eine Ehren- gäbe von 25 Mk. zugesprochen. Den beiden Handarbeitslehrerinnen Katharine Boller und Katharine Jung, die infolge von Sparmaß­nahmen aus dem Schuldienst ausschciden mußten. Tätigkeit an der hiesigen Schule je ein Ruhesessel wu.de in Anbetracht ihrer 30- und 40jährigen bewilligt. Dem Hol Hauer Johannes Spies VI. wurde für seine 50jährige Tätigkeit als Holz-

TOB

hauermeister und Holzseher gleichfalls ein Ruhe- sessel übergeben.

-s-Grünberg, 8. Febr. An der hiesigen Oberrcalschule wurde in den drei Oberpri­men von Donnerstag bis Samstag die mündliche Reifeprüfung abgehalten. Don 63 Abiturienten erhielten 55 das Reifezeugnis, darunter eine Dame. Ein Abiturient war schon Teilneh­mer des Weltkrieges und hat das dreißigste Le­bensjahr bereits überschritten.

5. Utphe, 8. Febr. Eine begrüßenswerte Ein- richtung hat die Laubacher Bezirks spar- taffe geschaffen. Laut einer Bekanntmachung sollen alle Dienstboten, die mindestens fünf Jahre lang bei derselben Dien st Herr- schäft beschäftigt sind, als Prämie ein Spar- buch mit 5 Mark Einlage erhalten. Solche, die mindestens 10 Jahre im gleichen Dienst standen, erhalten 10 Mark Einlage.

Kreis Schotten.

* Eichelsdorf. 8. Febr. Dieser Tage ver­anstaltete der hiesige Krieg orverein (Vor­sitzender Friedrich Rau) einen Familienabend. Vach einem Lichtbildervortrag von LehrerWürz über Sibirien, die Murmanküste und das Kaspische Meer bot Heinrich Bechtold II. eine erschüt­ternde Darstellung seiner Erlebnisse als Kriegs­gefangener in Ost-Sibirien (Lager Dauria), an der Murmanbahn und auf der Insel Vargin im Kaspischen Meere. Gedichtvorträge und musi­kalische Darbietungen umrahmten beide Vorträge. Reiche Kuchenspenoen ermöglichten Bewirtung mit Kaffee und Kuchen, die viel Anklang fand.

)( Ruppertsburg. 8. Febr. 3n einer Versammlung des hiesigen Obstbauvereins sprach Obstbauinspettor G n k l e r. Gießen, über das Thema:Was lehrt uns der Obstabsatz im Herbst 1931?" Der Redner behandelte die Fra­gen des Qualitäts-Obstanbaues, der systematischen Marktbeschickung, der einwandfreien Verpackung, der sachgemäßen Lagerung des Winterobstes und der Schädlingsbekämpfung. An den Vortrag schloß sich eine rege Aussprache an.

I Gedern, ?. Febr. Die hiesige V i e h v e r - Wertungs-Genossenschaft hielt ihre erste Generalversammlung ab. Landwirt Th. F i - scher (Hof Zwiefalten), der Vorsitzende des Auf­sichtsrats, leile^e die Versammlung. DerGeschäfls- führer W. D i r x erstattete Bericht über das ab­gelaufene erste Geschäftsjahr. Die Genossenschaft wurde im Februar 1931 mit 160 Mitgliedern ge­gründet und ist inzwischen auf 220 Mitglieder angewachsen. Der älmsatz betrug 99 914,53 Mark, gegenüber 89 000 Mark im Vorjahre, während die Mitglieder als freie Vereinigung zusammen­arbeiteten. Es wurden 54 Waggonladungen mit Vieh und zehn Transporte mit Lastkraftwagen durchgeführt. Die Bilanz wurde einstimmig ge­nehmigt. Dem Vorstand wurde Entlastung erteilt. Der Reingewinn soll je zur Hälfte dem Reserve­fonds und der Betriebsrücklage zugeschrieben werden. Das sahungsgemäß ausscheidende Vor- standsmitdglied R.Birx wur.e wiedergewählt, ebenso die Aufsichtsratsmitglieder Appel (Kaul- stoß) und Fischer (Sichenhausen). Der Vor­sitzende der Genossenschaft dankte dem Geschäfts­führer W. D i r x für seine wertvolle Arbeit. In kurzen Ausführungen ging der Redner dann auf die Verluste ein. die die deutsche Landwirtschaft durch die dauernde Zufuhr litauischer Schweine erleide. Es wurde eine Entschließung gefaßt, die der hessischen Regierung zugeleitet werden soll. Weiter beschäftigte man sich mit den hohen Ge­bühren am Frankfurter Viehhof und mit ver­schiedenen anderen markttechnischen Fragen, die Geschäftsführer Ehler t (Frank urt a. M.) in einem Vortrag erschöpfend behandelte.

Kreis Alsselv.

Vieder-Gemünden, 8. Febr. Der hie­sige Kriegerverein hielt dieser Tage seine Generalversammlung ab. Den Hauptpunkt des Jahresberichts bildete die Rechnungsablage. Die Rechnung wurde geprüft und für richtig be-

Bon Geld «d Lebe.

Vornan von Grete von Saß.

Copyright by Martin Feuchtwanger, Hall«

7 Fortsetzung Nachdruck oerüoten

Ach, Hans-Achim, wie sollt' ich nicht? Ich sehe immer vor mir, wie Papa so mutterseelen­allein in der vereinsamten Wohnung haust, wie er allein an dem Tisch mit den drei leeren Plä zen seine Mahlzeiten einnimmt. Begreifst du, daß mir das schmerzlich ist?"

a natürlich! Ja, was macht man da, Mama? Wollen wir heimfahren?"

Sie schüttelte mit dem Kopfe.

Es geht nicht! Ich habe doch damit, daß ich die Einladung des Kommerzienrats annahm, die Verpflichtung übernommen, so lange zu bleiben, wie Rose hierbleibt."

Sie spricht von vier Wochen, Mama."

Va ja, dann muß ich eben vier Wochen hier aushalten."

Sollte ich nicht unter irgendeinem Vorwand abreisen?" A

Ottilie sah ihn mit nachdenklichem Blick an.

Wenn das ginge! Aber Papa wäre es gewiß gar nicht lieb, wenn du uns Damen hier allein ließest!"

Als Hans-Achim nicht gleich antwortete, sagte Ottilie:

Wenn Papa doch einmal herkäme!"

Ja. der Kommerzienrat ist nun schon viermal in diesen zwei Wochen hier gewesen, da hätte Papa schon einmal mitkommen können. So schwer ist es doch gar nicht für ihn, sich ein oder zwei Tage frei zu machen. Fahrenkrug vertritt ihn doch sehr gern.

Rose kam, um Hans-Achim abzurufen. Ottilie blieb allein. Sie überlegte, ob sie an Julius schreiben solle ihn bitten, für einen Tag zu kommen? Aber das hatte sie ja schon gleich in den ersten Tagen ihres Hierseins getan, und er war nicht gekommen. Er hatte etwas gegen sie. Das stand bei ihr fest.

Im Verlauf des Tages bat sie Hans-Achim: Schreib doch Papa, daß er übermorgen, wenn der Kommerzienrat herkommt, sich ihm anschließen soll."

Hans-Achim versprach es. Er schrieb sofort.

Ottilie hoffte, daß er bestimmt kommen» würde. Den nächsten Tag und die Rächt darauf ver­brachte sie in Llnruhe.

Münchmeyer war zeitig von Berlin wegge­fahren. Kam gegen neun Uhr in Flinsberg an. Ottilie war noch in ihrem Schlafzimmer. Sie stürzte zum Fenster, als sie das Anfahren des Autos horte. Ihr Herz raste vor Erwartung.

Unwillkürlich preßte sie ihre Hände dagegen, lächelte darüber, daß es so wild schlug.

Im.'sten Augenblick war die Enttäuschung da. Julius war nicht mitgekommen.

Sie ließ die Hände herabfallen, sah starr vor sich ins Leere.

Cs klopfte leise an ihre Zimmertür. Sie hatte es überhört. Eva trat ins Zimmer.

Vun ist Papa doch nicht mitzekommen!" sagte Eva. Sie sah voll Bedauern die Mutter an.

Du hattest dich auf Papas Kommen gefreut?"

Als Ottilie stumm blieb, sagte Eva:

Papa war gewiß beruflich verhindert."

Ein Achselzucken war die Antwort.

Immer der Beruf! Hinter ihm mußte sie zurück­stehen. älnd sie glaubte nicht einmal recht daran, daß der ihn sehr in Anspruch nahm. Es war ein­fach so: daß Julius nicht kommen wollte. Ein Aufbegehren war auf einmal in ihr.

Vun. dann mußte sie sich damit abfinden. Sie würde es auch.

Sie ging hinunter, um Münchmeyer zu emp­fangen. Tat sehr erfreut, als sie ihn begrüßte. Vach ihrem Manne fragte sie mit keinem Wort.

Münchmeyer sagte, wie um sich zu entschuldigen:

Ich habe mir alle Müye gegeben, Ihren Ge­mahl perfönlich zu sprechen, gnädige Frau, aber es ist mir nicht gelungen."

Das war sehr freundlich von Ihnen. Mein Mann wird viel zu tun haben."

Während man gemeinsam das Frühstück ein- nahm, fragte sie Münchmeyer. wie lange er hier- bleiöen würde.

Ich gedachte, heute abend zurückzufahren, gnädige Frau."

Schon! Warum so schnell? Morgen ist Sonn­tag, da sind Sie doch arbeitsfrei."

Allerdings."

Sein Blick ruhte auf ihrem Gesicht.

Meinen Sie, ich soll über Sonntag bleiben?" Es wäre nett von Ihnen, wenn Sie blieben." Daß ihr an seiner Gesellschaft etwas lag, freute ihn.

Also, da bleibe ich, gnädige Frau."

Rose bat:

Papa, du könntest ganz gut ein paar Tage hierbleiben. Dienstag ist Fasching. Den müßtest du hier mitmachen. Das wäre wunderschön!"

Wieder ging sein Blick zu Ottilie.

Was meinen Sie dazu, gnädige Frau?" Sie nickte.

Bleiben Sie ja, bitte, bleiben Sie!"

Münchmeyer sagte erfreut zu machte einen Vorschlag:

Dann Ware ich dafür, wir besorgten uns Kostüme für den Fasching, denn nur so. als Zu­schauer. mitwirken, das ist langweilig."

Rose rief entzückt:

Das wäre herrlich! Gnädige Frau, machen

funden. Dem Vorstand wurde Enllastung er­teilt. Im übrigen erledigte die Versammlung interne Angelegenheiten. Der hiesige Zweig- herein des Vogelsberge r Höhen- Clubs bereinigte feine Mitglieder zu einem Familienabend. Der Vorsitzende hielt eine Be­grüßungsansprache, in der er auf die Bedeutung der Pflege der Heimatliebe und auf den sittlichen Wert der Wanderungen hinwies. Vach dem Jahresbericht konnten mehreren Mitgliedern be­sondere Auszeichnungen zuteil werden. Die Gol­dene Vadel Vr. 2 erhielten die Herren Lehrer Schmoll. Dönges und Friedrich, die Vadel Vr. 1 Fräulein Junker und Herr Jun­ker. Der unterhaltende Teil des Abends wurde u. a. durch Kasperle-Aufführungen und Märchen­spiele der Fortbildungsschüler von Elpenrod, durch Scherenbilder von Eva Schönwald (als Lichtbilder projiziert) und durch einige stimmungs­volle Gedichte, von Frl. F i g g e bestritten. Den

Darbietungen wurde lebhafter Beifall zuteil. Die Kapelle Wald (Heimertshausen) füllte die Pau­sen mit guter Musik aus. Gemeinsam gesungen» Wanderlieder verschönten außerdem den Abend.

< Deckenbach, 8. Febr. Der hiesige Män­nergesangvereinEintracht" trat die­ser Tage mit seinem Wintervergnügen vor di« Öffentlichkeit. Dargeboten wurden zwei Theater­stücke, ein Dreiakter ernsten, und ein Einakter hei­teren Inhalts. Die Chöre der Sänger fanden leb­haften Beifall. Der Besuch an beiden Abenden war sehr gut, so daß auch das finanzielle Er­gebnis für den Verein zufriedenstellend sein dürfte.

4- Heimertshausen. 8. Febr. Die Feld- j a g d unserer Gemeinde wurde auf weitere sechs Jahre verpachtet. Den Zuschlag erhielten die seitherigen Pächter, Rind (Veu-Jsenburg) und Dr. Götz (Frankfurta.M.). Der Pachtpreis beträgt nur die Hälfte dessen, was in der ab­gelaufenen Jagdperiode "bezahlt wurde.

GJi.-fpott

VfB-Gießen.

Borussia Fulda siegt überlegen mit 5:0.

Wohl niemand der etwa 1000 Zuschauer, die sich am Sonntagnachmittag auf dem Waldsport- plah einfanden, hatte erwartet, die VfDer als Sieger zu sehen. Der Sieg der Borussen war keinen Augenblick in Frage gestellt. Dabei hatte man den Eindruck, daß die Mannschaft noch nicht völlig aus sich herausging. Die Plahbesiher spiel­ten dagegen mit bewundernswertem Eifer. Eifer allein konnte aber technische Unzulänglichkeiten nicht ersehen.

Die Gäste traten ohne Leugers und Petsch an. Der Sturm war sehr schuhfreudig. Die Läufer­reihe war vorzüglich. Die Verteidigung war für die DfBer kaum zu überwinden, der Tormann arbeitete die wenigen Male, die er einzugreifen hatte, mit spielerischer Eleganz. Die hervor­stechendsten Eigenschaften der Gäste waren deren vorzügliche Ballbehandlung, schneller Start, ge­schicktes Stellungsspiel und ein Kombinationsver­mögen, das die Gegner vor die schwersten Aufga­ben stellte.

Die VfDer wesentllch schwächer in der Ball­technik, ungenauer in der Ballabgabe, unbehol­fener in der Kombination, wie auch unsicher im Torschuß muhten sich mehr auf Zerstörungs­arbeit verlegen. Während sich der Sturm nur wenige Male durchsetzen konnte, arbeitete die Ver­teidigung aufopfernd und verhinderte eine höhere Viedörlage. Balser war nicht schlecht, mußte aber zwei Tore halten. Auf der anderen Seite hätte der Sturm der Fuldaer sehr gut zwei Tore mehr schießen müssen, wie auch die VfDer zwei zwin­gende Torchancen hoffnungslos versanden ließen. Der Schiedsrichter Spurk (Butzbach) amtierte korrekt.

Der Spielverlauf gestaltete sich spannend. Be­reits in der 4. Minute landeten die Grünweihen den ersten Torschuß. Allerdings darüber. Eine Minute später setzten die Fuldaer scharf gegen die Latte. Bald darauf noch einmal. Den Vach­schuß hielt Balser. Die Gäste waren dabei stets feldüberlegen. In der 9. Minute ging wieder ein Schuh auf das Tor der VfBer, Balser lieh den durchaus haltbaren Ball durch die Hände. 1:0. In kurzen Abständen mußte der VfB.-Tormann immer wieder eingreifen. Verschiedentlich ver­mochten sich die Hiesigen freizuspielen, in der 30. Minute war ^in Tor für VfB. fällig, der Ball ging aber Handbreit daneben. Zwei Minuten spä­ter mußte sich Balser zum zweiten Male über­wunden bekennen. Aus dem Gedränge heraus rollte der Ball in das Tor. Mit 2:0 wurden die Seiten gewechselt.

Vis Halbzeit hatten sich die Grünweißen sehr tapfer geschlagen und vermochten sogar kurz vor

Sie, bitte, mit! llnb Eva, du auch! Ja, bitte! Einmal wollen wir so recht vergnügt sein!"

Sie ruhte nicht eher, bis beide Damen zugesagt hatten.

llnb bann wurde das Programm für die nächsten Tage gemacht. Am Montag hatte der Kommerzienrat in Breslau zu tun. Ec machte den Vorschlag:

Ob man dort nicht die Kostüme besorgt?"

Ja, wie denn das?" fragte Ottilie und sah ihn an.

Sehr einfach! Sie und Ihr Fräulein Tochter kommen mit mir mit nach Breslau."

Ottilies Blick suchte Eva, die eben mit Rose und Hans-Achim das Fastnachtlostüm besah, das Schadow aus Berlin mitgebracht hatte.

Was meinst du, Eva, fahren wir mit nach Breslau?"

Wenn du willst, Mama ich bin dabei!"

Aber am Montag, als die Fahrt nach Breslau gemacht werden sollte, fühlte Eva sich so schwach, daß sie nicht mitkommen konnte.

Mama, ich kann nicht an eine Autofahrt denken. Mir ist der Rücken von dem gestrigen stundenlangen Schneeschuhlaufen wie zerbrochen. Vielleicht bittest du Hans-Achim, daß er dich begleitet.

Ottilie sah mit ratlosem Blick auf ihre Tochter.

Hans-Acyim ist schon vor acht Llhr ausge­gangen. Wer weiß, wann er wiederkommen w.rd? Ilnb Rose, bie ich bereits aufforderte, mitzu- kommen, erklärte mir, daß sie heute das Haus nicht verlassen Jonne, weil sie ihre Astrachanjacke erwarte. Die soll mit der Post eintreffen. Was mache ich nur? Der Kommerzienrat wartet auf mich!"

Du wirst doch die Fahrt nicht auf geben, Mama?

Ottilie zog die Achseln hoch.

Ich weiß nicht", sagte sie zögernd, während ihr Blick auf Evas Gesicht ruhte.

Beide dachten in diesem Augenblick an das­selbe: daß der Kommerzienrat abends zuvor ge­sagt hatte, daß er sich auf die Fahrt nach Breslau freue. Man durfte ihm die Freude nicht ver­derben.

Ottilie mußte daran denken, wie Münchmeyer ihr in den zwei Tagen seines Hierseins den Hof gemacht hatte. Als wäre sie nicht eine alternde Frau, sondern ein junges, begehrenswertes Mädchen.

Ihr Blick fiel in den Spiegel. Eine alternde Frau? War sie das denn? Sie prüfte beinah neugierig ihr Spiegelbild lächelte.

Olein, eine alternde Frau war sie nicht. In ihrem Skilostüm, das sie zuletzt getragen hatte, konnte man sie nicht dafür ansehen. lind ihre kurze Pelzhacke, die sie eben an hatte, kleidete sie gut, und der fleine, fest an den Kopf anliegende Hut ließ sie fast jugendlich erscheinen.

dem Wechsel im Feldspiel einigermaßen den Aus. gleich herzustellen. Zählbarer Erfolg blieb aber a.is. Bald nach dem Wiederbeginn^ließ VfB. wie. her eine glänzende Chance aus, der^Dall wurde abermals knapp daneben gejagt. Ein Strafstoß für Fulda führte wenige Minuten später zum dritten Tor: aus einer Ecke, durch den Halbrechten der Gäste vorbildlich eingeköpft, resultierte der vierte Erfolg. Während einer kurzen Drangperiode vor dem Tor der Gäste hatte der Tormann der Ful­daer sein Können zu beweisen. Die Grünweißen gingen dabei aber wieder leer aus. In der 25. Minute fiel dann das fünfte Tor. In der Folge flaute das Spiel etwas ab, die Fuldaer bemühten sich nicht mehr allzusehr, bie Plahbesiher waren müde. Das Spiel llang etwas matt aus.

Handball der Universität Gießen.

Anibersität Gießen schlägt Anidersität Tübingen 9:2 (5:0).

Auf neutralem Platze trafen sich obige Mann­schaften. Tübingen stellte eine körperlich sehr kräftige Mannschaft ins Feld, deren großer Eifer aber nicht genügte, die vorhandenen spieltech- nischen Mängel zu ersehen. Obwohl Gießen in der ersten Halbzeit gegen die Sonne spielte» führte die Mannschaft schon bei Halbzeit mit 5: 0. In der zweiten Hälfte kam die Gießener Mann­schaft zuerst nicht recht ii^ Schwung. Durch das Abfallen des Sturmes wurde die Hintermann­schaft zu sehr überlastet, so baß Tübingen zwei Tore aufholen konnte. Als die Stürmer sich wieder einigermaßen gefunden hatten, blieben auch die Erfolge nicht aus. Der Schlußpfiff sah Gießen mit 9:2 als Sieger. Bei der Tübinger Mannschaft fehlte es vor allem an dem verständ­nisvollen Zusammenwirken der einzelnen Mann­schaftsteile. Die Mannschaft der älniversität Gie­ßen war auf allen Posten gleichmäßig gut beseht. Das faire Spiel verlor aber leider durch das. allzu eifrige Pfeifen des Schiedsrichters an Flüssigkeit.

Handball im Gau Hessen (O T )

1. Jugend 921 tb. TV. Haufen I 5:4 (1:1).

Vach 14tägiger Pause trug die erste Jugend­mannschaft des Gießener Männer-Lumvereins wieder ein Handball- FreundsHaftsspiel aus. Mit der ersten aktiven Mannschaft des Turnverei s Hausen als Gegner hatte der Spielausschuß einen guten Griff getan; standen sich doch zwei fast gleichwertige Mannschaften als Gegner gegenüber. Wenn auch die Gießener Jugend durch zwei Spie­ler der zweiten Mannschaft verstärkt war, zeigte sie doch nicht die Leistungen der vergangenen Sonntage. Die Gäste stellten eine sehr sympa­thische und spieleifrige Mannschaft, der aber noch

Der Kommewienrat betrat von der Straße her die Diele. Sie sah ihn in dem Spiegel und sagte, ohne sich nach ihm umzuwenden:Wir müssen allein fahren Eva ist invalide."

Er gab sich keine Mühe, seine freudige Heber* raschung zu verbergen...

*

Daß gar kein Gruß aus Flinsberg kam? Sonst hatte der Geheimrat jeden Morgen einen Karten­gruß auf seinem Frühstückstisch vorgefunden. Vun schon seit drei Tagen nicht. Seit der Kom­merzienrat dort weilte.

Er rechnete nach, wann das gewesen war. Am Freitag. Daß er sich auch nicht bei ihm meldete? Sonst hatte er es doch immer gleich nach seiner Rückkehr getan. Hatte antelephoniert bei ihm. 2hm Bericht erstattet, wie es den Seinen ging. Ob er noch nicht zurück war?

Einen Augenblick dachte er daran, telephonisch in Münchmeyers Bank anzufragen. Im nächsten Augenblick gab er es auf. Er war gewiß noch dort, sonst hätte sich Schadow hier im Hause gezeigt.

Der Geheimrat fühlte seine Verlassenheit jetzt schmerzlicher denn je. Die Hedwig war feit einigen Tagen bei ihren Eltern. Er hatte sie beurlaubt, weil ihre Mutter ernstlich erkrankt war. Vun war er ganz allein in der Wohnung.

Lina Knorpe kam des Morgens, bereitete den Kaffee für ihn und reinigte die Stuben. Heute war sie noch nicht erschienen.

Er sah nach der Llhr. Es war halb acht. Er hatte geglaubt, es sei schon viel später. Da konnte ja noch Post kommen..

Er holte sich die Zeitung herein, die vor der Korridortür lag. Setzte sich in Ottilies Lehnsessel, der im Wohnzimmer am Fenster stand. Das war seit Ottilies Fortgehen fein Platz. Auf dem faß er, wenn er seinen Morgenkaffee trank, auf dem hielt er fein Mittagsschläfchen an dessen Lehne legte er abends seinen Kops, wenn er mit seinen Gedanken bei Ottilie war.

Ach, daß er sie doch nicht fortgelaffen hätte!

Er hatte seine Zeitung durchgesehen, und die Lina war noch immer nicht da.

Endlich schrillte die Klingel. Er ging, um zu offnen.

Entschuldigen Sie Herr Geheimrat, daß ich heute etwas später komme", sagte Lina Knorpe, ich habe die Post abgewartet."

Schon gut schon gut.

Er wollte in sein Zimmer. Ihm hatte die Post nichts gebracht. Lina hielt ihn mit einer Mit­teilung zurück.

Ich hab'ne Karte aus Flinsberg gekriegt. Von Kommerzienrats Ida."

Was schreibt sie denn?" Er mußte über feine Frage lächeln.

(Fortsetzung folgt.)