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Die seitherigen vier sächsischen Landtagsabge­ordneten der FraktionSächsisches Land­volk". Schladbach, Dr. Troll, Hausse und Rauer sind zur deutschnationalen Volks­partei übergetreten.

Auf Grund des Republikschutzgesetzes hat der hessische Innenminister die nächsten drei Nummern desStoßtrupps". der in Mainz erscheinen­den Stahlhelm-Monatszeitung, verboten, weil et, wie es in der Begründung des Verbots heißt, dem früheren Reichspräsidenten C b e r t und den Mit­gliedern der Regierungen des Reichs und Preu­ßens vorgeworfen habe, daß sie chre Amtsgewalt zur absichtlichen Auslieferung deutschen Bodens an fremde Mächte verwandt hätten.

Der Führer der RSDAP. in Baden, Land­tagsabgeordneter Wagner, veröffentlicht im heutigenFührer" einen Offenen Brief an den Reichsinnenminister Dr. Groe- ner, worin er sich über die vom badischen Innenministerium angeordneten Haussuchungen, Zeitungs-, Versammlungs- und Redeverbote so­wie über die verschiedenen Verordnungen in der amtlichenKarlsruher Zeitung" beschwert mit der Begründung, daß diese Maßnahmen geseh - und verfassungswidrig seien.

Frankfurt a. M.-West, Frankfurt a. M.-Ost. Ins­gesamt umfaßt die Ländergruppe Hessen also zehn Wahlkreise.

Kleine politische Nachrichten.

Der Druckleitung der Mainzer Welt- Goethe-Ausgabe ging vom Bureau des Reichspräsidenten die Mitteilung zu, daß Reichspräsident von Hindenburg sich entschlossen hat, die Ehrenschirmherrschaft über die Welt-Goethc-Ausgabe des Volksstaates Hessen und der Stadt Mainz zu übernehmen.

Der Reichsinnenminister empfing die Vorsitzenden des Zentralvereins deut­scher Staatsbürger jüdischen Glau­bens, Justizrat Dr. Julius D r o d n i tz , Rechts­anwalt Dr. Bruno Weil und Syndikus Dr. Alfred Wiener, in Gemeinschaft mit dem Vor­sitzenden der Reichsarbeitsgemeinschaft der jü­dischen Landesverbände, Kammergerichtsrat Wolf, dem Vorsitzenden des Reichsbundcs jü­discher Frontsoldaten, Dr. Leo Loewenstein und dem Staatssekretär Prof. Dr. Julius Hirsch. Die Herren trugen dem Minister Klagen über die nationalsozialistische Agitation gegen den jüdi­schen Teil der deutschen Bevölkerung vor; sie wie­sen auf die in jüdischen und nichtjüdischen Kreisen hierdurch erzeugte Anruhe und möglichen Folgen für Ruhe und Sicherheit hin.

Tokio, 8. Febr. lFunkspruch.) Japan hat einen neuen Vermittlungsplan mitgeteilt. Der Vorschlag sieht zunächst die Errichtung einer entmilitarisierten Zone um Schanghai in einer Breite von ungefähr 30 Kilometer vor. Später soll die neutrale Zone auch um Hankau, Tientsin, Kanton und Tsingtau ein­gerichtet werden. Dieser Plan soll auf einer in­ternationalen Konferenz von den Mächten erörtert werden. Die Anregung Japans soll den chine­sischen Kriegsgenerälen die Möglichkeit nehmen, die betreffenden Städte weiter unter ihrer Kon­trolle zu halten und die chinesischen Kaufleute würden ihren Geschäften ruhig nachgehen können. China könne leichter für die Annahme des Planes, der auch die Entmilitarisierung der Mandschurei vorsieht, gewonnen werden, wenn die Mächte sich mit einer Aufgabe der Exterritoriali­tät in ganz China, mit Ausnahme der in der neutralen Zone vorgesehenen Städte einver­standen erklärten. Japan beabsichtige nicht, Trup­pen länger in Schanghai zu lassen, als bis eine Verständigung über die Entmilitarisierung der Stadtzone erzielt sei. Japan beabsichtige auch nicht, eine japanische Konzession in Schanghai zu schaffen.

Das Dorf Wusung von den Japanern besetzt.

London, 8. Febr. (TA.) (Funkspruch.) Für Montagfrüh hatten die Japaner einen neuen Angriff auf die Wusungforts angesetzt, der aber durch die Chinesen abgeschlagen werden konnte. Den Japanern war es nur gelun­gen, das Dorf Wusung zu besehen. Die Kämpfe begannen mit einer Beschießung der Forts durch 20 japanische Flugzeuge. Japa­nische Schiffe landeten 600 Mann Infanterie und fünf Panzerwagen auf dem Eisenbahnkai und lie­ßen diese auf Wusung vormarschieren. Eine an­dere japanische Jnfanterieabtcilung marschierte gegen die rückwärtigen Verbindungen der Chine­sen vor und wurde hierbei durch Seesoldaten un­terstützt, die auf 30 Lastkraftwagen von Schang­hai nach Wusung geschickt waren. Dann eröff­neten ein Kreuzer und vier Torpedobootszerstö­rer vom Vangtse aus das Feuer auf die Forts. Die Geschütze der Forts antworteten. Das Feuer

dauerte sechs Stunden, worauf die Japaner das zerstörte Dorf Wusung besetzten. Während der Kämpfe trat heftiger Schneefall ein. Die Ja­paner verloren 10 Tote und 40 Verwundete, die auf Lastkraftwagen nach Schanghai gebracht wur­den. Die Forts wurden jedoch von den Chine­sen gehalten. Sie waren noch am Montagabend in ihrem Besitz.

Oie Tschungschi-Llniversität schwer gefährdet.

Tie deutschen Professoren in Sicherheit.

Sch anghai, 8. Februar. (TA.) Die deut­schen Professoren der Tschungschi- Aniversität, die inmitten der Wu­sungforts liegt, haben infolge der schwe­ren Beschießung durch die japanische Schiffsartillerie und die Dombenllieger mit ihren Angehörigen die Aniversität verlassen müssen. Aach ihren Meldungen hat die japanische Beschießung in der Aniversität schwersten Schaden angerichtet. Am Montagmorgen konn­ten dank dem Entgegenkommen des chinesischen Divisionskommandanten die Frauen und Kinder auf Roten-Kreuz-Automobilen über das chine­sische Hauptquartier in Tschenju nach Sch ang- h a i gelangen. Die Mchrner marschierten sechs Stunden lang auf Amwegen hierher. Sie berich­ten, daß die Beschießung der Aniversität durch die Japaner großen, wenn nicht gar unersetzlichen Schaden angerichtet hat. Das Elektrolabo­ratorium ist durch zwei Volltreffer völlig z e r st ö r t. Es ist zudem zu befürchten, daß die unersetzliche sinologische Bibliothek von Professor Othmer sowie weitere wertvolle Privat­büchereien vernichtet sind. Die Flüchtlinge er­zählen von dem hartnäckigenWiderstand der Chinesen, die fest entschlossen zu sein scheinen, Wusung bis zum Letzten zu verteidigen. Wahrscheinlich wird die Ani­versität Stützpunkt der militärischen Operationen werden, so daß ihr Weiterbestand ge­fährdet ist. Man hat sie vollständig ge­räumt, auch das chinesische Personal, welches bis zuletzt ausgehalten hat, schloß sich den deut­schen Flüchtlingen an. Alle retteten nur das Not­wendigste.

Ein Vermittlungsvorschlag Japans

Entmilitarisierte Zonen um fünf große Dertragsstädte.

Der Verwaltungsrat der DIZ. ist in Basel zusammengetreten. Die Verhandlungen werden an Stelle des in den Vereinigten Staaten weilenden Präsidenten Mac Garrah von dem Vizepräsidenten, dem deutschen Delegierten Dr. Melchior, geleitet. Den Verhandlungen woh­nen auch die beiden anderen deutschen Delegier­ten, Reichsbankpräsident Dr. Luther und Ge­neraldirektor R e u s ch, bei.

gilt außerdem, daß vor jeder Einstellung von Bewerbern, die einem politischen Verband ange­hört haben, besonders sorgfältig zu prü­fen ist, ob durch derartige Einstellungen nicht die überparteiliche und unpolitische Haltung der Wehrmacht erschwert werden formte. Mit solchen Bewerbern sind Ver­handlungen aufzunehmen, aus denen hervorgeht, daß sie mit dem Eintritt in die Wehrmacht jede derartige Bindung vollkommen gelöst haben.

Deutsche Wehrverbände an die Abrüstungskonferenz.

Berlin, 8. Febr. (ERB.) Dom Stahl­helm wurde ein Telegramm an die Abrüstungskonferenz gerichtet, in dem dringend gefordert wird, der Angleichheit der Rüstungen ein Ende zu machen. Wahre Befriedung der Welt sei nur möglich, wenn die Beschränkung der Wehr­hoheit aufgehoben werden, die dem Unter­legenen durch die Pariser Vorortverträge auf» gezwungen worden sind. Die ehemaligen deut­schen Frontkämpfer appellieren über die Ab­rüstungskonferenz hinaus an den Soldatengeist der anderen Völker, der die Gefahren einer dauernden Diskrimination einzelner Staaten in den lebenswichtigen Fragen der Landesverteidi­gung erkennen müsse.

Der Vorstand des Deutschen Reichs­kriegerbundes KyffHäuser fordert in einer Depesche das unbedingte Festhalten am deutschen Recht auf Sicherheit und Gleichberech­tigung. Frankreich, so heißt es dann, suche durch seinen Vorschlag einer Dölkerbundsarmee die Weltabrüstung zu sabotieren und Deutschlands Recht mit Füßen zu treten.

Der Deut sch eOfsizier-Dund hat eben­falls an die Abrüstungskonferenz ein Telegramm gerichtet, in dem er unter Hinweis auf die frie* densgesährdende Angleichheit des Düstungsstandes der verschiedenen Rationen, die Forderung aus­gesprochen hat, daß Deutschland in wehrpolitischer Beziehung den anderen Mitgliedern des Völker­bundes gleichgestellt wird und daß die seine Wehr­hoheit einschränkenden Bestimmungen des Versail­ler Vertrages auf gehoben werden, so daß es im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten die zu seiner nationalen Sicherheit dringend erforderli­chen Maßnahmen treffen kann.

Hessen in der Aeichswahlresorm.

Mainz, 6. Febr. (WSN.) Die Verhandlun­gen über die Einteilung der Wahlkreise auf Grund der Bestimmungen des neuen, vom Reichsrat bereits verabschiedeten Reichswahl­gesetzes sind zum Abschluß gelangt. Sie haben für den Freistaat Hessen zum Ergebnis gehabt, daß Hessen in die Wahlkreise Mainz, Darmstadt, Offenbach, Gießen eingetcilt wird. 2m einzelnen ergibt die Einteilung und die Stel­lung des Freistaates Hessen folgendes Bild: Wahlkreis 15 3 Mainz hat folgenden Um­fang: Kreise Mainz, Oppenheim, Bingen, Alzey, Worms. 394 217 Personen wohnen im Wahltreis Mainz. Wahlkreis 150 Darmstadt hat folgenden Umfang: Kreise Darmstadt, Gr.-Gerau, Bensheim, Heppenheim. Die Zahl der Wohnbevöl­kerung beträgt 335 027. Wahlkreis 151 O f - fenbach umfaßt die Kreise: Offenbach, Dieburg und Erbach und zählt 289 545 Einwohner. Wahl­kreis 15 2 Gießen umfaßt folgende Kreise: Gießen, Alsfeld, Lauterbach, Schotten, Friedberg, Büdingen und zählt 328 490 Einwohner. Das neue Reichswahlgeseh bringt vor allem eine Neueinteilung der Wahlkreise. Die Wahlkreise Darmstadt, Offenbach, Gießen, Mainz bilden den Wahlkreisverband Hessen. Die Wahl­kreisverbände Hessen und Hessen-Nassau bilden die Ländergruppe Hessen. Die Länder­gruppe Hessen umfaßt den Freistaat Hessen und die preußische Provinz Hessen-Nassau. Außer den genannten hessischen Wahlkreisen umfaßt die Ländergruppe Hessen die Wahlkreise Kassel, Fulda-Hanau, Warburg, Limburg, Wiesbaden-

Aus aller Well.

Ein Dersicherungsschwindel.

In Krakau meldete eine Frau Ciunkiewicz der Polizei, daß sie im Grandhotel bestohlen wor­den sei. Ihre Koffer seien, ohne daß sie es bemerkt hätte, seitlich ausgeschnitten und voll­kommen ausgeraubt worden. Kostbare Pelze, wertvoller Schmuck, darunter Perlen und farbige Diamanten, und Valuten im Gesamtwert von etwa 1,5 Millionen Mark seien in die Hände der Hoteldiebe gefallen. Die angeb­liche Millionärin ist nun unter dem dringenden Verdacht des versuchten Dersicherungs- schwindels verhaftet worden. Anzeichen deu­ten daraus hin, daß die Genannte in ihren Koffern

Reichswehr und Wehrverbände.

Berlin, 8. Febr. (WTD.) Das Reichs­wehrministerium veröffentlicht einen Be­fehl des Reichswehrmini st ers Groe - n e r vom 29. Januar 1932, von dem behauptet worden ist, daß er sich gegen die Politik des Reichskanzlers richte. Demgegenüber ist festzu- stellen, daß er mit Zustimmung des Reichskanzlers Dr.Brüning erlassen worden ist.

In dem Befehl heißt es: Rur solche Wehr­verbände haben Lebensberechtigung, die die nationalen und staatspolitischen Ideale pflegen und ihre Hauptaufgabe in der körperlichen und ge-iftigen Er­tüchtigung sehen. Jede militärische Be- tätigxig der Verbände sowie die Anmaßung po­lizeilicher oder sonstiger staatlicher Befug­nisse werden stets auf das schärfste be­kämpft werden.

In Beantwortung der Frage, wann Bewer­ber aus politischen Gründen von der Einstellung in die Wehrmacht aus - z u s ch l i e h e n sind, erklärt der Reichswehrmini- fter, daß nur solche Bewerber abgelehnt wer­den dürfen, die erwiesenermaßen an Bestrebungen teilgenommen haben, die auf eine Aenderung der verfassungsmäßigen Zu stände mit unerlaubten OHitteln gerichtet waren. Ein für allemal bleiben ferner Bewerber ausge­schlossen, die erwiesenermaßen in beleidigen­der Form öffentlich gegen denReichs- präsidenten Stellung genommen ha­ben, alle, die erwiesenermaßen im politischen Kampfe durch Störung der öffent­lichen Ruhe und Ordnung gezeigt haben, daß sie die sittliche Reife für die Ausnahme in die Wehrmacht nicht besitzen, und Mitglieder sol­cher Organisationen, die sich nicht scheuen, für den Kriegsfall Kriegsdienstverweigerung und Fahnrnflucht zu predigen. Allgemein

Oie Aktion des Hindenburg-Ausschusses. Bis zum Montag S0Vv00Einzcichnungen.

Berlin, 8. Febr. (TA.) Nach Mitteilung des Hindenburg-Ausschusses belief sich bis Montagmittag die Zahl der Eintragungen auf rund 900 000.

Wie weiter mitgeteilt wird, haben sich folgende weitere Persönlichkeiten dem Aufruf des Hindenburg-Ausschusses vom 1. Fe­bruar angeschlossen: Direktor Robert Albert, Dresden; Berthold Friedrich Mark­graf von Baden-Sale a. Bodensee; Fried­rich Baltrusch, Geschäftsführer des Gesarnt- verbandes der christlichen Gewerkschaften; Präsi­dent B umm, Berlin; Ober ° Domprcdiger Burghart, Berlin, Vizepräsident des evange­lischen Oberkirchenrates; Anterstaatssekretär a.D. Dr. Conze, Berlin; Staatssekretär a. D. Fritz Doenhof f, Berlin; Dr. Karl Ritter von Halt, München; Oberbürgermeister v o n Han­se m a n n, Flensburg; Reichsminister a. D. Land- rat Dr. Hahlinde, Arnsberg; Oberbürgermei­ster Lautenschlager, Stuttgart; Kommer­zienrat Lindner, Vorsitzender des Verbandes der mitteldeutschen Industrie in Sondershausen; Oberbürgermeister Dr. Loh meyer, Königs­berg; Alois Fürst zu Löwenstein; Kon- fiftorialrat D. Dr. Luther, Berlin; Frau Dr. Elsa Matz, Berlin; Bankier Dr. Melchior. Hamburg; Bischof M o o g , Bonn; Staatsmrnr- fter a. D. von R o st iz-W al lwitz . Berlin; Professor Paul Pfeiffer, Rektor der Aniversi­tät Bonn; H. Plate, Ehrenmeister des deut­schen Handwerks, Hannover; Geheimrat Dr. P o n- sick; Professor Reulaux, Rektor der Techni­schen Hochschule in Darmstadt; Legationsrat a. D. Frhr. v. Richthofen, Berlin; Ober- bürgermeifter Rombach, Aachen; Oberbürger­meister Sch arnagl, München; D. ß. c. Wil­helm Schäfer, Sommerwalde am Bodensee; Professor Siegmund Schultze, Berlin; Oberst D. h. c. Bernhard Schwertfeger, Hannover; Geheimer Justizrat Professor Dr. Tripel, Ber­lin; Landesbischof D. Polzien, Mecklenburg- Strelitz; Geheimrat Professor Dr. Daihinger, Halle; Professor Weber, Rektor der Aniversi­tät Freiburg; Professor Windhaus, Göttin­gen; Schulrat G. Wolff, Berlin. Weitere Na­men von neuen Anterzeichnern des Aufrufes wer-' den demnächst veröffentlicht.

Hitlers Einbürgerung.

Dr. Frick stellt Strafantrag.

München, 8. Febr. (CNB.) Wie der heute nach achttägigem Verbot erstmals wieder erschei­nendeVölkische Beobachter" mitteilt, hat der frühere thüringische Innenminister Dr. Frick in einem Schreiben an den Ersten Staatsanwalt vom Landgericht München I Straf antrag ge­gen dieMünchener Neuesten Nachrichten" wegen Beleidigung gestellt. Der Klage liegt ein Ar­tikel derMünchener Neuesten Nachrichten" zu­grunde, in welcher Dr. Frick eine formale Be­leidigung erblickt. Zugleich beantragt er unter Be­zugnahme auf die Notverordnung vom 8. Dez. Erhebung der öffentlichen Anllage. Er erklärt, daß er sich bei dem Versuch, Adolf Hitler zum thüring. Staatsbeamten zu ernennen, durchaus irnRahrnen seiner verfassungsmäßi­gen .Befugnisse als thüringischer Innenminister gehalten habe, daß es sich dabei also nicht um einenSchiebungsversuch" han­deln könne, sondern um einen legalen Staats­akt gehandelt habe. Da die nationale Regierung in Thüringen seinerzeit leider durchaus kein Verständnis dafür zeigte, die Frage einer Einbürgerung Hitlers von sich aus im deut­schen Sinne zu erleoigen, sei ihm nichts an­deres übrig geblieben, als selbst die Lö­sung in eigener Zuständigkeit zu versuchen.

Zu den verschiedenen Gerüchten über Aktionen zur Einbürgerung Hitlers berichtet dieVossische Zeitung", in maßgebenden Kreisen werde die Auf­fassung vertreten, daß man eine Einbürgerung Hitlers nicht bekämpfen würde. Im Gegen­teil würde man, wenn Hitler sich dazu entschließen könnte, einen regulären Einb ür g e - rungsantrag zu stellen, auf eine Be- f chleunigung hinwirken. Man habe den Ein­druck, so schreibt das Blatt weiter, daß von Na­tionalsozialist. Seite absichtlich der normale Ein­bürgerungsantrag vermieden werde, um den Eindruck zu erwecken, als habe Hitler mit irgend­welche Intrigen und Schwierigkeiten zu kämpfen, die in Wirklichkeit gar nicht beständen. Bis jetzt habe Hitler den normalen Weg über einen Einbürgerungsantrag noch kein einzigesmal beschritten.

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leichten Niederschlägen, meist in Form von Schnee. Namentlich im Osten hat sich dabei eine ge­schlossene Schneedecke gebildet. Durch das Ties einerseits und durch hohen Druck über Skandi­navien anderseits ist es gleichzeitig zu einem kräftigen Kaltlufteinbruch gekommen, der im öst­lichen Teil des Reiches die Temperaturen bis unter minus 10 Grad zurückgehen ließ. Königs­berg hatte heute morgen 17 Grad unter Null. Auch bei uns wird unter dem Einfluß der Kalt­luft der Frost rasch zunehmen, der zum Teil durch Ausllaren noch verschärft wird. Auch tags­über dürften die Werte zunächst unter Null liegen.

Aussichten f ü »-M ittwoch. Köller mit zu­nehmendem Frost, wolkig mit Aufheiterung, ein­zelne Schneefälle, nordöstliche bis östliche Winde.

Aussichten für Donnerstag: Strenger Nachtfrost, etwas dunstig ober wolkig, sonst viel» fach heiter.

nicht Schmuck und Pelze, sondern Kohlen mit sich geführt habe, die sie dann im Ofen deS Hotelzimmers verbrannt haben dürfte. Sie konnte nämlich ebensowenig die Kohlenstäub­chen in ihren Koffern, wie die Hitze in ihrem Ofen erklären, obgleich das Hotelpersonal gerade an diesem Tage das Zimmer nicht geheizt hatte.

Ealmelle über das Urteil im Lübecker Prozeß.

Prof. (Talmette, der Erfinder des nach chm be­nannten Jmpfverfahrens, äußert sich in der Pa­riser Presse über das Urteil im Lübecker Prozeß. Ec betont, daß das Urteil insofern seinem Wunsch entspreche, als darin ausdrücklich feftge- stellt sei, daß sein Verfahren an dem Tod der St i über vollkommen unschul- big sei. Andrerseits bedauere er aber, daß Pros. Deycke und Dr. Altstaedt; deren wissenschaftliche Vergangenheit makellos sei, und deren Fähigkeit größte Achtung verdiene, für die Ursachen verant­wortlich gemacht worden seien, die den Tod der Kinder herbeigeführt hätten. Er hoffe, daß sie in kürzester Zeit wieder auf freien Fuß gesetzt würden.

Fast vier Millionen Rundfunkteilnehmer in Deutschland.

Wenn der Zugang an Rundfunkteilnehmern auch nicht mehr die Zahlen aufzuweisen hat wie in den ersten Jahren des Radiowesens, so sind

Hörerkreis in Deutschland am 1. Januar 1932 mit insgesamt 3 980 852 ordnungsmäßig angemeldeten Rundfunkfreunden nur noch wenig von der 4- Millionengrenze entfernt ist. Der Zuwachs im letz­ten Vierteljahr 1931 belief sich auf rund 249 000. > Am 1. Januar 1931 betrug die Zahl der Rund­funkteilnehmer in Deutschland erst rund 3,5 Mil­lionen.

Grubenunglück in Sizilien.

In einem Schwefelbergwerk bei Cal- tanifetta (Sizilien) explodierten bei der Ent­zündung einer Sprengmine Grubengase. Zum Glück befanden sich von den etwa 1000 Arbeitern zur Zeit der Explosion nur 18 im Schacht. Don diesen wurden nach stundenlangen Rettungsarbei­ten fünf a 1 s Leichen geborgen. Ein sechster Arbeiter verschied beim Transport, wäh­rend von den Verwundeten acht so schwere Ver­giftungserscheinungen aufwiesen, daß man an ihrer Rettung zweifelt.

Die Arbeit der Standgerichte in Polen.

2m Justizausschuß des polnischen Sejm wurde ein sozialistischer Antrag behandelt, der die Aus­hebung der Standgerichte fordert. Der Berichterstatter stellte -fest, daß während der letzten fünf Monate die Standgerichte 59 So» desurteile ausgesprochen hätten, von denen 31 vollzogen waren. In drei Fällen hätte man 19jährige Burschen und in Swiencany sogar «inen 17jährigen Burschen gehängt. Die Vollstreckung von Todesurteilen sei so häufig, daß der Henker seiner Arbeit nicht nachkommen könne. Es seien Fälle vorgekom­men, wo Verurteilte, denen die Todesstunde schon mitgeteilt worden war, oft zwei Tage auf die Vollstreckung des Todesurteils hätten warten müssen. Der Antrag wurde vom Regierungsblock abgelehnt.

Der IBirbelffurm auf Reunion.

Nach den letzten Nachrichten über den schweren Wirbelsturm auf der französischen Insel Reunion hat die Unwetterkatastrophe 4 5 Menschen-^ leben gefordert. Die Hauptstadt St. Denis wurde zum größten Teil z e r ft ö r t. Ihre Be­wohner haben sich in die Kirchen und Schulen sowie an Bord der im chafen liegenden Sch.ffe In Sicherheit gebracht. Auch in St. Paul wur­den ganze Wohnviertel zerstört. Die Ernte ist zum großen Teil vernichtet.

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