Nr. 7 Drittes Blatt
Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)
Samstag, <*; Januar 1952
OeffentlicheHand und Preisabbau
Die Vierte Notverordnung der Reichsregierung hat in zahlreichen Wirtschaftszweigen eine beachtenswerte Ermäßigung der Preise herbeigeführt, ohne erst den Zwang des Reichskommissars für Preisüberwachung notwendig zu machen. Selbst bei Waren mit scharfer Konkurrenz, die in den letzten Monaten schon eine rückläufige Bewegung der Preise aufzuweisen hatten, ist der jüngste Preisabbau zum Teil noch in Erscheinung getreten. ®c- Hölter und Löhne wurden mit Wirkung vom 1. Januar ab weiter reduziert. Der Geschäftsmann und der Handwerksmeister werden sich künftighin ebenfalls mit geringerem Verdienst begnügen müssen. In anerkennenswerter Weise hat die Reichsbahn einen Teil der Frachttarife ermäßigt, leider aber die Personentarife bis jetzt noch von dem Abstrich ausgenommen. Zu begrüßen ist ferner, daß auch die Reichspost unter der Einwirkung der Rcichsregie- rung gewisse Tarifsenkungen vorgenommen und da- mit vom Reiche her die Breissenkungswelle verstärkt hat. Eine Anzahl Kommunaloerwaltungen im Reiche ist den gleichen Weg gegangen, aber die große Mehr- heit der Kommunen und der Länderregierungen fehlt bis heute noch in dieser Neugruppierung der wirtschaftlichen Front.
2n Hessen hat bisher die Staatsregierung noch nichts verlauten lassen, daß sie ebenfalls gewillt sei, dem allgemeinen Preisabbau Rechnung zu tragen. Ebenso zurückhaltend ist das Vorgehen der Kommunalverwaltungen, auf deren Maßnahmen sich nun, in gleicher Weise wie beim Staate, die Blicke aller in ihrer Existenzgrundlage geschmälerten Bürger richten. Daß die öffentlichen Verwaltungen bei dem Preisabbau vor einer schwierigen Aufgabe stehen, ist ohne weiteres klar, wenn man bedenkt, daß die Erträge aus staatlichen und kommunalen Einrichtungen im Laufe des letzten Jahrzehnts vielfach den Charakter indirekter Steuern angenommen haben, deren Minderung natürlich nicht ohne Einfluß auf den Haushaltsplan bleibt. Es wird denn auch von den Verwaltungen der Einwand erhoben, daß eine Senkung der Werktarife und der Gebühren das Defizit im Haushalt errhöhe. Biele Behörden sehen anscheinend in der Preissenkungsaltion der Reichsregierung nur die materielle Seite, während sie die psychologischen Gesichtspunkte außer acht lassen. Mit welchem Recht und mit welcher Begründung wollen die Behörden von der Privatwirtschaft, von den Beamten, Angestellten und Arbeitern Abbau der Preise und der Einkommen verlangen, wenn sie selbst auf ihrem eigenen Gebiet nicht oder nur unzulänglich gewillt sind, den gleichen Weg zu gehen? Der Sinn des allgemeinen Preisabbaues ist doch der. für die deutsche Gesamtwirtschaft ein niedrigeres Preisniveau zu gewinnen, um von dort aus auf allen Wirtschaftsgebieten neue Auftriebskraft und bessere Konkurrenzmöglichkeiten mit dem Auslande zu entfalten. Dagegen soll die Preisabbauaktion nicht ein Hilfsmittel für die öffentliche Haushaltswirtschaft zur Herstellung des Etatsausgleiches sein, ganz abgesehen davon, daß stärkste Substanzschmälerung einerseits und unverminderte Höhe der öffentlichen Lasten anderseits die bisher schon bestehende große Disharmonie zwischen Leistungsfähigkeit und Belastungsstärke zur glatten iln- erträglichkeit steigern würde. Die staatlichen und kommunalen Behörden, aber auch die gewählten Körperschaften sollten sich nicht der Möglichkeit aussehen, daß ihnen durch mehr oder minder große Passivität beim Preisabbau von der Bevölkerung der Vorwurf gemacht werden könnte, die wirtschaftlich bedeutsamen Ziele der Vierten Rotverordnung verkannt und von oben her sabotiert zu haben. Man sollte die Reufestsehung der öffentlichen Abgaben auf niedrigerer Basis auch nicht Wochen- oder monatelang hinauszögern, weil dadurch in den ohnehin schon schwer ringenden breiten Bevölkerungsschichten eine Stimmung entstehen könnte, die man vom Standpunkte einer aufbauwilligen Staatsregierung aus nur bedauern müßte.
Von der hessischen Regierung erwarten weite Tevölkerungskreise z. B. eine zeitgemäße Senkung des Schulgeldes, das sich jetzt in vielen Fällen sehr unsozial auswirkt. Weiterhin ist vom kommunalpolitischen Standpunkt aus die Forderung an die Staatsregierung zu richten, auch die P o l i z e i k o st e n z u s ch ü s s e der Gemeinden herabzusehen und dadurch den kommunalen Sinan- Aen die durch die veränderte Sachlage gebotene Entlastung zu verschaffen. Hierher gehört ferner die Forderung an das Finanzministerium, den Gemeinden die^Anteile an den Reichs st eu- e r n und an der Sondergebäude st euer wesentlich schneller als bisher zu überweifen und endlich mit dem bisher beliebten Modus zu brechen, die Steuergelder der Gemeinden erst monatelang zur Bestreitung staatlicher Ausgaben zu verwenden, während die Gemeinden ihre Fi- uanzschwierigkeiten durch die Ausnahme teurer kurzfristiger Kredite beheben müssen, wodurch natürlich der Betrieb der Kommunalverwaltungen unnötig verteuert und die Senkung der Derwal- tungskosten erschwert wird. Die Kommunen sollten baldmöglichst den verringerten Cinkom- mensverhältnissen der Bevölkerung durch entspre- chende Reugestaltung der W e r k t a r i f e und der Geb ührensätze Rechnung tragen. Bri der Gießener Stadtverwaltung sind zur Zeit Vorarbeiten nach dieser Richtung hin im Gange, toaim iie zu bestimmten Vorschlägen an den Stadtrat bzw. unter den derzeitigen Verwaltungsverhält- mssen zu Anordnungen der Stadtverwaltung auf Grund der Rotverordnungsdiktatur führen wo den, steht heute noch nicht fest. Weite Kreise der Bürgerschaft werden sicherlich den verständlichen Wunsch haben, daß die Ermäßigung der Werktarife und der städtischen Gebühren zu einem nicht zu fernen Zeitpunkt in Kraft gesetzt werden möchte, damit die Minderung der Preise und des Arbeitsverdienstes den gebotenen Ausgleich auch von der Stadt her findet. Die Stadtverwaltung kann natürlich nicht so rasch wie ein Gewerbebetrieb einen beöeutfamcn Teil der Grundlagen ihrer ganzen üinanzwirtschaft verändern, da für sie vielerlei Vorfragen erst zu klären sind, die sich aus den Beziehungen zu den Anleihegläubigern, den Darlehensgebern, den Gestehungskosten der Werke usw. ergeben. Aber auf der andern Seite steht die nicht minder wichtige Rotwendigkeit, auch die Kosten der Stadtverwaltung möglichst bald den verringerten Leistungsmöglichkeiten der Steuerzahler anzupassen. Dabei wird natürlich auch weiterhin ein Defizit im kommunalen Haushalt bestehen bleiben, für das aber nicht die Senkung der Tarife und der Gebühren als Ursache in De-
Wer Weihnachts-Märchenräisel.
Die post hat viel zu tun gehabt: 760 Einsendungen aus Stadt und Land. - Der Rätselonkel bei der Preisverteilung. - 14 Märchennamen unO drei Kmdergedichte.
Wer hätte das gedacht!? Richt weniger als 7 60 Lösungen sind für unser Weih- n ach ts-Märchenrätset eingegangen. 760 Briefe flatterten uns in die Redaktion, und fast alle enthielten richtige Lösungen, liniere kühnsten Hoffnungen find übertroffen worden. So viele Einsendungen haben wir überhaupt noch nie auf ein Preisausschreiben erhalten. Es beweist uns aber, daß wir mit dem Weihnachts- Märchenrätsel das Richtige getroffen haben, und es zeigt überdies, daß die Kinder nicht immer nur Fußball und Auto, Film, Radio und Technik überhaupt im Kopf haben, sondern auch in der Märchenwelt sehr gut bewandert sind. Und das ist bestimmt kein Schade!
Die Ausgabe war diesmal aber auch wirklich nicht sehr schwer. Viele von den jungen Märchenlesern waren da mit dem Rätselonkel einer Meinung und haben das auch in ihren Briefen mitgeteilt. Die meisten der kleinen Einsender haben die Märchen schon beim ersten Durchlesen erraten. Das weitere war dann nicht mehr schwer. Eine ganze Anzahl von Buben und Mädels haben sich Mühe und Kopfzerbrechen nicht verdrießen lassen und haben ihre Lösung in Reimen ausgeschrieben. Sehr niedliche und lustige Gedichte waren darunter. (Manchmal reimte es sich aber nicht, und ein kleiner Schlauberger meinte, daß es auch Gedichte gäbe, die sich nicht reimten, und es seien deshalb doch Gedichte!) Daß so viele Lösungen in Dersform eingingen, freute den Rätselonkel ganz besonders.
Es war diesmal, wie 2hr Euch denken könnt, eine riesige Arbeit, alle die Lösungen zu prüfen. Außerdem mußten die Einsendungen sortiert werden: falsche und richtige, gereimte und ungereimte, Stadt und Land. Viel Zeit nahm die Prüfung der Gedichte in Anspruch: sie mußten alle vorgelesen werden, und der Rätselonkel und die Mitglieder der Redaktion gaben dann gemeinsam ihr Urteil ab. Wohl waren die meisten Lösungen sachlich richtig: eine ganze Reihe von Einsendungen gaben aber die Märchentitel recht unvollständig wieder, andere wiesen schwere orthographifche Fehler aus und mußten auch für die Preisverteilung ausscheiden: einige Einsender haben sich nicht viel Mühe gegeben, gar nicht säuberlich geschrieben — auch diese mußten von den mit mehr Liebe und Fleiß ausgezeichneten Lösungen geschieden werden. Verschiedentlich hatten wir übrigens den einen oder anderen unserer jungen „Dichter" und „Dichterinnen" im Verdacht, daß Papa oder Mama ihnen allzu nachdrücklich beim Schreiben und Dersemachcn über die Schulter geguckt haben mag. Gedichte, die mehr von Erwachsenen als von Kindern stammten, durften bei der Preisverteilung auch nicht berücksichtigt werden, denn das wäre ja ungerecht gewesen gegen alle, die ihre Gedichte selbst gemacht haben.
Als die kritische Arbeit getan war, lagen uns -von den Knaben aus der Stadt 103, von den Mädchen aus der Stadt 114, von den Knaben auf dem Lande 160 und von den Mädchen aus der Provinz 149 Lösungen mit den Bezeichnungen „Gut" und „Richtig" vor. Die meisten Einsendungen stammten von Kindern im Alter von 10, 11 und 12 Jahren. Auch einige 6- und 7jährige waren dabei, aber nur wenige 14- und über 14- jährige haben sich beteiligt.
Bei der Fülle der Einsendungen, die unserem Weihnachts-Märchenrätsel beschieden waren, kann natürlich nicht jeder mit einem Preis bedacht werden. Alle, die diesmal leer ausgegangen sind, seien auf das nächste Weihnachtsfest und das nächste Preisrätsel vertröstet.
Die Lösungen:
1. Die Bremer Stadtmusikanten.
2. Dornröschen.
3. Sneewittchen.
4. Die sieben Schwaben.
5. Schneeweißchen und Rosenrot.
6. Rumpelstilzchen.
7. Hans im Glück.
8. Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich.
9. Der Wolf und die sieben jungen Geißlein.
10. Hänsel und Gretel.
11. Das tapfere Schneiderlein.
12. Rotkäppchen.
13. Tischlein deck dich, Goldesel und Knüppel aus dem Sack.
14. Aschenputtel.
tracht kommt, sondern die Belastung der Kommune durch die vom Reiche und der Arbeitslosenversicherung abgeschobenen Kosten für die Wohlfahrtserwerbslosen den Anlaß gibt. Aus dieser Sachlage ist die Verpflichtung des Reiches zur Bereitstellung vonMit- teln für die Deckung des Fehlbetrages herzu- leiten. Kein Staatskommissar und kein Dürger- meisterdiktator sollte für den untauglichen Versuch. etwa auf dem Wege einer exorbitanten Erhöhung der Dürgersteuer, oder der Bier- und Getränkesteuer weitere Geldmittel aus der Bevölkerung hcnmuszuholen, in Bewegung gesetzt werden. Die Steuerschraube ist auch in den Kommunen schon um ein Dielfaches überdreht, so daß eine weitere Anspannung nur das Gegenteil desfen zur Folge haben wird, das man von einer etwaigen Steuererhöhung erwarten möchte. Rotwendig ist vielmehr strengste Kostenersparnis in der gesamten öffentlichen Verwaltung, insbesondere durch eine zweckmäßige Reichsreform, und die Durchführung der schon längst fälligen Neuregelung des Finanzausgleichs zwischen Reich, Ländern und Gemeinden mit dem Ziele, die kommunalen Finanzen zu sanieren und sie vor allem von der Belastung durch Wohlfahrtszwecke, deren Erfüllung anderen Stellen obliegt, freizumachen.
Es sind uns so viele richtige Lösungen in Gedicht- form zugegangen, daß wir sie unmöglich alle ab- drucken rönnen; einige der hübschesten Verse teilen wir im folgenden mit:
Di e Musikanten zogen nach Bremen hin, «ie sahen an Dornen das Roschen blühn. Es kehrte ein über den Bergen
Das schöne Sneewittchen bei den Zwergen. D i e sieben Schwaben der Gefahr entronnen. Denn frisch gewagt ist halb gewonnen.
Schneeweiß ift's oft zur Weihnachtszeit, Doch bringen auch Rosen — rot viel Freud. Bei Rumpelstilzchen stellt Unglück sich ein, Aber Hans im Glück darf mehr sich freu'n. Der Froschkönig sitzt im Brunnen tief. Der Wolf mit den sieben Geißlein — _ „ , schlief.
Hanse! und Gretel sind im Walde allein. Mit dem Riesen kämpft tapferdasSchncider. lein.
Rotkäppchen geht mit Geburtstagsgaben, Der Wirt wollt' ein Tischlein d e ck' dich haben. Das Aschenputtel hat als schönsten Lohn An seiner Seite den Äönigssohn.
Den Brüdern Grimm danken nicht minder Für ihre Märchen recht viele Kinder, Erzählen sie weiter und immerfort. So mache auch ich's, der Gottfried N o r t h (Gießen).
*
L Die Bremer Stadtmusikanten, einst im Wald 'ne feine Herberg fanden.
2. Dornröschen schlief grab 100 Jahr, eh' der rechte Prinz gekommen war.
8. S ch n e e w i t t ch e n bei den sieben Zwergen, wohnte über den Bergen.
4. Die sieben Schwaben den Hasen wollten fangen. Sie faßten an den Spieß, den langen.
5. Sch neeweißchen, Rosenrot, schlägst dir den Freier tot.
6. Rumpelstilzchen, der arme Mann, dacht', mein Nam' niemand erraten kann.
7. Hans im Glück, von den Steinen befreit, läuft heim zur Mutter in heller Freud.
8. Froschkönig rief: Königstochter, geschwinde mach' auf, daß ich dich finde.
9. Der Wolf die kleinen G e i ß 1 e i n fraß, Das jüngste in dem Kasten saß.
10. Hänsel und Gretel im tiefen Wald, kamen zum Hexenhäuschen bald.
11. Das tapfre Schneiderlein auf einen Streich, traf sieden auf ein'n Schlag zugleich.
12. Rotkäppchen, nimm dich nur in acht, Der Wolf dir nach dem Leben tracht't.
13. Tischleindeckdich, Esel streck dich, Knüppel aus dem Sack, fest auf den Wirt, den Lumpenpack.
14. Aschenputtel ging zu Mutters Grab, Der Vogel warf schön Kleid herab.
Helmut K l e n k. Götzen bei Schotten. *
1. Jüngst hatf ich einen schönen Traum. Ich träumte, unterm Weihnachtsbaum Da lägen tausend schöne Sachen, Das Herz im Leibe tat mir lachen.
2. Und als ich noch verwundert stand, Gab mir das Christkind ein Buch in die Hand Und sprach mit feiner silbernen Stimm': „j)ier liegen auch Märchen von Gebrüder Grimm.
3. lieber die Bremer Stadtmusiker lachst du dich schief.
Kannst lesen, wie lange Dornröschen schlief. Und was Schneewittchen bei den sieben . Zwergen tut
Und bewundern dersiebenSchwaben Heldenmut,
4. Schneeweißchens und Rosenrots Erleben
Und Rumpelstilzchens Zornesbeben, Das Märchen von dem Hans im Glück, Froschkönigs und deseisernenHein- r i d) s Geschick.
5. Es steht auch was drin von den sieben kleinen Geißen.
Und wie Hänsel und Gretel zur Hexe reisen,
Wie das tapfere Schneiderlein eine Prinzessin erringt, Und was Rotkäppchen der Oma im Körbchen bringt.
Landesmissionsfestamio Januar
Don Dekan Widmann-Gedern.
Dennoch bleibe ich stets an dir.
Psalm 73,25.
Der Leitgedanke und die Lebenskraft aller evangelischen Missionsarbeit ist von jeher das tapfere und getroste Dennoch des Glaubens gewesen, der kühn und stark alle Hindernisse und Röte überwindet und sich in allen Krisen als der unerschütterliche Fels erweist. Aus dem Grunde dieses Glaubens stehend, hat das Werk der H e i d e n m i s s i o n im Lau e feiner jahrhundertelangen Geschichte sich behauptet und wird niemals müde, das Evangelium als ewige Lichtes- kraft hinauszutragen in die Dunkelheit der heidnischen Welt und sich dort mit selbstloser Liebe der Röte aller Art zu erbarmen, unbekümmert darum, ob diese Arbeit Anfeindung oder Unverstand begegnet. Die Mission weiß sich gebunden an den klaren Befehl Christi lEvan- gelium Matthäi 28,18—20) und kennt keine andere Pflicht, als den Gehorsam dieser Weisung gegenüber. Ihre Rotwendigkeit und ihre ökumenische Bedeutung anzuzweifeln, oder sie sogar zu bekritteln, hieße ihren sichtbaren Segen und ihren tatsächlichen Erfolg verkennen.
Missionsarbeit ist schwere Arbeit, zumal in der Gegenwart, wo sich die Weltspan- nungen an ihr auswirken und wo sie unerbittlich
6. Wie bas Tischlein s i ch selber deckte. Und Golbesclchen sich streckte Was das Aschenputtel madjt —", — Ach, hier bin ich aufgewacht.
7. War nun alles auch verschwunden. Halt' ich doch etwas gefunden. Die Märchen merkt' ich mir mit Fleiß. Nun, lieber G. 21., schick mir einen Preis.
Gretel Wetterhahn, Gießen.
Die Preisträger:
1. Sigrid Gebhardt, Gießen, Welckerstraße 14: „Bei Tante Gruh".
2. Ewald Zimmer, Alsfeld, Hersfelder Str. 54: „Der treue Teddy".
3. Wilfried K r ö ck, Gießen, Lahnstraße 19; „Grimms Märchen".
4. Walter M ü 11 e r, Hausen, Obcrgasse 10: „Grimms Märchen".
5. Walter H e r g c t, Gießen, Riegelpfad 70: „Vater Knopp und seine 40 Jungen".
6. Margot und Lieselotte R o d i g e r, Garbenteich, Watzenborner Straße 12: „Grimms Märchen".
7. Hans Georg Drescher, Krosdors, Hauptstraße Nr. 233: „Grimms Märchen".
8. Gisela Hohmeyer, Gießen, Bleichstraße 27: „Die kunterbunte Spielkiste".
9. Ottilie Volk, Großen-Buseck, Angerstraße 5: „Grimms Märchen".
10. Gisela Roese, Gießen, Südanlage 22: „Das Haus im Walde".
11. Werner Emmel, Staufenberg, Vorstadt 12: „Grimms Märchen".
12. Annemarie Petri Wiefeck, Am Eichelbaum Nr. 12: „Grimms Märchen".
13. Horst Münch, Gießen, Walltorstraße 17: „Grimms Njärchen".
14. Helga Almendinger, Grünberg, Bahnhofstraße 26: „Grimms Märchen".
15. Reinhard Karl Frank, Bieber, Hauptstraße 14t „Grimms Märchen".
16. Hildegard Siebert, Gießen, Marburger Straße 40: „Flips und Flitsch".
17. Helmut Stern, Gießen, Marktplatz 11: „Deut, scher Kalender 1932".
18. Doralotte und Miep Barnas, Laubach: „Friedel und die vier Spatzen".
19. Otto Haas, Steinbach bei Gießen, Oberdorf Nr. 58: „Grimms Märchen".
20. Trude Rathenow, Klein-Linden, Frankfurter Straße 79: „Grimms Märchen".
21. Gerda Rätter, Watzenborn-Steinberg, Schul- straße 6: „Grimms Märchen".
22. Helmut Klenk, Götzen bei Schotten: „Preußen-Kalender 1932".
23. Margot Adler, Gießen, Nordanlage 49: „Der Märchenbaum".
24. Gottfried North, Gießen, Ebclstraße 17: „Seeteufel erobert Amerika".
25. Elisabeth Blaß, Großen-Linden, Bahnhofstraße 107: „Grimms Märchen".
26. Karl Paul Geilfus, Gießen, Äalferallee 61: „Durch die technische Welt".
27. Renate Gärg, Stangenrod, Post Grünberg: „Grimms Märchen".
28. Karl Döring, Beuern bei Gießen: „Kronprinz Wilhelm, der Luxusdampfer als Kaper- schiff".
29. Erika Ludwig, Gießen, Bleichstraße 20II: „Grimms Märchen".
30. Hugo Bork, Hörnsheim, Kreis Wetzlar, Hauptstraße 116 A: „Graf Zeppelin".
31. Irmgard Ullrich, Gießen, Buddestraße 7: „Die Arche Noah".
32. Richard Martini, Leihgestern, Rathausstraße 45: „York".
33. Elli Sommer, Trais-Münzenberg, Mühlgasse 37: ,,Jakobs Abenteuer".
34. Adolf Hofmann, Heuchelheim, Wilhelmstraße Nr. 72: „Was die Welt den Deutschen verdankt".
35. Liesel Herrmann, Bottenhorn, Kreis Biedenkopf, Perfstraße 162: „Der klingende Garten".
36. Walter Faatz, Wieseck, Jungfernstraße 10: „Der Weg voran".
37. Gretel Wetterhahn, Gießen, Liebigstraße Nr. 31: „Annke".
38. Heinrich Hock, Wettsaasen, Post Mücke: „Schiller".
39. Ilse R o m p f, Lang-Göns, Schmittgraben 8: „Ein Schwarzwaldkind".
40. Hein; Berg, Gießen, Riegelpfad 60p: „Bio- digs Alpenkalender".
Die Preise können von den Gießener Preisträgern vom nächsten Montag ab zwischen 16 und 17 Uhr auf der Redaktion, Schulstraße 7, in Empfang genommen werden; auswärtigen Gewinnern werden die Preise zugestellt.
mit hineingerifsen wird in den Krisenstrudel der Zeit. Richt allein die gewaltigen Wirtschaftskrisen erschweren außerordentlich das Missionieren und bedrohen das Leben der Heidenchristlichei' Gemeinden. Diel ernster ist die Geistes- krise, die die ganze Welt durchzittert und eine fortschreitende Entwertung aller bisherigen Werte gebracht hat. Man sieht das deutlich bei einer kurzen Schau auf die Arbeitsgebiete z. B. der Basler Mission.
Für Indien ist kennzeichnend der immer machtvoller anfchwellende Rationalismus, der auch dem Missionswerk bedrohlich wird, zumal dort von vielen der einzige Crlösungsanspruch durch Christus und damit das Recht auf Mission ab- gelehnt wird. • Richt wenige stellen Gandhi höher als Jesus. 3n China tobt heftiger Kampf gegen allen Aberglauben; Tempel und Göhen- ilder werden zerstört. Dabei wird aber häufig auch das Christentum als Aberglaube bezeichnet, so daß die Mission einen schweren Kampf um ihre Selbstbehauptung zu kämpfen hat. Afrika zeigt eine fast hemmungslose Ausdehnung des Emanzipationsgeistes; die schwarze Rasse will weder Führung, noch Beeinflussung durch die weihe Rasse. Kein Wunder, daß die Mission in allen diesen Krisen einen sehr schweren Stand hat!
Lind doch erglänzen auf dem dunklen Hinter- gründ dieser Perspektive gar manche Helle Lichte»


