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8.9.1932 Erstes Blatt
 
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Nr. 2U Zweiter Blatt

Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesjen»

Donnerstag, 8. September 1952

Aus der Provinzialhauptstadt

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en, selbst wenn die Ge- sollte? Motorradfahrer rfp nprtnanbeln. die statt

Ding

Wir wollen plaudern.

Sine kleine Anleitung.

Von Liliom.

dringend geboten.

Kennt nicht jeder von uns Menschen, die er gern in das verwandeln lassen möchte, was sie eigentlich sind: In ein 'Rhinozeros? Kennen wir nicht Politiker, die wir gern Jn einen Papagei verzaubern lassen möchten ' schichte 10 Mk kosten s liehe man in eine Schnecke verwandeln, die statt

Windhund-Hennen in England.

Rennen von Windhunden nach lebenden Hasen sind ein alter englischer Iagdsport, aber bis vor sechs Iahren hätte niemand gedacht, daß sich daraus ein Rennbetrieb entwickeln könnte, der in England die größte Ausdehnung gewonnen hat Im Iahre 1926 kam der Amerikaner C. A. Munn nach London und schlug vor, daß man die Hunde we<h mechanischen Hasen in besonders dafür errichteten Rennbahnen laufen lassen sollte. Zunächst hielt man diese Anregung für einen schlechten Witz, und die Besitzer von solchen Renn-Windhunden weigerten sich, chre Stere für ein derartig fragwürdiges Unternehmen herzu- aeben. Aber schließlich wurden passende Hunde gefunden. und die ersten Windhund-Rennen fan­den in Manchester statt. Die Zahl der Teilnehmer war gering, und man zuckte verächtlich die Ach­seln. Aber vor dem Ende der ersten Saison wurde

Oer Reichswehrminister bei den ostpreußischen Manöver«

des Hauses die Maschine aus dem Rücken tragen must. ........ , r.

Der Zauber wäre auch einträglich, zumal nocy Millionen Menschen an seine Kraft glauben! Wie viele sind heute noch davon überzeugt, daß Schornsteinfeger undSchafe zur Linken" Glück bringen! Dast es Unglück gibt, wenn man aus der Strostenbahn an einem Montag stürzt und statt auf das rechte auf das linke Ohr fällt! Haben die Leute vielleicht nicht Recht, die da behaupten, dast es Sorgen und Traurigkeit be­deutet, wenn man den Reumond durch das Gitter einer Gefängniszelle am nächtlichen Him­mel sieht? Wenn man Freitags von einem Ö-Zug überfahren wird und Karbolsäure aus einem Silberlöffel trinkt? Bringt es nicht Un­glück. wenn man in einer Septembernacht mit einem Streichholz in einen Benzintank leuchtet? Und ist die Zauberei nicht auf den Kopf ge­stellt. wenn man unter einer Leiter hindurchgeht und bei dieser Gelegenheit einen Zwanzigmark­schein findet?

Gerne mochte ich über die Zauberei und ihre Aussichten als Beruf weiter schreiben. Aber es läutet gerade in diesem Augenblick.

Ein finsterer Mann kommt. Der Gerichts­vollzieher. ...

Wer würde jetzt nicht gern 10 Mk. für den

Zauberer zahlen, der uns unsichtbar macht!?

Wer kann zaubern? M. A.

Oer Freiwillige Arbeitsdienst auf neuer Grundlage.

Oberhessen im Arbeitsdienst führend.

Giehen, den 8.September 1932. Wer kann zaubern?

Es ist ein Jammer, dast man den Beruf des Zauberers heute nicht mehr ergreifen kann. Jeder wird zugeben, dast das Leben inhaltreicher. billi- ger und schöner war, als man noch Zauber- tränke und Tabus gegen Gicht, unglückliche Liebe und andere Zustände kaufen und verkaufen konnte.

Es ist tief zu bedauern, dast die Zauberei anscheinend ausgestorben ist. oder dast die großen Zauberer die wirklichen Könner und Kanonen ihres Berufes sich vom Geschäft zurückgezogen

Da ist z. D. mein unausstehlicher Rachbar Bull­meier. In früheren Zeiten hätte es mich 30 bis 50 Mk. gekostet und ich hätte ihn in einen ein­äugigen Ziegenbock verzaubern lassen können. Oder in einen lahmen Enterich, oder gichtkranken Tausendfüßler. Wenn Gicht schon in zwei Fußen den Reiz des Lebens vermindert. mein Rach­bar Bullmeier hätte sich gewundert!

Und seinen Kindern, die immer so laut schreien, hätte ich drei Ohren anzaubern lassen. Das hätte mich vielleicht 15 Mk. gekostet. Seine Köchin hätte für 2 Mk. nur noch mit Verwünschungs- formeln gekocht. Seine Frau wäre vom Brief­träger entführt worden. DerGroße Haus- zauber" hätte 30 Mk. mehr gekostet. Dann hatte ich endgültig Ruhe gehabt.

Denn beimGroßen Hauszauber' rutschte der Stuhl nach hinten fort, wenn man sich setzen wollte. Die Suppenteller flogen vom Tisch. Wenn man eine Tür öffnete, stürzte unter gewaltigem Tosen ein Wasserfall heraus. Legte man sich ms Rett, wurden sämtliche Decken von unsichtbaren Händen fortgezogen. Dann fielen die Betten auseinander und aus den Matratzen ragten spitze Stacheln. Da Bullmeier aber nun ein Mann von Rerven ist, hätte er diesenGroßen Haus- zauber" sicher überwunden. Aber dann hätte man denDunklen Ruf" bestellt. Jeder einiger­maßen gute Zauberer beherrschte ihn. Er kostete allerdings eine Stange Gold, aber dafür fiel beimDunklen Ruf" dem Berzauberten das Dach über dem Kopf zusammen.

Das waren noch Zeiten! Ihre Rückkehr ist

Reichswehrminister General o. Schleicher (links) im Gespräch mit Generalleutnant v. Blomberg (Mitte), dem Befehlshaber des Wehrkreiskommandos I.

Seit dem 1. August ist der freiwillige Arbeits­dienst auf neue Grundlage gestellt. Die neue Verordnung hat sich besonders im Bereich des Landesarbeitsamts Hessen (Dolksstaat Hessen und Hessen-Rassau) sehr stark ausgewirkt. Rach dem Stande vom 31. August betrug die Gesamtzahl der bewilligten Maßnahmen 1218 (davon be­endet 277). Gegenüber dem Stand vom Juli ist die ganz erhebliche Steigerung um über 200 Maßnahmen zu verzeichnen. Auch die Zahl der Beschäftigten hat eine weitere Zunahme erfahren: sie ist von rund 23 bzw. 24 auf 25 Beschäftigte je Maßnahme durchschnittlich ge­stiegen. Bei weitem an der Spitze aller Arbeiten standen die 399 Verkehrsverbesserungen, es folg­ten Dodenverbesserungen 303, Maßnahmen der Volksgesundheit 299, Forstarbeiten usw. 150. Alle anderen Bezirke bei weitem überflügelt hat wie­der Oberhessen. Das Arbeitsamt Gießen brachte es auf 386 Maßnahmen, es folgen Dil-

Der VOA. ruft zum Schuh Der deutschen Auslandsschute auf

Oas Fest der deutschen Schule."

birien neuen Dafeinsboden fanden, die über die Meere nach Rord- und Südamerika, nach Afrika und Australien auswanderten. Einige Zahlen- beispiele nur, die deutlich sprechen: 3n Ausland leben heute noch 1,5 Millionen Deutsche, in Sud- slawien 700 000, in Ungarn 500 000, in Ru­mänien 900 000, in den Vereinigten Staaten schätzungsweise 8 Millionen, in Süd- und Mittel­amerika mindestens 800 000, in Kanada 400 000, in Australien 100 000. Alle diese Deutschen sind Träger deutscher Kultur und Le­bensformen, Wegbereiter deutschen Han­dels und deutscher Technik. Hinzu kommen einige Millionen zerstreut lebender Deutscher rings m den Handelskolonien der Weltstädte. Kaufleute, Techniker, Aerzte. Geistliche. Welch ein ungeheu- res Kapital deutscher Lebensgeltung und Welt- aufgeschlossenheit liegt in diesen Auslanddeut- schen, die uns selbst nach Einbeziehung aller Grenzdeutschen in das Reich als Aufgabe Volks­deutscher Zielgebung verbleiben. Gegenwärtig kommt es aber vor allem daraus an, die Deut» schen in den abgetrennten Gebieten deutsch zu erhalten.

klar, dah der neue Sport einen hübschen Gewinn abwarf, und der Zulauf wurde immer größer, als die Massen erkannten, daß man hier mit kleinern Einsatz Aussichten auf gute Spielgewinne hatte. Das Wetten bei diesen Rennen war also einer viel größeren Menge möglich als an dem teueren Totalisator der Pferderennen. Während ähnliche Versuche, die in anderen Ländern, auch bei uns, unternommen wurden, nicht erfolgreich waren, wurde das Windhund-Rennen zu einem neuen englischen Rationalsport, der immer größere Aus­dehnung gewann. Die Gesellschaft für Windhund- Rennen, die sich zuerst der Sache annahm, baute in London auf einem mächtigen Schuttablage- rungsfeld eine Riesenrennbahn mit einem Kosten­aufwand von über 1,5 Millionen Mark, und diese Dahn weist jetzt eine jährliche Desuchsziffer von mehr als zwei Millionen auf. Andere derartige Anlagen entstanden im ganzen Lande, und neben den genehmigten, von den großen Vereinigungen beaufsichtigten Dahnen schossenwilde" Unter­nehmungen empor, die zum Teil höchst primitiv sind. Hier kommen im Gegensatz zu den teuren elektrischen Maschinerien, durch die die automa­tischen Hasen vorwärtsgetrieben werden, im­provisierte Verfahren zur Anwendung, die keine Gewähr für eine ordnungsmäßige Abwicklung der Rennen bieten. Aber auch diese Dahnen, auf denen es höchst bedenklich zugeht, haben großen Zulauf und werfen beträchtliche Summen ab. In den genehmigten Dahnen werden immer genauere und teurere Maschinen eingeführt, und diese Aus­gabe lohnt sich, denn während die Totalisatoren des Turss in seltensten Fällen häufiger als 17 Tage im Iahr arbeiten, werden die Windhund­rennen drei- bis viermal wöchentlich abgehalten, und es gibt Dahnen, auf denen jede Woche zwölf Rennen an den Rachmittagen und Abenden statt­finden. die von Hunderttausenden besucht sind. Man kann hier bisweilen riesige Gewinne machen. So beträgt die Quote in Ausnahmefällen das Fünfzigfache und noch mehr, sehr häufig das zehn- bis fünfzehnfache. So ist in England in den letzten sechs Iahren aus den Windhund- Rennen ein riesiges Geschäft entstanden, das Tausende von Menschen ernährt. Ratürlich liegt die Anziehungskraft nicht im Zuschauen, denn der Anblick von ein paar Hunden, die etwa eine halbe Minute lang in Zwischenräumen von einer Viertelstunde rasch hinter einem Mechanismus herlaufen, verliert bald an Interesse, aber die Gewinne locken, und leider werden auch die wilden Dahnen", die in sehr großer Zahl vor­handen sind und bei denen viel Betrug vor- tommt, von großen Mengen besucht.

Es ist heute nicht mehr so. daß die Schul­jugend chre jugendbestimmten Wege geht, und die Sorge um Staat und Volk den Alten über­läßt. Man mag die Politisierung der Jugend besonders soweit sie den innerpolitischen Kampf verschärft, bedauern. Das Grundgefühl aller jum Teil nicht durchweg erfreulichen Politisie­rungserscheinungen in un'erer Jugend ist aber gesund. Die Jugend fühlt sich in dieser zer­rissenen. umkämpften Gegenwart ihrem Volke zutiefst verbunden. .

Höhepunkt und Ausklang des Feste« wird ein buntes Dewegungsspiel von größtem Ausmaß bilden das in lebendigen, farbigen Strichen, in Aufmärschen. Liederchören und Trachtenauf­zügen das Deutsche Reich und die ihm vorgelager­ten abgetrennten Grenzgebiete aufzeigt. Zehn­tausende von Menschen werden aufs neue be­greifen. welche Aufgaben das deutsche Volk zu erfüllen hat, Aufgaben, die mindestens ebenso wichtig sind als die Probleme des inneren Tages- kampfes. dessen offen lärmendes Getose diese Pflichten der stillen deutschen Opfer und Hilfs- arbeit zu übertönen droht.

Ein Schulfest nicht nur von besonderem Aus­maß allein 12 000 Mitwirkende, sondern auch von besonderer Art findet am Sonntag, dem 11. September, im Berliner Stadion an der Heerstraße statt. Es ist auch ein deutscher Wehrgedanke, der am Sonntag nach dem gewal­tigen Stahlhelmaufmarsch nun die Massen zur volksdeutschen Kundgebung ruft. Es handelt sich um den friedlichen Schuh der deutschen Grenz- und Auhenposten, um die Erhaltung deutscher Art und Sprache mit den Mitteln der Kulturpflege. Die Schutz­burger deutscher Art, die von der VDA.- Jugend in den Grenz- und Außengebieten er­richtet werden, sind die deutschen Schulen, wie vor kurzem wieder eine solche in Graudenz eingeweiht wurde Die Bausteine zu diesen Schul­burgen sind zum Teil in kleinen und kleinsten C8e- trägen von der Jugend des VDA. im Reiche zusammengetragen worden. A u s P f e n n i g e n und Groschen wurden Millionensummen, stattliche Beträge, wenn man sie an der Art ihrer Ausbringung mißt, geringfügige Opfer aber, wenn man die Zahl der Deutschen im Reich und die Leistungen einander gegenüberftellt, die von den Auslanddeutschen selbst unter schwierigsten politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen als freiwillige Steuer für deutsche Kultureinrichtun­gen Jahr um Jahr ohne Murren getragen wer» den So will denn dieses Fest in der Reichs- Hauptstadt. das unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters Dr. E a h m steht und zu dem auch die Spitzen der Reichs- und Länder- regierungen und Behörden erscheinen werden, kein Schulfest schlechthin sein, das Schulern. Leh°

gebracht, entschieden. .

Frauen ebenso wie Männer sind Meister in der Kunst des Gesprächs gewesen, aber untere Epoche hat sie ein wenig vergessen oder zum mindesten recht vernachlässigt.

Jetzt aber bringt die bewegte Zeit die Rten- schen ähnlicher Geistesrichtung wieder batu, sich näher einander anzuschließen. Die Welt ist voll­gepfropft mit Fragen und Problemen, die es jeden zu bereden drängt.

Vielleicht darf deshalb an ein paar Spiel­regeln erinnert werden, die jahrhundertelang g gölten haben, und die man im Eifer des Ge­fechts leicht außer acht läßt.

Bei einem wirklich guten und angenehmen Ge­spräch müssen die Rollen gleichmäßig verteilt sein Sind zu viele Sprecher anwesend, so ver­wirrt sich das Spiel. ..Gleichmäßig verteilt" heißt, daß nicht immerzu ein und derselbe reden barf, selbst wenn er noch so sehr überzeugt ist. Ent- scheidendes zu sagen.

Die beste Möglichkeit für einen fruchtbaren Gedankenaustausch ist es, wenn nicht mehr als drei Menschen ihre Meinungen vertreten. Bei größerer Anzahl der Beteiligten verflacht fast automatisch das Gespräch, es sei denn dah einer spricht und die anderen jeweils zu- hören. Das ist aber kein eigentliches Gespräch mehr.

Uebrigens braucht es ja nicht immer sehr

Es ist eine Binsenwahrheit, daß jedes _ zwei Seiten hat, eine Lichtseite nämlich und eine Schattenseite. Aber auch über Dinsenwahrheiten muh man sich ab und zu wieder klar werden.

Da hat nun die Zeit, in der wir leben, die meisten von uns zu einer Aenderung ihres ganzen Lebensstiles, krasser gesagt, 4" äußerster Spar famleit gezwungen. Und daraus ist neben man- chem anderen, etwas sehr Gutes entstan^n. eine völlige Erneuerung. Wo kein äußerer Reichtum ist, muß innerer sein, als Ersatz für Prunk wird Einsatz der Persönlichkeit erwartet.

Gute Gespräche führen, ist eine alte Kunst die die besten Geister Europas von jeher gepflegt haben. In den Salons begabter Frauen fanden sich alle bedeutenden Männer zusammen, aucy toemx diel- .ßalon«" nur 3inun« toaw und manches Kunstwerk, manche wissenschaftliche Ar beit wurde in solchen Stunden vorbereitet, weiter-

Es ist gut, wenn ein Gespräch von Män­nern und Frauen gemeinsam geführt wird. Durch diese Mischung werden die Männer zu etwas weniger Trockenheit, die Frauen zu etwas mehr Logik gezwungen.

Ein reines Männergespräch kann leicht im Fach­simpeln enden. Frauen, alleingelassen, lesen sich entweder ihre Liebesbriefe und ihre Tagebücher vor oder enden bei der Schneiderin.

Jedes gute Gespräch braucht einen unmerk­lichen Leiter oder eine taktvolle Leiterin, die verhindert, daß die Herren sich in einer Ecke politisch an die Köpfe geraten und die Damen in der anderen Ecke sich bei Rahrungs- mittelpreifen ereifern. Dieser gute, über den Wassern des allgemeinen Gesprächs schwebende Geist streut unmerllich die Themen ein, dämpft da einen zu selbstbewußten Redner, der seine Zeit überschritten hat. oder hilft dort einer noch schüchternen, aber doch interessanten Meinung zur Geltung.

Man muß nicht glauben, daß ein Gespräch immer ein greifbares Ergebnis haben muß; wenn es hier das Rachdenken anregte, dort eine starre Meinung flüssiger machte, dann hat es feinen Zweck erreicht. Ja, es genügt sogar, wenn es die Menschen, die es führten, für einen Abend von ihren Sorgen ablenkte.

Es ist auch kein Kamps, bei dem eine Partei unbedingt siegen muß. Es ist vielleicht am ehesten ein nobles und geistiges Spiel, bei dem gutes Verlieren ebenso geschäht ist wie das schönste Gewinnen.

rern, Eltern und Freunden musikalische und tur­nerische Darbietungen. Bewegungsspiele, Reigen und Volkstänze zeigt. Es will vor allem die Ver­bundenheit der deutschen Schule im Inland und Ausland, die Solidarität deutscher Schuljugend drinnen und draußen einer breiten Oefsentlichkeit als eine deutsche Aufgabe und eine Schulaufgabe schlechthin nabe* bringen. _ .

Der Appell richtet sich besonders an ötejunge Generation und hat auch dort den stärksten Widerhall gesunden. Die alte Generation, die im gesicherten Disrnarckreich groß wurde, ist heute, trotz der Erfahrungen von Versailles, trotz der Lostrennung so zahlreicher gut deutscher GreiA gebiete, immer noch geneigt, das Wortdeutsch nur in dem staatlichen Sinne auszulegen, m wel­chem es leider auch die Reichsverfassung anwen­detDas deutsche Volk, geeint in seinen Stämmen", wer empfindet es nicht schmerzlich, daß diese Kennzeichnung auf unser verstümmeltes Reich in keiner Weise zutrifft, das ein Drittel aller Stammesdeutschen außerhalb seiner gegenwärtigen Grenzen sieht. Aber wenn auch das große Deutsche Reich unserer Sehnsucht einst geschaffen sein sollte, wenn alle Deutschen im geschlossenen Sprachgebiet mit den Deutschen im Dorkriegsdeutfchland ver­eint wären, es würden immer noch viele Mil­lionen von Deutschen draußen bleiben, die einst der deutschen Raumnot und Lebensenge ent­flohen find, in den Volksinseln, die als Brückenpfeiler eines gewaltigen deutschen Sied- lungstraumes bis zum Schwarzen Meer hinunter wohnen, die in der russischen Steppe und in oi-

tief herzugehen. Auch etwas leichtere Gespräche zwischen vielen Beteiligten können mit Grazie verbunden sein, vorausgesetzt, daß die Anwesen­den beherrscht und erzogen genug sind, sich nicht gegenseitig andauernd ins Wort zu fallen.

Es ist durchaus nicht nötig, daß alle Gesprächs­partner der gleichen Ansicht sind. Aber verschiedene Meinungen, und seien sie selbst tiefste Ueberzeugungen, dürfen nicht geschrien we^en. immer muß bei allen die unausgesprochene Vor­aussetzung im Bewußtsein bleiben, dah auch der andere Recht haben könnte.

Wichtigstes Gebot ist, zuhören zu können. Denn wie will man gut antworten, wenn man immer nur an die eigene Erwiderung gedacht hat. und auf die Sekunde brannte, sie loszu- lassen, ganz gleich, ob sie im Augenblick paßte ober nicht? Auch dem anberen bie Beweise mit einem herrischenIch weiß" aus dem Mund zu nehmen, ist nicht klug, denn erstens weiß man sie doch nicht, und zweitens soll man dem an- deren eine Chance lassen.

Eine große Sünde gegen den Geist des guten Gesprächs ist das Fachsimpeln. Das darf man sich nur erlauben, wenn man mit einem Fachmann der gleichen Abteilung zusammensiht und auch dann nur. wenn man sich vergewissert hat ob der andere nicht lieber mal aus dem Berufsleben heraus möchte. Einer kleinen Schar von Freunden jedoch kann man fein stolzes Fach­wissen bestimmt nicht andauernd vorhalten.

Auch das standhafte und unentwegte Erzählen der eigenen Lebensgeschichte ist nur in ben feiten- sten Fällen angebracht, wenn man namlub aus- hrüdltd) darum gebeten wird. Selbst dann noch ist Kürze ratsam; liebevolle Detail-Schilderung verlangt mehr Begabung als man rni Durch­schnitt ^findet. Die Menschen haben leider den unfreundlichen Zug. sich stets am meisten für ihre eigenen Angelegenheiten zu in- ^Aber^es gibt eine Art. diese eigenen An- acieqenheiten mit den Freunden s°Su besprechen,

GP »um Schluß glauben, es hatte sich nut um gand5 Allgemein-Jnteressantes gehandelt.

OBennman im Privaten dasfüralleG ü I - tiae Herausfindet, dann nur darf man von sich selber einen ganzen Abend lang sprechen ohne ' Denn dann werden auch die

Freunde ^n ihren heimlichen Leiden und Freuden ^reunoe >n finden, und wenn man

Vergleichsmoglichkett l Glauben

l«V" Sn fid> g°lpr°ch°u. nidjt aber lat Sr lich ferne eigenen Srlebniffe °°re-zählt.