M. 82 Erster Blatt
182. Jahrgang
Freitag, 8. April 1932
Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle
Monatr-Vezugrpreir:
Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt.
Fernsprechanschlüste unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehrn.
Postscheckkonto:
Frankfurt am Main 11686.
GiehenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Drucf und Verlag: Vrühl'fche Univerfitäts-Vuch- und Lteinüruckerei R. Lange in Siehen. Schriftlettung und Seschästrftelle: Zchulftrahe 7.
Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.
Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re. Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°, mehr.
Chefredakteur:
Dr. Frredr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Mlh. Lange,- für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in (Bieben.
Der Wahlfeldzug auf dem Höhepunkt.
Der Reichskanzler spricht in Hamburg.
Hamburg, 7. April. (WTB.) In Hamburg fand der Wahlkampf am Donnerstag feinen Höhepunkt mit zwei stimmungs- und zahlenmäßig interessanten Riesenkundgebungen, in denen der Reichskanzler Dr. Brüning vor annähernd 2 0 0 0 0 Menschen sprach. Dr. Brüning wurde beim Erscheinen mit minutenlangem Beifall begrüßt.
Ich trete, so führte er aus, in dieser Reise durch Deutschland für die Kandidatur Hindenburg ein aus menschlichen und aus politischen Gründen. Man hat mir, auch hier in Hamburg, den Vorwurf gemacht, ich solle lieber nach London gehen. Dieser Vorwurf ist naiv. Es ist nicht meine Schuld, daß ich nicht gehen kann; es wird in London überdies, dessen seien Sie versichert, nichts verdor- den werden. Ich habe vor diesem zweiten Wahl- gang und vor den Wochen zwischen dem ersten und dem zweiten Wahlgang gewarnt; denn was in dieser Zeit verloren "wird, das ist tatsächlich in mancher Beziehung verloren. Aber mein Platz ist in diesen lagen a u f meiner Befehls st eile hier im Lande. Das ist wichtiger.
Dr. Brüning beschäftigte sich bann eingehend mit dem Agitationsfeldzug der Nationalsozialisten. Auch auf das Knickerbocker-Interview Hit- le r s kam der Kanzler zu sprechen. Einen. Augenblick lang habe damals Hitler einen staatsmännischen Anflug gehabt. Dieser Augenblick hätte eigentlich für seine ganze Gefolgschaft genügen müssen, den Spuk mit einem Male verschwinden zu lassen.
Die heutige Not ist unabhängig von politischen Konstellationen. Die allgemeine Not in der Welt zeugt nur für die Tatsache, daß es in der Weltwirtschaft seit einem Jahrzehnt kein System gegeben hat. An den Notverordnungen ist sicherlich im einzelnen vieles zu tadeln. Aber es handelt sich dabei um einen Versuch, unter dem Zwang der Zeit alle Dinge einander anzugleichen, alles der A u ß e n p o l i t i k der Negierung unterzuordnen. Die Opfer, die gebracht werden, sind Opfer zur Nettuug des Volkes. Ohne die wunderbare Haltung des deutschen Volkes hätten wir den Winter nicht überwunden. Wenn irgend etwas schamlos ist, so ist es die Behauptung, der Reichspräsident habe diese Opfer vom Volke leichten Herzens gefordert. Cs ist ihm schwer genug geworden, das glauben Sie mir.
Das agitatorische Treiben der Nationalsozialisten ist heute bereits ein sehr bedenkliches .System". Wan kann nicht ewig eine verant- wortungsbewußte Mehrheit des Volkes begeifern und treten. Man wird einmal auch uns zwingen, mit Enthüllungen aufzuwarten, dann aber mit Enthüllungen, die belegt sind, und dann wird man das „national“ der Nationalsozialisten nur noch mit Gänsefüßchen schreiben können.
Hätten Hitler und Hugenberg seinerzeit d ic Entwicklung d er Dinge vorausgese- hen, so würden sie zweifellos der parlamentarischen Lösung zugestimmt haben. Aber es ist zu viel, rief der Kanzler aus, vom Reichspräsidenten zu verlangen, daß er etwa durch Notverordnung die politische Geschicklichkeit auf die Rechte verpflanze. Deutschland müsse wieder unterscheiden lernen, was Politik und was Geschwätz sei. Die Parole müsse lauten: Hinweg mitIllufio- nen. vor allem in der Außenpolitik! — Deutschland wählt Hindenburg und sichert sich damit das Ziel: Glück und Freiheit für sich und für die kommenden Generationen.
Ein Appell des Grafen Westarp.
Die Bahn frei für Dculschnakionale und Stahlhelm.
Mannheim, 7.April. (ERB.) In dem von ungefähr 5000 Personen besuchten Mannheimer Nibelungensaal fand am Donnerstagabend eine Kundgebung des Hindenburg-Ausschusses statt, in der zunächst Graf Westarp das Wort nahm. Der Redner ging auf die außenpolitische Bedeutung der Reichspräsidentenwahl ein und betonte, daß wir im Endkampf um die Kriegsschuldlüge stünden. Ein entschiedenes Nein sei notwendig und werde um so wirkungsvoller sein, je größer das Vertrauen sei, das sich Reichskanzler Dr. Brüning erringe. Eine gemeinsame Forderung des gesamten deutschen Volkes sei dieses Nein, das besonders auch wegen des Ernstes derLage in Ostpreußen feine Bedeutung habe. Der Mampf um Deutschlands Freiheit sei eine große Aufgabe. Wir müßten alles unterlassen, was Deutschlands Stellung schwach e n und vor allem dem Auslande unsere Ze r r i | s e n - fjeit offenbaren wurde. Schon der erste Wahlgang habe großen Schaden angerichtet. Was sich vom 23. bis 25. Februar im Reichstag ereignet habe, fei ein außenpolitisches V e r b r e ch e n gewesen. Nicht Angst, sondern Sorge vor dem Bürgerkrieg habe viele Wähler aus den bürgerlichen und Rechtsparteien veranlaßt, ihre Stimme Hindenburg zu geben. Hindenburg verkörpere gerade im Ausland das Deutschland, das beachtet wird. Hindenburg sei nicht Partei kanöl- bat, sondern ausgestellt von über Partei- lichen Persönlichkeiten aller Kreise. Auch der erste Wahlgang habe gezeigt daß die Hindenburgwahl eine Volkswahl sei, die die
Wähler von links bis rechts aufrief. Der Redner schloß mit einem Appell an die Hindenburgwähler aus dem Jahre 1925, s i ch wieder für Hindenburg zu entscheiden und richtete a n d i e Wähler Duesterbergs und Hitlers vom 13. März den Appell, ihre Stellungnahme für den 10. April einer ernsten Nachprüfung zu unterziehen. Es sei erfreulich, roenn_bie Kluft sich schlösse, die sich zwischen dem Stahlhelm und feinem Ehrenmitglied aufgetan hätte. Der Verzicht Hugcnbergs auf Betei- ligung^feiner Partei im zweiten Wahlgang bedeute eine Freigabe der Abstimmung. Wenn freilich der deutschnationale Parteioorfitzende erkläre, es könne niemanden übel genommen werden, wenn er seine Stimme Hitler gebe, fo fei dies eine
Fortsetzung der Politik, die die einst fo starke führende DNLP. in die Gefolgschaft der NSDAP, geführt habe. Hierdurch sei sie in die Sackgasse geraten. Um so erfreulicher sei es, daß sich mehr und mehr führende deutschnationale Politiker entschlossen hätten, von der nunmehr gegebenen Handlungsfreiheit zugunsten des Generalfeldmarschalls von Hindenburg (3_e b r a u d) z u machen. Für alle Mitglieder des Stahlhelms und der Deutfchnationalen Volkspartei fei die Bahn frei, um ungehemmt von Partei und Bundesruckfichten der persönlichen Verehrung, Dankbarkeit und Treue dem Generalfeld marschall gegenüber Aus- druck zu geben.
fiönifl Gustav von Schweden bei Hindenburg.
Berlin, 7. April. (WTB. Amtlich.) Reichspräsident o. Hindenburg empfing heute mittag den inoffiziellen Besuch S. M. des Königs von Schweden, der sich auf der Rückreise aus dem Süden einen Tag in Berlin aushielt. Vor dem Reichspräsidentenpalais erwies eine Ehrenwache dem König die militärischen Ehrenbezeugungen. An eine etwa halbstündige private Unterhaltung der beiden Staatsober
häupter schloß sich ein F r ü h st ü ck an, an dem der schwedische Gesandte in Berlin A s Wirsen, Reichsminister Groener, der Ches der Heeresleitung Freiherr o. Hammer st ein, Konteradmiral Dr. h. c. Gros, Botschafter Nado 1 ny und Vertreter des Auswärtigen Amts teilnahmen. Unser Bild zeigt den Herrn Reichspräsidenten und seinen königlichen Gast auf der Freitreppe des Präsidentenpalais.
Hister-Kundgebungen in Frankfurt und Äarmstadi.
Frankfurt a. M., 7. April. (WSN.) 3n einer Massenversammlung der NSDAP, sprach heute abend Adolf Hitler in der vollbesetzten Festhalle. Hitler, der wieder mit minutenlangen Ovationen begrüßt wurde, führte in einer halbstündigen Ansprache u. a. aus, das „System" und die Parteien hätten 14 Jahre lang Gelegenheit gehabt, ihre Fähigkeiten durch Taten zu erweisen. Aber sie hätten auch nicht einen Bruchteil von dem erfüllt, was sie versprochen hätten. Heute solle nun nicht gerichtet werden über das, was die Nationalsozialisten tun werden, sondern über das, was das „System" bisher geleistet habe. Brüning wolle dieser Tage in Königsberg über die Notwendigkeit der Verteidigung Ostpreußens sprechen. Wenn er Reichskanzler wäre, würde er über Ostpreußen nicht in Königsberg reden, sondern in Gens. Die Nationalsozialisten dachten selbstverständlich nicht daran, eine Inflation zu machen. Wer sage, mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten käme die soziale Reaktion, der kenne die Bewegung nicht. Schon vor Jahren sei der Begriff Nationalismus und Sozialismus in der Bewegung zusammengeschweißt worden. Wann sei jemals in Deutschland der deutsche Arbeiter so mißhandelt worden wie unter der Regierung der heutigen Parteien. Ich habe diesen Kampf zur Dormichtung der schuldigen Männer aufgenommen, und ich führe ihn durch bis zum Letzten. Cs ist möglich, daß sie unsere Zeitungen verbieten, daß sie uns terrorisieren, ja, daß sie mich und meine Mitkämpfer umbringen; aber kapitulieren tue ich niemals. Am 10. April wird ein Kampftag sein, am 11. wird der Kampf wieder beginnen, ebenso wie am 25. April. Wir werden arbeiten und, wenn es notwendig ist, in einem oder in drei oder in zehn Jahren, bis der Gegner am Boden liegt und Deutschland frei ist.
Nach Hitler sprach Gregor Strasser. M. d. R., der sich mit den Arsachen der heutigen Not befaßte und als solche herausstellte 1. die Vertrustung des Goldes, 2. die Arbeitslosigkeit und 3 die seelische Zersetzung und Kulturkrise. Eine Wirtschaft ohne starten Staat müsse zugrunde gehen. Der Staat müsse das Geld wieder zum Diener der Wirtschaft und die Wirtschaft zum Diener des Staates machen. Der Redner stellte dann im einzelnen die nationalsozialistischen Ziele heraus. Sie dächten nicht an phantastische Experi
mente und lehnten den Bürgerkrieg ab. Bürgerkrieg würde nur kommen, wenn diese Leute noch länger so weiter regierten.
Zn Darmstadt.
Darmstadt, 7. April. Die Nationalsozialisten hatten für heute abend drei Versammlungen einberufen. 3n der Festhalle sollte Adols Hitler persönlich sprechen, während in zwei anderen großen Darmstädter Sälen Hauptmann Göring und andere Führer sprechen sollten. Da um 20 Ahr die Festhalle noch nicht gefüllt war, wurden die in den beiden übrigen Sälen Erschienenen nach der Festhalle dirigiert. Mit halbstündiger Verspätung traf Hitler, von Frankfurt kommend, ein und wurde mit lebhaften Heilrufen begrüßt. Der Gauführer Lenz eröffnete die Kundgebung. Hitler, stürmisch begrüßt. fetzte sich dann in einer 20 Minuten dauernden Rede mit dem System auseinander. Er erklärte u. a., in dem Kamps handle es sich nicht um den Feldmarschall, sondern um das System und die Parteien, die dieses System repräsentierten. Dieses System versuche systematisch die nationalsozialistische Freiheitsbewegung zu unterdrücken. Hitler wehrte sich entschieden gegen die Behauptung, daß die Nationalsozialisten die deutsche Grenzmark preisgeben wollten, oder daß sie eine Inflation und s o - ziale Reaktion planten. Während unter der 13jährigen Politik der jetzigen Parteien fast alle deutschen Stände und die gesamte deutsche Wirtschaft am Boden lägen, hätten es die Nationalsozialisten verstanden, eine einheitliche Bewegung aus dem Boden zu stampfen.
Hitler berichtigt.
Eine eidesstattliche Erklärung des national» sozialistischen Führers.
Nürnberg, 7. April. (TA.) Hitler hat durch Rechtsanwalt Josef Müller It. vor dem Nürnberger Gericht folgende eidesstattliche Erklärung abgegeben: „Ich versichere an Eides statt:
1. Es ist unw ahr, daß ich für mich imKai - serHof für 10 Tage den Betrag von 4048 Mk. ausgegeben habe. Wahr ist, daß diese Rechnung eine Fälschung darstellt, wegen der »Die Welt am Montag" bereits verklagt ist.
2. Cs ist unwahr, daß ich aus Partei- ämtern jährlich 1 3 000 M k. erhalte. Wahr ist, daß ich überhaupt keinerlei Einnahmen von der Partei beziehe.
3. Es ist unwahr, daß ich vom Verlag Franz Cher240 000 Mark beziehe. Wahr ist, daß ich von meinen Bücher- und Schriftsteller- Honoraren lebe. Diese machen nur einen Bruchteil dieser Summe aus.
4. Es ist u n w a h r , daß ich a u s D e r s a m m - lungseinnahvien j ä h r l i ch 2 00 0 00 Mk. erhalte. Wahr ist, daß ich meine gesamten Versammlungsreisen aus meinen persönlichen Bücherund Schriftstellerhonoraren decke, von den Versammlungen aber niemals einen Pfennig bezogen habe. Dagegen gebe ich von den Heber- schüssen meiner Bücher- und Schriftstellerhonorare, soweit als möglich, noch für Parteizwecke ab.
5. Es ist unwahr, daß ich reich geworden bin. Wahr ist, daß ich keinerlei Vermögen besitze.
6. Es ist unwahr, daß ich außerdem noch das Gehalt eines Regierungsrates beziehe. Wahr ist, daß ich mit Rücksicht auf mein persönliches Einkommen als freier Schriftsteller mein gesamtes Gehalt als Regierungsrat laufend schon bisher und auch für alle Zukunft der Braunschweigischen Staatsbank zur Verteilung an ausgesteuerte Erwerbslose überweisen ließ und lasse. Die Verteilung besorgt ein von der braunschweigischen Regierung anerkanntes Komitee.
Vorstehende eidesstattliche Versicherung gebe ich ab in Kenntnis der strafrechtlichen Folgen bei der Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung. Nürnberg, 7. April 1932. Gez. Adolf Hitler."
In der Klage Hitlers gegen die „Schleswig- Hvlsteinifche Volkszeitung" verkündete das Amtsgericht die Entscheidung, daß der „Schleswig- Holsteinischen Volkszeitung" im Wege der einstweiligen Verfügung bei Vermeidung von Geld- und Haftftrafen untersagt wurde, zu behaupten, Hitler bereite den Bürgerkrieg vor und habe Putschanweisungen babingefjenb gegeben, daß Waffen und Lebensmittel zu requirieren, die öffentlichen Gebäude zu besetzen und die Kassen dabei nicht zu vergessen seien. In seiner Begründung führte der Vorsitzende u. a. aus, das Beweis material der letzten Tage rechtfertige den Verdacht, daß bei nicht wenigen örtlichen Organisationen der NSDAP, illegale und revolutionäre Bestrebungen bestünden. Cs müsse aber angenommen werden, daß Hitler diesen Bestrebungen f e r n st e h e.
Vertreter-eutscherGeisteswelt für Hitler.
München. 7. April. Der „Völkische Beobachter" veröffentlicht eine Reihe Kundgebungen von Vertretern deutscher Geisteswelt, darunter der Romanschriftsteller Rudolf Herzog, die Professoren Karl Berger, Ehrendoktor der Universität Gießen, Lenard (Heidelberg), Günther (Jena) und E m g c (Jena) für Adolf Hitler. Rudolf Herzog schreibt u. a.: Jahraus, jahrein haben wir gutgläubig gewartet, haben wir uns vor dem In- und Ausland bis auf die Haut entkleiden und schänden lassen. Arm an Lebensgütern, totarm an Idealen sind wir geworden. Hoffnungslos starrt die Jugend in eine bettelarme Zukunft. Vierzehn Jahre lang haben die Männer der alten Machtparteien versagt. Das Steuer herum! Besser ist es, durch den Sturm brausen, denn als ewiges Wrack hin und her qc- schleudert zu werden. Hindenburg errettete Deutschland im Kriege vor den Russenstürmen, Hiller errettete das Deutschland nach dem Kriege vor der Bolschewistenwoge. Vor mehr: vor dem nationalen Zusammenbruch, dem Brei! So wolle es denn die Gerechtigkeit, daß nach dem alten Erhalter der neue das Ruder packe und dem Schiff den Weg weise m die neue Zeit.
Der bekannte Verfasser des Romans „Voll ohne Raum", Hans Grimm, erläßt einen Aufruf für Adolf Hitler und begründet diesen Beschluß damit, daß allein Hitler den Willen zum deutschen Neuanfang ohne Vorbehalt vor aller Welt vertrete. Die Stimme für Hiller bedeute nicht die Stimme für die nationalsozialistische Partei, sie bekunde aber den unerschütterlichen Willen zu einem neuen sauberen Deutschland und bekräftige den deutschen Widerstands- und Aenderungswillen. Roehm zu der Bekanntgabe des in Preußen beschlagnahmten Materials.
München, 7.April. (CNB.) Der „Völkische Beobachter" bringt eine Erklärung des Stabschefs der SA., Roehm, zu der Bekanntgabe des bei den Beschlagnahmungen ein 17. März 1932 gefundenen Materials durch den preußischen Innenminister S e v e r i n g. Roehm erklärte u. a., die Zusammenziehung der SA. und SS. in ihren Ber|ammlungslokalen am 13. März 1932 habe e r angeordnet, wie dies auch bei früheren Wahlen der Fall gewesen sei und wie er es auch bei kommenden Wahlen tun werde. Er habe das Reichsinnenministeriiim davon vorher verständigt. Da die SA. d i e Trägerin der Propaganda sei, sei dies eine Selbstver- ständlichkeit.


