desto mehr Darlehen können zur Durchführung wirtschaftlicher Aufgaben und Unternehmungen und damit zur Arbeitsbeschaffung gegeben werden. Geld, das nur irgendwo in einem Winkel aufgehoben liegt, ist für die Wirtschaft tot, es fehlt bei der Arbeitsbeschaffung. Das mögen jene bedenken, die Geld, obwohl sie es im Augenblick gar nicht brauchen, zuhause behalten, statt es bewährten Geldinstituten anzuvertrauen.
Hausbesitzer sofort Reparaturzuschirffe beantragen!
Don der Bürgermeisterei Gießen wird uns geschriebene „Aach der Veröffentlichung der Destlm- mungen über die Gewährung von Relchszuschussen für die Durchführung von Reparaturarbeiten in Wohnhäusern, Teilung von Wohnungen und Umbau gewerblicher Räume zu Wohnzwecken ist zu erwarten dah sich weite Kreise um die Gewährung dieser Zuschüsse bemühen werden. Del den zuständigen Stellen ist auch bereits eine große Anzahl Anträge eingelaufen. Da die Mittel, welche das Reich zur Verfügung stellen kann, beschränkt sind, ist es empfehlenswert, dah die Anträge recht bald gestellt werden, damit sie möglichst bei den ersten sind, welche der obersten Landesbehörde zur Entscheidung vorgelegt werden. Cs ist klar, daß die zuerst gestellten Anträge berücksichtigt werden können, während zu erwarten steht, dah später gestellte infolge Aufbrauchung der M t- tel der Ablehnung verfallen. Es ist für unsere Stadt sehr wichtig, dah recht gcohe Mittel von dem Reichszuschuh nach Giehen gelangen. Deshalb hat die Stadt Giehen in einer Bekanntmachung in unserem heutigen Blatte alle interessierten Kreise aufgefordert, ihre mündlichen Anträge, aus denen die Art der Arbeiten und die Höhe der Kosten hervorgehen, baldigst bei der dazu eingerichteten Dienststelle zu stellen. Auch ist das städtische Hochbauamt bereit, Auskünfte über die gesetzlichen Bestimmungen und die Art der Durchführung der Arbeiten zu geben. Jetzt liegt es also lediglich an den Hauseigentümern, dafür zu sorgen, dah sie bei den ersten sind, die mit einem Zuschuß bedacht werden können."
Neuregelung in der Ausübung der Schulzahnpflege.
Don der 'Bezirksgruppe Oberhessen des Reichsverbandes der Zahnärzte Deutschlands wird uns geschrieben:
„Einen bedeutsamen Erlaß bringt soeben das Preußische Ministerium für Dolkswohlfahrt zur öffentlichen Kenntnis. Er gründet sich auf ein höchftinstanzielles Urteil des Preußischen Oberve rw altungsgerich ts vom 7. Juni 1932 (II B 3. 32).
Bald nach dem Kriege ging die Mehrzahl der deutschen Gemeindeverwaltungen dazu über, im Benehmen mit dem Deutschen Zentralkomitee für Zahnpflege in den Schulen eine gemeindliche Schulzahnpflege einzurichten. Diese wurde teils in der Form der planmähigen Sanierung, teils als poliklinische Behandlung akuter Erkrankungen betrieben. Zur Durchführung dieser Maßnahmen wurden in den Großstädten in der Regel eigene Schulzahnkliniken eingerichtet, für welche die Kommunen approbierte Zahnärzte verpflichteten. Eine ganze Reihe mittlerer und kleinerer Gemeinden hat sich jedoch darauf beschränkt, die Schulzahnpflege nichtapprobierten Personen (Zahntechnikern, „Dentisten") zu übertragen. Diese Anordnungen, einer Kommunalverwaltung erklärt der Ministerialerlaß auf Grund der Oberverwal- tungsgerichtsentscheiduna jetzt als ungesetzlich. Die Bestellung von Zahntechnikern zu einer von
den Kommunen übernommenen gesetzlich vorgeschriebenen oder freiwilligen Aufgabe hat daher zu unterbleiben. Auch nach § 123 RVO. geprüfte „Dentisten" fallen unter das Verbot.
Hiermit wird ein seit Jahrzehnten geführter Kampf um die Stellung des approbierten Zahnarztes in der öffentlichen Gesundheitsfürsorge zugunsten der wissenschaftlichen Zahnheilkunde entschieden. Das in den letzten Jahren immer wieder angegriffene, für den Staat bedeutsame Rechtsgut der gesetzlichen Approbation, deren Aerzte, Zahnärzte, Tierärzte und Apotheker zur Ausübung ihres Berufes bedürfen, wird durch diesen Erlaß erneut anerkannt und gefestigt."
Vornonzcn.
— Tageskalender für Freitag: Stadttheater, 20 bis gegen 22 Uhr, „Der 18. Oktober". — Goethe-Bund, 20 Uhr, Reue Aula, Lichtbilder-Dortrag von Elly Beinhorn über „Mein Flug um die Welt". — Oberhess. Kunstverein, Turmhaus am Drandplatz, 15 bis 17 Uhr, Ausstellung Lebendiges Photo. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Die elf Schill'schen Offiziere". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Der König der Steppe" und „Drei Tage auf Leben und Tod"
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** Landsturmtag In Gießen. Zu dem Bericht (Nr. 234 des GA.) über die Feier des Landsturmtages des ehemaligen Landsturmbataillons XVI1I/9 am vorigen Sonntag in Gießen wird uns ergänzend mitgeteilt, daß der Bauerfche Gesangverein unter Leitung seines Dirigenten, Universitätsmusikdirektors Dr. T e m e s v a r y, bei der Gefalle- nen-Gedenkfeier auf dem Friedhof durch den Vortrag einiger Gesänge mitwirkte. Wie schon in früheren Jahren bei diesen Feiern, so hat auch diesmal der Bauerfche Gesangverein wieder in stimmungsvoller Weise zur Verschönerung der Gedenkstunde beigetragen und sich damit die dankbare Anerkennung der alten Kameraden des Landsturmbataillons erneut erworben.
** Sonntagsrückfahrkarten noch Bacharach. Vom Bahnhof Gießen wird uns mitgeteilt: Am 8., 9. und 10. Oktober wird in Bacharach das herkömmliche Weinlesefest abgehalten. Zu der Veranstaltung werden von allen Orten im Umkreis vom 200 km um Bacharach, also auch von Gießen und umliegenden Bahnhöfen, Sonntagsrückfahrkarten nach Bacharach ausgegeben. Die Karten gelten von Samstag, 8. Oktober, 0 Uhr bis zum Montag, 10. Oktober Die Rückfahrt muß spätestens am Dienstag, 11. Oktober, um 0 Uhr angetreten sein.
’* Sonntagsrückfahrkarten zur Ausstellung „Die Hausfrau der Gegenwart". Vom 14. bis 23. Oktober findet in Frankfurt a. M. die hauswirtschaftliche Ausstellung „Die Hausfrau der Gegenwart" statt. Zu der Veranstaltung werden von aUen Orten im Umkreis von 150 Kilometer um Frankfurt a. M., also auch von Gießen und umliegenden Bahnhöfen, Sonntagsrückfahrkarten nach Frankfurt am Main ausgegeben. Die Karten gelten in der Zeit vom 13, bis 24. Oktober jeweils von 0 Uhr bis zum folgenden Tage 12 Uhr, zu welchem Zeitpunkt die Rückfahrt angetreten sein mutz. Für die dazwischenliegenden Samstage und Sonntage bleibt die gewöhnliche Geltungsdauer unverändert.
Amtsgericht Gießen.
Ein auswärtiger Händler fuhr mit einem zwei- spännigen, mit Kartoffeln beladenen Fuhrwerk nach Gießen. Das eine Pferd lahmte, namentlich als es in der Stadt mit dem Pflaster in Berührung kam. Beim Anziehen wäre es aus dem Markt beinahe zusammengebrochen. Es litt an Huflederhautentzündung und befand sich einige Zeit in der hiesigen Veterinärklinik. Es hätte noch nicht eingespannt werden dürfen. DieSchmer- zen des Tieres rührten den Leiter des Fuhrwerks nicht. Das Gericht erblickte in seinem Verhalten eine rohe Tiermißhandlung, eine Tierquälerei im Sinne des § 360, 13 RStGD. und verurteilte ihn zu einer erheblichen Geld- st r a f e.
Die Reihe der letzthin erfolgten Verurteilungen wegen Überschreitung der Belastungsgrenze bei der Führung, von Lastkraftwagen konnte schon in der folgenden Sitzung fortgesetzt werden. Die Fälle lagen fast gleich, und die Beweisaufnahmen liehen, nachdem das Uebergewicht auf Grund der Zulassungsbescheinigungen durch hydraulische De- lastungsmesser festgestellt worden war, einen Zweifel an der Schuld der Angeklagten nicht zu. Einer Strafe (10 Mk.) verfielen nicht nur die Chauffeure, sondern auch die Unternehmer, die die Inbetriebnahme der Wagen angeordnet bzw. zugelassen hatten.
G.A -Sport.
Handball der Sp.-Dg. 1900.
OSC. Giehen I — 1900 I 3:8 (1:4).
Die beiden Mannschaften standen sich in einem Pflchtspiel gegenüber, das die Diauweitzen er» wartet siegreich sah. Gleich nach Anstotz fiel durch den Mittelstürmer das erste Tor für 1900, dem bald darauf der Halbrechte den zweiten Treffer folgen lieh. 1900 spielte in der Folge weiter überlegen, konnte es aber nicht verhindern, dah bald auch der OSC. ein Tor erzielte. Die OSCer, durch den Erfolg ermutigt, gingen nun sehr aus sich heraus, vergaben aber einige Chancen. Kurz vor Schluh der ersten Halbzeit konnte 1900 durch den Rechtsaußen auf 4:1 erhöhen. Rach der Pause waren die 1900er ständig !e düberl gen obwohl keinerlei besondere Leistungen gezeigt wurden und viele günstige Tor- schuhgelegenheiten ausgelassen wurden. Trotzdem fielen in regelmäßigen Abständen zunächst drei weitere Tore und mit dem Schlußpfiff hing der Ball zum achtenmal im Rehe des Gegners. Die OSCer konnten dank ihres großen Eifers und ihrer wuchtigen Spielanlage in der zweiten Halbzeit zwei weitere Tore erringen.
Anklage wegen des Darmstädter Bolksbank-Krachs.
WSR. D a r m st a d t, 6. Oft. Wie bekannt, ist im vergangenen Jahr die D a r m st ä d t e r V o l k s b a n k in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Runmehr ist von der Staatsanwaltschaft A n- klage gegen die Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder der alten Volksbank erhoben worden. Hauptverhandlungstermin vor der Großen Strafkammer ist auf den 14. Rovem- ber festgesetzt worden. Die sehr umsangreiche Anklage richtet sich gegen die früheren Direktoren Becker und Habicht, sowie gegen die Aufsichtsratsmitglieder Rohl, Pech, Werner, Emmerich, Kalbfutz, Kramer, Weher,
Schneider, Zinnkann, Klump und Ren* mann. 24 Zeugen und drei Sachverständige sind von Gerichtsseite geladen. Die Dauer des Prozesses ist auf zwei Wochen berechnet. Die Mitglieder des alten Aussichtsrats haben mit der neuen Bank einen Vergleich abgeschlossen, wonach sie der Dank einen größeren Betrag zu einem geringen Zinsfuß zur Verfügung gestellt haben.
Oie frankfurter Universitätskrawalle vor Ger cht.
WSR. Frankfurt a. M., 6. Oft. Die Grohs Strafkammer verurteilte heute den 18jährigen Studenten Albert Haas zu sechs Monaten einer Woche und den 26jährigen Studenten Alfred Graf zu sechs Monaten Gefäng- n i s. Eine Entscheidung über Bewährungsfrist behält sich das Gericht nach weiteren Ermittlungen vor. Die beiden bisher unbescholtenen Angeklagten, die das Rechtsstudium betreiben, beteiligten sich aktiv an den Vorgängen, die sich am 22. 3uni an der Universität Frankfurt ahspielten. Am Tage vorher hatte der Rektor ein generelles Uniformverbot sür die Räume und die angrenzenden Baulichkeiten erlassen. Am Vormittag des folgenden Tages tarn es zu einem erheblichen Krawall, der die sofortige Schliehung der Universität zur Folge hatte. Ende Juli waren die disziplinarischen Untersuchungen über die Krawalle zu Ende geführt, und in dem abschliehenden Urteil des Senats wurde die Entfernung zweier nationalsozialistischer Studenten von der Universität Frankfurt verfügt. Zwei Studenten wurden mit der Androhung der Entfernung, zwei mit einem Verweis bestraft und zwei freigesprochen. Rebenher lief das Strafverfahren wegen Landfriedensbruchs gegen die beiden jetzt beschuldigten Angeklagten, die beide der Rational- sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei angehören, Haas als SA.-Mann, Graf als SS.-Mann. In der Urteilsbegründung wird betont, dah die Menschenmenge sich öffentlich zusammenrottete mit der Absicht, Gewalttätigkeiten zu begehen und gegen die Universitätsbehörden zu demonstrieren Die Angeklagten seien in die Diensträume ein- gedrungen und könnten sich nicht darauf berufen, dah sie Studenten seien, denn als solche hätten sie nur das Recht, die Universität zu betreten, wenn sie studieren. Haas betätigte sich als Rädelsführer. Graf gibt Gewalttätigkeiten zu: daß er in Rotwehr handelte, konnte nicht festgestellt werden.
Wettervoraussage.
Das Hochdruckgebiet im Osten hat sich weiter verstärkt und nimmt unseren Bezirk mit in seinen Bereich. Die aus ihm ausfließenden kontinentalen Luftmassen lassen die Jslandstörung bei uns nicht mehr zur Geltung kommen und werden zur Fortdauer des herbstlichen Wetters führen.
Aussichten für Samstag: Frühnebel, tagsüber vielfach aufheiternd, trocken, noch leichter Rachtfrost.
Aussichten für Sonntag: Fortdauer der Hochdruckwetterlage.
Lufttemperaturen. Am 6. Oktober mittags 12,0 Grad Celsius, abends 4,1 Grad. Am 7. Oktober morgens minus 0,6 Grad. Maximum 12,3 Grad. Minimum minus 1,5 Grad. Sonnenscheindauer 6 Stunden.
lSchluh des redaktionellen Teils.)
Im Pariser Autosalon werden wie alljährlich alle deutschen Wagen auf Continental-Reifen ausgestellt. Jeder Kenner wählt heute Continental.
Briefkasten der Redaktion.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung )
Dr. 2U. hier. Der 5 September 1911 war ein Dienstag, der 21. September 1912 ein Samstag.
gibt es, doch wenn sie mild ist, heißt sie Salem.
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Die milde SALEM
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