Ausgabe 
7.9.1932 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Wirtschaft

Nachdruck verboten

Ohne Gewähr

5. September 1932

24. Ziehungstag

185162

212283

266117 280363

370608

354965

81931 83029 85167 85622 90129 91814

Gewinnrade verblieben:

2 Prämien zu

Statt Karten

Großen-Buseck

Gießen (Kaiserallee 10)

den 7. September 1932

05139

M ÜM fische Seefisch«

S « 6. ®. «Uinbenn

BalmboMrake 61 5759 d Telefon 3866

Jeden Husten beseitigt Bexalit!

135975

221700

293442

327087

384963

106422 141624 179908 218606 252596 286014 316685 337319 375920

108597 134917 167740 185613 199199 226710 244589 268515 291413 324634 341626 363800

378652

122982 155167

190327

219798

273977

287392

324304 339615

376388

135281 160926 193205

220494 251120

281931 301954

336722 363273 384214

114099 142918

169920 186397 200335

238120 255156 269261

303426 327613 342651

367813 381718

129493

157251

191225

225390

275997

295230

325413

342131

384780

138752

153179

194565

221854

254399

282624

309889

342122

373326

386750

223351

288015

371248

117652 152550 173429

189206 201861 239811 256041

278658 307025 330055

343381 368295

383495

135345 162709 199415 228566 281595

297921 328286

351722 391949

144850 175642 199989

231145 258123

284731 316088

356863 374321

389291

137403 168576

200283 230697

282951 302757

328934

353262

125136 164825 180483 195760 215224 241993 263181

280824 321386 334035 360974 373458

141340 169912 210136 241797 285656 304712 332059

358024

148185i 178217

207907 245879

268910

290930

325799 360244

377813

394389

118958

196233 387121

154734

233388

296396

330791

389321

118449 156498

179399 195496 203910 240848 256657

279922 314198 333712 345223 373070 387442

147031 175684 206758 240420 263027 238253 316206 358277 375198 392666

105780 128377 164982 185357 198395 221502 242333 263959 286043 323454 341023

361087 374680

237291 241266 248100

296157 311217 325278

378050 382941 385914

126422 149226 179881 212803 246057 272026 298732 326634

363025 382390

395153

Im

2 ®*tohxne ,u 25000 W. 60293

4 Oetoinn« ju 10000 M. 146816

8 Gewinne zu 5000 M. 54389 362414

10 Dewinne zv 3000 M. 110357

Kreuzplatz 10

6279 A

(Flasche 1.40 Mark und 2.75 Mark.) Haupt-Nieder­lage: Engel-Apotheke, Marktplatz.

4668V Herst.: Otto Stumpf A.-G., Chemnitz

24699 28942 32091 43861 50863 56822 58940 68709 78139 96888 97392 108117 111368 117975 118602

für Drauzwecke 175 bis 180, inländischer Hafer 145 bis 150, Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0. mit Austauschweizen 33,60 bis 34,45, Weizenmehl, niederrh., mit Austauschweizen 33,60 bis 34,20, Roggenmehl (60 v. H.) 25,50 bis 26,75, Weizen­kleie 8,25 bis 8,35, Roggenkleie 8 bis 8,25 Mark.

62 ©etoinne »u 2000 9H. 2178 3313 40095 41435 65466 73747 77176 102956 114860 127796 181050

Schrift!. Ang. unt. 05140 a. d. G. A.

Auf jede gezogene Rümmer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Rümmer in den beide« Abteilungen I und H

Ab Donnerstag:

Peter Voß, der Millionendieb

__________________________________________________________6281 C

Karl Stephan Luise Stephan, geb.Thron

Vermählte

56135 58113 73182 94541 119761

172044 206436 214182 219981

254027 254360 258471 262923

301347 304597 314275 326579

Gewio nauszug

5. Klasse 39. Preußisch-Süddeutsche (265. Preuß.) Staats-Lotterie.

Büchertisch.

Prof. Dr. K. Schmidt, Die Anfänge 3 Bildern, 8 S. Derselbe, Die Dirigenten der Kurmusik zu Bad-Nauheim Mit des Kurorchesters zu Bad-Nauheim von 1853 bis 193 2. Mit 1 Bildbeilage. 20S. Friedberg i.H., 1932, Verlag C. Bindernagel. (224.) Der Verfasser bietet den zahlreichen Be­suchern und Freunden Bad-Nauhcims einen lieber- blick, der die Leser von den Zeiten Edmund Neu­manns (1853 bis 1872) bis zu Heinz Bongartz, dem jetzigen Leiter des Kurorchesters, führt. Für Gießen hat dos erste Schriftchen seine besondere Bedeutung insofern, als darin eines früheren Mit­gliedes des Kurorchesters gedacht wird, das noch unter E. Neumann mitspielte. Es ist dies der allbekannte hochgeschätzte Musiklehrer Franz Bauer sen., dessen Anteil an der Entwicklung des musi­kalischen Lebens in Oberhessen erst jüngst (1932) in einer ebenfalls von Prof. Schmidt verfaßten Schrift gewürdigt wurde: Dr. med. Martin Lorenz, ein Lebensbild. (Verlag C. Bindernagel, Friedberg in Hessen.) Auch der prächtige Kapellmeister der 116er, Musikdirektor Krauße, wird in beiden Schriften ge­bührend berücksichtigt. Die Büchlein sind mit in­teressanten Bildern, ausgestattet und kosten 50 dzw. 60 Pf. Sie seien hiermit bestens empfohlen.

Prof. Dreher.

255386

69483 220903

113415 224897

3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen

3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen

je 500000, 100 Schlußprämien zu je 3000, 2 Ge­winne zu je 75000, 2 zu je 50000, 6 zu je 25000, 26 zu je 10000, 106 zu je 5000, 182 zu je 8000, 460 zu je 2000, 942 zu je 1000, 1606 zu je 500, 4906 zu je 400 M.

399447 399787

128 Oetoinn« gn 1000 UL 3059 3871 17566 30229

30249 42886 54976 59272 65103 65809 65835 85520

190 Gewinne zu 500 M. 2062 6350 20768 28017 29830 38533 47626 48898 49697 55831 5893060569

8 Oetoiane ga 5000 M. 16117 101333 227934

18 Gewinne an 3000 UL 56558 96533

210035 212957 252076 281319 323753

LichtspieHhaus Gießen

Heute Mittwoch zum letztenmal

Anny Ondra Georg Alexander in der bek. unsterblichen Operette

Die Fledermaus

Aul der Bttbne: Gastspiel der weltberühmten Clowns

' 3 Daniels

Mittwoch eintrefiend:

Schellfische o. Kop! das Pfund v. 26 4 an

Kabeljau ohne Kopf das Pfund v. 25 an

Seelachs ohne Kopf das Pfund v. 25 d an FUet d. Pfd. v.WMan Filet MarkeFifl

das Pfund v. 48 -3 an Schollen d.P!d.5(M Rotzungen d.PId.6(M Heilbutt 1. Ausschnitt

das PtundlKM leb. Karpfen Pfd. 115^ leb. Aale Pfd. 120 Räucherwaren I8gl. frisch empfiehlt

1. Koch Nachlolo.

Mäusburg 16,Tel.3612

343013 365433

36 ©etoinne au 2000 UL 24527 30041 39992 43949 49274 88240 104091 112444 158469 172045 197663 199355 298005 318292 326704 350053 387156 387486

70 Gewinne m 1000 M. 10219 23698 36220 51582

362002 366230 366513 376334 ______ ______

160 Gewinne >u 500 M. 17892 19157 19562 20014

chinesischer Freiwilliger ausgesetzt sind. Japan hat die direkte und kürzeste Verbindung der koreanischen Küste mit dem gesamten mandschurischen Bahnnetz erhalten, die im Ernstfall gar nicht hoch genug ein­geschätzt werden kann.

Die japanischen Karten liegen heute offen auf dem Tisch. Während der Völkerbundsausschuß sich noch immer mühselig mit der Ergründung der Ursachen und Wirkungen des mandschurischen Konflikts ab­gibt, gibt sich Japan keine Mühe mehr, etwas zu verbergen. Dieoffene Tür" ist endgültig zuge­schlagen. Daß unter diesen Umständen nicht nur die amerikanische Annäherung an So­wjetrußland eines Tages vollendete Tatsache werden, sondern auch der geplante chinesische Nicht­angriffspakt mit Moskau zum Abschluß gelangen und damit die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen erfolgen wird, kann man kaum mehr bezweifeln. Während sich hier die über Nanking und Moskau nach Washington gehende Front immer deutlicher abzeichnet, versucht Japan jetzt, durch seine Verhandlungen über einen etwaigen Verkauf der Ostchinabahn an Frankreich dieses finanziell an der Mandschurei zu interessiren und damit auch politisch festzulegen. Es ist vorderhand fraglich, bis zu welchem Grade Tokio hier erfolgreich sein wird. Vielleicht werden die kommenden Schul­denoerhandlungen Frankreichs mit seinem amerika­nischen Gläubiger schon zeigen, ob Paris nicht ledig­lich seine japanische Karte unter ganz anderen Ver­hältnissen ausspielen und zu ganz anderen Zwecken gebrauchen will.

Japan spielt hier um einen hohen Einsatz, es spielt den Kampf um sein Leben. Es schätzt die Inanspruchnahme der Großmächte durch ihre eigenen Sorgen so hoch ein, daß es jetzt die Zeit zum entscheidenden Vorgehen in der Mandschurei für ge­kommen hält. Es wird sich in den nächsten sechs Wochen zeigen müssen, ob es richtig kalkuliert, da dann die Regenperiode dort jedes Kriegführen un- möglich macht und die kommende Generalausein­andersetzung erneut um eine Saison bis zum Früh­jahr verschiebt.

gelegten militärischen Aktion im ®e> biet der eigentlichen russischen Ein­flußzone, längs der Ostchinabahn, ge­geben, die die japanischen Tanks, Artillerie und Bombenflugzeuge gleich bis zu den beiden äußersten Zipfeln der Ostchinabahn vorgeschoben hat. Zunächst wurde die Station Mandschurin, der russische Uebergang von der Baikalseite her nach der Nord­mandschurei, und sodann auch die gegenüberliegende Grenzstation Pogranitschnaja, der Austritt der Bahn nach der russischen Küstenprovinz, besetzt. Die ganze Linie befindet sich nunmehr in mandschu­risch-japanischem Besitz. Schon hat der sowjetisttsche Generalkonsul in Charbin dieVerantwortung für die Folgen dieses japanischen Vorgehens abgelehnt". Es wurde von feiner Seite angedroht, daß auch die Sammlung eines japanischen Flugzeuggeschwaders von 300 bis 500 Maschinen in Charbin als eine Provokation angesehen werden muß. Darauf hat aber Japan seinerseits mit der Entsendung des General­stabschefs M a z a k i und des Hauptkommandieren­den H o n d s e h o nach Charbin geantwortet, was wiederum auf bevorstehende militärische Ereignisse schließen läßt.

Damit sind die alarmierenden Nachrichten aber noch nicht erschöpft. Es ist in der europäischen Presse im allgemeinen wenig beachtet worden, daß Japan durch die Fertigstellung einer Zweiglinie der süd­mandschurischen Bahn, die den koreanischen Hafen S e i s i n mit der Strecke Charbin-Tschang- t s ch u n verbindet, die Möglichkeit erhält, unter Um­gehung der mandschurischen Häfen seine Truppen direkt über Korea nach der Mandschurei zu beför­dern. Damit ist nicht nur Zeit gewonnen, da der weite Seeweg erspart bleibt, es spricht auch das Moment der Sicherheit mit, weil die japanischen Truppen jetzt nicht mehr den gefürchteten Angriffen

Knoblauch^1

M wertvolle Di6 MX. 1.50.

---

Obligationen verloren bis zu 3 Prozent.

Auch Auslandrenten lagen heute erstmalig schwächer und erschienen teilweise mit Minus-Mi- nus-Zeichen.

Am Geldmarkt blieb die Situation weiter unverändert. Eine neue Erleichterung konnte nicht eintreten, und der Sah für Tagesgeld steUte sich wieder auf 5,63 Prozent und nur vereinzelt auf 5,50 Prozent an der unteren Grenze.

Am Wechselm arkt ist das Geschäft weiter stiller geworden.

Frankfurt stark abgeschwächt.

Frankfurt, 7. Sept. (DTB. Drahtmeldung.) An der heutigen Börse trat die befürchtete Reaktion auf die rapide Auswärtsbewegung der letzten Tage prompt ein. Die Börse war auf der ganzen Linie stark abgeschwächt. Don der Kundschaft lagen um­fangreicheBestens-Order" vor, und auch die Ku­lisse schritt in verstärktem Ausmaß zu Glattstellun- gen, nachdem bereits an der Abendbörse eine Ab­schwächung eingetreten war. Eine ganze Anzahl von Werten erschien mit Minus - Minus - Zeichen und kamen mehrprozentig niedriger zur Notiz. Bei leb­haften Umsätzen betrugen die durchschnittlichen Einbußen 3 bis 5 v.H. und darüber hinaus lagen einige Spezialwerte bis zu 8 o.H. schwächer. Die stärksten Verluste hatten Scheide­anstalt mit minus 8 v. H. und Lahmeyer mit minus 7,50 v. H. Am Elektromarkt gaben Siemens 6,50 v. H., Licht und Kraft 5 n. H., Rheinische Elektro Mannheim 4,50 v. H., AEG., Bekula, Felten, Gesfürel und Schuckert von 3 bis 4 v. H. nach.

Starke Rückgänge stellten sich ferner am Mon­tan m a r k t ein, wo Harpener und Mannesmann je 5,25 v. H., Buderus und Phönix je 4,50 v. H., Gelsenkirchen, Rheinstahl, Klöcknerwerke und Stahl­verein bis zu 4 v. H. verloren. IG. eröffneten 4 v. H., Deutsche Erdöl und Rütgerswerke je 3,50 v. H. und Metallgesellschaft 2 v. H. niedriger. Schiffahrts- papiere waren bis zu 3 v. H., Zellstoff« und Kunst- seideaktien dis zu 5,50 v. H., schwächer. Bon Einzel- werten setzten Reichsbank 2,75 o. H., Daimler 3,25 v. H., Deutsche Linoleum 3,50 v. H., Allgemeine Lokal und Kraft sowie Contigummi je 4,50 v. H. niedriger ein. Ohne Notiz und mit Minus-Minus- Zeichen erschienen noch Zement Heidelberg, Gold­schmidt und Zellstoff Aschaffenburg.

Am Rentenmarkt war die Tendenz ebenfalls schwächer. Die schon gestern abgeschwächten Deut- schen Anleihen gaben um weitere 0,50 bis 0,75 v. H. und Reichsschuldbuchforderungen um 1 v. H. nach.

Goldpfandbriefe, Stadtanleihen, Kommunal- und Jndustrieobligationen sowie Länder- und Reichs­anleihen lagen durchweg bis zu 3 v. H. niedriger, ebenso gaben Liquidationspfandbriefe weiter nach. Am Auslandsrentenmarkt ergaben sich ebenfalls Kursrückgänge bis zu 1,50 v. H.

Im Verlaufe blieb die Haltung schwach und meist ergaben sich Rüchgänge von 1 bis 2 v. H. Merklich niedriger tarnen noch Goldschmidt, Aschaffenburger Zellstoff und Holzmann zur Notiz, die bis zu 6,50 v. H. einbüßten, Zement Heidelberg lagen schließlich 4 v. H. niedriger. Tagesgeld war zu 4 o. H. weiter leicht.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 7.Sept. Es wurden no­tiert: Weizen, gesund, mahlbar, 222,50, Roggen, gesund, mahlbar. 172,50 bis 175, Sommergerste

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) London, August 1932.

Lausanne, der Kampf um die alliierte Front gegen Amerika, die Konferenz von Ottawa, die amerika­nischen Wahlen das alles lenkte den Blick von einem der wichtigsten und gefährlichsten Unruhezen­tren der Weltpolitik, vom Fernen O st e n , ab. Aber gerade im Schatten dieser Ereignisse bereitet sich dort unverkennbar eine neue üßenbung vor. Wenn auch der deutsche Leser, dem das Hemd näher am Leibe ist als der Rock, vorläufig meist noch un­interessierter Zuschauer ist, so wird in der angel­sächsischen Oeffentlichkeit schon seit einigen Wochen wieder zum Alarm geblasen.

Nach den Schüssen von Tokio ist entgegen allen Erwartungen zunächst eine Ruhepause eingetreten. Vielfach wurde erwartet, daß infolge dieser Schüsse auch die Flinten an der russisch-japa­nischen Front losgehen würden. Aber Ja­pan sah seine Zeit noch nicht gekommen, seine Mühlen mahlen langsam, und die Spannung verlagerte sich. Aber unter der Oberfläche arbeitete man mit Voll­kraft weiter, suchte vor allem die Frage der beider­seitigen Bundesgenossen zu klären und wartete im übrigen die nächsten Zwischenfälle ab.

Diese sind nun eingetreten, und zwar nicht ver- einzelt. Durch die Beschlagnahme der man» dschurischenZölledurchdieRegierung Puji, das neue aktive Eingreifen der Japaner in der Mandschurei, die chinesisch-russische und russisch- amerikanische Annäherung auf der einen und die japanisch-französische auf der anderen Seite sowie durch andere Umstände mehr ist das eingetreten, was man als das Ende der mandschurischen Ruhepause bezeichnen kann.

Die Tatsache der Beschlagnahme der Zölle hätte kaum Aufsehen erregt, wenn d i e Zolleinnah- men Chinas nicht für den Dien ft der Auslandanleihen verpfänd e-t worden wären. So aber entstand die Lage, daß die Nan­kingregierung sich infolge dieses Vorgehens der Re­gierung Puji außerstande erklären könnte, den Zin- fenbienft weiter zu leisten.' Da der Leiter der man­dschurischen Zollverwaltung nunmehr ein Japaner ist, die größten Anleihegläubiger Chinas aber Eng­land und die Vereinigten Staaten sind, erfolgte zu­nächst ein Schritt der beiden angelsächsischen Bot­schafter im Tokioter Auswärtigen Amt. Dort wur­den beruhigende Zusicherungen abgegeben und u. a. darauf hingewiesen, daß die Mandschurei sehr wohl in der Lage sei, aus den Gesamtzolleinnahmen von 32 Millionen ihren Anteil von 12 Millionen für den Schuldendienst zu leisten, wonach ihr immer noch 20 Millionen verblieben, die auf der Einnahmenseite des Haushalts eine sehr beachtliche Rolle spielen würden.

Der ganze Zollkonflikt ist aber selbstverständlich weniger eine finanzielle, als vielmehr eine p o - litische Angelegenheit. Die Beschlagnahme der Zollverwaltung soll nach außen hin die völlige Selbständigkeit der Mandschurei unter Beweis stellen. Daß hinter diesem Entschluß der Regierung Puji Japan steht, kann auch die Tokioter Regierung nicht mehr leugnen. Der japanische Kriegsminister A r a k i erklärte am 30. Juni, die japanische Stel­lung in der Mandschurei habe eine grundlegende Aenderung erfahren. Nachdem das Tokioter Parla­ment mit großer Mehrheit den Beschluß gefaßt hat, daß der mandschurische Staat nunmehr von Japan offiziell anerkannt werden müßte, fei in absehbarer Zeit mit einer Deklaration über die neue Politik Japans in der Mandschurei zu rechnen. Die Nankingregierung habe den Versuch gemacht, das mandschurische Problem in unmittel­baren Verhandlungen mit Japan zu lösen, dafür bestehe aber gegenwärtig kein Anlaß mehr. Für Ja­pan sei nur noch Her Gesichtspunkt maßgebend, daß eine wirtschaftliche Einheit aus Japan, KoreaundderMandschurei geschaffen wer­den müsse. Und eine wirksame Illustration zu dieser Erklärung bildet ein Kommentar des Tokioter Blat­tesNitschi-Nitschi", das am 2. Juli schrieb, China müsse endlich auf den Traum verzichten, je wieder die Mandschurei zu gewinnen, und eine Anerkennung würde zweifellos auch den Zollstreit automatisch schlichten.

Diese Haltung läßt an Eindeutigkeit nichts mehr zu wünschen übrig. Die in Schanghai erscheinende amerikanischeChina Weekly Review" brachte dieser Tage eine Karikatur, die die von einem schwer be­waffneten Japaner bis auf einen kleinen Spall zu- geschlageneoffene Tür in der Mandschurei" zeigte. In dem Spalt aber war die Hand eines Ameri­kaners eingeklemmt, der von dem Japaner mit sanfter Gewalt herausgedrängt worden war. Wenn man dieser Karikatur die Meldung des diplomatischen Korrespondenten desDaily Telegraph" vom 18. Juli entgegenhäll, der über die Möglichkeit der Entsen­dung eines amerikanischenBeobachters" nach Moskau berichtete, was nach seiner Aus­legung einer halbamtlichen Aufnahme der Beziehun­gen Amerikas zu Räterußland gleichkommen würde, so ist in dieser Gegenüberstellung die Bedeutung der fortschreitenden Frontenbildung in der Mandschurei aufgezeigt. Noch bleibt zwar der Bericht desDaily Telegraph" unbestätigt, Moskau gibt aber der Wa­shingtoner Regierung manche gute Chance, und Ja­pan sorgt gleichermaßen auch durch seine militärische Aktivität für eine zunehmende Klärung zur Krise.

Denn es ist unverkennbar, daß sich auch an der eigentlichenFront" in der Nordmandschurei neue Gewitterwolken zusammenballen. Die Bekämpfung des chinesischen Banditenwesens hat den Japanern den nicht unerwünschten Anlaß zu einer groß a n

Großhandels-Indexziffer für August. Die vom statistischen Reichsamt für den Monatsdurchschnitt August berechnete Großhan­delsindexziffer ist mit 95,4 gegenüber dem Vor­monat um 0,5 Prozent gesunken. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 91,0 (mi­nus 1,6 Prozent), Kolonialwaren 83,4 (minus 0,7 Prozent), Industrielle Rohstoffe und Halbwaren 87,6 (plus 1,2. Prozent), und industrielle Fertig­waren 115,8 (minus 0,9 Prozent).

* Einfuhr englischer Baumwoll­gewebe vor dem heutigen Inkraft­treten der Zolländerungen. Vor dem In­krafttreten der deutschen Verordnung über Zollände­rungen vom 26. August 1932, die u. a. auch einen SOprogentigen Wertzollzuschlag aus die bisherigen Zollsätze von Wollgeweben enthält, ist gestern der Versuch gemacht worden, mehrere Tonnen Baum­wollgewebe in den regelmäßig zwischen Croydon KölnBerlin verkehrenden Flugzeugen zu ver­frachten.

Abschwächungen an der Berliner Börse.

Berlin, 7.Sept. (WTB. Funkspruch.) Die schon seit Tagen fällige Reaktion auf die starken Steigerungen der letzten Zeit ist heute eingetreten. Schon gestern konnte man Realisationen der Börse beobachten, die man zum Teil mit dem für diesen Monat fälligen Abbau der Dörsenlombards aus den alten Terminengagements in Zusammenhang brachte, heute zeigte aber auch das Publikum erst­malig größere Reigung zu Gewinnmitnahmen und hatte überwiegend Derkaufsorders an die Märkte gelegt. Das Fehlen des Terminhandels stellte sich hierbei als ein Manko heraus, da die Markte dem Abgabedruck keinen Widerstand entgegensetzen konnten, und unverhältnismäßig große Kursver­luste die Folge waren. Während als Hauptgrund für diese Abschwächung die Abgabeneigung des Publikums angegeben wurde, so glaubte die Spe- hdatiorT, von sich aus ebenfaUs als Verkäufer auftreten zu müssen, da sie die innerpolitische Lage wieder für gespannter hält, und der schwächere Schluß der gestrigen Reuyorker Börse bewies, daß die Haussebewegung auch international eine Unterbrechung erfahren hat. Die Rohstoff- m ä r k t e meldeten allerdings unverändert feste Tendenz. Die llmsahtätigkeit blieb zwar weiter­hin recht lebhaft, die zu den ersten Kursen vor- liegenden Verkaufsorders übertrafen alle Erwar­tungen und führten zu einer starken Ab­schwächung des Kursniveaus. Für eine ganze Reihe von Papieren erschienen Minus- Minus-Zeichen an den Maklertafeln und Kurs­verluste bis zu 5 Prozent waren eigentlich die Regel. Darüber hinaus büßten Papiere wie Bay­rische Motoren, Schubert Sr Salzer, Julius Ber­ger. Aku, Demberg, Stöhr, Deutsch-Atlanten, Erdöl, Leopoldgrube, Ilse, Goldschmidt, Deutsche Linoleum, RWE., Siemens usw. bis zu 7,5 Pro­zent ein. Bei den besonders stark gedrückten Pa­pieren zeigten sich später leichte Erholungserschei­nungen. Auch die fe st verzinslichen Pa­piere koimten sich der schwachen Allgemeinten­denz nicht entziehen, doch waren die Rückschläge am Rentenmarkt nicht so erheblich und das Geschäft wesentlich ruhiger als an den Aktieli- Märkten.

Deutsche Anleihen büßten bis zu 60 Pfennig ein, Reichsschuldbuchsorderungen gi gen um etwa 1 Proz. zurück und Industrie-

Briefkasten der Redaktion.

Fußballspiel vom Sonntag. Don anonymen Einsendungen können wir keinen Gebrauch machen.

Ein Mittwoch-Abonnent des Stadttheaters. Anonyme Einsendungen können nicht berücksichtigt werden.

Verantwortlich für Lokales, Provinz, Sport und Wirtschaft i. V.: H. L. Neune r.

Mandschurische Wendung

Von unserem ^-Berichterstatter.