Wirtschaft
Nachdruck verboten
Ohne Gewähr
5. September 1932
24. Ziehungstag
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266117 280363
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81931 83029 85167 85622 90129 91814
Gewinnrade verblieben:
2 Prämien zu
Statt Karten
Großen-Buseck
Gießen (Kaiserallee 10)
den 7. September 1932
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2 ®*tohxne ,u 25000 W. 60293
4 Oetoinn« ju 10000 M. 146816
8 Gewinne zu 5000 M. 54389 362414
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(Flasche 1.40 Mark und 2.75 Mark.) Haupt-Niederlage: Engel-Apotheke, Marktplatz.
4668V Herst.: Otto Stumpf A.-G., Chemnitz
24699 28942 32091 43861 50863 56822 58940 68709 78139 96888 97392 108117 111368 117975 118602
für Drauzwecke 175 bis 180, inländischer Hafer 145 bis 150, Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0. mit Austauschweizen 33,60 bis 34,45, Weizenmehl, niederrh., mit Austauschweizen 33,60 bis 34,20, Roggenmehl (60 v. H.) 25,50 bis 26,75, Weizenkleie 8,25 bis 8,35, Roggenkleie 8 bis 8,25 Mark.
62 ©etoinne »u 2000 9H. 2178 3313 40095 41435 65466 73747 77176 102956 114860 127796 181050
Schrift!. Ang. unt. 05140 a. d. G. A.
Auf jede gezogene Rümmer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Rümmer in den beide« Abteilungen I und H
Ab Donnerstag:
Peter Voß, der Millionendieb
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Karl Stephan Luise Stephan, geb.Thron
Vermählte
56135 58113 73182 94541 119761
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Gewio nauszug
5. Klasse 39. Preußisch-Süddeutsche (265. Preuß.) Staats-Lotterie.
Büchertisch.
— Prof. Dr. K. Schmidt, Die Anfänge 3 Bildern, 8 S. — Derselbe, Die Dirigenten der Kurmusik zu Bad-Nauheim Mit des Kurorchesters zu Bad-Nauheim von 1853 bis 193 2. Mit 1 Bildbeilage. 20S. Friedberg i.H., 1932, Verlag C. Bindernagel. — (224.) — Der Verfasser bietet den zahlreichen Besuchern und Freunden Bad-Nauhcims einen lieber- blick, der die Leser von den Zeiten Edmund Neumanns (1853 bis 1872) bis zu Heinz Bongartz, dem jetzigen Leiter des Kurorchesters, führt. Für Gießen hat dos erste Schriftchen seine besondere Bedeutung insofern, als darin eines früheren Mitgliedes des Kurorchesters gedacht wird, das noch unter E. Neumann mitspielte. Es ist dies der allbekannte hochgeschätzte Musiklehrer Franz Bauer sen., dessen Anteil an der Entwicklung des musikalischen Lebens in Oberhessen erst jüngst (1932) in einer ebenfalls von Prof. Schmidt verfaßten Schrift gewürdigt wurde: Dr. med. Martin Lorenz, ein Lebensbild. (Verlag C. Bindernagel, Friedberg in Hessen.) Auch der prächtige Kapellmeister der 116er, Musikdirektor Krauße, wird in beiden Schriften gebührend berücksichtigt. Die Büchlein sind mit interessanten Bildern, ausgestattet und kosten 50 dzw. 60 Pf. Sie seien hiermit bestens empfohlen.
Prof. Dreher.
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3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen
3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen
je 500000, 100 Schlußprämien zu je 3000, 2 Gewinne zu je 75000, 2 zu je 50000, 6 zu je 25000, 26 zu je 10000, 106 zu je 5000, 182 zu je 8000, 460 zu je 2000, 942 zu je 1000, 1606 zu je 500, 4906 zu je 400 M.
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128 Oetoinn« gn 1000 UL 3059 3871 17566 30229
30249 42886 54976 59272 65103 65809 65835 85520
190 Gewinne zu 500 M. 2062 6350 20768 28017 29830 38533 47626 48898 49697 55831 5893060569
8 Oetoiane ga 5000 M. 16117 101333 227934
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Heute Mittwoch zum letztenmal
Anny Ondra — Georg Alexander in der bek. unsterblichen Operette
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chinesischer Freiwilliger ausgesetzt sind. Japan hat die direkte und kürzeste Verbindung der koreanischen Küste mit dem gesamten mandschurischen Bahnnetz erhalten, die im Ernstfall gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.
Die japanischen Karten liegen heute offen auf dem Tisch. Während der Völkerbundsausschuß sich noch immer mühselig mit der Ergründung der Ursachen und Wirkungen des mandschurischen Konflikts abgibt, gibt sich Japan keine Mühe mehr, etwas zu verbergen. Die „offene Tür" ist endgültig zugeschlagen. Daß unter diesen Umständen nicht nur die amerikanische Annäherung an Sowjetrußland eines Tages vollendete Tatsache werden, sondern auch der geplante chinesische Nichtangriffspakt mit Moskau zum Abschluß gelangen und damit die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen erfolgen wird, kann man kaum mehr bezweifeln. Während sich hier die über Nanking und Moskau nach Washington gehende Front immer deutlicher abzeichnet, versucht Japan jetzt, durch seine Verhandlungen über einen etwaigen Verkauf der Ostchinabahn an Frankreich dieses finanziell an der Mandschurei zu interessiren und damit auch politisch festzulegen. Es ist vorderhand fraglich, bis zu welchem Grade Tokio hier erfolgreich sein wird. Vielleicht werden die kommenden Schuldenoerhandlungen Frankreichs mit seinem amerikanischen Gläubiger schon zeigen, ob Paris nicht lediglich seine japanische Karte unter ganz anderen Verhältnissen ausspielen und zu ganz anderen Zwecken gebrauchen will.
Japan spielt hier um einen hohen Einsatz, es spielt den Kampf um sein Leben. Es schätzt die Inanspruchnahme der Großmächte durch ihre eigenen Sorgen so hoch ein, daß es jetzt die Zeit zum entscheidenden Vorgehen in der Mandschurei für gekommen hält. Es wird sich in den nächsten sechs Wochen zeigen müssen, ob es richtig kalkuliert, da dann die Regenperiode dort jedes Kriegführen un- möglich macht und die kommende Generalauseinandersetzung erneut um eine Saison bis zum Frühjahr verschiebt.
gelegten militärischen Aktion im ®e> biet der eigentlichen russischen Einflußzone, längs der Ostchinabahn, gegeben, die die japanischen Tanks, Artillerie und Bombenflugzeuge gleich bis zu den beiden äußersten Zipfeln der Ostchinabahn vorgeschoben hat. Zunächst wurde die Station Mandschurin, der russische Uebergang von der Baikalseite her nach der Nordmandschurei, und sodann auch die gegenüberliegende Grenzstation Pogranitschnaja, der Austritt der Bahn nach der russischen Küstenprovinz, besetzt. Die ganze Linie befindet sich nunmehr in mandschurisch-japanischem Besitz. Schon hat der sowjetisttsche Generalkonsul in Charbin die „Verantwortung für die Folgen dieses japanischen Vorgehens abgelehnt". Es wurde von feiner Seite angedroht, daß auch die Sammlung eines japanischen Flugzeuggeschwaders von 300 bis 500 Maschinen in Charbin als eine Provokation angesehen werden muß. Darauf hat aber Japan seinerseits mit der Entsendung des Generalstabschefs M a z a k i und des Hauptkommandierenden H o n d s e h o nach Charbin geantwortet, was wiederum auf bevorstehende militärische Ereignisse schließen läßt.
Damit sind die alarmierenden Nachrichten aber noch nicht erschöpft. Es ist in der europäischen Presse im allgemeinen wenig beachtet worden, daß Japan durch die Fertigstellung einer Zweiglinie der südmandschurischen Bahn, die den koreanischen Hafen S e i s i n mit der Strecke Charbin-Tschang- t s ch u n verbindet, die Möglichkeit erhält, unter Umgehung der mandschurischen Häfen seine Truppen direkt über Korea nach der Mandschurei zu befördern. Damit ist nicht nur Zeit gewonnen, da der weite Seeweg erspart bleibt, es spricht auch das Moment der Sicherheit mit, weil die japanischen Truppen jetzt nicht mehr den gefürchteten Angriffen
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M wertvolle Di6 MX. 1.50.
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Obligationen verloren bis zu 3 Prozent.
Auch Auslandrenten lagen heute erstmalig schwächer und erschienen teilweise mit Minus-Mi- nus-Zeichen.
Am Geldmarkt blieb die Situation weiter unverändert. Eine neue Erleichterung konnte nicht eintreten, und der Sah für Tagesgeld steUte sich wieder auf 5,63 Prozent und nur vereinzelt auf 5,50 Prozent an der unteren Grenze.
Am Wechselm arkt ist das Geschäft weiter stiller geworden.
Frankfurt stark abgeschwächt.
Frankfurt, 7. Sept. (DTB. Drahtmeldung.) An der heutigen Börse trat die befürchtete Reaktion auf die rapide Auswärtsbewegung der letzten Tage prompt ein. Die Börse war auf der ganzen Linie stark abgeschwächt. Don der Kundschaft lagen umfangreiche „Bestens-Order" vor, und auch die Kulisse schritt in verstärktem Ausmaß zu Glattstellun- gen, nachdem bereits an der Abendbörse eine Abschwächung eingetreten war. Eine ganze Anzahl von Werten erschien mit Minus - Minus - Zeichen und kamen mehrprozentig niedriger zur Notiz. Bei lebhaften Umsätzen betrugen die durchschnittlichen Einbußen 3 bis 5 v.H. und darüber hinaus lagen einige Spezialwerte bis zu 8 o.H. schwächer. Die stärksten Verluste hatten Scheideanstalt mit minus 8 v. H. und Lahmeyer mit minus 7,50 v. H. Am Elektromarkt gaben Siemens 6,50 v. H., Licht und Kraft 5 n. H., Rheinische Elektro Mannheim 4,50 v. H., AEG., Bekula, Felten, Gesfürel und Schuckert von 3 bis 4 v. H. nach.
Starke Rückgänge stellten sich ferner am Montan m a r k t ein, wo Harpener und Mannesmann je 5,25 v. H., Buderus und Phönix je 4,50 v. H., Gelsenkirchen, Rheinstahl, Klöcknerwerke und Stahlverein bis zu 4 v. H. verloren. IG. eröffneten 4 v. H., Deutsche Erdöl und Rütgerswerke je 3,50 v. H. und Metallgesellschaft 2 v. H. niedriger. Schiffahrts- papiere waren bis zu 3 v. H., Zellstoff« und Kunst- seideaktien dis zu 5,50 v. H., schwächer. Bon Einzel- werten setzten Reichsbank 2,75 o. H., Daimler 3,25 v. H., Deutsche Linoleum 3,50 v. H., Allgemeine Lokal und Kraft sowie Contigummi je 4,50 v. H. niedriger ein. Ohne Notiz und mit Minus-Minus- Zeichen erschienen noch Zement Heidelberg, Goldschmidt und Zellstoff Aschaffenburg.
Am Rentenmarkt war die Tendenz ebenfalls schwächer. Die schon gestern abgeschwächten Deut- schen Anleihen gaben um weitere 0,50 bis 0,75 v. H. und Reichsschuldbuchforderungen um 1 v. H. nach.
Goldpfandbriefe, Stadtanleihen, Kommunal- und Jndustrieobligationen sowie Länder- und Reichsanleihen lagen durchweg bis zu 3 v. H. niedriger, ebenso gaben Liquidationspfandbriefe weiter nach. Am Auslandsrentenmarkt ergaben sich ebenfalls Kursrückgänge bis zu 1,50 v. H.
Im Verlaufe blieb die Haltung schwach und meist ergaben sich Rüchgänge von 1 bis 2 v. H. Merklich niedriger tarnen noch Goldschmidt, Aschaffenburger Zellstoff und Holzmann zur Notiz, die bis zu 6,50 v. H. einbüßten, Zement Heidelberg lagen schließlich 4 v. H. niedriger. Tagesgeld war zu 4 o. H. weiter leicht.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 7.Sept. Es wurden notiert: Weizen, gesund, mahlbar, 222,50, Roggen, gesund, mahlbar. 172,50 bis 175, Sommergerste
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) London, August 1932.
Lausanne, der Kampf um die alliierte Front gegen Amerika, die Konferenz von Ottawa, die amerikanischen Wahlen — das alles lenkte den Blick von einem der wichtigsten und gefährlichsten Unruhezentren der Weltpolitik, vom Fernen O st e n , ab. Aber gerade im Schatten dieser Ereignisse bereitet sich dort unverkennbar eine neue üßenbung vor. Wenn auch der deutsche Leser, dem das Hemd näher am Leibe ist als der Rock, vorläufig meist noch uninteressierter Zuschauer ist, so wird in der angelsächsischen Oeffentlichkeit schon seit einigen Wochen wieder zum Alarm geblasen.
Nach den Schüssen von Tokio ist entgegen allen Erwartungen zunächst eine Ruhepause eingetreten. Vielfach wurde erwartet, daß infolge dieser Schüsse auch die Flinten an der russisch-japanischen Front losgehen würden. Aber Japan sah seine Zeit noch nicht gekommen, seine Mühlen mahlen langsam, und die Spannung verlagerte sich. Aber unter der Oberfläche arbeitete man mit Vollkraft weiter, suchte vor allem die Frage der beiderseitigen Bundesgenossen zu klären und — wartete im übrigen die nächsten Zwischenfälle ab.
Diese sind nun eingetreten, und zwar nicht ver- einzelt. Durch die Beschlagnahme der man» dschurischenZölledurchdieRegierung Puji, das neue aktive Eingreifen der Japaner in der Mandschurei, die chinesisch-russische und russisch- amerikanische Annäherung auf der einen und die japanisch-französische auf der anderen Seite sowie durch andere Umstände mehr ist das eingetreten, was man als das Ende der mandschurischen Ruhepause bezeichnen kann.
Die Tatsache der Beschlagnahme der Zölle hätte kaum Aufsehen erregt, wenn d i e Zolleinnah- men Chinas nicht für den Dien ft der Auslandanleihen verpfänd e-t worden wären. So aber entstand die Lage, daß die Nankingregierung sich infolge dieses Vorgehens der Regierung Puji außerstande erklären könnte, den Zin- fenbienft weiter zu leisten.' Da der Leiter der mandschurischen Zollverwaltung nunmehr ein Japaner ist, die größten Anleihegläubiger Chinas aber England und die Vereinigten Staaten sind, erfolgte zunächst ein Schritt der beiden angelsächsischen Botschafter im Tokioter Auswärtigen Amt. Dort wurden beruhigende Zusicherungen abgegeben und u. a. darauf hingewiesen, daß die Mandschurei sehr wohl in der Lage sei, aus den Gesamtzolleinnahmen von 32 Millionen ihren Anteil von 12 Millionen für den Schuldendienst zu leisten, wonach ihr immer noch 20 Millionen verblieben, die auf der Einnahmenseite des Haushalts eine sehr beachtliche Rolle spielen würden.
Der ganze Zollkonflikt ist aber selbstverständlich weniger eine finanzielle, als vielmehr eine p o - litische Angelegenheit. Die Beschlagnahme der Zollverwaltung soll nach außen hin die völlige Selbständigkeit der Mandschurei unter Beweis stellen. Daß hinter diesem Entschluß der Regierung Puji Japan steht, kann auch die Tokioter Regierung nicht mehr leugnen. Der japanische Kriegsminister A r a k i erklärte am 30. Juni, die japanische Stellung in der Mandschurei habe eine grundlegende Aenderung erfahren. Nachdem das Tokioter Parlament mit großer Mehrheit den Beschluß gefaßt hat, daß der mandschurische Staat nunmehr von Japan offiziell anerkannt werden müßte, fei in absehbarer Zeit mit einer Deklaration über die neue Politik Japans in der Mandschurei zu rechnen. Die Nankingregierung habe den Versuch gemacht, das mandschurische Problem in unmittelbaren Verhandlungen mit Japan zu lösen, dafür bestehe aber gegenwärtig kein Anlaß mehr. Für Japan sei nur noch Her Gesichtspunkt maßgebend, daß eine wirtschaftliche Einheit aus Japan, KoreaundderMandschurei geschaffen werden müsse. Und eine wirksame Illustration zu dieser Erklärung bildet ein Kommentar des Tokioter Blattes „Nitschi-Nitschi", das am 2. Juli schrieb, China müsse endlich auf den Traum verzichten, je wieder die Mandschurei zu gewinnen, und eine Anerkennung würde zweifellos auch den Zollstreit automatisch schlichten.
Diese Haltung läßt an Eindeutigkeit nichts mehr zu wünschen übrig. Die in Schanghai erscheinende amerikanische „China Weekly Review" brachte dieser Tage eine Karikatur, die die von einem schwer bewaffneten Japaner bis auf einen kleinen Spall zu- geschlagene „offene Tür in der Mandschurei" zeigte. In dem Spalt aber war die Hand eines Amerikaners eingeklemmt, der von dem Japaner mit sanfter Gewalt herausgedrängt worden war. Wenn man dieser Karikatur die Meldung des diplomatischen Korrespondenten des „Daily Telegraph" vom 18. Juli entgegenhäll, der über die Möglichkeit der Entsendung eines amerikanischen „Beobachters" nach Moskau berichtete, was nach seiner Auslegung einer halbamtlichen Aufnahme der Beziehungen Amerikas zu Räterußland gleichkommen würde, so ist in dieser Gegenüberstellung die Bedeutung der fortschreitenden Frontenbildung in der Mandschurei aufgezeigt. Noch bleibt zwar der Bericht des „Daily Telegraph" unbestätigt, Moskau gibt aber der Washingtoner Regierung manche gute Chance, und Japan sorgt gleichermaßen auch durch seine militärische Aktivität für eine zunehmende Klärung zur Krise.
Denn es ist unverkennbar, daß sich auch an der eigentlichen „Front" in der Nordmandschurei neue Gewitterwolken zusammenballen. Die Bekämpfung des chinesischen Banditenwesens hat den Japanern den nicht unerwünschten Anlaß zu einer groß a n
• Großhandels-Indexziffer für August. Die vom statistischen Reichsamt für den Monatsdurchschnitt August berechnete Großhandelsindexziffer ist mit 95,4 gegenüber dem Vormonat um 0,5 Prozent gesunken. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 91,0 (minus 1,6 Prozent), Kolonialwaren 83,4 (minus 0,7 Prozent), Industrielle Rohstoffe und Halbwaren 87,6 (plus 1,2. Prozent), und industrielle Fertigwaren 115,8 (minus 0,9 Prozent).
* Einfuhr englischer Baumwollgewebe vor dem heutigen Inkrafttreten der Zolländerungen. Vor dem Inkrafttreten der deutschen Verordnung über Zolländerungen vom 26. August 1932, die u. a. auch einen SOprogentigen Wertzollzuschlag aus die bisherigen Zollsätze von Wollgeweben enthält, ist gestern der Versuch gemacht worden, mehrere Tonnen Baumwollgewebe in den regelmäßig zwischen Croydon— Köln—Berlin verkehrenden Flugzeugen zu verfrachten.
Abschwächungen an der Berliner Börse.
Berlin, 7.Sept. (WTB. Funkspruch.) Die schon seit Tagen fällige Reaktion auf die starken Steigerungen der letzten Zeit ist heute eingetreten. Schon gestern konnte man Realisationen der Börse beobachten, die man zum Teil mit dem für diesen Monat fälligen Abbau der Dörsenlombards aus den alten Terminengagements in Zusammenhang brachte, heute zeigte aber auch das Publikum erstmalig größere Reigung zu Gewinnmitnahmen und hatte überwiegend Derkaufsorders an die Märkte gelegt. Das Fehlen des Terminhandels stellte sich hierbei als ein Manko heraus, da die Markte dem Abgabedruck keinen Widerstand entgegensetzen konnten, und unverhältnismäßig große Kursverluste die Folge waren. Während als Hauptgrund für diese Abschwächung die Abgabeneigung des Publikums angegeben wurde, so glaubte die Spe- hdatiorT, von sich aus ebenfaUs als Verkäufer auftreten zu müssen, da sie die innerpolitische Lage wieder für gespannter hält, und der schwächere Schluß der gestrigen Reuyorker Börse bewies, daß die Haussebewegung auch international eine Unterbrechung erfahren hat. Die Rohstoff- m ä r k t e meldeten allerdings unverändert feste Tendenz. Die llmsahtätigkeit blieb zwar weiterhin recht lebhaft, die zu den ersten Kursen vor- liegenden Verkaufsorders übertrafen alle Erwartungen und führten zu einer starken Abschwächung des Kursniveaus. Für eine ganze Reihe von Papieren erschienen Minus- Minus-Zeichen an den Maklertafeln und Kursverluste bis zu 5 Prozent waren eigentlich die Regel. Darüber hinaus büßten Papiere wie Bayrische Motoren, Schubert Sr Salzer, Julius Berger. Aku, Demberg, Stöhr, Deutsch-Atlanten, Erdöl, Leopoldgrube, Ilse, Goldschmidt, Deutsche Linoleum, RWE., Siemens usw. bis zu 7,5 Prozent ein. Bei den besonders stark gedrückten Papieren zeigten sich später leichte Erholungserscheinungen. Auch die fe st verzinslichen Papiere koimten sich der schwachen Allgemeintendenz nicht entziehen, doch waren die Rückschläge am Rentenmarkt nicht so erheblich und das Geschäft wesentlich ruhiger als an den Aktieli- Märkten.
Deutsche Anleihen büßten bis zu 60 Pfennig ein, Reichsschuldbuchsorderungen gi gen um etwa 1 Proz. zurück und Industrie-
Briefkasten der Redaktion.
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Ein Mittwoch-Abonnent des Stadttheaters. Anonyme Einsendungen können nicht berücksichtigt werden.
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Von unserem ^-Berichterstatter.


