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6.10.1932 Erstes Blatt
 
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M. 255 Zweites Blatt

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheßen)

Donnerstag, b. Mtobe» (932

Handballergebniffe im Gau Hessen OT.

Meisterklasse: Tv. 46 Gießen T. u. Sp. Butzbach 1:7; To. Münchholzhausen Tv. Pohl- Göns 3:4; Tv. Goßfelden T. u. Spv. Marburg 2:3; Tv. Alsfeld Tv. Kirchhain 3:1.

/^-Klasse: Mtv. Gießen II Tv. Garben­teich 4:12; To. Hirzenhain Tv. Gedern 1:8; Tv. Ockershausen To. Roth 3:4; Tv. Lich Tv. Lützellinden 5:9; Tv. Kirch-Göns T. u. Spv. Butzbach 6:2; Do. Cölbe To. Wallau 4:6.

6-Kl ässe: To. Steinfurth Tv. Gambach 1:13; Tv. Ebers-Göns To. Lang-Göns 4:3; Tv. Hvlzhenn Tv. Niederweisel 5:2; Tv. Hörnsheim gegen To. Niederkleen 8:3; To. Groß-Rechtenbach gegen To. Lützellinden II 7:1; Tv. Hochelheim Tv. Klein-Linden 5:2.

C - Klasfe : Tv. Lützellinden III Tv. Men­dorf II 2:3; Tv. Grüningen Tv. Hochelheim II 6:3.

Jugendklasse: Tv. Großen-Linden Mtv. Gießen 3:15; TG. Friedberg T. u. Spv. Butz­bach 7:2.

Handball im Lahn Oünöberg Gau.

Gauklasse:

Londorf I Mendorf I 3:0 (1:0).

Das Spiel entwickelte sich von Anfang an in einem scharfen Tempo und sah beide Mann- schäften vorerst noch sehr zerfahren. Erst in der 15. Minute erzielte Londorf das Führungs­tor. Der Meister versucht nun mit aller Macht den Ausgleich herbeizuführen, scheiterte aber an der Hintermannschaft der Plahbcsiher. Trotzdem beide Mannschaften sich noch redlich bemühten, blieb ihnen vor der Pause ein zählbarer Erfolg versagt. 3n der zweiten Hälfte wurde Lon­dorf besser und mit einem weiteren Tor stand das Spiel bald 2:0. Kurz vor Schluß errang Londorf noch ein weiteres Tor. Mlendorf blieb selbst das verdiente Ehrentor versagt. Londorf steht mit 10: 0 klar an der Spitze.

Erda I Garbenheim I 5:6 (3:4).

Daß in Erda nur schwer zu gewinnen ist, mußte am Sonntag auch die Mannschaft von Garben­heim erfahren. Nachdem der Platzbesitzer einige Gelegenheiten ausgelassen hat, erzielte der Gast kurz hintereinander drei Tore. Sn einer Drang­periode Erdas holt die Mannschaft den Aus­gleich heraus, mußte aber mit einem weiteren Tor für den Gast die Führung wieder abgeben. Nach dem Wechsel für beide Mannschaften noch je zwei Tore.

Wißmar I Launsbach I 2:8 (1:5).

Obwohl, der Platzbesitzer einen sehr guten Gegner abgab, hatten die Gäste das Spiel jeder­zeit in der Hand und siegten, wenn auch etwas hoch, jedoch jederze't verdient.

Ahbach II Waldgirmes I 2:3 (0:0).

Beide Mannschaften zeigten vor dem Wechsel keine sonderlichen Leistungen und brachten daher auch keinen Erfolg zustande. Nach dem Wechsel kam der Gast etwas mehr auf und errang auch zunächst mit einem Tor die Führung. Es dauerte schon eine geraume Zeit, bis Atzbach zum Aus­gleich kam, dem durch ein weiteres Tor die Führung folgte. Die Gäste rafften sich nun, nach­dem die Mannschaft schon in der zweiten Hälfte mit nur zehn Mann spielte, noch einmal zusam­men und vermochte auch durch zwei Tore Aus­gleich und Sieg zu erringen.

Lollar II Nordeck I 9:2 (7:1).

Das Spiel war eine große äleberraschung in­sofern, daß man mit einem derartigen hohen Sieg des Platzvereins nicht gerechnet hatte. Der Platzbesitzer fand sich sofort gut zusammen, wäh­rend die Gäste einen sehr nervösen Eindruck machten. Durch technisch und taktisch besseres Spiel gewann Lollar verdient.

hausen I Steinbach I 9:0 (4:0).

Die Gäste traten mit zahlreichem Ersah an. Der Torwart hielt vorzüglich und bewahrte die Mannschaft vor einer noch höheren Niederlage. Nachdem Hausen sich gefunden hatte, fielen die Tore in regelmäßigen Abständen.

Dutenhofen Dorlar 3:2.

Mit zahlreichem Ersah spielte am vergangenen Sonntag die Mannschaft von Dorlar in Duten­hofen. Der beste Mann war der Torwart, der die Mannschaft vor einer höheren Niederlage bewahrte.'

Spielvereimgung 1926 Leihgestern.

Leihgestern I Laubach 1 4:1 (3:1).

Drei Mannschaften der Spielvereinigung Leih­gestern standen am Sonntag in Punktspielen auf dem Plan. Die 2. Mannschaft weilte bei der Drit­ten vom DsR. Butzbach und konnten dank bes­serer Technik zwei Punkte mit nach Haus« nehmen. 2:0 lautete das Ergebnis. Die Schüler hatten die Schüler von Klein-Linden im Pflichtspiel zum Gegner und siegten 5:0.

Sodann traten die ersten Mannschaften von Leihgestern und Laubach auf den Plan. Laubach spielte während der ersten Halbzeit mit nur neun Mann. Das Spiel begann in raschem Tempo. Bald nach Beginn sprang dem Mittelläufer der,Ball an den Arm und der gegebene Elfmeter wurde prompt verwandelt. Bei diesem einzigen Erfolg für Laubach blieb es während des Spieles. Bald darauf brachte ein Foulelfmeter für Leihgestern den Ausgleich. Der Sturm der Gastgeber griff nun mächtig an. Der Halbrechte verwandelte mit einem schönen Kopfball zum zweiten Treffer. Einige Strafstöße verfehlten ihr Ziel. Die Gäste verteidigten sehr'geschickt. Sn der 17. Minute er­

höhte der Mittelstürmer auf 3:1. Der Nest der ersten Halbzeit verlief ereignislos. Nach der Pause erschienen die Gäste komplett. Das Spiel gestaltete sich nun spannender. Die Gäste suchten Dorsprung zu erzielen. Sn der 7. Minute erhöhte der Rechtsaußen durch einen Fernschuß auf 4:1. Hart und verbissen wurde weitergekämpft. Ein weiterer Elfmeterball für Leihgestern ging an den Tormann. Die Platzelf ging nun zum Endspurt über, weitere Erfolge blieben aber aus. Der Kampf wurde sehr fair ausgetragen. Der Schieds­richter leitete gut.

Ä. f. K Lich.

Steinbach I Lich I 1.-2.

Auf fremdem Gelände gelang es den beiden aktiven Mannschaften, je zwei wertvolle Punkte zu erringen, die für die Gestaltung der Tabelle von großer Be­deutung sind. Noch erbittertem Kampfe, der manch­mal auch reichlich hart geführt wurde, konnte die

Oer kaufmännische Stellenmarkt im September.

Nach den Feststellungen der Kaufmännischen Stellenvermittlung im Deutschnationalen, Hand- lungsgehilfen-Derband zeigte der kaufmännische Stellenmarkt in der ersten Septemberhälfte einige Merkmale der Beruhigung. Sie sind aber sowohl nach den Gebieten als auch nach den Fachgruppen durchaus uneinheitlich.

Sn Süddeutlchland behauptete sich die im August einsehende rückläufige Bewegung des De- werberzugangs. Sn Mitteldeutschland liegt der Andrang etwa gleich August. Sn den nordwcst- und norddeutschen Wirtschaftsgebieten dagegen trat im September, gemessen an der Entwicklung im August, wieder eine fühlbare Belastung ein. An ihr hatten die Betriebe der Metallindustrie, Cxpor Industrie und hauptsächlich der hanseatische Exporthandel besonderen Anteil.

Das Dermittlungsgeschäft hielt sich in der ersten Monatshälfte allgemein im ganzen Reich in den Grenzen mäßiger Besserung. Die Be- sctzungöaufträge wurden etwas freudiger erteilt. Das Bild änderte sich aber fast augenblicklich am Tage der Reichstagsauflösung. Der Eingang von Besetzungsaufträgen wurde zögernd und stockte hier und da gänzlich. Neben den politischen Sor­gen wirkte sich alsbald auch di« Befürchtung aus, Kaufkrastschrumpfung als Auswirkung der Not­verordnung könne den Konsum bedrohen und also die Ankurbelungsmaßnahmen der Regierung in sich ausheben. Dazu kam eine pessimistische Be­urteilung der Geschäftslage in der Cxportgüter- industrie und namentlich in den Handelsunter- nvhmungen der hanseatischen Wirtschaftsgebiete. Dementsprechend wurde die Entscheidung über Neueinstellungen häufig zurückgestellt. Auch will man zumeist die Ausführungsverordnung über die Zuteilung von Steueranrechnungsscheinen ab­warten.

Hoffnungen auf eine Entspannung des Stel­lenmarktes gründen sich demnach Ende September hauptsächlich auf den etwaigen Erfolg des steuer- rechtlichen Teiles der Notverordnung.

* E i n Hilfsprogramm für die deut­sche Hotelwirtschaft. Die außerordentliche Notlage des deutschen Hotelgewerbes hat den Reichsverband der deutschen Hotels dazu ver­anlaßt, in einer auf den 6. Oktober nach Berlin einberufenen außerordentlichen Tagung und in anschließenden Besprechungen mit den zuständigen Reichs- und Staatsbehörden ein dringend ge­wordenes Hilfsprogromm zu erörtern, in dessen Mittelpunkt die Entlastungswünsche der Wirt­schaft bezüglich der das Hotelgewerbe besonders drückenden Steuern stehen.

Berlin nach schwächerem Beginn erholt.

Berlin, 6.Ott. (WTB. Funkspruch.) Die Börse eröffnete heute in schwächerer Haltung, und die Kursverluste beliefen sich in der Regel auf 0,5 bis 1 v. H. Vereinzelt waren auch Rück­gänge bis zu 2,75 v. H. festzustellen, doch lagen besondere Gründe für deutsche Sonderbewegungen nicht vor. Es handelte sich eben darum, daß zu­fälliges Angebot auf enge Märkte traf. Als Grund der Abschwächungen gab man den auch in Neuhork überraschenden scharfen Rückschlag an 6cr Stock Exchange, sowie das Scheitern der englischen Bemühungen um eine Konferenz in London zur Behandlung der deutschen Gleich- berechtigungsforderung an. Aus der heimischen Industrie lagen eher günstige Momente vor. Die Spareinlagen haben zugenommen, am rheinisch- westfälischen Eisenmarkt herrscht eine bessere Stimmung, verschiedentlich wurden weitere Neu­einstellungen vorgenommen, und man hörte Nähe­res über die bereits gestern bekannten Russen­aufträge für die AEG.

Rein börsentechnisch hätte sich die Erschwerung der Baisse-Geschäfte eigentlich etwas auswirken müssen. Es kam aber nur ganz vereinzelt zu kleinen Besserungen bis zu 1,25 v. H. Auch im Verlaufe ergaben sich zunächst weitere Abbröcke­lungen bis ^u 1 v. H. Erst dann bewirkte eine stärkere Befestigung am Montan­markt, an dem besonders in Stahlvereinsaktien größere Käufe des Rheinlandes, teilweise wohl auch des Auslandes erfolgten, Ldß eine all­gemeine Erholung eintrat. Eigentlich schwächer waren im Verlaufe nur noch Bemberg, &ie mehr als ihren einprozentigen Anteilsgewinn verloren. Zu erwähnen wäre noch, daß Leopolds-

1. Mannschaft, die fast das ganze Spiel mit zehn Mann austragen mutzte, ihren starken Gegner mit 2:1 Toren knapp, aber sicher schlagen. Auch die 2. Mannschaft war in guter Schußlaune und schlug ihren Gastgeber, die 2. Mannschaft von Nieder-Weisel, mit 6:3 Toren. Jugend und Schüler mußten hohe Niederlagen hinnehmen. Die Jugend verlor gegen Steinbergs Jugend 5:0, die Schüler verloren gegen Steinbergs Schüler mit dem gleichen Ergebnis.

Fußballklub 1926 Großen-Bufeck.

Grohen-Buseck' Nieder-Weisel 7:0.

Am Sonntag hatte die 1. Mannschaft die gleiche von Nieder-Weisel zu Gast. Obwohl die Gastmann­schaft nicht schlecht war, mußte sie doch eine über­raschend hohe Niederlage hinnehmen. Die Großen- Busecker lagen schon von Anfang an in Führung. Bis zur Halbzeit fielen fünf Tore, denen die Gäste nichts entgegenzusetzen hatten. Einige Durchbrüche von Nieder-Weisel waren zur Erfolglosigkeit verurteilt. Nach der Pause vermochten die Einheimischen nur noc.) zwei Tore zu erzielen, während die Gäste aber­mals leer ausgingen. Das Resultat konnte für Gro- ßen-Buseck noch weit höher lauten, wenn der Sturm entschlossener und schußfreudiger gewesen wäre.

grub«, anfangs mit Minus-Minus-Zeichen er­schienen. Deutsche Anleihen lagen etwas schwä­cher, Altbesitz verloren etwa 0,5 v. H^ Variable Industrieobligationen lagen behauptet, Reichs­schuldbuchforderungen konnten sich bei lebhaf­terem Geschäft um 0,25 bis 0,5 v. H. bessern. Sm allgemeinen lagen Deutsche Renten aber eher schwächer. Auslandrenten waren geschäftslos, so­weit Notierungen zustandekamen, ließet sich Ab­schwächungen feststellen.

Am Geldmarkt hat die Entspannung nach Abdeckung der Lombards bei der Reichsbank jetzt stärke re Fortschritte gemacht. Der Tages­geldsatz ging an der unteren Grenze auf 4,5 v. H., zum Teil sogar schon auf 4,38 v. H. zurück. Mo­natsgeld 5 bis 7 v. H. Am Privatdiskontmarkt war die Nachfrage heute natürlich etwas stärker.

Frankfurt schwächer.

Frankfurt a. M., 6.Ott. (WTB. Drahtm.) Die schwache Haltung der gestrigen Neuyorker Börse rief zu Beginn des heutigen Börsenverkehrs stärker« Verstimmung hervor und löste bei der Kulisse wieder Glatt st ellungen und verein­zelt Blankoabgaben aus, so daß die Tendenzaus der ganzen Linie zur Schwäche neigte. Der Ver­such der englischen Regierung, die gespannte außenpolitische Situation durch die Einberufung einer Fünfmächtekonferenz nach London zu behe­ben, der gestern noch «ine anregende Wirkung aus- übte, kehrte sich ins Gegenteil um, da englische Zeitungen das Zustandekommen dieser Konferenz stark bezweifelten. Auch die Tatsache, daß trotz des Kupontermins Käufe des Publikums aus- blieben, veranlaßte die Spekulation zu Abgaben. Gegen die Ahendbörfe ergaben sich daher meist Abschwächungen bis zu 1 Prozent. Darü­ber hinaus lagen am Elektromarkt Siemens 2,5 Prozent niedriger, Bekula verloren 0,5 Prozent, während AEG. behauptet blieben. Mehr rückläu­fig waren noch Aku und Zellstoff Waldhof mit je minus 1,75 Proz., SG., Rütgerswerke, Reichs­bank, Dt. Linoleum und Zement Heidelberg gaben bis zu 1 Proz. nach. Am Montanmarkt eröffne­ten zwar Gelsenkirchen 1 Proz. schwächer. Die Mehrzahl der Kurse blieben aber gut behauptet und lag später sogar etwas fester, vor allem di« Werte der Stahlvereinsgrupp«. Schiffahrtsaktien blieben etwa behauptet.

Am Anleihemarkt fetzten Altbesitz 0,25 Prozent niedriger ein, späte Reichsschuldbuch­forderungen lagen dagegen in gleichem Ausmaß höher. Gold- und Liquidationspfandbriefe lagen bei kleinem Geschäft nur wenig verändert, wäh­rend Kommunalobligationen weiter offeriert wa­ren. Am übrigen festverzinslichen Markt herrschte Geschäftsstille.

Nachdem vorübergehend auf Grund der relativ festen Haltung der Montanwerte weitere Er­holungen eingetreten waren, neigte die Ten­denz im Verlaufe wieder zur Schwäche, wobei die Anfangskurse noch leicht unterschritten wur­den. Die älmsatztätigkeit hielt sich in denkbarengen Grenzen. Tagesgeld war zu 3,75 Prozent un­verändert und leicht.

frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. W., 6. Oft Austrieb: 197 Rinder, 1029 Kälber, 433 Schafe, 667 Schweine. Cs notierten: Kälber. Beste Mast- und Saug­kälber 41 bis 44, mittlere Mast- und Saugkälber 36 bis 40, geringe Kälber 30 bis 35. Schafe. Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weide- mast) 24 bis 27, mittler« Mastlämrner. ältere Masthämmel und gut genährt« Schafe 19 bis 23, fleischiges Schaf Vieh 15 bis 18. Schweine. Vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 43 bis 46. vvllfleischige Schwein« von «twa 200 bis 240 Pfund Lebend­gewicht 42 bis 46, vollfleischige Schweine von «twa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 40 bis 45, fleischig« Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 38 bis 43. Marktverlauf: Kälber und Schafe rege, geräumt; Schweine ruhig, aus- verkauft.

Srieffaften der Redaktion.

(Rechtsgutachten find ohne Verbindlichkeit der Schnftleitung.)

L. Sch., wiefeck. Die Adresse lautet: Se. Königliche Hoheit Ernst Ludwig, Großherzog von Hessen und bei Rhein, Darmstadt. Neues Palais.

Wirtschaft.

Kirche und Schule.

y Schotten. 5. Olt. Am Sonntag und Mon­tag tagte die Iahrestagung des Ober- hessischen Missionsvereins für Ba- f e l, dem über die Hälfte aller oberhessischen Kirchengemeinden angehört, in unserer Stadt.

Der Vormittagsgottesdienst gehörte unserer Gemeinde, die zahlreich versammelt den Aus­führungen von Missionar Gaul (China) lauschte. Der Posaunenchor Wallernhausen, 15 Mann stark, unter Leitung seines Dirigenten H i l s. Nieder Mockstadt, verschönte durch vorzüglichen Vortrag einiger Musikstücke den Gottesdienst. Er wirkte dankenswerterweise auch bei den übrigen Ver­anstaltungen mit und gab über Mittag Platz­konzerte.

Die Versammlung, die als Dekanats- m i s s i o n s f e st nachmittags in der geräumigen neuen Turnhalle gehalten wurde und unter Teil­nahme der umliegenden Gemeinden und unserer Gemeinde die Turnhalle völlig besetzte, wurde von Pfarrer Römer. Schotten, dem Leiter des Dekanatsmisfionsvereins, eröffnet. Es sprachen ferner Missionar Kiehlnecker (China. Nord- Borneo), der bekannte Volksschriftsteller Heinrich Naumann. Nanzenhausen, und Missionar 2auf. Der Vorsitzende des Oberhessischen Mis­sionsvereins für Basel, Dekan Guhmann, Kirchberg, begrüßte in kurzen, herzlichen Worten die große Versammlung; der erste Geistliche Schottens, Dekan Widmann, sprach das Schlußwort.

Zu der Sahresversammlung des Oberhessischen Missionsvereins für Basel hatten sich zahlreiche Teilnehmer im SaaleZur Krone" am Wontag­vormittag eingefunden, darunter der Superinten­dent der Provinz Oberhessen, Oberkirchenrat D. Wagner, Gießen, und der Vorsitzende der Hessischen Wisfionskonferenz, Professor Werner, Friedberg. Die Eröffnung hielt Dekan a. D. Dolp, Laubach. Nach dem Sahresberichte des Vorsitzenden, an den sich eine Diskussion an- schloß, und nach der Rechnungsablage von Pfar­rer H a u b a ch, Watzenborn, die einen günstigen Kaffenbestand ergab und Genehmigung fand, sprach Missionar Kiehlnecker (China, Nord- Dorneo) über:Die Einwirkung chinesi­scher Kultur auf fremde Religionen".

Einbrüche bei Strafanstaltsbeamten.

* Butzbach, 6. Oft. In der Nacht zum Mittwoch wurde hier bei dem Strafanstaltsoberwachtmeister Grafen st adt eingebrochen und von dem Tcster Eßwaren, eine Flasche Kognak und eine Chaiselonguedecke gestohlen. Vermutlich der gleiche Täter verübte nun in der letzten Nacht einen Ein­bruch bei dem Strafanstaltsdirektor Hainer. Was hier gestohlen wurde, ist bis jetzt noch nicht bekannt, da die polizeilichen Feststellungen zur Zeit der Niederschrift dieser Zeilen noch im Gange sind.

Mädchenmord in Frankfurt.

TU. Frankfurt a. M., 5. Ott. Die Polizei verhaftete den 21jährigen kaufmännischen Ange­stellten Robert Stubenrauch und feine beiden 17 und 18 Jahre alten Freunde, die im Dezember v. S. die 19jährige Hausmrgestellte Emma Busse von einer Mainbrücke nachts in den Main ge­worfen hatten, so daß das Mädchen ertrank. Man glaubte seinerzeit, die B. hätte Selbstmord verübt. Nunmehr stellt sich aber heraus, daß St. das Mädchen gemeinsam mit seinen zwei Freunden nachts von der Maiu-Neckar-Brücke in den Main geworfen hatte, um sich des Mädchens zu ent­ledigen, da das Verhältnis nicht ohne Folgen geblieben war.

Zuchthaus

für einen Oarlehensschwindler.

WEN. M a i n z, 5. Ott. Das Dezirksschöffen- gericht Mainz verurteilte heute nach dreitägiger Verhandlung den vorbestraften 33jährigen Kauf­mann Karl Löwenstein von hier unter An­rechnung zweier früherer Strafen von 3 Sahren 6 Monaten Gefängnis und 1 Sahr 6 Monaten Zuchthaus zu insgesamt 4 Sahren Zucht­haus, 900 Mk. Geldstrafe und 5 Sahren Ehr­verlust. Die Mitangeklagte kaufmännische Ange­stellte Maria Fronweiler wurde unter An­rechnung einer Gefängnisstraße von 2 Monaten zu 3 Monaten Gefängnis mit fünfjähriger Bewährungsfrist verurteilt. Die beiden Angeklag- tten hatten im Mai 1929 unter der FirmaBank­kommissionsgeschäft Fronweiler" in verschiedenen Zeitungen als Darlehensvermittler inseriert, ohne überhaupt nur mit einem einzigen Kreditinstitut in Verbindung zu stehen. Von Darlehenssuchen­den, die sich auf die Inserate hin meldeten, hat­ten die Schwindler im Verlaufe von vier Monaten über 7000 Mk. an Gebühren eingenommen, die sie für sich verbrauchten. Irgendwelche Darlehen haben sie nicht vermittelt.

Wettervoraussage.

Heber Polen hat sich ein Hochdruckgebiet auf­gebaut, dessen westliche Ausläufer bis in unseren Bezirk rorgreifen. Anderseits hat sich die Jsland- störung weiter südöstlich entwickelt und über den britischen Inseln zu verbreiteten Regenfällen ge­führt. Im Grenzbereich zwischen hohem und tiefem Druck wird bei uns das Wetter durch weiterhin auf­gleitende Warmluft zwar vielfach neblig und be­wölkt sein, doch sind keine bedeutenderen Nieder­schläge zu erwarten.

Aussichten für Freitag-: Neblig-be­wölkt mit zeitweiser Aufheiterung, nachts Tem­peraturen noch in Gefrierpunktnähe, meist trocken.

Lufttemperaturen am 5. Oktober: mittags 10,2 Grad Celsius, abends 7,2 Grad; am 6. Oktober: mor­gens 4,2 Grad. Maximum 10,6 Grad, Minimum 3 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. Oktober: abends 11 Grad; am 6. Oktober: morgens 9 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 1 Stunde.